Sonntag, 31. März 2019

Ausgelesen: Bücher im März 2019

Im Januar entdeckte ich ja durch Zufall die Decker-Lazarus-Serie* von Faye Kellerman* für mich. In diesem Monat las ich als letztes der ausgeliehenen Bücher die Kurzgeschichten-Sammlung "Mord im Garten Eden*". Mit solchen Sammlungen habe ich immer Probleme. Ich mag lieber Geschichten, die Raum haben, sich zu entwickeln, bin nicht so der Kurzgeschichten-Typ. Einige Geschichten gefielen mir ganz gut, aber die letzten zwei, drei Geschichten schenkte ich mir. Sie langweilten mich irgendwie. 

Ich machte mich aber am 5. März daran, die noch fehlenden Bände aus der Decker-Lazarus-Reihe zu beschaffen. Die Bände 1, 2, 6, 9, 13 und 14 ergatterte ich auf eBay in einem Krimi-Paket, die Bände 3, 7, 8, 10, 11, 12, 16 und 17 ebenfalls, letztere praktischerweise beim gleichen Verkäufer. Jetzt fehlen mir noch die Bände 15 und 18 - und ein langer Urlaub, um sie alle nacheinander zu lesen. 

Die 14 Bücher gebraucht zu kaufen, war inklusive Porto unterm Strich tatsächlich etwa 5 Euro günstiger günstiger, als sie in der Bücherhallen vormerken zu lassen und auszuleihen. Verkehrte Welt. 

Während ich auf meine Kellerman-Lieferung wartete, las ich "Tidetod*" von Gerd Kramer. Sein Krimi-Erstling "Das Flüstern im Watt*" macte mir im Winter 2017 viel Spaß, und auch der Nachfolgeband mit Leon Gerber, dem Musiker mit dem hochsensiblen Gehör, dem Kommissarsgespann Flottmann und Hilgersen samt Kater Bogomil gefiel mir sehr gut. 

Diesmal jagen die drei einen Serien-Entführer, der seine Opfer scheinbar zufällig auswählt, und bis ziemlich weit zum Schluss ist unklar, um wen es sich handelt. Leseempfehlung, auch für den ersten Band! 

Harte Kost ist "Mit freundlicher Anteilnahme*" von Erling Jepsen. Vordergründig geht es um Allan. Der Sohn des Milchmanns aus einem Dorf in Südjütland, ist ein erfolgreicher Schriftsteller geworden, dessen Bühnenstücke und Texte hauptsächlich auf den Erinnerungen seiner Kindheit beruhen. Es sind böse Erinnerungen. 

Seit vielen Jahren schon hat er keinen Kontakt mehr zu seiner Familie. Der Vater hat ihm die literarische Aufarbeitung der Familienverhältnisse nicht verziehen und Allan verstoßen. Und so schickt er zum Tod des Vaters nur eine Kondolenzkarte nach Hause: "Mit freundlicher Anteilnahme". Die Mutter sieht darin einen Versuch der Annäherung und lädt ihn ein. 

Hinter der zerrütteten Familie steckt eine Geschichte voller Misshandlung und Missbrauch, das ist schnell klar (und ging mir aus Gründen sehr unter die Haut). Ich bin gespannt auf die anderen Bücher Jepsens. 

Dann trafen endlich die ersten Kellerman-Krimis ein und ich versank im Decker-Lazarus-Kosmos, beginnend beim ersten Band, "Denn rein soll deine Seele sein*", in dem sich Peter Decke und Rina Lazarus kennenlernen. Ich kam bis zum dritten Band, "Abschied von Eden*". 

Es macht Spaß, zu lesen, wie sich die Beziehung des Paares entwickelt, und die Kriminalfälle sind auch spannend. Solltest Du also Faye Kellerman noch nicht kennen, guck' unbedingt mal in die Serie rein! Ich bin wirklich verblüfft, dass ich die Autorin erst so spät entdeckte.

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Dienstag, 26. März 2019

Pompon-Handschuhe aus Lana Grossa Gnocchi und Regia

Ende Januar sprach mich eine Frau im Fahrstuhl an: "Die Handschuhe sind aber niedlich. Die hamse aber nicht selbstgestrickt, nich?" - "Danke und doch, ja." - "Das geht?!"

Handschuhe mit Pompons.
Ja, und das so gar recht einfach, denn die Pompons sind ja fertig. Einzige Schwierigkeit ist es, das Pompon-Garn zu ergattern, denn das gibt es eigentlich nicht mehr. Ich fand es auf dem Tauschtisch des Yarncamps.

Die Pompon-Handschuhe in voller Pracht.
Der Beitrag geht rüber zu den Linkparties CreadienstagDings vom DienstagHandmade on Tuesday und Maschenfein. Danke an alle für's Sammeln!

Anleitung für Pompon-Handschuhe aus Lana Grossa und Regia

Material:

ca. 8 g Lana Grossa Gnocchi
100 g Regia 6-fädig, Farbe Petrol*
Nadelspiel 3,5*

Anleitung:

Für den linken Handschuh mit Regia 48 M anschlagen und 50 Rd 2re 2 li stricken, dann weiter glatt rechts.

In Rd 51 mit dem Daumenzwickel beginnen. Dafür in Rd 51, 53, 55, 58, 61, 64, 64, 67, 70 und 73 vor und hinter der drittletzten M auf Nadel 4 je 1 M re verschränkt aus dem Querfaden stricken. Die aufgenommenen 20 M in Rd 73 stilllegen.

Ebenfalls in Rd 51 (und in jeder folgenden 5. Rd) über Nadel 1 und 2 mit der Pomponwolle stricken. Diese Reihen werden nicht gezählt und mit der Regia überstrickt. Nach 81 Rd die Finger aus Regia stricken. Zum Schluss den Daumen stricken.

Die Enden der Pomponwolle sorgfältig vernähen. Fäden verziehen.

Den rechten Handschuh gegengleich arbeiten.

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Montag, 25. März 2019

"Hier und Jetzt" von Gloria Friedmann: Mahnmal für die Opfer der NS-Justiz in Hamburg

Montags gegen Nazis.
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm.

Wurde es aber.

In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.

Wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist, kannst Du hier nachlesen. Alle Beiträge aus dieser Reihe findest Du, wenn Du hier klickst. Aktuell plant das blau-braune Pack neben regelmäßigen Veranstaltungen im Hamburger Rathaus eine "Großdemo" am 14. April. Es bleibt also spannend. Das demokratische Hamburg trifft sich übrigens am 14. April um 11 Uhr auf dem Hachmannplatz. 

Blick auf das Mahnmal von Planten un Blomen aus.
Blick auf das Mahnmal vom Oberlandesgericht aus.
Seit 1997 gibt es vor dem Hamburger Oberlandesgericht am Sievekingplatz ein von der Künstlerin Gloria Friedmann geschaffenes Mahnmal mit dem Titel "Hier und Jetzt", das an die Opfer der NS-Justiz in Hamburg erinnert. 

Detail.
Detail.
Detail.
Von Planten un Blomen aus kommend, sieht man eine Luftaufnahme Hamburgs, vor dem bepflanzte Töpfe auf Eisenstelen stehen. Ursprünglich war die Bepflanzung bunt und vielfältig, sollte verschiedene Nationen, Milieus, Religonen und Kulturen symbolisieren. Inzwischen sind die Töpfe nicht mehr mit Rosen, Brennnesseln und Kräutern bepflanzt und wirken nicht nur an einem eisigen Januar-Abend, als meine Aufnahmen entstanden, verwahrlost.  

Mehr zum Mahnmal gibt es hier.

Samstag, 23. März 2019

Samstagsplausch KW 12/19: Tschakka!

Heute wäre Picture my day-Day, aber den habe ich total vertorft. Es passierte ohnehin nicht viel: Ein paar Blog-Beiträge vorbereiten, einkaufen und ausruhen, denn mir steckte die Woche in den Knochen.

Donnerstag schloss ich den anstrengendsten Part meines Mammut-Projektes ab, was heißt, dass ich in den letzten neun Wochen 400 Artikel schrieb. Tschakka! Jetzt sind Graphiker, Illustrator und Lektorin dran, geht's in die Korrekturphase.

Mir ist jetzt wesentlich leichter zumute, denn in den letzten Wochen vor ihrem Ruhestand tat meine Vorgängerin alles, um mir einzureden, ich würde ihr Arbeitspensum unmöglich schaffen. Sie arbeitete Vollzeit mit jeder Menge Überstunden an Wochenenden, Feiertagen und im Urlaub. Ich arbeite Teilzeit und verweigere mich Überstunden an Wochenenden, Feiertagen und im Urlaub, wenn es auch anders geht. Aber ich arbeite halt auch sehr strukturiert.

Langweilig wird's mir jetzt trotzdem nicht, denn ich bin ja für drei Projekte verantwortlich, die zudem alle neu strukturiert und konzeptioniert werden müssen. Jetzt heißt es für alle drei Projekte Datenbanken anlegen, Anforderungen und Konzepte für Websites schreiben, mich auf die nächste Theaterspielzeit vorbereiten (da erlebe ich Pressekonferenzen mal wieder von Teilnehmerseite), die Korrekturphasen für das Mammut-Projekt überstehen, die Pressekonferenz für das Mammut-Projekt vorbereiten ... Gedanklich arbeite ich 24/7, kann nicht abschalten.

Diese Woche brachte einen Termin bei der Anwältin vom Mieterverein wegen der Bolz-Blagen vor bzw. auf unserer Terrasse. Die Anwältin sieht nicht den Vermieter zuständig, um das Fußballverbot durchzusetzen, sondern sieht darin einen Konflikt zwischen Mietern, fühlt sich folglich nicht zuständig und schlägt eine Mediation vor. Mit den Vätern der Kinder, von denen zumindest einer regelmäßig Frau und Kinder verprügelt, setzte ich mich nicht an einen Tisch. Wir müssen also eine andere Lösung finden (und einen anderen Anwalt).

Außerdem begann diese Woche meine Schöffenschulung. Seit Januar bin ich als Jugendschöffin berufen, hatte aber nicht keinen Einsatz. Die Schulung bedeutet, drei Wochen lang nach der Arbeit 90 Minuten Frotalunterricht zu haben, ist anstrengend, aber auch informativ und unterhaltsam. Ich bin gespannt, wann ich das Gelernte zum ersten mal anwenden kann.

Ansonsten gab's zwei putzige Busfahrten: Mittwoch Abend wurde der Bus durch eine Demo aufgehalten. Informationen von der Leitstelle an den Busfahrer gab's keine, wozu auch? Eine Frau gab die Infos aus der HVV-App an den Busfahrer weiter, eine andere dirigierte ihn per Google Maps, und einmal fragte der Busfahrer Passanten. Die Straßen, durch die er fuhr, waren alles andere als bustauglich. Glücklich in Altona angekommen, stiegen viele Fahrgäste, auch ich, vorne aus, um sich beim Busfahrer zu bedanken.

Freitag unterhielten sich drei Frauen über eine Lebensmittelausgabe, zu der sich viele nicht hintrauen, weil nebenan eine Flüchtlingsunterkunft ist. Rasch wollte der hintere Busteil Infos dazu haben, und beim Ausstieg meinte die Frau, die ehrenamtlich bei der Ausgabe arbeitet, man solle die Infos verbreiten, damit mehr Menschen kommen. Bitte schön: Notkestraße 24, mittwochs 14-16 Uhr, besser schon um 13.30 Uhr da sein, 1 € zahlen und mitnehmen, was man braucht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht nur für Menschen mit wenig Einkommen ist, aber die Frau sagte, es wäre so.

Bei Mudderns geht es langsam wieder bergauf, scheint es. Gelegentlich kann ich mich sogar schon wieder mit ihr unterhalten. Ab April kommt einmal wöchentlich eine Begleitung vom Pflegedienst. Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst ist beantragt.

Diese Woche gab's auch einen Plausch mit dem Ex-Chef, der sich beklagte, dass meine Stelle noch nicht nachsetzt ist. Im letzten Jahr dauerte es schon sehr lange, bis jemand für mich gefunden werden konnte, und die Kollegin warf nach einem knappen halben Jahr das Handtuch (übrigens aus den gleichen Gründen wie ich). Mir tut vor allem Kollegin I Leid, die das alles ausbaden muss. Die Chefs könnten relativ einfach etwas ändern, aber keiner von ihnen weist Kollegin II in die Schranken.

Ansonsten habe ich viel gestrickt. Mein Ärmelschal scheint bald fertig, und die Wolle scheint zu reichen. Ach ja, absolut großartig ist, dass ich zwei Karten für die nächste Strick-Hafenrundfahrt ergatterte!

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Karminrot - danke für's Sammeln! Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und eine gute Woche!

Montag, 18. März 2019

Sol LeWitt: "Black Form - Dedicated to the Missing Jews" auf dem Platz der Republik

Montags gegen Nazis.
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm.

Wurde es aber.

In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.

Wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist, kannst Du hier nachlesen. Alle Beiträge aus dieser Reihe findest Du, wenn Du hier klickst. Aktuell plant das blau-braune Pack neben regelmäßigen Veranstaltungen im Hamburger Rathaus eine "Großdemo" am 14. April. Es bleibt also spannend. Das demokratische Hamburg trifft sich übrigens am 14. April um 11 Uhr auf dem Hachmannplatz. 


"Black Form" vor dem Altonaer Rathaus, aufgenommen an einem trübtimpseligen Februartag.
In der Sichtachse vom Altonaer Bahnhof zum Altonaer Rathaus, auf dem Platz der Republik, steht die Skulptur "Black Form - Dedicated to the Missing Jews" von Sol LeWitt. Ursprünglich 1987 für die Ausstellung "Skulptur Projekte" in Münster geschaffen, schenkte LeWitt das Werk zwei Jahre später Hamburg, da Münster eine dauerhafte Übernahme ablehnte.


"Black Form".
"Black Form" ist Minimal Art, ein aus Gasbetonsteinen gemauerter schwarzer Quader, fünfeinhalb Meter lang, zwei Meter hoch und zwei Meter tief. Die Skulptur wurde bewusst in der Sichtachse aufgestellt, um den Blick zu stören. Sie erinnert an die zerstörten jüdischen Gemeinden, ist den Juden gewidmet, die emigrierten oder ermordet wurden, symbolisiert ihr Fehlen. 


"Black Form": Detail.
LeWitts Skulpturen tragen grundsätzlich keine Inschrift. Das Stadtteilarchiv Ottensen erstellte zwei Tafeln, von denen noch eine existiert, die über die Geschichte der Jüdischen Gemeinden in Altona informieren.


Info-Tafel des Stadtteilarchivs Ottensen (zum Lesen des Textes hier klicken).
Der Platz der Republik, ein Park, wird nach der Verlegung des Altonaer Bahnhofs zwischen 1895 und 1897 angelegt und "Kaiserplatz" genannt (das einstige Bahnhofsgebäude ist heute das Altonaer Rathaus). 1922 erfolgt die Umbenennung ist "Platz der Republik", elf Jahre später wird daraus der "Adolf-Hitler-Platz", und 1938, nach dem Zusammenschluss von Hamburg und Altona, der "Reichsplatz", um eine Verwechslung mit dem Hamburger "Adolf-Hitler-Platz" (Rathausmarkt) zu vermeiden. Nach der Befreiung erfolgt die Wiederbenennung in "Platz der Republik".


Blick vom Altona Rathaus zum Bahnhof. Bei trübem Wetter ist "Black Form" kaum zu sehen.
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Sonntag, 17. März 2019

#12von12 im März 2019

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt wie jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! Hier sind meine.


#1: Bushaltstellen-Warteblick. Auf der Weide: Polo- oder Polizeipferde. 
#2: Ermunterung an der Bushaltestelle.
#3: Lesen* und warten (auf der Hinfahrt habe ich 13 Minuten Verspätung).
Heute ist Redaktionsschluss für mein Mammutprojekt, eine Veröffentlichung, die zu den Sommerferien vorliegen muss. Jetzt beginnt also die heiße Phase, die bis zur Abgabe an die Druckerei anhält.


#4: But first, tea.
#5: Die erste und einzige Mittagspause der Woche. Das Salat-Rezept gibt's in der Kombüse.
#6: Den Zuverschenken-Korb im Laden füttern.
#7: Soll und Ist am Tage des Redaktionsschlusses. Nun ja. 
Ich bin länger als gewollt im Büro, weil ich unbedingt noch ein Kapitel abschließen möchte. 


#8: Einen Smoothie für den kommenden Tag machen.
#9: Bücherbeute sortieren.
#10: Nach langer Zeit mal wieder ein Doctor-Dienstag.
#11: Das aktuelle Strickstück.
#12: Bevor mir die Augen zufallen, noch etwas lesen*.
Das war der 12. März 2019.

Samstag, 16. März 2019

Samstagsplausch KW 11/19: Der Verspätungsschal II

Letzten Sonntag verstrickte ich die ersten vier Wochen des Verspätungsschals. Wie ich zu diesem Projekt kam, kannst Du hier nachlesen. Das Farbkonzept habe ich inzwischen geändert, weil ich lieber einen Farbverlauf mochte statt Kontrasten. Nun steht Hellgelb für "pünktlich", Gelb für "Verspätung 1 - 5 Minuten", Orange für "Verspätung 6 - 20 Minuten" und Rot für "Verspätung ab 21 Minuten". Der Kontrast von Orange zu Rot könnte kräftiger sein, aber nun ja.

Verspätungsschal: Der erste Monat. Ob ich doch eine Nadelstärke weniger nehme?
Zwischen 7. Februar und 8. März hielt ich montags bis freitags 33 Fahrten fest, auf denen ich insgesamt 200 Minuten Verspätung hatte, also 6 Minuten pro Fahrt. In einem Fall gab's 1 € Entschädigung. An sieben Werktagen nutzte ich keinen HVV, da krank / im Urlaub. Aktueller Stand dieser Woche: 12 Fahrten, 109 Minuten Verspätung, 1 € Entschädigung.

Ansonsten: Sehr anstrengende Woche, im Büro und auch sonst. Ich war froh über mein "Igelkissen*", das mir sehr gegen Verspannungen hilft. Ich kaufte es vor drei Jahren gleich doppelt, für Zuhause und für's Büro.

Die beste Entscheidung diese Woche war, nach Blick auf mein Überstundenkonto gestern um halb vier Feierabend zu machen. Im April bekomme ich stundenweise unsere ehemalige Praktikantin als Unterstützung für mein Mammut-Projekt - der Chef hielt sein Versprechen, dass ich alles an Manpower bekomme, was ich brauche. Dann kann ich beruhigt einen Gleittag zur Erholung nehmen und ein paar Urlaubstage.

Mudderns geht es etwas besser. Es tat ihr gut, dass die Putzfrau endlich mal wieder da war, sie dadurch soziale Interaktion hatte, denn sie verlässt weiterhin nicht das Haus (sechs Wochen wollte sie nicht, dass die Putzfrau kommt). Heute wartete sie schon angezogen auf mich, damit wir einkaufen konnten, benahm sie sich nach ihren Möglichkeiten halbwegs normal, konnten wir sogar einen kleinen Stadt-Spaziergang machen. Im April übernimmt dann der Pflegedienst, wird es für mich etwas leichter.

Theaterabendauftakt.
Heute war ich in der Premiere von "Die Stadt der Blinden" (für die ausführliche Besprechung hier klicken). Premiere heißt ja auch immer Promi-Gucken, aber bis auf Charly Hübner und Lina Beckmann, hinter denen ich saß, erkannte ich niemanden. Ich habe einfach keinen Blick für Prominenz. Die Inszenierung geht unter die Haut, ist verstörend und, trotz Längen, absolut sehenswert. Mich kostete sie eine Krone - zum Glück ist mein Zahnarzt Montag wieder in der Praxis, um sie wieder anzukleben ...

In dem Stück geht's um Menschen, die epidemieartig plötzlich erblinden und von den Sehenden interniert werden. Die Regierenden wissen sich nicht anders zu helfen, als die Betroffenen in einer verlassenen Irrenanstalt einzuquartieren – unter der Bewachung von Soldaten, die auf jeden schießen, der fliehen will. Je mehr Blinde dort zusammengepfercht werden, desto schlimmer, desto unmenschlicher wird die Situation. Inmitten dieses grausamen Chaos befindet sich ein Augenarzt mit seiner Frau, die als Einzige noch sehen kann, das aber wohlweislich verheimlicht.

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Montag, 11. März 2019

Betty-Levi-Passage in Altona

Montags gegen Nazis.
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm.

Wurde es aber.

In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.

Wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist, kannst Du hier nachlesen. Alle Beiträge aus dieser Reihe findest Du, wenn Du hier klickst. Aktuell plant das blau-braune Pack neben regelmäßigen Veranstaltungen im Hamburger Rathaus eine "Großdemo" am 14. April. Es bleibt also spannend.


Blick in die Betty-Levi-Passage an einem tristen Februarmorgen.
Wer vom Platz der Republik zur Elbe möchte, nutzt oft die Betty-Levi-Passage. Der schmale Weg ist benannt nach einer jüdischen jüdischen Frau, die gestern vor 137 Jahren im ostpreußischen Labiau als Berta "Betty" Lindenberger geboren wurde. 

Lindenbergers Eltern ziehen nach Berlin, wo die junge Betty eine Ausbildung als Pianistin beginnt, die die 22jährige mit der Heirat des Altonaer Rechtsanwalts Moses Levi abbricht. Eine Karriere als Konzerpianistin geziemt sich nicht als verheiratet, orthodox gläubige Frau. Betty Levi zieht zu ihrem Mann nach Altona. Hier ist die Familie Levi seit neun Generationen ansässig. Die zehnte kommt zwischen 1908 und 1916 zur Welt: Betty Levi schenkt drei Töchtern und einem Sohn das Leben.

1920 zieht die Familie in die Klopstockstraße 23, wo heute ein Stolperstein an sie erinnert. Betty Levi führt ein typisch großbürgerliches Leben, kümmert sich um Haushalt und Kinder.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kommen, eine erste Auswanderungswelle einsetzt, bleiben die 51jährige und ihr ein Jahr jüngerer Mann hier. Moses Levi erhält im gleichen Jahr ein Berufsverbot und stirbt 1938. 


Erinnerungstafel des Stadtteilarchivs Ottensen ür die Familie Levi, die zehn Generationen lang in Altona lebte - bis zur Shoah. Zum Lesen des Textes bitte hier klicken.
Betty Levi wird enteignet, weil ihr Haus den geplanten Monumentalbauten der Führerstadt und Hauptstadt der deutschen Schifffahrt im Wege steht. Sie muss ins Jüdische Altersheim in der Sedanstraße umziehen, wo sie unter prekären Umständen lebt. Ihre Kinder, die emigrieren konnten, bemühen sich vergeblich um ein Visum für ihre Mutter.

Am 11. Juli 1942 wird die 60jährige Betty Levi zusammen mit 293 jüdischen Hamburgerinnen und Hamburgern vom Hannoverschen Bahnhof aus nach Auschwitz deportiert. Ihr Todesdatum ist unbekannt.

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Samstag, 9. März 2019

Samstagsplausch KW 10/19: Regenbögen

Zurzeit ist im Büro höllisch viel zu tun. Das wird sich auch bis zu den Sommerferien nicht ändern. Es gibt also viele Überstunden. Die kann ich angesichts diverser Arzttermine ganz gut gebrauchen, aber dass ich auch abends und am Wochenende arbeiten muss, kostet mich momentan sehr viel Kraft, die ich nicht habe. Zudem tippsle ich den ganzen Tag Daten ein und bin froh, wenn ich abends mindless strickend auf dem Sofa sitzen kann.

Ich hoffte, Mudderns Pflegedienst könnte schon in der zweiten März-Hälfte übernehmen, aber die können erst ab April. Nächsten Sonnabend fahre ich dann wieder mit ihr einkaufen. In der Zwischenzeit muss sie sich anders behelfen.

Tulpen, aufgrund des Lichts im Garten fotografiert.
Sie könnte selbst in die Stadt gehen oder mit dem Taxi fahren, einen Einkaufsservice oder Lieferdienst nutzen, aber das will sie nicht. Sie sagt, sie will erst wieder vor die Tür, wenn der Pflegedienst kommt, und ich bin von der Situation und den Diskussionen so erschöpft, dass ich gelegentlich denke, dann müsse ich ja auch nicht zu ihr fahren. Aber natürlich fahre ich. Eine von uns muss sich ja erwachsen verhalten, und das ist selten meine Mutter.

Letzten Sonnabend war der Gatte selbst auf dem Wochenmarkt und brachte mit Tulpen mit. Ich mag's, wenn sie wild wachsen, und so wuchern sie über den gesamten kleinen Couchtisch.

Doppelter Regenbogen über dem Dammtor.
Donnerstag Abend gab's über der Stadt einen schönen Doppel-Regenbogen zu sehen. Heute war ich mit dem Gatten kurz im Stadtzentrum Schenefeld. Dort ist in einem leerstehenden Laden ein Büchertausch-Laden eingerichtet. Man kann dort sitzen und lesen, seine Bücher ins Regal stellen und sich neue nehmen. Eine schöne Idee! Da werde ich in zwei Wochen einiges abgeben, denn ich schaffe es momentan nicht, die Bücher trocken ins Büro mitzunehmen, um sie im Zu-verschenken-Korb in den Laden zu legen.

Die nächste Woche könnte außer Arbeiten (und einer noch unbestätigten Freundin-Verabredung am Montag) keine Termine bereithalten. Da könnte ich dann glatt mal wieder mit dem Gatten zum Sport ... Abwarten.

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Dienstag, 5. März 2019

#WMDEDGT 3/19: Honig ums Maul

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Ich habe einen Augenarzt-Termin und muss pünktlich los. Der Gatte und ich tauschen uns kurz aus, wer wann was wo erledigt, dann startet er ins Büro, und eine halbe Stunde später mache ich mich auch auf den Weg. Sicherheitshalber habe ich eine Viertelstunde Puffer eingeplant, aber es sind Ferien: Alle drei Verbindungen, die ich heute nutze, werden pünktlich sein. So wird das nichts mit dem Verspätungsschal!

Beim Augenarzt hatte man meinen Termin vergessen, schiebt mich aber trotzdem dazwischen. Die Praxis arbeitet inzwischen so effektiv, dass ich nach 30 Minuten draußen bin, samt Rezept für eine Creme gegen die Augenentzündung, die ich mir die Tage einfing, und einem Kontrolltermin im Oktober. 

Ich habe eine halbe Stunde Puffer, überlege kurz, Ex-Chef und Kollegin I anzupiepsen, dass ich Zeit für einen Kaffee habe, denn der Augenarzt ist in den Einkaufszentrum, in dem ich viereinhalb Jahre arbeitete, aber dann entscheide ich mich doch, ein paar Einkäufe zu machen, gleich die Augensalbe aus der Apotheke zu holen und ein paar Mohnteilchen für den kommenden Termin beim Graphiker zu holen.

Einen Graphiker-Termin, bei dem ich was sehen muss, nach einem Augenarzt-Termin, bei dem die Pupillen geweitet werden, zu legen, ist blöd, geht in diesem Falle aber nicht anders. Der Graphiker hat schon gut vorgearbeitet und schmiert mir buchstäblich Honig ums Maul: Nicht nur, dass ihm meine Arbeitsweise gefällt, ich bekomme auch noch ein Glas Stadthonig. Zukünftig kann ich sehr kommod vierteljährlich meinen Honig-Bedarf bei ihm decken. Ich bin froh, dass er mit meiner Arbeitsweise zufrieden ist, denn meine Vorgängerin hat große Schuhe hinterlassen. Phasenweise hatte ich das Gefühl, jahrzehntelange Weggefährten wollen mich scheitern sehen. Das wird langsam etwas besser.

Wir besprechen ein paar Änderungen am Layout, Neuerungen für das kommende Jahr, planen eine größere Veröffentlichung Anfang Juni schon mal vor, klönen viel, und gegen Mittag bin ich auf dem Heimweg. Die Änderungen mailt mir der Graphiker für den kommenden Vormittag ins Büro, und Montag geht's dann an die Druckerei. Wenn nichts dazwischen kommt, liegen wir tatsächlich im Zeitplan. Ich bin sehr entspannt.

Auf dem Heimweg kaufe ich noch ein paar Knäuel Wolle, denn zu einem Paar Handschuhe möchte ich nun doch einen Schal haben, dann sitze ich so tiefenentspannt in der U-Bahn. dass ich meine Haltestelle verpasse und das erst an der Endhaltestelle bemerke. Also umsteigen und zwei Stationen zurück - und fast wieder die Haltestelle verpassen. 

Zu Hause merke ich, wie erschöpft ich bin. Das wird sich erst ändern, wen der Pflegedienst regelmäßig zu Mudderns kommt. Ich koche Tee, freue mich als Mittagessen auf ein Ei-Brötchen, denn beim Bäcker beim alten Büro gibt's einfach die besten, mache ein bisschen im Haushalt und warte auf die Heizungsableser. Eigentlich wollte ich ein paar Blogbeiträge vorbereiten, aber ich sehe immer noch nicht richtig, denn inzwischen habe ich die Creme gegen die Entzündung im Auge. 

Immerhin: Während ich auf die Heizungsableser warte, gelingen mir ein paar schöne Schnappschnüsse von Luca samt Vater beim Fußballspielen - Futter für den anstehenden Anwaltstermin. Ich mag meinen Nachbarn nicht hinterher spionieren, aber nach zwei Jahren Bolzens auf und vor unserer Terrasse würden wir dieses Jahr gerne mal wieder die Terrasse nutzen können (es gibt in direkter Umgebung zahlreiche Flächen zum Bolzen, aber die nutzen die Herrschaften nicht).

Wäsche waschen, das tägliche Telefonat mit Mudderns, die zurzeit schon vor 18 Uhr ins Bett geht - es ist ein Kreuz. Ich hoffe, dass sich morgen etwas beim Pflegedienst ergibt. Immerhin isst Mudderns wieder - heute Lasagne mit Cranberry-Kompott. Zusammen. Ich mag's mir nicht vorstellen, aber ich muss es ja auch nicht essen. 

Wäsche waschen, der Gatte kommt nach Hause, erkundigt sich fernmündlich nach dem Gesundheitszustand des kleinen braunen Hundeviehs (schlecht, es frisst noch immer nicht), entschwindet wieder, während ich auf's Sofa falle zum Fernsehen und einen neuen Schal annadle. Als der Gatte da ist, gibt es Abendessen: Mac 'n' Cheese. Den Rest des Abends verbringe ich strickend. Bevor ich ins Bett falle, ergattere ich bei eBay ein Päckchen mit Faye-Kellerman*-Krimis. Vorm Einschlafen noch etwas lesen*, dann war's das auch schon mit diesem 5. März.

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Samstag, 2. März 2019

Samstagsplausch KW 09/19: Auf und Ab

Diese Woche war ein ständiges Auf und Ab.

Mudderns wird seit ein paar Monaten zunehmend hinfälliger, buchstäblich, und tüddeliger. Egozentrik und Exzentrik sind bei ihr inzwischen so ausgeprägt, dass sie auch als Demenz durchgehen könnten, wären die entsprechenden Untersuchungen im letzten Jahr nicht negativ ausgefallen, verhielte sie sich nicht schon seit Jahrzehnten so.

Seit einem Sturz vor fünf Wochen weigert sie sich, vor die Tür zu gehen, liegt bis mittags im Bett, steht nur auf, um die "Rosenheim-Cops" zu sehen, bleibt liegen, wenn die ausfallen, isst kaum noch was, nahm etliche Kilo ab. Da sie sich schon immer in einer Opferhaltung gefiel, nichts tun möchte, um ihre Situation zu verbessern, komme ich nur schlecht an sie heran.

Da sie sich oft widerspricht und sich alles so zurecht legt, wie sie es gerade braucht, ist es schwierig, festzustellen, wie es ihr gerade geht. In einem Moment verweigert sie Hilfe, im nächsten will sie welche haben, und überhaupt gefiele es ihr am Besten, ich führe jeden Tag zu ihr, um sie zu bespaßen.

Nur: Ich schaffe es schlichtweg nicht, jeden Tag die 80 km zu ihr zu fahren, drei bis vier sehr schwierige und anstrengende Stunden mit ihr zu verbringen, anschließend sieben Stunden zu arbeiten und noch irgendwie meinen Alltag auf die Reihe zu kriegen. Davon ab, will ich es auch einfach nicht.

In der letzten Woche bat Mudderns dann täglich darum, dass ich ihr wieder eine Betreuung organisiere. Zwei Minuten später wollte sie das selbst machen, weitere zwei Minuten später wollte sie von einer Betreuung wieder nichts wissen. So ging das jeden Tag.

Heute war ich bei ihr, schaffte es, sie aus dem Haus zu kriegen, was ohne die Hilfe einer Nachbarin, die ein paar Tage vorher mit ihr spazieren ging, nicht möglich gewesen wäre, und fuhr mit ihr zum Einkaufen.

Mudderns will allerdings keine Minute mehr alleine sein, so dass ich nicht wie sonst unsere Markteinkäufe erledigen konnte, während sie im Café mit Bekannten klönt. Nach drei Stunden war ich fix und alle. Aber immerhin gestattete sie mir, dass ich in der Küche die Glühbirnen austausche, damit es da wieder Licht gibt.

Die Glühbirnen sind seit Monaten defekt, aber Mudderns muss ja Strom sparen (meint sie) und braucht keine Glühbirnen, da sie ja Taschenlampen hat, und es fällt doch auch genug Licht durch die Terrassentür, zumindest, wenn der Rolladen oben ist, aber der bleibt unten, weil Mudderns nicht die Kraft hat, die Taste für den Motor zu halten ... Solche Baustellen gibt es gerade mal wieder im ganzen Haus. Ich traue mich kaum noch, einen Lichtschalter anzuknipsen oder einen Wasserhahn aufzudrehen, aus Angst, alles unter Wasser zu setzen.

Morgen werde ich wieder alles anschieben, dass Mudderns bald wieder eine Betreuung bekommt, durch den Medizinischen Dienst begutachtet wird. Und dieses Mal wird's durchgezogen, auch, wenn Mudderns nach ein paar Wochen der Meinung sein sollte, sie brauche keine Unterstützung mehr. Ich habe ihr gesagt, dass ich inzwischen alle Vollmachten habe, das für sie zu entscheiden, und diese Vollmachten auch nutzen werde.

Ich muss aus dem seit Monaten andauernden Panikmodus herauskommen, denn inzwischen zeigt mir mein Körper deutlich, dass ich meine Grenzen mehr als erreicht habe. Es bricht mir das Herz, mich so über Mudderns hinwegzusetzen, aber ich sehe momentan keine andere Möglichkeit.

Die Rumkugel hat einen Durchmesser von 15 cm und wiegt ein Kilo.
Ansonsten:

Termin mit dem Anwalt gemacht wegen der bolzenden Kinder auf bzw. vor unserer Terrasse, denn mit dem Vermieter kommen wir ja seit mittlerweile drei Jahren nicht weiter, und die Eltern sind auch nicht einsichtig, spielen ja selbst auf der Fläche Fußball (es gäbe auf dem Grundstück eine Fußballfläche, einen Bolzplatz in der Siedlung gegenüber und eine große Rasenfläche im Park an der nächsten Straßenecke, aber das wollen die Herrschaften nicht nutzen). Heißt: Vier Wochen Lärmprotokoll führen, Fotos zum Beweis machen und dann mal gucken, welches Vorgehen der Anwalt vorschlägt. Wie gut, dass wir sonst nichts zu tun haben.

Gespräch mit dem Chef im Rahmen der Ziel- und Leistungsvereinbarung für die kommenden zwei Jahre. War entspannt, da wir ohnehin schon öfter über alles gesprochen hatten. Ich soll nur bitte entschiedener sein bzgl. der Durchsetzung meiner Kompetenzen gegenüber der Kollegin, mit der ich mir einen Aufgabenbereich teile. Das wird sich finden, wenn wir im Sommer für diesen Bereich endlich ein Konzept erstellen und Verantwortlichkeiten festlegen, aber das wird auch anstrengend werden, da sie Kollegin sich gerne über Absprachen hinweg setzt (und mir viereinhalb Jahre lang im vorherigen Projekt gepredigt wurde, ich solle mich bitte mehr zurückhalten).

Das kleine braune Hundevieh entkam dem Sensenmann wieder mal. Donnerstag sah's so aus, als müssen sie eingeschläfert werden, fuhr es der Gatte abends in sehr gedrückter Stimmung zum Tierarzt. Die 16jährige Hündin fraß seit zehn Tagen kaum noch, fiel ständig hin, war sehr schlapp (wieso muss ich jetzt an Mudderns denken?!). Der Tierarzt stellte fest, dass die Kleine Probleme mit den Nieren hat - nichts, was man nicht mit Medikamenten in den Griff bekommt. Die Erleichterung war groß! Nun fährt der Gatte öfter nach der Arbeit mit dem Hund und Schwiegermutter, bei der das Tier lebt, zum Tierarzt. Alleine schaffen beide den Weg nicht mehr.

Bis Mitte der Woche klangen die Bjerregård-Tage nach: Es gab täglich ein Scheibchen der Ein-Kilo-Rumkugel, und Mittwoch Smørrebrød med rejer og avocado - Krabbenbrot mit Avocado.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Karminrot - danke für's Sammeln! Ich wünsche Euch eine gute Woche!