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Sonntag, 16. August 2026

Samstagsplausch KW 33/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXXXV

Ich bin in der dritten Reha-Woche. Der Therapieplan ist meistens gut gefüllt, was den Tag strukturiert - nicht, dass ich Probleme damit hätte, meinem Tag Struktur zu geben. Ich habe eher das Problem, Ruhezeiten zu finden, und bin immer öfter auf Social Detox. So nett es ist, fester Bestandteil einer Gruppe zu sein, so anstrengend ist es, wenn die Gruppe darauf besteht, dass man alle Mahlzeiten zusammen einnimmt und immer zusammen sitzt. 

So ziehe ich mich denn immer öfter aus der Gruppe heraus, was die Anführerin zunehmend verwirrt. Grenzen zu setzen und zu akzeptieren, ist schließlich auch ein Reha-Ziel. Zum Glück ist meine Therapeutin so vernünftig, dass sie versteht, dass ich Auszeiten brauche. Da habe ich auch andere kennengelernt. 

Die Eisenbahnfahrt war schön, aber auch unwahrscheinlich anstrengend. Statt der geplanten fünf Stunden waren wir neun Stunden unterwegs. Ich war froh. dass ich nicht auch noch die Überführungsfahrt gebucht hatte, denn dann hätte ich es nicht bis zum Zapfenstreich in die Klinik geschafft. Ich teilte mir eine Viergruppe mit einem Vater und seiner Eisenbahnverrückten Tochter sowie einer alleinstehenden Frau in meinem Alter, deren Sohn zum Eisenbahnverein gehörte. Vor allem das Mädchen lenkte mich von der Trauer ab. Ich lerne alle Loks von "Thomas, die kleine Lokomotive" kennen sowie alle Staffeln der Zeichentrickserie - auf Englisch. Natürlich meldete sich die Trauer immer wieder, aber es war nicht so schlimm, wie befürchtet.

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich, mich im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 335. Die Trauer bleibt meine Weggefährtin. Sie ist nur erträglich, wenn ich konsequent verdränge, dass der Gatte niemals wiederkommt. Das Leben ohne den Gatten ist unendlich schwer. Er fehlt in jeder Sekunde, bei jedem Atemzug.

Natürlich habe ich mir auch die Sonnenfinsternis angeschaut - im Livestream aus Mallorca mit Harald Lesch. Zum ersten Mal seit dem Todes des Gatten sah bzw. hörte ich den Astrophysiker wieder. Der Gatte verschlang alle Beiträge, Sendungen, Bücher und Artikel von ihm, bis er mit dem Treppenlift auf sein Sterbebett fuhr. Fernsehsendungen sahen wir oft gemeinsam, meistens aber bekam ich die besonders interessanten Stellen vom Gatten zusammengefasst. Er kam dann rüber in mein Arbeitszimmer und guckte, ob er mich bei der Heimarbeit unterbrechen könne, was er in aller Regel machen konnte. 

An der Gruppen-Radtour nahm ich nicht teil. Das war mir zu gehetzt, da direkt nach dem Abendessen, und überhaupt war ich zu erschöpft. Ich halte es aktuell kaum bis zur Tagesschau aus, schlafe bis zu zwölf Stunden. Ich muss dringend ins Radfahren kommen, aber das fällt mir schwer.

Ich habe es endlich geschafft, Freunde in Schleswig zu besuchen. Das war schon lange geplant. Es war ein schöner Tag mit Gesprächen, gutem Essen, Spaziergang und Wolle kaufen. Silvester werden ich wieder dort sein. So muss ich Silvester nicht alleine überstehen. Letztes Jahr fühlte sich das noch gut an, dieses Jahr gerade nicht. Wir werden sehen.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! In der Kombüse ist gerade Pause.

Samstag, 8. August 2026

Samstagsplausch KW 32/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXXXIV

Ich bin in der zweiten Reha-Woche. Ich habe nette Frauen für Essens- und Freizeitgestaltung gefunden und irgendwie mehr soziale Kontakte, als meine Soziophobie zulässt, so dass ich kaum zum Lesen oder Stricken komme. Ich mag ja diese Reha-Klinik ja auch deswegen, weil es so ruhig ist, und vor zwei Jahren verbrachte ich viel Zeit alleine auf meinem Zimmer, saß beim Essen normalerweise alleine, fand das sehr gut.

Jetzt bin ich plötzlich das vierte Rad einer Dreiergruppe, für das bei den Essenszeiten ein Platz am Tisch freigehalten wird, bin nachmittags oder abends zum Strandkorbsitzen hinter dem Café verabredet, werde zu Fahrradtouren und Wanderungen mitgeschnackt ... Natürlich kann ich auch Nein sagen, aber bevor ich das mache, rufe ich mir in Erinnerung, dass ich den letzten Sommer im Krankenhaus verbrachte und deswegen diesen Sommer nicht in der Klinik verbringen sollte, denn wer weiß, wie viele Sommer es noch für mich geben wird. 

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich, mich im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 334. Die Trauer bleibt meine Weggefährtin. Sie ist nur erträglich, wenn ich konsequent verdränge, dass der Gatte niemals wiederkommt. Das Leben ohne den Gatten ist unendlich schwer. Er fehlt in jeder Sekunde, bei jedem Atemzug.

Ich war im Kino, habe endlich "Minions and Monsters" gesehen (und das heimische Kino vermisst, das so viel gemütlicher (und preiswerter) ist). Ich war im Freibad. Ich habe Jimmy gekauft. Jimmy, benannt Jimmy, dem Gummipferd, das der Gatte liebte, heißt mein imola-rotes Kompakt-eBike mit Platz für einen kleinen Hund und einen Wasserkasten. Ich bin heute mit Jimmy vom Laden zurück in die Klinik gefahren. Für 13 Kilometer brauchte ich eine Stunde und zwei Nervenzusammenbrüche. Zwei Tage vor der Abholung machten mich Freundinnen noch kirre, dass ich ohne eBike-Fahrkurs kein eBike fahren könne. Andere wiederum machten mir Mut. 

Das Fahren ist auch kein Problem. Probleme ich ich beim Auf- und Absteigen und beim Bremsen. Bei allem, was einen höheren Einstieg hat als ein Tretroller, bleibe ich beim Auf- und Absteigen nämlich hängen (und selbst beim Tretroller bin ich nicht sicher, da ewig nicht mehr damit gefahren). Ich schaffe es sogar spielend, beim Auf- und Absteigen auf's Ergometer hinzufallen und dadurch eine ganze Reihe Ergometer dominomäßig zum Umsturz zu bringen. 

Damit ich nach erfolgreich absolvierter Überführungsfahrt das eBike nicht für den Rest der Reha im Fahrradstand lasse, habe ich mich für eine geführte Fahrradtour angemeldet - vorausgesetzt, ich bekomme das Fahrradschloss geöffnet. Was im Laden so einfach ging, klappte in der Klinik erstmal gar nicht, so dass ich mich schon 13 Kilometer zurückradeln sah (und weil ich weitere 13 km zurück in die Klinik nicht geschafft hätte, mit dem Großraumtaxi zurückfahren ...). Dann muss ich noch den Treffpunkt der Tour finden und 16 bis 25 km durchhalten. Frau wächst mit ihren Aufgaben ... Die Dreiergruppe vom Essen ist aber auch auf der Tour, kennt den Treffpunkt, und eine hat so ein Schloss wie ich. Es besteht also die Chance, dass ich zwei von drei Hürden meistere.

Morgen mache ich eine Fahrt mit einer historischen Eisenbahn - zum ersten Mal ohne den Gatten. Ich habe gehadert, ob ich das wirklich machen möchte, als ich tatsächlich noch einen Platz über die Warteliste ergatterte, und bin jetzt gespannt. wie es wird. Putzigerweise führt die Strecke fast bis nach Hause (und wieder zurück). Danach will ich wieder ins Freibad, falls mir das nicht zu viel wird. Aber ich möchte diesen Sommer möglichst auskosten.

Bei der Ergotherapie hatte ich Glück, dass die erste Einheit ausfiel. Ich saß dann mit Eis und Buch im Strandkorb. Bei der Gruppentherapie wird es kommende Woche spannend, denn der eigentliche Therapeut aus. Stattdessen übernimmt meine Einzeltherapeutin, die sehr, sehr jung ist, also wirklich sehr jung. Spannend wird es, weil eine Frau die Sitzung dominiert und bislang nicht darauf eingegangen wurde, obwohl andere thematisierten, wie schlecht es ihnen damit geht. Mal schauen, wie meine Einzeltherapeutin damit umgeht. Ansonsten werden zehn Leute fünf Wochen lang eine Frau therapieren anstatt sich selbst, und die elfte guckt sich das innerlich kopfschüttelnd an und denkt sich, was sie in der Zeit Sinnhafteres hätte machen können. Stricken zum Beispiel. Oder Lesen.

Ich lese gerade "Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne*" von Saša Stanišić*, und die titelgebende Geschichte hat mich sehr gerührt. Diese Witwe möchte übrigens nicht angesprochen werden, sondern versucht gerade, einen Verehrer auf Abstand zu halten. Der Mann im Zimmer gegenüber wird mir ein wenig zu anhänglich, freut sich ein wenig zu sehr, mich zu sehen. Ich habe keine Kapazität für einen Kurschatten.

Schwiegermutter und Tante geht es gut, von der Hitze abgesehen. Unter der leiden beide sehr.

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Donnerstag, 6. August 2026

#WMDEDGT 08/26: Schwimmflügelpflicht und Freibad-Pommes

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Heute ist Mittwoch. Die erste Reha-Woche ist vorbei. Ich bin gut angekommen, von ein paar Nickeligkeiten abgesehen. Der Tag beginnt um 6:30 Uhr. Ich bin schließlich auf Reha, nicht im Urlaub. Der heutige Tag hat's in sich, ich muss mich sputen.

Aufstehen, schnell anziehen und im Laufschritt zum Frühstück, wo es nur Obstsalat mit Quark gibt. Für Plaudern mit zwei Mit-Insassinnen, mit denen ich abends schon öfter zusammensaß, bleibt keine Zeit. Ich schaffe es gerade noch, einen Kaffee zu kippen. Im Laufschritt ins Zimmer, Jogging-Kladage gegen Bademantel tauschen und vorher duschen. Die Klinik wird im vollen Betrieb umgebaut, und beim Schwimmbad sind gerade die Duschen gesperrt. Im Laufschritt zum Programmpunkt "Bewegungsbad", heißt: Wassergymnastik. Die Reha-Ärztin kam beim Aufnahmegespräch zu dem Ergebnis, dass ich körperlich nicht belastbar bin, so dass ich in der 25 Watt-Gruppe bin, sprich: Belastungsstufe Hockergymnastik. Normalerweise bin ich in der 50 Watt-Gruppe, zumal ich auch abnehmen soll. Ich weiß noch nicht, ob ich darum bitte, in die andere Gruppe zu kommen oder ob ich das für mich zu leichte Sportprogramm als Entschleunigungsübung nehme. 

Im Laufschritt zurück ins Zimmer, schnell duschen und in die Klamotte werfen, dann im Laufschritt zur Gruppentherapie. Die wird wieder 90 Minuten lang von einer Frau alleine dominiert, und der Therapeut lässt es so laufen, obwohl drei Leute sagen, wie sehr sie die Situation belastet. Ich bin gespannt, wann es eskaliert. Noch bin ich in der Stimmung, mir das alles amüsiert anzusehen, wenngleich mich die dauern, die unter der Situation leiden.

Im Laufschritt zum Nordic Walking, dabei an den Briefkästen vorbei. In meinem ist der sehr gute Bericht aus dem Schlaflabor Als die Sport-Therapeutin zu Beginn sagt, sie hoffe, wir hätten angesichts der Hitze alle genug getrunken, fällt mir ein: Stimmt, da war was! Bis auf den heruntergestürzten Becher Kaffee zum Frühstück habe ich nichts getrunken. Dementsprechend merke ich prompt während der ersten Runde, dass mir blümerant wird, beschließe, dass ich niemandem etwas beweisen muss, melde mich ab und darf den Rest der Sportstunde auf einem Liegestuhl im Schatten verbringen. 

Nicht mehr im Laufschritt geht's in mein Zimmer, leere Wasserflaschen holen, dann zum Mittagessen. Danach ist mir noch immer blümerant. Auf dem Rückweg ins Zimmer gucke ich bei den Waschmaschinen vorbei, hole dann die Wäsche aus dem Zimmer, werfe eine Maschine an und beschließe, ein Schläfchen zu machen, bis die Wäsche fertig ist. Der Wäscheständer ist zwar noch im Auto, aber irgendwas ist ja immer.

Nachdem die Wäsche fertig ist, mache ich mich bereit für's Freibad - jedenfalls denke ich das. Tatsächlich vergesse ich Badeschlappen, Sonnenschutz und Handtuch, nehme quasi zwei leere Taschen mit. Wenigstens habe ich einen Badeanzug an.  

Das Freibad ist wie eine Reise in die Kindheit. Es ist brechend voll, kein Wunder, denn es sind Ferien, aber ich finde einen Platz für das Karlchen, und die Menschenmenge verläuft sich auf dem Riesengelände. Ich finde sogar einen freien Strandkorb! Ich schwimme eine Stunde und freue mich, wie sehr alle aufeinander Rücksicht nehmen. Auch dadurch ist der Aufenthalt trotz der Menschenmassen erträglich. Außerdem haben Eltern ihre Brut im Blick, nicht ihre Taschentelefone - auch das kenne ich anders. Irritierend sind die vielen Schilder, die auf eine Schwimmflügelpflicht hinweisen, denn es trägt kaum jemand welche. 

Meine Kalorien-App sagt mir, dass ich Freibad-Pommes darf. Die Pommes sind die besten, die ich seit langem aß! Außen knusprig, innen saftig - da versteht jemand sein Handwerk! 

Ich verzichte auf eine zweite Schwimm-Runde, denn ich bin total platt, wovon auch immer, und fahre in die Klinik zurück. Dusseligerweise habe ich mir beim Ausstieg aus dem Schwimmbad den entzündeten Fuß verdreht, was der gar nicht mag. 

Auf dem Rückweg vom Parkplatz ins Zimmer treffen mein Wäscheständer und ich eine Mit-Insassin, die eigentlich mit ins Freibad wollte, der dann aber kurzfristig der Therapieplan vollgepfropft wurde. Sie habe sich abends mit zwei anderen zu einem Spaziergang verabredet, ich könne gerne dazu kommen. Ich weiß noch nicht, bin wirklich platt. Wir treffen uns beim Abendessen wieder, wo ich dann für den Abend absage, weil ich einfach wahnsinnig müde bin. Aber vorher hänge ich noch die Wäsche auf. Ich bin gespannt, wie lange die Wäsche trocknet, und widerstehe der Versuchung, den Wäscheständer auf das Vordach vor meinem Fenster zu hieven, damit die Wäsche draußen trocknen kann. Zwei Mit-Insassinnen hatten schon überlegt, einen Wäscheständer auf der Liegewiese aufzustellen. Ich mag die Idee, bin aber zu platt, um sie umzusetzen. Nächste Woche.

Ich halte mit Mühe bis nach der Tagesschau aus, bin sogar zum Stricken zu schlapp. Es hilft alles nichts. Ich mache mich bettfein, lasse aber den Fernseher an, denn eigentlich will ich ja einen Film sehen. Daraus wird nichts. Ich werde erst zehn Stunden später aufwachen.   

Der Blick zurück in die ersten sechs Corona-Jahre: Am 5. August 2020 lebte Mudderns noch in ihrem Haus und ärgerte sich über die linken Nachbarn. Der Gatte war noch gesund und hatte einen Bürotag in Kurzarbeit. Das Verhältnis zu den linken Nachbarn hat sich übrigens sehr gebessert. Ich vermute, die Nachbarin hat ihren Lebensgefährten vor der Tür gesetzt. Jedenfalls gibt es kein betrunkenes Gegröle mehr. Am 5. August 2021 war der Gatte schon krank, hatte ich noch Kraft, vor der Arbeit schwimmen zu gehen. Am 5. August 2022 zeigten sich schon heftige Erschöpfungsmerkmale bei mir, begannen wir mit den Verhandlungen um einen Baukredit, den wir erst mehr als vier Monate später bekommen sollten. Am 5. August 2023 leben wir auf einer Baustelle - und ein Jahr später immer noch. Am 5. August 2025 lag der Gatte seit vier Wochen im Krankenhaus, hatten wir lieben Besuch, konnte ich ihn endlich mal wieder herzhaft lachen sehen. Wir wussten noch nicht, dass uns keine zwölf Wochen gemeinsames Leben mehr beschieden sein sollten.

Sonntag, 2. August 2026

Samstagsplausch KW 31/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXXXIII

Die Woche war, gelinde gesagt, abwechslungsreich. 

Der Termin in der neuen Frauenarztpraxis war so erfolgreich, dass sich spontan drei weitere Frauen aus meinem Umfeld dort Termine holten. Die Ärztin war sehr wertschätzend, fand es klug, dass ich wieder Hormone nahm, als ich vor Schmerzen nicht mehr weiter wusste, und verordnete mir weiterhin Hormone, wenn auch andere Präparate, als ich bisher bekam. Bislang scheinen sie gut wirken. Zusammen mit den Therapien in der Reha bin ich hoffnungsvoll, bald wieder richtig gehen zu können, die Entzündung im rechten Fuß ein wenig ausheilen zu können.

Ich meldete mich von der über 90jährigen Strick-Nachbarin ab, brachte ihr einen Sonnenblumenstrauß mit, über den sie sich sehr freute. Ihr setzten die Hitzewellen sehr zu - unsere gemeinsame Putzfrau warnte mich schon vor, dass sie sehr schwach ist. Die kommende Hitzewelle machte ihr dann auch Angst, setzt ihr nicht nur körperlich zu. Es war schwer, diese lebenslustige, agile Frau, die kaum zu bremsen war, so schwach zu sehen. Ich hoffe, es geht ihr bald wieder besser. Eigentlich wollte sie ins Betreute Wohnen ziehen, wenn sie nicht mehr alleine leben kann, aber selbst davon ist aktuell keine Rede mehr. 

Die Reha lässt sich gut an, wenngleich ich ein wenig mit den äußeren Umständen hadere. Prompt gewann ich als neue Diagnose eine Anpassungsstörung. Dass ich das als Kompliment auffasste, war anscheinend irgendwie falsch,

Ich hätte Werkzeugkasten und Elektriker mitbringen sollen, um mein (renoviertes) Zimmer nutzbar zu machen. Die Haustechnik liebt mich bereits ... Ich wischte auch erstmal Staub. Wer mich irl kennt, weiß: Dann ist es wirklich dreckig. Im Zimmer fehlte auch ein Sitzmöbel. Das soll angeblich so, denn meine Depression heile anscheinend sofort, wenn ich mich außerhalb meines Zimmers unter Menschen aufhalte (normalerweise steht in jedem Zimmer ein Sessel). Ich bin anderer Meinung und organisierte mir ein Sitzmöbel. Ich bin gespannt, wann das auffällt. Sobald ich den nächsten Baumarkt fand, kaufe ich einen Inbus, um eine Stehlampe zu reparieren, und einen Elektromarkt für einen Fön finde ich sicher auch noch. Ich brachte keinen mit, weil die Zimmer mit einem Fön ausgestattet sind - nur der ist halt defekt, und die Haustechnik hat anderes zu tun. Bei der Nachttischlampe half mir mein Zimmernachbar, denn der Info, dass die Lampe über den Notrufknopf zu bedienen ist, wollte ich nicht trauen. Das ist aber tatsächlich so. Dafür lässt sie im Gegensatz zu allen anderen Lampen nicht mit dem Zimmer-Hauptschalter ausschalten.

Ich hadere auch mit der Aussicht. Beim letzten Mal war ich im Altbau untergebracht, genoss freie Sicht auf Wolken und Wald. Den Altbau gibt es nicht mehr. Aus allen Zimmern genießt man jetzt nur noch freie Sicht auf Klinker- und Fensterfronten. Wenn ich mich aus dem Fenster lehne, kann ich zumindest ein Stückchen Wald sehen. Ansonsten sieht das Therapiekonzept halt vor, so wenig Zeit wie möglich im Zimmer zu verbringen. 

An Bewegungsmangel jenseits der Sporttherapie leide ich nicht. War früher der Wasserspender in einem der Hauptflure im Erdgeschoss untergebracht an einer Stelle, an der jeder vorbei musste, befindet er sich nun auf jeder Etage im "neuen" Neubau. Wenn man wie ich aber im "alten" Neubau untergebracht ist, muss man erst ins Erdgeschoss, dann durch einen Verbindungsbau und einen provisorischen Verbindungsgang in mindestens die erste Etage des "neuen" Neubaus, wenn man vergessen hat, sich zu den Essenszeiten mit Wasser zu versorgen, heißes Wasser braucht oder außerhalb der Öffnungszeiten des Cafés einen Kaffee möchte. 

Bei der Ergotherapie muss ich wieder ausdruckszentriert arbeiten, denn produktive Ergotherapie gibt es nur für Rehabilitanden aus medizinischen Berufen. Also knete ich brav Monster und tanze meinen Namen. Meine Einzeltherapeutin ist sehr, also wirklich sehr jung - ich war versucht, mir ihr Diplom zeigen zu lassen ... Mal schauen, wie sich das anlässt. Die Reha-Ärztin ist sehr esoterisch, hört aber zu, wie ich am Therapieplan merkte.

Trotz kleiner Nickeligkeiten bin ich wild entschlossen, die Zeit hier zu genießen und das Beste daraus zu machen.  

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich, mich im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 333. Die Trauer bleibt meine Weggefährtin. Sie ist nur erträglich, wenn ich konsequent verdränge, dass der Gatte niemals wiederkommt. Das Leben ohne den Gatten ist unendlich schwer. Er fehlt in jeder Sekunde, bei jedem Atemzug.

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Samstag, 7. März 2026

Samstagsplausch KW 10/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXII

Diese Woche brachte einen anstrengenden Besuch beim Gynäkologen. Er verweigerte die Überweisung zur gynäkologischen Endokrinologin mit der zauberhaften Begründung, ich wäre doch gerade beim Gynäkologen, und Hormone könne er auch. Ich muss mal schauen, wie ich damit umgehe, denn meine Erfahrungen sind leider andere. Bei der gynäkologischen Endokrinologin sollte überprüft werden, ob die Hormone noch notwendig sind. Das will der Gynäkologe jetzt machen. Übernächste Woche setze ich sie ab und warte gespannt, was passiert. Klar ist: Setzt die Hypermenorrhö wieder ein, hat kein Gynäkologe einen Plan außer Hysterektomie. Gegen die wehre ich mich ja schon, seitdem ich Anfang 20 bin. Und bei Wechseljahrsbeschwerden ist die Hysterektomie ja ohnehin die einzige Lösung, da lukrativ. Alles andere kostet nur und macht Arbeit. Das sind Frauen nicht wert. 

Jedenfalls hoffe ich, dass ich notfalls als Selbstzahlerin einen Termin der der gynäkologischen Endokrinologin bekomme und dass das dann ohne Überweisung funktioniert. Außerdem heißt es Warten auf das Abstrich-Ergebnis. Seit der Krebs-Diagnose im April 2021 bin ich da etwas unentspannt, denn ich weiß nicht, wo sich das Biest versteckt hält. Es füllt sich ein bisschen so an, wie unter einem Damoklesschwert zu leben. Immerhin war beim Blutspenden alles okay, zeigte mein Blut keinerlei Auffälligkeiten. 

Fly me to the moon ... Aktuell guckt der Vollmond ins Schlafzimmer, meistens bei wesentlich klarerem Himmel.

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 312, und die Trauer wird nicht weniger.  

Zwar schaffte es die DRV auch nach vier Monaten nicht, meinen Antrag auf Witwenrente zu bescheiden, aber ich erhielt in Rekordzeit die Bewilligung für fünf Wochen Reha in der Wunschklinik, in der ich vor zwei Jahren war! Darüber freue ich mich sehr! Ostsee-Tante, Ostsee-Cousin und eine Kochfreundin sind in der Nähe, eine Kollegin hat dort ihr Wochenendhaus, ist also auch immer mal da, die Klinik ist mitten in der Natur, es ist ein Gefühl wie Nachhausekommen. Ich hoffe nur, ich bekomme keines der Zimmer zu einem Innenhof! Der Blick auf Park und Wald vor zwei Jahren tat mir sehr gut. Der Blick auf eine Steinwüste, wo noch nicht mal ein Zipfelchen Himmel zu sehen ist, täte mir nicht gut. 

Bis zum Reha-Beginn wird es noch etwa 30 Wochen dauern, das heißt, ich kann den Frühling und Sommer zu Hase verbringen, muss mir keine Gedanken machen, wer Gatten und Garten gießt, kann vielleicht sogar schon etwas im Haus / auf der Baustelle weiterkommen, falls ich bis dahin einen Bescheid über die Witwenrente habe. Knapp wird's wohl mit der Ende November geplanten Dienstreise (samt anschließenden Besuch bei Tante), auf die meine Kollegin und ich uns freuten, aber das lasse ich auf mich zukommen. Die Reha ist mir wichtiger. Ich muss mir auch noch Gedanken machen, wie ich es in meiner Abwesenheit mit der Post organisiere. Ein Nachsendeauftrag scheidet aus, der gilt für sechs Monate. Vermutlich werde ich unsere Putzfrau bitten, einmal in der Woche nach dem Haus zu sehen und ihr frankierte Umschläge für die Nachsendung vorbereiten. Die hiesigen Freundinnen mag ich damit nicht behelligen, die haben so schon reichlich um die Ohren, ebenso die Nachbarn.

Heute fahre ich für eine Woche nach Kopenhagen. Ich bin gespannt, ob ich den Urlaub schaffe, bin ich doch nach wie vor am Liebsten zu Hause. Schlimmstenfalls liege ich eine Woche wimmernd im Appartement. Der Koffer ist voller als voll, Winterklamotten halt. Ich habe die Elbbrücken-Socken angenadelt und bin gespannt, ob ich die Anleitung verstehe. Eigentlich wollte ich als nächstes den Lulu-Slipover stricken, aber ein kleine Projekt wie Socken erschien mir für die Reise per Bahn praktischer. Im Auto nähme ich den halben Hausstand mit.

Schwiegermutters Demenz wird immer schlimmer, was sich gestern mal wieder zeigte, als ich mich für Kopenhagen abmelden wollte. Sie dachte, ich wäre diese Woche schon gefahren und käme jetzt Sonntag zu ihr, obwohl ich ihr die Daten klar nannte und ihr auch sagte, wann ich zu ihr zu Besuch komme, um die Vollmachten für ihre Seniorenresident zu unterzeichnen. Die Infos kamen aber einfach nicht bei ihr an. Sie beschimpfte mich und legte mitten im Gespräch auf. Schon schön. Zum Glück kann ich dank meiner Mutter damit umgehen, lasse es nicht zu sehr an mich heran. Meine Verpflichtungen gegenüber der Seniorenwohnanlage werde ich auf ein Minimum reduzieren. Ich habe keine Kraft mehr, bei Schwiegermutter die gleichen Entscheidungen zu treffen wie bei meiner Mutter oder dem Gatten. 

Durch Zufall entdeckte ich, dass in der Reihe gegenüber eine Hard-Core-Nazi-Familie wohnt. Ich dachte mir schon sowas wegen eines Nummernschildes. Es passt, denn in der Reihe wohnte jahrzehntelang der ehemalige Gau-Leiter, und die lindgrüne Hölle ist ohnehin ein tiefbraunes Nest. Diesen Nachbarn hätte es aber nicht gebraucht. Mir fehlt im Umgang mit der Familie die ruhige analytische Art des Gatten. Die ruhige analytische Art des Gatten fehlt mir auch in Bezug auf den aktuellen Nahost-Krieg, zumal er als Offizier einen anderen Blick hatte.

Gestern war ich auf dem Friedhof. Auf dem Rückweg machte ich Halt in einem Eiscafé. Der Gatte liebte es, bei diesem Wetter im Eiscafé zu sitzen. Es ist einfach unfassbar, dass wir nicht mehr zusammen sind.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Dienstag, 19. März 2024

Reha-Gestricksel: Socken und Handschuhe

Während der Reha hatte ich reichlich Zeit zum Stricken, denn zum einen hatte der Therapieplan oft viel Leerlauf, zum anderen regnete es fünf Wochen fast durchgehend, so dass ich wenig Lust auf Ausflüge oder Spaziergänge hatte. 

Dieses Sockenpaar verschenkte ich an eine liebe Mit-Rehabilitandin. 

Die Socken haben einen Krempelbund, Ferse und Spitze aus Fischer Feinstrumpf Color in der Farbe Rosé. Schaft und Fuß sind aus Regia. 

Bund, einmal gekrempelt, einmal nicht.

So schaffte ich sechs Paar Socken, anderthalb Paar Handschuhe und das Fädenverziehen bei einem weiteren Paar Socken. 

Diese Handschuhe kamen halbfertig mit in die Reha. Ich strickte noch die Finger.

Ich verstrickte Wolle von Regia und Gründl.

Am Schluss brauchte ich zum Stricken eines Sockenpaares nur noch zwei Tage ... 

Der Gatte brauchte neue Handschuhe, bekam schnell welche gestrickt und per Post geschickt.

Natürlich hätte ich auch andere Freizeitbeschäftigungen als Stricken finden können, aber ich genoss es einfach, für mich zu sein, meine Ruhe zu haben und ungestört sitzen, stricken und fernsehen zu können. In der Klinik gab's Privatsender, die habe ich zu Hause baustellenbedingt seit zwei Jahren nicht. So entdeckte ich die "Simpsons" neu für mich. 

Bananensocken auf "Vogelkomposition" von Pierre Schumann.

Bananensocken auf Schnee. Ich verstrickte Gründl Hot Socks Color in der Farbe 401.

Wäre mir nach Gesellschaft gewesen, hätte ich mich abends in Café setzten können. Dort traf sich eine nette Strickgruppe.

Socken mit Hebenmaschen-Muster auf "Vogelkomposition" von Pierre Schumann.

Socken auf Schnee. Ich verstrickte Gründl Hot Socks Color in der Farbe 401 und 4fädiges Garn von Regia in Hellgrau.

Muster und Wolle im Detail. Irgendwie lief das Muster nicht richtig, so dass ich statt 64 Maschen über 69 Maschen stricken musste.

Für die Resteverwertung entdeckte ich Bananensocken. Die haben keine Ferse und passen so für mehrere Größen. Da ich Bund, Ferse und Spitze gerne in einer anderen Farbe stricke, bekam ich so aus 100 g Sockenwolle ein Paar Socken in Größe 40/41 und ein Paar Bananensocken in Größe 36 bis 39 heraus. Ich werde für mich auch noch ein Paar stricken, weil ich wissen möchte, wie sich die Socken tragen.

Socken aus Gründl Hot Socks Madena, Farbe 7.

Wolle und Muster im Detail. Das Muster ist von den Socktober 2022-Socken von Tanja Steinbach.

Bananensocken aus Gründl Hot Socks Madena, Farbe 7, mit Bund und Spitze aus Regia.

Wolle und Muster im Detail.

Da die Möbelpacker meine Werkstatt komplett mit Umzugskartons zustellten, um alles aus dem Wohnungskeller unterzubekommen, kam ich nicht an meinen Stash, denn eigentlich hatte ich mir andere Strickprojekte für die Reha vorgenommen. So musste ich neue Wolle kaufen und entschied mich für Farben, die sich für die Aktion Grüne Socke bzw. als Mutmachsocken eignen. Und so kamen auch keine Sockenbretter zum besseren Fotografieren mit in die Reha ...

Socken aus Gründl Hot Socks Sirmone Farbe 3 und hellgrauer Regia.

Die Wolle im Detail.

Bananensocken aus Gründl Hot Socks Sirmone Farbe 3. Unsere Putzfrau war so verliebt in die Farben und fand die Idee einen fersenlosen Socke so lustig, dass sie das Paar bekam.

Wolle und Muster im Detail.

Dieser Beitrag geht rüber zum Dings vom Dienstag und zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln!

Samstag, 2. März 2024

Samstagsplausch KW 09/24: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCVII

"Du warst gerade fünf Wochen zur Kur. Du müsstest aussehen wie das blühende Leben. Du siehst aber einfach nur fertig aus!", bemerkte der Gatte besorgt-charmant am Mittwoch, eine Woche nach meiner Rückkehr aus der Reha. Im Büro meinte eine Kollegin, angesichts der letzten vier Jahre bräuchte ich mal ein Jahr für mich alleine auf einer einsamen Insel - fünf Wochen reichten einfach nicht. Ja, sie haben ja alle recht, fünf Wochen reichten nicht. Ich bin so erschöpft wie vor der Reha, habe gleichzeitig mehr Schmerzen. Nützt ja aber nichts. 

Die letzte Woche war anstrengend. Erleichternd ist, dass es dem Gatten den Umständen entsprechend gut geht und er mir so viel wie möglich abnimmt. So kümmerte er sich an zwei Tagen ums Abendessen und packte fleißig Kartons aus. Ums Abendessen muss sich der Gatte auch zukünftig an zwei Tagen kümmern, denn ich fand einen Platz in einer Therapiegruppe zur Reha-Nachsorge - leider nicht in der Wunschpraxis, aber immerhin so, dass ich die Sitzungen mit der Arbeit verbinden kann, aber halt erst spät zu Hause bin. Ich habe schon in ganz Hamburg und im gesamten Landkreis Harburg gesucht, aber es gibt kaum freie Plätze, bei denen ich nicht mehr als zwei Stunden über Land fahren muss (für eine Strecke). Unmöglich ist es, einen Neurologen oder einen Rehasport-Anbieter zu finden. Die Neurologen in Hamburg und im Landkreis Harburg nehmen aktuell nur Privatpatienten, und einen Rehasport-Anbieter für psychosomatische Erkrankungen, der über die Rentenversicherung, nicht über die Krankenkasse abrechnet, gibt es schlichtweg nicht. Heißt, keine unterstützenden Happy Pills und sich selbst um den Sportspaß kümmern - irgendwann, wenn der Stress weniger wird. Ich will ja ohnehin mit Aquacycling anfangen.

Einer der letzten Bushaltestellen-Warteblicke. Der Gatte und ich fahren mit dem Bus zum Essen.

Die Wochenenden bis Ende März verbringen wir in der Hamburger Wohnung. Ich bin das Pendeln so leid, aber es ist ein Ende in Sicht, denn der Termin für die Schlüsselübergabe steht. Der Vermieter besteht darauf, dass das ausschließlich morgens um 8 Uhr erfolgt, kann aber nicht an den Tagen, an denen ich morgens um 8 Uhr könnte. Später geht nicht, weder vormittags noch nachmittags, und länger als 15 Uhr arbeitet man ohnehin nicht. So wählten wir den Tag der Sperrmüllabfuhr, denn da muss ich ab 6:45 Uhr in der Wohnung sein. Spaßig wird's, wenn der Sperrmüll nach 8 Uhr abgeholt wird (möglich ist ein Zeitraum bis 14:30 Uhr) und ich keinen Schlüssel mehr habe. Ich hoffe, der Vermieter lässt sich darauf ein, ein Paar Schlüssel später zu bekommen. 

In der Wohnung kommen wir gut voran, auch, wenn der Gatte viele Pausen braucht, wackelig ist. Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir bis zum Sperrmülltermin alles aus der Wohnung haben, was der Gatte behalten will. Jetzt rächt sich halt, dass er nicht vorher aussortierte und dass ich irgendwann den Überblick verlor, was alles noch in der Wohnung ist. Ich füllte locker fünf Beistellsäcke mit Müll und machte zusätzlich eine Fuhre zum Recyclinghof. Die transportierte vor allem Regale und Kleinmöbel, die seit Mitte Dezember vorm Haus standen. Jetzt sieht der Vorgarten fast schon wieder anständig aus. 

Wir versuchen es uns in der Wohnung so angenehm wie möglich zu machen. Nach zwei Jahren improvisierter Küche mag ich im Provisorium nicht kochen und beschloss, wir gehen sonnabends essen, besuchen alle die Lokale, in die wir nach dem Umzug nicht mehr so ohne weiteres kommen. Zum Auftakt waren wir beim Griechen, hatte das Glück, ohne Reservierung einen Tisch zu bekommen.

Begrüßungsgruß meiner Kolleginnen.

Im Büro machten die Kolleginnen mir den Wiedereinstieg leicht und überraschten mich mit Blumen und Geschenk. Meine Vertretung rödelte endlos viel - ich hätte ihr eine leichtere Vertretung gewünscht, hätte nicht mit dem Ansturm gerechnet, den sie bewältigen musste. Sie bahnte schöne Kooperationen an, und das gesamte Team will uns bei der großen Jubiläumsfeier im Sommer unterstützen. Was die Jubiläumsfeier betrifft, habe ich inzwischen Angst vor der eigenen Courage und fluche über meine Idee. Kann ich nicht einfach Dienst nach Vorschrift machen?! Keinem wäre das Jubiläum aufgefallen ... Nein, ich freue mich auf die Feier, auch, wenn es mir gerade zu viel ist, weil mir mal wieder alles zu viel ist. Aber ich habe ja Unterstützung. Dass meine Vertretung so toll mitarbeitet, ist eine unwahrscheinliche Erleichterung. Wenn ich in Rente gehe, weiß ich das Projekt in guten Händen, und ich möchte ja so schnell wie möglich in Rente, um möglichst viel gemeinsame Zeit mit dem Gatten zu verbringen. 

Hier gilt seit mittlerweile 207 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch  vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. 

Schwiegermutter und Tante geht's gut. Schwiegermutter lief fünf Kilometer zum Arzt, weil sie den Busstreik nicht mitbekam! Zurück nahm sie sich vernünftigerweise ein Taxi, auch für die Termine am kommenden Tag. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse

Samstag, 24. Februar 2024

Samstagsplausch KW 08/24: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCVI

Nach fünf Wochen Reha bin ich wieder zu Hause. Zwar hätten sich die Ärzte gefreut, wenn ich ihren Vorschlag um Verlängerung zugestimmt hätte und noch ein, zwei weitere Wochen geblieben wäre, aber ich war unruhig, weil wir bis Ende März ja unsere Wohnung geräumt haben müssen, der Vermieter sie sogar schon in der ersten März übergeben haben möchte, um sie zu sanieren, während wir noch Miete zahlen. Da setzt er mich ja seit Anfang Januar sehr unter Druck. Ich muss also bis Ende März jede Menge Termine wahrnehmen, zumal es jetzt auch langsam im Büro in die heiße Phase geht. Da wäre ich in der Reha nicht wirklich entspannt.

Hinzu kam, dass ich in der Reha noch schlechter schlief als zu Hause, wo ich zumindest im Zwei-Stunden-Rhythmus schlafe. In der Klinik sorgte nächtliches Knacken und Knallen in den Wänden dafür, dass ich trotz Ruhe und Entspannung nachts ständig aufwachte. Ich dachte in den ersten Nächten, jemand klopft an meine Tür, dann, jetzt bin ich endgültig durchgedreht. Schließlich fragte ich Mit-Rehabilitanden, ob's bei ihnen in den Wänden auch knackt und knallt. Beruhigenderweise hörten sie das Knacken und Knallen auch, wurden dadurch aber nicht so am Schlafen gehindert wie ich. Vermutlich gibt's im Gebäude ein Problem mit den Heizungsrohren. Ich hätte mir Schlaftabletten geben lassen können, die richtig heftige Sorte, aber das wollte ich nicht.

Trotz der unruhigen Nächte konnte ich nach langer Zeit mal wieder zur Ruhe kommen und entspannen, war auch phasenweise schmerzfrei. Gerne hätte ich längere Spaziergänge unternommen, aber meistens regnete es ohne Unterlass. So genoss ich den Ausblick auf den Wald in meinem Zimmer, las, sah fernsehen und strickte viel. Am Schluss strickte ich ein Paar Socken in zwei Tagen ... Ich lernte nette Mit-Rehabilitanden kennen, hatte Glück mit meinen Therapie-Gruppen, blieb aber trotzdem meistens für mich, genoss es, mich mal nur um mich kümmern zu können.

Wieder zu Hause, hatte ich noch zwei Urlaubstage, von denen wir einen für die Küchenplanung nutzten. Darum werde ich mich dann ab April kümmern, denn momentan habe ich dafür noch keinen Kopf. Außerdem setzte der Kaminbauer einen Termin. Er wollte schon im Januar kommen, aber weil ich ohnehin mehr als genug Termine vor der Reha wahrnehmen musste, hakte ich da nicht nach. Jetzt hätte ich es schöner gefunden, wenn der Kaminbauer erst kommt, wenn wir die Küche schon haben, denn das Küchengeraffel steht im Wohn- und Esszimmer, wohin der Kamin soll, aber ich will den Einbau auch nicht schieben, sonst haben wir zum kommenden Winter immer noch keinen Kamin. Der Schornsteinfeger muss ihn ja noch abnehmen, wofür wir Trittstufen zum Kamin brauchen, die wir noch nicht haben, weil wir keinen Dachdecker finden ... Außerdem muss ich vermutlich aus Bandschutzgründen noch ein Regal versetzen und Holzpaneele entfernen, aber dazu gibt es widersprüchliche Infos, so dass ich das erstmal aufschiebe, bis der Schornsteinfeger da war. 

Und weil mir anscheinend Handwerkertermine fehlten, muss zeitnah wieder der Klempner kommen. Wir haben eine Leckage in der Zuleitung von Wasserkasten zur Toilette ... Nichts dramatisches, kann aber nicht so bleiben. Außerdem muss der Elektriker wieder kommen. Die Umzugsleute haben bei der Montage eines Deckenventilators Murks gemacht. Als der Gatte ihn anschaltete, flogen sämtliche Sicherungen raus. Zum Glück haben wir inzwischen einen modernen und sauber beschrifteten  Sicherungskasten, so dass der Gatte schnell wieder Strom hatte.

Insgesamt hätte ich in den beiden Tagen nach der Reha gerne mehr geschafft ... Ich hoffe, dass es ab April ruhiger wird. 

Ach ja, unser 22. Hochzeitstag war auch ein Grund, warum ich die Reha nicht verlängern wollte. So konnte ich an diesem Tag mit dem Gatten zusammen sein. Ich bin sehr glücklich, dass er tatsächlich fünf Wochen ohne mich meisterte. In den letzten beiden Tagen war aber auch deutlich zu merken, wie viel Kraft ihn das kostete. 

Hier gilt seit mittlerweile 206 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch  vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. 

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Sonntag, 18. Februar 2024

Samstagsplausch KW 07/24: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCV

Die letzte Woche meiner psychosomatischen Reha liegt hinter mir. Im Laufe der kommenden Woche geht's wieder nach Hause - endlich. Die Zeit in der Reha-Klinik war schön und sehr hilfreich, wirklich, aber ich schlafe hier noch schlechter als zu Hause, und der März hält viele Herausforderungen bereit, die sich langsam zu einer Riesenwelle auftürmen. Damit ich die Welle einigermaßen brechen kann, entschied ich mich gegen eine Reha-Verlängerung, was ich im Laufe der Woche kurz bedauerte. Aber angesichts der Aufgaben, die mich zu Hause erwarten, habe ich ich keine Ruhe mehr für ein oder zwei weitere Reha-Wochen. Im März werden wir noch zwischen Haus und Wohnung pendeln. Im April können wir hoffentlich endlich im Haus und in der alt-neuen Heimat ankommen, und da ist ja auch noch reichlich zu tun. Ich möchte endlich wieder das Gefühl haben, zu Hause zu sein. Und ich möchte den Hochzeitstag mit dem Gatten verbringen. Der wäre zwar auch in die Klinik gekommen, damit wir zusammen sein können, aber nochmal möchte ich ihm die für ihn lange Fahrt nicht zumuten.

Auf dem Klinikgelände gibt es einen "Monsterfriedhof". Manche Monster bekommen Rosen und Lilien.

Ich werde für ein halbes Jahr die Reha-Nachsorge in Anspruch nehmen, bekam sogar eine Verordnung für Reha-Sport. Ich hätte nicht gedacht, dass das bei einer psychosomatischen Reha geht. Ich hoffe, dass es mit der psychologischen Nachsorge in einer arbeitsnahen Einrichtung in Hamburg klappt. In der lindgrünen Hölle gibt es leider kein entsprechendes Programm, obwohl das Kreiskrankenhaus eine psychiatrische Tagesklinik hat. Die kümmert sich aber nur um Akut-Fälle. Den Reha-Sport kann ich hoffentlich in der alt-neuen Heimat machen. Dann muss ich nur noch meine Arbeitstage entsprechen legen und alle anderen Termine um die Reha-Nachsorge herum organisieren, aber es wird noch einige Wochen dauern, bis die Nachsorge anläuft. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, einmal jährlich am vorbeugenden Programm "RV-Fit" teilzunehmen, und das werde ich nach Möglichkeit machen. 

Hier gilt seit mittlerweile 205 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch  vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so.  

Der Gatte war wieder zwei Tage in der Wohnung, um unsere Einbauten zurückzubauen, denn die Wohnung muss ja im Originalzustand übergeben werden. Er schaffte nicht so viel, wie er gerne geschafft hätte. Ich muss mir kommendes Wochenende einen Überblick verschaffen, was noch zu tun ist, denn der Vermieter will ja partout schon in der ersten Märzwoche in die Wohnung, um sie zu sanieren, während wir noch Miete zahlen. Ich bezweifle, dass wir das schaffen, tue aber mein Möglichstes. Bei den abendlichen Telefonaten erzählt der Gatte stolz, was er alles schaffte, und ich lobe ihn nach Kräften. Wir hätten vor fünf Wochen ja beide nicht gedacht, dass er schon wieder so gut auf eigenen Beinen stehen kann!

Schwiegermutter und Tante geht's gut. Schwiegermutter freute sich, dass der Gatte den Valentinstag mit ihr verbrachte. Der Gatte schafft es sogar, gelassen zu bleiben - eine große Leistung für ihn. Er ist so erzogen, dass ihm solche Tage etwas bedeuten, im Gegensatz zu mir, und so fiel es ihm schwer, dass wir nicht zusammen sein konnten. Ein bisschen war ich überrascht, keinen Blumengruß vom Gatten bekommen zu haben, aber er weiß inzwischen, wie ich über solche Ausgaben denke und dass ich mir in der Reha ohnehin jede Woche einen Blumenstrauß holte. Aktuell steht hier eine Schale mit Hyazinthen, denn die lässt sich leichter nach Hause transportieren. Tante rief mich diese Woche an, um sich für Karten und Fotos zu bedanken. Ich habe mich sehr über ihren Anruf gefreut. Tante schwächelte am Wochenende etwas, hatte den Notarzt da, der aber sagte, es sein nichts ernstes, sie müsse daran denken, genug zu trinken. Ich hoffe, sie tut's. 

Von den Kolleginnen kam eine "Gute-Laune-Karte" in die Reha, was ich sehr lieb fand. Meine Vertretung meldete sich zudem, um Termine Ende März abzustimmen und besetzte sich gleich doppelt, für den Fall, dass ich keine Zeit habe. Das fand ich großartig! Das Team weiß ja um meine private Situation. Neben dem Gatten, der Begleitung bei Arztbesuchen braucht, was meine Terminplanung beeinflusst, muss ja noch die Wohnung bis Ende März übergeben werden. Dafür muss auch noch der Sperrmüll terminiert werden. Außerdem muss der Gärtner noch Hochbeete und große Pflanzkübel transportieren. Das muss ich alles terminieren und wahrnehmen - und eigentlich müsste ich auch für mich noch Arzttermine machen ... 

Diese Woche hatte ich tatsächlich auch mal Muße, mein Bankkonto zu prüfen. Es gab eine freudige Überraschung: Mudderns ominöse Lebensversicherung zahlte ohne weiteres Gezicke aus. Der Betrag deckt zumindest die Kosten für den Erbschein, auf den die Versicherung rechtswidrig bestand. 

Ein Vorteil der Reha ist, dass ich es schaffe, ungestört fernzusehen und Radio zu hören. Das genieße ich sehr, und so verbringe ich viel Zeit auf meinem Zimmer. Andere Rehabilitanden klagen über Langeweile, weil es wohl vergleichsweise wenig Freizeitangebote in der Klinik gibt, man ohne Auto quasi festsitzt, aber ich kann mich nicht beschweren, finde die Abgeschiedenheit ebenso himmlisch wie den Dauerregen, der willkommene Ausrede ist, keine Spaziergänge machen zu müssen. Natürlich könnte ich mich anderen Patienten anschließen, aber ich genieße es wirklich, für mich zu sein. Jedenfalls konnte ich durch die Ruhe u.a. die Monitor-Sendung mit einem möglichen Szenario zur Machtübernahme der AfD sehen. Es ist erschreckend, was uns mit drei AfD-regierten Bundesländern ab Herbst blüht. Mittlerweile demonstrierten zwar über 4 Millionen Menschen in über 1.000 Demonstrationen gegen die AfD, aber Schritte aus Politik und Justiz unterbleiben weiterhin. Wir rennen sehenden Auges in einen faschistischen Staat. 

Immerhin wird es morgens schon wieder früher hell und abends später dunkel, zwitschern die Vögel schon wieder.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! In der Kombüse ist gerade Blog-Pause.

Samstag, 17. Februar 2024

#12von12 im Februar 2024

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt wie jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! Hier kommen meine Februar-Bilder.

#1: Das Kuschel-Rudel freut sich auf den Tag.

#2: Gegen das Regengrau draußen.

Ich bin aktuell in einer Reha-Klinik. Es ist meine letzte Woche. Eindrücke von der Klinik habe ich schon beim Januar-PMDD gebloggt. Heute habe ich viele Therapien (Bewegungsgruppe, wo Ball über die Schnur gespielt wird, Nordic Walking, Krafttraining, Wassergymnastik und Ergotherapie) und Anwendungen (Elektrotherapie, Hydrojet).

#3: Wo muss ich hin? Das Klinikgebäude kann verwirrend sein, wenn man ohnehin schon verpeilt ist. Letztens dachte eine Patientin, sie wäre im zweiten Stock, während sie durch den Keller irrte.

#4: Jedes Schild hat eine Geschichte, und hier gibt es ausgesprochen merkwürdige Schilder. Das hier ist noch eines der normalsten, auch bezüglich Orthographie und Interpunktion. 

#5: Die Ostsee-Tante bekommt einen Brief.

#6: Mittagessen mit Buch*. Es gibt Maccaroni-Auflauf mit Tomatensauce, und beim Dessert werden die Weihnachtsüberbleibsel aufgebraucht. Im Laufe der Woche hab's auch noch Schoko-Deko in Form eines Nikolausstiefels.

Der obligatorische Rückblick in die ersten vier Corona-Jahre: Am 12. Februar 2020 beschäftigen mich meine Wechseljahrsprobleme, stand eine OP an. Drei Jahre später bin ich immer noch mit den Wechseljahren beschäftigt, aber es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass ich keine neue OP brauche. Am 12. Februar 2021 machte ich meinen ersten Corona-Test. Am 12. Februar 2022 waren die Tests schon Routine ... Dabei hoffte ich so sehr, spätestens mit der Impfung würden wir diese Moppelkotze los. Am 12. Februar 2023 war ich vom Pendeln erschöpft, arbeitete noch an der Nesteldecke für meine inzwischen verstorbene Mutter. Inzwischen bin ich mir sicher, dass ich die Decke aufribbeln werde, um Socken daraus zu stricken. 

#7: In der Ergotherapie sollten wir unsere "Monster" formen, um sie bei Bedarf auf dem klinikeigenen "Monsterfriedhof" "beizusetzen". Heute bekam ich mein glasiertes und gebranntes Monster. Pragmatisch wie ich bin, kann meins auch als Kerzenständer, für Nüsschen oder als Vogeltränke genutzt werden. Es bleibt also nicht auf dem Monsterfriedhof, sondern kommt mit nach Hause.

#8: In der Ergotherapie mussten wir heute füreinander 20 gute Wünsche für die ersten 20 Tage nach der Reha aufschreiben. Alle Zettel kamen in eine Kiste, und jede/r zog 20 Zettelchen. Wenn's hilft ... 

#9: Nein, das ist nicht, wonach es aussieht. Die Gurte werden für die Stromtherapie gebraucht.

#10: Auf zur Wassergymnastik.

#11: Endlich Füße hochlegen und stricken.

#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

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Samstag, 10. Februar 2024

Samstagsplausch KW 06/24: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCIV

"Hättest du vor vier Wochen gedacht, dass du das alles alleine schaffst?", frug ich vorgestern den Gatten. "Nein", lautete seine Antwort. Es ist wirklich erfreulich und unwahrscheinlich erleichternd, wie gut der Gatte alleine zurecht kommt! Er schafft jetzt Dinge, die er seit Schlaganfall und seit Herzerkrankung nicht mehr schaffte wie Termine absprechen und einhalten, Behördengänge oder sich ein frisches Abendessen zu kochen. Er traut sich wieder mehr zu und ist zurecht unwahrscheinlich stolz darauf, was er alles schafft!

Das gemeinsame Wochenende war sehr schön. Am Sonnabend liefen wir zehn Kilometer, ohne es zu merken, und als ich es dem Gatten abends sagte, platzte er fast vor Stolz und Freude. Sonst kämpft er ja um jeden Meter. Mal schauen, wie es sich weiter entwickelt. Jedenfalls bekommt dem Gatten meine Reha. 

Das Kuschel-Rudel darf einen seltenen Sonnentag auf der Fensterbank verbringen und hat gerade wieder ein Achtsamtkeits-Entchen zu Besuch.

Mir bekommt die Reha auch, wenngleich ein diese Woche eine Verlängerung ablehnte. So gut mir die Anwendungen, Therapien und Ruhe tun, so sehr brennt mir auch das, was zu Hause zu tun ist, unter den Nägeln. Ich möchte die Wohnung übergeben und endlich im Haus ankommen, die Küche einrichten, die Umzugskartons auspacken ... Erst das alles erledigen und dann in die Reha zu gehen, war ja keine Option, denn dann wäre die Reha frühestens im April möglich gewesen, und das wäre beruflich schwierig geworden (ja, ich weiß, die Reha geht vor). Und für meine Hausärztin bin ich ja schon seit spätestens August letzten Jahres nicht mehr arbeitsfähig. Ich hätte ansonsten keine Probleme, mich dauerhaft in der Reha-Klinik einzurichten, in dieser wohligen Blase des Umsorgtwerdens ...

Diese Woche gab's viel Therapie-Ausfälle, viel Leerlauf. Für mich war das nicht weiter schlimm, bedeutet es doch mehr Zeit zum Lesen und Stricken. Ich fuhr tatsächlich ins Dorf, um Bücher nachzubestellen! Wolle habe ich zum Glück mehr als genug mit. Ich schaffte es zudem, mein "Monster" zu glasieren, wonach es Montag nicht aussah. Ich bin gespannt, wie es aussieht, wenn es gebrannt ist. Ansonsten verabschiedete ich mich gestern von einer netten Mit-Rehabilitandin, die ich am ersten Reha-Wochenende kennenlernte. Ansonsten bin ich in der Klinik sehr für mich, genieße es, dass niemand etwas von mir will, dass ich meine Ruhe habe. Die Menschenmassen samt Geräuschkulisse im Speisesaal sind schon anstrengend genug.

Schwiegermutter und Tante geht's gut. Beide freuten sich über die Postkarten, die der Gatte und ich am Wochenende schrieben. Diese Woche telefonierte ich auch mit meiner anderen Tante, der Schwester meiner Mutter. Die Idee war, sie während der Reha zu besuchen, weil sie in der Nähe wohnt. Sie kam allerdings zu dem Ergebnis, dass bei der aktuellen Wetterlage "dem Kind" die lange Fahrt nicht zuzumuten war, und ich war nicht böse, denn ich habe selbst keine Lust auf lange Autofahrten. Deswegen sind meine Aktivitäten am Wochenende auch sehr beschränkt. Es war unglaublich, welche Wärme mir meine Tante entgegenbrachte, im Gegensatz zu meiner Mutter. Wir wollen sie über ein Wochenende besuchen, wenn das Wetter wieder besser ist. 

Hier gilt seit mittlerweile 204 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch  vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so.  

Am Mittwoch war das Simchat-Tora-Massaker vier Monate her. Der 7. Februar war zudem der 23. Geburtstag von Shani Louk, einer Deutsch-Israelin, die zu den Opfern des Massakers gehört. Im Gutman-Museum in Jaffa wurde eine Ausstellung mit Kunstwerken der jungen Frau eröffnet. In dieser Woche wurde auch bekannt, dass 32 Männer, Frauen und Kinder der 136 Hamas-Geiseln inzwischen tot sind. Wann sie geborgen bzw. befreit werden, ist weiterhin unklar. Bekannt wurde auch, dass die AfD-Jugend Deportationen von Juden in Arbeitslager plant. Schon schön. Das Pack nutzt die Ereignisse der 1920er Jahre wirklich als Blaupause, und weder Politik noch Justiz gebieten ihm Einhalt. Es ist schön, dass mittlerweile über 3,5 Millionen Menschen für die Demokratie auf die Straße gingen, aber da die Unterstützung aus Politik und Justiz ausbleibt, bleibt es wirkungslos. Es ist zum Verzweifeln. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! In der Kombüse ist gerade Blog-Pause.

Dienstag, 6. Februar 2024

#WMDEDGT 2/24: Denn der Wind treibt Regen über's Land

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln! 

Ich bin mittlerweile die dritte Woche in der Reha im schleswig-holsteinischen Nirgendwo. Die Klinik liegt seht ruhig. Was manchen Mit-Rehabilitanden zu schaffen macht, ist für mich gerade richtig, wenngleich der Dauerregen nervt. Andererseits bietet er eine willkommene Ausrede, mich vor Waldspaziergängen zu drücken.

Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Nacht paradiesisch, schlafe ich einigermaßen durch. Am Wochenende war der Gatte zu Besuch, unterhielten wir uns auch darüber. welche Erleichterung es ist, dass sein Diabetes langsam besser eingestellt ist. Dextrose-Beutel brauchte er schon lange nicht mehr, und wenn, dann allenfalls mal einen, aber nicht mehr diese Massen wie vor einem Jahr. 

Die Tage in der Reha-Klinik beginnen früh: Frühstück gibt's ab 7 Uhr, und da ich um 8 Uhr schon eine Sportgruppe habe, muss ich auch schon so früh essen, ob ich will oder nicht (Sport auf nüchternen Magen ist bei mir keine gute Idee, und die nächste Mahlzeit gibt es erst ab 11:30 Uhr). Ich entscheide mich für einen Tisch mit drei netten Mit-Rehabilitanden, die leider alle demnächst entlassen werden. Wir reden über das Wochenende. Wir waren alle zum Waffelessen im hiesigen Museumskroog. Davon ab merke ich wieder mal, wie vieles mir entgeht, weil ich meistens ganz für mich bin. So hätte ich gestern zum Beispiel Lach-Yoga machen können, am Vortag mit kegeln können, könnte heute Abend Bing spielen. Mit den dreien wird's bestimmt lustig, aber ich weiß schon morgens, dass ich abends lieber alleine sein möchte. Ich genieße es einfach, ungestört für mich zu sein, nicht in Alarmbereitschaft sein zu müssen. Wer weiß, wann ich das nach der Reha wieder kann. 

Sportgruppe mit der Lieblingstrainerin. Wir müssen Tennisbälle mit Plastikbechern werfen und fangen, um die Koordination zu schulen. Mit meiner Koordination ist alles in Ordnung, solange ich nicht Tennisbälle mit Plastikbechern werfen oder fangen muss, aber egal, es macht Spaß. 

Dreißig Minuten Pause, dann fünf Minuten Ultraschall für das linke Knie, das arg unter meinen Verspannungen leidet. Nach drei Wochen unterschiedlicher Therapien komme ich immerhin schon wieder ohne Hüpfen die Treppen rauf und runter, bin immer öfter schmerzfrei. Schon schön.

Fünfzig Minuten Pause, die ich nutze, um im sechsten Takeda-Band* zu lesen und um aus dem Fenster zu gucken, wo der Wind den Regen vor sich her treibt. Ich bin heilfroh über das Zimmer im Altbau, denn es bietet freie Sicht auf den Wald. Die Zimmer im Neubau gehen oft zum Innenhof, wo man wahlweise auf Mauer oder Baustelle guckt. Sie sind Privatpatienten vorbehalten - Kassenpatientin zu sein, kann von Vorteil sein. 

Auf zum Krafttraining, das mich nachhaltig nervt. Vierzig Jahre lang war das mein Sport, nun plötzlich nicht mehr. Ich weiß noch nicht, ob das an den Geräten in der Klinik liegt, mit denen ich einfach nicht zurecht komme, oder ob die Zeit einfach vorbei ist. In einer Gruppe sind knapp 10 Personen, die alle auf die gleichen Geräte warten, und dass man abwechselnd an einem Gerät trainieren kann, setzt sich nicht durch. Ich flüchte irgendwann auf ein Ergometer, das einzige, bei dem ich es schaffe, den Sattel auf meine Größe zu stellen, noch so ein Unding bei den Klinik-Geräten, die lassen sich nicht richtig einstellen bzw. ich bin zu blöd dazu, darf dann aber auf dem Gerät nicht weiter trainieren, weil es gesperrt ist, warum auch immer. Nach dreißig Minuten reicht's mir. 

Endlich raus aus dem Trainingsanzug und duschen. Kaum bin ich fertig, kommen die Reinigungskräfte, um die Handtücher zu tauschen und eine "Sichtreinigung" vorzunehmen. Ich vermute, das heißt, sichtbare Flecken werden entfernt. Jedenfalls hat die Zimmerreinigung durchaus Potenzial nach oben, aber ich bin eine faule Hausfrau, ich kann damit um.

Lesen* und Fenstergucken, bis es um halb zwölf Zeit zum Mittagessen ist. Es gibt Gemüsestrudel mit Rosenkohl und Petersiliensauce. Das Klinik-Essen ist gut, wenngleich ich mich frage, wieso ein Gemüsestrudel eine Gemüse-Beilage braucht, aber gut, Gemüse ist gesund, und ich mag Rosenkohl. Saucen kann die Klinik-Küche genau so gut wie ich: Die Bindung ist Glückssache. Heute ist die Sauce zu dünn, und überhaupt ist eine Becher-Mehl mit getrockneter Petersilie keine Petersiliensauce, aber egal, ich jammere auf hohem Niveau. Das Essen ist gut und abwechslungsreich - in drei Wochen gab's bislang kein Mittagessen zwei Mal. Das ist eine respektable Leistung!

Vom Mittagessen geht's direkt zur Ergotherapie. Diesmal machen wir Collagen, natürlich zu einem vorgegebenen Thema, was mich überfordert, aber egal, da muss ich durch. Wir sehen die "Monster", die wir in der letzten Woche in Ton formten und die jetzt zum ersten Mal gebrannt wurden. Ich entscheide mich, meines zu glasieren, muss aber erfahren, dass das nicht klappt, denn parallel zum einzigen Glasur-Termin ist das Seminar "Angstbewältigung", und das darf ich weder ausfallen lassen noch verschieben. Der Glasurtermin lässt sich auch nicht verschieben. Psycho- und Ergotherapie zoffen sich eine Weile, Ergotherapie unterliegt. Ich muss nun überlegen, ob ich mein "Monster" unglasiert brenne und mitnehme oder ob ich versuche, es in der lindgrünen Hölle in einem Keramik-selbst-bemalen-Laden zu glasieren oder ob ich es mit nur einem Brand im "Monster-Teich" der Klinik versenke. Irgendwie alles doof. Ich möchte mein "Monster" gerne glasiert mitnehmen, denn pragmatisch, wie ich bin, gäbe es eine hübsche Vogeltränke im Garten ab. 

Nun habe ich dreieinhalb Stunden Pause. Der Gatte meldet sich: Er kam gut in der Wohnung an, wo er einen Zwischenstopp macht, weil er am kommenden Tag einen Termin in Hamburg hat. Parallel ruft unser Vermieter an und setzt uns einen Termin zur Wohnungsübergabe. Ich dachte, das Thema hätten wir vom Tisch, als ich Anfang Januar klar machte, dass ich mich Anfang März melde, wenn ich aus dem Krankenhaus zurück bin, aber der Vermieter versucht es weiter, ziemlich dreist, will von dem Gespräch im Januar nichts wissen. Ich werde deutlich, was unser Verhältnis nicht entspannt, aber egal: Vor März tut sich gar nichts. Der Vermieter ist verärgert, will die Wohnung unbedingt sanieren, während unser Vertrag noch läuft, damit er sie ab 1. April gleich weiter vermieten kann. Verständlich, aber für mich nicht machbar. Ich kann mich jetzt einfach nicht darum kümmern, egal, wie sehr er nervt.

Ich lege mich hin und schlafe tatsächlich anderthalb Stunden wie ein Stein, wache rechtzeitig zur Hydrojet-Anwendung auf. Von da geht's direkt zum Abendessen. Wieder im Zimmer, kümmere ich mich um die am Vortag gewaschene Wäsche, die inzwischen trocken ist und weggeräumt werden möchte. Dann Vorabendkrimi und Strickzeug, parallel dazu Hornhautsocken anziehen - putzigerweise tat ich das vor genau einem Jahr auch. Nach der Tagesschau das tägliche Telefonat mit dem Gatten, der in der leeren Wohnung ist, dann fernsehen und stricken, zwischendrin die Hornhautsocken anziehen. Während des heute journals ins Bett und vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

Der Blick zurück in die ersten vier Corona-Jahre: Am 5. Februar 2020 erfasste uns langsam die Coronahysterie in Form von vergriffenen Desinfektionsmittel, ging ich noch davon aus, dass mein Mammutprojekt noch ein paar Monate analog bleibt. Am 5. Februar 2021 gab's schon einen Impfstoff gegen Corona, hatten wir noch die Hoffnung, dass der Gatte gesund wird. Am 5. Februar 2022 wussten wir schon, dass der Gatte nicht mehr gesund wird, waren noch immer mit der Schlafzimmerrenovierung beschäftigt. Am 5. Februar 2023 lebte meine Mutter schon ein halbes Jahr im Pflegeheim, versank immer mehr in Aggression und Wut und nahm langsam vom Leben Abschied.