Samstag, 24. Oktober 2026

Samstagsplausch KW 43/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXLV

Die Woche begann im Jüdischen Salon mit einer Lesung aus "Diamanten*" von David Vajda, moderiert von Adriana Altaras, die auch "in echt" so großartig ist wie in Filmen, Büchern* oder auf der Bühne. Vajdas Buch ist auch zu empfehlen, klar.

Wir kamen zu spät zur Lesung, weil wir wie eine Handvoll anderer Leute den Veranstaltungsort nicht fanden. Normalerweise gibt es ja bei allem, was "irgendwie jüdisch" ist, Polizei- und Sicherheitsdienstpräsenz. Die fehlte hier völlig, was mich erst gar nicht irritierte, waren wir doch so beschäftigt damit, herauszufinden, ob die Lesung ausfiel und was passiert sein muss, dass niemand mehr in der Lage war, die angemeldeten Besucher irgendwie zu informieren oder ein Schild an der Tür anzubringen. Die Polizei kam erst nach Veranstaltungsbeginn, als die meisten Wartenden schon enttäuscht gegangen waren. Die Beamten waren genau so perplex wie wir ob des dunklen, leeren Gebäudes. Durch einen Anruf bei der Leitstelle stellte sich heraus, wir waren alle am falschen Veranstaltungsort. Minuten später bekamen wir quasi eine Polizei-Eskorte zum richtigen Veranstaltungsort, der zum Glück ganz in der Nähe war - genaugenommen auf der anderen Straßenseite, verborgen von Baugerüst und Bauplane. Jedenfalls: Polizeigeleit zu einer Veranstaltung hatte ich seit Jahrenden nicht mehr. 

In dieser Woche jährte sich der Todestag des Gatten zum ersten Mal, und ich war froh, dass ich mir die ganze Woche Urlaub nahm. Ich war bis zum Besuchsende von Schwiegermutter komplett neben der Spur. Erst, als Schwiegermutter wieder abgeliefert war, ging's mir besser.

Schwiegermutter erklärte mir ja seit dem Rotgarnelen-Gate letztes Weihnachten mehrfach, das Grab des Gatten ginge sie nichts an, weswegen sie entgegen ihrer ursprünglichen Zusagen nicht die Kosten dafür trage. Da ich meine Schwiegermutter kenne, rechnete ich eh nicht mit der Kostenübernahme. Ich war milde überrascht, als sie zum Geburtstag des Gatten darauf bestand, zum Grab gefahren zu werden. Damals kam ich wegen meiner Reha noch drum herum. Jetzt zum ersten Todestag forderte Schwiegermutter vehement, sie wolle das Grab besuchen und dafür bei mir übernachten, was ich ablehnte. Eine Hotelübernachtung so wie früher lehnte sie ab. Sie will partout ins Haus. Dass es im Haus kein Gästezimmer für sie gibt, ist ihr schon ein Dorn im Auge, seitdem wir ihr im Sommer 2022 sagten, dass wir umziehen. Für unsere Wohnung hatte sie da schon lange keinen Schlüssel mehr, weil es selbst dem geduldigen Gatten irgendwann reichte, dass sie in unserer Abwesenheit die Wohnung nach ihren Vorstellungen ohne Absprache "umgestaltete", alle Schränke durchwühlte etc. Dass seine Mutter bei uns übernachtet, verbat sich der Gatte von Anfang an - nur bei seiner narzisstisch-egozentrischen Mutter kam das einfach nie an. Es gibt ein Gästebett im Eisenbahnzimmer, aber, so der Gatte mal in ungewohnter Klarheit zu seiner Mutter: "Das ist nur für nette Menschen, also nicht für dich."

Jedenfalls saß Schwiegermutter kaum am Tisch, als sie mir auch schon erklärte, sie habe sich überlegt, wie ich das Arbeitszimmer des Gatten umgestalte, damit sie dort jeden Monat ein paar Tage übernachten kann. Sie zahle auch die Umgestaltung, und wenn sie das Zimmer mal nicht nutze, könnte da auch mal jemand anderes übernachten. Ich dürfe auch einen Kleiderschrank dort hineinstellen (ich möchte das Zimmer perspektivisch als "Ankleidezimmer" nutzen und in meinem Arbeitszimmer nur noch Bücherregale haben). Ich bräuchte ihr in das Zimmer keine Küche einzubauen, sie würde meine nutzen (das Zimmer ist knapp 12 qm groß, ein wenig knäpplich für Bett, Kleiderschränke und Küche). Sie würde mich nicht stören, sondern würde für mich kochen, den Haushalt machen, im Garten arbeiten und am Grab sitzen. 

Ja, nee, is klaa. 

Das Grab fand nur bedingt Schwiegermutters Zustimmung. Es ist zu abgelegen, der Stein sieht aus wie Holz (ja, deswegen wählte ich ihn), er sieht je nach Witterung anders aus (ja, deswegen - du weißt schon), der Sitzstein wäre ja ganz nett, aber an ihm fehlt ein Geländer (was die Friedhofsverwaltung wohl zu der Idee sagt?!), die Blumenvase ist ja ganz hübsch, aber zu klein (ich hatte nicht damit gerechnet, dass jemand mit einem Arm voller roter Rosen erscheint), und überhaupt müssen in der Vase das ganze Jahr über rote Plastik-Rosen stehen, denn auf dem Grab fehlt Rot (Kunstblumen sind auf dem Friedhof verboten). 

Ich wiederhole mich: Ja, nee, is klaa. 

Nach dem Grabbesuch fuhr ich Schwiegermutter in die katholische Kirche, wo immerhin die Madonna Gnade vor ihren Augen fand. Die Kirche selbst hingegen fand sie hässlich, aber die hiesigen Bauern wissen es halt nicht besser. 

Nach dem Entzünden eines Lichtermeeres in der Kirche befand Schwiegermutter, jetzt wolle sie nach Hamburg gefahren werden zu Kaffee und Kuchen. Sie zeigte mir die sechs Fotoalben mit Fotos des Gatten und von ihr, die sie gestaltete, und erklärte stolz, in einem wären auch Fotos von mir auf unserer Hochzeit. Ich weiß nicht, wer die Frau auf den drei Fotos ist. Ich bin es nicht. Es sind auch keine Fotos von unserer Hochzeit. Aber es hätte mich ohnehin gewundert, wenn es Fotos von mir gäbe. Der Gatte schenkte seiner Mutter gerne Fotos von uns beiden. Die wurden nie aufgestellt, sondern zeitnah entsorgt. War in einem der Foto-Kalender, die Schwiegermutter und Tante gerne zu Weihnachten bekamen, mal ein Foto, auf dem ich war, wurde das Bild überklebt. Ich bin nun mal nicht die Frau, die Schwiegermutter für ihren Sohn wollte, also werde ich tunlichst ignoriert. 

Schwiegermutter redete seht viel davon, dass ich jetzt ja sofort ihr Gästezimmer in Auftrag gebe könne. Ich müsse sie auch erst wieder anrufen, wenn ich ihr sage, dass ihr Zimmer fertig sei. 

Also nie. 

Eigentlich sollte der Masken-Hase auf der Handtasche sitzen bleiben, aber er ertrotze sich einen Platz am Tisch. Überhaupt war er sehr vorwitztig: Ursprünglich sollte Nelly mitkommen, die einfach die feineren Manieren hat, aber der Masken-Hase sprang einfach in die Handtasche.

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich, mich im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 345. Die Trauer bleibt meine Weggefährtin. Sie ist nur erträglich, wenn ich konsequent verdränge, dass der Gatte niemals wiederkommt. Das Leben ohne den Gatten ist unendlich schwer. Er fehlt in jeder Sekunde, bei jedem Atemzug.

Herr Könnig bereitet das Grammophone vor.

Da der Gatte und ich uns nie wirklich an Jahrestage banden, fand die eigentliche Jahrzeit einen Tag später statt und war sicher mehr im Sinne des Gatten als der Auftritt seiner Mutter: Mit G., die auch der Gatte sehr schätzte, die zudem unser letzter gemeinsamer Besuch war, war ich zum High Tea im Eaton Place. Dort sang Herr Könnig zum Grammophon. Der Gatte redete im letzten Jahr oft davon, wie sehr ihm der Besuch im Museumsbauerhof Wennerstorf gefallen hat und wie gerne er Herrn Könnig nochmal singen hören möchte, aber nicht nur daraus wurde ja nichts mehr. 

Herr Könnig singt zum Grammophon.

Ansonsten erledigte ich diese Woche nicht wirklich viel. Ich bin für diese Saison gegen Grippe und Covid geimpft. Im Grippe-Arm randalierte es gleich nach der Impfung ordentlich, es gab dann aber nur einen blauen Fleck, während sich im Covid-Arm nach zwei Tagen eine hartnäckige Beule bildete. Mal gucken, wann die verschwindet. Jedenfalls bin ich froh, dass Erkältungssymptome ausblieben. Die Apothekerin berichtete, aktuell lassen viele ihre Impftermine verfallen, was doppelt ärgerlich ist, da welche, die sich impfen lassen wollen, dadurch keine Termine bekommen. Die erste Covidwelle ist auch schon durch. Die zweite erwartet sie in drei Wochen, nach den Herbstferien, und im Übrigen verstünde sie nicht, warum nicht wenigstens Menschen mit Erkältungssymptomen Maske trügen, um andere nicht anzustecken ... 

Ich habe es geschafft, das mal wieder seit drei Monaten grundlos gesperrte Konto meiner verstorbenen Mutter wieder zu entsperren. Diese Bank ist wirklich an Kundenunfreundlichkeit nicht zu toppen. Es dauerte ja auch drei Jahre, bis das Konto auf mich übertragen wurde, obwohl alle erforderlichen Vollmachten schon vor dem Tode meiner Mutter vorlagen. Sollte ich irgendwann mal nicht mehr völlig neben der Spur sein, muss ich das Konto mal kündigen (wobei das auch so gut wie unmöglich ist, Kundenunfreundlichkeit galore halt). Ich fände es ganz praktisch, mein Geld auch ausgeben zu können, wenn ich es möchte.

Ich schaffte es nach einer Woche endlich, die Balkonkästen zu bepflanzen. Eigentlich wollte ich auch im Garten und im Haus arbeiten, aber entweder passte das Wetter nicht oder mir fehlte die Kraft. So schiebe ich weiter einen zu erledigenden Berg vor mich her. Ich kann natürlich auch das Gästezimmer für Schwiegermutter fertigmachen lassen und sie Haus und Garten nach ihren Vorstellungen gestalten lassen ... 

Ansonsten gewöhne ich mich an den Gedanken, dass ich in den kommenden vier Wochen mit dem Auto ins Echt-Büro fahren muss, weil die Bahnstrecke zwischen Harburg und Hauptbahnhof kurzfristig gesperrt wird, wie Montag bekannt wurde. Angesichts von ca. 150.000 Leuten, die die Strecke täglich alleine aus Richtung Süden kommend pendeln, ist das, gelinde gesagt, fatal. Die S-Bahn, die als Ersatz genutzt werden soll, ist auch ohne zusätzliche Fahrgäste chronisch überlastet, und wenn sie wie so oft ausfällt, ist der Süden abgeschnitten. Schienen-Ersatz-Verkehr wird es nicht geben - welche Busse sollten auch diese Massen fassen?! Die Situation ist so kritisch, dass über Bahnsteigsperrungen nachgedacht wird. Die Informationslage ändert sich ständig. Heute heißt es, ein paar Züge fahren doch nach Hamburg durch, aber welche es sind, werde von Tag zu Tag entschieden. Die aktuell ersichtlichen Fahrten sind ein Witz. Ich könnte Dienstagmittag ins Büro fahren und Mittwochmorgen zurück. Okay, so komme ich auch auf zwei Mal sechs Stunden, aber meine Chefinnen fänden das nicht so toll. Also fahre ich sehr früh mit dem Auto nach Bahrenfeld und hoffe, dass ich dort noch einen Parkplatz bekomme, um dann möglichst so wieder zurückzufahren, bevor sich der Feierabendverkehr staut. So werde ich dann mindestens vier Stunden mit Auto und ÖPNV unterwegs sein, um sechs Stunden zu arbeiten. Ganz großes Kino.

Der Herbst macht mir weiterhin zu schaffen. Ich bin einfach nicht für dunkle Tage geschaffen. Aber meine entzündete Plantarsehne wird zunehmend besser. Ich bin immer öfter schmerzfrei und erwäge, zu einer anstehenden Festivität mal ordentliche Schuhe zu tragen anstatt der Wanderschuhe, die seit mehr als einem Vierteljahr die einzigen Schuhe sind, in denen ich einigermaßen laufen kann.   

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Dienstag, 20. Oktober 2026

So was wie Yarnbombing: Eine Hülle für ein Entlüftungsrohr

Im Vorgarten ist ein Entlüftungsrohr, das einfach hässlich ist. Die Nachbarin hat ihres weiß gestrichen, was es aber nicht wirklich besser macht. Unseres ist seit 65 Jahren ochsenrot, nicht gerade meine Lieblingsfarbe.

Gehäkelte Sonnenblumen.

Als ich im Sommer mitten im Sonnenblumenfeld stand, dachte ich irgendwann "Bingo!" Mein Reha-Projekt wurde ein gestrickter Schal für das Entlüftungsrohr, auf den gehäkelte Sonnenblumen aufgesetzt wurden.

Stricken im Zug.

Der Schal ist mit Druckknöpfen befestigt, denn ich hätte ihn nicht als Schlauch über das Rohr ziehen können wegen der Wand-Befestigungen des Rohrs. Außerdem kann ich den Schal so bei Bedarf abnehmen und waschen oder ersetzen. Oben am Rohr wird der Schal von Magneten gehalten, weil ich das Gewicht des Gesamtkunstwerks unterschätzte. Die weißen Magnete vom Foto habe ich inzwischen durch schönere ersetzt. 

Probeliegen der Sonnenblumen auf dem Schal.

Das Farbenspiel des Schals.

Die Sonnenblumen sind mit Druckknöpfen am Schal befestigt. So kann ich sie auch mal abnehmen. Und die Sonnenblumen werden natürlich nicht alleine bleiben. Dazu werden Hummeln, Hasen, Kornblumen, Mohnblumen ... kommen - was mir so einfällt. Aktuell überlege ich, ob ich zu Halloween schnell noch ein paar Gespenster häkle, aber ich habe gerade viel zu viele Projekte. Mächstes Jahr vielleicht.

Passt. Das weiße Rohr daneben gehört der Nachbarin.

Den Schal strickte ich aus Universe New Moon, und die Sonnenblumen häkelte aus Friends Wheel. Den Schal strickte ich ohne Anleitung. Die Sonnenblumen häkelte ich nach dieser Anleitung. 

Die Sonnenblumen auf dem Schal in Großaufnahme.

Die weißen Magnete habe ich inzwischen ausgetauscht. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Dings vom Dienstag, zum Flickensalat und zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln! 

Samstag, 17. Oktober 2026

Samstagsplausch KW 42/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXLIV

Die Woche war wieder voller Unternehmungen. Ich hätte Nachholbedarf, meinte eine Strickfreundin. Das sehe ich nicht ganz so. Ich konnte ja auch zu Lebzeiten des Gatten alles unternehmen, was ich wollte, und es gab schon immer Zeiten, in denen mehr los war als zu anderen Zeiten. Mal fix, mal nix, nannte das mal jemand. Es wird also wieder anders, wenn nicht mehr so viel los ist, das mich interessiert - und da es mich anstrengt, auf dem Swutsch und unter Menschen zu sein, ist das hoffentlich bald der Fall. 

Der Masken-Hase durfte mit ins Theater.

Jedenfalls war ich im Theater und auch bei der langen Nacht des Strickens der Jesteburger Landfrauen. Die findet einmal im Jahr im Heimathaus statt. Mich begleitete eine der "Strickliesels" aus der Reha-Strickgruppe, die in Hamburg wohnt. Eigentlich wollten wir nicht lange bleiben, aber dann gehörten wir doch zu denen, die nach 22 Uhr quasi buchstäblich ausgekehrt wurden. Es war ein ausgesprochen schöner, harmonischer, ruhiger Abend.

Vor dem Jesteburger Heimathaus.

Ich arbeitete weiter an meinem Lulu Slipover, bei dem ich ja die Knopfleisten verbreiten muss, und plauschte mit den Mädels aus meiner Strickgruppe, während meine Begleitung sich in die Geheimnisse des Färbens mit Pilzen einführen ließ (Beispiele dazu gibt es in diesem Samstagsplausch zu sehen) und es ansonsten genoss, inmitten strickender Frauen zu sein und zu Fachsimpeln. Es wurde von meiner Strickgruppe eine Strickreise nach Kopenhagen angedacht - mal gucken, was daraus wird. 

Neben den Spinnerinnen, die ihre pflanzen- und pilzgefärbten Stränge präsentierten, zeigten die Landfrauen ihre Werke, zeigte Heidis Strickbar einen kleinen Teil ihres Sortiments.

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich, mich im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 344. Die Trauer bleibt meine Weggefährtin. Sie ist nur erträglich, wenn ich konsequent verdränge, dass der Gatte niemals wiederkommt. Das Leben ohne den Gatten ist unendlich schwer. Er fehlt in jeder Sekunde, bei jedem Atemzug.

Zuhause hielt ich es möglichst ruhig. Ich bingte Badehotellet* - meine Strickgruppe machte mich auf die Serie aufmerksam. Am Ende der achten Staffel, die letzte, die Deutsch synchronisiert ist, stellte ich fest, dass ich aus irgendeinem Grunde erst bei Staffel 3 einstieg - in der kommenden Woche habe ich also das Vergnügen, die ersten beiden Staffeln gucken zu können. Zu der Serie lässt es sich vortrefflich stricken. 

Kommende Woche jährt sich der erste Todestag des Gatten. Ich werde ihn mit Schwiegermutter verbringen. Sie will jetzt doch das Grab des Gatten sehen, was sie monatelang ablehnte. Dann änderte sie ihre Meinung. Nun wirft sie mir ja vor, ich enthalte ihr den verstorbenen Sohn vor, weil er nicht im Hamburger Familiengrab beigesetzt ist. Das lehnte der Gatte ja schon vor mehr als zwei Jahrzehnten ab, weil es dort keinen Platz für mich gibt. Es wird also aus mehreren Gründen ein sehr schwerer Tag. Die Trauergruppe schlug vor, dass ich mir für den Schwiegermutter-Besuch Unterstützung hole, damit ich da nicht alleine durch muss, aber ich weiß nicht, wen ich fragen soll. Ich mag das niemandem zumuten. Schwiegermutter würde es mir auch übel nehmen, wenn an dem Tag jemand für sie Fremdes da ist, und das macht es nochmal schwerer für mich. Ich muss da also irgendwie durch. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse. / *Affiliate link 

Freitag, 16. Oktober 2026

#12von12 im Oktober 2026

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! 

#1: Da ich heute zu Hause arbeite, lässt mich Schnuffi schlafen, bis es hell ist.

#2: Dem Gatten guten Morgen sagen.

#3: In der Vase sind gerade sogenannte Herbst-Tulpen. Sie duften unwahrscheinlich intensiv. 

#4: Arbeiten.

Heute ist Montag, Heimbüro-Tag. Diese Tage sind normalerweise entspannt, aber seitdem ich zwei Mal in der Woche mit Reha-Nachsorge beschäftigt bin, ist jeder Tag verplant. So ist denn auch der heutige Tag eng getaktet.

#5: Auf zur großen Einkaufstour!

#6.

#7: Ich habe vielleicht ein My zu viel eingekauft, aber zumindest habe ich Wolle und genügend Schnobkram für Halloween. Letzteres war dem Gatten wichtig.

#8: Es ist nicht mehr zu leugnen, es wird Herbst. Ich starte in die Kaminsaison.

#9: Das wird das Abendessen.

#10: Füße hoch und stricken. Ich muss am Lulu Slipover die Armausschnitte und die Knopfleisten breiter machen.

#11: Der weite Weg zum Einkaufen hat sich gelohnt. Ein winziger Farbunterschied ist zwar sichtbar, wenn beide Garne nebeneinander liegen, aber im fertigen Häkelstück wird das nicht der Fall sein. 

#12: Das Kuschel-Rudel will vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

Der Blick in die ersten sechs Corona-Jahre: Am 12. Oktober 2020 bekam der Gatte eine schlechte Diagnose. Damals ahnten wir noch nicht, das es nicht die einzige bleiben wird. Damals ahnten wir auch nicht, dass Mudderns Haus und Garten mitsamt Apfelbaum heute uns gehören würden. Am 12. Oktober 2021 wartet der Gatte auf die Verrentung, bin ich malad, gibt es einen Krebsverdacht, der sich zum Glück nicht bestätigt. 

Am 12. Oktober 2022 hätten wir nicht gedacht, dass wir ein Jahr später immer noch zwischen Wohnung und Haus pendeln, weil die Baustelle nicht fertig wird. Am 12. Oktober 2023 hofften wir, dass wir bis Ende des Jahres umgezogen sind. Am 12. Oktober 2024 waren wir das letzte Mal gemeinsam auf Mallorca im Urlaub. Am 12. Oktober 2025 sonntagsfrühstückte ich das letzte Mal gemeinsam mit dem Gatten. Uns sollten noch neun gemeinsame Tage vergönnt sein. / *Affiliate link

Dienstag, 13. Oktober 2026

Copenhagen calling: Schal und Mütze aus Jensen Yarn von Isager

Wenn ich verreise, gucke ich gerne, ob es zu dem Reiseziel auch ein Strickmuster gibt. Hört sich schräg an, klappt aber verblüffend oft. 

Die Mütze passt notfalls auch dem Großfuß-Hasen.

Schmückt ungemein.

Als feststand, dass ich nach Kopenhagen fahre, guckte ich natürlich auch nach einem passenden Strickmuster. Ich wurde fündig bei Isabell Kraemer. Die Wolle für Copenhagen calling kaufte ich in, genau, Kopenhagen, und zwar bei Sommerfuglen.   

Der Großfuß-Hase kann auch Schal tragen.

Der entzückende kleine Laden liegt mitten in der Stadt, unweit des Schlosses, nur ein paar Schritte entfernt von der Fußgängerzone Strøget.

Der Schal im Ganzen. Nein, das da rechts ist kein Loch, sondern ein unglücklich fallender Schatten.

Das Muster im Detail.

Ich entschied mich für Jensen Yarn von Isager. Es ist reine Schurwolle, relativ rauh, vielleicht zu rauh für einen Schal, das wird sich zeigen. Ich mochte jedenfalls die Farben und entschied mich deswegen für das Garn. Auch wenn der Himmel während unseres Kopenhagen-Urlaubs meistens blau war, passen die grau-blauen Farben doch perfekt zum dänischen Himmel, finde ich. Und außerdem bin ich eh kein Kuscheliges-Mohair-Typ.

Das Garn, noch ungestrickt und in Kopenhalgen.

Ich hatte noch genug Wolle übrig für eine Mütze. Das graue Garn könnte sogar noch für Handstulpen reichen. Wir werden sehen.

Im Mai lässt es sich prima für den Winter stricken.

Dieser Beitrag geht rüber zum Dings vom Dienstag, zum Flickensalat und zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln! / *Affiliate links

Vielen Dank an alle, die Schal und Mütze zum LiebLink des DvD 406 wählten! Das muss am Modell liegen - der Großfuß-Hase ist ganz stolz und freut sich auch!