Samstag, 9. Mai 2015

Bad Nauheim X: Besuch im Modellbahnhof Stockheim

In Stockheim wird das frühere Bahnhofsgebäude als Modellbahnhof genutzt - eine ziemlich geniale Idee, finde ich. Wir besuchten den Modellbahnhof während des Stockheimer Bahnhofsfestes Ende April und reisten standesgemäß mit einem historischen Zug an (ansonsten ist eine Anreise mit der Deutschen Bahn ziemlich problemlos möglich).

Das Stockheimer Bahnhofsfest, das jährlich am letzten Aprilwochenende stattfindet, auch seinen festen Platz in der Modellbaulandschaft.
Blick auf den Stockheimer Bahnhof im Modell.
Das ist keine Modellszene, sondern ein Blick aus dem ersten Stock auf den Bahnhof. Während des Bahnhofsfestes wurde die neue BR 245 vorgestellt.
Hier sind ein paar Impression aus dem Modellbahnhof.

Szenerie.
Szenerie.
Szenerie.
Besonders gut gefiel mir, dass sich die Initiatoren des Modellbahnhofs entschlossen, die oberhessische Landschaft im Maßstab 1:87 nachzubilden, statt in ferne Welten zu schweifen.

Burg Lißberg, eine der Sehenswürdigkeiten der Region um Stockheim, im Modell.
Bahnhofszenerie.
Zugbegegnung.
Die Eisenbahngeschichte der Region um Stockheim herum wird auf etwa 60m² nachgebildet, wozu natürlich der Stockheimer Bahnhof Stockheim samt Gleisen, Drehscheibe, Ringlokschuppen, Bekohlungsanlage, Wasserturm und Empfangsgebäude gehört.

Szenerie.
Blick in den örtlichen Rewe-Supermarkt. Das Unternehmen unterstützt den Modellbahnhof auf vielfältige Weise. Beim Bahnhofsfest verkaufen beispielsweise die Azubis Grillgut und Getränke und spenden den Reinerlös.
Die Streckenführung zwischen Stockheim und Ober-Seemen erfolgt nach historischen Plänen und zeigt die Landschaft am Fuße des Vogelsbergs mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.

Mehrere Dutzend Züge befahren die Anlage, die sich über das Erdgeschoss des ehemaligen Bahnhofs erstreckt. Im Obergeschoss gibt es verschiedene Sonderausstellungen, Werkräume und eine entzückende Ehefrauenwartezone.

Hinweis zur Ehefrauenwartezone.
Ehefrauenwartezone.
Ehefrauenwartezone.
An einigen Stellen der Modellbahnanlage können Besucher selbst ins Geschehen eingreifen und mittels Schaltern beispielsweise Modellflugzeuge starten oder die Feuerwehr zu einem Brand schicken, Einkaufswagen durch den Supermarkt schieben oder Kühe muhen lassen. Die Macher haben sich wirklich nette Effekte ausgedacht, es macht Spaß, die vielen liebevollen Details zu entdecken.

In der Schweiz. Rechts oben ist die Aussichtsplattform zu sehen.
In der Schweiz.
Das ist mal ein Maßstab! Das Viadukt ist der Durchgang zur Besucherplattform der Spur-G-Anlage der Modellbahn-Schweiz.
Im linken Gebäudeteil wird fleißig an einer Spur-G-Anlage mit einer Nachbildung der Schweiz gewerkelt. Angesichts des Ausmaßes der Anlage war ich doch sehr froh, dass der Gatte von seinen Plänen, in unserem Winzgarten eine LGB-Anlage zu bauen, Abstand nahm (auch wenn das bedeutet, dass ich keine Rigi-Seilbahn bekam).

Sich einmal wie Gulliver fühlen: In der Modell-Schweiz wird ein Zugunfall gerichtet. Für Besucher ist die Anlage natürlich nicht begehbar.
In der Schweiz. Die Anlage entsteht in Kooperation mit einem örtlichen Garten- und Baumarkt. Die Pflanzen sind also alle echt.
Blick von der Besucherplattform über die Außenanlage.
Die LGB-Anlage in Stockheim hat eine Fläche von bummelig 200m². Züge der Bernina-Bahn fahren von Sankt Moritz Richtung Italien, der Glacier-Express dreht seine Runden, ebenso die Züge der Rhätischen Bahn.

Rhätische Bahn und Glacier-Express.
Zugbegegnung am Bahnhof Filisur.
Detail. Die Arbeiten an der Außenanlage sind noch nicht abgeschlossen.
Dabei passieren die Züge ein Viadukt, das mich schon durch seien pure Größe beeindruckte: Es ist mannshoch und begehbar. Auch abseits der Bahnstrecke gibt es viel zu sehen: Einen Sessellift samt Skifahrern, einen Jahrmarkt oder ein See samt Krokodil beispielsweise.

Fazit: Der Modellbahnhof Stockheim macht großen und kleinen Menschen Spaß.

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