Donnerstag, 15. November 2018

#12von12 im November 2018

Endlich ist es Herbst. Der 12. November 2018 präsentiert sich regnerisch. Hier meine 12 Impressionen von diesem Tag für das Blog-Event bei Caro. Danke für's Sammeln!

#1: Bushaltestellen-Warteblick. Die Haltestelle ist gerade verlegt, deswegen gibt es mehr Weide zu sehen, heute sogar mit Polo- oder Polizei-Pferden.
Mit der Kombi Bus-Bus-Bahn-Bus bin ich trotz der tägliche S-Bahn-Störung schnell im Büro. Heute ist ein Schreibtisch-Tag.

#2: Erst mal für Durchblick sorgen.
#3: Genug trinken ist wichtig. Heute gibt's Schlehensirup.
#4: Mittagspause.
#5: Als körperliche Betätigung erst mal mit der Altpapiertonne kämpfen.
#6: Belohnungskuchen.
#7: Papierkrams.
Auf dem Heimweg erwischt mich wieder eine S-Bahn-Störung. Eigentlich wäre es erwähnenswerter, wenn die S-Bahn mal ungestört liefe ...

#8: Warten und lesen*, lesen und warten.
Zu Hause erwartet mich schon der Gatte. Ich verziehe mich gleich mit dem Strickzeug auf's Sofa. Da verbringe ich momentan viel Zeit, denn fünf Weihnachtsgeschenke müssen fertig werden, und ich habe erst eins.

#9: Stricken und in den Büchern aus dem Yarncamp-Goodie-Bag schmökern. 
Im Laufe des Abends bekomme ich das zweite Weihnachtsgeschenk fertig und kann ein drittes annadeln. Zwischendrinn gibt's aber Abendessen.

#10: Mit dem Gatten gemeinsam das Abendessen machen. Es gibt Blätterteigtaschen. 
#11: Der Schal ist fertig, eine neue Maschenprobe ist angeschlagen.
Ich komme erst sehr spät ins Bett. Schuld ist das Strickzeug.

#12: Noch etwas lesen*.
Die Rezepte zum Tag gibt's in der Kombüse.

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Montag, 12. November 2018

100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs: Das Hamburger Ehrenmal auf dem Rathausmarkt

Montags gegen Nazis.
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm.

Wurde es aber.

In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.

Wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist, kannst Du hier nachlesenAlle Beiträge aus dieser Reihe findest Du, wenn Du hier klickst. Infos zu den Demonstrationen der demokratischen Mehrheit findest Du u.a. beim Hamburger Bündnis gegen Rechts.

Relief des Hamburger Ehrenmals: Trauernde mit Kind.
Gestern vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Dass ihm bald ein zweiter folgen würde, ahnte man damals nicht. Ich hoffe, ihm folgt kein dritter, aber ich bin bei allem Optimismus nicht nur Pazifistin, sondern auch Realistin.

Das offizielle Gefallenendenkmal der Stadt steht an prominenter Stelle auf dem Rathausmarkt, an der Treppe zur Kleinen Alster. Der Platz ist bewusst gewählt, bricht er doch den Postkartenblick zur Alster. Die schlichte, 21 Meter hohe Muschelkalk-Stele wird am 2. August 1931 eingeweiht. Schon seit der Planungsphase war es bei Kriegerverbänden, Deutschnationalen, Rechtskonservativen und Nationalsozialisten umstritten, stellt es doch die Trauer der Hinterbliebenen in den Mittelpunkt.

Blick auf das Ehrenmal und das Rathaus.
So zeigt das Denkmal keinen Soldaten, der vermeintlich heroisch für Volk und Vaterland fällt, sondern eine trauernde Schwangere, die ein Kind tröstet: "Trauernde Mutter mit Kind" heißt das von Ernst Barlach geschaffene Relief.

"Vierzig Tausend Söhne der Stadt ließen ihr Leben für Euch" lautet die schlichte Inschrift, die von den kriegstreiberischen Rechten als Kampfansage verstanden wurde - zu recht. Den Zusatz "für Euch" wollte die SPD verhindern, sah sie in ihm doch ein Zugeständnis an die Rechten. Mit einer Konsequenz, die die SPD heute oft vermissen lässt, wird parallel zur Errichtung der Stele das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. vorm Rathausmarkt entfernt (es steht heute am Sievekingplatz).

Blick auf das Ehrenmal und die Alsterarkaden.
Barlach, der 1914 erst kriegsbegeistert ist, dann 1915 selbst zum Kriegsdienst einberufen und ab 1916 zum Pazifisten wird, thematisiert oft seine Kriegserlebnisse in seinen Werken. Dabei stehen neben dem Leiden der Hinterbliebenen auch die Situation der Soldaten im Felde im Mittelpunkt. Heroische Beschönigung ist nicht Barlachs Sache. Er zeigt den Krieg mit all seinem Leid, seiner Grausamkeit.

Barlachs Entwurf für das Hamburger Ehrenmal wird zuerst abgelehnt. Auf Intervention von Oberbaudirektor Schumacher kommt des zu einer Zusammenarbeit zwischen Barlach und dem Architekten Klaus Hoffmann, der die Stele entwarf.

In den frühen Morgenstunden des 3. August 1931 wird das Ehrenmal klammheimlich enthüllt, ohne großes Tamtam oder Publikum - der sozialliberale Senat fürchtet rechtskonservative, nationale Proteste (Konsequenz, Mut und SPD gehen nun mal nur selten zusammen).

Barlach gerät spätestens seit 1932 immer öfter in das Visier nationalsozialistischer Kunstkritiker. Seine Werke passen nicht in ihr Kunst- und Weltbild. Außerdem wendet er sich öffentlich und mit deutlichen Worten gegen Einengung und ideologische Beschränkung der künstlerischen und geistigen Freiheit, protestiert gegen den Ausschluss von Käthe Kollwitz, mit der er eng befreundet ist, und Heinrich Mann aus der Akademie der Künste, lehnt die Einladung, Vorstandsmitglied im nationalsozialistischen Künstlerbund zu werden, ab.

Bewusst zerstörter Postkartenblick.
Der Künstler ist kein Bequemer, auch, wenn er in einem Akt der Verzweiflung 1934 den "Aufruf der Kulturschaffenden", ein Goebbels-Manifest, unterschreibt. Mit der Entfernung seiner Werke aus Museen, Galerien und dem öffentlichen Raum wird bereits im März 1933 begonnen. Seine Theaterstücke dürfen nicht mehr aufgeführt werden oder werden abgesetzt, seine Bücher werden beschlagnahmt, sein Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste erzwungen.

Barlach gilt als "entarteter Künstler", wird diffamiert, bekommt keine öffentlichen Aufträge mehr, erhält ein Ausstellungsverbot. Da er die Mitgliedschaft im NS-Künstlerbund ablehnt und als entartet gilt, ist es ihm zunehmend unmöglich, Arbeitsmaterialien zu beschaffen.

Im Spätsommer 1938 lassen die Nazis das Relief vom Hamburger Ehrenmal entfernen. Der 68jährige Künstler erfährt noch davon, ist aber schon schwer krank. Ernst Barlach stirbt am 24. Oktober 1938 in einer Rostocker Privatklinik.

Inschrift des Hamburger Ehrenmals.
Das Barlach-Relief "Trauernde Mutter mit Kind" ersetzen die Nazis durch ein von Hans Martin Ruwoldt geschaffenes Relief, das einen aufsteigenden Phönix darstellen soll, viele Betrachter aber eher an eine Friedenstaube erinnert, wie dieses Bild zeigt. Die umgestaltete Stele wird am 10. November 1939 enthüllt.

Vier Jahre nach der Befreiung, 1949, rekonstruiert der Steinmetz Friedrich Bursch das Barlach-Relief. Wieder wird es in aller Stille enthüllt, diesmal an Totensonntag. Das Denkmal erinnert nun an die Toten beider Weltkriege. Gleichzeitig verfügt Max Brauer, der damalige Erste Bürgermeister, dass fortan jedes Jahr zu Totensonntag offiziell den Toten der Weltkriege mit stillen Kranzniederlegungen gedacht wird.

Inzwischen werden an diesem Tag Kränze außer dem Ehrenmal auch an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, dem Bergedorfer und Ohlsdorfer Friedhof niedergelegt.

Sonntag, 11. November 2018

Hotel Zentrum in Frankfurt: Design trifft Dasein

Als ich wusste, dass ich zum Yarncamp fahre, guckte ich gleich nach einem Hotel in der Nähe des Veranstaltungsortes, dem Haus des Buches, damit ich, falls mir alles zu viel wird, notfalls zurück ins Zimmer kann und meine Ruhe habe.

Spatzenbesuch.
Zuerst entschied ich mich für ein Hotel, das quasi direkt ans Haus des Buches grenzt, aber dann dachte ich mir, der gutbürgerliche Eiche-Rustikal-Pressplatte-Schick schlägt mir sicher aufs Gemüt. Außerdem war ich mir nicht sicher, ob die miniberockten osteuropäischen Damen, die auf jedem Foto zu sehen waren, obligatorischer Bestandteil der Zimmerausstattung sind.

Blick in den Flur.
Die Website vom Hotel Zentrum machte einen sehr netten Eindruck, das Interieur gefiel mir, und die Zimmerausstattung versprach neben wlan auch Wasserkocher und Espressomaschine - top. Flugs buchte ich um.

Blick ins Zimmer.
Der Empfang war freundlich, ich war schnell eingecheckt, wurde auf das kostenlose Angebot von Kaffee, Tee und Kuchen in der Lounge hingewiesen, wollte aber lieber in mein Zimmer und dann zum Einkaufen. Also auf's Zimmer und schnell auspacken.

Blick ins Zimmer.
Boah, es gibt auf dem Zimmer ja echt viel Stauraum! Hier könnte ich länger als zwei Nächte bleiben. Aber wo sind Wasserkocher und Espressomaschine? Die fehlten. Schade. Übrigens fehlte auch die obligatorische Bibel, aber auf die konnte ich leichter verzichten als auf Tee oder Kaffee.

Blick ins Zimmer.
Mein Zimmer ging zum Rossmarkt, was laut war - der Schallschutz der Fenster könnte besser sein. Mit geschlossenen Fenstern wurde das Zimmer zudem schnell muffig - ich wunderte mich schon, warum im November bei meiner Anreise das Fenster gekippt war. Zum Glück war ich nicht im Sommer hier, denn die Zimmer haben keine Klimaanlage. Heizung haben sie wohl auch nicht - der Heizkörper machte Geräusche und heizte nicht durchgehend, aber zum Glück war das Wetter mild, hatte ich zwei Bettdecken.

Mein Zimmer war zudem direkt an der Leuchtreklame, aber der Verdunkelungsvorhang leistete ganze Arbeit. Außerdem war die Leuchtreklame heller als die beiden zugegebenermaßen stylischen Nachttischlampen, was wiederum ganz praktisch war, um im Bett lesen zu können.

Einzige Lichtquelle, um halbwegs etwas sehen zu können, war die Deckenlampe. Ich hätte es abends gerne etwas gemütlicher gehabt, aber mit Leuchtreklame und Nachttischfunzeln war's mir zu dunkel. Aber auch in Lobby und Lounge hätte ich mir mehr Licht gewünscht. Hilfe, ich bin meine Schwiegermutter! Die klagt nämlich auch ständig über zu wenig Licht, ist allerdings auch halbblind, im Gegensatz zu mir.

So hell die Deckenlampe im Zimmer auch war, sie schaffte es nicht, den kleinen Flur auszuleuchten. Dort hing ein großer Spiegel, den ich auch gerne genutzt hätte, um mich zu schminken, aber es war einfach zu dunkel. Im Flur wäre auch eine Kofferablage recht praktisch gewesen. Platz genug gab es.

Einzige Sitzgelegenheit im Zimmer war der Stuhl am Schreibtisch - Platz für einen Sessel samt Fußhocker wäre gewesen. So saß ich dann abends im Bett, um Fernsehen zu gucken. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt, am Schreibtisch zu sitzen, aber dann saß ich mit der Nase direkt am Fernseher (und sonderlich bequem war der Stuhl auch nicht). Gut, ich hätte in die (Raucher-)Lounge gehen können, aber das wollte ich nicht.

Blick auf den frühmorgendlichen Rossmarkt.
Im Badezimmer fehlte ein Kosmetikspiegel, und an den Wandspiegel kam ich als Kurzsichtige nicht nahe genug heran, um mich schminken zu können. Überhaupt das Badezimmer: Auch hier jede Menge Stauraum und Abstellfläche und vier große flauschige Handtücher - allerdings auch Schwarzschimmel am Waschbecken und in der Dusche.

Blick ins Badezimmer. Das Handtuch hängt fast unter der Decke.
Die Badezimmertür schloss nicht richtig und war provisorisch repariert, weil wohl der Bademantelhaken mal heraus gebrochen war. Die einzige Möglichkeit, Handtücher aufzuhängen, war so hoch, dass ich zu klein war (und ich bin 173 cm groß). Auch der Fön hing so hoch, dass es schwierig war, meine Haare wie üblich, über Kopf zu fönen.

Blick ins Badezimmer. Links am Rand der fast unter der Decke hängende Fön.
In der Dusche hing ein Metallregal, auf dem man Duschzeugs abstellen konnte - die Ablage war mehr als fleckig, entweder mit Rost oder mit Dreck (sie hing so hoch, dass ich die Flecken nur von unten durch das Lochmuster sah, was mir reichte). Die Regenwasserdusche brachte ich nicht zum Laufen (zum Glück gab's noch 'ne Handbrause).

Blick in die Dusche.
Das Frühstück wurde in einem Shabby-Landhaus-Chic präsentiert: Naturjoghurt in Weckgläsern, Rührei im Le-Creuset-Topf auf der Kochinsel warmgehalten ... Wobei: Das mit dem Warmhalten des Rühreis klappte nicht; es war kaum lauwarm. Insgesamt war alles da, was ich auf einem Frühstücksbüfett erwarte - vom kalten Rührei und vom schwachen Kaffee mal abgesehen.

Blick auf's Frühstücksbüfett.
Blick auf's Frühstücksbüfett.
Frühstück.
Suchbild mit Spatz.
Für das Hotel spricht eindeutig die zentrale Lage. Auch das Personal war freundlich und hilfsbereit. Ansonsten war ich entgeistert, wie heruntergerockt die Einrichtung keine zwei Jahre nach der Renovierung ist. Aber vielleicht ist das dieser urban style, und ich verstehe ihn nur nicht. Auf Instagram jedenfalls sieht's echt chic aus ...

Samstag, 10. November 2018

Yarncamp 2018: Der zweite Tag

Nachdem ich mich beim ersten Yarncamp-Tag schon zwischen so vielen für mich interessanten parallelen Sessions entscheiden musste, dachte ich, der zweite Tag ist bestimmt entspannter.

Der Koffer ist proppenvoll, deswegen darf das Schlafschaf heute mit in die Sessions.
Weit gefehlt. Aber immerhin dachte ich diesmal an die Mittagspause und bekam etwas vom wunderbaren Catering der Wohnküche ab.

Ist dieser Pullover nicht wunderschön?! Okay, es sind überhaupt nicht meine Farben, aber dennoch.
Ich begann mit einer Session bei Frau Knithmaths zum Labyrinthstricken, und wie schon am Vortag bei ihrer Session zu den selbstgenerierenden Mustern verstand ich das, was mir beim Lesen der theoretischen Grundlagen bislang nicht klar wurde. Bis ich allerdings einen Labyrinthpullover stricke, dürfte noch einige Zeit vergehen. Das wäre ein Projekt für einen laaangen Dänemark-Urlaub in einem sehr großen Haus ...

Wir puzzeln uns einen Pullover.
Labyrinthstricken in Theorie und Praxis.
Danach ging's zum Regenbogenwickeln mit Anja Maki Brinkmann. Gut, mit den Regenbögen konnte ich nicht so viel anfangen, aber mit dem Stichwort "Schmuck" hatte sie mich.

Maki packt aus, was frau zum Wollewickeln so braucht.
Maki zeigt, wie's geht.
Mir gefällt besonders, dass man auch Reste verarbeiten kann und nur wenig Werkzeug braucht - eigentlich nur eine Schere. Gewickelten Schmuck wird's bei mir öfter geben! Die Kollegin, die stets verneint, erkannte nämlich sofort, dass sich damit zu jedem gestrickten Pullover gleich der passende Schmuck fertigen lässt. Das ist doch großartig!

Erste Wollwickel-Versuche.
Beruhigungswickeln im Zug.
Das fertige Armband. Beim nächsten Mal umwickel ich auch Schlaufe und Knoten. Das sieht hübscher aus.
Elke von Gassenmaschen bot eine Session zum Yarnbombing an, für die ich mich nach einigem Abwägen (vielleicht sollte ich nicht doch lieber den italienischen Anschlag lernen?) entschied. Yarnbombing finde ich zwar komplett bescheuert, aber auch durchaus sympathisch, und ich bin gespannt, was dahinter steckt. Elke vermittelt es so mitreißend, dass der Funke sofort überspringt.

Yarnbombing macht gute Laune.
Die nächste Session stellte mich vor einen Konflikt: Ich konnte mich nur schwer zwischen Steampunk mit David Wasser, Verkürzte Reihen oder Plus Size mit Claudia Eisenkolb (Himawari knits). Ich entschied mich für letztere. Bevor's dann die abschließende Feedback-Runde gab, nahm ich noch an der Brötchen-über-Nacht-backen-Session von Knitmaths teil.

Vielen Dank an das Orga-Team und die vielen helfenden Hände!
Und natürlich auch vielen Dank an die Sponsoren, ohne die das Yarncamp nicht möglich wäre!
Auch, wenn ich noch nicht weiß, was ich daraus mache: Diese Wolle vom Tauschtisch wollte unbedingt mit.
Nach der Feedback-Runde wurde noch aufgeräumt, und dann machte ich mich auf den Rückweg nach Hamburg. Schon seit dem ersten Yarncamp-Tag überlegte ich, ob ich noch mal an einem teilnehmen würde. Am nächsten Tag buchte ich schon mal ein Hotelzimmer für das erste Novemberwochenende 2019.

Ich bin jetzt offiziell bekloppt.

Freitag, 9. November 2018

Yarncamp 2018: Der erste Tag

Das Yarncamp war nicht nur mein erstes Yarncamp, sondern auch noch mein erstes Barcamp überhaupt. Das ist insofern witzig, weil ich im Büro gerne propagiere, dass wir uns öfter an Barcamps beteiligen sollten. Deswegen gelte ich bei der alten Chefin als Social-Media-Profi. Bislang dominierten die, die meinen, dass dieses neumodische Internetz eh niemand braucht. Der neue Chef ist da zum Glück anders.

Das diesjährige Yarncamp-Design: Stulpen nach einem Entwurf von Tanja Steinbach.
Ich war also freudig gespannt, was mich auf dem Yarncamp erwartet.

Jetzt geht's los!
Los gings am Freitag mit einem Warmup bei lecker Essen im Metropol - ein wirklich netter Einstieg. Sonnabend öffneten sich dann die Tore im Haus des Buches um halb neun, begannen Vorstellungsrunde und Sessionplanung um halb zehn. Für die Vorstellungsrunde sollte sich jeder vorher drei Hashtags ausdenken. Meine lauteten #fettemaschen #strickenfuerdiedicken und #rundundbunt.

Ein Cowl mit einem selbstgenerierenden Muster.
Beim Tunesischhäkeln.
Nach der Vorstellunsgrunde ging's in die Sessionplanung. Der Plan füllte sich schnell, und ich war überrascht über die Themenvielfalt. Ich hatte eigentlich gedacht, zwischendrin mal Leerlauf zu haben, aber stattdessen liefen so viele für mich interessante Session parallel, dass ich Probleme hatte, mich zu entscheiden und erst abends merkte, dass ich das Mittagessen ausfallen ließ.

Einige Werke von David Wasser.
David erklärt seine Kunstwerke mit vollem Körpereinsatz.
Ich entschied mich schließlich für die Session zum diesjährigen Yarncamp-Design, gefolgt von einer zu selbstgenerierenden Mustern und zum Sockenstricken, bevor ich die Grundlagen für's Tunesischhäkeln und Dubleface lernte und mich von David Wassers "Malen mit Wolle" inspirieren ließ. Den Abschluss bildete eine Brioche-Session.

Abends hätte es noch ein gemeinsames Abendessen gegeben, aber das wäre mir zu viel geworden.

Blick ins Goodie-Bag.
Sollte ich übrigens ein Ticket für das Yarncamp im nächsten Jahr ergattern, sollte einer meiner Hashtags #zudooffürdobleface lauten. Frau Knit Fu gab sich jede erdenkliche Mühe, aber das mit den beiden Fäden auf einem Finger überfordert mich total. Dafür erfand ich eine neue Technik, die ich "Tunesisch stricken" nenne, weil das Maschenbild ähnlich aussieht. Schafft ja auch nicht jede.

Mein Doubleface-Versuch.
Mehr Yarncamp-Bilder gibt's auf meiner Facebook-Seite. Über den zweiten Tag berichte ich morgen.

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