Sonntag, 8. Mai 2022

Samstagsplausch KW 18/22: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CXII

Die Sonnenuntergänge vom
Hotelzimmer waren traumhaft.
Diese Woche stand Schwiegermutters Geburtstagsreise an, die den Gatten so sehr unter Druck setzte, dass er drei Mal stürzte, einmal so stark, dass er eine Nacht ins Krankenhaus zur Beobachtung musste, neben retrograder Amnesie jede Menge schmerzhafte Prellungen und eine große genähte Platzwunde auf dem Kopf mitbrachte. 

Insgesamt hatte er Glück im Unglück, denn der letzte Sturz aus anderthalb Metern Höhe hätte auch sehr viel schlimmere Folgen haben können. Die Angestellten im Schwimmbad, wo der Gatte verunfallte, als auch das Notärzteteam waren übrigens einfach großartig und sofort zur Stelle.

Die Ärzte im Krankenhaus waren entgeistert ob der Menge Blutdrucksenker, die der Gatte nimmt, was sich mit unserer Vermutung deckt, dass sie mit für die häufigen Stürze verantwortlich sind, denn quasi sobald der Gatte aufsteht, kippt er um. Der Kardiologe kam vorletzte Woche zum gleichen Ergebnis. Mal schauen, ob seine Hausärztin dem Rat des Kardiologen folgt. Wenn die Medikamente für die Stürze verantwortlich sind, helfen weder Sport noch Sturzprophylaxe. 

Die Woche war unwahrscheinlich anstrengend. Bis der Gatte ins Krankenhaus kam, musste ich nur zwischen Schwiegermutter und ihm puffern, dann aber musste ich komplett übernehmen. Es gab immer wieder sinnlose Diskussionen, die mich normalerweise schon Kraft kosten, aber jetzt erst recht. Ich hätte nie gedacht, wie lange man darüber diskutieren kann, wie man drei Personen auf vier Stühle platziert oder dass ich darüber diskutieren muss, ob ich den Wagen des Gatten fahren kann. Während Schwiegermutter noch diskutierte und überlegte, wie sie die Heimfahrt organisiert, war ich samt Wagen des Gatten und Notfallgepäck schon auf dem Weg zu ihm ins Krankenhaus (und natürlich fuhr ich uns alle auch nach Hause). Zum Glück bin ich geübt darin, freundlich-bestimmt Anweisungen zu erteilen, und schnell merkte Schwiegermutter, dass ich gelegentlich schlichtweg nicht diskutiere, auch und erst recht nicht mir ihr. Das befremdete sie, kannte sie diese Seite doch nicht von mir, aber ihr gegenüber zeige ich sie auch nur selten, sondern meide eher den Kontakt zu ihr (und damit Auseinandersetzungen). 

Es überrascht mich immer wieder, worüber sich Schwiegermutter beschweren kann. So war das Hotel viel zu groß, fehlt ein Aufzug von ihrem Zimmertrakt in den Pool-Bereich, musste sie deswegen im Bademantel an der Bar vorbei (die tagsüber geschlossen ist, aber es geht ja ums Prinzip), geht man nicht direkt am Wasser, wenn man oben auf dem Deich läuft (was ja irgendwo auch beruhigend ist, weil der Deich dann tut, was er soll) und und und. Zum Glück bin ich durch Mudderns in Exzentrik, Egozentrik und Narzissmus trainiert, aber bei Schwiegermutter setzt sich zusätzlich immer öfter eine boshaft-aggressive Note durch. Dass sie sich weigert, ihre Hörgeräte zu tragen, macht es nicht leichter. Außerdem versucht sie, den Gatten und mich durch Lügen und Intrigen gegeneinander auszuspielen - sie sollte nach über 22 Jahren eigentlich verstanden haben, dass das nicht klappt. 

Schwiegermutter gibt wirklich alles, um sich das Leben so schlecht wie möglich zu machen und jegliche Verantwortung auf andere abzuschieben. Dabei könnte sie einen vergleichsweise luxuriösen Lebensabend genießen, aber sie findet an allem etwas zu meckern. Sie will unglücklich sein. Das kenne ich von Mudderns, damit kann ich umgehen, aber es kostet unwahrscheinlich viel Kraft (und vergiftet alle und alles in ihrer Umgebung). Mudderns lässt sich immerhin durch ihre Gesellschafterin positiv beeinflussen, was mir in den letzten drei Jahren vieles erleichterte, aber an Schwiegermutter kommt niemand heran. 

Unwahrscheinlich kräftezehrend für den Gatten war auch, dass Schwiegermutter permanent präsent war. Sie kann sich selbst nicht auf den Beinen halten, musste ihm aber jedes Mal, wenn er mit Mühe aufstand, helfen - oder zumindest dachte sie, sie täte das mit ihren vermeintlich launigen Anfeuerungsrufen. Wenn der Gatte dann zunehmend barscher darum bat, das zu lassen, war sie beleidigt. Natürlich ist es schwer, zuzusehen, wie sich der Gatte oft quält, weil die Beine nicht so wollen wie er, und weil er starke Schmerzen hat. Wir haben die Übereinkunft, dass er sagt, wenn er Hilfe braucht, und das klappt sehr gut, nur Schwiegermutter versteht einfach nicht, dass der Gatte auch ohne Hilfe zurecht kommen will und muss. Sein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sind wieder am Boden - Urlaub und Unfall warfen ihn um Wochen zurück.

Für die kommenden Wochen nahm sich Schwiegermutter vor, an jedem Tag, an dem ich im Büro bin, spätestens nachmittags zu uns zu kommen, damit der Gatte unter Kontrolle ist, schließlich muss sie sicherstellen, dass der Gatte seine Medikamente nimmt, richtig isst und anschließend spazieren geht, denn ohne ihre Überwachung sitzt er ja ihrer Meinung nach nur vor dem Fernseher. Der Gatte überlegt, die Tage im Keller zu verbringen, um dem zu entgehen, denn ein Nein akzeptiert Schwiegermutter nicht. Das wird noch unschöne Szenen geben. 

Für mindestens zehn Tage soll sich der Gatte ohnehin schonen, und darunter verstehen die Ärzte sicher nicht, dass Schwiegermutter stundenlange Spaziermärsche mit ihm macht (aber was ist schon das Wissen der Ärzte gegen die Überzeugungen von Schwiegermutter). Laut Kardiologen ist aktuell keine 24-Stunden-Betreuung notwendig, und uns tut es sicher gut, ein paar Stunden getrennt zu sein, auch wenn wir es gut miteinander aushalten. Natürlich beunruhigt das Sturzrisiko, aber das wird auch nicht durch Schwiegermutters Anwesenheit minimiert, denn im Ernstfall wüsste sie nicht, was zu tun ist, scheitert schon an der Bedienung des Telefons. 

Ich versuchte trotz der widrigen Umstände, mir selbst etwas Gutes zu tun, und so war ich jeden Morgen zwischen sieben und acht Uhr im Fitnessraum, genoss die Ruhe, die hoppelnden Wildkaninchen vorm Fenster und dass ich mich gerade mal ganz auf mich konzentrieren kann. Krafttraining ist für mich pure Meditation. Wann immer es ging, war ich auch schwimmen, und einmal buchte ich Wassergymnastik - der Trainer war klasse, den hätte ich gerne zu Hause. Ich gönnte mir auch zwei Massagen, nachdem ich anfangs dachte, ich möchte keine, weil ich es nicht mag, wenn an mir herumgezuppelt wird. 

Leider klappte es nicht mit der angedachten Radtour nach Hohwacht - oder zum Glück, denn der einzige Tag, an dem die möglich gewesen wäre, war der Tag, an dem der Gatte verunfallte und ins Krankenhaus musste, und wir mögen uns nicht ausmalen, wie es gewesen wäre, wäre Schwiegermutter mit der Situation alleine gewesen. So war da zumindest eine ruhige Angehörige für die Rettungskräfte ansprechbar. Ich schob Schwiegermutters Ansinnen, mit dem Gatten ins Krankenhaus zu fahren, auch gleich einen Riegel vor, denn es war nur eine Besuchsperson erlaubt (wobei der Gatte ohnehin auf der Aufnahmestation blieb, auf der Besuchsverbot ist). 

Hier gilt seit mittlerweile 112 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Der Gatte wurde im ersten Corona-Jahr schwerkrank, ist inzwischen berufsunfähig verrentet und schwerbehindert. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus.

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte. Mal schauen, wie lange noch. Wir sind natürlich geimpft, aber angesichts unserer Vorerkrankungen ist trotz Impfung eine Corona-Infektion wenig ratsam. Ich trage weiterhin FFP2-Maske, wann immer ich unter Menschen bin - okay, beim Schwimmen nicht (gäbe es Schwimm-Masken, trüge ich auch die). Der Gatte möchte in Situationen, in denen keine Masken vorgeschrieben sind, zu Alltagsmasken wechseln, weil er die hübscher findet.

Corona ist ja inzwischen politisch für beendet erklärt worden - wie falsch das ist, war im Krankenhaus zu merken, denn für den Besuch beim Gatten brauchte ich seit fast einem Jahr wieder einen Nachweis über einen negativen Corona-Test. Zum Glück war am Urlaubsort ein Testzentrum. Das Krankenhaus hatte aber auch ein Testzentrum vor der Tür, nur war das erst klar, als ich dort war. Und solange die Krankenhäuser noch Besuchseinschränkungen bzw. Besuchsverbote haben, auf Kontakterfassung, Negativtests und FFP2-Maske bestehen, vertraue ich eher den Krankenhäusern und nicht den Politikern.

Wieder zu Hause, genossen der Gatte und ich den ersten lauen Abend auf dem Balkon. Bei allem Genuss macht uns das Wetter aber auch Sorgen: Es regnete seit 13. April nicht, und in der nächsten Zeit ist weit und breit kein Regen in Sicht.

Mudderns und Tante geht's Gott sei Dank gut. Tante hat kommende Woche Geburtstag, und dass wir den das dritte Jahr in Folge nicht zusammenfeiern können, ist schade. Aber sie wird vor Ort Gesellschaft haben, einen Ausflug machen, und hat so hoffentlich einen schönen Tag. Von uns machte sich ein Päckchen auf den Weg, und natürlich werden wir telefonieren.   

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Samstag, 7. Mai 2022

#WMDEDGT 05/22: Krankenhaus

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Ich wache gegen halb drei zum ersten Mal auf, weil der Fernseher noch läuft und die andere Bettseite leer ist. Der Gatte ist nämlich im Krankenhaus, und obwohl ich ihn gut versorgt weiß, schlafe ich unruhig. Den Fernseher ausstellen und bis kurz nach fünf Uhr nochmal einschlafen. Zurzeit wache ich immer um kurz nach fünf Uhr auf. Zum Aufstehen ist es zu früh, also noch etwas dösen, bis um viertel vor sieben der Wecker klingelt. 

Sportklamotten anziehen, Handtuch, Wasserflasche, Maske und Schlüsselkarte schnappen und runter in den Fitnessraum, eine Stunde trainieren. Diese eine Stunde zwischen sieben und acht Uhr gehört in diesem Urlaub nur mir. Bislang war ich da alleine im Fitnessraum, heute trainiert noch jemand - blöd, da ich dann mit Maske trainiere, aber bessa is' (der Raum ist nicht wirklich gut gelüftet, die Fenster lassen sich nur mit Schlüssel öffnen). Während ich rudere und radle, freue ich mich an den Wildkaninchen vor den Fenstern - heute hoppelt da ein knappes Dutzend herum. 

Um acht Uhr telefoniere ich mit dem Gatten, dem es den Umständen entsprechend gut geht. Röntgen und CT waren ohne Befund, die Platzwunde ist genäht, eine Gehirnerschütterung hat er trotz eines Sturzes aus gut anderthalb Metern nicht. Bleibt die retrograde Amnesie. Der Gatte hatte unwahrscheinliches Glück, denn der Unfall hätte wesentlich schlimmer ausgehen können!

Schwiegermutter wecken, dann duschen, anziehen und kurz einen Kaffee auf dem Balkon trinken, bis Schwiegermutter mich zum Frühstück anholt.

Im Restaurant ist es recht voll. Morgen beginnt das Plage-Noire-Festival, und die ersten Gäste reisten schon gestern an. Dementsprechend bunt, also schwarz, ist es im Frühstücksraum. Schwiegermutter kommt aus dem Echauffieren kaum heraus, vor allem, als eine junge Frau in einem schwarzen Tüllrock an ihr vorbei geht. Tüll geht schließlich nur abends! Dass ich befinde, die junge Frau sehe sehr gut aus, macht die Sache nicht besser. Wir reden ansonsten wenig, was Schwiegermutter vermuten lässt, die Tischnachbarn dächten, wir hätten Krach. Das ist mir egal. Wir haben uns schlichtweg gerade nichts zu sagen, aber das Schwiegermutter mal nicht plappert, ist in der Tat ungewöhnlich. Ich bin ganz dankbar dafür, denn normalerweise kritisiert sie ohne Luft zu holen, ohne Punkt und Komma das Leben vom Gatten und mir. 

Nach dem Frühstück begleitet mich Schwiegermutter zu Edeka, damit ich Pfandflaschen abgeben kann, und geht dann weiter zum Strand. Ich gehe zurück ins Hotel und lade schon mal den Koffer des Gatten in den Wagen, denn da er 24 Stunden zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben soll, rechnen wir frühestens morgen Vormittag mit einer Entlassung. Kaum ist der Koffer verladen, stehe ich wieder vorm Hotel, ruft der Gatte an: Er wird heute schon entlassen! Ähm, okay ... Also den Koffer wieder aus dem Auto ins Hotelzimmer holen.  

Deich mit Schwiegermutter und Ostsee.

Kurz ausruhen, umziehen, dann zur Massage. Schwiegermutter und ich haben uns entschieden, unsere Termine heute wahrzunehmen, denn der Gatte ist ja im Krankenhaus gut versorgt. 

Nach der Massage wieder umziehen, dann zum Testcentrum, denn im Krankenhaus gilt selbstverständlich 2G+, brauche ich einen negativen Corona-Test. So, wie die im Testcentrum die Abstriche machen, würde es mich wundern, wenn's da positive Tests gibt ... 

Punkt 14 Uhr bin ich zum Beginn der Besuchszeit im Krankenhaus - ich rechne mit einer langen Schlange, aber hier sind nur wenig Menschen vor mir. Impf- und Testnachweis vorzeigen, dann Fragebogen ausfüllen, um zu erfahren, dass der Gatte noch immer auf der Aufnahmestation ist, wo Besuchsverbot ist. Aber es gibt gute Nachrichten: "Ihr Mann wird um 16 Uhr entlassen!"

Vorm Krankenhaus den Gatten telefonisch informieren, dass ich ihn jetzt nicht besuchen kann, ihn aber um 16 Uhr abhole. Er wusste noch nichts davon, und wir beide hoffen, dass die Info stimmt. Die Entlassung heute wäre eine große Erleichterung, umso mehr, da Schwiegermutter darauf besteht, dass wir bis zur Entlassung des Gatten in Oldenburg bleiben, um die medizinische Versorgung des Gatten zu überwachen. Ich hingegen bin der Meinung, wir können am nächsten Tag notfalls auch ohne den Gatten zurückfahren, denn der wird auch ohne Schwiegermutter im Krankenhaus gut versorgt (und ein Hotel gibt es ohnehin nicht). 

Wieder zurück ins Hotel fahren, dann Schwiegermutter eine Notiz an die Tür heften, dass ich den Gatten um 16 Uhr abholen kann und sie deswegen nach ihrer Massage nicht wie abgesprochen am Pool treffen kann, kurz ausruhen bei Kaffee und Keksen, dann wieder ins Auto, damit ich sicher rechtzeitig im Krankenhaus bin. 

Die Damen an der Krankenhauspforte kennen mich inzwischen, bin ich doch mittlerweile schon zum dritten Mal da, und signalisieren mir, dass der Gatte bald kommt. Dann können wir uns endlich wieder in die Arme schließen. Während wir zurück ins Hotel fahren, erzählt der Gatte vom Krankenhausaufenthalt und dass ihm etwa 20 Minuten fehlen. Er weiß nicht mehr, wie es zum Sturz kam und kam erst wieder zu sich, als die Sanitäter ihn auf die Trage legten (er war tatsächlich etwa 30 Sekunden ohnmächtig, dann wieder ansprechbar, nur weiß er davon nichts mehr). Mit den beiden Hasen, die ich ihm am Vortag mit einigen anderen Sachen ins Krankenhaus brachte, fiel er nicht weiter auf: Sein Bettnachbar hatte ein Eichhörnchen dabei ... 

Als wir ins Hotel kommen, wird der Gatte herzlich von den Mitarbeiterinnen, die den Unfall mitbekamen, begrüßt. Im Hotelzimmer richtet er sich wieder ein bisschen ein, freut sich über Kaffee (ein Hoch auf die Nespresso-Maschine im Hotelzimmer!) und möchte sich ausruhen, so dass ich eine Stunde frei habe, um zu schwimmen. 

Ich bin rechtzeitig wieder da, und der Gatte besteht darauf, dass er wie an normalen Tagen im Anzug zum Abendessen geht - okay, das heißt dann für mich kleines Schwarzes und Trittchen. 

Schwiegermutter klopft, um uns zum Abendessen abzuholen. Während des Abendessens erzählt sie freudestrahlend, dass sie im Schwimmbad war und dort viele traf, die den Unfall des Gatten am Vortag mitbekamen. "Und alle erkundigten sich, wie es meinem Mann geht! Ich habe mich natürlich bedankt und gesagt, es geht ihm gut!" Wie sehr es ihren Sohn trifft, für ihren Mann gehalten und damit 30 Jahre älter gemacht zu werden, merkt sie nicht. Das merkt sie nie. Ursache für ihre Probleme mit mir ist, dass ich ihr nach dem frühen Tod ihres Mannes den Sohn wegschnappte, nachdem sie sich schon erhoffte, mit ihrem Sohn den Lebensabend zu verbringen.  

Nach dem Abendessen besteht Schwiegermutter auf einen Barbesuch und ist indigniert, als der Gatte Apfelschorle trinken möchte. Der Gatte ist erschöpft, trinkt seine Schorle schnell und verschwindet dann auf's Zimmer, während ich Schwiegermutter Gesellschaft leiste und mir von ihr das Leben erklären lasse - wieder mal. 

Sonnenuntergang am letzten Urlaubstag.

Als ich vor halb zehn in unser Hotelzimmer komme, ist der Gatte so weit wach, dass wir noch ein letztes Mal zusammen den Sonnenuntergang gucken können - die Sonnenuntergänge waren diese Woche jeden Abend ein Traum. 

Wir haben noch keine Nachrichten gesehen, also schalte ich das heute journal an und gehe ins Bett - wir schlafen schon, bevor es anfängt. Anderthalb Stunden später werde ich so weit wach, dass ich zumindest nach der Fernbedienung tasten und den Fernseher ausstellen kann. 

Der Blick zurück in die ersten beiden Corona-Jahre: Im Mai 2020 war der Gatte noch gesund und in Kurzarbeit, während ich durch die Spontan-Digitalisierung meines Mammutprojekts jede Menge Überstunden ansammelte. Im Mai 2021 war der Gatte schon über ein halbes Jahr krank, stand der zweite Krankenhausaufenthalt unmittelbar bevor.   

Montag, 2. Mai 2022

Ausgelesen: Bücher im April 2022

Zwei Mitleser.
"Dass du noch Zeit zum Lesen hast!", sagte Mudderns erstaunt, als ich ihr Ostern die ersten beiden Frau Helbing-Bände* schenkte und meinte, den dritten bekäme sie, wenn ich ihn gelesen hätte, also vermutlich zum Muttertag. Doch, das mit der Zeit zum Lesen klappt ganz gut, zum Beispiel abends vorm Einschlafen. Da lese ich meist eine halbe Stunde oder mehr, um runter zu kommen. 

In diesem Monat merkte ich wieder, welche Erleichterung es ist, dass Mudderns einen Ausweis für die Stadtbücherei hat, denn zu oft wählte ich in den Monaten davor meine Lektüre danach aus, ob sie auch ihren Lesehunger stillen kann, und wenn ich gerade kein Buch für sie hatte, war das Gejammer groß. Jetzt kann ich lesen, wonach mir ist, und wir beide freuen uns, wenn ich Krimis entdecke, die ihr gefallen.

Den April begann ich wieder mit Krimis. "Enna Andersen und der falsche Täter*" ist der vierte Band der Reihe von Anna Johannsen* um die Leiterin einer Cold-Case-Ermittlungseinheit. Der Fall Rieke Erken, die vor einigen Jahren in der Nähe der ostfriesischen Kreisstadt Leer tot im Wald gefunden wurde, ist solide konstruiert. Vieles deutete damals auf ihren Ehemann als Täter hin. Doch Hajo Erken wurde aufgrund einer offensichtlich manipulierten DNA-Spur vor Gericht freigesprochen. Ennas Team macht sich daran, den Fall komplett neu aufzurollen. Die intensiven Zeugenbefragungen ergeben, dass das Opfer jahrelang unter dem krankhaften Kontrollwahn des Ehemanns litt und händeringend nach einem Ausweg suchte. Damit rückt Riekes Mann wieder in den Fokus der Ermittlungen – doch welche Spur führt zum tatsächlichen Mörder? Die Lösung ist überraschend. Ich hoffe auf einen fünften Band.

Bei der Insel-Krimi um Thies Detlefsen und Nicole Stappenbek von Krischan Koch* hinke ich ein wenig hinterher, und so las ich den neunten Band, "Der weiße Heilbutt*" erst jetzt. Die Clique um die "Hidde Kist", den Fredebüller Schnell-Imbiss, und das halbe Dorf machen Strandurlaub auf Amrum, als plötzliche eine Welle dem kleinen Finn einen abgetrennten Frauenfuß auf seine Schaufel spült. Alle starren gebannt aufs Wasser, wo ein riesiger Fisch gerade eine Luftmatratze rammt. Statt ausgelassener Ferienstimmung herrscht jetzt Massenpanik. Hat der Killerfisch bereits eine Frau getötet? Das eingespielte Duo Detlefsen und Stappenbek ermittelt in alle Richtungen. Zwischen Touristenhorden, demonstrierenden Umweltaktivisten, exzentrischen Starköchen, rachsüchtigen Immobilienmaklerinnen und einem verirrten Riesenraubfisch suchen sie fieberhaft nach einem Frauenmörder. Das Buch macht wieder großem Spaß, und der zehnte Band, "Mord im Nord-Ostsee-Express*, ist in der Bücherhalle vorbestellt.

Als Einstimmung auf den hoffentlich stattfindenden Mallorca-Urlaub las ich "Liebe, Mord und Mandelblüten: Eine Auszeit auf Mallorca*" von Carsten Philipp*. Im Mittelpunkt steht Carlos, der nach 15 Jahren das erste Mal wieder in seine alte Heimat Mallorca zurückgekehrte. Er hat sich ein Jahr Auszeit genommen, um sich von seinem stressigen Job als Kriminalhauptkommissar in Deutschland zu erholen. Doch der Mord an einem Deutschen Geschäftsmann und der Hilferuf seiner spanischen Kollegen machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Und dann ist da noch sein Erbe, das er von einem alten Freund seiner Mutter erhalten hat und das ein lang gehütetes Geheimnis zu Tage bringt. Es ist der erste Band einer fünfteiligen Reihe. Teilweise hatte ich den Eindruck, einen Reiseführer zu lesen, aber das war okay, und ich freue mich auf die anderen vier Bände.  

Bei "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch*" von Marina Lewycka* war ich mir unsicher, ob ich das Buch nicht schon kannte - das ist einer der Gründe für diese Reihe. Im Mittelpunkt stehen Nadja und ihre Familie. Als Nadias verwitweter Vater ihr mitteilt, dass er wieder heiraten will, löst er eine gewaltige Familienkrise aus. Seine zukünftige Ehefrau ist eine üppige Blondine, aus der Ukraine wie er auch, mit einer Vorliebe für grüne Satinunterwäsche, Fertiggerichte und hochtechnisierte Kücheneinrichtungen. Nadia ist sofort klar, dass diese Frau vor nichts haltmachen wird, um ihre ehrgeizigen Träume zu verwirklichen. Etwas Gutes hat die Angelegenheit: Nadia und ihre Schwester Vera sprechen seit Jahren das erste Mal wieder miteinander, verbunden durch das gemeinsame Ziel: Ihr Vater muss aus den Klauen der Glücksritterin gerettet werden! Doch auch der alte Mann arbeitet zielstrebig an der Erfüllung seiner Träume. Unter anderem schreibt er an einer 'Geschichte des Traktors auf Ukrainisch', die nicht weniger als die Geschichte der industrialisierten Welt behandelt …  

Mir gefielen die Charaktere und der Stil, so dass ich weitere Titel von Lewycka vorbestellte. Inzwischen habe ich so viele Vormerkungen in der Bücherhalle laufen, dass ich den Überblick verlor ...

Da eine Reihe von den Kollegen aus einem anderen Leben in den letzten Wochen "Meines Vaters Heimat: Was er mir nie erzählte*" von Torkel S. Wächter* las, wurde ich neugierig und bestellte ich mir das Buch in der Bücherhalle. Die Biographie von Walter Wächter war mir aus dem anderen Leben grob bekannt, sein Leben als Michaël Wächter hingegen nicht. Torkel S. Wächter beschreibt das Leben seines Vaters aber auch sein eigenes schonungslos offen - keine leichte Kost, aber absolute Lese-Empfehlung!

Nach dem Tod seines Vaters Michaël fanden Wächter und seine Schwester ein paar vergilbte Briefen aus dem KZ Fuhlsbüttel auf dem Dachboden ihres Elternhauses in Stockholm. Als Wächter verstand, dass der Absender und sein Vater ein und dieselbe Person waren, begann eine Reise zu sich selbst und den eigenen Wurzeln. Auf vier Kontinenten suchte er nach Wegbegleitern des Vaters, die ihr Zuhause verlassen mussten, weil sie gegen die Nazis kämpften oder weil sie Juden waren – oder beides. Er hat sie besucht und kennengelernt, ihren Geschichten zugehört und neue Freundschaften geschlossen. Er ist auf den Spuren seines Vaters durch Europa gefahren und hat seine Flucht 1938 rekonstruiert. So ist dieser Roman entstanden, der sowohl im Hier und Jetzt als auch im heißen Vorkriegssommer 1938 spielt und der vor allem eines klarmacht: Dinge, die verloren gingen, müssen nicht für immer verloren bleiben.

Zwei vorgemerkte Titel von Marina Lewycka trafen ein, so dass ich mit ihr den Lesemonat April beendete. In "Das Leben kleben*" geht's um die Familie von Georgie Sinclair, die gerade ihren Mann Rip vor die Tür setzte und nun mit Sohn Ben alleine wohnt. Als sie Rips Sachen auf den Müll wirft, trifft sie auf Naomi Shapiro, die ganz anders heißt, und den Müll nach Nutzbarem durchwühlt. Die alte Frau lebt in der Nachbarschaft, und die beiden Frauen freunden sich an. Shapiro ist Jüdin und im Zweiten Weltkrieg nach London geflohen. Als sie ins Krankenhaus muss, bittet sie Georgie, sich um das baufällige Haus zu kümmern. Gleich mit ihrer ersten Tat setzt sich Georgie gehörig in die Nesseln: Der Handwerker, den sie mit Reparaturen beauftragt, ist keineswegs Pakistani, wie sie dachte, sondern Palästinenser. Eine potenziell heikle Konstellation. Zusätzliche Komplikationen ergeben sich durch zwei geldgierige Immobilienmakler, eine arglistige Sozialarbeiterin, den plötzlich auftauchenden Sohn der echten Naomi, und Georgies Familie.

Ich lese wieder in Gesellschaft.
Abgesehen von einem zweiten Handlungsstrang, in dem Georgie versucht, einen Roman zu schreiben, macht das Buch Spaß (und die Teile mit den Romanversuchen überblätterte ich einfach).   

Da mir Lewyckas Stil gefiel, las ich als nächstes "Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere*". Im Mittelpunkt stehen Serge, Clara und ihre Mutter Doro. Die Nachricht ihrer Eltern, nach 35 Jahren doch noch heiraten zu wollen, trifft die Geschwister wie ein Schock. Vor allem Serge steckt in der Bredouille. Schon seit Längerem dient er als Investmentbanker dem elterlichen Feindbild schlechthin: dem Kapitalismus. Sein glorioses Lügengebäude gerät ins Wanken, zeitgleich mit der Welt der Hochfinanz, denn das Buch spielt nicht nur während der Bergarbeiterstreiks 1984/1985, sondern auch während der Finanzkrise 2008

Lewycka hat einen Hang, verschiedene Handlungsstränge nicht zu Ende zu bringen, sondern ins leere laufen zu lassen, die Handlung abrupt enden zu lassen. Es wirkt, als sei die vorgeschriebene Seitenzahl erreicht. Das störte mich schon bei den beiden vorherigen Titeln, aber hier besonders. So bleibt die Brandstiftung samt Misshandlung / Vergewaltigung in der Kommune unaufgeklärt, bleibt im Dunkeln, wie Clara plötzlich zu einem Millionenvermögen kam, ist ihr Vater plötzlich schwerkrank. 

Ich brauche erstmal eine Lewycka-Pause und gehe mit der Miss-Merkle-Reihe von David Safier in dem Mai. "Mieses Karma*" fand ich ja herzlich überflüssig, aber "Miss Merkel: Mord in der Uckermark*" lässt sich ganz gut an. 

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Sonntag, 1. Mai 2022

#pmdd2022: Der 28. April 2022

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2022 auf Twitter oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Normalerweise würde ich mich jetzt nochmal umdrehen ...

Kurzer Balkon-Kaffee und dabei die Zu-erledigen-Liste schreiben.

Heute darf das Karlchen mal wieder einige Kilometer fahren.

Heute bummle ich Überstunden ab, denn ich will zu Mudderns und ihrer Gesellschafterin. Die beiden feiern ihr Dreijähriges, und da treffen wir uns zum gemeinsamen Frühstück. Ich muss früh los, denn ich will Mudderns mit dem Auto abholen. Leider macht mir die Verkehrssituation vor dem Elbtunnel einen Strich durch die Rechnung. Ich komme 45 Minuten später als geplant an. Mudderns musste also zu Fuß gehen, aber zum Glück hat sie einen guten Tag, kommt mit der Planänderung zurecht. 

Vor zwei Wochen war die Blüte kaum zu erahnen, jetzt ist der Raps schon voll aufgeblüht.

Angekommen. Leider liegt die Terrasse des Lokals immer im Schatten. Dabei ist sie so schön.

Endlich Frühstück.

Nach dem gemeinsamen Frühstück möchte ich eigentlich noch ein paar Besorgungen machen, aber Mudderns ist mehr als erschöpft, also fahre ich sie nach Hause und mache mich dann auf den Weg zurück. Erfreulicherweise ist der Gatte da. Kurze Balkonpause. Wir berichten uns von unseren Vormittagen und überlegen, was nachmittags erledigt werden muss. 

Dem Gatten schnell eine Apfelsine filetieren für seinen Mittagsquark.

Der Gatte war erfolgreich Jagen und Sammeln. Ich schrottete vorgestern den Allesschneider, und der Gatte will endlich auf einen Sodastream* umsteigen.

Ein bisschen am zweiten Sockenpaar für die Ukraine-Spendenaktion für Rock 'n Woll weiterstricken.

Ein Buch abgeben, zwei Bücher abholen. Übrigens: Absolute Lese-Empfehlung für "Meines Vaters Heimat*"!

Im kleinen Einkaufszentrum warten auf den Gatten.

Also nochmal los, ein paar Besorgungen erledigen, dann auf in einen ruhigen Nachmittag. Wir haben Glück und können auf die Terrasse, denn die Bolz- und Brüll-Blagen sind gerade woanders.

Der Borretsch kommt. Mal gucken, was die Schnecken übrig lassen.

Das könnten Radieschen werden.

Der Bärlauch fühlt sich wohl, aber der Boden ist knochentrocken. Es regnete zuletzt am 13. April; und für die kommenden Wochen ist kein Regen in Sicht.

Stricken auf der Terrasse.

Im Engel blühen Stiefmütterchen. Campula und Neuseeland-Wein kommen langsam wieder.

Teezeit auf der Terrasse. 

Der Apfelbaum blüht üppig! Hoffentlich finden sich auch Bienen zum Bestäuben. 

Vorfreude I.

Vorfreude II.

Auch der Abend wird ruhig. Das Abendessen ist schon fertig und muss nur aufgetischt werden. 

Heute ist Yom haShoah. Da ich es nicht auf den Friedhof schaffte, brennt eine Kerze auf dem Balkon. 

Nach dem Abendessen die Spülmaschine füttern und anwerfen, dann mit dem Strickzeug auf's Sofa. Ich bekomme endlich das zweite Sockenpaar für die Ukraine-Spendenkation bei Rock 'n Woll fertig. Am Wochenende können beide Paare in die Post.

Eine der Osterrosen blüht noch (zu den Vasen hatte ich hier was geschrieben).

Hurra, die zweite Socke ist fertig!

Viele Fäden wollen vernäht werden ...

Früh ins Bett, weil ich morgen noch eine Stunde früher aufstehen muss als heute.

Abendessen.

Die tägliche Spülmaschine.

Ich habe noch Ramadan-KitKat gefunden!

Der Blick zurück in die ersten beiden Corona-Jahre: Am 28. April 2020 kam Tante zum letzten Mal zu Besuch in Schwiegermutters Haus, nähte ich die ersten Masken, weil zwei Tage vorher die Maskenpflicht ausgerufen wurde. Am 28. April 2021 trug der Apfelbaum auch die ersten Blüten. Leider wurden keine Früchte daraus.  

Morgen muss ich noch eine Stunde früher aufstehen als heute ...

Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

Die Rezepte zum Tag gibt's in der kommenden Woche der Kombüse. / *Affiliate links

Samstag, 30. April 2022

Samstagsplausch KW 17/22: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CXI

Seit dieser Woche blüht der
Apfelbaum.
Diese Woche bekam der Gatte einen guten Facharztbefund, der nahelegt, dass ein Teil seiner aktuellen gesundheitlichen Probleme von überdosierten Medikamenten kommt. Das macht Mut, wenngleich die Neueinstellung sicher noch etwas dauern wird. 

Hier gilt seit mittlerweile 111 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Der Gatte wurde im ersten Corona-Jahr schwerkrank, ist inzwischen berufsunfähig verrentet und schwerbehindert. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus.

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte. Mal schauen, wie lange noch. Wir sind natürlich geimpft, aber angesichts unserer Vorerkrankungen ist trotz Impfung eine Corona-Infektion wenig ratsam. In Hamburg endeten heute die letzten Corona-Beschränkungen wie Masken- und Testpflicht. PCR-Tests sind ohnehin kaum noch zu bekommen, Selbst- bzw. Schnelltests zählen nicht für die Inzidenzen - kein Wunder, dass die Zahlen runter gehen.

Im Büro entfällt neben der Testpflicht auch die Maskenpflicht, und Chef will, dass wir keine mehr tragen. Nun ja, ich will auch vieles. Kommende Woche beginnen die Präsenzveranstaltungen. Yippie. Oder so. 

Der Gatte konnte mich diese Woche oft entlasten, weil es ihm den Umständen entsprechend gut ging, was dazu führte, dass ich merke, wie erschöpft ich bin. Ich musste mal wieder richtig durch- und ausschlafen, aber das geht nicht. Die Tage sind durchgetaktet, ein wirklich erholsamer Urlaub ist nicht in Sicht. Diese Woche war ich ein paar Mal kurz davor, einfach zusammenzuklappen. Nur: Nützt ja nichts. Es gibt keine Alternative zum Weitermachen.

Den Müttern und Tante geht's gut. Bei Schwiegermutter ist immer offensichtlicher, dass sie Richtung Demenz geht. Mal gucken, wie lange das noch gut geht. Der Gatte sorgt sich. Ihre Wesensveränderungen kosten uns beide immens viel Kraft. Bei Mudderns wird der Radius immer kleiner. Ihre Gesellschafterin kommt ab Mai zwei Mal in der Woche, worauf sich Mudderns eigentlich freute, aber schon zwei Tage nach der Entscheidung ließ sie durchblicken, dass ihr das zu viel wird. Mal schauen, wie sich das entwickelt. Tante geht's körperlich wesentlich besser, seitdem sie wieder regelmäßig zur Wassergymnastik kann. 

In diesem Jahr kam die mit Sorge erwartete Nebenkostenabrechnung zwei Monate früher als sonst. Im ersten Corona-Jahr vervierfachte sich der Betrag, den wir nachzahlen mussten, und ich befürchtete, auch im zweiten Jahr würden wir kräftig nachzahlen müssen. Das war zum Glück nicht der Fall. Der Nachzahlungsbetrag entspricht dem des Vorjahres. Wir haben also noch etwas Zeit, Rücklagen für den vervierfachten Gaspreis zu bilden, woher auch immer die kommen sollen. Jedenfalls stellen wir uns darauf ein, für 2022 einen mittleren vierstelligen Betrag alleine für die Heizung zahlen zu müssen. Auf die Wasser- und Stromabrechnungen warte ich weiterhin besorgt-gespannt. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.