Donnerstag, 14. April 2016

RUMS KW #15/16: Quergestreifte rot-weiße Oversize-Strickjacke

Irgendwie gibt es viel zu wenig Strickzeitschriften für fette Frauen. Oder habe ich einfach nur noch nicht die richtigen gefunden? Eine, die ich fand, ist Sabrina Special Plus Size S2338, erschienen im Februar 2015.

Fette Frau fährt Fahrstuhl.
Klar, ich kann jedes Strickmuster für meine Größe umrechnen, aber nach jahrzehntelanger Strickabstinenz war's einfacher, ein Modell in meiner Größe nachzuarbeiten.

Strickjacke im Werden.
Diese Strickjacke gefiel mir auf Anhieb, hatte dann aber doch so ihre Tücken. Die Jacke ist 66 cm lang. Ich dachte mir schon, dass das bei mir zu kurz ist, aber da die Jacke auf der Abbildung im Heft eindeutig weit über den Po geht, dachte ich mir, vielleicht täusche ich mich.

Die Jacke ist zur Anprobe zusammengenäht. Die Ärmel fehlen noch.
Nö, ich täuschte mich nicht. Keine Ahnung, wie klein das Modell ist, das die Jacke auf dem Foto trägt. Bei einer 173 cm großen Frau endet die Jacke jedenfalls genau mittig auf dem Pöter. Das sieht doof aus, das mag ich bei mir nicht.

Also die fertige Jacke noch mal von unter aufgeribbelt, Wolle nachbestellt und bummelig 15 cm angestrickt. Jetzt passt sie, und selbst, wenn sie beim Tragen über die Schulter rutscht (was beabsichtigt ist), ist die mir nicht zu lang. Ich überlege allerdings, einen Druckknopf anzunähen, um das Rutschen zu verhindern. Das ist auf Dauer nämlich ziemlich lästig.

Nächste Tücke: Der Ärmel ist auf einen Armumfang von 24 cm ausgelegt - das ist bei mir zu wenig. Also trennte ich die schon zusammengenähte Jacke noch mal bis zum Beginn der Schulter auf und erweiterte den Ärmelausschnitt auf 30 cm. Passt besser. Dass die Ärmel jetzt nicht mehr dreiviertel, sondern ganz lang ist, stört mich nicht.

Doch, jetzt könnte die Jacke lang genug sein für mich.
Die Jacke ist aus Lang Lino rot* und Lang Lino weiß*. Ich brauchte 300 g in Weiß und 450 g in Rot für meine Variante. Die Farben finde ich unwahrscheinlich schön: Sie erinnern mich an den Dannebrog und versetzen mich sofort in Urlaubsstimmung. Auch wenn ich erst dachte, ich würde nie fertig: Ich brauchte für die Jacke knapp vier Wochen - inklusive Aufribbeln und Warten auf nachbestellte Wolle.

Mit dem Garn war ich nicht so ganz zufrieden: Es ist mal dicker, mal dünner (teilweise wie Nähgarn), hat Knubbel und Knoten. Angesichts des Preises hätte ich das nicht erwartet. Und: Das Garn flust. Ein schwarzes Oberteil ist nach ein paar Stunden gesprenkelt. Das ist ein bisschen lästig.

Nächstes größeres Projekt ist eine Jacke aus Lang Mohair Luxe* - ich bin gespannt, wie das verarbeitet ist.

Dieser Beitrag nimmt teil an den Linkparties "Stricklust" und "RUMS".

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Kommentare:

  1. Sehr schöne Jacke - und ich bin wie immer von Deiner Strickgeschwindigkeit beeindruckt.

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    1. Danke! Ich war am Ende selbst erstaunt, dass das Stricken gar nicht so lange dauerte, denn zwischendrin hatte ich den Eindruck, ich werde nie fertig. Socken gehen halt schneller.

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  2. Wow, was für eine Arbeit. Ich habe ja auch ein Fable für "Hahnentritt" Streifen und Karos.
    Die Jacke ist jedenfalls toll geworden und das nach der Abstinenz.
    Liebe Grüße, Conni

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  3. Niedliche Jacke.
    Genau das Richtige für den Frühling (der bestimmt bald kommt).

    LG
    Tanja

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