Samstag, 13. Februar 2016

#12von12 im Februar 2016

Gestern war ein normaler Arbeitstag für mich, noch dazu ein Freitag. Freitage bedeuten, dass ich nie weiß, wann ich Feierabend habe. Früher konnte ich freitags um 14 Uhr alles aus der Hand fallen lassen und Wochenende machen. Heute geht's ein paar Stunden länger, und dann bin ich meist noch die erste, die geht.

#1von12: Wochentags koche ich Kaffee, weil ich als erste hoch muss. An den Wochenenden ist der Gatte oft vor mir wach und weckt mich mit Milchkaffee. 
Ob so'n normaler Arbeitstag überhaupt 12 Bilder hergibt? Ich habe schließlich nur einen stinklangweiligen Büro-Job.

#2von12: Vor der Arbeit schnell noch Wäscheaufhängen. Der Klammerbeutel ist gute 30 Jahre alt und wurde von der Mutter meiner DDR-Brieffreundin genäht. 
#3von12: Juhu, heute ist Zeit für die Freitagssocken. 
Auf dem Weg zur Arbeit höre ich normalerweise Deutschlandfunk, oder, wenn ich berufsbedingt Hamburg-Infos brauche, NDR 90,3. Nach den mehr als anstrengenden Tagen der letzten beiden Wochen war mir gestern aber nach Musik, um den Kopf frei zu kriegen.

#4von12: Lebensmotto, musikalisch umgesetzt.
Gestern hörte ich Shvaygn = Toyt* von den Klezmatics. Ich mag ihre Mischung aus Klezmer, Ska, Jazz, Punk und Volksmusik sehr gerne.

Nach dem Autofahren kommt das Fahrstuhlfahren. Es kommt selten vor, dass ich alleine im Fahrstuhl bin. Ich trainiere in der Mittagspause gerade Treppensteigen, weil ich irgendwann alle Stockwerke (es sind fast 20) zu Fuß schaffen will. Aber morgens muss es schnell gehen, da darf es der Fahrstuhl sein.

#5von12: Fette Frau fährt Fahrstuhl.
Dank meiner beiden wunderbaren Kolleginnen sind morgens alle Büros schon geöffnet, liegen die Zeitungen parat, kann ich gleich mit der Arbeit anfangen.

#6von12: Arbeiten. "The Fritz Times" erschien gestern einmalig, um an "The Wypers Times", einem Zeitungsprojekt aus den Schützengräben des Ersten Weltkriegs, zu erinnern. Ansonsten gehören alle großen Tageszeitungen zur täglichen Lektüre. Montags kommen die Wochenend- und Sonntagszeitungen sowie "Der Spiegel" dazu, donnerstags "Die Zeit". Dass wir unbedingt auch "Effilee" und "Feinschmecker" benötigen, hat Chef I noch nicht verstanden. Ich arbeite aber weiter dran. 
Jawohl, ich verdiene mein Geld mit Zeitunglesen. Und mit Fernsehngucken. Und mit Radiohören. Ja, doch, das ist so geil, wie es sich anhört. Zumindest in den seltenen Momenten, in denen ich nicht noch nebenbei ständig zwischen zwei Büros hin und her rennen muss, da ich auch noch für drei bis zehn Telefone zuständig bin.

#7von12: Arbeiten.
Warum ich nicht in meinem Büro lese? Ganz einfach: Mein Schreibtisch ist zu klein, und der Zeitungstisch ist nun mal im Nachbarbüro. Nähme ich die Zeitungen zu mir, steckte ständig jemand den Kopf durch die Tür auf der Suche nach den Zeitungen, müsste ich bei jedem Telefonklingeln die Zeitungen hektisch zusammenlegen, um ans Telefon zu kommen. Außerdem habe ich durch die Zwei-Büro-Technik ein wenig Frühsport.

#8von12: Freuen. Von einem unserer Fahrer gab's vorgezogene Valentinstagsgrüße. 
Ansonsten verdiene ich mein Geld damit, Blaumänner (also die böbersten Hanseaten, die berufsbedingt nur (blaue) Anzüge tragen) und Veranstaltungen zu organisieren, Krawattenknoten und widerspenstige Haare in Form zu bringen, Termin-Tetris und Presse-Poker zu spielen, mit Wörtern und Geschirrbergen zu jonglieren, bin Türsteher, bringe Menschen auf Trab, kontrolliere und kopiere … Wie gesagt: Ein total langweiliger Büro-Job.

#9von12: Arbeiten. Ich bin für die Büro-Flora auf der Ostseite zuständig. Normalerweise gieße ich mittwochs alle Blumen, weil dann alle Büros sitzungsbedingt leer sind, in dieser Woche kam ich erst Freitag dazu. Gestern freute ich mich, dass meine Hyazinthe nochmal Blüten ansetzte. 
Gestern hatte ich Glück: Es war ein für mich ruhiger Tag. Ich konnte eine ausgedehnte Mittagspause im Park und fast pünktlich Feierabend machen. Eigentlich war ich früh genug zu Hause, um noch in den Heidbarghof zum Konzert zu gehen, und wirklich müde war ich auch nicht, aber die Woche war so anstrengend, dass ich lieber vernünftig war und zu Hause blieb.

#10von12: Stricken. Das wird ein Socken aus Wollresten.
Nach 'n büschen Hausarbeit (Fotos vom Kloputzen erspare ich uns) ging's mit Strickzeug auf's Sofa. Dabei konnte ich den Blaumännern im Fernsehen beim Arbeiten zusehen - gestern war Matthiae-Mahl.

Unser Mahl fiel deutlich bescheidener aus, war mir aber viel lieber, konnte ich es doch in Schnuddelklamotten mit dem Gatten einnehmen statt in Abendrobe.

#11von12: Abendessen. Der Gatte kochte Coq au vin. 
Nach "heute show" und "Familie Braun" ging's ins Bett. Ich schaffte noch ein paar Seiten "Slow Travel"* von Dan Kieran*. Dass ich fast zehn Stunden wie ein Stein schlief, zeigte mir, dass es weise war, auf das Konzert von Väsen im Heidbarghof zu verzichten.

#12von12: Nachtlektüre "Slow Travel" von Dan Kieran. Leseempfehlung!
Hm, irgendwie fand ich es ganz schön schwer, einen Arbeitstag in 12 Bildern festzuhalten. Jetzt schaue ich erstmal, was die anderen Teilnehmerinnen von "12 von 12" gestern so erlebten.

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