Freitag, 13. Februar 2026

#12von12 im Februar 2026

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt wie jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! Hier kommen meine Februar-Bilder. 

#1: Schnuffi und ich halten nichts vom Aufstehen bei Dunkelheit. Es will gefühlt morgens einfach nicht früher hell werden, und das Dauergrau hebt auch nicht gerade die Laune.

#2: Dem Gatten guten Morgen sagen.

#3: Lifestyle-Teilzeit leben und langsam in den Arbeitstag starten mit Strickzeug, Milchkaffee und Marmeladenbrot.

#4: Nach dem Krebs gucken. Ich habe seit April 2021 eine Krebs-Diagnose, weiß aber nicht, wo im Körper sich das Biest versteckt.

#5: Erste Frühlingsboten zwischen dem Streusand.

#6: Letzten Mittwoch bestellte ich einen Hasen-Leuchter für den Gatten. Heute konnte ich ihn abholen. Ich hoffe, er gefällt ihm.

#7: Bunte Blumen gegen das Dauergrau.

#8: Mittagspause mit Granola nach einem Rezept aus Shermins neuem Kochbuch*.

#9: Ich halte die Wolldiät bis auf eine Ausnahme eisern ein.

#10: Auf zum Stricktreffen. Jedes Mal, wenn ich die Münzen für den Teilnahmebeitrag suche, muss ich daran denken, wie der Gatte mir im Sommer drei Euro aus seiner Kleingeldsammlung gab und verschmitzt lächelnd meinte, ich solle mir einen schönen Abend machen. Das war ein Vierteljahr vor seinem Tod.

#11: Vor dem Stricktreffen war ich noch schnell einkaufen. Es glitzert, und es zeigt Minnie Mouse - das Brillen-Etui musste einfach mit!

#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*. Schnuffi fehlt im Bild. Er hält immer noch Aussicht nach seinem Herrchen, das am 16. Oktober 2025 zum letzten Mal durch die Schlafzimmertür ging. Schnuffi denkt noch immer, dass sein Herrchen doch irgendwann wieder zurückkommen muss. 

Der obligatorische Rückblick in die ersten sechs Corona-Jahre: Am 12. Februar 2020 beschäftigen mich meine Wechseljahrsprobleme, stand eine OP an. Fünf Jahre später bin ich immer noch mit den Wechseljahren beschäftigt. Am 12. Februar 2021 machte ich meinen ersten Corona-Test. Am 12. Februar 2022 waren die Tests schon Routine ... Dabei hoffte ich so sehr, spätestens mit der Impfung würden wir diese Moppelkotze los. Am 12. Februar 2023 war ich vom Pendeln erschöpft, arbeitete noch an der Nesteldecke für meine inzwischen verstorbene Mutter. Die Decke ist inzwischen aufgeribbelt und wurde zu Socken und Mützen. Am 12. Februar 2024 war ich in der Reha. Am 12. Februar 2025 war der Gatte guter Dinge, hatte er doch zwei schwere OPs und einen Krankenhaus-Keim überstanden. Er wusste nicht, dass noch sechs schwere OPs, diverse Infektionen mit Bakterien, Keimen und letztlich tödlichen Pilzen auf ihn warteten und er nur noch acht Monate zu leben hatte. / *Affiliate links

Sonntag, 8. Februar 2026

Samstagsplausch KW 06/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCVIII

Aktuell lebe ich in einer Warteschleife. Dass mich parallel die Trauer lähmt, ist eine doofe Kombination und willkommene Ausrede, antriebs- und energielos zu sein.

Ich warte auf den Entscheid zum Reha-Antrag, der endlich gestellt ist und von meiner Hausärztin mit Dringlichkeit weitergeleitet wurde. Ich hoffe, dass ich wieder nach Aukrug oder Bad Segeberg komme, wobei Aukrug mein Favorit ist. Beide Kliniken kenne ich, bei beiden ist die Ostsee-Familie in der Nähe. 

Solange der Reha-Antrag nicht entscheiden ist, kann ich keinen Urlaub planen oder berufliche Projekte terminieren. Beruflich spränge natürlich meine Kollegin ein, aber sie schulterte das Projekt schon im letzten Jahr überwiegend alleine. Sie würde das klaglos auch nochmal machen, nur wenn sie es nicht muss, ist sie auch nicht böse.

Ich warte auf die Entscheidung, ob ich Hinterbliebenen-Rente bekomme. Davon hängt ab, ob ich mir weiterhin trotz Lifestyle-Teilzeit solchen überflüssigen Luxus wie Lebensmittel, Freizeit, Kleidung und Urlaub leisten kann.  Aktuell zahle ich das aus Rücklagen. Die sind aber eigentlich dazu bestimmt, das Haus fertigzustellen. Da ich nicht weiß, wie sich meine finanzielle Lage entwickelt, kann ich momentan auch keine Handwerker beauftragen. Das Haus zu verkaufen und in eine Mietwohnung zu ziehen, ist aus diversen Gründen keine Option. 

Ich richte mich sicherheitshalber darauf ein, mir einen Zweitjob oder eine Vollzeitstelle zu suchen, wobei ich aktuell nicht fit genug bin, mich in neue Arbeitsfelder einzuarbeiten, und meine Chefinnen mich ungern gehen ließen. Aber meine Stelle ist nur auf 75% angelegt, kann nicht ohne Weiteres in eine 100%-Stelle umgewandelt werden. Das ginge nur, wenn jemand anderes aus dem Team 25% weniger arbeiten möchte und mir diese Anteile zugeschlagen werden. Ansonsten gibt es aktuell bei uns in der Abteilung keine freien Stellenanteile. Auch wenn die Christus-Dachte-Umgekehrt-Partei mangels Sachverstands etwas anderes behauptet: Man kann nicht überall beliebig von Voll- in Teilzeit oder zurück wechseln. 

Ich warte auf den Erbschein. Solange der nicht vorliegt, kann ich mich um einige Sachen des Gatten nicht kümmern, von denen auch die Entwicklung meiner finanziellen Situation abhängt. Der Erbschein ist seit November beantragt, und ich hoffe, dass er schon im Laufe dieses Jahres ausgestellt wird.

Ich warte auf das Ende des Winters. Eis und Schnee und grauer Himmel kosten mich extrem viel Kraft, die ich ohnehin aktuell nicht habe. Sie liefern andererseits aber auch einen willkommenen Grund, das Haus nicht zu verlassen ... Seit ein paar Tagen zwitschern morgens immerhin schon wieder die Vögel. Ich habe die Hoffnung, dass mit dem Frühling vielleicht auch etwas Energie zurückkommt.

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 308.

Hier kommen noch immer Krankenhaus-Rechnungen für den Gatten an, was jedes Mal Wunden neu aufreißt. Diese Woche kamen Rechnungen aus dem Juni. Fehlen noch die Monate Juli bis September.

Schwiegermutters sonntägliche Anrufe lasse ich aktuell ins Leere laufen, was einfach ist, da sie sich weigert, mich auf dem Festnetz anzurufen und das Taschentelefon meistens stummgeschaltet ist. Ich habe keine Lust, ihr Sonntagsclown zu sein. Sie erklärte mir im letzten Telefonat, die Sonntage seien für sie von klein auf unerträglich, weil sie da nicht im Mittelpunkt stand. Die Eltern zogen sich zurück, das Kindermädchen hatte frei, die Freundinnen waren bei ihren Familien ... Tragisch, aber nicht mein Problem. Ich sehe nicht ein, ihrem Wunsch nachzukommen und jeden Sonntag zu ihr zu fahren. Mich verletzt zudem nachhaltig, dass Schwiegermutter befand, das Grab des Gatten, ihres Sohnes, ginge sie nichts an, damit habe sie nichts zu tun. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse

Freitag, 6. Februar 2026

#WMDEDGT 2/26: Grau in Grau II

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln! 

Ich werde gegen vier Uhr kurz wach, schlafe aber schnell wieder ein bis zum Weckerklingeln um sechs Uhr, heißt: Ich habe die dritte Nacht in Folge quasi durchgeschlafen! Scheint, die diversen Tabletten machen endlich, was sie sollen. 

Ich beschließe, langsam in den Tag zu starten. Schließlich arbeite ich in Lifestyle-Teilzeit, seitdem der Gatte starb. Eigentlich arbeitete ich auch vorher schon in Lifestyle-Teilzeit, weil ich ganz egoistisch mehr Zeit für meine Hobbies haben wollte, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Vollzeit arbeiten wollte, deswegen von Voll- in Teilzeit ging. Dass ich die Teilzeit nutzen würde, um erst meine Mutter und dann meinen Mann zu pflegen, war nicht geplant. 

Wenn ich schon in Lifestyle-Teilzeit arbeite, will ich das auch genießen, zumindest heute früh - ich habe ohnehin reichlich Überstunden. Also frühstücke ich in Ruhe, kette Mütze Nummer sieben ab, vernähe die Fäden, gebe zwei Euro für die fertige Mütze ins Wollsparglas und nadle Mütze Nummer acht an, bevor ich ins Arbeitszimmer gehe und den dienstlichen Klapprechner anwerfe. 

Die Arbeit gestaltet sich zäh, geht langsam voran, weil das CMS hakt und zickt. Okay, ich habe ohnehin die Anweisung, langsamer zu arbeiten. Nun werde ich zur Entschleunigung gezwungen. Um nicht ewig auf einen Bildschirm voller Fehlermeldungen zu starren, beschließe ich, nebenbei die Betten neu zu beziehen. In Etappen werde ich damit tatsächlich bis zum Feierabend fertig. Und damit sich die Lifestyle-Teilzeit auch richtig lohnt, mache ich eine Stunde früher Feierabend in der Hoffnung, dass sich das zickige CMS bis zum nächsten Tag beruhigt. 

Ein bisschen Hausarbeit, soweit die Kraft reicht. Die reicht meistens nur dafür, im Sessel zu sitzen und zu stricken. Immerhin schaffe ich es, ein wenig aufzuräumen, Holz zu holen und den Kaminofen zu säubern, ein paar Sachen für Momox oder Flohmarkt herauszusuchen und abends eine warme Mahlzeit zuzubereiten. Ich bin stolz, weil ich es schaffe, zu Fertigsauce und Fertiggemüse eine frische Paprika zu schnibbeln - und das Vorratsregal ist wieder ein bisschen leerer. Ich bestelle zwei Hasen - als würde der Gatte noch leben. Der liebte Hasen. Das Haus ist voller Hasen (okay, das Haus ist voll mit allem, aber die Hasen werden bleiben dürfen). 

Eigentlich müsste ich die Stube besuchsfein machen, denn am Wochenende hat sich Besuch angesagt, aber mir fehlt die Kraft. Vermutlich werde ich das Sonnabend in letzter Minute machen, parallel zum Kuchenbacken. Und wenn dann der Esstisch kuchenfein gedeckt ist, entscheiden wir uns, zum Bäcker oder in eine Lokalität zu gehen, wird der Kuchen eingefroren ... Egal, Hauptsache, ich bin auf alles eingestellt.

Dennoch sitze ich die meiste Zeit rum und stricke. Mütze Nummer acht wird abends bis auf 18 Reihen fertig sein. Ich überlege kurz, sie schnell noch fertig zu stricken, bin aber vernünftig und gehe ins Bett, da sehr müde und erschöpft. Vor dem Einschlafen wird natürlich noch etwas gelesen*. Dass die Konzentration dafür reicht, ist vermutlich ein gutes Zeichen.

Der Blick zurück in die ersten sechs Corona-Jahre: Am 5. Februar 2020 erfasste uns langsam die Coronahysterie in Form von vergriffenen Desinfektionsmittel, ging ich noch davon aus, dass mein Mammutprojekt noch ein paar Monate analog bleibt. Am 5. Februar 2021 gab's schon einen Impfstoff gegen Corona, hatten wir noch die Hoffnung, dass der Gatte gesund wird. Am 5. Februar 2022 wussten wir schon, dass der Gatte nicht mehr gesund wird, waren noch immer mit der Schlafzimmerrenovierung beschäftigt. Am 5. Februar 2023 lebte meine Mutter schon ein halbes Jahr im Pflegeheim, versank immer mehr in Aggression und Wut und nahm langsam vom Leben Abschied. Am 5. Februar 2024 war ich zur Reha. Am 5. Februar 2025 lief der Gatte zum ersten Mal dem Tod davon: In der Nacht, in der er auf die Intensivstation kam, holte der Tod seinen Zimmernachbarn. Der Gatte machte auch zum ersten Mal Bekanntschaft mit der mangelnden Hygiene im hiesigen Krankenhaus, denn er musste nach einer Routine-OP auf die Intensiv-Station, weil er sich einen Krankenhauskeim einfing. Im Oktober 2025 sollte er an einer Candidozyma auris-Infektion sterben, die er sich im Krankenhaus zuzog. / *Affiliate links

Sonntag, 1. Februar 2026

Samstagsplausch KW 05/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCVII

Nachdem ich einen Tag schlichtweg nicht wach wurde, einfach nicht die Augen aufbekam und erst mittags einigermaßen funktionsfähig war, hatte ich zwei Tage, an denen ich gut funktionierte und konzentriert arbeiten konnte. Leider dauerte dieser Zustand eben nur zwei Tage an, schleppe ich mich wieder übermüdet und ohne Konzentration irgendwie durch den Tag. Aber an den beiden Tagen, an denen ich gut funktionierte, arbeitete ich sehr effektiv, schaffte im Büro einiges weg. Da beginnt jetzt die heiße Phase, und zudem wird bei meinem Projekt einiges umstrukturiert, müssen Entscheidungen getroffen werden für die kommenden Jahre. Da sollte ich bei einigermaßen klarem Verstand sein, und das genau fällt mir ja schwer.

Diese Woche hatte ich zwei sehr trubelige Tage im Echtbüro, und ich überlege, ob ich meine Bürotage tausche oder wieder öfter ins Echtbüro fahre. Vielleicht tut mir das gut. Noch kämpfe ich aber damit, dass es morgens noch dunkel ist, wenn ich aus dem Haus muss. Nachmittags merke ich inzwischen, dass es länger hell ist, musste schon öfter die Zeitschaltuhr anpassen. Ich mag ja nicht in ein dunkles, leeres, stilles Haus kommen. Die Zeitschaltuhr sorgt dafür, dass es im Esszimmer hell ist, wenn ich nach Hause komme. Gegen Stille und Leere hilft sie nicht.

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 307.

Ich bin immer noch am liebsten für mich alleine und pflege meine Depression, auch wenn ich weiß, dass das kein Zustand ist. Manchmal kommt ein My von Aktivismus durch, aber der Moment ist meistens schnell wieder vorbei. Dementsprechend verbrachte ich das Wochenende auch wieder strickend im Relax-Sessel. Eigentlich wollte ich heute ins Kino und danach zum Gatten, aber mir fehlt jegliche Kraft.

Kassensturz im Wollsparglas: Im Januar erstrickte ich stolze 33 Euro!

Heute habe ich Kassensturz im Wollsparglas gemacht und stolze 33 Euro für Januar gezählt! Meine Depression ist echt produktiv. Ich bin gespannt, wie viel es am Ende dieses Monats wird. 

Ich habe mich nach langem Überlegen entschlossen, bei der Innocent-Aktion "Das große Stricken" mitzumachen. Gezögert habe ich, weil ich die Idee zwar lustig, aber wenig nachhaltig finde, denn ich vermute, nach dem Kauf werden die Mützchen einfach weggeworfen. Ich habe aber so viele kleine Wollreste, mit denen ich nichts anfangen kann, so dass ich dann doch anfing, Mützchen zu stricken. Ja, ich weiß, ich kann kleine Wollmengen als Füllwatte verwenden, aber ich habe mehr Füllwatte als ich in absehbarer Zeit brauche und will in dem übervollen Haus nicht anfangen, auch noch kleine Wollreste zu sammeln für den Fall, dass ich irgendwann mal Unmengen an Füllwatte brauche. Für ein Mützchen brauche ich übrigens knapp fünf Gramm Wolle. Inzwischen sind sieben Stück fertig. Mal gucken, ob es noch mehr werden. Mein Fokus liegt ja nach wie vor auf Mützen für die Lübecker Seemannsmission. Da sind inzwischen dreizehn fertig. 

Die Mutter einer Freundin wurde beerdigt, und die einer anderen kam gerade zum Sterben nach Hause. Ich merke, dass ich mit der Trauer der anderen noch weniger umgehen kann als mit meiner eigenen. Das ist untypisch für mich. Es wird Zeit, dass die Brut der Freundinnen für Enkel sorgt, dass es wieder neues Leben gibt, aber die Brut ist enkelfaul. Bislang ist nur eine Freundin Großmutter. 

Gestern war der erste Schabbat seit 2014 (sic!) ohne israelische Geiseln in Gaza. Nach 843 Tagen kehrte nun auch die letzte Geisel Ran Gvili nach Hause. Der 24jährige wurde am 7. Oktobers 2023 von der Hamas ermordet. Die Uhr am Tel Aviver Platz der Geiseln abgestellt, die die Zeit zwischen dem Hamas-Überfall und der Rückkehr aller Geiseln zählte, wurde abgestellt. Ich habe inzwischen die gelben Schleifen von meinen Seiten entfernt.

Angesichts des Winters bin ich einmal mehr froh, dass wir eine neue Haustür haben und den Windfang behielten. Ansonsten hätten wir im Hausflur nur knapp zweistellige Temperaturen. Wenn der Winter vorbei ist und ich wieder ein wenig Kraft habe, muss ich mich um die Fenster kümmern, denn es zieht wie Hechtsuppe. Ich werde es erstmal mit neuen Dichtungen versuchen.

Eigentlich hatte ich diese Woche einen Termin bei der örtlichen Rentenberaterin zur Kontenklärung, aber sie wurde krank. Ich muss kommende Woche mal nachhaken, ob sie schon wieder da ist. Ich brauche ihre Hilfe auch bei der Witwenrente, denn die Krankenkasse verschlampte ein Formular. So ist noch immer noch klar, ob ich Witwenrente bekomme und wenn ja, in welcher Höhe. 

Vor einem Jahr begann es dem Gatten immer schlechter zu gehen, so dass mir aktuell jedes WMDEDGT, #12von12 und #PMDD sehr weg tut. Dem Gatten ging es ja schon seit Oktober 2020 gesundheitlich kontinuierlich schlechter, und am 12. Oktober 2020 schrieb ich hier zum ersten Mal darüber. Auch wenn die Erinnerungen schmerzen, habe ich das Gefühl, die drei Reihen helfen mir. Ansonsten habe ich ja jederzeit die Möglichkeit, damit aufzuhören. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse

Freitag, 30. Januar 2026

#pmdd2026: Der 28. Januar 2026

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch, auch wenn es mich momentan traurig macht, denn ich erlebe die letzten zehn Monate mit dem Gatten gerade sehr bewusst durch die Beiträge für WMDEDGT, #12von12 und #pmdd.

Der erste Blick nach dem Aufstehen gilt dem Fahrplan. Die Anzeige stimmt selten, aber zumindest die Ausfälle werden zuverlässig angezeigt.

Gleich nach dem Aufstehen setzt sich Schnuffi in Position, um auf sein Herrchen zu warten. Er muss doch irgendwann mal wieder durch die Tür hinein kommen, durch die er Mitte Oktober hinaus ging. 

Schnell dem Gatten guten Morgen sagen, bevor ich mich auf den Weg zum Bahnhof mache.

Für Bahnverhältnisse ist der Zug pünktlich, vor allem angesichts des Wetters.

Ich habe einen Sitzplatz und kann lesen*.

Mitmachen beim pmdd ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2026 auf Bluesky, Facebook oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Schon fast im Büro. Ich muss daran denken, wie ich den Gatten oft nach Feierabend von der Arbeit abholte (oder er mich), um über die Weihnachtsmärkte zu bummeln. Er liebte die weihnachtlich beleuchtete Innenstadt.

Büro-Frühstück. In der Dose liegen ein Toastie nach einem Rezept aus Shermins neuem Kochbuch*, ein Ingwer-Shot, von dem meine Kolleginnen überzeugt sind, dass ich ihn brauche, ein Schoko-Riegel und darunter Studentenfutter, nach dem ich gerade süchtig bin.

Mittagspausen-Selfie.

Heute darf ich mal wieder basteln.

Heute ist Mittwoch, ich muss ins Echt-Büro. Das ist immer schwer, denn jedes Mal denke ich daran, wie der Gatte früher in der Tür stand, um mich zu verabschieden und mir hinterher zu winken und wie er spätnachmittags mit Tee und Kuchen (und bei diesem Wetter auch mit Kaminfeuer) auf mich wartete. Nun ist das Haus still, dunkel und leer, fehlt ihm jegliches Leben.

Endlich wieder zu Hause.

Dem Gatten guten Abend sagen.

Reicht dann auch für heute. Eine Freundin schafft jeden Tag zwischen 20.000 und 30.000 Schritte - daran werde ich nie kommen.

Ich versuche, einige Rituale, die der Gatte und ich hatten, weiterzupflegen. So gibt es erstmal eine Tasse Tee, wenn ich nach Hause komme. Kuchen fällt aus. Dafür ist es heute schon zu spät. 

Angesichts des Wetters habe ich keine Lust, mit dem Auto einkaufen zu fahren, und ändere den Wochenplan so, dass ich alles fußläufig bekomme, der Hackenporsche reicht.

Seit gestern sind endlich alle israelischen Geiseln wieder zu Hause. Die Uhr, die seit dem Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv läuft, wird abgestellt.

Das heutige Abendessen kommt über Too good to go, denn mir fehlt jegliche Kraft zum Kochen. Das Restaurant verpackte die Tortellini Formaggio sehr appetitlich. Leider bekam ich sie nicht so schön auf den Teller ... 

Schnuffi sitzt noch immer in Position und wartet auf die Rückkehr seines Herrchens. 

Vor dem Einschlafen wird noch etwas gelesen*.

Der Blick zurück in die ersten sechs Corona-Jahre: Einen Tag vorm 28. Januar 2020 war der erste deutsche Corona-Fall bekannt geworden, dachte ich noch, mein Mammutprojekt könne wie geplant analog umgesetzt werden, war der Gatte noch gesund. Die beiden Pullis, an denen ich damals strickte, sind mir beide viel zu weit und müssen neu gestrickt werden - ich habe durch Hormonersatztherapie zwischenzeitlich fast 50 Kilo abgenommen. Am 28. Januar 2021 versuchte ich, einen Impftermin für Schwiegermutter zu bekommen, hofften wir noch, dass der Gatte wieder gesund wird. Am 28. Januar 2022 waren wir mit der Schlafzimmerrenovierung beschäftigt, nicht ahnend, dass wir sechs Monate später ein ganzes Haus renovieren würden. Am 28. Januar 2023 hatte der Gatte gerade einen Schlaganfall überstanden, waren wir noch immer damit beschäftigt, das Haus zu renovieren. Am 28. Januar 2024 waren wir endlich umgezogen, wenn auch auf eine Baustelle, war ich in der dringend benötigten Reha. Am 28. Januar 2025 stand der Gatte vor der ersten von insgesamt acht OPs. Bei einem seiner vielen Krankenhausaufenthalte im Jahr 2025 steckte er sich mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seitdem versuche ich, ohne den Gatten zu leben. / *Affiliate links