Sonntag, 23. März 2025

Samstagsplausch KW 12/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCLXII

Die Woche gab mal wieder alles, die Schlagzahl ist hoch. Es ist aber kein Vergleich zur kommenden, wo in jeden vollen Tag irgendwo noch mindestens ein weiterer Termin hinein gequetscht wurde, damit ich mehr schaffe. Der Gatte versucht mich zu entlasten, soweit er kann, und das weiß ich sehr zu schätzen. Gestern versuchte er sogar, zu kochen! Er schaffte ein Drittel des Rezepts, ich übernahm zwei Drittel, als er signalisierte, dass er nicht mehr kann. Und das Drittel schaffte er ganz ohne Kochbuch, aus dem Gedächtnis. Ich stellte ihm vorher alle Zutaten bereit, so dass es einfacher für ihn ist, denn planvolles Handeln ist ja seit dem Schlaganfall schwierig, wird immer schwieriger. Aber ich denke, er muss im Training bleiben, und er wächst mit jeder Aufgabe, die er schafft.

Am Ende der kommenden Woche benötigen wir dann ein paar gedrückte Däumchen, weil bei dem Gatten eine OP ansteht, außerdem bei ihm ein Krebsverdacht abgeklärt werden muss. Die OP ist aufwändiger als die am linken Bein, dauert vier Stunden, gefolgt von mindestens einer Nacht auf der Intensiv- und vier Tagen auf der Normalstation - wenn alles nach Plan läuft. Nur: Wann läuft bei uns schon mal alles nach Plan?! Es bleibt angespannt. 

In dieser Woche waren wir fünf Stunden in der Augenklinik, mit Fahrt waren wir acht Stunden unterwegs. Zum Glück hatte ich mir einen Tag Freizeitausgleich genommen, sonst hätte ich anschließend noch arbeiten müssen. So muss ich die Stunden zwar nacharbeiten, aber das ist zu schaffen. Für neidvolle oder bewundernde Blicke der anderen Patienten sorgte, dass ich mit einem kleinen Picknickkorb anrückte. Wir mussten um halb sieben los, wussten nicht, wie lange der Termin dauert, der Gatte braucht regelmäßige Verpflegung, also packte ich belegte Brot, Obst, Schnobkram, Dextrosebeutel für Notfälle, Saft, Kaffee und Wasser ein ... 

Die Klinik ist gut organsiert, der Gatte fühlt sich dort gut aufgehoben. Die Behandlung beginnt in fünf Wochen. Ob wenigstens auf einem Auge etwas Sehkraft gerettet werden kann, ist ungewiss. Für den Gatten ist das sehr hart. Als die Ärztin fragte, ob wir die Behandlung nicht lieber in Buchholz durchführen lassen wollen, anstatt jedes Mal 80 Kilometer zu fahren, konnte ich nur lachen. Wir haben drei Optionen: Behandlung in der Klinik, in der wir gerade sind (80 Kilometer), in der Klinik, in der der Gatte bis vor vier Jahren war (105 km) oder in der in Rotenburg (90 km). In unserer Kreisstadt mit 41.000 Einwohner und großem Einzugsgebiet gibt es keine Augenklinik. Hier gibt es ja noch nicht mal einen Augenarzt mit freien Terminen für Kassenpatienten. 

Hoffen und Bangen.

Wir hatten gesagt, sobald klar ist, wie es mit den Augen des Gatten weitergeht, buchen wir einen Urlaub. Wir hatten verschiedene Pläne und Ideen. Letztlich werden es jetzt zwei Wochen Dänemark, nachdem ich es schaffte, den Zeitraum von Arztterminen freizuschaufeln. Wir freuen uns sehr auf den Wikingerhafen, auf historische Flugtage, auf St. Hans, Wollläden und jede Menge Köstlichkeiten. Vielleicht kann der Gatte dann sogar schon wieder mehr als hundert Meter laufen, sind gemeinsame Strandspaziergänge drin. Als wir das erste mal "auf dem Klit" waren, wanderte der Gatte noch "mal eben" über 20 Kilometer in den nächsten Ort ... Jedenfalls: Endlich richtiger Urlaub! Der letzte war Mallorca im Oktober. Weihnachten war mehr Stress mit Schwiegermutter, und Mai wird ebenfalls Stress mit Schwiegermutter. 

Hier gilt seit mittlerweile 262 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. 

Eigentlich wollte ich diese Woche zu einer Lesung, aber der Krankenstand im Büro ist gerade so hoch, dass ich an dem Tag einspringen musste und abends zu platt war, um nochmal wegzugehen. Dafür konnte ich endlich mal wieder mit zwei Kollegen klönen, mit denen ich sonst kaum noch Kontakt habe. So erfuhr ich, dass auch sie von der aktuellen Situation im Büro mehr als gefrustet sind und warum eine Kollegin seit Monaten krank ist. Alles nicht schön und ein Grund mehr, mich endlich mal um Kontenklärung und Verrentung zu kümmern - wenn denn mal Zeit ist ... 

Immerhin kam ich im Haus ein kleines Bisschen vorwärts - in Babyschritten. Für größere Projekte fehlen mir Kraft und Konzentration, und um mit den Werkzeugen des Gatten zu hantieren, fehlt mir die Traute.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse. 

Montag, 17. März 2025

#12von12 im März 2025

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür!

#1: An Hamburg-Tagen gilt der erste Blick nach dem Aufstehen dem Live-Fahrplan des Metronoms.

#2: Wenn die Sonne ins Badezimmer scheint, glitzert es. Heute ist es noch zu neblig.

#3: Am Bahnhof gilt seit 523 Tagen Bring Them Home Now.

Heute ist Echtbüro-Tag, und da der Metronom mal wieder nicht nach Regelfahrplan fährt, darf ich nicht trödeln. Verpasse ich meinen Zug, muss ich 40 Minuten auf den nächsten warten (beim Regelfahrplan wären es 20  Minuten, immer vorausgesetzt, nichts fällt aus oder ist verspätet). Heute fahren aber tatsächlich beide Züge nach Plan.

#4: Aktuell steht mal wieder Zahlen-Arithmetik im Büro an, und damit tue ich mich schwer. Zum Glück habe ich nicht oft mit Zahlen zu tun.

#5: Möge ihr die Erde leicht sein!

#6: Vor dem Feierabend schnell abwaschen. Da ich privates Geschirr nutze, kann ich nicht die Spülmaschine nutzen, denn das Geschirr verschwindet danach. 

#7: Mit einem Hechtsprung in den Zug heimwärts. Der ist ziemlich leer, ich kann lesen*.

Der Arbeitstag ist intensiv und anstrengend, aber irgendwie schaffe ich alles von der Aufgabenliste. Auf dem Heimweg erledige ich schnell noch Einkäufe und erreiche gerade so den Zug - wo ist die Verspätung, wenn ich sie mal brauche?!

#8: Teezeit. Es gibt einen Rest Zitronenkuchen.

Spätnachmittag und Abend sind entspannt. Ich bin rechtzeitig zur Teezeit zu Hause, was der Gatte immer sehr schätzt. Er kann zunehmend schlechter damit umgehen, dass ich mal nicht da bin, auch wenn er selber sagt, dass es uns sehr gut tut, nicht immer zusammenzuhängen. 

#9: Nach der Teezeit ist Hausarbeit angesagt - und ich habe einen Moment für einen Blick in den Abendhimmel. Es gab sogar einen Regenbogen.

#10: Diese Woche sind wir total im Plan.

#11: Morgen steht der Wocheneinkauf an, aber unser Plan wird keine zwölf Stunden später wieder umgeworfen.

#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

Der Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Am 12. März 2020 ahnte ich noch nicht, dass ich vier Tage später für lange Zeit aus dem Heimbüro arbeiten würde. Ich erholte mich von einer OP und bin fünf Jahre später noch immer froh, dass ich mich der Hysterektomie, zu der mich viele Ärzte drängten, verweigerte - über vier Jahrzehnte übrigens, denn zum ersten Mal wollte sie ein Arzt vornehmen, als ich kaum 18 Jahre alt war. Am 12. März 2021 hatten der Gatte und ich unsere erste Corona-Impfung hinter uns und die irrige Hoffnung, dass wir diese Moppelkotze mit der Impfung los würden. Der schon erkrankte Gatte ging davon aus, dass er eines Tages wieder arbeitsfähig sein würde und dann wieder Vollzeit arbeitet, weil Corona dank Impfstoff ja bald vorbei ist. Stattdessen ist er inzwischen voll verrentet und nahm im März 2023 endgültig Abschied von seinem Arbeitgeber. Am 12. März 2022 waren wir in meinem Job wieder in die Präsenzpflicht zurückgekehrt. Am 12. März 2023 hatten wir seit einem dreiviertel Jahr ein Haus, in dem wir eigentlich schon seit ein paar Wochen wohnen wollten ... Ein Jahr später war's dann tatsächlich so weit. / *Affiliate links

Samstag, 15. März 2025

Samstagsplausch KW 11/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCLXI

Bei den ganzen gesundheitlichen Baustellen, die der Gatte hat, freuen wir uns über kleinste Hoffnungsschimmer. So befand die Anästhesistin bei der OP-Vorbesprechung, das Herz des Gatten sei "im grenzwertigen Normbereich", und der Langzeitzuckerwert sank. Dennoch ist weiterhin Dialyse ein Thema, denn Blutdruck und Langzeitzucker sind weiterhin zu hoch, die Niere erholt sich nicht. Zu den Hoffnungsschimmern gehört auch, dass der Gatte im linken Fuß plötzlich wieder ein Schmerzempfinden hat; eine Folge der Stents (in dem Falle sind sogar Schmerzen gut). Ich konnte inzwischen auch die im ganzen Haus verteilten Magnesium-Päckchen verräumen, denn der Gatte hat kaum noch Krämpfe, eigentlich gar nicht mehr. Das und der Umstand, dass der Diabetes etwas besser eingestellt ist, macht unsere Nächte wesentlich ruhiger.

Aus der Erfahrung der letzten fünf Jahre wissen wir allerdings, dass positive Nachrichten selten von Dauer sind, dass die nächste Katastrophe lauert. 

Es fällt schwer, die Hoffnungsschimmer zu sehen, zumal es keine Chance auf Heilung gibt, höchstens eine darauf, den Status Quo zu erhalten, was schon viel wäre. Mal wieder mehr als 100 m am Stück gehen zu können, wäre viel, vor allem für jemanden wie den Gatten, der es bis vor fünf Jahren gewohnt war, lange Spaziergänge oder Wanderungen zu machen. 

Kommende Woche geht's in der Augenklinik darum, ob das Augenlicht des Gatten gerettet werden kann, zumindest auf einem Auge. In der Woche darauf muss ein Krebsverdacht abgeklärt werden, bekommt der Gatte außerdem ein Patch in den rechten Oberschenkel, denn da können keine Stents gesetzt werden. Die OP ist aufwändiger als die am linken Bein, dauert vier Stunden, gefolgt von mindestens einer Nacht auf der Intensiv- und vier Tagen auf der Normalstation - wenn alles nach Plan läuft. Nur: Wann läuft bei uns schon mal alles nach Plan?! Es bleibt angespannt. 

Dem Gatten geht's psychisch nicht gut. Ihm ist erst im Aufklärungsgespräch der Umfang der Patch-OP deutlich geworden. Immerhin geht er in diese OP deutlich besser vorbereitet als in die letzte, waren die Ärzte deutlich netter, entspannter und wertschätzender als bei der letzten Aufklärung. 

Die OP sollte eigentlich schon kommende Woche stattfinden, wurde aufgrund des Streiks aber verschoben. Für mich bedeutet das ganz egoistisch gedacht, dass ich eine Chance habe, zu einer Lesung und zu einem PR-Event gehen zu können, wenn ich die Kraft dazu habe und der Gatte mich nicht braucht. Wenn der Gatte im Krankenhaus ist, bin ich ja zwei Mal am Tag für mehrere Stunden bei ihm, damit ihm nicht fad wird, vor allem, wenn er Bettruhe halten muss. Lesen kann er wegen der Augen aktuell nicht, Hörbücher mag er nicht, und bei den letzten Aufenthalten war ja auch noch der Fernseher kaputt. Zwischen den Besuchen sind Arbeit und Haushalt zu erledigen, da habe ich für nichts anderes mehr Kraft, bin froh, wenn ich mich dann halbwegs selbst versorgen kann. Ich werde wohl auf Fertigfutter und Imbiss-Lieferdienst setzen und hoffe, dass ich in der Zeit, in der der Gatte im Krankenhaus ist, wieder im Heimbüro arbeiten kann, nicht pendeln muss. Mir ist einfach wohler, wenn ich in der Nähe des Krankenhauses bin, falls etwas ist.

"Du wunderst dich nicht ernsthaft darüber, dass du erschöpft bist?", fragte eine Kollegin überrascht. Aktuell brauche ich zwischen zehn und zwölf Stunden Schlaf, schaffe an den Wochen nichts außer schlafen, und damit kann ich nur schlecht umgehen, denn so vieles bleibt liegen. Ich hoffe, das ändert sich etwas nach der RV-fit-Maßnahme. Da meldete sich inzwischen auch die Klinik, damit ich die ersten Fragebögen ausfülle. Ich hätte außerdem sehr gerne Urlaub und hoffe, wir können welchen planen, wenn wir wissen, wie es mit den Augen des Gatten weitergeht. Momentan bestimmen OP- und Arzttermine alles. Ich könnte den Urlaub natürlich auch für OP- und Arzttermine oder Immer-noch-Baustelle und Haushalt nehmen, aber irgendwie möchte ich im Urlaub was Schönes machen, den Kopf freikriegen, wenigstens ein bisschen. 

Was mir aber wirklich gut tat, war die Absage der Einzeltherapie. So sehr ich sie bräuchte, so sehr schätze ich es, nicht noch zwei Stunden mehr in meinen engen Wochenplan quetschen zu müssen, sondern an meinen Echtbüro-Tagen ganz normal Feierabend machen zu können und zur Teezeit wieder beim Gatten zu sein (sofern der Metronom halbwegs nach Plan fährt). Das entspannt ungemein, und ich habe wieder Lust, etwas zu unternehmen. Dafür fehlte mir in den Wochen mit Zwölf- bis Vierzehn-Stunden-Tagen oft die Kraft (und durch die Arzttermine, zu denen der Gatte Begleitung braucht, habe ich ja weiterhin reichlich lange Tage, aber zumindest einer in der Woche entfällt).

"Soll ich das Wasser drin lassen?", fragte die Verkäuferin, und auf mein eloquentes "Hä?" erfuhr ich, dass der Preis für den Strauß die Vase beinhaltet. Das scheint ein neuer Trend zu sein, sah ich jetzt schon in zwei Geschäften.

Ich habe angefangen, mir jede Woche beim Wocheneinkauf einen Blumenstrauß mitzunehmen, absolut dekadenter Luxus, ich weiß. Bevor der Gatte krank wurde, bekam ich jede Woche einen Strauß von ihm, aber daran ist schon lange nicht mehr zu denken. Vor einem Jahr schenkte er mir noch Blumen zum Hochzeitstag, in diesem Jahr ging auch das unter, auch, weil wir beide malad waren. 

Schwiegermutter, die letzte Woche so schwer erkältet war, war dann doch noch beim Arzt und hörte sich Mitte der Woche schon besser an. Es ist allerdings nach wie vor sehr schwierig, mit ihr zu kommunizieren, weil sie weiterhin total verwirrt ist. So konnte ich noch immer nicht in Erfahrung bringen, ob sich mit der privaten Krankenversicherung mit der Gatten was so geregelt hat, dass die Erstattungen auf mein Konto gehen, nicht auf ihres. Ich hatte gehofft, dass alternativ über das Online-Portal der Krankenkasse zu erfahren, aber dort bekomme ich nur Fehlermeldungen. Ich muss mich da kommende Woche mal durchtelefonieren, in der Hoffnung, dass zumindest die Vollmacht, die mir der Gatte ausstellte, inzwischen verarbeitet wurde und ich auf eine plietsche CCA treffe. 

Hier gilt seit mittlerweile 261 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. 

Im Büro ist es zurzeit ausgesprochen anstrengend. Wir werden immer mehr auf Behörde gedrillt, dürfen nichts mehr selbst entscheiden. Selbst, wenn eine Auftragsvergabe xmal besprochen ist, schon die Einwilligung der Chefs vorliegt, muss ich vor der Vergabe nochmal nachfragen, ob der Auftrag nun auch ganz sicher vergeben werden soll - und nach der Vergabe hoffen, dass die Einwilligung nicht zurückgezogen wird. Das kam schon vor und machte einiges kaputt, macht uns unzuverlässig, unglaubwürdig. Früher konnte ich im Rahmen meines Budget selbst entscheiden. Ich hoffe, ich finde bald Zeit und Kraft, mich um die Kontenklärung der der Rentenversicherung zu kümmern, denn ich möchte in zwei Jahren in Rente gehen (vorausgesetzt, der Gatte hält so lange durch). 

Außerdem galoppieren mal wieder Grippe- und andere Viren durch's Büro. Die Infektionsketten sind dabei immer ganz klar: Es gab eine Veranstaltung, meistens mit Kindern und Jugendlichen, und spätestens drei Tage später liegen die Kolleginnen, die teilnahmen, flach. Hinterher kommt dann gerne "Vielleicht hätte ich doch besser Maske getragen!", nur: Auch bei der nächsten Veranstaltung trägt keine Maske. Die einzige, die bei solchen Veranstaltungen konsequent Maske trägt, bin ich. Mich steckte in dieser Saison bislang immer der Gatte an ... Ich hoffe, er schafft es bis zur OP in zwei Wochen, sich von Erkältungen und Grippe fernzuhalten (und fängt sich auch im Krankenhaus nichts ein).

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse. 

Montag, 10. März 2025

#WMDEDGT 03/25: Fast so was wie Alltag II

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Seitdem der Gatte die ersten Stents hat und sein Diabetes einigermaßen eingestellt ist, sind unsere Nächte wesentlich ruhiger! Vor den Stents bekam er Krämpfe, sobald er lag, und vor der Insulin-Umstellung unterzuckerte er nachts mehr oder weniger ständig. So kam ich oft erst gegen fünf Uhr früh zur Ruhe - um sechs Uhr klingelt mein Wecker. Das war extrem kräftezehrend für uns beide. Um so glücklicher bin ich, dass ich heute bis fünf Uhr früh durchschlafen konnte! Und der Gatte ist auch glücklich und erleichtert, klar. 

Noch eine Stunde liegen bleiben, bis der Wecker klingelt, dabei glücklich registrieren, dass ich morgens kaum noch mit Verspannungen aufwache, seitdem ich das Wärmeunterbett* habe. Was bleibt, sind die nächtlichen Schmerzphasen, die mich immer mal wieder aufwecken, aber ich verpeile auch immer, vor dem Einschlafen Schmerztabletten zu nehmen. 

Aufstehen, duschen, dabei daran denken, dass ich bei Manar wieder Duschseife bestellen muss, Kaffee kochen, anziehen, den Gatten wecken, frühstücken. Diese Woche fahren die Züge nach Hamburg nach Regel-Fahrplan alle 20 Minuten, was den Morgen viel entspannter macht, denn ich habe 20 Minuten mehr Zeit, wenn nichts ausfällt.

Mich freuen, dass es inzwischen hell ist, wenn ich die anderthalb Kilometer zum Bahnhof trabe, und dass gerade Frühling ist, die Vögel zwitschern.

Der Zug hat Verspätung, ist aber einigermaßen leer. Ich habe Puffer bis zum ersten Termin, so dass es nicht schlimm ist, dass ich 20 Minuten später komme. Bevor ich ins Büro gehe, hole ich beim Bäcker noch einen Salat und ein Brötchen. Mittwochs ist Präsenztag, sollten alle im Büro sein, heißt: Es gibt ein Wichtig-Meeting nach dem anderen. Ich komme erst um 15 Uhr zum Mittagessen, eine Dreiviertelstunde vor Feierabend. 

Diesmal ist der Zug einigermaßen pünktlich, bekomme ich einen Sitzplatz. Wieder anderthalb Kilometer nach Hause laufen. Ich könnte auch mit dem Bus fahren, aber das ist weder schneller noch bequemer. Ich müsste eine Viertelstunde zu Fuß gehen, um eine Station mit dem Bus zu fahren, oder einmal umsteigen, beide Busse müssten pünktlich sein, und ich müsste mich beim Umsteigen am Bahnhof sputen, um den Zug zu erreichen (bzw. umgekehrt). Einen Bus eher zu nehmen, ist keine Option, denn die Busse fahren nur alle 30 Minuten. Der Fußweg vom Haus zum Bahnhof dauert zwei Minuten länger als die Fahrt mit zwei Bussen inkl. Fußwegen, wenn ich keine Bankpause mache, um Eichhörnchen und Vögel zu beobachten.

Im Vorgarten begrüßt mich ein einsamer gelber Krokus. Mal gucken, ob auch noch andere Zwiebeln kommen. Verlass ist auf die Schneeglöckchen, die schon meine Eltern setzten, und die dieses Jahr besonders üppig blühen.

Der Gatte ist etwas durch den Wind, und ich bin froh, dass ich jetzt schon zu Hause bin und nicht wie sonst drei Stunden später wegen der Therapiegruppe. Die ist jetzt ja beendet. Jedenfalls fand der Gatte nichts zum Mittagessen, weil er vergaß, dass eine große TK-Box mit Bohnensuppe in der Küche steht, und aß deswegen nichts. Außerdem wollte er die Spülmaschine ausräumen, weil das Schild* auf Grün stand (ich hatte vergessen, es auf Rot zu schieben), aber dann war das Geschirr nicht sauber, und das warf ihn dann komplett aus der Bahn. Dann wusste er nicht, ob er was zum Abendessen vorbereiten muss, weil er vergaß, dass der Essensplan an der Tafel im Flur steht. Normalerweise schreibe ich dem Gatten einen Zettel für den Tag, aber das war länger nicht notwendig, weil er seinen Tag selbst strukturieren konnte. Als ich am Vorabend wie vor jedem Hamburg-Tag fragte, ob er einen Zettel braucht, verneinte er.

Ich kann nicht verhindern, dass seine Stimmung komplett ins Negative kippt, so dass der Nachmittag und Abend sehr angespannt werden. Diese Stimmungsschwankungen sind Folge seiner Erkrankungen und ausgesprochen anstrengend, für alle unangenehm. 

Positiv ist: Der Gatte dachte daran, seine Tabletten zu nehmen! Das ist nicht immer der Fall, wenn niemand da ist, um ihn daran zu erinnern (und die Einnahme zu kontrollieren).

Immerhin schaffe ich es, den Gatten zum Pflasterwechsel zu animieren und mit mehr oder weniger Hilfe von ihm Wochenplan und Einkaufszettel zu schreiben. Am kommenden Tag muss ich den Gatten sehr früh zu einem Arzttermin fahren und möchte auf dem Rückweg beim Autobahn- und AfD-nahen Edeka einkaufen. Den Laden vermeide ich seit dem AfD-Outing, aber am kommenden Tag spart er mir zehn Kilometer Umweg angesichts von vier Stunden Fahrtzeit / Arzttermin gefolgt von sechs Stunden Arbeit. Alternativ könnten wir am Freitag einkaufen, aber da haben wir auch Termine, und um sonnabends einzukaufen, bin ich zu fertig. Den Tag brauche ich zum Schlafen.

Hausarbeit, Abendessen, dann das versehentlich ausgeräumte und schmutzige Geschirr wieder zusammen suchen, die Spülmaschine einräumen, anstellen und diesmal nicht vergessen, das Schild* umzustellen, Tagesschau gucken, etwas stricken, dann früh ins Bett. Bevor ich ins Bett gehe, gucke ich vom Balkon aus glücklich in Mond und Sternenhimmel. Das sind die kleinen, gar nicht so seltenen Momente, in denen ich weiß, warum wir umgezogen sind. Mit verspannten Schultern auf's Wärmeunterbett* kuscheln und länger lesen*. 

Der Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Am 5. März 2020 stand mir eine OP bevor. Fünf Jahre später verweigere ich mich noch immer der Hysterektomie, zu der mich viele Ärzte drängen, weil das ihre einzige Therapie gegen Wechseljahrsbeschwerden ist. Am 5. März 2021 war ich noch bei der Horror-Hormon-Tante in Behandlung - zwei Jahre später gelang endlich der Wechsel zu einer vernünftigen Ärztin. Der Gatte und ich hatten Impftermine und bekamen Atteste, die uns als Angehörige der Risikogruppe 2 zur Impfung berechtigten. Wir hatten noch die Hoffnung, Corona würde sich mit der Impfung quasi erledigen. Am 5. März 2022 beschäftigte uns der Ukrainekrieg. Am 5. März 2023 hatten wir plötzlich ein Haus, bereiteten alles für die Bodenverleger vor, während meine Mutter immer mehr Abschied vom Leben nahm. Am 5. März 2024 waren wir endlich umgezogen und hatten erstmals so was wie Alltag. / *Affiliate links 

Sonntag, 9. März 2025

Samstagsplausch KW 10/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCLX

Letzten Sonntag konnte ich anderthalb Stunden ungestört im Garten arbeiten, während der Gatte seinen Mittagsschlaf nahm, und Freitag konnte ich drei Stunden zum Stricktreffen. Mich drei Stunden ungestört auf eine Sache zu konzentrieren, ist purer Luxus für mich. Das waren die Glücksmomente in einer ausgesprochen anstrengenden Woche. Gestern war's dann wieder so, als hätte jemand den Stecker gezogen: Nicht nur, dass ich mehr als neun Stunden am Stück schlief; ich brauchte auch noch zwei Stunden tiefen, festen Mittagsschlaf. Heute war es ähnlich. Dementsprechend schaffte ich natürlich kaum etwas in Haus und Garten. Ich bin einfach faul und schlecht organisiert, ich weiß. 

Die Krokusse blühen zur Freude von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen dieses Jahr ausgesprochen üppig.

Es scheint, also ginge meine Giersch-Bekämpfungsstrategie auf: Ich hatte gelesen, dass es hilft, Pflanzen zu setzen, die früher als der Giersch blühen. Bislang sprießen auf dem Apfelbaum-Beet, das von Giersch überwuchert war, hauptsächlich Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Waldmeister, Traubenhyazinthen und endlich auch die Hasenglöckchen. Die brauchten irgendwie ein Jahr Anlauf. Auf ein anderes Giersch-Beet hatte ich Blumentöpfe gestellt, so dass der Giersch kein Licht mehr bekam. Sonntag nahm ich sie weg und setzte dort Stauden, die Hummeln, Bienen und Schmetterlinge erfreuen sollen. Ich hoffe, das klappt. Außerdem beschnitte ich einige Büsche. Das schaffte ich im Herbst nicht mehr. Ich bin halt faul und schlecht organisiert.

Diese Woche musste ich drei Tage ins Echtbüro, weil Montag wegen der Bürgerschaftswahl in Hamburg sonst zu wenig Leute dagewesen wären. Drei Tage außer Haus war schön, aber halt auch anstrengend, zumal die anderen beiden Werktage nicht weniger anstrengend waren. Der Gatte hatte einen frühen Nephrologen-Termin in Hamburg, musste also gefahren werden, außerdem wurde ein Aufmaß der Küche genommen, um zu gucken, ob der neue Herd passt (warum wir einen neuen Herd bekommen, kannst du in der Kombüse lesen). Wenigstens fuhren diese Woche die Züge einigermaßen pünktlich und Richtung Hamburg sogar nach Regel-Fahrplan, so dass ich morgens zwanzig Minuten mehr Zeit hatte. Das entspannt ungemein.

Den frühen Arzttermin des Gatten nutzte ich, um kurz beim benachbarten Lungenarzt vorbeizuschauen, so dass ich im kommenden Vierteljahr wieder mit Medikamenten versorgt bin. Die Nephrologie war wieder mal schlecht organisiert; die Unterlagen des Gatten, die ich mailte, wurden ihm wieder nicht zugeordnet. So wusste die Ärztin nichts vom Nierenversagen im Krankenhaus oder von den neuen Tabletten. So was nervt! Ich gebe mir alle Mühe, alle Bälle zu jonglieren, alle Ärzte mit allen Informationen zu versorgen und werde immer wieder ausgebremst, weil irgendjemand nicht mitspielt. Der Telefontermin zur Besprechung der Laborergebnisse wurde auch wieder mal verschoben - beim letzten Mal nahm ich ja extra ein Taxi, um trotz Zugausfalls rechtzeitig da sein zu können, und da rief die Ärztin einfach früher an. Diesmal ist der Termin zum Glück an einem meiner Heimbüro-Tage, aber auch an denen habe ich Termine. Immerhin konnte der Gatte mit der Nephrologin klären, dass er Pampelmusen in Maßen essen und mein Antiallergikum nehmen darf. Das braucht er inzwischen öfter als ich, denn mir reicht meistens Calcium. Mal gucken, ob sich das mit dem Umzug ändert.

Zu den Leuten, die nicht mitspielen, gehörten diese Woche auch die beiden Hausbanken meiner Mutter. Mit der einen habe ich ja ohnehin Probleme, weil ich nicht den Nachweis erbringen kann, dass ich in Wahrheit meine Mutter bin, die den Namen ihrer Tochter annahm. Ja, das ist so absurd, wie es sich anhört. Bei der Bank liegt seit 25 Jahren eine Vollmacht meiner Mutter für mich, die über ihren Tod hinaus gilt. Seit ihrem Tod hat die Bank zudem Erbschein, Sterbeurkunde und notarielles Testament. Es gibt niemanden, der die Erbschaft anzweifelt. Dennoch wird das Konto wegen des fehlenden Nachweises, dass ich meine Mutter bin, seit fast zwei Jahren nicht auf mich übertragen. Das hat u.a. zur Folge, dass ich kein Online-Banking nutzen kann, eine Menge Gebühren zahlen muss. Ich müsste juristisch gegen die Bank vorgehen, aber dazu fehlt mir die Kraft. Ich habe beschlossen, diese Bank einfach zu ignorieren, bin in der glücklichen Lage dazu. Seit einem Jahr weigert sich die Bank zudem, wenigstens meine neue Adresse einzutragen, obwohl ihr auch hier alle Unterlagen vorliegen. So geht alles an die alte Hamburger Adresse, und diesmal klappte aus irgendwelchen Gründen der Nachsendeauftrag nicht. Also kam ein Beschwerdebrief der Bank, ich möge ihr meine neue Adresse mitteilen. Der Brief kam an die neue Adresse. Irgendwie scheinen dort nur sehr merkbefreite Leute zu arbeiten. Andererseits: Es ist eine bayerische Bank. Da sollte ich mich über nichts wundern. 

Mit der anderen Hausbank, bei der ich selbst auch seit Jahrzehnten Kundin bin, gab's bislang keine nennenswerten Probleme, alle Konten meiner Mutter sind inzwischen auf mich übertragen. Jetzt rief mich plötzlich eine mir komplett unbekannte Sachbearbeiterin einer mir ebenfalls unbekannten Filiale an, um mich telefonisch unter Druck zu setzen, ein Aktien-Depot zu verkaufen. Ich wurde sehr deutlich (doch, das kann ich), und fortan kümmert sich die Kundenberaterin um mich, bei der auch schon meine Mutter war, wird mein Konto in die hiesige Filiale "umgehängt". 

Das ist alles kein Drama, kostet mich aber Zeit, Energie und Nerven, die ich nicht habe.   

Zu denen, die nicht mitspielen, gehört auch die Stadtreinigung in Hamburg. Der Gatte hat dort noch einen Lagerraum, den wir langsam auflösen wollen. Das sollet eigentlich schon vor einem Jahr passieren, aber ich bin halt faul und unorganisiert. Jetzt telefonierte ich mit der Stadtreinigung, um zu klären, wie wir nachweisen, dass der Müll, der im Lager anfallen wird, aus Hamburg stammt, wenn wir nicht mehr in Hamburg gemeldet sind. Hamburger Müll darf nämlich in Hamburg entsorgt werden, auch, wenn man dort nicht mehr gemeldet ist. Ich hatte die Hoffnung, dass der Mietvertrag für's Lager reicht. Nein, tut er nicht. Dadurch, dass es ein Lagerraum ist, ist der Müll gewerblich, wird die Entsorgung exorbitant teuer, auch, wenn wir ihn selbst zum Recyclinghof fahren. Wir müssen den Müll also vor Ort entsorgen. Ich kam zu dem Ergebnis, dass es nervenschonender und günstiger ist, das ganze Backbeermus nach Buchholz transportieren und einlagern zu lassen. Dann kann der Gatte es in Ruhe sichten, und wir beauftragen den hiesigen Sperrmüll oder fahren zum hiesigen Müllumschlagplatz. Es gibt 500 m entfernt ein Lagerhaus, da ist hoffentlich etwas frei. Darum wollte sich der Gatte schon seit einem Jahr kümmern, schaffte es aber nicht. Nun werde ich das angehen. Wir möchten beide gerne das Kapitel Hamburg beenden, und ich habe keine Kraft, das Lager selbst zu räumen (davon ab hat der Gatte so viel Geraffel, dass er einen zusätzlichen Lagerraum braucht - oder ich habe im Haus gar keinen Raum mehr).

Zu den Glücksmomenten diese Woche gehörte auch, dass mein Antrag auf RV fit kompakt mitsamt den Wunscheinrichtungen bewilligt wurde! Jetzt müssen nur noch die Wunscheinrichtungen für mich Platz haben, aber ich denke positiv. Vor Herbst wird sich da allerdings ohnehin nicht tun. Die Klinik für Start- und Endphase hat mindestens fünf Monate Wartezeit. Bis dahin ist der Gatte hoffentlich mit allen OPs durch und kann mit Glück sogar wieder sehen. Da ist es für mich etwas leichter, ihn eine Woche alleine zu lassen. Übernächste Woche entscheidet sich, ob der Gatte zumindest auf einem Auge wieder sehen können wird, bekommt er die nächsten Stents. Wir sind beide sehr angespannt.

Heute früh rief überraschend Schwiegermutter an - überraschend, weil sie normalerweise erst am Spätnachmittag anruft. Sie war kaum zu verstehen und völlig wirr, fragte, warum ihr niemand gesagt habe, dass der Gatte im Krankenhaus ist. Der Gatte saß quietschfidel im Nebenzimmer. Schwiegermutter hat wohl eine verschleppte Bronchitis, soweit wir es verstanden, und aus irgendeinem Grund erst morgen einen Arzttermin. Es gäbe zwar auch eine Ärztin in der Wohnanlage, die sogar auf Lunge spezialisiert ist, aber Schwiegermutter lehnt eine Behandlung durch sie ab. Das Telefonat war besorgniserregend, aber ich gehe davon aus, dass die Wohnanlage ihren Zustand im Blick hat und ggf. einen Notarzt gerufen hätte / ruft. Schließlich gucken jeden Tag Pflegekräfte nach ihr. 

Hier gilt seit mittlerweile 260 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.