Freitag, 10. April 2015

Bad Nauheim I: Inhalatorium am Gradierwerk I (In Heaven #15/2015)

Kurz vor Ostern begleitete ich den Gatten nach Bad Nauheim, wo er seine Reha antrat. Ich hatte im Vorfeld mit der Klinik telefoniert, um herauszufinden, ob es sinnvoll ist, dass ich über Ostern vor Ort bleibe. Hätte der Gatte schon über die Feiertage Behandlungen gehabt, wäre ich früher zurückgefahren.

Liegestuhlblick.
Eine freundliche Rezeptions-Mitarbeiterin sagte, über die Feiertage gäbe es keine Behandlungen, da sei nur das Notfallpersonal im Hause. Sie bestätigte damit das, was ich in meiner eigenen Reha kennenlernte.

Gradierwerk aus der Nähe betrachtet.
Ein ebenso freundlicher Arzt war am Aufnahmetag anderer Ansicht. Der Gatte hatte gleich am ersten Tag die ersten Behandlungstermine, ebenso am Karfreitag und am Ostersonnabend. Schließlich ist er ja nicht zum Vergnügen in der Klinik.

Während sich der Gatte freute, dass er gleich unter die Klinik-Fittiche genommen wurde, hatte ich Zeit, ein wenig durch Bad Nauheim zu stromern und freute mich über die Gradierwerke.  Die faszinierten mich schon als Kind. Da durfte ich im Lüneburger Kurpark öfter um das im Lüneburger Kurpark laufen.

Im Gradierwerk I.
Die Gradierwerke in Bad Nauheim sind vergleichsweise groß und beeindruckend (und Gradierwerk I ist das kleinste). Sofort ist klar, warum diese Bauten auch "Kathedralen der Salzgewinnung" heißen.

Besonders angetan war ich vom Inhalatorium im Gradierwerks I. Hier sitzt man in einem hölzernen, kirchenähnlichen Raum, in dem Sole vernebelt wird (okay, berufsbedingt fühlte ich mich eher an einen Bunker erinnert, aber es sind ja nicht alle so gestört wie ich).

Es ist so dunstig, dass man die Hand vor Augen kaum sieht, und sehr ruhig (wenn nicht jemand versehentlich vergisst, das Mobile auszustellen *hüstel*). Man sitzt eine Viertelstunde einfach da, atmet so vor sich hin, hat die Augen geschlossen oder folgt dem Farbwechsler, der im ruhigen Tempo den Nebel rot, blau oder grün färbt. Sehr entspannend. Ich wäre am Liebsten eingezogen oder hätte das Inhalatorium mitgenommen und im heimischen Garten aufgebaut.

Blick auf das Inhalatorium im Gradierwerk I.
Nach dem Inhalieren kann man bei gutem Wetter in den angeschlossenen Park gehen und auf einem der Liegestühle entspannen. Dann geht's wieder ins Inhalatorium, auf den Liegestuhl und so weiter. Wird das langweilig, lohnt ein Blick in das kleine Museum zur Salzgewinnung der Kelten (an den Wochenenden kann man auch zuschauen, wie Salz gewonnen wird und bekommt ein Säckchen mit nach Hause).

Modell einer keltischen Saline im kleinen Museum am Gradierwerk I.
Hier gibt es detaillierte Infos zu den Gradierbauten in Bad Nauheim. Und weil es sich vom Liegestuhl so schön in den Himmel blicken lässt, nimmt dieser Beitrag teil an der dieswöchigen "In heaven"-Linkparty. Außerdem macht er mit bei der Urlaubs-Linkparty.

In den nächsten Tage gibt es weitere Berichte zu meiner Reise in die Wetterau.

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