Meine Kollegin wird mich demnächst für mindestens fünf Wochen vertreten. Im letzten Jahr vertrat sie mich schon mehrere Monate. Inzwischen hat sie alles in unserem Arbeitsbereich einmal durchgespielt und steckte mich locker in die Tasche, traute sie sich mehr zu. Wir ergänzen uns großartig. Wo ich nur die halbe Information erfassend und "Avanti Dilettanti!" rufend vorwärts presche, kommt sie sorgsam überlegend und alles abwägend hinterher und fängt mich notfalls wieder ein.
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| Ein "Überlebenspaket" mit allerlei Süßem für die Kollegen, die mich in den nächsten Wochen vertreten werden. |
Da meine Kollegin selbst auch chronisch krank ist, gerade wieder für längere Zeit ausfiel und Angst hat, die Vertretungszeit nicht durchzustehen, wird sie bei Bedarf von zwei weiteren Kollegen unterstützt. So ist unser Team halt: Wir halten uns bei Problemen nicht mit der Suche nach Schuldigen auf, sondern finden Lösungen. Fast alle von uns arbeiten in Teilzeit, kennen das tägliche Jonglieren mit chronischer Erkrankung, Kindern, zu pflegenden Angehörigen, einem Tag, der hartnäckig nur 24 Stunden hat usw. Wir lamentieren nicht. Wir lösen.
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| Häkelblumen erinnern meine Kollegen daran, dass sie bitte meine Blumen gießen mögen. |
Ich habe meinen Kollegen ein kleines "Überlebenspaket" gestaltet mit Geld für Eis für kühle Köpfe; Keksen, falls ihnen jemand auf den Keks geht; Studentenfutter, falls harte Nüsse geknackt werden müssen; Brausepulver, falls ihnen zum Aufbrausen ist; Geld für Kaffee für wache Köpfe, Ingwer-Immun-Shots für alle Fälle und einen Häkelblumenstrauß mit der Bitte, meine Büro-Flora nicht zu vergessen.
Meine Kollegin bekommt außerdem noch ein Paar Socken, damit sie weiß, dass sie keine kalten Füße bekommen muss.
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| Bananensocken für die meistens kalten Füße meiner Kollegin. |
Ich hoffe, alle haben Spaß an dem "Paket".
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| Auch in der Eistüte ist neben Schokolinsen Geld für Eis für kühle Köpfe. Auch hier wollte ich meine Kollegen nicht auf einen bestimmten Eisladen festlegen und verschenkte deswegen keinen Gutschein. |
Die Verpackung ist übrigens Upcycling: Der Karton der letzten Wollbestellung wird umhüllt von einem Plakatmuster unserer aktuellen Kampagne. Die Plakate wollte ich eigentlich entsorgen, aber da hagelte es Proteste. Eines der Plakate wurde ganz sorgfältig wieder auseinander gefaltet, gebügelt (das ist kein Scherz!) und an die Wand gehängt. Am liebsten hätten die Kollegen es an die Wand gegenüber meinem Büro gehängt, aber das wäre ohne bauliche Veränderungen nicht möglich gewesen. So kam es an die Wand neben dem Büro meiner Kollegin. Passt bestens. Ein regennasses und arg knittriges Plakat, das ich zufällig nach einem Termin im Auto mit nach Hause nahm, wurde nach dem Trocknen zur Ummantelung des Päckchens.
Dieser Beitrag geht rüber zum Dings vom Dienstag, zum Flickensalat und zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln!



















