Dienstag, 22. Januar 2019

Zwei Schals in Braun- und Beigetönen aus den "Vielgefachten" (Anleitung Schachenmayr S10119)

Als Schwiegermutter und Tante diesen Schal sahen, wollten sie auch einen, aber in Cognac- und Currytönen. Angesichts der Haarfarben der Damen entschied ich mich im Laden dann doch lieber für Brauntöne.

Der Schal in Brauntönen.
Hier kommen die Farben besser zur Geltung.
Zwischen Fertigstellung und Weihnachten war das Wetter so grau-grauslig, dass ich kein ordentliches Licht zum Fotografieren hatte (oder, wenn's mal einigermaßen hell war, musste ich arbeiten). Deswegen kommen die Farben nicht zur Geltung, wirkt das Beige eher Grau.

Auch wenn's auf dem Foto grau aussieht: Das Schal besteht aus drei Beige-Tönen.
Beide Schals kamen gut an.

Das Muster im Detail.
Die Anleitung kannst Du hier herunterladenDer Beitrag geht rüber zu den Linkparties CreadienstagDings vom DienstagHandmade on Tuesday und Maschenfein.

Montag, 21. Januar 2019

Ehemaliges Zwangsarbeiterlager am Bahnhof Rothenburgsort

Montags gegen Nazis
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm. 

Wurde es aber.

In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.

Wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist, kannst Du hier nachlesenAlle Beiträge aus dieser Reihe findest Du, wenn Du hier klickst. Aktuell pausiert das blau-braune Pack. Meinswegen kann es das auch für die nächsten 74 Jahre - mindestens.


Auf dem Bahnsteig in Rothenburgsort.
Rund um den heutigen S-Bahnhof Rothenburgsort befanden sich zahlreiche Arbeitslager der Deutschen Reichsbahn. Für Oktober 1944 ist ein Lager mit 65 Personen nachgewiesen, das zum Oberbauzug Rothenburgsort gehört und sich unmittelbar am Bahnhof befindet.

Die Arbeitskommandos bei der Deutschen Reichsbahn sind gefürchtet: Bei Wind und Wetter wird körperliche Schwerstarbeit im Freien geleistet. Essen und Kleidung sind unzureichend. Verletzungen und hohe Sterblichkeit sind die Folgen. 


Blick in den Eingang zum S-Bahnhof.
Zum Oberbau gehören Schienen, Schwellen und Schotter, die regelmäßig gewartet und erneuert werden. Rothenburgsort liegt an einer stark frequentierten Eisenbahnstrecke, auf der vor allem Güterzüge Richtung Berlin fahren. Vor allem nach Bombenangriffen müssen Zwangs- und Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge die Strecken unverzüglich wieder befahrbar machen. 

Samstag, 19. Januar 2019

Samstagsplausch KW 03/19: Hear Wor(l)d - Lessingtage im Thalia Theater

In den letzten Monaten kam ich nicht dazu, am Samstagsplausch bei Andrea teilzunehmen. Mal schauen, ob ich das ändern kann.

Teil der "Hear Wor(l)d"-Installation.
Gestern Mittag war ich auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz zur Vorstellung des Schüler-Kunstprojekts "Hear Wor(l)d", das im Rahmen der Lessingtage des Thalia Theaters stattfindet. 

Detail.
1.500 Schülerinnen und Schüler von der 3. bis zur 13. Klasse aus Hamburg und umzu haben Biographien von Gleichaltrigen aus aller Welt recherchiert und geben ihnen auf Spiegelfolie eine Stimme.

Blick auf eine der Ausstellungstafeln.
Bis Anfang Februar bleibt die Installation stehen. Sie findet sicher das Interesse vieler Passanten. Gefreut habe ich mich, dass am Tage der Eröffnung das Wetter aufklarte. Es war kalt und sonnig, ein schöner Unterschied zu dem Dauerregengrau der letzten Wochen. Und durch die Sonne, die sich in den Spiegel bricht, bekommt die Installation gleich noch mehr Aufmerksamkeit.

Nach einer kurzen Eröffnungsansprache brachten Jugendliche Aufkleber mit Zitaten an den Stelltafeln an.
Ansonsten wurde Dienstag mal wieder mein linkes Auge gelasert. Das war nicht ganz so arg wie beim rechten in der Vorwoche, nahm mich aber trotzdem mehr mit, vielleicht, weil das Auge schon so oft gelasert wurde. Mein Hausarzt hatte mir in der Vorwoche K.o.-Tropfen verschrieben, die echt was brachten (nein, das mit den K.o.-Tropfen ist kein Scherz). Der Augenarzt brauchte für den Eingriff in der Vorwoche dennoch 12 Minuten statt der üblichen 3, aber am Dienstag schlug ich mich ganz wacker, fand ich. Zumindest konnte der Arzt in einem Zug durchlasern.

Gott sei Dank hatte ich bei beiden Terminen Begleitung. Die war auch schon aufgrund der K.o.-Tropfen notwendig - ich lallte und war taumelig. Dienstag kam eine liebe Freundin mit, und als der Augenarzt nach der OP mitbekam, dass sie mal wieder zu einem müsste, meinte er trocken: "Tauschen Sie mal die Plätze". Schwupps untersuchte er sie, soweit es in der Laser-Praxis ging und gab ihr einen Termin zum Besuch in seiner regulären Praxis mit. So schnell kann man zu einem Facharzttermin kommen!

Donnerstag buchten der Gatte und ich eine Woche Ferienhaus-Urlaub, wieder in Bjerregård, diesmal in erster Dünereihe, direkt an einem Aufgang. Da sollte sogar ich den Weg an den Strand finden, wenn ich mal alleine los möchte. Wir freuen uns sehr, denn die freien Tage zwischen Weihnachten und Silvester waren nur wenig erholsam.

Freitag, 18. Januar 2019

#12von12 im Januar 2019

Momentan komme ich kaum zum Bloggen, weil mich der neue Aufgabenbereich im Büro in Atem hält. Plötzlich habe ich wieder Redaktionsschlüsse, die eingehalten werden wollen.

#1: Frühstück: Milchkaffee und Pastrami-Brot.
Ich tippsle den ganzen Tag brav vor mich hin oder sortiere Buchstabensuppe und bin abends froh, wenn ich nicht mehr am PC sitze. Dafür stricke ich viel.

#2: Blumen gießen*.
Sonnabends läuft bei uns meistens nicht mehr als Einkaufen - die Arbeitswoche steckt uns beiden in den Knochen.

#3: Wochenplan und Einkaufszettel.
#4: Einkaufen fahren.
#5: Viel brauchen wir nicht.
#6: Heißwecke und Tee. Der Teller ist heile, ich habe nur das Etikett nicht abgeknibbelt.
#7: Ein Strickstück aufribbeln. Perlmuster war mir doch zu langweilig.
#8: Endlich mal den Kalender* beschriften.
#9: Kerzen gucken.
#10: Das Strickjournal aktualisieren.
#11: Stricken und DVD gucken*.
#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*
Kurzum: Der 13. wäre spannender gewesen, weil ich da abends arbeitete, aber irgendwas ist ja immer. Mehr Impressionen vom 12. Januar gibt's bei Caro - vielen Dank für's Sammeln!

*Affiliate links

Samstag, 5. Januar 2019

#WMDEDGT 1/19: Lustige Witwen

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Wir starten spät in den Tag: Mir sitzt die kurze, aber heftige Arbeitswoche in den Knochen, und der Gatte ist durch eine Entzündung und das Medikament dagegen angeschlagen. Am frühen Nachmittag machen wir die Wochenplanung, dann fährt der Gatte einkaufen. Wir brauchen eigentlich nur Milch und Koriander, das schafft er auch alleine. Ich lege mich noch mal eine Stunde hin. 

Der Gatte bringt Kuchen mit, wir trinken Tee, ich male mir ein Lächeln auf, der Gatte legt sich hin. Als ich zum Bus gehe, schließe ich leise die Tür, um den Gatten nicht zu wecken, aber der wird trotzdem wach, sprintet zum Auto und sammelt mich an der Bushaltestelle auf, weil: "Ich hab' dir doch gesagt, ich fahr' dich!" So sind wir im Handumdrehen und ganz kommod bei Schwiegermutter, Tante und den Hunden. Die Hunde werden abgeliebelt, dann sind auch die Damen theaterfein, und der Gatte bricht wieder auf.

Schwiegermutter liest die Uhr falsch ab und scheucht uns zum Bus, so dass wir einen früheren als geplant erreichen und entsprechend früh in der Kammeroper im Allee Theater sind. Zu unserer Überraschung sind im Bistro alle Tische besetzt! Das Team ist aber so nett, uns in der Bar im Foyer einen Tisch für die Pause zu reservieren, und ich notiere gedanklich, beim nächsten Kartenkauf gleich einen Tisch zu reservieren. 

Die Besucher trudeln langsam ein, nicht ganz so aufgerüscht wie in der großen Oper, aber zumindest doch so, dass eine Frau und ein Mädchen aus der Masse herausstechen. Schwiegermutter schürzt ungehalten die Lippen angesichts ihrer eher abgetragenen Alltagskleidung und des Turnbeutels, in dem das Mädchen ihre Habseligkeiten dabei hat, aber ich vermute, die beiden haben sich die Tickets erspart. Sie zählen Kleingeld, stellen erfreut fest, dass es für zwei Brezen reicht, und setzen sich damit  vorsichtig auf die Kante der neuen Sofas im goldglänzenden Foyer. 

Heute Abend gibt's "Die lustige Witwe". Die Vorstellung ist wunderbar, das Ensemble, allen voran Miriam Sharoni, eine ideale Besetzung für die Gräfin Glawari, und Titus Witt, ebenfalls ideal für Graf Danilo, ist voller Spiel-, Sanges- und Tanzlust. Lehár sorgte für viele Ohrwürmer, und ich gucke mich mehrfach um, weil ich erwarte, dass um mich herum geschunkelt und geklatscht wird, aber man wahrt die hanseatische Etikette. 

In der Pause erfreuen wir uns an wohltemperiertem Grauburgunder und an Elsässer Flammkuchen. Frau und Mädchen knabbern wieder an Brezen, und ich mache mir gedanklich Notizen für den kommenden Bürotag, denn im neuen Projekt beschäftige ich mich u.a. damit, Jugendliche ins Theater zu bekommen, wobei mir besonders die am Herzen liegen, die wenig Geld für Theaterbesuche haben. Ich habe die Zeiten, in denen ich rechnen musste, ob ich lieber was Gutes esse oder mir eine Opernkarte kaufe, nicht vergessen. Oft fiel die Entscheidung für die Operkarte. Ich notiere, dass es zu jeder Karte eine Pausen-Brezel geben muss.

Nach der Pause legen Ensemble und Stück noch mal ordentlich an Tempo zu, und ich wundere mich, dass es das Publikum auf den Sitzen hält, dass nicht beim Schlussapplaus nach Zugaben gerufen wird. "Die lustige Witwe" wird noch bis zum 27. Januar gespielt, Tickets gibt's hier. Hin da!

Musik- und weinselig geht's nach Hause zurück. Die Busfahrt könnte entspannt werden, allein, der Busfahrer muss aufgrund einer Straßensperrung durch einen Unfall eine Umleitung fahren. Er gibt sich Mühe, alle Fahrgäste so abzusetzen, dass sie weiterkommen, aber einer jungen Frau samt Kleinkind im Kinderwagen reicht das nicht. Sie attackiert den Busfahrer sehr aggressiv verbal und, als wir den Busfahrer verteidigen, auch uns. 

Der Busfahrer versucht, eine Lösung für sie zu finden, aber sie beharrt darauf, er müsse den regulären Linienweg fahren, weil sie den Kinderwagen dabei habe, was der Busfahrer aufgrund der Straßensperrung nun mal nicht kann. Und an einer der Bushaltestellen an der Hauptstraße will sie auch nicht aussteigen - sie habe den Kinderwagen dabei, das sei ihr nicht zuzumuten. An der Endhaltestelle dreht sie noch mal richtig auf, fotografiert uns alle und will den Busfahrer anzeigen. 

Ich gebe dem Busfahrer sicherheitshalber meine Visitenkarte, falls es zu einer Anzeige kommt, sage der pöbelnden Frau sehr ruhig, dass sie mir leid tut, weil sie weder Anstand noch Respekt kennt, winke ihr zum Abschied zu und bringe Schwiegermutter und Tante den jetzt sehr langen und für die beiden Frauen sehr anstrengenden Weg nach Hause - pöbelnde Frau und verschrecktes Kleinkind im Kinderwagen eisern hinter uns her. 

Am Taxistand steht ein Wagen, aber Schwiegermutter besteht darauf, zu Fuß zu gehen, und Tante, die kaum laufen kann, muss mit. Irgendwann wird die Frau des Pöbelns müde, sind Schwiegermutter und Tante sicher zu Hause.  

Da die pöbelnde Frau aber in Sichtweite bleibt, uns beobachtet und sich in Bewegung setzt, als sie sieht, dass ich mich alleine auf den Weg zur Hauptstraße mache, angle ich lieber das Telefon aus der Tasche und gebe die 110 wählbereit ein. Ich bin nicht ängstlich, aber die Dame ist mit 'ne Spur zu aggressiv und unberechenbar. 

Ich atme erst auf, als ich an "meiner" Bushaltestelle bin, dort einige Leute sind und die Pöbel-Frau abschiebt. Ihr Kind tut mir leid. Ich wünsche ihm, dass es Menschen hat, die ihm gut tun. Ohne uns zu verfolgen, wäre die Frau sicher schon lange in einem anderen Bus nach Hause und das Kind im Bett.

Zwanzig Minuten später schleiche ich mich in die Wohnung, aber der Gatte schläft doch noch nicht und fragt besorgt, warum ich ihn nicht zur Hilfe gerufen habe, als er hört, warum ich so spät komme. Er hätte uns doch von der Haltestelle abgeholt und nach Hause gefahren ... Nun ja, ich wähnte ihn schlafend. 

Mit Strickzeug und einem Glas Arak auf's Sofa, Der Kommissar gucken - aber jetzt ist eigentlich schon der 6. Januar.