Sonntag, 17. Januar 2021

Samstagsplausch KW 2/21: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten XXXXII

Seit Mitte der Woche sind wir langsam wieder in ruhigerem Fahrwasser, wenngleich irgendeine Normalität noch weit weg ist.

Ich bin inzwischen fieberfrei, fange morgen wieder an zu arbeiten und freue mich darauf, denn fast wir Wochen zu Hause (erst Urlaub = Gattenpflege, dann selbst krank) sind schon arg, zumindest, wenn man für alles Schöne zu erschöpft ist. Außerdem denke ich, dass uns ein strukturierter Tagesablauf gut tut.

Der Gatte ist von gesund noch weit entfernt, ist aber schon wieder ein paar Stunden am Stück wach, kann mich im Haushalt unterstützen, braucht keine Begleitung zu Arztterminen und schläft nachts oft durch. Das macht dann auch meine Nächte ruhiger. Im Februar muss er noch mal ins Krankenhaus, und ich nehme an, dass er zumindest bis zum Untersuchungsergebnis noch zu Hause bleibt. Er ist noch ziemlich wackelig, stürzt oft - langsam ist das ein teures Hobby, denn dabei geht viel zu Bruch und muss ersetzt werden ... Aber er denkt nicht mehr an einen Gehwagen, sondern nimmt einen Stock, und den auch nicht mehr immer.

Damit der Gatte buchstäblich wieder auf die Beine kommt, trifft er sich seit einer Woche täglich mit seiner Mutter zum Spaziergang und freut sich, dass er jeden Tag ein paar Meter mehr schafft. Ziel ist die Elbe, einmal Hirschpark und zurück. Natürlich könnte ich die beiden begleiten, aber ich bin ganz froh, mal eine Stunde alleine sein zu können.

Ansonsten ist dem Gatten zunehmend langweilig. Das ist schon zu normalen Corona-Zeiten so, weswegen er sich wieder eine Modellbahnanlage zulegte, aber an der kann er aktuell nicht bauen, weil die entsprechenden Läden geschlossen sind, Bestellungen nicht ankommen. Außerdem fehlt ihm eine Alternative zu Farmville, und seine Augen sind noch nicht wieder gut genug, um Bücher oder Magazine zu lesen. Also irgendwie alles doof.

Die in Bayern lebende Tante hat morgen ihren ersten Impftermin - große Freude! Organisiert hat das ihr Pflegedienst, aber dass sie so schnell an die Reihe kommt, gleich am ersten Tag, hat niemand gedacht. Angesichts des Inzidenzwerts in ihrer Stadt ist es eine Erleichterung, dass sie geimpft wird. Tante leidet natürlich unter den Einschränkungen. Ihr fehlen seit zehn Monaten Wassergymnastik und Bridge, die Treffen mit ihren Freundinnen. Eine verstarb jüngst, und dass Tante nicht zur Beerdigung zum Abschiednehmen konnte, traf sie hart. Gelegentlich wundern wir uns über die unterschiedlichen Regelungen. Bei Tante beispielsweise gilt schon seit Wochen eine abendliche Ausgangssperre. 

Schwiegermutter hält sich tapfer. Auch sie vermisst ihre Freundinnen, ihre Bridge- und Englischkonversationsrunden, ausgedehnte Einkaufsbummel, hat aber in der Seniorenwohnanlage immer Gesellschaft, wenn sie möchte. Die täglichen Spaziergänge mit dem Gatten tun ihr gut. Dass der Gatte keine Lust hat, jeden Sonntag zum Tee zu kommen, weil er davor einen (kostenpflichtigen) Corona-Test machen muss, versteht sie nicht. Wenn wir uns wieder berappelt haben, kommt sie zu uns zum Tee, dann sehe ich sie auch mal wieder. 

Ihre Seniorenwohnanlage bemühte sich bislang vergeblich um Impftermine für alle Bewohner. Angeblich lehnt die BASFI es ab, ein mobiles Impfteam dort hinzuschicken, weil es in der Anlage keine Corona-Fälle gab. Wenn das stimmt, ist das total bekloppt. So kümmere ich darum, dass Schwiegermutter einen Impftermin bekommt, aber da kein Impfstoff, keine Impftermine ... Mal schauen, wann die Termine ab Mitte Februar freigegeben werden. Ich fühle mich gerade wie beim Kampf um Karten für die Elbphilharmonie.

Immerhin klappte es bei Schwiegermutter mit dem Anschreiben der Über-Achtzigjährigen durch die BASFI. Das ist ja nicht in allen Bundesländern so: Bei Mudderns ins Niedersachsen greift man auf die Postdaten zurück, weil man nicht auf die Meldedaten zugreifen darf, und macht am Vornamen fest, ob die Person über 80 ist oder nicht ... Da Mudderns einen ungewöhnlichen Vornamen hat, rechne ich eher damit, dass Vadderns angeschrieben wird. Er ist zwar schon seit 23 Jahren tot, aber das wurde der Post nie mitgeteilt. Mudderns will sich allerdings ohnehin nicht impfen lassen.

Mudderns nimmt weiterhin ihre Januar-bis-März-Psychose. Immerhin haben wir es Mittwoch geschafft, ihre seit Sonntag im Zwei-Stunden-Takt durchgeführten nächtlichen Anrufe zu unterbinden (davor ließ sie uns zumindest nachts mit Anrufen in Ruhe - und natürlich wollte sie uns weismachen, dass sie nicht anruft, wir uns die Anrufe nur einreden). Ihrer Gesellschafterin gelang es Dienstag und Donnerstag, sie aus dem Bett zu bekommen, und Donnerstag aß Mudderns sogar ordentlich, aber seitdem liegt sie wieder im Bett und will auch erst wieder Dienstag aufstehen. Da sie in diesen Phasen nichts isst - ihr Frühstück besteht aus einem Keks, ihr Mittagessen aus einer Scheibe Knäckebrot oder einer Milchschnitte, das Abendessen fällt aus - oder trinkt, kann sie sich kaum auf den Beinen halten, aber den Zusammenhang sieht sie nicht. 

Diese Psychose hat sie seit 21 Jahren, seitdem ich ihr mitteilte, dass ich den Gatten heiraten werde. Jedes Jahr ist sie unterschiedlich stark ausgeprägt, aber seit ihrem Schlaganfall vor vier Jahren landete Mudderns jedes Jahr im Krankenhaus. Einzig im letzten Jahr war nichts, was ich dem guten Einfluss ihrer Gesellschafterin zuschrieb (und prompt vergaß, mit ihr darüber zu sprechen, so dass sie dieses Jahr quasi ins offene Messer lief, was mir sehr leid tat). In diesem Jahr holt Mudderns nun alles nach. Dichtung und Wahrheit sind nicht mehr zu unterscheiden: Angeblich bekommt sie demnächst 24-Stunden-Pflege, wahlweise durch ihre Gesellschafterin oder das DRK, aber alle sollen das mit mir absprechen. Bislang hat sich niemand bei mir gemeldet, also warte ich ab (und bin im Austausch mit ihrer Gesellschafterin). Ich habe alle Vollmachten (und weiß sogar wieder, wo), will aber nichts gegen Mudderns Willen durchsetzen.

Durch Corona, durch den kranken Gatten und weil ich selbst krank bin, habe ich aktuell keine Kapazitäten für Mudderns Psychose frei, sondern warte einfach ab. Erfahrungsgemäß berappelt sie sich nach Vadderns Geburtstag Mitte März wieder. Und nachdem ich drei Mal im Januar Himmel und Hölle in Bewegung setzte, dass Mudderns Unterstützung durch einen Pflegedienst bekommt, es im April drei Mal wieder absagen musste, weil die Unterstützung Mudderns lästig wurde, weiß sie, dass ich nichts mehr unternehme. 

Erstaunlicherweise verlangt Mudderns aktuell nicht, dass ich sie besuche, für sie einkaufe etc. Dass ich dazu vor zwei Jahren Tacheles redete, kam offensichtlich an. Könnten meine Besuche dazu beitragen, sie aus dem Bett zu bekomme, führe ich zu ihr, aber Mudderns will halt im Bett liegen und leiden. Ansonsten bekäme sie alle Hilfe, die sie bräuchte. Sie entscheid sich aber schon vor Jahrzehnten, dass es einfacher ist, zu leiden, als eine Therapie zu machen. Das Leben kann so schön beschissen sein, wenn man sich Mühe gibt.   

Nachdem ich endlich fieberfrei war, nutzte ich die Zeit, "Das Vermächtnis der besonderen Kinder*" von Ransom Riggs zu lesen. Der fünfte Band der Fantasy-Reihe faszinierte mich genau so wie alle anderen Bände, endete wieder mal mit einem fiesen Cliffhanger, und jetzt muss ich fast ein Jahr warten, bis der sechste Band auf Deutsch erscheint (auf Englisch erscheint er schon Ende Februar, aber das ist mir zu mühsam). 

Hier gilt seit mittlerweile 44 Wochen: Der Gatte und ich sind seit Mitte März 2020 weitgehend zu Hause. Unsere Kontakte sind auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter. 

Der Gatte ist im zehnten Monat Kurzarbeit und seit Mitte Dezember krank. Mal schauen, wann er wieder zur Arbeit gehen kann. Die Sorge um seinen Job, in dem es erst weitergeht, wenn Veranstaltungen, Theater und Konzerte wieder möglich sind, macht ihm zu schaffen. Im Sommer war er mit Haushaltsauflösung und Umzug seiner Mutter abgelenkt, aber seit dem Herbst fehlt ihm ein strukturierten Tagesablauf, ist ihm oft langweilig. Und momentan ist er körperlich ja auch nicht belastbar. Ihm fehlen Sport, Stadtbummel, Kino, Restaurants ... 

Mein Job ist sicher, wenngleich meine drei Projekte mehr oder weniger auf Eis liegen. Zwei wurden ad hoc digitalisiert, das dritte ruht weitgehend, solange Theater und andere Kulturbetriebe geschlossen sind. Ich muss mir aber in dem Zusammenhang keine Gedanken um meinen Job machen wie der Gatte, bekäme allenfalls ein anderes Projekt. Momentan bin ich mit zwei von drei Projekten aber auch gut ausgelastet.

Ich bin zwei Tage im echten Büro und drei Tage im Heimbüro. Eigentlich würde ich einen der Bürotage im Laden verbringen, aber der ist geschlossen und bleibt es auch weiterhin. Chef gehört dem betrieblichen Corona-Krisenstab an, ist also oft nicht ansprechbar, und Chefin versucht das aufzufangen, arbeitet aber nur Teilzeit. So liegt gerade vieles auf Eis, was die Moral der Kolleginnen und Kollegen senkt. Wenn wir mit dem Corona-Gedöns durch sind, müssen wir vermutlich ein komplett neues Teambuilding starten, denn wir begannen gerade erst im Sommer 2019, uns unter den neuen Chefs neu zu finden. Chefin hat ein wöchentliches virtuelles Teammeeting angesetzt, auch aus Sorge um unsere seelische Gesundheit - lieb. Ich war allerdings diese Woche krank und habe die kommenden beiden Wochen jeweils Arzttermine ... Aber ich komme mit der Isolation auch vergleichsweise gut klar, bin Alleinsein von kleinauf an gewohnt. 

Wir sind sehr coronamüde, trotz aller Dankbarkeit, dass wir alle es durch die letzten Monate relativ gut geschafft haben. Die nicht sinken wollenden Infektions- und Sterbezahlen belasten uns. Der Impfstoff gab kurzfristig Hoffnung, aber es ist absehbar, dass es so schnell nichts mit einer Impfung wird. Wir hatten uns anfangs auf diesen Herbst eingestellt, rechnen aber nicht mehr damit. Kein Impfstoff, keine Impfung. Dennoch: Natürlich ist es toll, dass es binnen so kurzer Zeit einen Impfstoff gibt.

Die sich verschärfenden Vorschriften betreffen uns nicht weiter, außer, dass wir seltener im Stamm-Supermarkt einkaufen, weil wir davor Schlange stehen müssen. Wir können uns ohnehin nicht weiter einschränken. Und die Vorschriften sind eh nur Lippenbekenntnisse, denn die jeweils geltenden Regelungen werden ja nicht durchgesetzt. Solidaritätsverweigerer und Coronaleugner können ungehindert demonstrieren. Wozu also Regelungen verschärfen, wenn deren Umsetzung eh niemanden interessiert?!

Letzte Woche hätte ich eigentlich den Endokrinologentermin zur Überprüfung meiner Hormontherapie gehabt, aber aufgrund des Fiebers verlegte ich den. Nun heißt es noch acht Wochen Ungewissheit. Ich denke, die Hormontherapie wirkt, denn seit Ende Oktober nahm ich fast 8 Kilo ab (plus 5 Kilo Wassereinlagerungen, die quasi über Nacht verschwanden), aber ich wüsste schon gerne, ob die no carb- / low carb-Quälerei auch Ergebnisse zeigt. Keine Ergebnisse hingegen zeigt die Hormon-Ersatztherapie gegen meine Wechseljahrsbeschwerden. Frau kann nun mal nicht alles haben ...

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea, deren Mann weiterhin mit einer Covid-19-Erkrankung kämpft. Weiterhin viel Kraft euch beiden und baldige Genesung! Und vielen Dank für's Sammeln! Über's Einkaufen und Kochen berichte ich in der Kombüse. Nachdem die Wochenübersichten nachgetragen sind, mache ich mich demnächst an die Rezepte.

Bleibt zu Hause, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf. 

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Mittwoch, 13. Januar 2021

#12von12 im Januar 2021

Im letzten Monat war ich zu erschöpft, um bei der monatlichen Bildersammlung von Caro von "Draußen nur Kännchen" mitzumachen, aber diesen Monat bin ich wieder dabei. Sie sammelt wie jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! Hier kommen meine Januar-Bilder.

#1: Im Prinzip der Bushaltestellen-Warteblick, nur dass ich darauf warte, dass mich der Gatte mit dem Auto einsammelt.

#2: Die neue Cafissimo wurde aus der Packstation befreit. Die Espresso-Versorgung ist wieder sichergestellt.

Ich bin aktuell mit Fieber und Schnupfen krank zu Hause, die ganze Woche noch. Zum ersten Mal habe ich aber nur noch erhöhte Temperatur und stimme deswegen zu, den Gatten zur Packstation zu begleiten. Aufgrund seiner krampfenden Hände konnte er in den letzten Tagen nämlich das Touchpad nicht bedienen und braucht Hilfe.

#3: Erst mal ausruhen und lesen*.

Der kurze Ausflug strengt mich an, also schnell wieder nach Hause und ausruhen. Der Gatte macht sich zum täglichen Spaziergang mit seiner Mutter auf. Er muss seine Kondition trainieren ohne sich zu belasten, da sind Spaziergänge ideal.

#4: Spülmaschine ausräumen.

#5: Vorräte für den Tiefkühler anlegen (in der Dose mit den Semmelknödeln ist auch Gulasch).

#6: Spülmaschine wieder einräumen und einschalten.

Nach dem Ausruhen ist Hausarbeit angesagt, dann gemeinsames Sofa-Floddern mit dem Gatten. Heute haben wir mal die Plätze getauscht. 

#7: Die Yarncamp-2018-Stulpen weiterstricken.

#8: Heute mal fernsehkonformes Abendessen.

Heute ist übrigens Dienstag. Der Dienstag gehört den Doctor. Danach möchte ich ziemlich schnell ins Bett.

#9: Der Dienstag gehört dem Doctor.

#10: Das tägliche Versagen. Ich schaffe es einfach nicht, keine Kohlenhydrate zu essen.

#11: Mudderns ruft aufgrund ihrer Psychose nachts alle zwei Stunden an, also werden die Telefone zwischen Kissen verbannt ausgelagert. Eine Blockade ihrer Telefonnummer ist hier technisch schwierig (und der Hausnotruf erreicht mich notfalls mobil).

Noch etwas lesen*, das obligatorische Fiebermessen (immer noch erhöhte Temperatur, aber wenigstens kein Fieber), dann möglichst lang und gestört schlafen. 

#12: Vor dem Einschlafen wie jeden Abend seit zehn Monaten Fieber messen und noch etwas lesen*

Die Rezepte sind übrigens verlinkt.

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Sonntag, 10. Januar 2021

Samstagsplausch KW 1/21: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten XXXXI

Bei uns ist immer noch Ausnahmezustand. Inzwischen hat's mich auch umgehauen: Donnerstag Abend bekam ich Fieber, und seit Freitag bin ich krankgeschrieben - für eine ganze Woche. Darunter mache er es momentan nicht, sagte mein Hausarzt bei unserem Telefonat. "Die Leute sollen gefälligst zu Hause bleiben, sich separieren und auskurieren!" 

Bis Sonnabend gönnte ich mir dann auch tatsächlich eine Auszeit, aber dann war klar, dass ich einfach funktionieren muss, egal wie. 

Mudderns Sturz an Neujahr zeigt alle Anzeichen eines weiteren Schlaganfalls oder Schädel-Hirn-Traumas. Als ihre Gesellschafterin am Donnerstag kam, war sie sehr schwach, aber dennoch halbwegs orientiert. Um sie wieder auf die Beine zu bekommen, beschloss ihre Gesellschafterin, vorerst zwei Mal die Woche zu kommen, und Donnerstag hatte ich auch noch Hoffnung, dass das was bringt. Seit Freitag allerdings verlässt Mudderns das Bett nicht mehr, ist desorientiert, spricht verwaschen, isst und trinkt kaum, weil sie dann ja aufstehen müsste, ergeht sich in Selbstmitleid, weil sich niemand um sie kümmert usw. 

Heute rief sie dann plötzlich um vier Uhr morgens an, um zu plaudern. Ihr war nicht zu vermitteln, dass es mitten in der Nacht ist, dass wir schlafen. Als wir mittags miteinander telefonierten, wusste sie nichts mehr von dem Telefonat, wusste auch nicht mehr, welcher Wochentag ist. Es ist zum Steinerweichen. 

Ich habe mehrfach überlegt, ob ich im Krankenhaus anrufe, damit die jemanden vorbei schicken, aber das wäre gegen Mudderns Willen. Die erforderlichen Vollmachten dazu habe ich, aber ich bin gerade völlig überfordert, eine Entscheidung zu treffen. Ich kann ja auch nicht mal eben die 80 Kilometer rausfahren und mir selbst ein Bild machen, da Fieber. Mal schauen, wie die Gesellschafterin die Situation am Dienstag sieht. Im Zweifelsfall hört Mudderns auf sie eher als auf mich. 

Während ich bei Mudderns schon eine Betreuungs- und eine Generalvollmacht habe, steht das beim Gatten noch aus, ebenso wie eine Patientenverfügung, Bankvollmacht usw. Es gibt vieles zu besprechen. Die Perspektive, einst wie Philemon und Baucis auf einer Bank zu sitzen, gibt es nicht mehr. Für mehr Lebenszeit müsste der Gatte seinen Lebensstil von jetzt auf gleich radikal ändern, und dazu ist er nicht bereit. Es ist sehr schwer zu akzeptieren, dass es kein gemeinsames Rentnerdasein mehr geben wird. 

Der Gatte ist so weit wieder stabil, dass er alleine zum Einkaufen oder zum Arzt kann, braucht danach aber lange Erholungsphasen. Ihm ist schrecklich langweilig, ihm fällt die Decke auf den Kopf. Gleichzeitig muss ich ihn immer im Blick haben, denn er vergisst immer wieder Essen auf dem Herd oder das Abschalten elektrischer Geräte, weil er darüber einschläft. Gleichzeitig stürzt er oft, reißt dabei alles mögliche mit sich - nun gut, spart das Aussortieren der übervollen Schränke, das ich eigentlich vor hatte. Anstatt der ärztlich verordneten Bettruhe wusele ich also durch die Wohnung, immer dem Gatten hinterher. Gesundwerden geht anders. 

Hier gilt seit mittlerweile 43 Wochen: Der Gatte und ich sind seit März weitgehend zu Hause. Unsere Kontakte sind auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter. 

Der Gatte ist im zehnten Monat Kurzarbeit und seit Mitte Dezember krank. Mal schauen, wann er wieder zur Arbeit gehen kann. Im Februar beginnt die ambulante Behandlung im Krankenhaus, evtl. muss er auch noch mal stationär aufgenommen werden. Eine Reha täte ihm ebenfalls gut.

Mein Job ist sicher, wenngleich meine drei Projekte mehr oder weniger auf Eis liegen. Zwei wurden ad hoc digitalisiert, das dritte ruht weitgehend, solange Theater und andere Kulturbetriebe geschlossen sind. Ich bin zwei Tage im echten Büro und drei Tage im Heimbüro. Eigentlich würde ich einen der Bürotage im Laden verbringen, aber der ist geschlossen und bleibt es auch weiterhin. Und aktuell bin ich ja eh krankgeschrieben, wobei die Kollegen wissen, wie sie mich im Notfall erreichen können, falls es bei einem Projekt dringenden Entscheidungsbedarf gibt.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea, deren Mann weiterhin mit einer Covid-19-Erkrankung kämpft. Weiterhin viel Kraft euch beiden und baldige Genesung! Und vielen Dank für's Sammeln! Bleibt zu Hause, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf. 

Mittwoch, 6. Januar 2021

#WMDEDGT 01/21: Maladien

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Ich entschließe mich nach dem Weckerklingeln, mich noch einen weiteren Tag krankzumelden und im Bett zu bleiben. Ich bin erkältet, habe aber außer Schnupfen und Schlappheit nichts und entscheide mich daher gegen die Infektsprechstunde meines Hausarztes. Immerhin geht's mir schon besser als am Vortag: Da erwachte ich mit Heißhunger auf Hühnersuppe. Das ist ein schlechtes Zeichen. 

Dem Gatten geht es schon wieder so gut, dass er ein paar Schritte gehen und kleine Strecken mit dem Auto fahren kann, also fährt er morgens  alleine zum Arzt, kann ich im Bett liegen bleiben und wechsle zwischen Schlafen und Lesen. Aktuell lese ich "Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod*" von Elisabeth Florin, das im Schnalstal in Südtirol spielt, genauer gesagt in Katharinaberg, Karthaus und am Vernagt-Stausee. Hier verbrachten der Gatte und vor 13 Jahren unseren letzten gemeinsamen Südtirol-Urlaub, und gerne führe ich wieder mal dort hin. 

Vormittags ruft eine glückliche Tante an, um sich für mein Päckchen mit Glücksklee-Keksen und der Neujahrskarte mit gehäkeltem Glücksklee zu bedanken. Das Telefonat ist voller Wärme und Verständnis für unsere derzeitige Situation, Durchhaltewünschen für mich angesichts des kranken Gatten und Vermissung, denn sonst sehen wir uns ja mindestens drei Mal im Jahr für mehrere Wochen. 

Kurz danach ruft Mudderns an, und das Gespräch mit ihr ist wie eine kalte Dusche. Auch sie bekam wie Tante ein Neujahrspäckchen, packte es aber gar nicht aus, sondern blubberte, wieso ich ihr etwas schicken lasse, sie habe doch nichts bestellt. Da ich keinen passenden Versandkarton hatte, nahm ich einen Eiskarton, so dass sie dachte, sie bekäme Eis, und das Paket in den Kühlschrank legte. Ich bat sie, das Paket doch auszupacken, aber da kam nur: "Will ich nicht! Ich hab' nichts bestellt!" 

Im weiteren lamentiert sie darüber, dass ihr die Beine versagen, dass sie wieder nicht vor der Tür war, aus Angst, wieder zu fallen, dass die Nachbarin sie nicht zum Einkaufen abholte, dass sie nicht zum Arzt will wegen ihrer Beine, weil der ja doch nichts machen könne, sie sei doch ein medizinischer Spezialfall, der alle Ärzte überfordere usw. usf. Immerhin verlässt sie noch das Bett. Ich hoffe, ihre Gesellschafterin bekommt sie aus dieser Phase wieder heraus, sonst wird das kommende Vierteljahr zwischen dem Jahrestag ihres Schlaganfalls, dem Todestag und dem Geburtstag ihres Mannes sehr lang. Ich habe nach über 50 Jahren einfach keine Kraft mehr für ihr Verhalten, werde dieses Mal nicht eingreifen.  

Das Telefonat zieht mich sehr runter.

Der Gatte war auf dem Rückweg vom Arzt beim Bäcker, bringt Frühstück und Kuchen für den Nachmittagstee mit. Ich darf das alles eigentlich nicht essen, da Kohlenhydrate, aber egal. Von so viel Aktivität erschöpft, schläft auch der Gatte erstmal eine Runde, und auch bei mir geht's mit Lesen und Schlafen weiter.

Zum Nachmittagstee treffen wir uns zum Floddern und Hagenbeck-Gucken auf dem Sofa. Das ist eine unserer Corona-Routinen. Irgendwann kommt der neue Nachbar und holt seine Teppich-Lieferung ab. Es ist immer spannend, wenn neue Soldatenfamilien hier einziehen, um sich an der Führungsakademie der Bundeswehr ausbilden zu lassen, aber normalerweise kommt das Mobiliar per Container oder Spedition, nicht einzeln per Post.

Ich bringe das Strickjournal auf Stand, dann kann ich nicht mehr ignorieren, dass die Spülmaschine ausgeräumt werden muss. Sie wird gleich wieder eingeräumt und angestellt, dann bereite ich so weit alles für's Abendessen vor, dass ich nach dem Ende des Vorabendkrimis nur noch den Ofen anstellen muss. Der Krimi fällt aufgrund der PK zu den neuen Corona-Verordnungen aus. 

Abendessen, heute mal auf dem Sofa, dann Tagesschau und Brennpunkt. Wiedermal leise Verzweiflung beim Gatten, weil die Infektionszahlen einfach nicht runter gehen, er sich so sehr nach Normalität sehnt, sich Gedanken um seinen Arbeitsplatz und um die Geschäfte von Bekannten macht, die aktuell geschlossen sind. Wut beim Gatten über die vielen Menschen, die sich nicht an die Corona-Maßnahmen halten - ich bin über das Wut-Stadium schon lange hinaus. Solidaritätsverweigerer und Coronaleugner sind eine Gefahr für unsere Gesellschaft, gegen die nicht adäquat vorgegangen wird, egal, welche Maßnahmen verkündet werden. Verkünden nützt nichts, wenn der Will zum Durchsetzen nicht da ist.

Nachdem das Strickjournal halbwegs aktualisiert ist, schlage ich Maschen an, um endlich die Yarncamp-Stulpen vom Yarncamp 2018 zu stricken. Das Muster kann ich nicht mindless stricken. Ich bin gespannt, ob ich durchhalte. 

Früh ins Bett, in der Hoffnung, ein paar Stunden zu schlafen, aber ich horche immer wieder in die Wohnung, ob der Gatte vielleicht stürzt und Hilfe braucht, und mache mir Gedanken, wie es mit Mudderns weiter gehen soll. Ich muss unbedingt die diversen Vollmachten finden, falls sie wieder ins Krankenhaus muss. Im letzten Jahr ging's ohne Drama zwischen Januar und März, aber es war vermessen, zu hoffen, dass das so bleibt. 

Das Rezept zum Tag gibt's demnächst in der Kombüse.

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Sonntag, 3. Januar 2021

Samstagsplausch KW 53/20: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten XXXX

Eine Schale voller Glück
in Keksform.
Alles Gute, Gesundheit, Glück, Freude und Zufriedenheit für das neue Jahr! 

Sicher war euer Jahreswechsel auch ein bisschen stiller und anders als sonst. "Das ist absolut irreal", meinte der Gatte, als wir Silvester mittags ein bisschen spazieren gingen und uns coronakonform mit seiner Mutter im Park trafen.

Normalerweise wird hier mit Verkaufsstart geböllert, aber diesmal ging's erst gegen 16:30 Uhr los, dann lange Pause, und auch um Mitternacht dauerte das Geböller keine Stunde. Nach den ausgefallenen Osterfeuern war's schon das zweite Mal, dass die Luft nicht rauchgeschwängert war.

Der Gatte ist weiterhin krank, also flodderten wir Silvester auf dem Sofa und guckten Doc Martin*. Ab morgen muss ich wieder arbeiten und zumindest stundenweise den Gatten alleine lassen - mal schauen, ob das klappt. Es gibt eh keine Alternative. Aber so lange er sich nicht zu sehr anstrengt und viel schläft, geht's. Ich muss halt daran denken, dass er alles in Reichweite hat, was er brauchen könnte, bevor ich gehe.  

Mudderns nimmt, wie schon befürchtet, ihre Januar-bis-März-Psychose. Im Januar sind der Jahrestag ihres Schlaganfalls und der Todestag ihres Mannes, im März sein Geburtstag, da dreht sie seit über 20 Jahren ab. Heute rief sei alle zwei Stunden an - wenn das jetzt schon so los geht, werden die kommenden Wochen heftig.

Das sind mehr Baustellen, als ich aktuell bewältigen kann. 

Mein Körper schreit nach Ruhe und scheint eine Erkältung bekommen zu wollen, was aber aktuell schlichtweg nicht geht, denn in den kommenden Wochen habe ich einige Arzttermine, die ich erkältet nicht wahrnehmen kann, verschieben müsste, was kompliziert wäre. Außerdem muss ja eine den Laden am Laufen halten, denn der Gatte wird noch lange ausfallen. Also Augen zu und durch, wie schon seit Monaten, hoffen, dass ich nur grundlos niese, wie ich das immer mal gerne mache, und keine weiteren Erkältungssymptome dazu kommen. Ansonsten bin ich natürlich vernünftig genug, in die Infektsprechstunde meines Hausarztes zu gehen und mich ggf. testen zu lassen, auch, wenn ich keine Ahnung habe, was werden soll, wenn ich ausfalle und wie sich das womöglich auf die anstehenden Behandlungen des Gatten auswirkt. 

Hier gilt seit mittlerweile 42 Wochen: Der Gatte und ich sind seit März weitgehend zu Hause. Unsere Kontakte sind auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter. 

Der Gatte ist im zehnten Monat Kurzarbeit und seit Mitte Dezember krank. Mal schauen, wann er wieder zur Arbeit gehen kann. In den kommenden Tagen beginnt die ambulante Behandlung im Krankenhaus, evtl. muss er auch noch mal stationär aufgenommen werden. Auf jeden Fall täte ihm eine Reha gut (und mir, denn dann käme ich zur Ruhe, weiß ihn in guten Händen). Aber dafür ist er noch lange nicht fit genug. Und da er merkt, dass mir langsam die Kraft schwindet, versucht er, mich zu entlasten, macht mehr, als ihm gut tut, macht sich Sorgen, was dann wieder die Rekonvaleszenz verlangsamt ... 

Mein Job ist sicher, wenngleich meine drei Projekte mehr oder weniger auf Eis liegen. Zwei wurden ad hoc digitalisiert, das dritte ruht weitgehend, solange Theater und andere Kulturbetriebe geschlossen sind. Ich bin zwei Tage im echten Büro und drei Tage im Heimbüro. Eigentlich würde ich einen der Bürotage im Laden verbringen, aber der ist geschlossen und bleibt es hoffentlich auch weiterhin. 

Wir sind, gemessen an anderen, privilegiert, und sehr dankbar dafür. Und ich bin dankbar, dass Mütter, Tante und Gatte bislang so gut und coronafrei durch diese Zeit kamen - Mudderns Psychose ist ja ein jährliches Ritual, unabhängig von Corona. Ich wünsche mir, dass sie auch bis zur Impfung weiterhin gut durchkommen. 

Inzwischen sind wir sehr coronamüde und, angesichts der nicht rückläufigen Zahlen, leise verzweifelt. Der Gatte sehnt sich danach, mal wieder essen zu gehen - und nach Mallorca zu fliegen. Luxusprobleme, ich weiß. Aber auch mir fehlt die Aussicht auf's Verreisen. Normalerweise wären wir im Februar über unseren Hochzeitstag in Dänemark, aber das wird dieses Jahr nicht möglich sein. Und Mallorca haben wir ebenfalls für dieses Jahr gestrichen. Wenn's gut läuft, erhalten wir in den Wochen, in denen wir auf der Insel wären, unsere Corona-Impfungen. Dafür verzichten wir gerne auf die Reise. 

Eine Nachricht traf mich diese Woche sehr: Ein Kollege, gerade mal Mitte 40, topfit und durchtrainiert, junger Vater, verstarb Weihnachten ganz plötzlich! Ich kann nicht in Worte fassen, was ich fühle. Wie schrecklich ist das für seine junge Familie!

Ein kurioses Ereignis hatte diese Woche auch parat: Wir spielen seit Jahren Farmville, ein Online-Browser-Game, das viele Facebook-Nutzer nervt. Seit dem 31. Dezember allerdings ist es abgestellt, und wir finden keinen adäquaten Ersatz! Das ist absolut lächerlich, ich weiß, aber das Spiel war festes Ritual beim Morgenkaffee und kurz vorm Schlafengehen, und dem Gatten fehlt es jetzt, wo er eigentlich nichts anderes machen darf außer ruhig zu sitzen. Alle Spiele-Alternativen überzeugten uns nicht. Ich vermute, ich lange wieder bei Tetris.  

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea, deren Mann weiterhin mit einer Covid-19-Erkrankung kämpft. Weiterhin viel Kraft euch beiden und baldige Genesung! Und vielen Dank für's Sammeln! Bleibt zu Hause, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf. 

Mittwoch, 30. Dezember 2020

#pmdd2020: Der 28. Dezember 2020

In diesem Jahr ist an jedem 28. eines Monats Picture my Day-Day, kurz pmdd. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2020 auf Twitter oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Erstmal die Spülmaschine anwerfen. Seitdem der Gatte aus dem Krankenhaus entlassen ist, haben wir deutlich mehr Geschirr.

Endlich Kaffee.

Ein vorbildlich ketogenes Frühstück, in Wahrheit aber Resteverwertung von Heiligabend: Omelette mit Shrimps und Low-Carb-Knäcke.

Der tägliche Kampf mit den Kohlenhydraten.

Ein paar Kleinigkeiten einkaufen (und Tabletten als zweites Frühstück).

Aktuell sind meine Tage und Nächte von der Erkrankung des Gatten geprägt, und das wird auch noch einige Wochen so bleiben. So war die Nacht kurz, schlief ich im Stundentakt, weil der Gatte zu versorgen war. Morgens war ich entsprechend gerädert. Bevor die Kaffeemaschine angeworfen wurde, war aber erstmal die Spülmaschine dran. Die läuft aktuell mindestens einmal am Tag. 

Wie erwartet, ist es im kleinen Einkaufszentrum relativ voll.

Das jüdische Penicillin wird vorbereitet.

Gewürze sind wichtig. Neben Piment und Wacholder kommen noch Sternanis, Zimt, Lorbeer- und Kaffirlimettenblätter, Macis sowie Salz und Pfeffer hinein - mindestens. Und natürlich Kräuter aus dem Garten.

Das Bad ist angesetzt.

Die Spülmaschine vom morgen ist mittags ausgeräumt und füllt sich schon wieder.

Nach dem Frühstück geht's ins kleine Einkaufszentrum, ein Suppenhuhn kaufen. Normalerweise mache ich das beim Schlachter, aber der ist montags geschlossen, weil dann Schlachttag ist. Im kleinen Einkaufszentrum gibt es aber einen "Türken", bei dem es auch frisches Geflügel gibt. Ich kaufe in dem kleinen Einkaufszentrum ungern eine, weil die Maskenpflicht nicht wirklich ernst genommen wird. Daran ändert auch der Sicherheitsdienst nichts. Dafür haben wir mit einem Weg alles erledigt.

Kurz die Füße hochlegen und ein paar Runden stricken.

Vorbereitungen für mein Abendessen.

Abendessen. Für den maladen Gatten gibt es magenfreundlichen Kartoffel-Wurzel-Stampf.

Während sich der Gatte wieder hinlegt, weil ihn der Ausflug sehr anstrengte, bereitet ich dem Suppenhuhn ein Bad, lege dann kurz die Füße hoch und schaffe es, noch eine Stunde Schlaf zu bekommen. Die Hühnersuppe gibt es diesmal in der Schnellversion - nach vier Stunden befindet der Gatte, er habe Hunger - das habe ich lange nicht mehr von ihm gehört!

Bunter Teller mit einer Kerze aus Mudderns Kirche.

Tagesschau ist Pflichtprogramm.

Ich habe Glücksklee gehäkelt.

Nach dem Abendessen gibt es tatsächlich einen relativ ungestörten Fernsehabend - der Gatte liegt nämlich mit auf dem Sofa, was mir manchen Weg erspart. Mein Konditionstraining besteht aktuell darin, ihm möglichst viele Wege abzunehmen, denn alles strengt ihn an, und so soll er ärztlich verordnet auch viel Ruhe haben. Dass der Gatte, der sonst mindestens einmal am Tag raus will, so gar kein Bestreben hat, an die frische Luft zu kommen, ist sehr befremdlich und macht Angst. 

Noch etwas lesen*, und dann möglichst lange und tief schlafen.

Wir sehen "Werk ohne Autor*", und ich häkle Glücksklee für Neujahrskarten. Im Bett noch etwas lesen, und dann wünsche ich mir eine möglichst ruhige, störungsfreie Nacht. 

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Dienstag, 29. Dezember 2020

Gehäkelter Glücksklee

Normalerweise bekommen Schwiegermutter und Tante Silvester vom Gatten einen Glücksklee mit Glücksbringer. Das war dieses Jahr nicht möglich: Tante muss in Bayern bleiben, der Gatte ist zu malad, um Schwiegermutter in der Seniorenwohnanlage zu besuchen, die Blumenläden sind geschlossen ... 

Gehäkelter Glücksklee auf und an Neujahrskarte.

Über Twitter kam ich auf die Idee, Glücksklee zu häkeln. Allerdings war ich zu blöd, die einschlägigen Anleitungen zu verstehen. Also probierte ich es auf meine Art. 

Dieser Beitrag geht rüber zu den Linkparties Dings vom Dienstag und Handmade on Tuesday. Vielen Dank an alle für's Sammeln!

Gehäkelter Glücksklee

Material für ein ca. 8 cm lange und 5 cm breites Glücksklee:

Grüne Baumwolle, Nadelstärke 2 - 3, kann ein Rest sein
Häkelnadel 2,5 mm

So wird's gemacht:

5 Luftmaschen anschlagen und zur Runde schließen. Aus der letzten Masche 5 Luftmaschen heraushäkeln und mit einer festen Maschen mit dem Luftmaschenring verbinden. Drei Mal wiederholen, so dass sich 4 Luftmaschen-Halbkreise (Kleeblätter) um den mittleren Luftmaschenring herum ergeben. 

In jeden der 4 Luftmaschen-Halbkreise 6 Stäbchen häkeln und jeweils mit einer Kettmasche in den mittleren Ring abschließen. Nun in jedes der 6 Stäbchen zwei Stäbchen häkeln und nach jeweils 12 Stäbchen eine Kettmasche in den Halbkreis der Vorreihe häkeln. Aus der letzten Kettmasche 10 Luftmaschen häkeln, dann eine Rückreihe mit festen Maschen und eine letzte Kettmasche am Ende. Fäden vernähen, fertig.

Ich habe meine Kleeblätter genutzt, um Neujahrskarten darauf zu basteln, aber sie sind sicher auch hübsch als Applikation, Girlande ... was immer dir einfällt.