Dienstag, 14. April 2015

Bad Nauheim IV: Historische Zugfahrt auf der Butzbach-Licher-Eisenbahn nach Münzenberg und zurück

Der Gatte ist zwar nicht der typische vereinsmeierische Pufferküsser mit Eisenbahnfetisch, aber er ist alten Eisenbahnen oder Modellbahnen schon sehr zugetan, und so gucke ich bei jeder Reisevorbereitung, ob in der Nähe eine historische Eisenbahn ist, die zufällig auch noch dann fährt, wenn wir in der Gegend sind. Der Gatte könnte so was natürlich selbst herausfinden, aber es gehört zur ehelichen Aufgabenteilung, dass ich für Reisen zuständig bin.

Fahrtbeginn ist in Bad Nauheim-Nord. Der Bahnhof liegt gegenüber dem großen Bahnhof. Der Zugang ist zwar auf der Homepage beschrieben und an Fahrtagen ausgeschildert, aber wir taten uns trotzdem schwer, ihn zu finden. Zum Glück waren wir rechtzeitig vor Ort, um den regulären Weg über die Gleise zu suchen und zu finden.

Auftakt zur Fahrtsaison 2015: Die erste Einfahrt in Bad Nauheim-Nord.
Die Lok in Münzenberg.
Fachsimpeleien am Bahnhof Bad Nauheim-Nord.
In der Nähe von Bad Nauheim gibt es wenigstens zwei Museumsbahnen. Den Auftakt machen die Eisenbahnfreunde Wetterau, die Ostern ihre Saison starteten. Wir hatten das Vergnügen bei der diesjährigen Auftaktfahrt dabei zu sein.

Unter Dampf durch die Wetterau.
Fahrkartenkontrolle, so richtig wie früher. Auf solche Details wird viel Wert gelegt.
Wie von Faller: Der Bahnhof Münzenberg.
Detail.
Befahren wird ein Teilstück der Butzbach-Licher-Eisenbahn zwischen Bad Nauheim und Münzberg, das seit über 10 Jahren an die Eisenbahnfreunde Wetterau (EFW) verpachtet ist. In Bad Nauheim-Nord befinden sich Lokschuppen und Grube sowie einige Draisinen, Personen- und Güterwagen sowie Nebenfahrzeuge.

Rangieren in Münzenberg.
Rangieren in Münzenberg.
Der EFW hält die Strecke instand und fährt zwischen April und Oktober jeden ersten und dritten Sonntag im Monat im Pendelverkehr. Zudem gibt es Sonderfahrten, kann der Zug gemietet werden, wird ein Güterverkehr unterhalten. Kurz: Es ist eine Menge, was die Jungs und Mädels auf die Beine stellen!

Blick in den Spantenwagen.
Theoretisch wäre sogar für Steckdosen gesorgt.
Wir fuhren unter Dampf, mit einer Henschel-Lok vom Typ "Bismarck" aus dem Jahr 1904. Pufferküssern wird das was sagen. Ich spiele mehr so in der Liga "Die Lok ist alt, schwarz-rot, macht Puff-Puff, rattert ordentlich und dampft hübsch vor sich hin. Außerdem ist sie so alt wie die Bahnstrecke, auf der sie heute fährt".

Gleich kann's weitergehen.
Auf die Lok folgten ein Packwagen aus dem Jahr 1942 sowie ein Spantenwagen aus dem Jahr 1909, der einst für die österreichische Bahn fuhr. Die Spantenwagen wurden in den 1950er Jahren umgebaut und werden in diesem Zustand erhalten. Zwischen den Spantenwagen fährt eine "Donnerbüchse" aus dem Jahr 1929 mit, die zu einem Thekenwagen im Stil der 1920er Jahre umgebaut wurde (davon gibt es in der Kombüse ein paar Fotos). Schließlich folgen noch zwei Spantenwagen.

Abschmieren vor der Rückfahrt.
In Münzenberg wird die Lok während einer halbstündigen Pause abgekoppelt, gedreht, aufgetankt und wieder angekoppelt. Wer Fahrräder mitnahm (für deren Beförderung ist der Packwagen da), kann in Münzenberg aussteigen weiterfahren. Der Ort ist malerisch, die dazugehörige Burg sehenswert.

Bevor es wieder von Bad Nauheim nach Münzenberg geht, müssen ordentlich Kohlen gebunkert werden.
Der nächste Fahrtag ist am 19. April 2015, also kommenden Sonntag. Alle Termine und weitere Informationen gibt es auf der Homepage der EFW.

Kommentare:

  1. Na wenn das so ist, da gäbe es dann ja noch einige Gründe mehr für einen Ausflug in den Osten. Hier gibt es eine ganze Menge Museumseisenbahnen, eine davon habe ich übrigens selbst mit aus der Taufe gehoben.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schaun wir mal, wie's aussieht, wenn die Reha erfolgreich überstanden ist ;o) Zumindest habe ich gerade die nächste Fahrt mit einer historischen Bahn durch die Wetterau gebucht und freue mich.

      Löschen
  2. Reise zu den Dampfbahnen in Hessen https://www.kulturreise-ideen.de/technik/eisenbahn/Tour-dampfbahnen-in-hessen.html

    AntwortenLöschen