Posts mit dem Label Lüneburger Heide werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lüneburger Heide werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 21. Oktober 2017

Samstagsplausch KW 42/17: Apfeltag im Museumsbauernhof Wennerstorf

Sonntag fuhren wir mit Mudderns zum Apfeltag im Museumsbauernhof Wennerstorf. Was war da alles los! Im Juli erlebten wir den Museumsbauernhof ja recht leer, aber jetzt platzte er aus allen Nähten.

Das Team hatte aber alles super im Griff und achtete auch darauf, dass die Straßen und Zufahrtswege zu den Feldern frei blieben, denn die Bauern nutzen das wunderbare Herbstwetter, um die Ernte einzufahren. Und für Mudderns, die keinen Rollator dabei hatte, hätten die entzückenden Parkwächter auch einen extra Shuttle angefordert, aber sie schaffte die Strecke zwischen Auto und Museum auch so, nachdem wir weiter vorne parken durften

Ich hätte nicht im Traum damit gerechnet, dass zum Apfeltag so viele Markstände kommen und litt erstmal an totaler Reizüberflutung. Da wir um die Mittagszeit ankamen, gab's gleich leckere Bratwurst, bevor wir dann die Marktstände inspizierten.

Mich berührte besonders die Begegnung mit einer Verkäuferin, bei der wir gehäkelte Topflappen mit Hamburg-Wappen als Weihnachtsgeschenk für die bayerische Tante kauften. Sie gab mir ihre Visitenkarte und entschuldigte sich, dass sie nur noch welche aus der Zeit hat, als sie noch berufstätig war (inzwischen ist sie im Ruhestand). Ich guckte drauf und fragte, ob sie tatsächlich Steuerberaterin gewesen wäre, was sie bejahte.

Ich sagte, ich käme aus einer Steuerberaterfamilie, worauf sie nach meinem Namen fragte. Als sie ihn hörte, meinte sie begeistert, als sie 1971 in die Kleinstadt, in der ich aufwuchs, kam, habe es da drei große Kanzleien gegeben, die von P., T. und die meines Vaters. Inzwischen hatte sich dann auch die rumbutschernde Mudderns an dem Stand eingefunden und beide Damen tauschten Erinnerungen aus. Das war wirklich schön!

Der Profi setzt sich einfach auf den Pumpenschengel, wenn die Kraft zum Runterdrücken nicht reicht.
Natürlich kehrten wir auch wieder in Elieses Hofcafé ein. Anders als im Juli konnten wir jetzt draußen in der Sonne sitzen. Highlight war die Darbietung von René Könnig. Unter dem Motto "Herr Könnig singt zum Grammophon" gab's Schlager aus den 1920er und 1930er Jahren. Eine schöne Idee!

Herr Könnig singt zum Grammophon.
Schließlich gingen wir noch zum Pomologenverein in der Hoffnung, Mudderns Apfelbaum ließe sich bestimmen. Leider war das nicht möglich, aber wir lernten in dem Gespräch viel über die Züchtung von Apfelsorten.

Am Boomgarden-Stand kaufte ich Finkenwerder Herbstprinz und Alkmene, denn jetzt beginnt wieder die Jahreszeit, zu der ich Äpfel gelegentlich wieder roh essen kann, insbesondere, wenn sie aus kontrolliert biologischem Anbau kommen. Das zu versuchen, war ein Tipp meines Hausarztes, der selbst Apfelallergiker ist. Von ihm kam auch der Tipp, Äpfel möglichst nur in der Saison zu essen, weil er bei sich feststellte, dass der Körper sie dann besser verträgt. Das klappt auch bei mir einigermaßen gut.

Neben Büchern und Topflappen kamen noch Heidehonig und Heidschnuckenklopse mit nach Hause - letztere gab's abends mit Bratkartoffeln. Ich mag das Fleisch sehr gerne, finde, es schmeckt sehr würzig.

Abendessen.
Nachdem die Woche schon so rundum gelungen begann, rechnete ich nicht mit einer Steigerung, aber Montag bekam ich die Nachricht, dass ich tatsächlich eine neue Stelle habe! Davon habe ich Dir gestern schon erzählt.

Ansonsten sind wir wieder im alten Bürostandort. Dort ist noch Baustelle, es ruckelt und hakt an vielen Stellen. Manche Kollegen sind ohne Möbel, bei mir waren Kartons verschwunden. Es stinkt fürchterlich nach Farbe, es lärmt, es staubt, und die Fassade ist mit einer dicken Plane verhangen. Das Haus ist nämlich immer noch eingerüstet, die Fassadenrenovierung noch nicht beendet.

Ich konnte mich auch nach einer Woche nicht daran gewöhnen, dass sich plötzlich vor dem Fenster Menschen unterhalten und ins Büro gucken - das Büro ist nämlich im 16. Stock. Ich finde es faszinierend, dass man so hohe Gerüste bauen kann.

Viele Kollegen beschweren sich über die derzeitige Situation, das Umzugsteam hat es nicht leicht. Das Leben kann ja bekanntlich so schön beschissen sein, wenn man sich genug Mühe gibt ... Unser Team beschloss, nicht zu meckern, sondern das Beste aus der Situation zu machen. Einzig, dass die Heizung nicht funktioniert, ist lästig, vor allem, da ich normalerweise auf der Ostseite sitze. Montag nehme ich mir Schal, Mütze und Handschuhe mit.

Besonderen Spaß macht mir übrigens unser neues Lichtkonzept. Ganz ökologisch haben wir eine Beleuchtung, die über Bewegungsmelder und Tageslichtsensor funktioniert. Da wir keine Schreibtischlampen haben (dürfen), fragten wir uns schon, wie das funktionieren soll, wenn wir stundenlang still vor uns hin tippen. Die Sorge war unbegründet.

Die Lampen leuchten, sobald eine Tür geöffnet ist, egal, ob das Büro besetzt ist oder nicht (und da unsere Türen alle nicht richtig schließen ...), egal, ob draußen Tageslicht ist oder nicht. Und ausschalten lässt sich das Licht auch nicht.

Dahinter steckt sicher ein Sinn, den ich nicht verstehen muss, aber sehr energiesparend erscheint mir das nicht. Abgesehen davon ist das neue Licht sehr schön, und das sage ich, der Tageslicht normalerweise viel lieber ist.

Jetzt gucke ich mal rüber zu Andrea, was die anderen diese Woche so erlebten. Ein schönes Wochenende und eine gute Woche!

Samstag, 29. Juli 2017

Samstagsplausch KW 30/17: Museumsbauernhof Wennerstorf

Letzte Woche feierte Mudderns ihren 79. Geburtstag. Als sie zu Beginn des Jahres mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus kam, hätte ich nicht gedacht, dass wir den noch zusammen feiern können. Ich bin sehr dankbar, dass es anders kam.

Ramelsloher Hühner. Die Rasse ist stark gefährdet, seit bei Nutztieren Leistung gefragt ist,  und daher Arche-Passagier bei Slow Food.
Als ich Mudderns ein paar Tage vorher fragte, was sie sich zum Geburtstag wünscht, wollte sie, dass ich mit ihr einkaufen fahre. Bis dahin hatten sich die Pläne öfter geändert. Zuletzt wollte sie in die Hafencity und in die Elbphilharmonie, aber justament, als ich auch Käthe und Willi so weit hatte, dass sie extra an Mudderns Jubeltag von ihrer Insel kommen und uns dort treffen, machte Mudderns einen Rückzieher. Immerhin, mein böberster Chef hat Mudderns ja gut vertreten, während wir Großeinkäufe erledigten.

Wohnstube aus den 1930 Jahren. Nicht im Bild ist das Grammophon-Modell, das auch bei uns zu Hause steht.
Die "Goebbels-Schnauze" darf im 1930er Ambiente nicht fehlen.
Da ich denke, ein Geburtstag braucht etwas mehr Glitter und Glamour, als die Getränke- und Sonderpostenmärkte, die wir leer kauften, bieten, holten wir Muddern Sonntag ab, um den Museumsbauernhof Wennerstorf zu besuchen. Das ist der einstige Smeds Hoff, eine der wenigen erhaltenen historischen Hofanlagen im nördlichen Niedersachsen.

Sitzgruppe mit Strickzeug.
Das Besondere: Obwohl Museum, wird der Hof bewirtschaftet. Nahezu alle Gebäude einer typischen Heidehofanlage sind noch vorhanden. Haupthaus, Schafstall, Backhaus, Schweinestall und eine Göpelscheune sind in die Betriebsabläufe eines Bioland-Hofes integriert. Auf dem Hof arbeiten Behinderte und Nicht-Behinderte.

Warum das Hallenhaus wohl Hallenhaus heißt?!
Den Kern des Hofes bildet eines der letzten im Original erhaltenen Niederdeutschen Hallenhäuser aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Seltene Baudetails wie die Wandvertäfelung der Stube, die Flettsäulen im Wirtschaftsteil sowie außergewöhnliche Abzimmerungsarbeiten sind noch zu sehen.

Mudderns erklärt das Wäschewaschen mit Ruffel, Zuber, Wringe und Mangel.
Es gibt spannende Hör- und Mitmachstationen, und viele Infos sind zweisprachig, auf Hoch- und Plattdeutsch. Ich bin ja in der Gegend aufgewachsen und habe Vadderns mit Mandanten oft platt snacken gehört, mir aber nie Gedanken um die Schreibweise gemacht. Manches erinnerte mich jetzt ans Dänische.

Mudderns studiert eine Handmühle in der Weckkammer.
Wir schauten uns nach dem Kaffeetrinken in Elieses Hofcafé auf dem Hof um, und Mudderns freute sich, manches aus ihrer Kindheit zu entdecken. Vor allem die Weckkammer tat's ihr an, erinnerte sie sich doch an die Zeit im Zweiten Weltkrieg, als die Familie auf der Flucht war und sich von einem verlassenen Haus zum nächsten durchschlug.

Blick in die Weckkammer. Ob die Gläser auch noch aus den 1930er Jahren sind, wie der Rest der Einrichtung?
Meist konnten die ursprünglichen Bewohner die eingemachten Lebensmittel nicht mitnehmen, und meine Großmutter profitierte davon, konnte sie doch davon die Familie ernähren, bis es weiterging. Diesen Aspekt der Familiengeschichte kannte ich noch nicht. Mir wurde dadurch klar, warum die Schwester meiner Mutter eine so gut ausgestattete Weckkammer hat.

Auf dem Hof.
Rund um den Museumsbauernhof gibt es schöne Spazierwege. Das wäre für uns aber zu viel geworden, also beließen wir es bei einem zauberhaften Hof-Nachmittag.

Auf dem Hof.
Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch. Impressionen aus Elieses Hofcafé gibt es in der Kombüse.

Montag, 4. April 2016

Montagsfreuden: Regen-Impressionen vom Kunsttempel in der Kunststätte Bossard

"Was machen wir denn heute?", frug der Gatte. "Wir fahren in die Kunststätte Bossard", antwortete ich und setzte angesichts der Fragezeichen in seinem Blick hinzu: "Das ist so'n expressionistisches Gesamtkunstwerk in der Nordheide. Mudderns will da hin." "Deine Mutter will sich Entartete Kunst ansehen?!", sagte er entgeistert. Er weiß, wie Mudderns tickt. "Wir sagen ihr nicht, dass es entartet ist, dann merkt sie es nicht", befand ich pragmatisch. Ich weiß eben auch, wie Mudderns tickt.

Detail am Kunsttempel - mit Osterei. 
Ostersonntag sollte Mudderns mal wieder ausgelüftet werden. Ich hatte sie gebeten, sich einen Ausflug auszusuchen, denn zum üblichen Brunch hatten wir keine Lust. Wobei: Hätte Mudderns auf Brunch bestanden, wäre es auch in Ordnung gewesen, denn es geht ja darum, Zeit miteinander zu verbringen, egal wo.

Der Kunsttempel, auch "Lichtkathedrale" genannt. 
Mudderns entschied sich für einen Ausflug zur Kunststätte Bossard. Dahin wollte ich schon länger mal mir ihr, aber bislang hatte sie keine Lust.

Fassade des Kunsttempels.
Leider war uns das Wetter nicht hold: Kaum hatten wir den Parkplatz erreicht, öffnete Petrus die Schleusen, goß es in Strömen. Wir retteten uns erst ins Café im Hof, aber als dort sechs Personen beschlossen, alle Gäste Reise nach Jerusalem spielen zu lassen, damit sie an einem Zweiertisch in der hintersten Ecke Platz finden, flüchtete erst ich, dann der Gatte und schließlich Mudderns.

Im Kunsttempel.
Im Regen das Gesamtkunstwerk mit Klostergarten, Baumtempel, Monolithenallee und was es sonst noch so in der großen Gartenanlage zu entdecken gibt, zu erkunden, machte keinen Spaß. Daran änderte auch die wetterfeste Kleidung nichts.

Triptychon. 
So erkundeten wir letztlich nur den Kunsttempel. Warum der auch "Lichtkathedrale" genannt wird, wurde selbst an diesem trübtimpseligen Ostersonntag deutlich. Bei besserem Licht oder gar bei Sonnenschein muss die Wirkung gewaltig sein.

Detail der Fassade des Kunsttempels.
Mudderns beschloss nach wenigen Minuten, dass sie bei besserem Wetter wiederkommen wird, und ich werde sie gerne begleiten. Einstweilen fuhren wir ins Hof&Gut, um uns bei Kaffee und Kuchen aufzuwärmen.

Dieser Beitrag nimmt teil an den Montagsfreuden, denn wenn auch der Regen keine Freude war, der Kurzbesuch in der Kunststätte war es.

Mittwoch, 4. November 2015

Lüneburger Heide: Herbst im Höpen

Im Urlaub schnappte ich mir Mudderns und fuhr mit ihr zum Auslüften in das Landschaftsschutzgebiet Höpen bei Schneverdingen.

Im Höpen.
Im Höpen.
Hier gibt es viele schöne Spazier- und Wanderwege mit Heideflächen, Birken, Eichen, Wachholder - und jeder Menge Bänke, denn Mudderns ist genau so schlecht zu Fuß wie ich.

Im Heidegarten.
Im Heidegarten.
Besonders entzückt hat uns der Heidegarten. Ende Oktober ist die Heideblüte ja eigentlich schon durch, aber die rund 150 Heidesorten sind so ausgewählt, dass das ganze Jahr über Heide blüht.

Im Höpen.
Im Höpen.
Es gibt zahlreiche Rad-, Spazier- und Wanderwege, so dass ich sicher mit Mudderns oder mit dem Gatten zu mindestens einer ausgedehnten Tour wiederkommen werde.

Der Herbstspaziergang reiht sich ein in die Linkparade "Mittwochs mag ich" von Frollein Pfau.