Sonntag, 26. April 2026

Samstagsplausch KW 17/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXIX

"Heute ist es ein wenig übersichtlich",
meinte die Kartenabreißerin.
Joa, kann man so sagen, hoffentlich
nur bei der Sonntagsmatinée.

Was für eine Woche! Eigentlich hatte ich Urlaub (ja, auch wenn man nur Lifestyle-Teilzeit arbeitet, hat man Urlaubsanspruch - noch zumindest) und wollte es ruhig angehen lassen, aber so ganz klappte es nicht.

Sonntag spätnachmittags rief Tante an und teilte mir mit, Schwiegermutter wäre vor zwei Tagen gestürzt. Sie kam ins Krankenhaus, abends aber schon wieder in ihre Wohnung in der Seniorenwohnanlage, wo sie vom medizinischen Personal engmaschig überwacht werde. Schön, dass ich das so quasi nebenbei erfahre und nicht durch ihre Wohnanlage ... Jedenfalls bat Schwiegermutter Tante darum, mich anzurufen und zu fragen, ob ich ihr eine Fahrkarte für die anstehende Reise nach München buchen könne. Mich selbst wolle Schwiegermutter nicht stören, ich hätte mich ja so lange schon nicht gemeldet und immer so viel zu tun, da wolle sie mich nicht behelligen. 

Ähm, ja, nee, is klaa.  

Ich buchte Schwiegermutter natürlich die Fahrkarte und rief sie kurzerhand selbst an - ich bin zu erwachsen für stille Post. Mir gegenüber behauptete Schwiegermutter, sie habe weder mit Tante telefoniert noch sie um den Kauf einer Fahrkarte gebeten.

Ja, nee, is klaa.

Nach der Aufregung telefonierte ich dann nochmal in Ruhe mit Tante, wobei wir bezüglich Schwiegermutter einer Meinung waren. Tante erzählte, diese ominöse "Betreuerin", die sich um sie kümmere, habe sie nun gezwungen, einen Anwaltstermin zu machen, um sicherzustellen, dass sie nach Tantes Tod auf jeden Fall erbt, nicht Schwiegermutter oder ich! Was für ein Luder! Tante macht das alles mit, weil sie meint, sonst kümmere sich niemand um sie, helfe ihr niemand im Haushalt. Ich dringe nicht zu ihr durch mit der Info, dass sich das alles auch anders regeln ließe, dass sie sich nicht ausnehmen lassen muss wie eine Weihnachtsgans, also lasse ich Tante gewähren. Ich habe keine Kraft für einen weiteren Betreuungsfall, zumal Tante 800 km entfernt wohnt. Meine Angebote, für ein paar Tage zu ihr zu kommen und mich um Haushaltshilfe und Co zu kümmern, kommen ja bei Tante nicht an. 

Montag wartete ich auf den Milchschäumer und blickte verträumt auf die Terrasse, als mich von der Küchentreppe aus aus großen Augen eine Ratte anblickte, bevor sie in den Holzstapel neben der Küchentür verschwand! Ich dachte, ich gucke nicht richtig! Ich hatte letztens schon den Eindruck, eine Ratte husche über die Terrasse, dachte aber, das kann nicht sein! Ich machte gleich einen Termin mit dem Kammerjäger und bekam die Anweisung, die Terrasse in Ruhe zu lassen. Schön, denn eigentlich stand das Aufräumen der Terrasse für Montag auf meiner Liste. 

Stattdessen traf ich mich spontan mit dem Friedhofsgärtner, um die Bepflanzung des Gatten zu besprechen. Der Gärtner wird auch das Gießen übernehmen - eine Sorge weniger, während ich in Reha bin, und weniger Druck, regelmäßig zum Friedhof gehen zu müssen, obwohl die Kraft dazu fehlt. Als ich heute auf dem Friedhof war, war das Grab schon mit Mutterboden aufgefüllt, waren Kanten ausgewechselt bzw. neu gesetzt. Wenn ich das nächste Mal da bin, ist bestimmt schon gepflanzt. 

Dienstag und Mittwoch versuchte ich mich am Verlegen der Holzfliesen auf dem Balkon - und es klappte! Ich versuchte mich sogar an der Handkreissäge, aber mit der kam ich nicht zurecht, fand trotz diversen YouTube-Tutorials nicht den Fehler. Die Handkreissäge war aber ohnehin ungeeignet, egal, was der Gatte sagte, weil die Fliesen auf einem Gitter angebracht sind und instabil werden, wenn sie gesägt werden. Ein Seitenschneider leistet bessere Dienste, und für die Fliesen, bei denen ich nur ein paar Zentimeter wegnehmen musste, nahm ich eine Handsäge. Theoretisch könnte ich die Fliesen auch so verlegen, dass ich mit einer Stichsäge um den Balkonrand gehe, aber ich konnte in der Werkstatt des Gatten die Stichsäge nicht sicher identifizieren bzw. war nicht sicher, ob in dem, was ich als Stichsäge ansah, ein Sägeblatt gespannt ist, und wenn nicht, wo ich ein Sägeblatt in dem ganzen Chaos finde. Ich weiß jetzt aber, dass ich eine Tischkreissäge habe. Die werden ich auch erstmal behalten, wenn sie einen ordentlich Platz fand, und ich weiß, wie sie funktioniert. 

Dienstag Abend bestellte ich einen Deck-Chair für den Balkon, und Donnerstag nahm der Glaser das Aufmaß für Milchglasscheiben. Ich bin auf die Kosten gespannt ... Der Balkon hat sicher nicht oberste Priorität auf der ganzen Baustelle, ist aber aktuell das Projekt, das sich am Einfachsten fertigstellen lässt.

Mittwoch meldete sich das Nachlass-Gericht mit einer Nachfrage bezüglich des Erbscheins - immerhin schon ein halbes Jahr nach dem Tode des Gatten. Da bekomme ich dann vielleicht schon zum ersten Todestag den Erbschein. Die DRV meldete sich weiterhin nicht wegen der Hinterbliebenen-Rente. Der Antrag wurde ja auch erst vor 23 Wochen gestellt, und ich fragte erst von zwei Wochen nach dem aktuellen Bearbeitungsstand. Ich weiß ja, dass ich keine Hinterbliebenen-Rente bekomme, solange ich noch arbeite, aber das hätte ich gerne schriftlich. Mal gucken, wann ich die Kraft finde, hinterher zu telefonieren oder besser noch, gleich einen Anwalt einzuschalten.

Donnerstag kam der Kammerjäger. Die linke Nachbarin, die ich noch nicht informieren konnte, war zufällig auf der Terrasse. Bei ihr gäbe es selbstverständlich keine Ratten, sagte sie. Der Kammerjäger konnte sie direkt widerlegen und zeigte ihr die Wege auf, die die Ratten von ihrem Grundstück zu meinem nehmen. Für die Nachbarn bin ich natürlich Schuld an den Ratten, ist mein Garten doch im Gegensatz zu ihren Gärten verwildert. So stehe ich denn auch mit der Bekämpfung alleine da, denn die Nachbarn machen nichts. Da ich in einem Mittelreihenhaus wohne, ist das ein Kampf gegen Windmühlen. 

Dass die Nachbarn keine Ratten haben wollen, ist klar, denn den Kammerjäger muss ein Grundeigentümer selbst bezahlen. Jede Bekämpfung kostet 800 bis 1.000 Euro. Die Versicherung zahlt erst, wenn Schadnager schon im Haus sind, und das versuche ich zu verhindern, öffne die Terrassentüren und Kellerfenster nicht mehr. Die Stadt geht nicht gegen Ratten vor, obwohl die Ursache relativ klar ist: Drei Monate lang wurden die Gelben Säcke und anderer Müll nicht abgeholt. Die Ratten laufen mittlerweile mitten am Tag durch die Stadt, lassen sich auch von Menschenmengen nicht beeindrucken. So bleibt es denn ein Kampf gegen Windmühlen von den wenigen Grundeigentümern, die bereit sind, für die Schädlingsbekämpfung zu zahlen. 

Der Freitag war emotional ziemlich anstrengend, denn ich musste die Wege fahren, die ich lange Zeit fuhr, wenn der Gatte in die Augenklinik begleitet werden musste. Da kamen viele Erinnerungen wieder. Ich hätte gerne den Zug genommen, die Fahrzeit wäre gleich gewesen (zumindest nach Fahrplan), aber ich hatte zu viel zu transportieren. Abends war ich fix und alle! Leider musste ich dann auch noch mit Schwiegermutter telefonieren. Ich erzählte ihr, dass der Balkon bald fertig ist und so aussehen wird, wie der Gatte es sich wünschte. Sie antwortete, es sei doch nicht notwendig, dass ich den Balkon mache, denn der Gatte habe davon nichts mehr. Mal davon ab, dass ich selbst nicht ewig auf einer Baustelle leben möchte, lieferte sie das beste Argument gegen die Fertigstellung des Gästezimmers, auf das sie so scharf ist. Der Gatte hat ja nichts mehr davon, wenn das Haus wohnlich ist!

Lachen musste ich, als mir nach langem Nachdenken endlich aufging, woher ich die Adresse der freitäglichen Verabredung kenne, obwohl ich da nie vorher war. Schließlich ging mir auf: Da war ein Außenlager des KZ Neuengamme. Oder wie der Gatte gerne sagte: "Die Frau findet auch überall ein Lager!"

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 319. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Montag, 20. April 2026

#12von12 im April 2026

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt wie jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! Hier kommen meine April-Bilder.

#1: Dem Gatten Guten Morgen sagen. Es ist sehr sonnig, deswegen sind die Jalousien hochgezogen.

#2: Wäsche auf dem Balkon trocken und das Plumeau auslüften, damit das Bett frisch bezogen werden kann. 

#3 Nelly ist Begleit-Häsin zum Sonntagskino und möchte vom Popcorn naschen. 

#4: Den Gatten besuchen und endlich die Thomas-Beckett-Rose einpflanzen. Ansonsten ist das Grab noch immer kahl. 

#5: Jedes Jahr freue ich mich über den Eier-Baum. Ich hoffe, die alten Leutchen, die dort wohnen, pflegen diese Tradition noch sehr lange.

Wie immer in diesen Zeiten der Blick zurück: Im ersten Corona-Jahr war der Gatte noch gesund, feierten wir zum letzten Mal Ostern bei Schwiegermutter und genossen ihren traumhaften Garten. Im zweiten Corona-Jahr versuchte der inzwischen kranke Gatte gerade mal wieder zu arbeiten, machte ich den ersten Corona-Selbsttest. Die Tulpen, die ich vor drei Jahren in den Garten setzte, steckten wieder gerade ihre Köpfchen hervor, waren aber noch nicht aufgeblüht. Ein paar zogen mit ins alt-neue Haus um. Im dritten Corona-Jahr blühte die Sternmagnolie. Leider verkraftete sie den Umzug ins alt-neue Haus nicht und blühte dort vor drei Jahren zum letzten Mal. Im vierten Corona-Jahr wartete der Gatte auf der Baustelle auf den Fliesenleger. Der hatte nach 17m² Flur und Küchenboden allerdings keinen Bock mehr, so dass wir wieder auf die Suche gehen mussten. Wir sind heilfroh, dass wir inzwischen zuverlässige Handwerker fanden. Im fünften Corona-Jahr endete nach 58 bzw. 39 Jahren unsere Hamburg-Zeit ganz offiziell, meldeten wir uns in der lindgrünen Hölle an, wurden Heidjer. Im sechsten Corona-Jahr genossen wir das Kleinstadt-Leben, freuten uns auf viele Jahre im alt-neuen Haus. Der Gatte sollte noch ein knappes halbes Jahr bei mir sein dürfen. Er fehlt mir so unendlich.

#6: Lauterbach, die Kamelie auf der Terrasse hat üppig Blüten angesetzt. Eine Woche später werden sie aufgegangen sein. 

#7: Die Blüten des kleinen Apfelbaums sind noch sehr schüchtern.

#8: Die Spülmaschine will spielen. Seit dem Tausch des oberen Sprüharms spült sie endlich wieder sauber.

#9: Vorbereitungen für das Abendessen.

#10: Ich wäre dann bereit für's #tatortstricken.

#11: Heute ist ein historischer Tag.

#12: Das Kuschel-Rudel freut sich über ein frisch bezogenes Bett und will vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

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Sonntag, 19. April 2026

Samstagsplausch KW 16/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXVIII

Für heute war eigentlich mein Sägekurs geplant, aber mangels Teilnehmerinnen wurde er leider abgesagt. Doof, denn ab morgen habe ich Urlaub, wollte endlich die Holzfliesen auf dem Balkon verlegen. Mal gucken, ob ich das ohne Kurs schaffe. Der Gatte legte im letzten Juni ja schon Handkreissäge und Klemmzwingen zurecht, besprach mit mir das theoretische Vorgehen, kam aber nicht mehr dazu, mir zu zeigen, wie ich das Werkzeug richtig nutze. Er selbst konnte es damals schon nicht mehr. Falls wir uns kommendes Wochenende nicht mehr lesen, habe ich es nicht geschafft, fehlen mir Finger oder Hände ...

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 318. 

Lauerbach blüht, sogar sehr üppig. Es wäre schön, könnte der Gatte die Kamelie noch sehen. Er würde sich so sehr über die Blüten freuen.

Die Woche reichte mal wieder für mehrere, zumal ich im ganzen Körper Schmerzen habe, nur mit Mühe gehen kann und einmal stürzte. Da passierte Gott sei Dank nicht mehr als ein aufgeschlagener Knöchel, Schrammen und diverse Blutergüsse. Ich wundere mich immer öfter, wie ich die früherer Schlagzahl durchhielt. Es ist faszinierend, was Adrenalin kann. 

Sonntag schaffte ich es ins Kino ("The Testament of Anne Lee"* - was für eine beeindruckende Frau!) und endlich auch auf den Friedhof. Ich pflanzte endlich die Thomas-Beckett-Rose und versah sie mit einem Wasserspender*. Ich hoffe, die Rose hält so durch, bis ich das nächste Mal zum Friedhof komme. Ich hoffe auch, sie wird nicht gleich von Rehen und Kaninchen kahl gefressen. Ich habe zwar noch ein bisschen Kaninchen-Draht, den ich um die Rose stecken möchte, wollte den aber nicht auch noch mit ins Kino schleppen, ebenso wenig wie das Wild-Abwehr-Spray. Dann hätte ich den Hackenporsche mit ins Kino nehmen müssen ... Ich muss an den mal ein Schloss anbringen. 

Montag kamen die Unterlagen der Reha-Klinik. Die Reha beginnt zwei Monate früher als geplant! Das freut mich sehr, heißt aber, ich muss gucken, wer Gatten und Garten gießt - oder auf einen verregneten Sommer hoffen. Und ich verpasse die hiesige Kommunalwahl, da Wahlunterlagen nicht nachgeschickt werden. Ich gucke momentan nach Möglichkeiten, wer sich um Garten und Wahlunterlagen kümmern kann. Nur für das Gießen des Gatten sehe ich keine Möglichkeit, aber ich muss ohnehin noch den Friedhofsgärtner beauftragen. Jedenfalls freue ich ich auf die Reha, und der frühere Zeitpunkt heißt, dass ich hoffentlich auch noch viel Zeit im Freibad verbringen kann. Außerdem gibt es ein paar Veranstaltungen, die sich gut lesen. Ein weiterer Pluspunkt: Ich bin am Geburtstag des Gatten nicht alleine gelassen.

In einem Anfall von Selbstfürsorge schrieb ich die Shrink an, bei der ich die letzte Reha-Nachsorge machte, wurde jetzt schon auf die Warteliste gesetzt und habe ab Oktober einen Platz in Aussicht. Das ist großartig! So bin ich am ersten Todestag des Gatten nicht alleine gelassen. Und natürlich ist alle Planung unter dem Vorbehalt, dass blackrot bis dahin den Sozialstatt noch nicht vollends abschaffte.    

Dienstag und Mittwoch waren meine Echtbüro-Tage. Da ich aufgrund der Schmerzen kaum gehen konnte, kämpfte ich sehr mit mir, aber ich wollte unbedingt ins Büro. Auf dem Heimweg vom Bahnhof kroch ich mehr als ich ging. Dass an beiden Tagen reichlich Überstunden anfielen, machte es nicht besser. Meine erkrankte Kollegin arbeitet seit Dienstag zwar immer wieder ein paar Stunden, ist aber noch nicht wirklich wieder fit. Um Urlaubsvertretung bat ich deswegen einen anderen Kollegen, der prompt erkrankte ... Wir sind schon eine Trümmertruppe. 

Das Pendeln war zudem anstrengend. Die Züge waren zwar nach Bahn-Maßstäben pünktlich, aber zwei Mal war ein ganzer Waggon gesperrt, was in den ohnehin permanent überfüllten Zügen für zusätzliche Enge sorgte. Als ich Mittwoch nach Hause kam, stand eine junge Sängerin-Gitarristin mit einer traumhaften Stimme auf der Bahnbrücke - so schön!

Donnerstag bekam ich den neuen Fahrzeugschein für den Wagen des Gatten und meldete beide Autos um. Danach brauchten meine Nerven erstmal eine Atempause bei Kaffee und Kuchen! Die Auflösung des Nachlasses des Gatten strengt mich emotional sehr an. Ich sagte einer Freundin letztens, wie sehr ich sie für ihre Kraft und Stärke bewundere, denn sie macht das gerade zum dritten Mal in nicht mal drei Jahren durch. Sie antwortete nur: "Ach, einfach Augen zu und durch!" Ich wünschte, das könnte ich (und ich wünsche, sie behält Kraft und Stärke). 

Immerhin schaffte ich danach noch den Wocheneinkauf, und ich holte auch schon ein erstes Angebot für den Wagen des Gatten ein. Das liegt erstaunlicherweise über meinen Erwartungen, so dass ich hoffe, am Ende den Preis zu erreichen, denn ich erwarte. Dann wäre ich froh.

Freitag schaffte ich nicht nur den zweiten Teil des Wocheneinkaufs, also den, den ich zu Fuß im Dorf erledigen kann, sondern schaffte es auch abends noch ins Kino. "Horst Schlämmer sucht das Glück*" war allerdings nicht so ganz mein Fall, nicht so lustig wie erwartet. 

Insgesamt habe ich diese Woche alles geschafft, was auf dem Plan stand, sogar noch mehr. Da ich dankbar bin für jeden Tag, an dem ich mehr schaffe als zu atmen, sollte ich mich freuen. 

Ein lieber Mensch half mir mit der Hinterbliebenen-Rente. Der DRV fehlen noch Informationen meines Arbeitgebers. Bei meinem Arbeitgeber gab's allerdings keine Nachfrage dazu. Ich habe der DRV die Kontaktdaten der Ansprechpartnerin gemailt, in der irrigen Hoffnung, dass die DRV eMails liest. Ich muss die Tage nochmal einen Brief schicken, am Besten per Einschreiben, wenn ich eh wegen eines Einschreibens wegen des Nachlasses meiner Mutter zur Post muss. Durch deren finanziellen Verhältnisse blicke ich noch immer nicht durch bzw. ich suche immer noch vergeblich das Geld, das ich laut Bankmensch, Steuerberater und Finanzamt haben soll. Ich bin anscheinend einfach zu blöd für Geldanlagen. Gleichzeitig meldete sich das Finanzamt wegen der Erbschaft des Gatten. Der hatte zwar nichts zu vererben, aber das sieht das Finanzamt anders. Ich hoffe, der Steuerberater sieht es so wie ich. 

Für Chaos sorgte zum zweiten Mal die 92jährige Strick-Nachbarin, die wieder mal unserer gemeinsamen Putzfrau nicht die Tür öffnete. Gott sei Dank hatte sie schon wieder weder Wecker, noch Türklingeln und Telefon gehört, wachte eine Stunde später auf und wunderte sich, wieso die Putzfrau nicht da ist. In der Zwischenzeit hatte ich bei ihrem Hausnotruf angerufen mit der Bitte, ihre Kinder zu verständigen, was man aber nicht tat, da ich keine Betreuungsperson bin. Sehr hilfreich. Ich hätte die 112 anrufen können, aber die kommt hier nur, wenn ich garantiere, dass es ein medizinischer Notfall ist und andernfalls bereit bin, die Einsatzkosten zu tragen. Das wollte ich nicht ohne Rücksprache mit den Kindern. Für den Moment ist das Problem dadurch gelöst, dass die Putzfrau die aktuellen Taschentelefonnummern der Kinder bekam. Perspektivisch überlege ich, der Nachbarin vorzuschlagen, einen Schlüssel in Verwahrung zu nehmen, aber ich möchte eigentlich keinen neuen Betreuungsfall haben. Irgendwie doof. 

Ein Facharzt schaffte es wiederholt nicht, ein eRezept auf die Versichertenkarte zu spielen. Entweder, ich muss kommende Woche trotz Urlaubs nach Hamburg, oder ich verzichte drei Tage auf Tabletten ... Ich weiß noch nicht, wofür ich mich entscheide. 

Die Mützen, die ich für die #600Mützen-Challenge an die Lübecker Seemannsmission schickte, kamen zurück. Hernes war nicht in der Lage, die Adresse zu finden. Ich überlege, ob ich noch einen Versuch mit DHL wage oder die Mützen einfach selbst vorbeifahre, wenn ich in der Reha bin. Selbst bei den aktuellen Spritpreisen ist das günstiger als mehrfaches Porto.

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Samstag, 11. April 2026

Samstagsplausch KW 15/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXVII

Seit gestern ist die Wolldiät
vorbei. Ich habe ganz gut
durchgehalten, stricke
aktuell aber auch kaum.
Kleinstadt kann manchmal magisch sein: Nachdem ich zwei Mal Kinokarten stornierte, schaffte ich es dann gestern Abend endlich, in "Der Astronaut - Project Hail Mary" zu gehen. Ich reserviere im Kino gerne immer noch den Randplatz, auf dem der Gatte gerne saß, weil er Beinfreiheit verspricht. Die Reihenabstände in unserem Kino sind nicht eng, aber der Gatte hatte lange Beine. Wenn das Kino nicht ausgebucht ist, bleibt der Platz daneben in der Regel leer. 

Diesmal war das Kino halb leer, aber trotzdem steuerten zwei Menschen auf die beiden Plätze neben mir zu. Ich erkannte darin eine Nachbarin und ihren Mann. Die Nachbarin ist die Tochter eines schon längst verstorbenen lieben Weggefährten, die ich seit vier Jahren ansprechen möchte, aber immer, wenn ich sie sah, war bei mir irgendwas, so dass ich sie nicht ansprechen konnte. Und sie erkannte mich nach der sehr langen Zeit, die wir uns nicht sahen, verständlicherweise nicht mehr.

Jedenfalls dachte ich, jetzt so drei Stunden neben ihr zu sitzen und ihr nicht zu sagen, wer ich bin, ist auch doof, und sprach sie an. Mich überflutete sofort eine Welle an Wärme und Umarmungen, denen fast unsere Nachos zum Opfer fielen. Sie sprach mich auf den Tod meiner Mutter an, war erschüttert, als sie vom Tod des Gatten erfuhr, bestand darauf, dass wir Telefonnummern austauschten, fragte, ob sie mich ansprechen dürfte, ob ich zu Veranstaltungen mitkommen möchte undundund. Nach dem Kino nahmen beide mich mit im Auto nach Hause (ich wollte zu Fuß gehen, aber keine Chance), und die Dialoge zwischen ihr und ihrem Mann ließen mich sehr an die Szenen einer Ehe zwischen dem Gatten und mir denken. 

Heute Mittag klingelte es dann überraschend. Ich pflegte noch Sozialkater und Depression und war noch im Morgenmantel. Vor der Tür stand die besagte Nachbarin mit einem Blumengruß - wie lieb!

Ich würde alles dafür geben, hätte ich mich nach dem Film mit dem Gatten darüber austauschen können. Ich wüsste zu gerne, ob er ihn genauso wunderschön fand oder ob ihm der Film zu klamaukig war, an einen LSD-Trip erinnerte - ich tippe auf letzteres. Der Gatte hätte mir jedes Film-Zitat nennen können, aber weil mir dieses Wissen größtenteils fehlt, konnte ich einfach die schönen bunten Bilder und die Geschichte genießen.

Vorgestern war das monatliche Stricktreffen, das wieder sehr stärkend, empowernd, lustig und einfach schön war. Wir waren zwar wieder "nur" der harte Kern, aber das sind alles nette Frauen. 

Ostermontag war ich mit einer der beiden Sandkasten-Freundinnen zum Trauerbesuch bei der anderen, deren Mutter an Karfreitag starb - erwartet, aber dennoch plötzlich und viel zu früh. Die Freundin hat sich sehr über unseren Besuch gefreut, auch wenn wir natürlich lieber einen fröhlicheren Anlass gehabt hätten, um uns wiederzusehen. Ich hatte Kuchen mit und ärgerte mich, dass ich die übrige Hälfte der Torta pasqualina zu Hause vergaß, denn die Freundin ist spindeldürr, kocht nicht selbst und isst viel zu wenig, gerade jetzt. 

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 317. 

Die Trauer lähmt mich seit Ostern mehr als sonst schon. Ich bin ein einziges Tränenmeer, sobald ich alleine bin, schaffe es aber zum Glück meistens einigermaßen, mich in der Öffentlichkeit zusammenzureißen. Die Tränen brechen oft einfach ohne Anlass aus mir heraus. Der Gatte liebet diese Jahreszeit, besonders, seitdem wir im alt-neuen Haus leben. Er hätte auch diesen Frühling jede einzelne Hummel oder Biene, jeden Schmetterling, jede Blüte geradezu frenetisch willkommen geheißen. Dass es keinen Frühling mehr für ihn gibt, ist so unfassbar und zerreißt mich schier vor Traurigkeit. Seit Ostern will ich endlich im Garten arbeiten, aber es fehlt die Kraft. Die Kraft fehlt für so ziemlich alles. Ob sich das jemals ändert? 

Seit 21 Wochen warte ich auf den Bescheid für die Witwenrente, seit 23 Wochen auf den Erbschein. Mit der zweiten Hausbank meiner Mutter bin ich jetzt klar. Ihr Nachlass ist noch nicht ganz final geregelt, aber ich könnte jetzt schon mal Kräfte sammeln und mich um die Witwenrente kümmern. Ich möchte endlich finanzielle Klarheit haben, um einige Arbeiten am Haus vergeben zu können. 

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Dienstag, 7. April 2026

#WMDEDGT 04/26: Stille und Trauer

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Kurz nach Mitternacht ist die Nacht vorbei. Ich ging mal wieder zu spät ins Bett. Ich schlafe seit einiger Zeit nur durch, wenn ich vor 21 Uhr ins Bett gehe. Dann schlafe ich acht, neun Stunden. Da ich aufgrund meiner Depression maximal sechs Stunden schlafen darf, versuche ich immer wieder, später ins Bett zu gehen - und manchmal, so wie gestern, gehe ich auch später ins Bett, weil ich noch etwas vom Abend haben möchte. Aber dann schlafe ich halt nur maximal zwei Stunden am Stück ...

Gegen halb sieben gebe ich auf, stehe auf. Duschen, anziehen, anmalen, die Bialetti aufsetzen, ein paar Scheiben Knäckebrot samt Espresso-Milch frühstücken, dabei Radio hören und lesen*. Ich erschrecke, als ich sehe, dass mein Asthma-Inhalator fast leer ist - heißt, ich muss Dienstag nach der Arbeit gleich zum Arzt, da neues Quartal. Große Freude, als ich beim Herausnehmen der neue Tabletten-Wochenbox noch einen neuen Inhalator entdecke. Da ich nicht mehr in Hamburg wohne, bedeuten Arztbesuche Umwege, für die ich nach Feierabend zunehmend weniger Kraft habe. Ich bin froh, wenn ich einen Echtbüro-Arbeitstag halbwegs überstehe und nicht drei Stunden später als üblich zu Hause bin. 

Gegen neun Uhr arbeite ich meine Liste ab: Auf den Rüeblikuchen müssen noch Puderzucker und Marzipanmöhrchen, die Eierlikör-Muffins müssen in die Hasenförmchen, ich muss noch die Sterbeurkunde des Gatten suchen, die Schwiegermutter für ihr Familienbuch haben möchte ... Außerdem beschließe ich, dass ich für die heutige Autofahrt plüschige Unterstützung brauche: Der Großfuß-Hase muss mit!

Um zehn Uhr mache ich mich auf den Weg zur Schwiegermutter, komme gut durch, finde überraschenderweise einen leeren Besucherparkplatz vor und habe noch eine gute Viertelstunde Zeit zum Lesen*.   

Schwiegermutter öffnet wieder mal nicht die Tür. Ich erinnere mich, wie wütend der Gatte darüber im letzten Jahr war. Er hatte ohnehin keine Lust auf den Osterbesuch bei seiner Mutter, konnte nicht so lange stehen, so dass ich ihn auf einen der Stühle, die zum Glück fast überall in den Fluren der Wohnanlage stehen, parkte, während ich Schwiegermutter überzeugte, die Tür zu öffnen. Auch heute reagiert sie nicht auf das Klingeln. Nächster Schritt: Anrufen. Einzige Reaktion: Der Fernseher wird lauter gestellt. Ich warte eine ruhige Stelle im Oster-Gottesdienst ab und hämmere kräftig gegen die Wohnungstür. Als ich schon überlege, zur Rezeption zu gehen und eine der Hausdamen zu bitten, mir aufzuschließen, reagiert Schwiegermutter endlich auf die zweite Hämmer-Attacke. Zum Glück sind die vier anderen Damen, die mit ihr auf der Etage wohnen, entweder aushäusig oder sehr harthörig, denn meine Aktion war alles andere als leise.

Eine dreiviertel Stunde gucken wir in ohrenbetäubender Lautstärke den Oster-Gottesdienst, dann erinnere ich Schwiegermutter daran, dass wir ins Foyer müssen, weil wir mit der Sandkastenfreundin des Gatten zum Essen verabredet sind. Die Freundin ist schon da. Allgemeine Wiedersehensfreude, wobei mir irgendwann auffällt, dass Schwiegermutter phasenweise nicht weiß, wer ihr da gegenüber sitzt, die Sandkastenfreundin nicht einordnen kann. 

Dank der Sandkastenfreundin wird der Nachmittag sehr angenehm. Wir verabreden stillschweigend, gemeinsam zu gehen. Dass wir noch über eine Stunde auf dem Parkplatz zusammenstehen und reden, muss Schwiegermutter ja nicht wissen. Es ist sehr wohltuend, wie mir der Rücken gestärkt wird für den Umgang mit Schwiegermutter. Die Sandkastenfreundin erzählt, dass sie phasenweise Albträume hatte, weil Schwiegermutter sie als Jugendliche so unter Druck setzte, den Gatten zu heiraten. Sie wusste sehr früh, dass sie das nicht wollte (und der Gatte wollte auch nicht), aber die Wünsche anderer interessierten Schwiegermutter noch nie. Sie versuchte noch während unserer Ehe, den Gatten und mich auseinanderzubringen, lud die Sandkastenfreundin immer wieder ein, versuchte, uns gegeneinander auszuspielen. 

Jedenfalls verstehe ich mich mit der Sandkastenfreundin gut, tat ich von Anfang an, weswegen es mir merkwürdig vorkam, dass der Gatte keinen Kontakt mehr zu ihr haben wollte, genau so wie zu seinen anderen Freunden. Je länger wir zusammen waren, um so weniger pflegte er seine Freundschaften, obwohl ich ihn immer wieder dazu ermunterte, an Geburtstage erinnerte usw.. "Du warst ihm genug", meint die Sandkastenfreundin dazu. Vielleicht war es das, und vielleicht ist das die schönste Liebeserklärung, die der Gatte mir machen konnte, zumal er mich nicht einschränkte, mich bei allem unterstützte. 

Die Rückfahrt verläuft genauso schnell und reibungslos wie die Hinfahrt. Auf dem Weg von der Garage nach Hause zieht der Großfuß-Hase irritierte Blicke Erwachsener auf sich. 

Umziehen, abschminken, mit einem Becher Tee und einem Stück Rüeblikuchen in den Sessel fallen und die Füße hochlegen. Lesen*, bis es Zeit ist, die Schwiegermutter anzurufen. Bevor wir uns vorhin verabschiedeten, erinnerte ich sie noch daran, dass sie mit Tante klären muss, was sie in vier Wochen über ihren Geburtstag macht. Ich will unter allen Umständen die kräftezehrenden Diskussionen verhindern, wenn ich mich weigere, mit Schwiegermutter zwei Wochen nach Travemünde zu fahren. Sie ist ja überzeugt, dass wir zusammen urlauben, wo wir doch jetzt beide verwitwet sind.  

Nach mehreren Versuchen geht Schwiegermutter tatsächlich ans Telefon und hat die erlösende Nachricht: Sie fährt im Mai über ihren und Tantes Geburtstag nach Bayern! Das ist großartig, denn so bin ich aus dem Schneider! Ich bringe ihr gleich bei, dass ich in Wien sein werde, wenn sie zurückkommt, so dass wir uns frühestens im Juni sehen. Dass ich meinen Geburtstag nicht mit ihr verbringen werde, bringe ich ihr dann Anfang Juni bei.

Ich lese in einem Artikel zu Siri Hustvedts* Buch über den Tod ihres Mannes Paul Auster, dass das erste Trauerjahr das härteste ist. Ich überlege, ob ich mir "Ghost Stories*" kaufe, aber ich denke, ich habe noch nicht die Kraft, es zu lesen. Jetzt über die Oster-Tage schlägt die Trauer mit voller Wucht zu, bin ich in Tränen aufgelöst. Ich habe es gerade mal geschafft, die Zeit mit Schwiegermutter ohne Weinen zu überstehen bzw. die Tränen nur dann zuzulassen, wenn ich einen kurzen Moment unbeobachtet war. Ich habe auch keine Kraft, zum Grab zu gehen, obwohl ich es doch so gerne bepflanzen möchte.

Zum Abendessen gibt's ein Butterbrot, danach gucke ich wie üblich den Tatort, habe aber keine Kraft zum Stricken. Ich vergaß, das Licht in Treppenhaus und Flur auszumachen. Die Bewegungsmelder spielen wie üblich verrückt, das Licht geht an und aus - so, als ginge der Gatte wir früher durch's Haus. Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*. Die Hoffnung auf eine bessere Nacht wird vergeblich sein.

Der Blick zurück in die ersten sechs Corona-Jahre: Am 5. April 2020 beschäftigten uns die unterschiedlichen Corona-Regeln, eröffneten wir die Balkon-Saison. Am 5. April 2021 war der Gatte schon krank und versuchte, wieder gesund zu werden. Am 5. April 2022 bastelte ich eine Osterkarte. Am 5. April 2023 war ich von der Gesamtsituation erschöpft, hofften wir auf einen Umzug spätestens im Herbst. Am 5. April 2024 waren wir endlich, endlich umgezogen. Am 5. April 2025 war der Gatte im Krankenhaus, hatte gerade die dritte OP überstanden. Wir wussten noch nicht, dass noch fünf weitere folgen sollten. Mir machte die Stille im gattenlosen Haus zu schaffen. Sechs Monate später sollte das Haus durch den Tod des Gatten für immer still werden. / *Affiliate links