#5: den Salat gibt's mit 'n büschen was dazu in der kommenden Arbeitswoche.
#6: Theaterfein machen.
#7: Mit dem Auto brauche ich 22 Minuten ins Theater, mit dem HVV 46 Minuten plus Verspätung. Da ich weiß, dass ich einen Parkplatz vor der Tür haben werde, nehme ich das Auto.
#8: Gleich beginnt ein schöner Abend auf dem Theaterschiff.
#9: 30 Minuten nach der Vorstellung gibt es Abendessen.
Mittwoch, Yom Kippur, höre ich auf dem Weg von einer Besprechung zur anderen kurz vom antisemitischen Anschlag mit zwei Toten in Halle. Mir fehlen die Worte. Und Gin. Ich brauche im Büro unbedingt Notfall-Gin.
Donnerstag stecken mir die Nachrichten aus Halle noch in den Knochen und ich überlege morgens tatsächlich kurz, ob ich wie jeden Tag das Armband mit dem Magen David tragen soll. Ich bin auf dem Weg zu meinem aus Palästina stammenden Augenarzt. In der Praxis sind Menschen, deren Vorfahren vor langer oder kurzer Zeit mal aus Russland, der Türkei, dem Mittleren Osten oder von sonst woher kamen, Menschen, die in Hamburg geboren wurden oder auch nicht, Frauen, die Kopftuch tragen oder auch nicht - und ich mit meinem Magen David. Ich möchte in keine andere Augenarzt-Praxis.
Gott sei Dank müssen meine Augen im Moment nicht gelasert werden. Meine aktuellen Sehstörungen kommen vom Stress. Ach was.
Um meine Nerven und mich zu beruhigen, treffe ich mich zu Karamell-Kaffee und Lütticher Waffel mit Kollegin I, denn der Augenarzt ist praktischerweise neben dem alten Büro. Kollegin I schüttet ihr Herz aus, und ich bin froh, dass ich mich vor zwei Jahren entschied, mir einen anderen Job zu suchen, denn Kollegin II mobbt weiterhin jeweils die Person, die meine alte Funktion innehat, ohne dass die Chefs dagegen vorgehen. Dabei befand meine Ex-Chefin doch, Ursache für die schwierige Situation im Büro sei ich, müsste doch alles gut sein, seit ich weg bin ....
Meine ehemalige Stelle ist inzwischen zum zweiten Mal nachbesetzt, und ich bin gespannt, wie lange es bis zur nächsten Ausschreibung dauert. Wenn die Chefs klug sind, verhindern sie, dass meine aktuelle Nachfolgerin geht, denn aufgrund ihrer Erfahrung auf gleicher Stelle in einem anderen Bundesland ist sie ein Sechser im Lotto.
Kurz zum Inhalt: Ein Sicherheitsmann rettet eine Frau vor einem vermeintlichen Vergewaltiger. Der mutmaßliche Täter ist ein geflüchteter Marokkaner. Er stirbt. Die Gerettete ist Journalistin. Sie wittert eine Story und wirft dem Sicherheitsmann Rassismus vor, denn es ist nicht das erste Mal, dass er einen Zuwanderer schlägt. Für die Nachbarschaft wird er zum Helden, schützt doch endlich mal jemand deutsche Frauen. Sein Sohn, ein Rechtsextremer, sitzt wegen eines rassistischen Angriffs im Gefängnis und sorgt dafür, dass der Vater Kontakt zu Rechtsextremen bekommt. Schnell wird der Vater ihr Sprachrohr.
Das Stück von Lars Werner zeigt eindrücklich, wie weit Nazis und Rassisten schon wieder in die Mitte von Gesellschaft, Verwaltung, Kirche und Politik vorgedrungen sind, wie sehr sie unsere Gesellschaft vergiften. Angesichts des Terroranschlags in Halle am Vortag erhält die zurückhaltende, moderne Inszenierung noch mehr Aktualität. Leider war das Theater nur zu einem Drittel gefüllt. Ich kann nur sagen: Guckt euch diese Inszenierung an! Unbedingt!
Das Ensemble, allen voran Rune Jürgensen als Sohn, der seinen Vater zu den Rechtsextremisten bringt, ist ausgezeichnet. Viele Monologe der kargen, modernen Inszenierung gehen unter die Haut. Bei der subtil rechts-rassistisch vergifteten Grabrede, die der Sicherheitsmann am Grab des durch seine Hand gestorbenen Marokkaner halten darf, dachte ich noch, das sei Fiktion.
Gestern wird die Gedenkveranstaltung für die Toten des antisemitischen Anschlags in Halle unterbrochen, damit ein Vertreter des blaubraunen Packs, ein geistiger Brandstifter des Attentäters, dort reden darf. So schnell wird die Fiktion zur Realität.
Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Frau Karminrot. Vielen Dank für's Sammeln! Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und eine gute Woche!
Mit Beginn der Theaterspielzeit könnte ich mich klonen, denn viele Produktionen muss ich beruflich sehen, manche möchte ich privat sehen, und das führt dazu, dass ich aktuell jeden Abend ins Theater gehen könnte.
Aber natürlich wähle ich aus, kann mir die Theaterbesuche mit einer Kollegin teilen (wen wir nicht gemeinsam gehen) und denke manchmal, das Stück läuft hoffentlich noch länger, das gucke ich später.
Zu den Produktionen, auf die ich mich wirklich freute, gehört "Herzlich willkommen", der vierte Teil der Kempowski-Saga im Altonaer Theater. Da war ich am Mittwoch, und wie beim dritten Teil, den ich im April sah, lautet mein Fazit: Hin da!
Das Stück setzt da ein, wo "Ein Kapitel für sich" endet. Walter Kempowski wurden nach acht Jahren Haft aus dem Gefängnis in Bautzen entlassen und geht zu seiner Mutter Grethe nach Hamburg. In Rückblenden wird der Gefängnisalltag in Bautzen beschrieben, wo Bruder Robert noch immer einsitzt.
Während Grethe Kempowski sich schnell einlebt, tut sich Walter schwerer. Ohne Ausbildung, ohne Ziel und Geld fühlt er sich von den Menschen, mit denen er es zu tun hat, nicht anerkannt und als Bürger zweiter Klasse. Er beginnt sein Studium, doch die Jahre in Bautzen haben ihre Spuren hinterlassen. Immer wieder erliegt er Anfällen von Melancholie. Doch in Göttingen, seiner Studienstadt, findet er die Frau fürs Leben und eine berufliche Perspektive: Er wird Dorfschullehrer und ist damit in jener Gesellschaft angekommen, die ihn als Ex-Häftling am Anfang keineswegs herzlich willkommen heißen wollte.
Axel Schneider ist eine unwahrscheinlich dichte und facettenreiche Darstellung der Nachkriegszeit gelungen, ohne Längen und mit viel Tempo. Das Ensemble um Johann Richter, der Walter Kempowski verkörpert, ist grandios. Schade nur, dass so wenig Besucher den Weg in diese ausgezeichnete Inszenierung finden. Ich wiederhole mich: Hin da! In zwei Wochen gibt es das Kempowski-Wochenende, eine gute Gelegenheit, alle vier Stücke nacheinander zu sehen.
Ansonsten habe ich mich über die Kollegin, die stets verneint, geärgert, denn sie fiel vor einem Vierteljahr wieder in ihr altes Verhaltensmuster zurück und ist entweder krank oder im Urlaub oder im Urlaub krank. Jetzt hatte ihre Laden-Kollegin elf Tage Urlaub, und prompt machte sie sich seit Wochen verrückt, weil sie im Laden vertreten müsse. Sie fühlt sich dadurch total gestresst und befürchtet, die Vertretung nicht zu schaffen.
Ich habe mal nachgerechnet: Von den 11 Urlaubstagen der Kollegin sind 5 Wochenende / Feiertag; 1 Tag hat die Kollegin frei wg. Teilzeit (Ladendienst: ich) und an 5 Tagen hat sie regulär ohnehin Ladendienst, egal, ob die andere Kollegin da ist oder nicht. Vertretungstage für sie: 0.
Die Kollegin zog es allerdings vor, krank zu werden, so dass das Team sie vertreten musste. Immerhin, gestern gesundete sie wieder, so dass Chef mich morgens ansmste, ich könne zu Hause bleiben.
Ich mag die Kollegin sehr gerne, aber das ist einfach unwahrscheinlich anstrengend. Ich habe absolutes Verständnis für Krankheit, falle zurzeit selbst viel aus, weil meine Migräne Party feiert, aber bei der Kollegin ist einfach ein Muster zu erkennen, das sie seit Jahren durchzieht. Hinzukommt, dass sie gegen die Beschwerden, die sie tatsächlich hat, nichts macht, weil sie jede Behandlungsform außer Bachblüten und Globuli ablehnt. Nun ja, ihre Verrentung in zwei Jahren ist einigermaßen absehbar.
In Planung unseres Februar-Urlaubs guckte ich gestern nach dem kleinen Häuschen in Bjerregård, in dem wir viele Jahre gerne urlaubten. Es hat nur wenig Komfort und ist winzig, aber für uns ist es einfach das schönste Ferienhaus. Wir fühlen uns dort zu Hause, und da der Gatte meinte, er könne sich ein Haus ohne Whirlpool vorstellen, suchte ich jetzt gezielt nach dem Haus - vergeblich: Im letzten Sommer ist das Haus abgebrannt, bis auf die Grundmauern.
Ich bin traurig, denn selbst, wenn dort wieder ein Haus gebaut wird, wird es sicher nicht mehr das alte hyggelige Häuschen sein, sondern zeitgemäßen Komfort bieten.
Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Ein schönes Wochenende und eine gute Woche!
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm.
Wurde es aber.
In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.
Am Thalia Theater arbeitet 1933 Otto "Otje" Gröllmann als Atelier- bzw. Ausstattungsleiter und Bühnenbildner. Der 31jährige Hamburger hat eine bewegte Biographie: Als 20jähriger wird er Mitglied der KPD, steht in engem Kontakt zu Willi Bredel und Ernst Thälmann. Ein Jahr, 1923, später nimmt Gröllmann am Hamburger Aufstand teil. Ziel ist ein Umsturz nach dem Vorbild der russischen Oktoberrevolution. Der Aufstand wird sofort niedergeschlagen. Konsequenterweise engagiert sich Gröllmann früh gegen die Nationalsozialisten, ahnt, was es bedeutet, sollten sie an die Macht kommen. Als sie an der Macht sind, darf Gröllmann seinen Beruf als Ausstattungsleiter nicht mehr ausüben, bleibt aber weiter als Bühnenbildner am Thalia. Ende 1933 wird Gröllmann aufgrund seines Widerstands verhaftet und zu 17 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Entlassung hält er sich mit Arbeiten am Theater und auf dem Bau über Wasser und schließt sich wieder seinen Genossen an, darunter auch Robert Abshagen. Gröllmann setzt seine Widerstandstätigkeit als Teil der Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe fort. Mit etwa 300 Mitgliedern in etwa 30 Betrieben und Werften, die über die ganze Stadt verteilt sind, ist es die größte Widerstandsgruppe in Hamburg. Die Männer und Frauen kannten sich untereinander nicht alle, sondern waren über Kontaktleute miteinander verbunden. So soll verhindert werden, dass die ganze Gruppe aufflog, wenn ein Mitglied verhaftet wurde. 1938 wird Gröllmann Atelierleiter und Bühnenbilder am Thalia Theater und bringt dort das Archiv der Widerstandsgruppe unter. Bis Oktober 1942 bleibt es im Theaterversteck. Kurze Zeit später wird Gröllmann erneut verhaftet, bei Verhören schwer gefoltert und im März 1943 ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Hier erlebt er den Hamburger Feuersturm im Juli 1943. Im darauffolgenden Chaos, das auch vor den Behörden nicht Halt macht, wird der 41jährige vorübergehend entlassen, wollte nach Schweden oder in die Schweiz fliehen, was beides misslingt. Gröllmann bleibt weiterhin im Widerstand aktiv: Er schließt sich einer Gruppe an, die bis zur Befreiung im Mai 1945 Flugblätter gegen das NS-Regime herausgibt. In der ganzen Zeit ist er ohne festen Wohnsitz, lebt im Wald, gelegentlich in einer Jugendherberge, kommt manchmal bei Genossen unter. So kann er sich einer erneuten Verhaftung entziehen.
Die Gedenktafel am Thalia-Theater für Otto Gröllmann und die Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe.
Nach der Befreiung arbeitet Gröllmann wieder am Thalia-Theater, heiratet die Theaterfotografin Gertrud, von der nur wenig Informationen vorliegen. Am 5. Februar 1947 bringt Gertrud Gröllmann Tochter Jenny zur Welt. Sie wird später Schauspielerin. 1949 übersiedelt die Familie in die SBZ, die spätere DDR. Otto Gröllmann arbeitet weiterhin an Theatern in Schwerin und Dresden. Auch in der DDR ist er kein Bequemer, übt wiederholt Kritik am Honecker-Regime, erhält aber dennoch den Vaterländischen Verdienstorden und kann im April 1988 zur Enthüllung der Gedenktafel am Thalia-Theater nach Hamburg reisen. Zwei Wochen vor zwei 98. Geburtstag stirbt Otto Gröllmann am 12. Juli 2000 in Berlin.
Heute muss ich eine Stunde später im Büro sein, denn ich bin xfache Urlaubs- und einfache Krankheitsvertretung und im Laden eingesetzt - die Kollegin, die stets verneint, ist krank. Ihre Vertretung hat Urlaub, deswegen bin ich wenig überrascht, denn dass sie dann krank ist, ist üblich. Da beide Chefs heute frei haben, rechne ich zudem mit der Krankmeldung der Montagskollegin - zu recht, wie sich später zeigt, als ich im Büro bin. Auch das ist üblich. Was wohl wäre, fiele ich auch aus? Stattdessen komme ich einfach nur eine Stunde später, um nach der Arbeit direkt ins Theater zu gehen.
Geplant war, dass ich früh aufstehe, vormittags ein bisschen Hausarbeit mache (der Gatte und ich sind immer noch so eingespannt, dass zu viel liegen bleibt, wir mehr als erschöpft sind), aber ich verschlafe und hätte auch noch weiter geschlafen, hätte mich der Gatte nicht geweckt, als er zu Arbeit ging.
So schaffe ich es nur noch, die Wäsche auf der Leine zu wechseln, nach den Rotkehlchen zu gucken, die Terrassenmöbel so umzustellen, dass das Nest einigermaßen katzensicher ist (gestern musste ich eine Katze verscheuchen, die das Nest ausräubern wollte) und einen Dip für die Mittagspause zu machen.
Die Fahrt ins Büro ist weniger anstrengend als in den Tagen davor. Ich bekomme sogar einen Sitzplatz in beiden Bussen, und die S-Bahn fällt nicht aus. Am Bahnhof kaufe ich Fiscelle für den Dip und ein Marzipan-Croissant. Ich habe noch nicht gefrühstückt. Dementsprechend kaufe ich mehr, als ich essen kann.
Im Büro gehe ich kurz die eMails durch, mache mir Tee, denn im Laden gibt es aktuell nichts zu trinken (zum Glück ist es nicht mehr heiß), und dann muss ich auch schon in den Laden. Die Lieblings-Laden-Kollegin verschlief und trudelt exakt zur Ladenöffnung ein, als ich gerade überlegte, ob ich in ihrer Abteilung nachfragen soll, was mit ihr ist. Wir gestalten uns die Ladenzeit gemütlich, haben gut zu tun und müssen, wie so oft freitags, die Kunden zum Ladenschluss mit sanftem Nachdruck zum Gehen bewegen.
Während die Kollegin sich noch um ihre Abrechnung kümmert, gehe ich zurück ins Büro, um noch drei Stunden zu arbeiten. Wie am Freitag üblich, bin ich als einzige noch um diese Uhrzeit da. Es wird länger. Ich muss mich sputen, damit ich rechtzeitig bei der Verabredung bin und trotzdem noch den benötigten Reißverschluss kaufen kann.
Abendessen beim Italiener, dann ab ins Thalia Theater zu Bodo Wartkes "Ödipus". Vor dem Theater steht eine Bettlerin. Ich frage sie, ob sie das zu viel gekaufte Brot oder das Marzipan-Croissant haben möchte. Sie entscheidet sich für das Croissant - "Ist leichter zu essen, die Zähne ..." - aber erst, nachdem sie sich vergewisserte, dass sie mir auch ja nichts weg nimmt. Verkehrte Welt.
"Ödipus" ist großartig. Wartke ist sicht- und hörbar nervös ob des großes Hauses, schafft es aber, das Publikum mitzureißen und zum Mitsingen zu animieren.
Unkomplizierte Heimfahrt, wenngleich Bangen in Altona, ob mein Anschluss womöglich ausfällt, da er plötzlich von der Anzeige verschwindet. Aber der Bus kommt dennoch. Die Busfahrerin weist sehr energisch auf den SEV hin, denn seit dem Beginn einer Streckensperrung vor eine Woche sind die Linienbusse so überfüllt, das reguläre Fahrgäste kaum noch mitkommen, während die SEV-Busse oft leer fahren.
Zwei Minuten vor Mitternacht steige ich an der heimischen Bushaltestelle aus. Nach Hause werde ich erst nach Mitternacht kommen.
Die letzten vier Wochen waren unwahrscheinlich arbeitsintensiv, und gleichzeitig knockte mich das Wetter immer wieder aus. Meine Migräne feierte Parties. Meine Konzentration reichte maximal für's Büro, weswegen es im Blog etwas ruhiger war.
Das Mammutprojekt ist geschafft, kostete mich aber vermutlich zwei Zähne - mal gucken, was der Zahnarzt übermorgen sagt. Aber es ist geschafft, und ich kann mir selbst auf die Schulter klopfen.
Es gab viel Lobhudelei, und beim Pressetermin eine Elegie meines Ex-Chefs darüber, dass er es oft bedauere, dass ich nicht mehr für ihn arbeite, er sich aber freue, dass das Mammutprojekt jetzt in professionellen Händen sei. Ein Pressevertreter jammerte mir die Ohren voll, dass es im Büro nicht mehr rund liefe, seitdem ich nicht mehr da bin, was ich natürlich auch gerne hörte, aber einzuordnen weiß.
Blaumann I hatte sichtlich Spaß, und am Schluss gingen viele kleine und große Menschen glücklich nach Hause. Viele, die das Projekt seit Jahren begleiten, waren erstaunt, wie anders so ein Pressetermin ablaufen kann, wenn man einfach mal die Zielgruppe einlädt, für die das Produkt ist.
Einen Tag, bevor die Druckmaschinen anliefen, schloss ich die Zeitplanung für das nächste Jahr ab, begannen wir damit, die Neukonzeption in die Wege zu leiten. Momentan bin ich dabei, die Neukonzeptionen für die beiden anderen Projekte, die ich betreue, in die Wege zu leiten. Langweilig wird's also nicht.
Seit diesem Monat ist das Team wieder komplett: Die Nachbesetzung meiner Stelle konnte endlich zu uns versetzt werden. Sie scheint nett zu sein, ist zudem beim FC St. Pauli engagiert und ein Antifa-Urgestein - besser könnte es nicht kommen. Mein Themenbereich wird bei ihr in guten Händen sein, was mich freut.
Der Kollegin, die stets verneint, schmeckt das so gar nicht, denn was bei mir nur im Raum schwebte, aber nicht umgesetzt wurde, wird nun wahr: Sie bekommt eine direkte weisungsbefugte Vorgesetzte. Sie meldete sich prompt krank. Dabei will ihr niemand etwas böses, im Gegenteil, sie wird entlastet, aber das ist nun auch wieder verkehrt. Immerhin: Sie hielt fast ein Jahr tapfer durch! Ich hoffe sehr, dass sie sich wieder fängt.
Diese Woche waren wir zwei Tage auf einer Messe - die Montagskollegin meldete sich prompt für die gesamte Woche krank, wie üblich parallel zur Kollegin, die stets verneint. Da ich in den letzten anderthalb Jahren lernte, ohnehin nicht mit ihr zu rechnen, überraschte es mich nicht (und auch sonst niemanden). Insgesamt war es aber recht entspannt, nur die Abteilung, mit der wir uns den Stand teilten, sorgte für Chaos. Unsere Angebote wurden gut angenommen, und es war einfach schön, engagierte Jugendliche zu erleben.
Dienstag klingte die Nachbarin und brachte mir "Mehr als die Erinnerung*" von Melanie Metzenthin*. Das Paket lag seit Tagen bei ihr, weil der Zusteller keine Nachricht hinterließ, und ich wunderte mich schon, wo es bleibt. Das Rezensionsexemplar ist ausgesprochen liebevoll verpackt, und ich gehöre zu den Glücklichen, bei denen die Hortensie heil blieb. Ich bin schon sehr gespannt auf das Buch!
Mittwoch Abend ging's in das Musical "Carrie" im First Stage Theater. Ich kenne weder das Buch noch den Film (für mich ist "Bambi" schon ein Horrorfilm, da ist Stephen King erst recht nichts), wusste nur, dass das Thema "Mobbing" im Mittelpunkt steht, nicht der Horror, und war gespannt, was mich erwartet. Die Produktion ist einfach nur großartig! Hin da!
Freitag hatte ich eine rührende Begegnung in der S-Bahn: Mir gegenüber saßen vier Mädchen auf HVV-Rallye und aßen Futter vom Schotten, als ein Bettler durch die Wagen ging. Eines der Mädchen ging zu ihm und gab ihm einen Burger. Er war sichtlich gerührt, blieb verdattert stehen und sagte "Ich würde viel lieber euch etwas geben, ich hab' nur nichts." Die Mädchen freuten sich über seine Freude. Das war einfach schön.
Als er weiter gegangen war, überlegten die Mädchen, was sie noch an Essen dabei haben und weitergeben können, rechneten zusammen, wie viel Geld sie dabei haben, wie viele Brötchen sie dafür kaufen können, kamen auf vier Brötchen und acht Euro und beschlossen, jedem Bettler, den sie unterwegs treffen, etwas zu essen zu geben. Das rührt doch das Herz!
Gestern konnten wir endlich zwei Wochen Mallorca buchen! Es geht wieder nach Port d' Alcúdia, allerdings in ein anderes Hotel. Wir freuen uns beide schon sehr! Ich hätte bis letztes Jahr nie gedacht, wie gut uns ein Badeurlaub tut. Abends waren wir in "Rotkäppchen und der böse Wolf" von Martin Mosebach im Schauspielhaus. Mein Stück war's nicht, aber es war schön, mal wieder mit dem Gatten unterwegs zu sein und danach noch lange mit ihm draußen zu sitzen - wir mögen diese langen, hellen und lauen Nächte sehr.
In den letzten Monaten kam ich nicht dazu, am Samstagsplausch bei Andrea teilzunehmen. Mal schauen, ob ich das ändern kann.
Teil der "Hear Wor(l)d"-Installation.
Gestern Mittag war ich auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz zur Vorstellung des Schüler-Kunstprojekts "Hear Wor(l)d", das im Rahmen der Lessingtage des Thalia Theaters stattfindet.
Detail.
1.500 Schülerinnen und Schüler von der 3. bis zur 13. Klasse aus Hamburg und umzu haben Biographien von Gleichaltrigen aus aller Welt recherchiert und geben ihnen auf Spiegelfolie eine Stimme.
Blick auf eine der Ausstellungstafeln.
Bis Anfang Februar bleibt die Installation stehen. Sie findet sicher das Interesse vieler Passanten. Gefreut habe ich mich, dass am Tage der Eröffnung das Wetter aufklarte. Es war kalt und sonnig, ein schöner Unterschied zu dem Dauerregengrau der letzten Wochen. Und durch die Sonne, die sich in den Spiegel bricht, bekommt die Installation gleich noch mehr Aufmerksamkeit.
Nach einer kurzen Eröffnungsansprache brachten Jugendliche Aufkleber mit Zitaten an den Stelltafeln an.
Ansonsten wurde Dienstag mal wieder mein linkes Auge gelasert. Das war nicht ganz so arg wie beim rechten in der Vorwoche, nahm mich aber trotzdem mehr mit, vielleicht, weil das Auge schon so oft gelasert wurde. Mein Hausarzt hatte mir in der Vorwoche K.o.-Tropfen verschrieben, die echt was brachten (nein, das mit den K.o.-Tropfen ist kein Scherz). Der Augenarzt brauchte für den Eingriff in der Vorwoche dennoch 12 Minuten statt der üblichen 3, aber am Dienstag schlug ich mich ganz wacker, fand ich. Zumindest konnte der Arzt in einem Zug durchlasern.
Gott sei Dank hatte ich bei beiden Terminen Begleitung. Die war auch schon aufgrund der K.o.-Tropfen notwendig - ich lallte und war taumelig. Dienstag kam eine liebe Freundin mit, und als der Augenarzt nach der OP mitbekam, dass sie mal wieder zu einem müsste, meinte er trocken: "Tauschen Sie mal die Plätze". Schwupps untersuchte er sie, soweit es in der Laser-Praxis ging und gab ihr einen Termin zum Besuch in seiner regulären Praxis mit. So schnell kann man zu einem Facharzttermin kommen!
Donnerstag buchten der Gatte und ich eine Woche Ferienhaus-Urlaub, wieder in Bjerregård, diesmal in erster Dünereihe, direkt an einem Aufgang. Da sollte sogar ich den Weg an den Strand finden, wenn ich mal alleine los möchte. Wir freuen uns sehr, denn die freien Tage zwischen Weihnachten und Silvester waren nur wenig erholsam.
Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln! Wir starten spät in den Tag: Mir sitzt die kurze, aber heftige Arbeitswoche in den Knochen, und der Gatte ist durch eine Entzündung und das Medikament dagegen angeschlagen. Am frühen Nachmittag machen wir die Wochenplanung, dann fährt der Gatte einkaufen. Wir brauchen eigentlich nur Milch und Koriander, das schafft er auch alleine. Ich lege mich noch mal eine Stunde hin. Der Gatte bringt Kuchen mit, wir trinken Tee, ich male mir ein Lächeln auf, der Gatte legt sich hin. Als ich zum Bus gehe, schließe ich leise die Tür, um den Gatten nicht zu wecken, aber der wird trotzdem wach, sprintet zum Auto und sammelt mich an der Bushaltestelle auf, weil: "Ich hab' dir doch gesagt, ich fahr' dich!" So sind wir im Handumdrehen und ganz kommod bei Schwiegermutter, Tante und den Hunden. Die Hunde werden abgeliebelt, dann sind auch die Damen theaterfein, und der Gatte bricht wieder auf. Schwiegermutter liest die Uhr falsch ab und scheucht uns zum Bus, so dass wir einen früheren als geplant erreichen und entsprechend früh in der Kammeroper im Allee Theater sind. Zu unserer Überraschung sind im Bistro alle Tische besetzt! Das Team ist aber so nett, uns in der Bar im Foyer einen Tisch für die Pause zu reservieren, und ich notiere gedanklich, beim nächsten Kartenkauf gleich einen Tisch zu reservieren. Die Besucher trudeln langsam ein, nicht ganz so aufgerüscht wie in der großen Oper, aber zumindest doch so, dass eine Frau und ein Mädchen aus der Masse herausstechen. Schwiegermutter schürzt ungehalten die Lippen angesichts ihrer eher abgetragenen Alltagskleidung und des Turnbeutels, in dem das Mädchen ihre Habseligkeiten dabei hat, aber ich vermute, die beiden haben sich die Tickets erspart. Sie zählen Kleingeld, stellen erfreut fest, dass es für zwei Brezen reicht, und setzen sich damit vorsichtig auf die Kante der neuen Sofas im goldglänzenden Foyer. Heute Abend gibt's "Die lustige Witwe". Die Vorstellung ist wunderbar, das Ensemble, allen voran Miriam Sharoni, eine ideale Besetzung für die Gräfin Glawari, und Titus Witt, ebenfalls ideal für Graf Danilo, ist voller Spiel-, Sanges- und Tanzlust. Lehár sorgte für viele Ohrwürmer, und ich gucke mich mehrfach um, weil ich erwarte, dass um mich herum geschunkelt und geklatscht wird, aber man wahrt die hanseatische Etikette. In der Pause erfreuen wir uns an wohltemperiertem Grauburgunder und an Elsässer Flammkuchen. Frau und Mädchen knabbern wieder an Brezen, und ich mache mir gedanklich Notizen für den kommenden Bürotag, denn im neuen Projekt beschäftige ich mich u.a. damit, Jugendliche ins Theater zu bekommen, wobei mir besonders die am Herzen liegen, die wenig Geld für Theaterbesuche haben. Ich habe die Zeiten, in denen ich rechnen musste, ob ich lieber was Gutes esse oder mir eine Opernkarte kaufe, nicht vergessen. Oft fiel die Entscheidung für die Operkarte. Ich notiere, dass es zu jeder Karte eine Pausen-Brezel geben muss. Nach der Pause legen Ensemble und Stück noch mal ordentlich an Tempo zu, und ich wundere mich, dass es das Publikum auf den Sitzen hält, dass nicht beim Schlussapplaus nach Zugaben gerufen wird. "Die lustige Witwe" wird noch bis zum 27. Januar gespielt, Tickets gibt's hier. Hin da! Musik- und weinselig geht's nach Hause zurück. Die Busfahrt könnte entspannt werden, allein, der Busfahrer muss aufgrund einer Straßensperrung durch einen Unfall eine Umleitung fahren. Er gibt sich Mühe, alle Fahrgäste so abzusetzen, dass sie weiterkommen, aber einer jungen Frau samt Kleinkind im Kinderwagen reicht das nicht. Sie attackiert den Busfahrer sehr aggressiv verbal und, als wir den Busfahrer verteidigen, auch uns. Der Busfahrer versucht, eine Lösung für sie zu finden, aber sie beharrt darauf, er müsse den regulären Linienweg fahren, weil sie den Kinderwagen dabei habe, was der Busfahrer aufgrund der Straßensperrung nun mal nicht kann. Und an einer der Bushaltestellen an der Hauptstraße will sie auch nicht aussteigen - sie habe den Kinderwagen dabei, das sei ihr nicht zuzumuten. An der Endhaltestelle dreht sie noch mal richtig auf, fotografiert uns alle und will den Busfahrer anzeigen. Ich gebe dem Busfahrer sicherheitshalber meine Visitenkarte, falls es zu einer Anzeige kommt, sage der pöbelnden Frau sehr ruhig, dass sie mir leid tut, weil sie weder Anstand noch Respekt kennt, winke ihr zum Abschied zu und bringe Schwiegermutter und Tante den jetzt sehr langen und für die beiden Frauen sehr anstrengenden Weg nach Hause - pöbelnde Frau und verschrecktes Kleinkind im Kinderwagen eisern hinter uns her. Am Taxistand steht ein Wagen, aber Schwiegermutter besteht darauf, zu Fuß zu gehen, und Tante, die kaum laufen kann, muss mit. Irgendwann wird die Frau des Pöbelns müde, sind Schwiegermutter und Tante sicher zu Hause. Da die pöbelnde Frau aber in Sichtweite bleibt, uns beobachtet und sich in Bewegung setzt, als sie sieht, dass ich mich alleine auf den Weg zur Hauptstraße mache, angle ich lieber das Telefon aus der Tasche und gebe die 110 wählbereit ein. Ich bin nicht ängstlich, aber die Dame ist mit 'ne Spur zu aggressiv und unberechenbar. Ich atme erst auf, als ich an "meiner" Bushaltestelle bin, dort einige Leute sind und die Pöbel-Frau abschiebt. Ihr Kind tut mir leid. Ich wünsche ihm, dass es Menschen hat, die ihm gut tun. Ohne uns zu verfolgen, wäre die Frau sicher schon lange in einem anderen Bus nach Hause und das Kind im Bett. Zwanzig Minuten später schleiche ich mich in die Wohnung, aber der Gatte schläft doch noch nicht und fragt besorgt, warum ich ihn nicht zur Hilfe gerufen habe, als er hört, warum ich so spät komme. Er hätte uns doch von der Haltestelle abgeholt und nach Hause gefahren ... Nun ja, ich wähnte ihn schlafend. Mit Strickzeug und einem Glas Arak auf's Sofa, Der Kommissar gucken - aber jetzt ist eigentlich schon der 6. Januar.
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm.
Wurde es aber.
In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.
Heute die Hamburger Kammerspiele, einst Sitz einer jüdischen Loge und des Jüdischen Kulturbunds.
Seit der Befreiung 1945 ist das Gebäude in der Hartungstraße 9 bis 11 fest mit den Hamburger Kammerspielen verbunden - und, zumindest für mich, auch mit der Schauspielerin und Intendantin Ida Ehre. Ich hatte das große Glück, sie dort noch auf der Bühne erleben zu dürfen und von ihrer Idee des "Theaters der Menschlichkeit", das im Zeichen der Versöhnung steht, geprägt zu werden. Sie fehlt. Sehr. Anfang des 20. Jahrhunderts befindet sich in der einstigen Pfennigschen Villa die jüdische Henry-Jones-Loge. An sie erinnert bis heute der historische Logensaal in den Kammerspielen. Die Loge wird schnell der Mittelpunkt des jüdischen Lebens der Hansestadt.
Etwas versteckt im Foyer: Die Gedenktafel für das ehemalige Jüdische Gemeinschaftshaus.
Als Folge der Weltwirtschaftskrise wird das Gebäude 1930 an den Bau-Verein Hamburger Anthroposophen verkauft. Mit der Machtübernahme 1933 wird die Anthroposophie verboten. Das Gebäude wird geräumt und versiegelt und soll verkauft werden, aber durch die Belastung mit einer Hypothek findet sich kein Käufer. Die Gestapo verkauft das Gebäude 1937 an die Jüdische Gemeinde. Der Jüdische Kulturbund zieht ein. Der Jüdische Kulturbund ist für die meisten jüdischen Hamburgerinnen und Hamburger die einzige Möglichkeit, am Kulturleben teilzunehmen, denn der Besuch von Kino. Theater, Oper wird ihnen sukzessive verboten. Den jüdischen Künstlerinnen und Künstlerin wird es ebenso schrittweise verboten, mit Nichtjuden aufzutreten. Es dürfen ausschließlich Werke jüdische Autorinnen und Autoren aufgeführt werden.
Im Treppenhaus und im historischen Logensaal informiert eine Ausstellung über die jüdische Geschichte des Hauses.
Die Bedeutung des Jüdischen Kulturbundes ist kaum zu überschätzen: Die dort stattfindenden Veranstaltungen sind weinige Möglichkeiten der Begegnung, Zerstreuung und Unterhaltung für die jüdischen Hamburgerinnen und Hamburger inmitten einer ihnen meistens feindlich eingestellten Umwelt, inmitten von Verfolgung und Tod. Zwei Jahre später wird der Jüdische Kulturbund in Hamburg von den NS-Behörden aufgelöst, wiederum zwei Jahre später, im September 1941, auch reichsweit. Vier Wochen später beginnen die Deportationen jüdischer Deutscher in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager. In den Räumlichkeiten der Hartungstraße wird eine Proviant- und Versorgungsstelle für die Deportationen eingerichtet. Im Juli 1942 ist hier auch der Sammelpunkt für eine Deportation (hier klicken für weitere Informationen). Ein Jahr später zieht das Thalia-Theater ein, nachdem sein Gebäude von Bomben getroffen wurde.
Unübersehbare Erinnerung an zwei, die die Kammerspiele prägten.
Am 3. Mai 1945 befreien die Briten Hamburg. Sieben Tage später beschlagnahmen sie das ehemalige Jüdische Gemeinschaftshaus, und bald gelingt es Ida Ehre, das Gebäude zu pachten. Am 10. Dezember 1945 eröffnen die Hamburger Kammerspiele mit dem Stück "Leuchtfeuer" von Robert Ardrey. Zwei Jahre später wird das Heimkehrerdrama "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borcherturaufgeführt - ein Meilenstein der Theatergeschichte. Aber das ist eine andere Geschichte.
Stolpersteine erinnern an die Deportation von Charlotte Gurwitsch, Benjamin Helfer, Brunhilde Helfer, Charlotte Levi, Richard Levi und Kurt Silberstein am 15. Juli 1942 aus der Hartungstraße nach Theresienstadt.
#pmdd steht für "Picture my Day Day", und der fand am 13. Dezember 2018 zum 29. Mal statt, diesmal veranstaltet von Frau Schnipselich - vielen Dank dafür!
In 31 Bildern nehme ich Dich mit in einen Arbeitstag - bislang war ich den den #pmdd's entweder krank oder es war Wochenende.
Meine Arbeitstage beginnen oft spät, so auch heute. Ich stehe allerdings meistens mit dem Gatten auf, damit wir noch zusammen Kaffee trinken können, bevor er los muss. Sein Arbeitstag beginnt zwei Stunden vor meinem.
Wenn er sich auf den Weg gemacht hat, kann ich ein bisschen kruschteln und mich um den Haushalt oder das Abendessen kümmern. Ab Januar wird sich das ändern, dann muss ich früher im Büro sein. Also genieße ich die letzten Tage, an denen ich vor der Arbeit noch 'n büschen trödeln kann.
Gucken, wie die Nacht war.
Frühstück.
Auf den ersten Termin des Tages vorbereiten.
Die 52-Wochen-Challenge für diese Woche abhaken.
Die schon für letzte Woche angekündigte Straßensperrung ist da.
Bushaltstellenwarteblick Nummer eins.
Bushaltestellenwarteblick Nummer zwei.
Umsteigen in die U-Bahn.
Zeit überbrücken.
Verwilderte Kunst am Wegesrand.
Notiz an mich: Den Gatten fragen, ob er weiß, dass es hier ein Modellbahngeschäft gibt.