Mittwoch, 7. Oktober 2026

#WMDEDGT 10/26: Ein Jahr weiter, irgendwie

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Heute ist Montag, normalerwiese ein entspannter Arbeitstag im Heimbüro. Heute aber nehme ich an einer Tagung in Hamburg teil. Heißt: Pünktlichst aufstehen und über eine Stunde eher los als sonst. Oder anders: Ich verlasse das Haus bei Sonnenaufgang und betrete es erst wieder bei Sonnenuntergang. So ein langer Tag ist ungewohnt und fordert mich Sensibelchen. Mich fordert auch, dass die Tage kürzer werden, dass es dunkel ist, wenn ich aufstehe, und dunkel ist, wenn ich nach Hause komme. Die schon lange verrentete Kollegin, die stets verneint, ließ sich ja weiland von Oktober bis März krankschreiben, weil sie befand, es sei ihr nicht zuzumuten, bei Dunkelheit zur Arbeit zu gehen bzw. bei Dunkelheit nach Hause zu kommen. Joa, kann man machen. Ich hingegen mag Arbeit und Kolleginnen zu sehr für so einen Move. Meine Ärztin würde so was auch nicht mitmachen. 

Der morgendliche Blick auf's Taschentelefon sagt mir nicht nur, dass ausnahmsweise mal kein Zug ausfällt, sondern auch, dass der Gatte vor einem Jahr kaum noch etwas aß - ein klares Zeichen dafür, dass seine allerletzte Lebensphase begann. Zwei Wochen später sollte er sterben.

Ich bin rechtzeitig am Bahnhof. Der Zug ist erfreulich leer und pünktlich, so pünktlich, dass ich beim Umsteigen eine S-Bahn ausfallen lassen kann, weil sie mir zu voll ist. Der Umstieg von der S-Bahn in den Bus berietet mir kurz Probleme, denn ich stelle fest, dass ich an diesem S-Bahnhof noch nie umgestiegen bin. Außerdem bin ich so ein Land-Ei geworden, dass mich die Großstadt irritiert. Ich finde die Bushaltestelle, komme am Ziel an und finde den Tagungsort mithilfe der Hochbahnwache. 

Die Tagung ist super inklusiv und achtsam usw. Dass ich dennoch unter 100 Menschen die einzige mit Maske bin, überrascht mich nicht. Corona ist ja längst vorbei, und dass es immer noch Menschen gibt, die sich und andere schützen, interessiert nicht, Achtsamkeit hin oder her. 

Vormittags kommt meine Vertretungskollegin. Wir freuen uns, dass sie es geschafft hat, denn nach der letzten Infektion vor einem halben Jahr ist sie so schwach, dass kaum noch was geht. Aber klar, es ist nur eine Erkältung. Wir finden zwei Plätze am Rand mit einem Tischchen, auf den ich den Luftfilter stellen kann. Heißt für uns beide: Zwei Stunden ohne Maske. Danach geht meine Vertretungskollegin wieder. Der Tag darf nicht zu lang sein für sie. Für mich geht die Tagung noch bis halb fünf weiter - mit Maske, klar. Ich habe keinen Bock auf Erkältung, Grippe, Corona. 

Kurze Masken-Pause auf dem Weg zur Bushaltestelle. Ich brauche etwas, bis ich den richtigen Bus finde. Dass ich hier mal 40 Jahre lebte, hier regelmäßig umstieg, scheint komplett vergessen. Wegen einer Baustelle ist die Haltestelle an der S-Bahn verlegt, verpasse ich fast den Ausstieg, werde zum Glück stutzig, als sich der Bus fast leert. Ich finde den S-Bahnhof und bin zügig am Hauptbahnhof, wo es chaotisch wird, weil Verspätungen. Immerhin fallen die Verstärkerzüge nicht aus, so dass ich die beiden verspäteten übervollen Züge fahren lasse und den ziemlich leeren Verstärkerzug nehme. Da aufgrund der Verspätungen jetzt drei Züge fast gleichzeitig fahren, bin ich zwar eine halbe Stunde später zu Hause als geplant, aber pünktlich. 

Auf dem Hinweg ging die Sonne auf der anderen Seite auf.

Mittlerweile bin ich nicht nur müde und erschöpft, sondern trotz des guten und reichlichen Mittagessens auch hungrig. Ich beschließe, beim Asia-Imbiss vorbeizugehen. Nach ziemlich genau zwölf Stunden bin ich wieder zu Hause, habe Wan Tan und Ente süß-sauer dabei. Zu Hause ist das Licht an - ich ertrage es immer noch nicht, in ein dunkles, leeres, stilles Haus zu kommen. Normalerweise würde der Gatte auf mich warten, hätte das Abendessen fertig (oder, wenn ich wie heute etwas mitbringe, den Tisch gedeckt) und den Kamin angefeuert. Seit dem Tode des Gatten sind zwei Lampen über Zeitschaltuhr gesteuert, damit ich nicht in ein dunkles Haus komme, läuft den ganzen Tag das Radio, damit ich nicht in ein stilles Haus komme. Energieverschwendung, ich weiß. 

In der Nordheide kann der Himmel Drama.

Die Straßenklamotten abwerfen, abschminken und zu Abend essen. Ich schaffe mit Müh und Not den Montagskrimi, unterbrochen von den Sandkastenfreundinnen, die uns für einen Wellness-Tag verabreden. Den Wellness-Tag haben wir gestern einer von uns dreien zum runden Geburtstag geschenkt, und die andere besteht nun auf zügige Einlösung des Gutscheins. Da die Beschenkte diese Woche Urlaub hat, wird der Gutschein schneller eingelöst, als mir lieb ist. Ich muss meine Impftermine umbuchen und den Rehasport absagen. Gnarf. Ja, nee, doch, ich freue mich auf den Freundinnen-Tag. 

Ich verabrede mich mit einer Strick-Freundin und ertappe mich dabei, wie ich zum ersten Mal frage, ob sie zu mir kommen möchte. Bislang fragte ich immer noch, ob jemand zu uns kommen möchte. Vielleicht akzeptiere ich langsam, dass das alt-neue Haus nicht mehr unseres ist, sondern meins, egal, wie saehr ich mir wünschte, es wäre anders.

Auf dem Heimweg hatte ich mich bei der Chefin für den kommenden Tag im Echt-Büro abgemeldet, worüber ich angesichts meiner Erschöpfung mehr als froh bin. Ich falle ins Bett, lese* nur noch ein paar Zeilen und werde fast zehn Stunden schlafen.  

Der Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Am 5. Oktober 2020 war der Gatte noch gesund und fuhr ins Büro, gab's eine Kundgebung für einen jüdischen Studenten, der am Vortag vor der Synagoge niedergeschlagen wurde, wo gerade Sukkot gefeiert wurde. Einzelfall, klar. Am 5. Oktober 2021 beschäftigte mich ein Krebsverdacht, der sich Gott sei Dank als unbegründet herausstellte. Am 5. Oktober 2022 war Yom Kippur. Am 5. Oktober 2023 ahnte niemand, dass die Hamas zwei Tage später eine Menschenjagd veranstalten sollte - das schlimmste Pogrom seit Ende der Shoah. Am 5. Oktober 2024 waren der Gatte und ich auf Mallorca, nicht ahnend, dass es unser letzter gemeinsamer Urlaub dort werden sollte. Ein Jahr später steht der Gatte am Ende seines kurzen Lebens. Zwei Wochen später sollten wir für immer getrennt sein. / *Affiliate link

Dienstag, 6. Oktober 2026

Decke, Mützchen und Bananensocken aus Drops Baby Merino für einen kleinen Prinzen

Ich freue mich, wenn ich für Babys und Kleinkinder stricken kann, und so war klar, dass ich auch etwas stricken werde, als mir F. erzählte, dass sie ein sechstes Enkelchen bekommen wird. 

Ein Beißring in Hasenform an einer Schnullerkette.

Meine Wahl fiel auf eine Babydecke, denn die kann man ja immer brauchen. Ich kannte auch nicht den Geschmack der Familie, wollte die Großmutter nicht fragen, denn es sollte eine Überraschung sein. Kleidung schied also aus, obwohl es so entzückende Baby-Pullis gibt.

Bananensöckchen für kleine speckige Beinchen.

Beim Muster war für mich wichtig, dass es Struktur hat, der neue Erdenbürger also ein paar haptische Reize bekommt, und das es möglichst mindless zu stricken ist. So kam ich auf das Muster Petit Prince, ein Drops Design. Putzige Randnotiz: Das Baby wurde tatsächlich ein kleiner Prinz, denn nach drei Mädchen freute sich die Familie über einen Jungen. Das wusste ich aber bis zur Nachricht über die geglückte Geburt nicht.

Ein Mützchen für den neuen Nestling.

Die Wolle, Drops Baby Merino in einem sanft-leuchtenden Gelb, reichte auch noch für ein Mützchen (ebenfalls ein Drops Design) und Bananensocken.

Der Zirkus-Hase präsentiert Mützchen und Bananensöckchen.

Von der Demenz-Decke, die ich für meine Mutter stricken wollte, habe ich noch drei Beißringe übrig. Einen in Hasenform häkelte ich an eine Schnullerkette, die an einen Schnuller-Clip kam. So kam auch ein wenig vom hasophilen Gatten mit ins Geschenk.

Das Muster der Babydecke im Detail.

Die Decke in voller Pracht.

Dieser Beitrag geht rüber zum Dings vom Dienstag, zum Flickensalat und zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln! 

Samstag, 3. Oktober 2026

Samstagsplausch KW 40/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXLII

Aktuell steht ein Foto des Gatten mit
Blumen auf dem Kamin. Dieses Foto
kommt immer mit auf Reisen und steht
sonst in meinem Arbeitszimmer.
Ich kämpfe immer noch mit den durchgetakteten Tagen und war gestern Nachmittag stolz und froh, alles geschafft zu haben. So schön Verabredungen auch sind, so viel Spaß ich habe, so viel Kraft kostet es mich auch. Die wöchentliche Trauergruppe ist ebenfalls kräftezehrend, auch wenn sie mir gut tut.

Mein Fuß überstand zwei Tage im Echtbüro. Ich laufe ja bummelig drei Kilometer zum Bahnhof und zurück, was bis zur Entzündung kein Problem war. Seit der Entzündung (und der Verschlechterung durch das Nordic Walking in der Reha) überlege ich mir aber jeden Schritt mehrfach. Der Fuß ist noch lange nicht okay, aber es scheint zu werden. Ich brauche halt Geduld und Disziplin für TENS und Dehnübungen. An einem Tag war ich sogar flotter als früher, vor der Entzündung, unterwegs und bekam einen Zug früher als geplant

Das Pendeln war einigermaßen erträglich, denn es fuhren Verstärkerzüge. Die sind leerer. Außerdem konnte ich sehr pünktlich Feierabend machen und früher als sonst fahren. Im Büro ist es nämlich gerade ruhig, was eine angenehme Abwechslung ist. Ich konnte sogar entspannt mit meiner Vertretungskollegin Kaffee trinken und ihr in Ruhe ein paar Vorgänge zeigen, ohne dass sie in Versuchung kam, Überstunden zu machen. Sie möchte versuchen, kommende Woche mit auf eine Tagung zu kommen - mal gucken, was ihr Körper dazu sagt. Neuer Input, andere Nasen täten ihr jedenfalls gut (und ich finde es auch schöner, nicht alleine auf der Tagung zu sein, weil zwei unterschiedliche Perspektiven und überhaupt). 

Am Wochenende war ich bei den überrechten Nachbarn zum Kaffee und im Kino. Ich habe endlich "Vaterland*" gesehen. Auf dem Rückweg vom Kino guckte ich kurz im Rathaus vorbei, wo gerade das Ergebnis der Bürgermeister-Stichwahl verkündet wurde. Dieses Nazi-Nest hat so seine Momente: Überraschenderweise gewann der Kandidat, der u.a. von den Grünen unterstützt wird, nicht der, der für die CDU mit Unterstützung der AfD antrat. So gibt es zumindest frischen demokratischen Wind. Wir werden sehen, was die nächsten acht Jahre bringen.

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich, mich im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 342. Die Trauer bleibt meine Weggefährtin. Sie ist nur erträglich, wenn ich konsequent verdränge, dass der Gatte niemals wiederkommt. Das Leben ohne den Gatten ist unendlich schwer. Er fehlt in jeder Sekunde, bei jedem Atemzug.

Tante und Schwiegermutter geht es gut. Tante freut sich, dass ich sie über den ersten Advent besuchen komme, und sagt immer wieder, das werde ihr nicht zu viel, ich solle auf keinen Fall ins Hotel. Ich hoffe, ich kann sie mal zum Essen einladen oder dazu überreden, mit in die Altstadt zu kommen. Da war sie lange nicht mehr, weil sie alleine mit dem ÖPNV nicht so mobil ist und sich kein Taxi erlaubt. Aber vielleicht lässt sie ja zu, dass ich das Taxi bezahle. Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen, wenigsten einmal Kuchen bei ihrem Lieblingskonditor zu holen (oder noch besser mit ihr dort konditorn zu gehen).

Schwiegermutter ist natürlich mucksch, dass sie nicht mit zu Tante darf. Außerdem möppert sie, dass ich zu selten anrufe. Dass ein Telefon in beide Richtungen funktioniert, ist schon lange ein Problem für sie. Sie wird zunehmend verwirrter. Aktuell kann sie sich einfach den Todestag des Gatten nicht merken. Da sie am Todestag zu mir kommen möchte, bin ich gespannt, an welchem Tag sie vor der Tür stehen wird. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse. / *Affiliate link

Freitag, 2. Oktober 2026

#pmdd2026: Der 28. September 2026

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2026 auf Bluesky oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite. 

Da ich heute zu Hause arbeite, lässt Schnuffi mich schlafen, bis es hell wird.

Der Gatte würde sagen, Schäfchen guckt mopsig. 

Dem Gatten guten Morgen sagen.

Arbeiten.

Ich habe beschlossen, für das erste Todesjahr des Gatten eine Temperaturdecke zu häkeln. Ich trug die Temperaturen nach und muss noch gucken, dass ich sie für die letzten Tage bis zum ersten Todestag eintrage.

Heute ist Montag, also Heimbüro-Tag. Da meine Kollegin mit am Start ist, ist es ein entspannter Arbeitstag. Ich kann mich um Inhaltliches und Konzeptionelles kümmern und mich in Ruhe mit der Kollegin besprechen. Das ist eine angenehme Abwechslung, denn Ruhe ist in unserem Bereich selten.

Ein bisschen Hausarbeit.

Der Teetisch wäre gedeckt. Und: Ja, ich brauche neue Gläser, weil die jetzigen milchig sind. 

Schnell noch den Wochenplan katualisieren.

Der tägliche Apfel. Die Äpfel des alten Baumes sind endlich groß und reif genug, um sie so essen zu können.

Die Heilwolle, die ich letzte Woche kaufte, ist gewickelt und wird vor dem Stricken gewogen. Die Verkäuferin war sich nicht sicher, ob's 100 Gramm sind, und sagte mir, wo sie normalerwiese verkauft, falls ich mehr brauche. Es sind aber 100 Gramm. Das sollte für zwei Paar einfache Handstulpen reichen. 

Pünktlicher Feierabend und ein bisschen Aufräumen, denn eine Strickfreundin kommt zum Tee. Heute wird allerdings weniger gestrickt als gehäkelt. Waldi der Dritte will fertig werden. Das Teetrinken zieht sich bin in den Abend, so dass außer Schnattern, Häkeln und Teetrinken nichts mehr passiert.

Waldi der Dritte will fertig werden.

Acht Maschen vor Ende muss ich noch ein neues Knäuel anfangen.

Fast fertig. Ein Streifen fehlt noch.

Angesichts der Kuchenschlacht fiel das Abendessen aus. 

Die Apfelernte der letzten beiden Tage.

Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*. Die Holly-Holmes-Reihe* ist nur etwas für Schmerzbefreite. Inzwischen frage ich mich nicht mehr, was Autorin und Übersetzerin beruflich machen, sondern ob die Krimis von einer extrem schlechten KI geschrieben und übersetzt wurden. Aber da ich aktuell gerne mal wieder mindless lese, passt es.

Der Blick zurück in die ersten sechs Corona-Jahre: Am 28. September 2020 war der Gatte noch gesund und arbeitete. Ich hatte einen Büro- und Ladentag und wechselte die Zeitung an der Fenster-Leckage aus, wie auch am 28. September 2021. Am 28. September 2022 hätten wir laut Aussage des Bauunternehmers, der sich später als ziemlicher Chaot entpuppte, seit zwei Tagen im Haus wohnen können, war der Gatte noch fit genug, um mit dem Schornsteinfeger alleine die Hausbegehung zu machen. Heute kann er das nicht mehr. Am 28. September 2023 pendelten wir noch immer zwischen Wohnung und Baustelle. Am 28. September 2024 freuten wir uns auf den bevorstehenden Mallorca-Urlaub und ahnten nicht, dass es unser letzter gemeinsamer Mallorca-Urlaub sein würde, denn ein Jahr später war der Gatte Palliativ-Patient. Uns sollten noch drei gemeinsame Wochen bleiben. / *Affiliate links

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Ausgelesen: Bücher im September 2026

Lesen mit dem Kuschel-Rudel.
Diese Reihe pausierte lange, aber jetzt versuche ich mal, sie wieder fortzuführen.

Aktuell habe ich noch ein Kindle unlimited-Abo, was ganz praktisch ist, da mein Bücherei-Ausweis abgelaufen ist und ich ihn noch nicht verlängern konnte. Das geht nicht online, das geht auch nicht per Abo / Bankeinzug. Das geht nur ganz old school zu den Öffnungszeiten der Bücherei, und die sind gerade nicht mir meinem Alltag kompatibel.

Bei Kindle unlimited gibt es gute Bücher und weniger gute Bücher. Im September las ich mich durch die letzte Kategorie. Ich nutzte das Abo, um die letzten fünf Bände der siebzehnteiligen Reihe "Die Tannentaler Tanten*" von Hanni Faller* zu lesen. Im Mittelpunkt stehen Emma Kirsch, eine Café-Besitzerin, und zwei Seniorinnen, Lucy und Phil, beide eine Mischung aus James Bond und Superwoman mit unklarer Vergangenheit. Zusammen mit Emmas besten Freundinnen lösen sie im fiktiven Bad Killingen allerlei Kriminalfälle.

Der Stil ist teilweise haarsträubend, voller Rechtschreib- und Logikfehler. Wie gut, dass ich aktuell bevorzugt mindless lese.

Dass ich aktuell bevorzugt mindless lese, kam mir auch bei den beiden aktuellen Bänden der Holly Holmes-Reihe* von K.E. O'Connor* zu Gute. Inzwischen frage ich mich nicht mehr, was Autorin und Übersetzerin beruflich machen, sondern ob eine extrem schlechte KI die Bücher schreibt und eine noch schlechtere KI sie ins Deutsche übersetzt. Was mich jedes Mal fuchsig macht, ist, dass noch nicht mal die einfachsten Regeln der Peerage eingehalten werden. Egal, Hirn ausschalten und durch.

Holmes lebt mit ihrem Corgy-Mischling Meatball auf Audley Hall, wo sie in der Schlossküche als Bäckerin und Konditorin arbeitet. Sie freut freundet sich mit Nichte und Neffen der Schlossherren an und klärt gemeinsam mit ihnen zahlreiche Mordfälle. Im achten Band "Mord und Ahornsirupkuchen*" schließlich heiratet sie den Neffen. Mit dem neunten Band "Mord und Pfefferminzkuchen*" gehe ich in den Oktober.

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