In dieser Woche schaffte ich es endlich, den Wagen des Gatten zu verkaufen. Der Abschied fiel aufgrund vieler Erinnerungen schwer. Der Ankäufer war zum Glück empathisch, und ich schaffte es, eine Freundin zu fragen, ob sie mich begleiten kann. Sie hatte Zeit, kam sogar mit ihrem Wagen, so dass wir zusammen zurückfahren konnten (und auf dem Hinweg übernahm sie die Führung, als sie merkte, dass wir uns verfuhren - sonst hätte ich den Autohändler nicht gefunden).
Jetzt ist wieder etwas verschwunden, das dem Gatten viel bedeutet. Ich versuche mich daran aufzubauen, dass ich systematisch die Schritte gehe, die wir in den letzten Lebenswochen des Gatten gemeinsam besprachen, aber das ist kein Trost.
Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich, mich im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 332. Die Trauer bleibt meine Weggefährtin. Sie ist nur erträglich, wenn ich konsequent verdränge, dass der Gatte niemals wiederkommt. Das Leben ohne den Gatten ist unendlich schwer. Er fehlt in jeder Sekunde, bei jedem Atemzug.
In dieser Woche kamen sowohl die Nachricht über die Hinterlegung des Erbscheins beim Notar als auch ein herzerwärmender Brief der Ostsee-Tante mit Geburtstagsfotos an. Während der Reha werde ich die Ostsee-Tante besuch, so ist zumindest der Plan, und nach der Reha hole ich den Erbschein vom Notar ab. Bei dem Termin lasse ich auch gleich meine Patientenverfügung aufsetzen. Dann ist das auch erledigt, kann ich hoffentlich beruhigt abtreten.
Im Büro hätte ich meinen Vertretungen gerne einen sauberen Schreibtisch übergeben, aber wir erleben bei zwei Kooperationspartnern gerade Dramen, weil sich ein 78jähriger und ein 77jähriger um eine 42jährige streiten. Das führt dazu, dass ich, ausgerechnet ich, in dieser Woche sehr oft Sätze begann mit: "Um das Gespräch mal wieder auf die Sachebene zu holen ..." Mittlerweile sind Juristen involviert. Damit sind wir eigentlich raus, aber das sieht einer der beiden Kooperationspartner anders. Vorgestern spätnachmittags eskalierte es nochmal. Ich bin gespannt, was meine Kolleginnen nach meiner Rückkehr erzählen (sie wissen, dass ich während der Reha auch jederzeit erreichbar bin, aber erfahrungsgemäß nutzen sie das nicht, und ich lasse den Dienstrechner zu Hause).















