Montag, 7. September 2015

Ausgelesen: Bücher im August 2015

Im August hatte ich Urlaub und litt unter Schlaflosigkeit. Das ergab viel Zeit zum Lesen. Rechtzeitig zum Urlaub trafen auch einige Rezensionsexemplare ein. Genug Lesefutter für schlaflose Nächte also.

Aus dem Juli nahm ich das Buch "Kurschattenerbe" von Sigrid Neureiter mit. Es spielt wie der Vorgängerband "Burgfrieden"*, in Südtirol, in Meran (das bekam das Lektorat anscheinend nicht immer so ganz mit, denn die Handlung verrutscht schon mal nach Bozen, wo der erste Band spielt).

Die Handlung ist schnell erzählt: "PR-Beraterin Jenny Sommer nimmt an einem Symposium in Meran teil, das sich mit dem Ritter und Minnesänger Oswald von Wolkenstein beschäftigt. Als einer der Wissenschaftler verschwindet, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Noch ahnt sie nicht, dass in unmittelbarer Nähe ein Mord geschehen ist. Haben beide Vorfälle etwas miteinander zu tun? Jenny verfolgt eine Spur, die sie zum Schloss Tirol führt. Die Suche im Schatten des Wahrzeichens von Südtirol führt sie weit in die Vergangenheit", heißt es im Klappentext.

Ich erinnere, dass ich mich schon mit "Burgfrieden" schwer tat und nur am Ball bliebt, weil die Geschichte in Bozen und auf Schloss Runkelstein spielt. Auch bei "Kurschattenerbe" hielt ich nur wegen des Meraner Lokalkolorits durch. Die Handlung entwickelt sich sehr behäbig und gelegentlich nicht immer logisch, zum Schluss hin dann wiederum so rasant, dass ich den Eindruck hatte, Neureiter wolle schnell zum Ende kommen. Mal schauen, ob ich den dritten Band, "Dolomitenrot", lese - vielleicht, wenn er mir in der Onleihe über den Weg läuft.

Schon viel besser gefiel mir "Der Atem Gottes", ein Sherlock Holmes-Pastiche von Guy Adams. Fans der BBC-Serie "Sherlock"  werden den Autor kennen: Er veröffentlichte u.a. ein Faktenbuch zur Serie. Anders als das Pastiche von David Gray las ich dieses mit großem Vergnügen: Adams kennt sich in Doyles' Kanon bestens aus, die Figuren sind klassisch charakterisiert. Weniger klassisch hingegen ist die Handlung: Holmes und Watson werden zu Geisterjägern.

Zum Inhalt: Nach dem Tode seiner Frau zieht Watson wieder bei Holmes ein. Gleichzeitig kommt es in London zu mysteriösen Todesfällen, die nur den Schluss zulassen, dass sie eine übernatürliche Ursache haben. Für einen rational denkenden Menschen wie Holmes ist das natürlich nicht hinnehmbar. Gemeinsam mit Watson macht er sich an die Klärung der Todesumstände (wobei der arme Watson sich im Laufe der Handlung alleine übernatürlichen Phänomenen ausgesetzt sieht, da Holmes abtaucht).

Für Holmes-Puristen ist der Roman mit seiner Mischung aus realen und fiktiven Charakteren, seiner mystisch-esoterischen Handlung sicher zu abgedreht. Mir hat das Buch aber sehr viel Spaß gemacht. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, gruselte mich gehörig, habe Lust auf den zweiten Band und darauf, das eine oder andere Buch von H.P. Lovecraft zu lesen. Zum Show Down kommt es übrigens in einer der Londoner U-Bahn-Baustellen, was mir ebenfalls sehr gut gefiel.

Anschließend widmete ich mich einigen Rezensionsexemplaren. Die Rezension zu "Die Geschichte meiner Familie in Äxten und Sägen" ist schon online, die zu "In einer kalten Winternacht" und "Totengedenken"* folgt demnächst. "Totengedenken" gefiel mir so gut, dass ich mir gleich die beiden Vorgängerbände, "Nacht ohne Gesicht" und "Orte der Finsternis" auf's eBook lud.

"Nacht ohne Gesicht" las ich gleich im Anschluss. Es ist der erste Band mit dem Londoner Inspector John Madden, der seelisch schwer gezeichnet ist vom Ersten Weltkrieg. Als im Sommer 1921 in einem Herrenhaus im idyllischen Surrey vier bestialisch zugerichtete Leichen gefunden werden, befürchtet Madden, das es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Er soll Recht behalten. Gleichzeitig lernt John die junge, selbstbewusste Ärztin Helen kennen, die sein Leben verändern könnte.

Der ruhige Stil von Rennie Airth, der den Kosmos rund um John Madden erschuf, gefällt mir außerordentlich gut. Airth erzählt spannend, weiß mich zu fesseln, und auch, wenn der Täter etwa auf der Hälfte des Buches feststeht, bleibt seine Überführung spannend. Ich binde es ausgesprochen schade, dass es die beiden ersten Bände der John-Madden-Reihe auf Deutsch bislang zurzeit nur als eBook gibt (die Taschenbuchausgaben sind nur antiquarisch erhältlich).

Ich wollte den August mit der Lektüre der "Frickelbacher Kellergeister" beschließen, aber das Privatdetektivinnen-Duo zog mich nicht so sehr in seinen Bann, so dass ich das Buch beiseite legte und erstmal "Tod in der Hofburg" las. Auch hier folgt demnächst eine ausführliche Rezension.

Und wie war Euer Lese-August?

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