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Dienstag, 28. Juli 2026

Ein "Überlebenspaket" für meine Kollegen

Meine Kollegin wird mich demnächst für mindestens fünf Wochen vertreten. Im letzten Jahr vertrat sie mich schon mehrere Monate. Inzwischen hat sie alles in unserem Arbeitsbereich einmal durchgespielt und steckte mich locker in die Tasche, traute sie sich mehr zu. Wir ergänzen uns großartig. Wo ich nur die halbe Information erfassend und "Avanti Dilettanti!" rufend vorwärts presche, kommt sie sorgsam überlegend und alles abwägend hinterher und fängt mich notfalls wieder ein.

Ein "Überlebenspaket" mit allerlei Süßem für die Kollegen, die mich in den nächsten Wochen vertreten werden.

Da meine Kollegin selbst auch chronisch krank ist, gerade wieder für längere Zeit ausfiel und Angst hat, die Vertretungszeit nicht durchzustehen, wird sie bei Bedarf von zwei weiteren Kollegen unterstützt. So ist unser Team halt: Wir halten uns bei Problemen nicht mit der Suche nach Schuldigen auf, sondern finden Lösungen. Fast alle von uns arbeiten in Teilzeit, kennen das tägliche Jonglieren mit chronischer Erkrankung, Kindern, zu pflegenden Angehörigen, einem Tag, der hartnäckig nur 24 Stunden hat usw. Wir lamentieren nicht. Wir lösen. 

Häkelblumen erinnern meine Kollegen daran, dass sie bitte meine Blumen gießen mögen.

Ich habe meinen Kollegen ein kleines "Überlebenspaket" gestaltet mit Geld für Eis für kühle Köpfe; Keksen, falls ihnen jemand auf den Keks geht; Studentenfutter, falls harte Nüsse geknackt werden müssen; Brausepulver, falls ihnen zum Aufbrausen ist; Geld für Kaffee für wache Köpfe, Ingwer-Immun-Shots für alle Fälle und einen Häkelblumenstrauß mit der Bitte, meine Büro-Flora nicht zu vergessen. 

In der Kaffee-Tasse ist neben Schokolinsen Geld für die eine oder andere Tasse Kaffee. Ich wollte keinen Gutschein für ein Café kaufen, damit meine Kollegen frei wählen können, wohin sie gehen möchten.

Meine Kollegin bekommt außerdem noch ein Paar Socken, damit sie weiß, dass sie keine kalten Füße bekommen muss. 

Bananensocken für die meistens kalten Füße meiner Kollegin.

Ich hoffe, alle haben Spaß an dem "Paket". 

Auch in der Eistüte ist neben Schokolinsen Geld für Eis für kühle Köpfe. Auch hier wollte ich meine Kollegen nicht auf einen bestimmten Eisladen festlegen und verschenkte deswegen keinen Gutschein.

Die Verpackung ist übrigens Upcycling: Der Karton der letzten Wollbestellung wird umhüllt von einem Plakatmuster unserer aktuellen Kampagne. Die Plakate wollte ich eigentlich entsorgen, aber da hagelte es Proteste. Eines der Plakate wurde ganz sorgfältig wieder auseinander gefaltet, gebügelt (das ist kein Scherz!) und an die Wand gehängt. Am liebsten hätten die Kollegen es an die Wand gegenüber meinem Büro gehängt, aber das wäre ohne bauliche Veränderungen nicht möglich gewesen. So kam es an die Wand neben dem Büro meiner Kollegin. Passt bestens. Ein regennasses und arg knittriges Plakat, das ich zufällig nach einem Termin im Auto mit nach Hause nahm, wurde nach dem Trocknen zur Ummantelung des Päckchens.

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Dienstag, 21. Juli 2026

Mützchen für "Das große Stricken"

Ich habe lange überlegt, ob ich bei "Das große Stricken" eines Smoothie-Herstellers mitmachen, denn die Aktion ist wenig nachhaltig. Ich bezweifle, dass die Mützchen weitergenutzt werden. 

Die kleinen Mützchen entstanden aus Bordmitteln, also mit dem, was gerade da war: Wollreste und Knöpfe. So musste ich nichts neu kaufen.

Dann hatte ich aber so viele kleine Wollreste über, dass ich mich doch entschloss, Mützchen zu stricken. Alternativ hätte ich die Kleinmengen als Füllwatten-Ersatz nehmen können. Insgeamt entstanden aus diversen Reste 15 Mützchen.

Viele, viele bunte Mützchen ...

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Montag, 20. April 2026

#12von12 im April 2026

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt wie jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! Hier kommen meine April-Bilder.

#1: Dem Gatten Guten Morgen sagen. Es ist sehr sonnig, deswegen sind die Jalousien hochgezogen.

#2: Wäsche auf dem Balkon trocken und das Plumeau auslüften, damit das Bett frisch bezogen werden kann. 

#3 Nelly ist Begleit-Häsin zum Sonntagskino und möchte vom Popcorn naschen. 

#4: Den Gatten besuchen und endlich die Thomas-Beckett-Rose einpflanzen. Ansonsten ist das Grab noch immer kahl. 

#5: Jedes Jahr freue ich mich über den Eier-Baum. Ich hoffe, die alten Leutchen, die dort wohnen, pflegen diese Tradition noch sehr lange.

Wie immer in diesen Zeiten der Blick zurück: Im ersten Corona-Jahr war der Gatte noch gesund, feierten wir zum letzten Mal Ostern bei Schwiegermutter und genossen ihren traumhaften Garten. Im zweiten Corona-Jahr versuchte der inzwischen kranke Gatte gerade mal wieder zu arbeiten, machte ich den ersten Corona-Selbsttest. Die Tulpen, die ich vor drei Jahren in den Garten setzte, steckten wieder gerade ihre Köpfchen hervor, waren aber noch nicht aufgeblüht. Ein paar zogen mit ins alt-neue Haus um. Im dritten Corona-Jahr blühte die Sternmagnolie. Leider verkraftete sie den Umzug ins alt-neue Haus nicht und blühte dort vor drei Jahren zum letzten Mal. Im vierten Corona-Jahr wartete der Gatte auf der Baustelle auf den Fliesenleger. Der hatte nach 17m² Flur und Küchenboden allerdings keinen Bock mehr, so dass wir wieder auf die Suche gehen mussten. Wir sind heilfroh, dass wir inzwischen zuverlässige Handwerker fanden. Im fünften Corona-Jahr endete nach 58 bzw. 39 Jahren unsere Hamburg-Zeit ganz offiziell, meldeten wir uns in der lindgrünen Hölle an, wurden Heidjer. Im sechsten Corona-Jahr genossen wir das Kleinstadt-Leben, freuten uns auf viele Jahre im alt-neuen Haus. Der Gatte sollte noch ein knappes halbes Jahr bei mir sein dürfen. Er fehlt mir so unendlich.

#6: Lauterbach, die Kamelie auf der Terrasse hat üppig Blüten angesetzt. Eine Woche später werden sie aufgegangen sein. 

#7: Die Blüten des kleinen Apfelbaums sind noch sehr schüchtern.

#8: Die Spülmaschine will spielen. Seit dem Tausch des oberen Sprüharms spült sie endlich wieder sauber.

#9: Vorbereitungen für das Abendessen.

#10: Ich wäre dann bereit für's #tatortstricken.

#11: Heute ist ein historischer Tag.

#12: Das Kuschel-Rudel freut sich über ein frisch bezogenes Bett und will vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

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Dienstag, 6. Januar 2026

Snowflake-Schal aus Metallico von Hobbii

Ich überlegte lange, welchen wolligen Adventskalender ich möchte, entschied mich dann für den von Hobbii, denn es gibt jeden Sonntag ein Projekt, das sich kommod in einer Woche abschließen lässt - also, in der Theorie. In der Praxis warf mich der Tod des Gatten so aus der Bahn, dass ich eine Strickblockade hatte bzw. seit Wochen nur Mützen stricke, weil das Hirn für mehr nicht reicht. Als ich den Kalender bestellte, saß der Gatte neben mir auf einer Bank in der Sonne vorm Krankenhaus, wussten wir noch nichts von seiner tödlichen Infektion ... 

Ich mag es sehr, dass der Schal die Form von Engelsflügeln hat.

Schneeflocken auf dem Snowflake-Schal.

Am vierten Advent waren Wolle und Anleitung für den Snowflake-Schal im Beutel. Die flauschige Wolle begeisterte mich so sehr, dass ich den Schal am Montag annadelte und am Mittwoch abkettete. Kraus rechts stricken schaffte mein wattiges Hirn noch gerade so, und die Zunahmen und die Noppen sehen auch nicht so verkehrt aus.

Wolle, gestickte Schneeflocken und Noppenrand im Detail.

Mit den gestickten Schneeflocken tat ich mich etwas schwer, weswegen meine Schneeflocken sehr minimalistisch ausfallen. 

Nochmal Wolle und Muster im Detail.

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Donnerstag, 26. Juni 2025

Mai-Socken aus Garnen von Schachenmayr Regia, Fischer-Wolle und Gründl-Wolle

Seit Mai verstricke ich die Wolle der Demenzdecke / Nesteldecke, die ich für meine Mutter strickte. Ich überlegte lange, was ich mit der im Prinzip fertigen Decke anfange. Zuerst wollte ich eine Freundin fragen, ob ihre demenzkranke Mutter die Decke haben möchte, aber die Mutter nestelt nicht und hat auch keine kalten Knie. Das passte also nicht. 

Nachdem ich mit den GumGum-Socken hartnäckig nicht zurecht komme, entschied ich mich für gestreifte Socken.

So eine Nesteldecke wäre auch prima für Babys geeignet, zumal die, die meine Mutter bekommen sollte, auch noch Knisterfolie, Beißringe (wegen der Haptik) und Rassel gehabt hätte, aber in meinem Umfeld gibt es aktuell keine Krabbelkinder. Die Brut der Freundinnen ist zwar erwachsen, aber enkelfaul. 

Das erste Socke-Paar, das ich aus der Demenzdecke strickte.

Die Decke mit einigen Änderungen zu behalten, kam auch nicht in Frage, denn Rosa und Lila sind so gar nicht meine Farben, die Größe passte nicht, die vielen Muster waren mir insgesamt zu unruhig ... Nach langem Nachdenken entschied ich mich also für Tabula rasa und ribbelte. Im Nachhinein bedauere ich, dass ich die Decke nicht vorher fotografierte, denn sie war wirklich hübsch.

Jetzt werden aus der Decke also Mutmach-Socken, die an Frauen mit Brustkrebs gespendet werden. Im Mai strickte ich zusätzlich zu den Yoga-Socken zwei Paar Socken aus den Resten der Decke und Wollresten sowie ein Paar Socken aus einem Garn von Fischer-Wolle. Das Wollsparglas wurde also um etliche Euro reicher, denn ich strickte ja nicht nur vier Paar Socken, sondern verbrauchte auch einige Garnreste. Pro Sockenpaar gehen zwei Euro ins Glas, pro Wollknäuel ein Euro. Ich bin gespannt, wie viel am Jahresende zusammengekommen sein wird.

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Dienstag, 24. Juni 2025

Yoga-Socken in St. Pauli-Farben aus Gründl-Garnen

Eine Kollegin wünschte sich zum runden Geburtstag eine Yoga-Matte vom Kollegium, und da ich schon ewig mal Yoga-Socken stricken wollte, bekam sie die noch obendrauf (ich mache kein Yoga, weswegen es sich nicht anbot, Yoga-Socken für mich zu stricken - ich wüsste schlichtweg nicht, wann ich die tragen sollte). 

Yoga-Socken in St. Pauli-Farben.

Die Farbwahl stand sofort fest, denn die Kollegin ist ein mehr als glühender St. Pauli-Fan. Das Garn kaufte ich ausnahmsweise mal nicht im LYS, sondern bestellte es bei Gründl, wo ich ohnehin gerade Anleitungen und Garne für zwei Projekte kaufte.

Fertig zum Verschenken: Die Yoga-Socken. Ich merke gerade, ich habe vergessen, die Banderole auszumalen ...

Verstrickt wurden Hot Socks uni 100 in Schokolade, Hot Socks Pearl uni in Kirschrot (mit Kaschmiranteil, super kuschelig!) und Hot Socks uni 50 in Weiß. Die Anleitung stammt von Bestrickendes, und gestrickt habe ich mit meinen Lieblingsnadeln, Zing von Knit Pro in 2,5.

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Dienstag, 17. Juni 2025

Socken mit Karo-Hebemaschen aus ONline Supersocke Merino

Von den Bananensocken hatte ich noch ein bisschen Wolle übrig. Zusammen mit einem roten 6fädrigem Garn, von dem ich den Hersteller nicht mehr weiß, weil ich mir aus irgendwelchen Gründen die Banderole nicht aufhob, wurden daraus diese Socken mit Hebenaschen. 

So, wie die Socken aussehen, kann ich sie Weihnachten auch an den Kamin hängen ...

Ich wusste von den IStandWithUkraine-Socken aus Ponderosa-Wolle, dass der Schaft mit diesem Muster sehr eng ausfällt und grübelte länger darüber, wie ich das Muster für meine Waden passend mache. Dazu kam, dass ich mit 6fach-Garn nicht so oft stricke. Jedenfalls war schnell klar, dass ich mit der üblichen Maschenanzahl und Nadel 3 oder 3,5 nicht fröhlich werde.

Das Muster im Detail.

Schließlich entschied ich mich für 60 Maschen bei Nadelstärke 3. Das passte ganz gut.

So sehen die Socken nicht ganz so unförmig aus ... Das Hebemachen-Muster führte ich mit dem roten Garn weiter, nachdem der Rest bunte Wolle aufgebraucht war.

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Dienstag, 29. April 2025

Stuhlsocken

Stuhlsocken gehören zu den Dingen, die ich bislang total überflüssig und nicht gerade hübsch fand. Dann allerdings sah ich beim Auszug aus der Wohnung die Schleifspuren der Esszimmerstühle auf dem Laminat. Seit im alt-neuen Haus vor zwei Jahren neues Laminat verlegt wurde, hatten ohnehin schon alle Stühle Filzgleiter (damals saßen wir noch auf Gartenstühlen), aber ich fragte mich die ganze Zeit über, ob Filzgleiter reichen. 

Socken für unterschiedlich dicke Stuhlbeine.

Mit dem Einzug unserer Möbel in alt-neue Haus vor etwas über einem Jahr zogen die Gartenstühle in den Garten, bekamen dann auch unsere Esszimmerstühle Filzgleiter. Allerdings fand ich, dass die Filzgleiter schnell platt werden, vor allem bei meinem Kampfgewicht, und dass die Stühle beim Hin- und Herrutschen ziemlich laut sind, trotz regelmäßigem Wechseln der Filzgleiter. Zudem nutzen wir das Esszimmer im alt-neuen Haus sehr viel häufiger als früher in der Wohnung.

Da ich Wollreste verarbeitete, sind fast alle Stuhlsocken sehr unterschiedlich.

So kamen mir dann wieder Stuhlsocken in den Sinn. Wollreste waren von diversen Girlanden und der Häkelkrippe genug da. So musste ich dann noch nicht mal das 100-Tage-Wollfasten unterbrechen.

Stuhlsocken im Detail.

Stuhlsocken im Detail.

Bei den Stuhlsocken ist es wichtig, dass sie wirklich eng am Stuhlbein sitzen. Und auch so macht gelegentlich mal eine einen Fluchtversuch, muss wieder eingefangen werden. Ich nahm das Baumwollgarn zudem doppelt, denn es war für Nadelstärke 2,5 bis 3. Dickeres Garn, doppelt genommen, wäre auch nicht doof. Filzgleiter sind übrigens dennoch unter den Stuhlbeinen. Doppelt hält bekanntlich besser. 

Stuhlsocken frisch von der Nadel gehüpft.

Stuhlsocken im Einsatz.

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Dienstag, 22. April 2025

Osterhasen: Die Möhren-Bande zog ein

Unser kahler Vorgarten schreit ja nach Deko, denn außer Kirschlorbeer-Resten wächst da nichts. Bis wir eine pflanzliche Lösung gefunden haben, stehen Vogelhaus und jahreszeitliche Deko im Vorgarten.

Hasen mit Möhren-Mützen.

Jetzt zu Ostern kommen die Weihnachtshasen wieder zum Einsatz, diesmal über die Ostertage in der richtigen Jahreszeit. 

Die Möhren-Mützen im Detail.

Nach dem Strickmuster der Weihnachtsmützen habe ich aus Acrylgarn orangene Möhren-Mützen gestrickt und mit grünem Acrylgarn "Möhrengrün" angestrickt.

Der Türsteher-Hase mit Mützchen und Möhrchen.

Der distinguierte Türsteher-Hase bekam zusätzlich zur Mütze eine Möhre nach dieser Anleitung in die Pfoten. 

Die Möhre im Detail. Und: Ja, man kann sie auch für etwas anderes halten ...

Das Mützchen im Detail.

Die Woll-Beschaffung war spannend, strickte ich die Mützchen doch mitten im 100-Tage-Wollfasten. Die Möhre des Türsteher-Hasen ist deswegen auch aus Baumwolle, aber für Draußen-Projekte ist Acrylgarn besser, und vom Baumwollgarn hatte ich ohnehin nicht genug über für drei Mützen. Ein Bluesky-Kontakt hatte Acrylgarn übrig, und so trafen wir uns konspirativ vor einem Coffeeshop, um Garn gegen Seife und Schutzengel zu tauschen. 

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Freitag, 11. April 2025

#WMDEDGT 04/25: Krankenhaus

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Der Wecker klingelt wie üblich um sechs Uhr, ich bin wie oft vorher wach, beschließe aber, noch etwas liegen zu bleiben. Schließlich ist Sonnabend, bin ich erst um zehn mit dem Gatten im Krankenhaus zum Frühstück verabredet - also, ich werde frühstücken, er trinkt Kaffee. Er bekommt sein Frühstück ja schon gegen acht Uhr. 

Das Haus ist still ohne den Gatten.

In die Küche schlappen und mich über mich selbst ärgern, weil ich gestern nach dem Abendessen zu faul war, aufzuräumen. So weit Ordnung machen, dass die Espressokanne auf den Herd kann, und anfangen, den oberen Korb der Spülmaschine ausräumen, bis der Kaffee fertig ist.

Mit einem Becher heißer Milch mit Espresso wieder nach oben an den Schreibtisch und den aktuellen Wochenplan schreiben. Nach dem ersten Becher Kaffee die Sachen zusammensuchen, die der Gatte mitgebracht haben möchte, dann noch einen Becher Kaffee trinken und ins Krankenhaus fahren, aber vorher das Auto suchen. Unsere kleine Anlieger-Sackgasse ist mal wieder total überfüllt. Eigentlich hatte ich mit wenig Autos gerechnet, weil in Niedersachsen Ferien sind, aber diesmal bekommen anscheinend alle Besuch und fahren nicht weg. Die Parksituation erinnert an Ottensen. 

Der Gatte erwartet mich schon vorm Krankenhaus. Das ist schön zu sehen! Er bewegt sich deutlich besser als vor der OP. Wir sitzen kurz in der Sonne auf einer Bank, dann frühstücke ich in der Cafeteria, während der Gatte Kaffee trinkt. Mit zwei belegten Brötchen sprenge ich das Kalorienlimit für den Tag. Schließlich mache ich mich auf den Rückweg. Ich muss noch für den Gatten zur Apotheke und merke auf dem Weg, dass ich gegen zufallende Augen ankämpfen muss. Apotheke, außerdem Blumen kaufen.

Zu Hause werfe ich die Waschmaschine an, falle ins Bett und schlafe komatös. Seit einiger Zeit schaffe ich an den Wochenenden einfach nichts mehr, bin nur erschöpft, könnte nur schlafen. So komme ich natürlich auf der Immer-noch-Baustelle nicht weiter. Ich wollte eigentlich die Plissees im Esszimmer aufhängen und vorher das Fenster putzen. Außerdem wollte ich das Zimmer des Gatten aufräumen, im Gästezimmer Ordnung schaffen, das Gästebad putzen. Ich muss mich unbedingt wieder mehr zusammenreißen, weniger schlafen. Nur dafür müsste ich mich mit Zucker aufputschen, dann nehme ich wieder zu. Irgendwas ist ja immer. 

Am Samstagsplausch schreiben, mich zwischendrin um die Waschmaschine kümmern. Außerdem melde ich mich bei meinen beiden Sandkastenfreundinnen. Wir hatten wir einem dreiviertel Jahr zuletzt Kontakt. Ich vermute, ich habe irgendetwas getan, was sie verärgerte, weiß aber nicht was. Ich merke wieder mal, dass ich einfach nicht sozialkompatibel bin. Auch jetzt kommen zwar Reaktionen, aber auf meine Frage nach einem Treffen wird ausgewichen. Dann halt nicht. 

Wieder zum Gatten ins Krankenhaus. Am Wochenende möchte er zwei Mal täglich besucht werden, damit ihm die Zeit nicht zu langweilig wird (wobei er fragt, ob mir zwei Besuche am Tag passen, weil ich mich ja auch mal ausruhen soll - ich mache es halt passend). Er hat zwar ein spannendes Buch* in der Krankenhaus-Bücherei gefunden, das er mit Lupe gut lesen kann, hat auch ein eigenes Buch mit, geht viel spazieren, kann fernsehen, schläft viel, aber dennoch wird ihm die Zeit lang. Diesmal möchte der Gatte Kaffee und Kuchen, fand außerdem eine Zeitschrift, die ihn interessiert. Wir sitzen erst lange draußen auf einer Bank, dann in der Cafeteria, schließlich wieder draußen, bevor der Gatte mich zum Auto bringt. Es ist wie immer schwer, ihn im Krankenhaus zu lassen, aber es gibt die Hoffnung, dass er Montag entlassen wird.

Auf dem Heimweg mache ich einen Umweg zum AfD-Edeka, denn dem Gatten ging der Pfeifentabak aus, und die dortige Trafik ist die einzige, die den führt und um diese Zeit noch geöffnet ist. Ich widerstehe dem Hähnchenwagen. Es ist noch zu früh für's Abendessen. Die Spargelbude steht schon, eröffnet in einer Woche - wie schön! Dann zieht "unser" Spargelhof sicher bald nach.

Zu Hause muss die letzte Maschine Wäsche für heute aufgehängt werden. Dann bewege ich mich plan- und konzentrationslos durch's Internetz, sehe, dass es demnächst in Hamburg ein Strick-Kino gibt, bin sofort Feuer und Flamme und morse die Strickgruppe an. Das Taschentelefone piepst heftigts, un dich freue mich auf die Zeit, wenn ich es wieder stumm schalten kann. Solange der Gatte im Krankenhaus ist, ist es nicht stumm geschaltet. 

In den Garten gehen, Bärlauch ernten für das Abendessen. Ich ärgere mich wieder mal, dass ich mich nicht traute, die Gnocchi gefroren in die Pfanne zu werfen, sondern in kochendes Wasser gab, denn wie vor zwei Tagen habe ich Gnocchi-Mus.

Während das Abendessen abkühlt, mit Schwiegermutter telefonieren. Ich halte das Gespräch kurz, denn für Egozentrik und Narzissmus fehlt mir gerade die Kraft. Nach dem Abendessen und der Tagesschau mit dem Gatten telefonieren. Er freut sich, dass ich Pfeifentabak besorgte. Für den nächsten Tag sind wir wieder verabredet.

Im Fernsehen läuft nichts, was mich interessiert, aber ich habe keine Lust auf einen Podcast oder auf's Bloggen, sondern möchte an einem Paar Socken für mich weiterstricken. Also entscheide ich mich für einen alten Wien-Tatort, den ich mit Müh' und Not durchhalte - ich bin sehr müde. 

Früh ins Bett und vor dem Einschlafen noch etwas lesen*

Bis auf das Piepsen des Taschentelefons, in dem die Strickgruppe sehr mitteilungsfreudig ist, ist das Haus still. Der Gatte fehlt.

Der Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Am 5. April 2020 beschäftigten uns die unterschiedlichen Corona-Regeln, eröffneten wir die Balkon-Saison. Am 5. April 2021 war der Gatte schon krank und versuchte, wieder gesund zu werden. Am 5. April 2022 bastelte ich eine Osterkarte. Am 5. April 2023 war ich von der Gesamtsituation erschöpft, hofften wir auf einen Umzug spätestens im Herbst. Am 5. April 2024 waren wir endlich, endlich umgezogen.

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Dienstag, 26. November 2024

Weihnachtshasen

Der Gatte liebt Weihnachten und würde das alt-neue Haus am liebsten Griswordmäßig dekorieren. Allein: Vorne am Haus fehlt die Außensteckdose. An die haben wir irgendwie nicht gedacht, als die Außensteckdosen gelegt wurden. So bleibt an Leuchtdeko das, was mit Batterien läuft, und selbst da gibt es einige Scheußlichkeiten zu exorbitanten Preisen. 

Die Weihnachtshasen freuen sich über ihre Mützchen mit Platz für die Ohren.

Wir einigten uns schließlich auf zwei beleuchtete Hasen*, die sich praktischerweise auch als Osterdeko nutzen lassen. Zwei Fliegen, eine Klappe. 

Auch ohne innere Erleuchtung putzig, die beiden.

Damit aus dem Hasen eine richtige Weihnachtsdeko wird, bekamen sie Weihnachtsmützen, die natürlich Schlitze für die Ohren haben. Beim Stricken orientierte ich mich an dieser Anleitung von Drops. Da die Hasen draußen wohnen, verstrickte ich Bravo von Schachenmayr in Rot* und Weiß*, ein reines Acrylgarn, das wetterfest ist.

Sieht mit Mützchen und Schal noch distinguierter aus als sonst schon: Der Türsteher-Hase.

Der Türsteher-Hase bekam auch noch ein keckes Mützen, und die rote Wolle reichte auch noch für einen Schal. Einmal so schön im Schwung, wollte dann auch noch einer der Schlafhasen eine Mütze haben. Die strickte ich allerdings aus Sockengarn, denn das ist kuscheliger.

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Dienstag, 19. November 2024

(M)Ein Schal für's Leben 2024

Seit zehn Jahren gibt es die Aktion "Ein Schal für's Leben" schon. Es ist eine Kooperation der Hilfsorganisation "Save the Children", der Frauenzeitschrift Brigitte und von Lana Grossa. In diesem Jahr entwarf Guido Maria Kretschmar den Schal. 

Schal, aufgerollt.

Mir gefielen die fröhlichen Farben von Lana Grossas Confetti sofort. Hätte ich allerdings vorher gewusst, dass mit Nadelstärke 12 gestrickt wird, hätte ich den Schal wohl nicht gestrickt, denn die Nadelstärke war ein K(r)ampf. 

Schal, ausgebreitet.

Ich strickte den Schal übrigens ohne die Fransen. Fransen sind nicht so meins. 

Wolle und Muster im Detail.

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Donnerstag, 31. Oktober 2024

Socktober III: Bananensocken für mich aus ONline Supersocke Merino

Zu Jahresbeginn wurde ich auf die Bananensocken aufmerksam gemacht und beschloss, sie werden ein Reha-Strickprojekt. Okay, während der Reha strickte ich diese Socken nicht, sondern ein paar Monate später, aber egal. Immerhin kaufte ich die Wolle noch während der Reha in Neumünster

Bananensocken, vorne auf einem Sockenbrett, hinten ohne.

Die Wolle ist ONline Supersocke 6fach Merino Color in der Farbe 342. Sie ist superkuschelig! 

Wolle und Muster im Detail.

Ich war etwas skeptisch, ob die Socken auch richtig sitzen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich am Liebsten Socken mit Hebemaschen- Käppchenferse trage, weil alle anderen Fersen gerne mal um den Fuß wandern und die Socken rutschen. Das passierte hier bislang noch nicht. 

Fertiggestellt wurden meine Socken während Fanø Strik.

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