Ich warte auf den Entscheid zum Reha-Antrag, der endlich gestellt ist und von meiner Hausärztin mit Dringlichkeit weitergeleitet wurde. Ich hoffe, dass ich wieder nach Aukrug oder Bad Segeberg komme, wobei Aukrug mein Favorit ist. Beide Kliniken kenne ich, bei beiden ist die Ostsee-Familie in der Nähe.
Solange der Reha-Antrag nicht entscheiden ist, kann ich keinen Urlaub planen oder berufliche Projekte terminieren. Beruflich spränge natürlich meine Kollegin ein, aber sie schulterte das Projekt schon im letzten Jahr überwiegend alleine. Sie würde das klaglos auch nochmal machen, nur wenn sie es nicht muss, ist sie auch nicht böse.
Ich warte auf die Entscheidung, ob ich Hinterbliebenen-Rente bekomme. Davon hängt ab, ob ich mir weiterhin trotz Lifestyle-Teilzeit solchen überflüssigen Luxus wie Lebensmittel, Freizeit, Kleidung und Urlaub leisten kann. Aktuell zahle ich das aus Rücklagen. Die sind aber eigentlich dazu bestimmt, das Haus fertigzustellen. Da ich nicht weiß, wie sich meine finanzielle Lage entwickelt, kann ich momentan auch keine Handwerker beauftragen. Das Haus zu verkaufen und in eine Mietwohnung zu ziehen, ist aus diversen Gründen keine Option.
Ich richte mich sicherheitshalber darauf ein, mir einen Zweitjob oder eine Vollzeitstelle zu suchen, wobei ich aktuell nicht fit genug bin, mich in neue Arbeitsfelder einzuarbeiten, und meine Chefinnen mich ungern gehen ließen. Aber meine Stelle ist nur auf 75% angelegt, kann nicht ohne Weiteres in eine 100%-Stelle umgewandelt werden. Das ginge nur, wenn jemand anderes aus dem Team 25% weniger arbeiten möchte und mir diese Anteile zugeschlagen werden. Ansonsten gibt es aktuell bei uns in der Abteilung keine freien Stellenanteile. Auch wenn die Christus-Dachte-Umgekehrt-Partei mangels Sachverstands etwas anderes behauptet: Man kann nicht überall beliebig von Voll- in Teilzeit oder zurück wechseln.
Ich warte auf den Erbschein. Solange der nicht vorliegt, kann ich mich um einige Sachen des Gatten nicht kümmern, von denen auch die Entwicklung meiner finanziellen Situation abhängt. Der Erbschein ist seit November beantragt, und ich hoffe, dass er schon im Laufe dieses Jahres ausgestellt wird.
Ich warte auf das Ende des Winters. Eis und Schnee und grauer Himmel kosten mich extrem viel Kraft, die ich ohnehin aktuell nicht habe. Sie liefern andererseits aber auch einen willkommenen Grund, das Haus nicht zu verlassen ... Seit ein paar Tagen zwitschern morgens immerhin schon wieder die Vögel. Ich habe die Hoffnung, dass mit dem Frühling vielleicht auch etwas Energie zurückkommt.
Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 308.
Hier kommen noch immer Krankenhaus-Rechnungen für den Gatten an, was jedes Mal Wunden neu aufreißt. Diese Woche kamen Rechnungen aus dem Juni. Fehlen noch die Monate Juli bis September.
Schwiegermutters sonntägliche Anrufe lasse ich aktuell ins Leere laufen, was einfach ist, da sie sich weigert, mich auf dem Festnetz anzurufen und das Taschentelefon meistens stummgeschaltet ist. Ich habe keine Lust, ihr Sonntagsclown zu sein. Sie erklärte mir im letzten Telefonat, die Sonntage seien für sie von klein auf unerträglich, weil sie da nicht im Mittelpunkt stand. Die Eltern zogen sich zurück, das Kindermädchen hatte frei, die Freundinnen waren bei ihren Familien ... Tragisch, aber nicht mein Problem. Ich sehe nicht ein, ihrem Wunsch nachzukommen und jeden Sonntag zu ihr zu fahren. Mich verletzt zudem nachhaltig, dass Schwiegermutter befand, das Grab des Gatten, ihres Sohnes, ginge sie nichts an, damit habe sie nichts zu tun.
Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Schön, dass Du Dich von SchwiMu abgrenzt! Weiter so. Du brauchst Deine Energie für Dich!
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