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Montag, 28. Oktober 2024

#12von12 im Oktober 2024

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! Diesmal bin ich urlaubs- und stressbedingt zu spät für die Party.

#1: Aufstehen!

#2: Am vorletzten Urlaubstag registriere ich, dass wir vom Balkon das Meer sehen können ...

#3: Mal gucken, wann die Postkarten ankommen. 

Heute ist Sonnabend und unser vorletzter Urlaubstag auf Mallorca. Als wir dort zuletzt im September 2022 waren, rechnete ich nicht damit, dass wir nochmal auf der Insel urlauben würden, denn das Klima war zu tropisch für den Gatten. Als er dieses Jahr sagte, er wolle wieder nach Mallorca. entschieden wir uns, im Oktober zu fliegen, weil dann die Wahrscheinlichkeit für tropische Temperaturen geringer ist. Leider ist dann das Wasser kalt - ich wusste nicht, wie kalt 24 Grad sein können ... 

#4: Frühstück. Die Sesamkekse werde ich vermissen. Und: Natürlich gab's vor dem Gebäck noch ein vernünftiges Frühstück.

#5: Obst für den Strandtag schnibbeln. Der Gatte mag zudem hartgekochte Eier. 

Wir haben in den letzten Tag gemerkt, wie gut es uns tut, einfach nur am Strand in der Sonne zu liegen. Dementsprechend entscheiden wir uns auch heute wieder für einen Strandtag. Es passiert also nichts, und das ist ausgesprochen entspannend.

#6: In den kommenden Stunden werde ich mich nicht von der Liege bewegen, diesen Ausblick haben, Wolken gucken und lesen*.

#7: Na gut, vielleicht gucke ich doch mal, ob noch Wasser da ist.

#8: Normalerweise würde ich weit in die Bucht hineinschwimmen, aber momentan ist mir das Wasser einfach zu kalt. Das sind niemals 24 Grad!

#9: Der Strand wurde im Laufe des Tages doch noch etwas voller, aber insgesamt ist es weitaus leerer als August / September, den Monaten, in denen wir in den Vorjahren auf Mallorca waren.

Der Blick in die ersten vier Corona-Jahre: Am 12. Oktober 2020 bekam der Gatte eine schlechte Diagnose. Damals ahnten wir noch nicht, das es nicht die einzige bleiben wird. Damals ahnten wir auch nicht, dass Mudderns Haus und Garten mitsamt Apfelbaum heute uns gehören würden. Am 12. Oktober 2021 wartet der Gatte auf die Verrentung, bin ich malad, gibt es einen Krebsverdacht, der sich zum Glück nicht bestätigt. Am 12. Oktober 2022 hätten wir nicht gedacht, dass wir ein Jahr später immer noch zwischen Wohnung und Haus pendeln, weil die Baustelle nicht fertig wird. Am 12. Oktober 2023 hoffen wir, dass wir bis Ende des Jahres umgezogen sind. 

#10: Abendessen. Cracker gab's außerdem, damit Käse und Wurst eine Grundlage haben.

#11: Zum Geburtstag bekam ich Sockenwolle von meinen Kolleginnen geschenkt, die ich jetzt annadle. Das wird ein Paar im Minecraft-Muster. Wer genau hinguckt, entdeckt im Hintergrund die Halloween-Girlande am Balkongeländer. 

#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen und dafür ein neues Buch* anfangen.

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Freitag, 25. Oktober 2024

#WMDEDGT 10/24: Alles auf Zucker

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Sonnenaufgang.

Wir sind am Anfang unseres Mallorca-Urlaubs. Erstaunlicherweise, erfreulicherweise schlafe ich seit der Ankunft endlich mal wieder ganze Nächte durch, bekomme es kaum mit, wenn der Gatte nachts aufsteht. Was ich mitbekomme, ist, dass wir nachts Händchenhalten. Nach 25 Jahren Beziehung finde ich das arg romantisch.

Unser Tag ist dadurch strukturiert, dass wir vor dem Hotel-Frühstück noch in Ruhe Kaffee trinken möchten. Also klingelt mein Wecker um halb acht, immerhin anderthalb Stunden später als sonst, schlappe ich in die Küche, um Wasser aufzusetzen, und dann weiter auf den Balkon, um in den Sonnenaufgang zu gucken. Als der Kaffee fertig ist, wird der Gatte geweckt. Heute zickt aus irgendwelchen Gründen sein Blutzucker, was sich den ganzen Tag nicht ändern wird. Also gibt es für ihn zum Kaffee schon Kekse, um den Zucker wenigstens etwas zu pushen.

Die gestrige Ausbeute für die Halloween-Girlande.

Nach dem Frühstück knipse ich die Fortschritte meiner Häkel-Girlande, um zu sehen, dass es vorwärts geht. Häkeln ist so gar nicht meins, aber da ich die Girlande haben will, nützt es nichts. Dann machen wir uns mit dem Bus auf, um einen Mietwagen abzuholen. Zum ersten Mal muss ich auf Mallorca fahren. In den letzten 25 Jahren fuhr ausschließlich der Gatte. Dass er so gut wie gar nicht mehr Auto fährt, ist merkwürdig, heißt, dass ich jetzt lernen muss, im Gebirge zu fahren. Das wird spannend, sollten wir tatsächlich kommendes Jahr nach Südtirol fahren - oder schon in diesem Urlaub, sollten wir durch die Tramuntana nach Cap Formentor fahren. 

Übernahme des Mietwagens. Don Carlito wird uns die kommende Woche über begleiten.

Wir beschließen, als erstes nach Artà zu fahren. Das hat bei uns quasi schon Tradition. Eigentlich hätte es danach nach Cala Rajada und Cala Bona weitergehen sollen, aber der Blutzucker des Gatten lässt sich heute einfach nicht stabilisieren. Er ist dadurch inzwischen zu erschöpft für ein Ausflugsprogramm, besteht aber darauf, wenigstens nach Artà zu fahren.

Nach Artà finden wir problemlos, aber in Artà irren wir umher. Wir finden den Parkplatz, auf dem wir in den Vorjahren parkten, um zu Fuß in die Stadt zu gehen, erst nach einer sehr, sehr langen Irrfahrt. Das Navi hilft nicht weiter, denn es beschließt, gerade jetzt kein Netz mehr zu haben. 

Kampf dem Unterzucker ...

Endlich am Parkplatz angekommen, gehen wir langsam in Richtung Fußgängerzone, aber der Gatte ist ziemlich schlapp. So arbeiten wir uns von Café zu Café und beschließen, dass es heute keinen Sinn hat, etwas zu unternehmen. Wir arbeiten uns zurück zum Auto und beschließen, nur noch beim großen Mercadonna zu halten, um einen Großeinkauf zu machen. Unterwegs registriert der Gatte meine Probleme beim Schalten in gebirgiger Landschaft und gibt Anweisungen - sehr hilfreich, denn bislang fuhr ich kaum in Gegenden mit Erhebungen über 170 m.

Beim Supermarkt angekommen, schlägt das Blutzuckermessgerät des Gatten schon wieder Alarm. Er hat neben Keksen und einem üppigen Frühstück mehrere Dextrose-Beutel, einen halben Liter Cola, einen zuckersüßen Cappuccino und ein Banana Split intus - jeder andere wäre inzwischen im Zuckerschock. Der Gatte hingegen ist unterzuckert. Das ist körperlich unwahrscheinlich anstrengend, zudem gefährlich.

Ich flitze in den Supermarkt, um Zuckerzeugs zu holen und stelle erfreut fest, dass es bei den Getränken Beutel mit Dextrose-Gel gibt. Wieder zum Gatten, der auf halb acht auf dem Beifahrersitz hängt. Warten, bis es ihm besser geht, er wieder aufstehen kann, dann einkaufen. Beim Einkaufen läuft der Gatte zur Höchstform auf - ein gutes Zeichen. Er kauft tatsächlich gerne ein, im Gegensatz zu mir.

Rückfahrt ins Hotel. Wir haben Glück, dass Don Carlito einen Parkplatz direkt am Hotel findet, denn so können wir ein paar Einkäufe im Auto lassen. 

Die Teezeit fiel heute also, also gibt es einen üppigen Aperitif.

Während sich der Gatte ausruht, verräume ich die Einkäufe, bevor ich mich ebenfalls ausruhe. Beim Lesen* nicker ich unweigerlich weg. 

Ein paar Kleinigkeiten vom mallorquinischen Büfett.

Wieder wach, bereite ich uns einen Aperitif zu, bevor wir uns entschließen, zum Abendessen ins Hotel-Restaurant zu gehen. Heute gibt es ein mallorquinischen Büfett. Die Präsentation ist nett, mit Musik und Angestellten in Tracht, das Essen ist so lala - es muss halt der Geschmack vieler Gäste-Nationen getroffen werden. Da bleibt der mallorquinische Geschmack schon mal auf der Stelle.

Warum wir niemals ein Appartement zur Garten- bzw. Pool-Seite buchen würden ... 

Nachdem Abendessen gehen wir wieder in unser Appartement und lassen den Abend auf dem Balkon ausklingen. Ich häkle weiter tapfer an meiner Halloween-Girlande. Es geht früh ins Bett, und natürlich wird vorm Einschlafen noch etwas gelesen*.

Die Ausbeute vom 5. Oktober für die Halloween-Girlande.

Der Blick zurück in die ersten vier Corona-Jahre: Am 5. Oktober 2020 war der Gatte noch gesund und fuhr ins Büro, gab's eine Kundgebung für einen jüdischen Studenten, der am Vortag vor der Synagoge niedergeschlagen wurde, wo gerade Sukkot gefeiert wurde. Einzelfall, klar. Am 5. Oktober 2021 beschäftigte mich ein Krebsverdacht, der sich Gott sei Dank als unbegründet herausstellte. Am 5. Oktober 2022 war Yom Kippur, wurde ein Anschlag auf die Hannoveraner Synagoge verübt. Noch so'n Einzelfall. Am 5. Oktober 2023 ahnte niemand, dass die Hamas zwei Tage später eine Menschenjagd veranstalten sollte - das schlimmste Pogrom seit Ende der Shoah. 

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Sonntag, 20. Oktober 2024

Samstagsplausch KW 40/24 bis KW 42/24: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCXXXVIII - CCXL

In den ersten beiden Oktoberwochen waren wir auf Mallorca. Der Urlaubsbeginn war sehr unschön: Wir verpassten ohne unsere Schuld den Hinflug und wurden vom Reiseveranstalter, bei dem wir Flug, Transfer und Hotel buchten, hängen gelassen!

Am Strand von Port d' Alcùdia.

Wir hatten für den gehbehinderten Gatten eine DRK-Begleitung am Flughafen gebucht, da der Weg vom Schalter durch die Sicherheitskontrollen zum Gate sonst zu lang für ihn gewesen wäre. Normalerweise bekommt man kurz vor Boarding-Beginn einen Transfer direkt zum Gate mit gesonderter Sicherheitskontrolle, muss nirgendwo Schlange stehen, denn lange Stehen ist neben Gehen auch ein Problem für den Gatten.

Wir checkten mehr als drei Stunden vor Abflug ein. Das muss so wegen des Transfers. Die Fluggesellschaft informierte das DRK um 11:30 Uhr über den Transfer für den Flug um 14:50 Uhr. In der DRK-Wartezone war ein Flughafenmitarbeiter, der die Transfers im Blick hatte. Während wir warteten, klappte es bei den anderen Passagieren auch gut. Dann ging's gründlich schief. Der Check-in begann um 14:20 Uhr und endete um 14:35 Uhr. Das DRK kam um 14:10 Uhr mit zwei Rollstühlen für insgesamt 8 angemeldete Passagiere, die samt Begleitpersonen um 14:50 Uhr fliegen wollten. 

Da es dem DRK nicht gelang, bis zum Abflug einen Transfer zu organisieren, strandeten wir mit fünf weitern Passagieren und verpassten den Flug. Das DRK sagte erst, wir sollten uns keine Sorgen machen, man käme mit weiteren Rollstühlen, wir würden unseren Flug sicher erreichen, war dann nicht mehr erreichbar. Ich informierte die TUI darüber, dass wir unseren Flug verpassten, bat um Umbuchung, Information des Hotels und Organisation eines Transfers für den neuen Flug. Innerhalb von fünf Stunden fand sich niemand bei der TUI bereit, uns irgendwie zu helfen. Man fühlte sich weder verantwortlich noch zuständig.

Zum Glück half unsere Fluggesellschaft - bei Eurowings kannte man es schon, dass das DRK Reisende im Stich lässt. Neu war, dass sich der Reiseveranstalter nicht verantwortlich fühlte. Am kommenden Tag hörten wir über die Fluggesellschaft, das DRK wäre mit den Transfers zwei Stunden im Rückstand gewesen, und überhaupt gäbe es für den ganzen Flughafen nur sechs Rollstühle. Zudem habe man keine Leute, da schlecht gezahlt wird. Da sind Profis am Werk.  

Wir bekamen von Eurowings eine Übernachtung samt Shuttle ins Hotel und Abendessen, wurden am kommenden morgen mit dem ersten Shuttle vom Hotel zum Flughafen gebracht. Das Geld holt sich die Fluggesellschaft vom DRK zurück. Wir verzichteten morgens auf den DRK-Transfer, gingen ganz langsam durch die Sicherheitskontrolle zum Gate, hatten ja noch fast zwei Stunden Zeit. Eurowings schaffte es sogar, in Palma einen Flughafen-Transfer zu bekommen - wir waren kaum gelandet, da saß der Gatte im Rollstuhl. In Palma ist das top organisiert, denn da ist nicht das Rote Kreuz verantwortlich, sondern der Flughafen. 

Da es der TUI nicht gelang, uns auf einen der Transferbusse zu buchen - es fühlte sich ja niemand zuständig, auch nicht am nächsten Morgen - fuhren wir mit dem Taxi ins Hotel. Die Reiseleitung vor Ort sagte uns zwar wenigstens die Übernahme der Transferkosten zu, aber ohne Anwalt wird das nichts, denn auch nach der Rückkehr fühlt sich bei der TUI niemand zuständig.

Im Hotel Alcudia Garden, in dem wir nicht zum ersten Mal waren, wurden wir sehr freundlich empfangen. Ich hatte das Hotel am Vorabend darüber informiert, dass wir erst am nächsten Morgen anreisen, denn die TUI war dazu ja nicht in der Lage. Da ich auch den Grund für den verpassten Flug nannte, wusste man um die Behinderung des Gatten. Man entschied sich spontan, uns ein Upgrade ins Haupthaus mit Lift zu geben! Da waren gerade viele Zimmer leer, und man dachte sich, der Gatte wisse den Lift zu schätzen. Der war überglücklich! Sonst wären wir etwa 250 m vom Haupthaus entfernt in einem Nebenkomplex untergebracht gewesen.

Die folgenden Urlaubstage waren dann einfach nur entspannend. Ich schlief endlich mal mehr als sechs Stunden am Stück, wachte nicht alle zwei Stunden auf. Wir hatten zwar einen Mietwagen, hatten aber keine Lust, viel zu fahren. Wir wollten nur am Strand liegen und die Sonne genießen. Dementsprechend bin ich tatsächlich mal braungebrannt aus dem Urlaub gekommen. Dem Gatten ging's die meistes Zeit über sehr gut, so dass ich auch endlich mal zur Ruhe kommen konnte. Das tat so gut!

Wieder zu Hause, landeten wir im Chaos. Ich hatte mir den Dienstag noch frei genommen, wollte in Ruhe ankommen, aber als wir in der Nacht in Haus kamen, hatte der Kühlschrank einen Kurzschluss (mehr dazu in der Kombüse). Da war sie hin, die Ruhe.

Mittwoch und Donnerstag hatte ich dann Vierzehn-Stunden-Tage. Dadurch, dass wir zwei Wochen weg waren, mussten so viele Termine wie möglich in die Tage nach unserer Rückkehr gequetscht werden. Freitag nahm ich mir kurz einen Nervenzusammenbruch, als der Vermieter meines Stellplatzes mir mitteilte, dass er mir den leider kündigen muss. Das ist nicht tragisch, war aber der berühmte Tropfen. 

Immerhin waren meine vierteljährlichen Labor-Ergebnisse einigermaßen gut. Allerdings ist jetzt klar, dass der "stille Reflux", unter dem ich seit Monaten leide, ein Souvenir der Covid-Infektion ist. Das verpiepste Virus ist einfach ein Überraschungsei. Das Sodbrennen ist schmerzhaft - ich kann phasenweise nicht schlucken, in schlimmen Phasen tut sogar ein Schluck Wasser höllisch weh - und lästig. Meine Stimme ist in Mitleidenschaft gezogen, ich kann nicht lange sprechen, bin Dauer-Heiser, habe ständig Halsschmerzen. Nützt nichts, ich muss mich damit arrangieren, denn Besserung oder Heilung ist nicht zu erwarten. Dusseligerweise habe ich in der Speiseröhre zwei Tumore, die durch das Sodbrennen natürlich auch tangiert sind, und Sodbrennen kann Krebs auslösen. Wie gesagt: Nützt ja nichts. Im Dezember steht die dreijährige Magenspiegelung, das Tumorgucken an. Ich hoffe, sie sind nicht gewachsen und weiterhin gutartig. Die Blockaden in der Speiseröhre, die ich merke, sprechen aber dafür, dass zumindest ein Tumor wuchs.

Der Gatte schaffte diese Woche erstmals die Bahnfahrt von Hamburg nach Buchholz! Ich hatte einfach keine Kraft, ihn nach einem sehr frühen Arzttermin wieder nach Hause zu fahren, um dann nach Hamburg ins Büro zurückzufahren, und bat ihn, es einfach mal mit dem Zugfahren zu versuchen. Dass es ihm auf Mallorca so gut ging, gab ihm viel Selbstvertrauen, und so stimmte er zu. Er war sehr stolz, dass er den Weg schaffte, den richtigen Zug erwischte, an der richtigen Haltestelle ausstieg, nicht am Bahnsteig stürzte usw.! Eine Geh- und Sehbehinderung reicht ja nicht für einen Transportschein aus, und die Taxikosten sind so hoch, dass wir sie möglichst sparen wollen. 

Die Grippe-Impfung erledigte ich diese Woche auch noch, und als der MFA sagte, ich solle mich in den nächsten Tagen schonen, konnte ich nur hysterisch auflachen. 

Hier gilt seit mittlerweile 240 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so.   

Ich bin sehr froh, dass wieder mehr Menschen Maske tragen. Auf dem Rückflug war ich nicht die einzige, und im ÖPNV oder beim Einkaufen begegnen mir auch immer wieder Menschen mit Maske. So doof die Dinger sind, sie sind ein einfaches und effektives Mittel, sich gegen Viren aller Art zu schützen. 

Schwiegermutter und Tante geht's gut, wenngleich Schwiegermutter inzwischen so narzisstisch ist, dass sie nichts außerhalb ihrer Hemisphäre mehr wahr nimmt. Gespräche sind kaum möglich. Das ist erschreckend. 

Meine Urlaubsvertretung leistete ganze Arbeit, ließ mich während des Urlaubs komplett in Ruhe. Ich freute mich wieder mal, dass sie so gut eingearbeitet ist, dass ich von Anfang an darauf bestand, dass sie alles können muss, was ich kann. Diese Woche gab sie ihr erstes Interview und meisterte auch das mit Bravour! Sie sorgte auch dafür, dass ich zumindest im Büro in Ruhe ankommen konnte - es ist aktuell so viel zu tun, dass ich zwei Tage brauchte, um meine eMails zu sichten, jede Menge Überstunden machte. 

Mir macht einmal mehr der Herbst zu schaffen, denn nach der Rückkehr aus Mallorca war der Kontrast einfach heftig. Ich versuche mich damit zu trösten, dass die Tage bald wieder länger werden. Im Haus macht es sich aber bemerkbar, dass wir uns noch nicht um die Beleuchtung kümmerten. Der Gatte hängt da seinen Plänen ja zwei Jahre hinterher ... Vor dem Urlaub kaufte ich reichlich Bewegungsmelder, um nicht ständig zu stolpern, aber das ist natürlich keine Dauerlösung.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Donnerstag, 29. September 2022

#12von12 im September 2022

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! 

#1: Sonnenaufgang.

#2: Morgenkaffee vor dem richtigen Frühstück, heute mal mit Keksen für den Gatten, der Probleme mit entgleisendem Diabetes hat.

#3: Der erste Abwasch des Tages. Im Hintergrund sind die umfunktionierten Kosmetikfläschen und -döschen mit Balsamico, Olivenöl, Essig, Zucker und Pfeffer zu sehen. Für's Salz habe ich einen winzigen Streuer. In die Tupper kommt die Strandverpflegung.

Dieser 12. September ist quasi eine Wiederholung des 12. September 2018, denn wir sind wieder in Alcúdia - endlich! Damals war der Gatte noch gesund, was mir beim Ansehen der Bilder wieder schmerzlich bewusst wird. 

#4: Einen Fiat 500 habe ich irgendwie anders in Erinnerung ... Wir haben ein Upgrade bekommen, über das wir uns blöderweise nicht freuen, da wir gerne Fiat 500 gefahren wären.

#5: Wieder im Appartement, gucken wir nach interessanten Touren.

An diesem 12. September leidet der Gatte sehr unter der ungewöhnlichen Tropenhitze, weswegen wir uns nur aus dem klimatisierten Appartement wagen, um den Mietwagen abzuholen und einen größeren Einkauf zu machen. Es wird also ein sehr ruhiger Tag. 

#6: Mittagsschläfchen.

#7: Der Gatte prüft mild-panisch den Sicherungskasten, weil er denkt, wir sind an einem Stromausfall schuld. Nein, der betrifft das ganze Hotel, und wir haben auch gar nicht genug Geräte mit, um das Stromnetz zu überlasten.

Ich lese und schlafe viel. Die Ruhe tut mir gut, und ich habe keine Lust, alleine auf den Swutsch oder an den Strand zu gehen. 

#8: Der regelmäßige Blick auf den Wetterbericht mit der (vergeblichen) Hoffnung, dass es endlich regnet und etwas kühler wird.

#9: Der zweite Abwasch des Tages. In einem Topf war ein Gemüseragout, den zweiten nutze ich als Bratpfannenersatz für Gambas.

#10: Das aktuelle Strickstück. Leider komme ich mit den Stricknadeln* nicht zurecht. Ich kann einfach mit Kunststoff nicht mehr stricken.

#11: Das Hotel bittet um Mülltrennung. Wir sammeln im Netz und nehmen den Müll mit, wenn wir morgens zum Frühstück gehen. 

#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

Der Blick zurück in die ersten beiden Corona-Jahre: Am
12. September 2020 war unser Dänemark-Urlaub zu Ende, war der Gatte noch gesund. Am 12. September 2021 machten wir den ersten Urlaub seit Erkrankung des Gatten und waren im gleichen Ferienhaus wie im Vorjahr.

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Sonntag, 23. Juni 2019

Samstagsplausch KW 25/19: Glücklichkeiten

Die letzten vier Wochen waren unwahrscheinlich arbeitsintensiv, und gleichzeitig knockte mich das Wetter immer wieder aus. Meine Migräne feierte Parties. Meine Konzentration reichte maximal für's Büro, weswegen es im Blog etwas ruhiger war.

Das Mammutprojekt ist geschafft, kostete mich aber vermutlich zwei Zähne - mal gucken, was der Zahnarzt übermorgen sagt. Aber es ist geschafft, und ich kann mir selbst auf die Schulter klopfen.

Es gab viel Lobhudelei, und beim Pressetermin eine Elegie meines Ex-Chefs darüber, dass er es oft bedauere, dass ich nicht mehr für ihn arbeite, er sich aber freue, dass das Mammutprojekt jetzt in professionellen Händen sei. Ein Pressevertreter jammerte mir die Ohren voll, dass es im Büro nicht mehr rund liefe, seitdem ich nicht mehr da bin, was ich natürlich auch gerne hörte, aber einzuordnen weiß.

Blaumann I hatte sichtlich Spaß, und am Schluss gingen viele kleine und große Menschen glücklich nach Hause. Viele, die das Projekt seit Jahren begleiten, waren erstaunt, wie anders so ein Pressetermin ablaufen kann, wenn man einfach mal die Zielgruppe einlädt, für die das Produkt ist.

Einen Tag, bevor die Druckmaschinen anliefen, schloss ich die Zeitplanung für das nächste Jahr ab, begannen wir damit, die Neukonzeption in die Wege zu leiten. Momentan bin ich dabei, die Neukonzeptionen für die beiden anderen Projekte, die ich betreue, in die Wege zu leiten. Langweilig wird's also nicht.

Seit diesem Monat ist das Team wieder komplett: Die Nachbesetzung meiner Stelle konnte endlich zu uns versetzt werden. Sie scheint nett zu sein, ist zudem beim FC St. Pauli engagiert und ein Antifa-Urgestein - besser könnte es nicht kommen. Mein Themenbereich wird bei ihr in guten Händen sein, was mich freut.

Der Kollegin, die stets verneint, schmeckt das so gar nicht, denn was bei mir nur im Raum schwebte, aber nicht umgesetzt wurde, wird nun wahr: Sie bekommt eine direkte weisungsbefugte Vorgesetzte. Sie meldete sich prompt krank. Dabei will ihr niemand etwas böses, im Gegenteil, sie wird entlastet, aber das ist nun auch wieder verkehrt. Immerhin: Sie hielt fast ein Jahr tapfer durch! Ich hoffe sehr, dass sie sich wieder fängt.

Diese Woche waren wir zwei Tage auf einer Messe - die Montagskollegin meldete sich prompt für die gesamte Woche krank, wie üblich parallel zur Kollegin, die stets verneint. Da ich in den letzten anderthalb Jahren lernte, ohnehin nicht mit ihr zu rechnen, überraschte es mich nicht (und auch sonst niemanden). Insgesamt war es aber recht entspannt, nur die Abteilung, mit der wir uns den Stand teilten, sorgte für Chaos. Unsere Angebote wurden gut angenommen, und es war einfach schön, engagierte Jugendliche zu erleben.

Dienstag klingte die Nachbarin und brachte mir "Mehr als die Erinnerung*" von Melanie Metzenthin*. Das Paket lag seit Tagen bei ihr, weil der Zusteller keine Nachricht hinterließ, und ich wunderte mich schon, wo es bleibt. Das Rezensionsexemplar ist ausgesprochen liebevoll verpackt, und ich gehöre zu den Glücklichen, bei denen die Hortensie heil blieb. Ich bin schon sehr gespannt auf das Buch!

"Mehr als die Erinnerung*" von Melanie Metzenthin*
Mittwoch Abend ging's in das Musical "Carrie" im First Stage Theater. Ich kenne weder das Buch noch den Film (für mich ist "Bambi" schon ein Horrorfilm, da ist Stephen King erst recht nichts), wusste nur, dass das Thema "Mobbing" im Mittelpunkt steht, nicht der Horror, und war gespannt, was mich erwartet. Die Produktion ist einfach nur großartig! Hin da!



Freitag hatte ich eine rührende Begegnung in der S-Bahn: Mir gegenüber saßen vier Mädchen auf HVV-Rallye und aßen Futter vom Schotten, als ein Bettler durch die Wagen ging. Eines der Mädchen ging zu ihm und gab ihm einen Burger. Er war sichtlich gerührt, blieb verdattert stehen und sagte "Ich würde viel lieber euch etwas geben, ich hab' nur nichts." Die Mädchen freuten sich über seine Freude. Das war einfach schön.

Als er weiter gegangen war, überlegten die Mädchen, was sie noch an Essen dabei haben und weitergeben können, rechneten zusammen, wie viel Geld sie dabei haben, wie viele Brötchen sie dafür kaufen können, kamen auf vier Brötchen und acht Euro und beschlossen, jedem Bettler, den sie unterwegs treffen, etwas zu essen zu geben. Das rührt doch das Herz!

Gestern konnten wir endlich zwei Wochen Mallorca buchen! Es geht wieder nach Port d' Alcúdia, allerdings in ein anderes Hotel. Wir freuen uns beide schon sehr! Ich hätte bis letztes Jahr nie gedacht, wie gut uns ein Badeurlaub tut. Abends waren wir in "Rotkäppchen und der böse Wolf" von Martin Mosebach im Schauspielhaus. Mein Stück war's nicht, aber es war schön, mal wieder mit dem Gatten unterwegs zu sein und danach noch lange mit ihm draußen zu sitzen - wir mögen diese langen, hellen und lauen Nächte sehr.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Ich wünsche Dir eine gute Woche!

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Sonntag, 18. November 2018

Aussichtspunkt Mirador Es Colomar / Mirador del Mal Pas (Mallorca / Spanien)

Der Mallorca-Kollege empfahl mir die Fahrt zum Cap de Formentor, und da der Gatte, anders als ich, keine Höhenangst hat, gerne über steile, gewundene Bergstraßen kurvt, machten wir uns auf den Weg. Da wir im September dort waren, konnten wir mit dem Mietwagen fahren. Wir hielten am ersten Aussichtspunkt Mirador Es Colomar. Hier sind einige Impressionen.

Ausblick.
Nächstes Jahr ist das Cap tagsüber zwischen April und Oktober nur mit einem Shuttle-Bus erreichbar, denn pro Tag passieren etwa 7.000 Fahrzeuge die schmale Straße, stauen sich in der Sackgasse am Fuße des Leuchtturms, fahren sich dort nicht selten fest und quälen sich die Straße wieder zurück.

Nicht nur der Ausblick, auch die Wege sind atemberaubend.
Nicht alle haben die Bergfahrerfahrung des Gatten, so dass es zu Unfällen und gefährlichen Situationen kommt. Der Shuttle-Bus bringt Sicherheit und Entlastung. Er ist zudem mit 1,55 € / Fahrt kostengünstig, wird aus der Tourismussteuer finanziert.

Ausblick.
Den Reiseführer-Hinweis, sehr früh oder sehr spät zum Cap de Formentor aufzubrechen, sollte man ernst nehmen. Wir waren gegen 11 Uhr dort, standen im Stau, wendeten entnervt am Fuß des Leuchtturms und fuhren zurück. Der Parkplatz am Aussichtspunkt Mirador Es Colomar, eine Stunde vorher noch einigermaßen leer, war bei der Rückfahrt brechend voll.

Ausblick. Ganz oben rechts ist ein Wachturm aus dem 16. Jahrhundert, der im Spanischen Bürgerkrieg zur Luftbeobachtung genutzt werden sollte. Den Weg dorthin pflasterten Zwangsarbeiter.
Nächstes Jahr nutzen wir dann den Shuttle.

Mehr Mallorca-Impressionen gibt es hier.

Freitag, 21. September 2018

"Melona Melona Coconut Pineapple" oder: Zehn Tage Alcúdia (Mallorca / Spanien)

Im Frühjahrsurlaub auf Als frug der Gatte, wann ich das letzte Mal im Meer gebadet hätte, und mir war sofort klar, dass er damit nicht die dänische Nordsee, sondern das Mittelmeer meinte. Das Baden im Mittelmeer ist bei mir zwar noch nicht so lange her wie bei ihm, aber eben auch schon zwanzig Jahre, und so reifte der Plan, im Herbst gen Süden zu fliegen.

Blick auf die Bucht von Alcúdia.
Nach langem Überlegen fiel die Wahl auf Mallorca - dort gibt es viele deutschsprachige Ärzte, was im Notfall für den Gatten wichtig ist, und der Direktflug ist mit zweieinhalb Stunden kurz, was ebenfalls für den Gatten wichtig ist. Bis dahin hatte ich Mallorca nie ernsthaft als passendes Reiseziel gesehen, auch wenn sich im Reiseführerfundus aus meiner Reiseredakteurszeit tatsächlich einer über die Insel fand - mit Preisangaben in Peseten.

Am Strand.
Lange Überlegung brauchte auch die Hotelwahl. Klar war, dass wir für die Medikamente des Gatten einen Kühlschrank brauchen, was die Auswahl schon einschränkt. Außerdem sollte es strandnah und ruhig sein - eine kleine Anlage ohne Animation und möglichst kinderfrei, denn die Nachbarskinder (oder besser ihre erziehungsvermeidenden Eltern) setzten uns diesen Sommer extrem zu. Bis dahin empfanden wir spielende Kinder nicht als lärmend. Dann kamen Luca, Nico und Samuel. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der kurze Weg zum Strand.
Spontan gefiel uns ein Fincahotel in den Weinbergen sehr gut. Ruhig, idyllisch, ein bisschen posh, ein bisschen romantisch und laut Hotel nur 30 Meter vom Strand entfernt. Joa, stimmt. Wenn man sich kopfüber die Steilküste hinab stürzt. Weniger Wagemutige fahren sieben Kilometer mit dem Auto bis zum nächsten Parkplatz und steigen dann knapp 200 Stufen hinab - für den Gatten nicht machbar.

Nach 'nem ordentlichen Wolkenbruch könnte man auch zum Strand schwimmen ...
Außerdem bedeutete die Lage des Hotels auch, dass wir abends auf das hoteleigene Restaurant angewiesen wären, wenn wir nicht jedes Mal kilometerweit fahren wollten. Dabei war die Idee, einfach abends auf's Sträßchen gehen und bummeln zu können - etwas, das wir auf dem heimischen Acker nicht können.

Das reicht bis abends: Frühstück, erster Gang.
Der Kollege, der seit Jahrenden mehrfach im Jahr auf Mallorca ist, empfahl das Appartement-Hotel, in dem er immer wohnt, bei dem der Strand aber auch 700 Meter von einer Steilküste entfernt liegt - der Gatte wünschte sich, einfach nur über die Straße zum Strand gehen zu können. Kurz rezitierte ich Tucholskys "Ideal", dann wandte ich mich wieder den Suchmaschinen zu. Reiseplanung ist meine Aufgabe, weil: "Meine Frau hat das schließlich studiert."

Blick in unser Schlafzimmer.
Schließlich wählten wir genau das, was wir ursprünglich eigentlich nicht wollten: Eine familienfreundliche große Hotelanlage mit Animation und All-inclusive-Angebot - das AlcudiaGarden Aparthotel. Kurz nach der Ankunft war klar: Wir hätten keine bessere Wahl treffen können! Einzig die knapp 40 Stufen in den zweiten Stock waren gelegentlich schwierig, aber machbar, wenn wir langsam gingen. Wir wussten schnell: Wir möchten im nächsten Jahr wieder nach Mallorca und wieder in dieses Hotel, am liebsten sogar ins gleiche Appartement.

Blick in unser Wohn- und Esszimmer.
Das Hotel hat sehr freundliches, umsichtiges, emsiges Personal, das auch mit den vielen Kindern liebevollst umging. Das Frühstücksbüfett ist vielfältig, reichhaltig und gut. Die Appartements sind blitzsauber - sogar unter den Betten und hinter dem Sofa, wie ich zufällig feststellte, als ich die verrücken musste, weil mir was runtergefallen war. Als mal was nicht funktionierte, war umgehend ein Techniker da, um Abhilfe zu schaffen.

Und nicht nur die Appartements sind blitzsauber, nein, die Wege der gesamten Anlage wurden morgens erst per Maschine gekehrt, dann per Hand gefeudelt. Wenn's in der Nacht regnete, wurden die Wege erst trocken gefeudelt, dann maschinell gekehrt und schließlich noch mal feucht gewischt ....

Blick in die Kochnische und den Essbereich.
Die Eltern bzw. Großeltern kümmerten sich um die Kinder - bis auf die von Jakob, der mit Nachnamen anscheinend "Verdammt" heißt, denn er wurde immer "Jakob Verdammt" gerufen. Jedenfalls fielen die Heerscharen von Kindern im Hotel lautstärketechnisch weniger auf als die heimischen Luca, Samuel und Nico.

Blick ins sehr geräumige Badezimmer. Hier wäre ein Regal ganz praktisch gewesen - Platz genug wäre da. 
Die Kochnische ist gut ausgestattet - einzig Spülmittel und Schwamm vermissten wir, aber die waren schnell in einem der Supermärkte in der Nähe besorgt. Absolute Überraschung war das scharfe Kochmesser. Und ich vermute, die wenigsten Gäste nutzen die Kochnische so intensiv wie wir.

Abendliche Balkonszene.
Außer dem Restaurant zum Frühstücksbüfett sahen wir kaum was vom Hotel. Unser Appartement ging zur Straße hinaus, die abends genug Unterhaltung bot, und da wir uns im Alltag wenig sehen, genügen wir uns im Urlaub selbst. Einmal stolperten wir auf dem Rückweg vom Abendspaziergang in die abendliche Show, nur, um festzustellen, dass das nicht unser Ding ist. Sonst hätten wir jederzeit die Möglichkeit gehabt, eine Dinnershow zu buchen.

Drama am Abendhimmel.
Einmal blieb ich länger am Frühstückstisch, bekam den Beginn der Animation um 10 Uhr mit und war froh, dass wir an den Strand auswichen. Einzig früh morgens hätte ich gerne in Ruhe im Pool geschwommen, aber die Nutzung war erst ab 10 Uhr gestattet (im nächsten Jahr probiere ich aus, was passiert, wenn ich ihn schon um 7 Uhr nutze).

Blick von der Bushaltestelle gegenüber auf unseren Appartementblock.
Wir waren froh, dass wir nicht Halbpension oder All inclusive buchten, denn so konnten wir in den Tag hineinleben. Nach dem üppigen Frühstück besorgten wir in einem der nahegelegenen Supermärkte Getränke und frisches Obst für den Strand, wo wir meistens den Tag verbrachten. Dreizehn Euro für zwei Liegestühle und einen Sonnenschirm pro Tag wollen schließlich abgelegen werden.

Glasklares Wasser.
Der Strand ist feinsandig, ideal für den Gatten, der auf Badeschuhe verzichten konnte, und sehr langsam abfallend - ideal für kleine planschende Kinder und Gatten, die unsicher auf den Beinen sind. Das Meer hat meistens wenig Brandung, was mich freute, denn so konnte ich in Ruhe schwimmen - ganz weit raus, bis zur Fahrrinne, was beim ersten Mal den Gatten alarmierte, der besorgt hinterher schwamm, was wiederum mich alarmierte, denn so lange Distanzen sind nichts mehr für ihn.

Auf dem Balkon liegt der Strand. 
Ich könnte jetzt so tun, als hätte ich Geheimtipps für Lokale mit typisch mallorquinischer Küche, aber ich bin lieber ehrlich: Einmal waren wir beim Chinesen (super), einmal gab's Pizza (die hatte gerade mal Esstemperatur, und so, wie das Fleisch beim Grillen hin-, äh zugerichtet wurde, würde ich da nichts Gegrilltes bestellen, also eher keine Empfehlung), einmal Grillfleisch bzw. Burger (Service verpeilt, Essen sehr gut), ansonsten kamen wir öfter an Lokalen vorbei, von denen wir dachten, da könnten wir abends hingehen, stellten aber abends immer wieder fest, dass uns Wein, Käse, Schinken, Salami, Cracker und Oliven völlig reichen. Zudem gab's einmal Nudeln, einmal Omelette, beides vom Gatten in der Kochnische zubereitet.

Typisches Abendessen.
Ansonsten waren unsere Tage faul: So oft wie möglich waren wir am Strand. Ich dachte erst, das könne mir schnell langweilig werden, aber dem war nicht so. Als wir buchten, bestand ich auf eine Fahrt mit der historischen Eisenbahn von Sóller nach Palma, und der Gatte wünschte sich einen Ausflug in die Höhlen von Artà. Beides machten wir. Der Mallorca-Kollege empfahl noch einige Touren, in den Reiseführern fand ich auch einiges, aber letztlich reichte uns der Strand. Und wie schon gesagt: Schnell war klar, dass wir wieder nach Mallorca reisen möchten.

Typischer Tagesstart auf dem Balkon: Löslicher Kaffee und schmökern vor dem Frühstück.
Beim nächsten Mal werden wir einiges anders machen. Der Mallorca-Kollege empfahl, einen Mietwagen in einer der Stationen zu buchen, die vom Flughafen aus per Shuttle zu erreichen sind, weil das günstiger sei. Da er das mehrmals im Jahr macht und es trotz Frau und zwei Kleinkindern als stressfrei empfand, folgten wir seinem Rat.

Appartementpflichten: Der Abwasch.
Allerdings zeigte sich, dass es für uns ein großer Stressfaktor ist, denn es dauerte knapp drei Stunden, bis wir endlich unseren Wagen von OK Cars bekamen - trotz Expressabfertigung. Drei Stunden in der Hitze stehend (es gab nicht genügend Stühle für alle) zu warten, war zu viel für den Gatten. Es folgte eine Nacht, in der wir mehr als einmal überlegten, den Notruf zu wählen.

Die Rückgabe kostete ebenfalls Nerven, denn die Station war nicht ausgeschildert. Zudem kostete uns die eigentlich kostenlose Eintragung eines zweiten Fahrers und die Hinterlegung der Kreditkarte eine Gebühr, die höher war als der Mietpreis - kein korrektes Verhalten, was ich aber angesichts des Zustandes des Gatten und drei Stunden Wartezeit auch nicht in Frage stellen konnte. Nur: Bei OK Cars buchen wir nicht wieder. Bei der nächsten Mallorca-Reise werden wir den Shuttleservice zwischen Flughafen und Hotel nutzen und erst vor Ort einen Wagen mieten. Das mag teurer sein, ist für uns aber praktikabler.

Zudem müssen wir noch mehr Zeit für die Wege im Flughafen einplanen oder einen speziellen Transfer buchen, denn der Gatte kommt nur langsam vorwärts. Und wir brauchen beide Kabinentrolleys, um das Handgepäck über weite Strecken besser transportieren zu können. Ich brauche einen neuen Koffer, denn der jetzige wiegt leer schon satte acht Kilo. Außerdem nutzen wir beim nächsten Mal die hoteleigenen Strandlaken - ich wusste bislang nicht, welches Gewicht feuchte Strandlaken haben können ...

Ansonsten freute ich mich jeden Tag über das Strandkleid, das auch zum Wechseln das Badeanzugs prima taugt, über die Strandtasche und das Häkelkleid, das sich sowohl am Strand als auch in der Stadt gut macht. Und ich freute mich, dass ich meinen Reisebedarf richtig einschätzte, nichts Überflüssiges einpackte - nachdem meine Touristikerzeit fast 20 Jahre zurückliegt, kann ich das immer noch. Für den nächsten Badeurlaub packe ich aber weniger Unterwäsche ein, stattdessen lieber einen weiteren Tankini.

Mehr Mallorca-Impressionen gibt es hier.