Mittwoch, 18. Juli 2018

#12von12 im Juli 2018

Heute ist wieder mal der 12. des Monats, undCaro von Draußen nur Kännchen sammelt dann normalerweise unsere Impressionen. In diesem Monat kam das reale Leben dazwischen: Caro wurde krank. An dieser Stelle gute Besserung!

Hier kommen meine 12 Juli-Augenblicke.


#1: Bushaltestellenwarteblick.
#2: Iserbrook ist stabil.
#3: Buchfundglück im Bus.
#4: Arbeitsweg.
Für mich ist es ein Bürotag. Ich kann in Ruhe am Schreibtisch arbeiten, wechsle nicht in den Laden, muss nicht ins Lager, niemanden vertreten.


#5: Eine Kollegin weiß, dass ich Briefmarken für verschiedene soziale Organisationen sammle, und gab mir ihre leeren Umschläge.
#6: Mittagessen. Eichblattsalat und Paprika sind aus eigenem Anbau.
#7: Gegen das Nachmittagstief.
#8: Heimweg.
#9: Endlich daran denken, den Brief einzuwerfen, den ich seit drei Tagen in der Tasche trage.
Der Heimweg führt beim Zahnarzt vorbei. Ich bekomme gerade vier neue Kronen. Nun ja, es gibt Schöneres ...


#10: Kunst am Straßenrand.
#11: Es gibt keinen Schlussstrich.
Eigentlich wollte ich danach ein paar Kollegen zum Afterwork auf dem Pooldeck der Cap San Diego treffen, aber Krankenstand und Wetter lassen uns das verschieben.

Ich fahre also so zügig, wie mit dem ÖPNV möglich, nach Hause. Der Gatte ist fertig vom Tag und fällt gleich ins Bett. Zum Glück lässt sich sein Abendessen im Backofen warmhalten - es gibt nämlich Backfisch mit Ofenkartoffeln. Seelenfutter.


#12: Das aktuelle Strickstück.
Stricken, Island-Krimi, Bett, einschlafen mit DLF im Ohr.

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Montag, 16. Juli 2018

Ehemalige Bunker im Dreieck Billhorner Deich / Ausschläger Billdeich / Billstraße

Montags gegen Nazis
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm. 

Wurde es aber.

In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.

Wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist, kannst Du hier nachlesen. Das braune Pack kündigte an, ab September 2018 wieder demonstrieren zu wollen, diesmal monatlich. Mal gucken, wie lange sie den Wind, der ihnen von der immer noch demokratischen Mehrheit der Stadt entgegen weht, aushalten.

Ehemalige Bunker im Dreieck Billhorner Deich / Ausschläger Billdeich / Billstraße.
Wer von der S-Bahn Rothenburgsort Richtung Bille geht, passiert das Dreieck Billhorner Deich / Ausschläger Billdeich / Billstraße - eine Verkehrsinsel mit Bushaltestellen, mag man im Vorbeigehen denken, und so ungepflegt, wie es dort aussieht, mag man kaum ein zweites Mal hingucken. Nichts lädt zum Verweilen ein.

Die Grünfläche verbirgt drei unterirdische Rundbunker, die jeweils etwa 250 bis 300 Menschen Platz boten. Seit 1990 unterliegen sie nicht mehr der Zivilschutzbindung, und seitdem rotten sie anscheinend ungenutzt so vor sich hin. 

In diesen Tagen ist viel vom 75. Jahrestag der "Operation Gomorrha" die Rede. Dabei kam der Krieg nicht erst 1943 nach Hamburg. Den ersten Fliegeralarm gibt es schon drei Tage nach dem deutschen Überfall auf Polen, am 4. September 1939. Bis zum Frühjahr 1940 allerdings wirft die Royal Air Force allerdings nur Flugblätter ab. Am 18. Mai 1940 werden erstmals Brand- und Sprengbomben geworfen. Von nun an wird der Aufenthalt in Luftschutzbauten für viele Hamburger Routine.

Dienstag, 10. Juli 2018

Extradicke Kuschelsocken aus Schulana Cambada in Größe 46/47 (Tutorial)

Krankheitsbedingt hat der Gatte sehr empfindliche Beine und Füße, die zudem zu Krämpfen neigen, wenn sie kalt werden. Er ist einer der Männer, der auch in Sandalen Socken trägt, weil die Füße sonst kalt werden (und wund scheuern). Dementsprechend trägt er auch im Sommer dicke Socken.

Extradicke Kuschelsocken.
Als wir jüngst bei Mudderns waren, schauten wir bei Ariadne vorbei, damit sich der Gatte Wolle aussuchen kann. Seine Wahl fiel unter anderem auf Schulana Cambada, das für Nadelstärke 8 bis 10 ausgelegt und aus Schurwolle / Merino ist, also eigentlich nicht sockentauglich ... Dafür ist es wunderbar weich und flauschig. Ferse und Spitze habe ich der besseren Haltbarkeit wegen aus Sockengarn gestrickt.

Das Muster im Detail.
Ich hatte noch nie Socken aus so dicker Wolle gestrickt und suchte vergeblich nach einer Anleitung. In der Gruppe der Tatortstricker bekam ich den Tipp, eine Anleitung für eine Dekosocke zu nehmen. Das klappte wunderbar.

Die Käppchenferse im Detail.
Extradicke Kuschelsocken aus Schulana Cambada in Größe 46/47 (Tutorial)

Material:

150 g Schulana Cambada, Farbe 193, 100 % Schurwolle Merino, Lauflänge 60 m / 50 g
50 g Schachenmayr Regia Uni, Farbe Jeans meliert, 75% Schurwolle, 25% Polyamid, Lauflänge 210 m / 50 g
Nadelspiel 8

Anleitung:

32 M mit Cambada anschlagen und 10 Rd. 1 M re 1 M li im Wechsel stricken, dann 35 Rd im kleinen Perlmuster arbeiten.

Die Käppchenferse aus doppelten Regia-Garn arbeiten, dann zu Cambada wechseln und weitere 35 Rd. im kleinen Perlmuster arbeiten.

Die Spitze wieder aus doppeltem Regia-Garn arbeiten.

Alle Fäden verziehen und die zweite Socke arbeiten.

Der Beitrag geht rüber zu den Linkparties Creadienstag, DienstagsDinge, Maschenfein und Handmade on Tuesday.

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Montag, 9. Juli 2018

Das Feuersturm-Denkmal und der Carl-Stamm-Park in Rothenburgsort

Montags gegen Nazis
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm. 

Wurde es aber.

In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.

Wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist, kannst Du hier nachlesen.


Blick in den Carl-Stamm-Park mit dem Feuersturmdenkmal.
Auf dem Weg zum ehemaligen Kinderkrankenhaus Rothenburgsort sah ich ein merkwürdig langgestrecktes, dunkelgrau angestrichenes  Gebäude in einem kleinen Park. In Dänemark hätte ich schulterzuckend gedacht, es ist ein madpakkehus, ein Haus, in dem Parkbesucher bei Regen ihr Picknick verspeisen können, aber so was ist in Deutschland ja unüblich. 


Im Park.
Für ein Trafohaus oder ein anderes Zweckgebäude stand es zu prominent in der Gegend rum, und überhaupt, die haben doch nicht so viele Fenster. Für ein Spielplatzhaus fehlten tobende Kinder, und der nächste Schulhof war zwar in Hör- aber noch lange nicht in Sichtweite. Also wechselte ich die Straßenseite und guckte einfach mal nach.

Der kleine Park am Billhorner Deich Ecke Marckmannstraße ist nach Carl Stamm benannt. Der Kinderarzt ist einer der Mitbegründer des Kinderkrankenhauses Rothenburgsort gewesen. Stamm trägt maßgeblich dazu bei, dass die Säuglings- und Müttersterblichkeit in dem Arbeiterstadtteil zurückgeht. 


Am Park.
Im Frühjahr 1933 wird Stamm entlassen - er ist Jude und deswegen als Arzt nicht mehr erwünscht. 1938 wird ihm endgültig die Approbation entzogen. Carl Stamm stirbt am 28. Oktober 1941 unter ungeklärten Umständen. Drei Tage vorher beginnt die Deportation der Hamburger Juden. 

Eine ausführliche Biographie von Carl Stamm gibt es hier. Nach der Befreiung erinnerte lange Zeit nichts an Carl Stamm, bis 2010 der kleine Park umbenannt wurde. Die Einweihung nahm Bezirksamtsleiter Markus Schreiber vor - sein Kinderarzt war Wilhelm Bayer, der 1940 die Kindermorde in Hamburg initiierte und nach der Befreiung weitgehend unbehelligt weiter praktizieren konnte.


Im Park.
Das Haus, das meine Aufmerksamkeit auf den kleinen Park zog, erinnert an den Hamburger Feuersturm. Es ist ein auf den Maßstab 1:2,5 verkleinertes Terrassenhaus, eine ab 1880 typische Mietskaserne. Dieser Haustyp und die engen Straßen prägen bis zum Sommer 1943 das Bild Rothenburgsorts. Dicht an dicht leben hier Arbeiter und Handwerker, von denen manche ihre Werkstätten samt Materiallager in den Hinterhöfen hatten. 


Blick in das Denkmal.
Am 27. und 28. Juli 1943 sind die dicht besiedelten Arbeiterviertel wie Rothenburgsort Ziel der alliierten Bombardierungen. 722 Flugzeuge werfen ihre Bombenlast ab. Infolge der seit Tagen anhaltenden Hitze und Trockenheit haben die Brandbomben leichtes Spiel und finden reichlich Nahrung. 

Hinzu kommt eine besondere Wetterlage: Die Brandgase werden wie von einem Schornstein angesogen, und Windhosen tosen durch die engen Straßen. Die Menschen haben kaum eine Chance. Erst gegen sechs Uhr früh lassen die Feuer langsam nach. Der einst lebendige Stadtteil und knapp 30.000 Männer, Frauen und Kinder sind Asche. 


Blick auf das Denkmal "Der Engel schwieg" von Volker Lang.
2003, zum 60. Jahrestag des Hamburger Feuersturms, entwirft der Hamburger Künstler Volker Lang das Feuersturm-Denkmal mit dem Titel "Der Engel schwieg" für Rothenburgsort. Im Inneren sind Textfragmente von Zeitzeugen und Schriftstellern zu lesen. Das Mahnmal wird betreut von der Kirchengemeinde St. Thomas, die am 29. Juli 2018 um 10 Uhr auch einen Gedenk-Gottesdienst anlässlich des 75. Jahrestags des Feuersturms abhält. 

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Donnerstag, 5. Juli 2018

#WMDEDGT 7/18: Treppauf, treppab

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Das macht sie schon im fünften Jahr - wow! Glückwunsch und Dankeschön!

Ich stehe zurzeit früher auf, damit ich den Gatten noch etwas länger sehe und früher auf der Arbeit bin - letzteres klappt so semi. Als ich mich aus dem Bett schäle, ist der Kaffee schon fertig. Ich trinke ihn wie meist am PC und daddel ein bisschen zum Wachwerden. 

Als der Gatte gegangen ist, erledige ich noch ein paar Überweisungen und mache mich dann auch fertig. Zum Glück entscheide ich mich für die lange Hose und Strümpfe, denn es ist wesentlich kälter als vorhergesagt. Später, als ich auf den Bus warte, bin ich froh, dass ich einen Schal in der Tasche habe.

Vor der Tür spricht mich ein Nachbar an, stellt sich kurz vor (wir haben kaum Kontakt zu den Nachbarn, weil die einerseits häufig wechseln, andererseits gerne mal Polizeieinsätze erfordern oder sonst irgendwie komisch sind, wir außerdem gerne für uns sind) und fragt nach einem Kontakt für einen Garagenplatz - ihm wurden nämlich auch die Nummernschilder gestohlen. Die Diebstähle halten jetzt seit Ende Mai an. Wir kommen ins Klönen, ich verpasse den Bus.

Endlich an der Haltestelle, kommt schnell ein Bus, der zudem auch noch leer ist. Ich bin rasch in Bahrenfeld an der S-Bahn - es ist zu merken, dass heute der erste Ferientag ist. Auf dem Bahnsteig liegt eine Frau hilflos am Boden, aber um sie herum stehen schon drei, vier Frauen, die den Notarzt riefen, also kein Handlungsbedarf meinerseits. Der Notarzt kommt, als die Bahn gerade einfährt. Ein Frau bleibt bei Notarzt und Patientin zurück, wir anderen steigen ein.  

Am Jungfernstieg kaufe ich die "Mopo", in der heute ein Artikel über einen Teil meines Jobs ist, und eine Butterbrezel - seltener Luxus, denn normalerweise habe ich Brote dabei. Treppe hoch, zwei Stationen mit dem Bus, dann bin ich im Büro.

Im Büro spreche ich in der ersten halben Stunde diverse Sachen mit der Kollegin, die stets verneint, durch, und bringe sie aus dem Konzept, in dem ich einen Arbeitsvorschlag einleite mit den Worten: "Überlegst du bitte, was dagegen spricht, dass wir im August folgendes machen?" Sie ist kurz sprachlos, kommt dann aber zu dem Ergebnis: "Nichts." 

Okay, die Taktik muss ich mir merken, die erspart mir lange Diskussionen. 

Ich gucke kurz nach einer anderen Kollegin, bei der ein Familienmitglied am Vortage eine OP hatte (alles okay, Gott sei Dank), komme endlich in meinem Büro an und fahre den Rechner hoch.

Entgangene Telefonate und Mails sichten, die Pressestelle informieren, dass ich am nächsten Tag ein Interview gebe, und dann wird's sportlich: Ich packe gefühlte Tonnen von Broschüren aus Versandkartons, versehe sie mit unseren Aufklebern, packe sie in Kisten auf eine Karre, fahre damit in den Laden, der im Erdgeschoss des Nachbarhauses ist, parke die Karre vor der Treppe, hieve die Kisten die Treppen hoch , hole eine zweite Karre aus dem Lager, packe um, sortiere alles im Lager und im Laden ein, bringe die leeren Kisten samt vor der Treppe geparkter Karre wieder nach oben ins Büro und beginne von vorn. Die, die weiland für Auswahl und Ausstattung des Ladens verantwortlich waren, machten sich keine Gedanken darum, wie die Ware in den Laden kommt - sie müssen sie ja auch nicht schleppen. 

Jetzt ist Schreibtischarbeit angesagt: Rechnungen abzeichnen, Adressen recherchieren, Bedarfe abfragen oder abschätzen. Die Kollegin, die stets verneint, weist mich darauf hin, dass die Chefin unbedingt eine Lieferung abnehmen muss, wenn sie nachmittags kommt. Dabei erfahre ich, dass es sich bei dem Karton, der seit drei Wochen neben meiner Tür steht und auf die Chefin wartet, um Prospekte handelt, die sie für mich in Auftrag gab und auf die ich wiederum warte. 

Es stellt sich zudem heraus, dass nur 2.000 Prospekte bestellt wurden - zur Auslage im Laden, weil "Das haben wir schon immer so gemacht!" Vielleicht eskaliere ich kurz bei dem Versuch, der Kollegin, die stets verneint, zu erklären, dass 2.000 Prospekte zu wenig sind, und dass die Kunden, die schon im Laden sind, unsere Prospekte nicht brauchen, weil sie schon wissen, dass es uns gibt, sondern die Prospekte raus wollen in die große Stadt, damit alle von unserem wunderbaren Laden erfahren. 

Allein: Was soll mensch gegen ein "Das haben wir ja noch nie so gemacht!" und "Dann kommen ja womöglich Leute in den Laden!" ausrichten?! 

Ich schiebe ein paar Papierberge auf dem Schreibtisch von links nach schräg, verabrede mich mit einem Kollegen aus dem alten Team für die nächste Woche, müsste mich eigentlich auf das Interview am nächsten Tage vorbereiten, kann mich aber nicht konzentrieren. 

Kurz vor meinem Feierabend kommt die Chefin, womit mein Feierabend in die Ferne rückt. Wir setzen uns zusammen, um zu besprechen, was während ihres Urlaubs anlag. Außerdem sind da noch die Prospekte, und wo wir gerade so schön zusammensitzen, sollte ich ihr auch noch sagen, dass ich mich auf eine andere Position im Team bewerben werde. 

Die Chefin sieht das Prospekt-Dilemma, bestellt ein paar Tausend nach, befindet meine Bewerbung für gut und sagt mir ihre Unterstützung zu. Damit habe ich Chef, Chefin und bisherige Stelleninhaberin schon mal auf meiner Seite. Jetzt muss ich nur noch das Vorstellungsgespräch erfolgreich bestehen ... Wenn's nicht klappt, bin ich auf meiner bisherigen Stelle aber auch zufrieden, also gehe ich kein Risiko ein.

Auf dem Heimweg schaue ich im Laden bei der Kollegin, die stets verneint, vorbei, um ihr auszurichten, dass noch ein paar Tausend Prospekte kommen. Sie fällt in eine milde Ohnmacht, denn: "Wo sollen wir die denn lagern?!" Öhm, gar nicht, weil die gleich weiter in die große Stadt gehen. Schließlich müssen wir noch darüber diskutieren, ob ein Prospekt im Bereich A oder B ausgelegt werden soll. Sie sagt A, ich sage B. Sie entscheidet C, und ich notiere gedanklich einmal mehr, dass ich demnächst mal mit dem Chef über Weisungsbefugnisse sprechen sollte. 

Ich nehme den Bus zum Jungfernstieg, erwische eine S-Bahn nach Altona, widerstehe dort dem wunderbar-leckerem Mais-Geruch und stelle mich zur Menschentraube an die Bushaltestelle. Fahrpläne sind im Hamburger Westen Makulatur. Im Bus ergattere ich einen Fensterplatz und treffe kurz nach dem Gatten, der auch länger arbeiten musste, zu Hause ein. 

Der Gatte stellt seit einigen Tagen das Arbeitszimmer auf den Kopf, weil er seinen Schreibtisch umbaut, und befindet, er möchte lieber bauen als sporteln. Soll sein. Wir setzen uns kurz auf den Balkon, lassen den Tag Revue passieren und werfen den Essensplan um. Uns ist nach Nudeln, nicht nach Salat. 

Der Gatte bastelt, ich telefoniere mit Mudderns, dann will die Küche aufgeräumt und das Abendessen gekocht werden. Essen, dann falle ich mit Strickzeug auf's Sofa. Krimi, Monitor, Tagesthemen, dann ab ins Bett und zum Einschlafen noch "Das war der Tag" im DLF hören, weil ich ja seit einigen Tagen endlich wieder einen Radiowecker mit Einschlaftaste habe, und das war's dann auch schon mit dem 5. Juli 2018.