Mittwoch, 15. April 2015

Bad Nauheim VI: Hessenpark

In den Hessenpark wollte ich schon, als ich mit Mudderns vor zwei Jahren in Oberursel war, aber das wäre zu viel für sie geworden. Das Gelände ist nämlich ziemlich groß.

Blick auf den Marktplatz des Hessenparks.
Figur am Marktplatz.
Schlafende Schönheit.
Der Hessenpark ist ein Freilichtmuseum, das etwa 100 Bauten aus verschiedenen Regionen Hessens zeigt.

Hier wird gearbeitet. 
Schweine. Im dazugehörigen Stall waren jede Menge Ferkel und ein riesengroßer Eber.
Hühner und ein stolzer Hahn.
Vor dem Eingang ist ein Marktplatz mit verschiedenen Geschäften, einem Hotel und zwei Restaurants. Schon hier lässt es sich gemütlich bummeln und vieles entdecken. Es gibt einen Bürstenmacher, eine Bäckerei, einen Käseladen, einen Holzwaren- und Spielzeugladen ... Im Park gibt es viele Picknickplätze, und hier auf dem Marktplatz bekäme man alles, was man für ein Picknick bräuchte, wenn man sich nichts von Zuhause mitbrachte.

Die ehemalige Synagoge von Groß-Umstadt.
In der Synagoge.
Wir passierten den Eingang und ließen und planlos treiben. Obwohl wir fast den ganzen Tag blieben, haben wir noch lange nicht alles gesehen - ich denke, der Gatte wird sicher noch mal in den Park fahren, wenn er nachmittags frei von der Reha hat. Er hatte auch keine Chance alles zu sehen, denn erkältet wie ich war, konnte ich noch weniger Schritt halten mit ihm als sonst.

Der Gatte macht Waldmusik.
Kaum ist der Kerl einen Tag in der Reha, rennt er mir wieder davon! An der Kasse hätte es zwar für lauffaule Kinder Bollerwagen gegeben, aber der Gatte befand, dafür wäre ich zu groß und ziehen wolle er mich auch nicht. Also wirklich!

Im Hessenpark.
Viele Häuser sind begehbar, enthalten kleine Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen, so dass man viel zu gucken hat. Uns kam die Begehbarkeit der Häuser während eines Schneeschauers sehr zu gute, denn den warteten wir ganz kommod im "Taunushaus" ab, während wir uns über Wanderwege, Mythen und Geschichte des Taunus informierten.

Der ehemalige Kappenwindmühle aus Borsfleth bei Glückstadt.
Bockwindmühle aus Papenhorst.
Auf dem Weg zur Kappenwindmühle.
Wir ließen schnell die wenigen Besucher, die an einem kalten Apriltag im Park waren, hinter uns und fühlten uns irgendwann ganz alleine auf dem Gelände. Besonders spannend fand ich es, in der "Baugruppe Werkstätten" hinter die Kulissen eines Freilichtmuseums blicken zu können. Es ist unglaublich, was dort an Häusern eingelagert ist und noch auf den Aufbau wartet oder als Ersatzteil dienen soll!

Materl.
Außerdem freute ich mich sehr, dort ein Stück Heimat zu entdecken: Die Kappenwindmühle aus Borsfleth bei Glückstadt, die jetzt der "Baugruppe Nordhessen" eine neue Heimat fand. Sie repräsentiert einen der beiden Windmühlentypen, die es ursprünglich in Hessen gab.

Ehemalige Wegekapelle aus Weyers, erbaut um 1643, während des Dreißigjährigen Krieges als Dank für die Errettung vor schwedischen Truppen.
Der Gatte lachte über mein funktionierendes "Jewdar". Seitdem ich ihn, der über 40 Jahre in Südtirol urlaubte, bei unserem ersten Urlaub dort in die Meraner Synagoge schleppte, von deren Existenz er bislang keine Ahnung hatte, ist er davon überzeugt, dass ich garantiert überall eine Synagoge finde.

Materl.
Im Hessenpark gibt es zwei Synagogen: Die aus Nentershausen, deren Mikwe sich besichtigen lässt, und die aus Groß-Umstadt, in der eine Ausstellung über die eine Ausstellung zur Geschichte der jüdischen Landbevölkerung beherbergt.

Das Haus aus Lampenhain wartet in der "Baugruppe Werkstätten" darauf, wieder zum Leben erweckt zu werden.
Künnt wi jümmers all broken: Bauteile, die noch auf ihren Einsatz warten. Hier wird anscheinend nichts weggeworfen.
In der Kombüse findest Du heute und morgen Bilder von der Martinsklause und dem Restaurant "Alter Markt", wo wir während unseres Besuches im Hessenpark einkehrten.

Detaillierte Informationen zum Museum und zu dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm gibt es auf der Homepage des Hessenparks.

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