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Dienstag, 27. November 2018

Mit der historischen Eisenbahn von Sóller nach Palma und zurück (Mallorca / Spanien)

Der einzige Grund, nach Mallorca zu reisen, war für mich immer eine Fahrt mit der historischen Eisenbahn von Sóller nach Palma. Als stellte ich beim Gatten die Bedingung, dass wir, wenn er mich schon auf die Insel verschleppt, einen Tag für die Zugfahrt reservieren.

Einfahrt in Bunyola.
Im Bahnhof von Sóller.
Im Bahnhof von Sóller.
Im Zug.
Im Tunnel.
Der Plan war, den Morgenzug von Sóller nach Palma zu nehmen, dort bis zum Nachmittag durch die Altstadt zu bummeln und mit dem Nachmittagszug wieder zurück nach Sóller zu fahren.

Die Fahrt führt quasi durch die Bauernhöfe, durch Haine voller Oliven-, Mandel- und Zitrusbäume.
Landschaft.
Dramatischer Himmel.
Dann kamen wir aber später los als geplant und fanden in Sóller erst nicht den Bahnhof. So blieb für Palma weniger Zeit als gedacht. Dafür bummelten wir durch Sóllers Markthalle und nach der Zugfahrt noch ein wenig durch Sóller.

Einfahrt in Palma. Der Autoverkehr ruht, solange die historische Schmalspurbahn vorbeizuckelt.
Im Bahnhof von Palma.
Erinnerungstafel an die Elektrifizierung der Bahnlinie Sóller - Palma im Bahnhof von Palma.
Vorfahrt für den Bummelzug.
Hier sind ein paar Impressionen von der Fahrt. Auf der 27 km langen Strecke werden knapp 500 Höhenmeter mithilfe von 13 Tunneln und einem Viadukt überwunden. Die Strecke wurde zwischen 1905 und 1911 angelegt, ein Jahr später offiziell eingeweiht. Die Züge wurden 1927 elektrifiziert, nachdem der Dampf der Lokomotiven in den vielen Tunneln doch ein wenig lästig war. Die ursprünglichen Fahrzeuge sind noch heute im Einsatz.

Die abwechslungsreiche Landschaft der Serra de Tramuntana ist faszinierend. 
Man könnte auch auf die Berge steigen ... 
Weiter Blick.
Begegnung.
Das ganze Technikgedöns sagt mir nichts, das kannst Du viel besser bei Wikipedia nachlesen. Mir gefiel vor allem, dass die Rückenlehnen der Sitzbänke verstellbar sind. Ich bin ja oft schon mit Kleinigkeiten glücklich.

Mehr Mallorca-Impressionen gibt es hier.

Freitag, 2. November 2018

Mit dem Traditionszug 470 128 zum Grünkohlessen ins Reinbeker Schloss

Schon lange wollten wir mal mit der historischen S-Bahn durch Hamburg fahren, aber irgendwas ist ja immer. Diesmal störte uns, dass wir zur besten Kaffeezeit Grünkohl essen sollten, aber letztlich hielten wir es mit Anna de Noailles: "Die Welt gehört denen, die keine festen Essenszeiten haben."

Das Ziel ist klar.
So fuhr ich denn an einem nebligen Montagabend nach Altona, um die Fahrkarten zu kaufen - und musste sehr lachen, als ich einen normalen HVV-Fahrschein bekam. Da hätte es doch auch eine Grünkohltaste am Automaten getan.

Nein, das ist nicht der Fahrschein.
Sonnabend hühnerten wir dann zu einer für uns nachtschlafenden Zeit nach Ohlsdorf raus, um das ganze Fahrtvergnügen mitzumachen - einmal quer durch Hamburg, erst oberirdisch, dann unterirdisch, und schließlich nach Reinbek. Während der ganzen Fahrt machte ich komischerweise kein Foto.

Himmel, die wollen alle mit?!
Und: Wir hatten vergessen, wie unbequem die Wagen waren. Der 470 128 war zwar über Jahrzehnte der Zug, der zwischen Bergedorf und Altona, also auf der S-Bahnstrecke, an der der Gatte und ich ich seit ewigen Zeiten wohnen, eingesetzt wurde, aber zwei Stunden auf den Resopalbänken, das ist schon eine Herausforderung.

Irgendwie hatte ich "Grünkohl" als Zugziel erwartet.
In Reinbek ging's dann direkt ins Schloss zum Grünkohlessen.

Bitte begeben Sie sich direkt zum Grünkohl!
Am Ziel.
Nach dem Essen gab's noch einen kleinen Spaziergang durch den Schlosspark. Danach fuhren wir mit der regulären S-Bahn zurück - das Warten auf die Rückfahrt mit dem historischen Zug dauerte uns zu lange. Alles in allem ein wirklich empfehlenswerter Ausflug!

Die Siebziger lassen grüßen.
Die nächste Grünkohlfahrt ist am kommenden Sonnabend, 10. November. Mehr Infos gibt es hier.

Dienstag, 25. Juli 2017

Impressionen aus dem Museumscenter Hanstholm (Dänemark): Das Außengelände (Batterie Hanstedt I) und der Museumszug

Nachdem ich Dich gestern in die Innenräume und den Bunker des Museumscenters Hanstholm mitnahm, zeige ich Dir heute ein paar Impressionen des Außengeländes, über das vier verschieden lange Wanderwege führen.

Die Lok der Feldbahn vom Lokschuppen.
Zur Feldbahn gehört auch ein Hänger mit Munitionsattrappen (jedenfalls hoff eich, dass es Attrappen sind). 
Die Feldbahnwaggons sind vergittert. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, dient aber der Sicherheit in den engen Tunneln. 
Zuerst fuhren wir mit dem Museumszug, einem wiederhergestellten Abschnitt der alten Munitionsbahn. Die etwa vier Kilometer lange Schmalspurtrasse wurde gebaut, um die Granaten und Kartuschen für die 38cm-Geschütze von den sechs Munitionsbunkern zu den vier Geschützbatterien zu transportieren.

Nach der Zugfahrt geht's ins Gelände.
Den Bunkern kann man quasi nicht ausweichen.
Bunker mit Meerblick. Auch wenn sie die Natur die Bunker langsam zurückholt, können sie betreten werden.
Ab in den Untergrund.
Die etwa zehnminütige Fahrt über einen Kilometer der Trasse führt erst durch einen Munitionsbunker vom Typ Regelbau S 468 für die Munition der 38cm-Geschütze, dann durch den Geschützbunker der Batterie. Deutsche sind effektiv: Bunker wurden in Fertigbauweise hergestellt. Wie alle Bunker auf dem Museumsgelände sind auch diese frei zugänglich - auf eigene Gefahr. Im Sommer muss man dabei halt auf die Museumsbahn aufpassen ...

Wir kreuzen die Feldbahnstrecke.
Der Geschützstand der 38cm-Batterie Hanstholm I.
Blick auf den Hafen von Hanstholm, dem größten Fischereihafen Dänemarks.
Der Danebrog bietet Orientierung.
Während des Zweiten Weltkrieges war das gesamte Gelände der Bunkeranlage eine karge Dünenlandschaft. Nach der Befreiung begann die dänische Regierung, aufzuforsten, auch, um der Stadt Hanstholm einen Windschutz zu geben. So kann man heute lange durch einen abwechslungsreichen Dünenwald wandern. Mitte Juni, als wir dort waren, roch es zudem wunderbar nach Fliederbeerblüten und Heckenrosen - eine schöne Abwechslung zur bedrückenden Atmosphäre der Bunkeranlage.

Wir haben das Museum wiedergefunden. 
Ein 56cm-Geschütz  (und noch ein paar andere) am Eingang des Museums.
Dieser Beitrag geht zur Urlaubslinkparty und zu Brücken und Wege.

Tipps:
  • Unbedingt einen ganzen Tag für den Besuch des Museums samt Außengelände einplanen (mehr geht natürlich immer).
  • Im Frühjahr, Sommer oder Herbst lohnt es sich, einen Stoffbeutel dabei zu haben, um Fliederbeerblüten, Beeren, Hagebutten oder Pilze zu sammeln. 
  • Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind praktisch.
  • Bis in den Herbst hinein gibt es geführte Bunkerwanderungen (auf Dänisch, gelegentlich auch auf Deutsch).
  • Falls Du zwei Tage Zeit in Hanstholm verbringen kannst oder viel Kondition hast: In der Museumscafeteria gibt es ein Faltblatt in deutscher Sprache mit einem Rundgang zu den Überresten der Besatzungszeit in Hanstholm
  • In der Museumscafeteria können nur mitgebrachte Speisen und Getränke verzehrt werden, also nimm Dir Verpflegung mit (im Museum gibt es Eis und Kaltgetränke). Auf dem Gelände gibt es Picknickmöglichkeiten. 
  • Die Fahrt mit der Munitionszugsfeldbahn ist nett, um die Dimension des Geländes zu verdeutlichen, gerade, wenn man nicht laufen kann oder mag. 
  • Falls Du gerne Krimis liest: "Donnergrollen*" von Wimmer Wilkenloh spielt sowohl 1941 in und um Hanstholm als auch heute in Eiderstedt und Klitmøller. Unbedingte Leseempfehlung!
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Samstag, 9. Mai 2015

Bad Nauheim X: Besuch im Modellbahnhof Stockheim

In Stockheim wird das frühere Bahnhofsgebäude als Modellbahnhof genutzt - eine ziemlich geniale Idee, finde ich. Wir besuchten den Modellbahnhof während des Stockheimer Bahnhofsfestes Ende April und reisten standesgemäß mit einem historischen Zug an (ansonsten ist eine Anreise mit der Deutschen Bahn ziemlich problemlos möglich).

Das Stockheimer Bahnhofsfest, das jährlich am letzten Aprilwochenende stattfindet, auch seinen festen Platz in der Modellbaulandschaft.
Blick auf den Stockheimer Bahnhof im Modell.
Das ist keine Modellszene, sondern ein Blick aus dem ersten Stock auf den Bahnhof. Während des Bahnhofsfestes wurde die neue BR 245 vorgestellt.
Hier sind ein paar Impression aus dem Modellbahnhof.

Szenerie.
Szenerie.
Szenerie.
Besonders gut gefiel mir, dass sich die Initiatoren des Modellbahnhofs entschlossen, die oberhessische Landschaft im Maßstab 1:87 nachzubilden, statt in ferne Welten zu schweifen.

Burg Lißberg, eine der Sehenswürdigkeiten der Region um Stockheim, im Modell.
Bahnhofszenerie.
Zugbegegnung.
Die Eisenbahngeschichte der Region um Stockheim herum wird auf etwa 60m² nachgebildet, wozu natürlich der Stockheimer Bahnhof Stockheim samt Gleisen, Drehscheibe, Ringlokschuppen, Bekohlungsanlage, Wasserturm und Empfangsgebäude gehört.

Szenerie.
Blick in den örtlichen Rewe-Supermarkt. Das Unternehmen unterstützt den Modellbahnhof auf vielfältige Weise. Beim Bahnhofsfest verkaufen beispielsweise die Azubis Grillgut und Getränke und spenden den Reinerlös.
Die Streckenführung zwischen Stockheim und Ober-Seemen erfolgt nach historischen Plänen und zeigt die Landschaft am Fuße des Vogelsbergs mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.

Mehrere Dutzend Züge befahren die Anlage, die sich über das Erdgeschoss des ehemaligen Bahnhofs erstreckt. Im Obergeschoss gibt es verschiedene Sonderausstellungen, Werkräume und eine entzückende Ehefrauenwartezone.

Hinweis zur Ehefrauenwartezone.
Ehefrauenwartezone.
Ehefrauenwartezone.
An einigen Stellen der Modellbahnanlage können Besucher selbst ins Geschehen eingreifen und mittels Schaltern beispielsweise Modellflugzeuge starten oder die Feuerwehr zu einem Brand schicken, Einkaufswagen durch den Supermarkt schieben oder Kühe muhen lassen. Die Macher haben sich wirklich nette Effekte ausgedacht, es macht Spaß, die vielen liebevollen Details zu entdecken.

In der Schweiz. Rechts oben ist die Aussichtsplattform zu sehen.
In der Schweiz.
Das ist mal ein Maßstab! Das Viadukt ist der Durchgang zur Besucherplattform der Spur-G-Anlage der Modellbahn-Schweiz.
Im linken Gebäudeteil wird fleißig an einer Spur-G-Anlage mit einer Nachbildung der Schweiz gewerkelt. Angesichts des Ausmaßes der Anlage war ich doch sehr froh, dass der Gatte von seinen Plänen, in unserem Winzgarten eine LGB-Anlage zu bauen, Abstand nahm (auch wenn das bedeutet, dass ich keine Rigi-Seilbahn bekam).

Sich einmal wie Gulliver fühlen: In der Modell-Schweiz wird ein Zugunfall gerichtet. Für Besucher ist die Anlage natürlich nicht begehbar.
In der Schweiz. Die Anlage entsteht in Kooperation mit einem örtlichen Garten- und Baumarkt. Die Pflanzen sind also alle echt.
Blick von der Besucherplattform über die Außenanlage.
Die LGB-Anlage in Stockheim hat eine Fläche von bummelig 200m². Züge der Bernina-Bahn fahren von Sankt Moritz Richtung Italien, der Glacier-Express dreht seine Runden, ebenso die Züge der Rhätischen Bahn.

Rhätische Bahn und Glacier-Express.
Zugbegegnung am Bahnhof Filisur.
Detail. Die Arbeiten an der Außenanlage sind noch nicht abgeschlossen.
Dabei passieren die Züge ein Viadukt, das mich schon durch seien pure Größe beeindruckte: Es ist mannshoch und begehbar. Auch abseits der Bahnstrecke gibt es viel zu sehen: Einen Sessellift samt Skifahrern, einen Jahrmarkt oder ein See samt Krokodil beispielsweise.

Fazit: Der Modellbahnhof Stockheim macht großen und kleinen Menschen Spaß.

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