Samstag, 24. September 2016

Samstagsplausch KW 38/16: Eigentlich

Eigentlich wollten wir heute Morgen nach dem Frühstück aus dem entzückenden Hotel Hubertus in Inzell auschecken.

Eigentlich wollten wir dann gemütlich nach Tittmoning fahren, dort die Burg erkunden, um dann weiter nach Burghausen zu fahren, wo wir drei Tage geblieben wären, um von dort über  einen dreitägigen Zwischenstopp in Hammelburg nach Hamburg zurückzufahren.

Eigentlich wollten wir drei Wochen unterwegs sein, ganz kommod, der erste Wanderurlaub seit sechs, der erste dreiwöchige Urlaub seit acht Jahren.

Blick auf dem Rauschenberg von unserem Hotelbalkon.
Eigentlich wären wir in den letzten zehn Tagen viel gewandert, hätten den bayerischen Onkel auf dem Friedhof in Anger besucht, wären in Salzburg gewesen, mit der Lokalbahn Endorf - Obing gefahren, bei John in Obing eingekehrt, damit ich gucken kann, inwieweit das Lokal Vorbild für die "Endstation" in den Krimis von Heinz von Wilk ist.

Eigentlich wären wir mit dem historischen Dampfer über den Chiemsee geschippert, hätten die beiden Inseln im See erkundet, wären vielleicht mal zum Königssee gefahren und zur Eiskapelle gewandert.

Wanderversuch. In den Stiefeln stecken die Between the Lines Sox.
Eigentlich wären wir an den Regentagen zu Wochenbeginn im Mammut- und Automuseum gewesen, jeden Morgen geschwommen und hätten abends den wunderbaren Bergblick vom Balkon genossen.

Eigentlich hätten wir Montag Abend eine Brauereiführung in Traunstein gemacht, um anschließend beim Schnitzlbaumer, wo uns beim kurzen Besuch mittags das Bier so gut schmeckte, in Ruhe zum Essen einzukehren.

Eigentlich.

Anfangs dachten wir noch, Erschöpfung (der Gatte war mehr als urlaubsreif), Hochsommerhitze oder Wetterwechsel mit Temperatursturz machten dem Gatten zu schaffen, aber irgendwann war klar: Das alleine ist es nicht.

Sonnenuntergang über den Bergen (Blick vom Hotelbalkon).
Also fuhren wir nach fünf Tagen Inzell wieder nach Hause, direkt zu des Gatten Hausarzt. Der wollte den Gatten eigentlich gleich ins Krankenhaus einweisen, da Kreislauf und Blutdruck nicht mehr wollten. Da ich ja aber auch Urlaub habe, wurden der Gatte zu Bettruhe und ich zum Aufpassen verdonnert. Wobei: Aufpassen muss ich nicht. Dem Gatten ist so elend, der kommt gar nicht auf die Idee, irgendwas unternehmen zu wollen.

Der Gatte hatte Anfang des Monats einen Infekt, der anscheinend nicht richtig ausheilte, nicht auf das Antibiotikum reagierte, was auch immer. Jedenfalls ging's dem Gatten in der ersten Urlaubswoche hundsmiserabel, war an Wandern oder auch nur Spazierengehen nicht zu denken.

Der Gatte bot mir an, alleine in Inzell zu bleiben. Das war eine Überlegung wert, denn wir urlauben schon mal getrennt, und in Inzell würde ich mich besser erholen als in Hamburg. Dann aber sagte der Gatte, er führe mit der Bahn zurück und überließe mir das große schwarze Auto. Wenn er mir freiwillig seinen Wagen überlässt, ist es wirklich schlecht um ihn bestellt. Da kann ich mich dann auch nicht erholen.

Abschiedsblick auf's Hotel.
Also verließen wir schweren Herzens das schöne Hotel und Inzell, stornierten die anderen gebuchten Hotels und machten uns auf den Weg gen Norden.

Den Urlaub hatten wir uns anders vorgestellt.

Eigentlich.

Dieser Beitrag geht zum Samstagsplausch bei Frau Karminrot. Ich wünsche Euch da draußen ein schönes Wochenende und hoffe, Ihr seid gesund. Passt auf Eure Lieben gut auf!

Kommentare:

  1. Oh weh. Gute Besserung deinem Mann.
    Liebe grüße Marnie

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  2. Gute Besserung für deinen Mann! Das hört sich ja wirklich gar nicht gut an. Um euren Urlaub ist es natürlich schade, ich hoffe, dass ihr ihn bald nachholen könnt.
    LG und ein schönes Wochenende
    Yvonne

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  3. Danke für Eure guten Wünsche! Ganz langsam geht's dem Gatten besser, aber die nächste Woche wird er sicher noch zu Hause bleiben dürfen.

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  4. Ach das ist aber nicht schön! Pass nur gut auf dem Gatten auf. Er soll sich erholen. Ihr werdet wieder Urlaub machen und alle "Eigentlich" abarbeiten.
    Gute Besserung
    Andrea

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  5. Ja manchmal kommt es anders als man denkt. Aber wenn man nicht fit ist, ist es doch am schönsten zu Hause. Gute Erholung und den Urlaub kann man ja nachholen.
    L G Pia

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  6. Och nöööö, kranksein ist so doof, aber nützt ja nichts!
    Ganz schnelle Besserung an deinen Mann und du entspannst dich vielleicht beim Stricken!
    Das Wetter in Hamburg ist doch bombig und dann fällt das Entspannen doch gleich viel leichter!
    Liebe Grüße,
    Kirsten

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  7. Danke für Euren lieben Wünsche! Wir hoffen, dass es nächstes Jahr mit dem Wanderurlaub klappt. Mal schauen.

    @Kirsten, ja, das Wetter ist bombig, aber ich vermisse die Ruhe, den Duft nach Heu, die gute Luft, die Kuhglocken, das Wandern ... In Hamburg finde ich einfach keine Ruhe oder Entspannung. Aber es ist ja, wie es ist.

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