Posts mit dem Label Modellbau werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Modellbau werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 6. September 2026

#WMDEDGT 09/26: Aukruger Hafentage

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Ich bin in meiner letzten Reha-Woche. Heute ist Sonnabend. Die dusselige Plantarsehnen-Entzündung, die sich durch drei Wochen Nordic Walking ordentlich verschlimmerte, kostet mich so viel Kraft, dass ich schon länger keine Kraft mehr für Freizeitgestaltung habe, obwohl ich mir einiges für die Reha-Wochenenden vornahm. Aber heute mobilisiere ich meine Kräfte, denn ich möchte zu den Aukruger Hafentagen von den Störpiraten. Die finden seit 2012 zum Saisonende im Freibad Aukrug statt. 

Der Himmel kann Drama: Blick auf die große Hafenanlage der Aukruger Hafentage.

Normalerweise verschlafe ich sonnabends das Frühstück und frühstücke unterwegs bei einem Bäcker oder in einem Café, aber heute treffe ich mich mit den "Strickliesels". Es regnet in Strömen und sieht so aus, als fielen die Hafentage buchstäblich ins Wasser. Ich will also meinen Tagesplan überdenken, und das geht am Besten in der Gruppe (wobei ich problemlos allein sein kann, aber ich übe weiter tapfer, meine Soziophobie abzulegen).

Hier wird Schüttgut verladen.

Ein Teil schlägt vor, nach Friedrichsstadt zu fahren. Verlockend, aber ich weiß, ich kann nicht mithalten, denn sie werden länger unterwegs sein als ich Kraft habe. M. und ich entscheiden uns für das Designer-Outlet in Neumünster. Dahin wollte ich eigentlich ohnehin, um Chucks zu kaufen, aber da meine entzündete Plantarsehne immer schlimmer wurde, kann ich bis auf Weiteres keine Chucks tragen. Alleine wäre ich also nicht gefahren, aber ich habe nichts dagegen, in Gesellschaft durch die Geschäfte zu bummeln. Außerdem könnte ich eine neue, hochseetaugliche Winterjacke gebrauchen.

Ein Teil der Hafenanlage im Detail.

Wir starten am späten Vormittag. Durch die Sperrung der Bundesstraße ist der Weg ein wenig abenteuerlich, aber wir kommen an. Ich muss daran denken, wie ich mit dem Gatten hier war. Er liebte es ja, durch Geschäfte zu bummeln und einzukaufen, anders als ich. 

Containerbrücken mit Lkw-Zubringern.

Ich finde tatsächlich eine neue Winterjacke.

Ein Containerschiff hat angelegt.

Am frühen Nachmittag ist das Wetter einigermaßen stabil, so dass wir uns überlegen, zu den Hafentagen zu fahren und zu gucken, wie es dort aussieht. Wir bummeln über das Gelände. Ich bin beeindruckt von der Anlage, die im Wasser geschaffen wurde. Und natürlich fließt beim Gedanken an der Gatten auch die eine oder andere Träne. Er hatte darauf gehofft, seine Schiffe in der lindgrünen Hölle fahren zu können, befand den Rathausteich ideal dafür. Leider sollte es anders kommen.

Noch ein Blick auf die umfangreiche Hafenanlage.

Nach dem Besuch der Hafentage fahren wir noch in die Alte Kaffeewirtschaft, einem entzückenden Café mit riesigen Kuchenstücke. Zum Glück hatte ich nur ein Softeis als Mittagessen, und das ist auch schon länger her.

Eine der kleinen Stuben der "alten Kaffeewirtschaft". Die Tische bleiben nicht lange leer.

Zurück in der Klinik verabreden wir uns zum Abendessen, wobei ich nur meiner Begleitung Gesellschaft leiste, denn mein Abendessen wird ein mitgebrachtes Fischbrötchen sein. 

Waldi der Erste ist fertig. Fehlen noch zwei, denn ich brauche insgesamt drei Türstopper.

Ich stelle den ersten Türstopper-Dackel fertig - ironischerweise passend zum 50. Jahrestag des Münchner Olympia-Attentats. Der Türstopper-Dackel ist nämlich in den Farben des Olympia-Maskottchens Waldi, entworfen von Otl Aicher, gehalten. Der Gatte hatte das Maskottchen als Kuscheltier und sprach noch als Erwachsener davon. Als der Schornsteinfeger bei Abnahme des Kamins befand, wir müssten dafür sorgen, dass die Stubentür immer offen bleibt, meinte der Gatte, wir bräuchten einen Zugluft-Dackel für den Türgriff. So kam die Idee für den Türstopper-Dackel. Schnell war klar, dass die Farbgebung dem legendären Waldi nachempfunden wird.

Der Abend wird ruhig. Nach einem Tag in Gesellschaft brauche ich abends social detox.

Der Blick zurück in die ersten sechs Corona-Jahre: Am 5. September 2020 urlaubten wir in Dänemark, waren auf der Suche nach Kreuzkümmel, war der Gatte noch gesund. Am 5. September 2021 waren der inzwischen kranke Gatte und ich zum ersten Mal seit seiner Erkrankung im Urlaub und ruhten uns am ersten Urlaubstag nach einer anstrengenden Anreise aus. Am 5. September 2022 bereiteten wir uns auf die juristische Übernahme des alt-neuen Hauses vor. Am 5. September 2023 waren wir noch immer nicht umgezogen, hatten mal wieder Probleme mit einem betrügerischen Handwerker und suchten vergeblich einen Dachdecker. Am 5. September 2024 war der Gatte noch fit genug, um selbst zu Fuß zum Arzt zu gehen. Am 5. September 2025 wusste der Gatte, dass er bald sterben würde. 

Montag, 31. Oktober 2016

Impressionen aus der Lokwelt in Freilassing

Wenn wir in den Urlaub fahren, schaue ich meistens, ob's in der Nähe eine historische Eisenbahn gibt und ob es Ausfahrten gibt. In die Lokwelt Freilassing wollte ich schon bei unserem letzten Urlaub in Ainring, aber da ging's sich nicht aus. Diesmal klappte es.

Szene der Modellbahn: Unfall am Wirtshaus. 
Die Modellbahn im Überblick.
Szene der Modellbahn: Wanderer.
Die Lokwelt ist Teil des Deutschen Museum, das seinen Hauptsitz in München hat und über einige Außenstellen zu diversen Themen in Bayern verfügt. So sind hier denn auch die Lokomotiven des Deutschen Museums ausgestellt, aber auch Exponate zum Thema Eisenbahn und eine Modellbahn mit originalgetreuem Nachbau des Bahnbetriebswerkes Freilassing. Der Ort liegt an der Bahnstrecke München - Salzburg.

Am Eingang der Lokwelt.
Die Modellbahn beeindruckte den Gatten sehr - das heißt, zu erst nicht, denn in weiten Teilen sah sie sehr improvisiert aus. Dann fragte er die Tüftler, die sich um die Anlage kümmerten, warum das so ist, und erfuhr, dass sie gerade dabei sind, alles zu rekonstruieren, denn beim Hochwasser im Frühsommer diesen Jahres lief der Keller, in dem die Anlage stand, voll. Man rettete, was zu retten war, und machte sich an den Wiederaufbau. Was in der Kürze der Zeit entstand, ist wirklich beeindruckend!

Teilansicht des Rundlokschuppens mit Gleisständen.
Blick auf die Drehscheibe.
Das Eisenbahnmuseum besteht zu einem großen Teil aus einem zwischen 1902 und 1905 errichteten  Rundlokschuppen, der insgesamt 20 Gleisstände umfasst und zum früheren Bahnbetriebswerk Freilassing gehörte. In den 1970er und 1980er Jahren waren hier, im Bahnhof, in der Bahnmeisterei und in der Fahrleitungsmeisterei mehr als 1.000 Menschen beschäftigt.

Sie dampft!
Dampflok 77.28 , eine Personenzuglokomotive der ÖBB aus dem Jahr 1920.



Der Rundlokschuppen ist Teil eines größeren Gebäudekomplexes. Unübersehbarer Mittelpunkt ist eine 1924 gebaute Drehscheibe samt Oberleitungsspinne.

Klein und Groß begegnen sich.
Der Gatte hat Spaß (E-Lok der Baureihe E44 aus den 1950er Jahren).
Im Lokschuppen.
Gemütliches Plätzchen in der Werkstatt der Museumsfreunde.
Als die Deutsche Bahn Ende der 1990er Jahre den Betrieb Freilassing aufgabe, wurde der Rundlokschuppen unter Denkmalschutz gestellt und von der Stadt gekauft. Ein Verein, überwiegend aus (ehemaligen) Eisenbahnern gründete sich, der Lokschuppen wurde saniert und 2006 als Museum eröffnet.

Die Parkbahn konnte wegen des Dauerregens leider kaum fahren. 
Die Parkbahn von vorne.
Die 2067.03 in klassischem Grün. Angesichts des zehnjährigen Jubiläums der Lokwelt waren viele Loks und Reisezugwagen aus Österreich zu Besuch. 
Die österreichische Güterzugelektrolokomotive E 94 001, die 1940 erbaut wurde.
Wir besuchten die Lokwelt Freilassing anlässlich der des zehnjährigen Jubiläums. Leider regnete es in Strömen, so dass viele Vorführungen buchstäblich ins Wasser fielen, und ich vermute, auch viele Besucher blieben wegen des Wetters fern, denn es viel leerer als wir erwarteten.

Die LGB-Westernbahn im Detail.
Das Museum ist groß, es gibt viel anzugucken und anzufassen, aber mir fehlten Informationen über die Eisenbahngeschichte in Freilassing, manchmal auch zur Geschichte der ausgestellten Loks. Sonst bemängle ich zu viel Flachware in Ausstellungen, diesmal ist es umgekehrt ... Vielleicht ist das aber auch alles im Stadtmuseum zu entdecken? Das hat leider so spezielle Öffnungszeiten, das sich kein Besuch ausging.

Metallungeheuer und Dompteure. Ich weiß leider nicht, wie die Künstler heißen, aber ihre Performance war beeindruckend.
Liebevolles Detail: Tischdeko in einer zum Restaurant umfunktionierten alten Werkshalle.
Dieser Beitrag geht zu Nähfroschs Urlaubslinkparty und zu Zwergsstückes Montagsfreuden.

Mittwoch, 22. April 2015

Bad Nauheim VI: Modellbaumuseum Büdingen

Wenn wir verreisen, schaue ich mir vorab auch immer die Museen der Region an, und so kam ich auf das Museum des Modellbauclubs Büdingen. Es liegt im Oberhof, in der ehemaligen Witwenresidenz des Ysenburger Fürstenhauses. Ich war froh, dass auf der Homepage der Stadt wenigstens die Straße genannt wurde (Obergasse 23 f), denn so konnten wir das Navi programmieren. Doch auch mit Navi ist das Museum nicht so leicht zu finden.

Rummelplatz.
Rummelplatz.
Rummelplatz.
Das Museum befindet sich in den Arbeitsräumen des Modellbauclubs. Es ist mit 150m² vergleichsweise winzig, auf Schiffsmodelle spezialisiert und präsentiert über 150 Exponate, darunter auch welche, die im Film "Das Boot" eingesetzt wurden. Museum und Verein arbeiten ehrenamtlich.

Wir hatten uns beide ein wenig mehr erhofft, naja, nicht unbedingt mehr, aber eine andere Präsentation, denn die Modelle stehen dicht gedrängt. Dem Gatten machte die Ausstellung trotzdem Spaß, aber selbst er war nach einer Viertelstunde durch (wobei er vieles auch berufsbedingt kennt und anders durch eine Ausstellung geht als jemand, der Modellbau "nur" als Hobby hat).

Rummelplatz.
Sehr gut gefiel mir die ca 15m² große Modellbahn mit Rummelplatz und Hafenanlagen, die sehr liebevoll gestaltet ist. Sie ist auf den Fotos hier zu sehen.

Ausschnitt der Modellbahnanlage. 
Mein Fazit: Nur für das Museum lohnt sich die Reise nach Büdingen nicht, aber die Stadt ist wirklich entzückend. Wenn man schon mal da ist, es dann auch noch der erste oder dritte Sonntag im Monat ist, kann man gut einen Abstecher ins Museum machen.