Donnerstag, 17. Dezember 2015

Rezension: "Tote Hippe an der Strippe" von Lotte Minck - der fünfte Fall für Loretta Luchs

Die Krimi-Reihe um Loretta Luchs war mir, obwohl Krimi-Vielleserin, bislang entgangen, und so freute ich mich, als ich bei Blogg dein Buch ausgewählt wurde, den aktuellen Band, "Tote Hippe an der Strippe" aus dem Droste Verlag zu lesen und zu rezensieren.

Warum geht's? Bisher hat Loretta die Arbeit an der Sex-Hotline immer Spaß gemacht, aber seit Belinda und Jeanette dort arbeiten, herrscht eine andere Stimmung. Den Grund dafür erfahren Loretta und Erwin, als Chef Dennis sie verzweifelt um Hilfe bittet: Er wird massiv unter Druck gesetzt, binnen vier Wochen sein Personal durch "professionelle" Damen zu ersetzen. Damen wie Belinda und Jeanette, die über die Hotline Freier für einen Puff akquirieren. Zweimal wurde Dennis bereits zusammengeschlagen, seine Scheune ging in Flammen auf und – für ihn das Schlimmste – fünf seiner sechs geliebten Zwergseidenhühner wurden brutal abgeschlachtet. Die "SoKo Hühnerhof" schickt erst Freundin Bärbel, dann Loretta undercover ins Rennen. Und plötzlich eskalieren die Ereignisse ...

Autorin Lotte Minck ist von Geburt halb Ruhrpottgöre, halb Nordseekrabbe. Nach 50 Jahren im Ruhrgebiet und etlichen Jobs in der Veranstaltungs- und Medienbranche entschied sie sich, an die Nordseeküste zu ziehen. Ihre Heldin Loretta Luchs und alle Personen in Lorettas Universum sind eine liebevolle Huldigung an Lotte Mincks alte Heimat.

Bei diesem Titel sprach mich als erstes das Cover an, war ich doch in einem früheren Leben selbst mal Call-Center-Schlampe und witzle bis heute mit mit meinem Freund, dass, wenn gar nichts mehr geht, wir beide eine Sex-Hotline aufmachen.

Auch wenn ich die anderen vier Fälle von Hornbrillen-Girl, Minipli-Man, El Schrillo, wie Loretta sich und ihre Konsorten gelegentlich scherzhaft nennt, noch nicht kannte, kam ich doch schnell in die Handlung herein, denn "Tote Hippe an der Strippe" ist ein in sich abgeschlossener Fall. Gelegentlich gibt es Anspielungen auf die vergangenen Fälle, aber die sind verständlich - es ist also kein Muss, die anderen vier Bände der Krimireihe zu lesen, aber wem, wie mir, die Figuren um Loretta Luchs mit ihrem handfesten Ruhrpott-Charme gefallen, der wird das schnell nachholen.

Auch wenn von Anfang an klar ist, wer an Dennis' Malessen Schuld ist, wer hinter den Übergriffen steckt, so ist es doch äußert spannend und sehr komisch, zu lesen, wie Loretta, der pensionierte Polizist Erwin und die anderen Freunde den horizontalen Damen Belinda, Jeanette und ihren Hintermännern auf die Schliche kommen. Einige Irrungen und Wirrungen sind natürlich überzeichnet, aber dabei gelegentlich schon wieder so abstrus, das sie doch so geschehen sein könnten, weil: So viel Chaos kann sich doch keiner ausdenken, oder?!

Der Verlag beizeichnet die Bücher von Minck als Krimimödie, also eine Mischung aus Krimi und Komödie, und das trifft es ganz gut, finde ich.

Fazit: Wer Regionalkrimis mag, weder vor dem gelegentlich handfest-derben Ruhrpotthumor noch vor einigen Längen nicht zurückschreckt, wird mit "Tote Hippe an der Strippe" viel Lesespaß haben.

Verlagsangaben zum Buch: Lotte Minck / Tote Hippe an der Strippe / Krimi / Taschenbuch / 304 Seiten / ISBN: 978-3-7700-1525-2 / 10,99 € / Verlage: Droste

Hier geht's zur Leseprobe.

Affiliate links zu den anderen Büchern von Lotte Minck:

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