Mittwoch, 12. April 2017

Sieben Sachen Sonntag KW 14/17

Kaum zu glauben, dass das erste Viertel des Jahres schon wieder vorbei ist. Die Zeit rast. Manchmal wünschte ich, ich könnte sie anhalten. Hier sind sieben Impressionen vom zweiten Aprilsonntag für die Link-Party bei Frau Grinsestern.

#1: Frühstück. Das Rezept für die Bananenpfannekuchen gibt's in der Kombüse.
Eigentlich wollte ich aus den drei überreifen Bananen, die ich Freitag aus dem Büro mit nach Hause nahm, Kuchen backen, aber nachdem der Gatte Sonnabend wieder arbeiten musste, holten wir auf dem Rückweg bei Dwenger Kuchen (und Brot). Also gab's Bananenpfannekuchen zum Frühstück.

Nach dem Frühstück war Hausarbeit angesagt. Der Gatte machte den Balkon frühlings- und sommerfein und ich kümmerte mich um die Wäsche.

#2: Ich habe gestrickt, die Waschmaschine hat gefilzt.
#3: Das erste Mal Teestunde auf dem Balkon.
#4: Den Wochenplan auf die Tafel im Flur schreiben.
#5: Den Mittagspausensalat für die kommende Woche vorbereiten.
#6: #tatortsocken stricken. Das werden Maiglöckchensocken nach einem Muster von Kristin Benecken.
#7: Noch ein bisschen lesen*, bevor die Augen zufallen.
Die Rezepte zu diesem Sonntag gibt es in der Kombüse.

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Samstag, 8. April 2017

Samstagsplausch KW 14/17: Hach, ist das alles aufregend!

Diese Woche war ziemlich anstrengend. Der Verkehr war heftig, ich stand morgens ständig im Stau und kam jeden Tag zu spät. Das sind die Momente, in denen ich überlege, doch lieber den HVV zu nutzen, aber abends ist das Auto unschlagbar, denn dann bin ich in maximal 45 Minuten zu Hause (statt in 2 Stunden). Zuspätkommen ist nicht schlimm, aber mich stört es.

Außerdem gab's in dieser Woche keine Mittagspause, was mich vor allem Mittwoch ärgerte, denn da wollte ich zum Imbisswagen Foodtruck, um Falafel zu essen. Vertretungsdienst samt Überstunden gab's auch sowie die Erkenntnis von Kollegin II, ich hätte während ihrer Vertretung doch keine Fehler gemacht. Sach bloß. Damit war diese Auseinandersetzung dann wohl ziemlich überflüssig.

Kollegin II sorgte natürlich dafür, dass es ihre Aussage keine Zeugen gab, und der Chefin sagte sie es schon gleich gar nicht. Sie erfuhr es von mir, als ich sie über eine Bewerbung unterrichtete, bevor sie durch Rückfragen davon erfährt. Außerdem erfuhr ich, dass sie dabei ist, mich aus dem Vertretungsdienst für Kollegin II herauszubekommen. Keine Vertretung für Kollegin II mehr leisten zu müssen, wäre eine Perspektive für mich, im aktuellen Team zu bleiben.

Wir beschlossen, zweigleisig zu fahren: Ich bewerbe mich, sie versucht, mich aus dem Vertretungsdienst für die II zu bekommen, und dann schauen wir mal, wer zu erst erfolgreich ist.

Die Stelle, auf die ich mich bewerben werde, war vor anderthalb Jahren schon mal ausgeschrieben. Damals bewarb ich mich nicht, weil auf meiner jetzigen Position alles in Ordnung war. Man fand keinen geeigneten Mitarbeiter, nahm eine Zeitarbeitskraft, von deren Übernahme man absah und stattdessen lieber wieder die ursprüngliche Stelleninhaberin aus dem Ruhestand holte, was aber auf Dauer auch keine Lösung ist.

Jetzt hat man die Stelle so umstrukturiert, dass ich mit dem Klammerbeutel gepudert wäre, würde ich mich nicht bewerben, denn rein vom Profil her passe ich zu hundert Prozent (und die Bezahlung ist auch besser). Natürlich ist nicht nur das Profil entscheidend, sondern auch die Menschen dahinter, aber ich denke einfach positiv. Ende der Woche soll ich meine aktuelle Beurteilung haben, versprach die Chefin, und dann machen sich meine Unterlagen auf den Weg.

Parallel kümmere ich mich um den Führerscheinumtausch, falls es doch schon im Juni mit der Andalusienreise klappt, weil's mit einer Versetzung noch nicht klappt.

Hach, ist das alles aufregend!

Ansonsten war die Woche fein und klang in einer Tapasbar aus. In der war ich seit vielen, vielen Jahren nicht mehr. Damals arbeitete ich in der Nähe und ließ dort regelmäßig den Tag mit Kollegen ausklingen.

Tapas und Cocktails im Altamira.
Besonders ein Abend blieb in Erinnerung: Nach vielen Tapas und noch mehr Mojitos schaffte ich es noch mit dem Fahrrad nach Hause. Ich schaffte es auch noch, das Fahrrad in den Keller und mich in die Wohnung im Dachgeschoss zu bringen. Als aber der Gatte die Wohnungstür öffnete und "Willste auch Vanilleeis mit Schokosauce?" fragte, war's aus. Ich umarmte die Kloschüssel, nicht den Gatten.

Der gestrige Abend eskalierte natürlich nicht, wir sind ja jetzt alle im gesetzten Alter ...

Ich hoffe, Du hattest eine gute Woche und wünsche Dir ein schönes Wochenende. Dieser Betrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea.

Montag, 3. April 2017

Ausgelesen: Bücher im März 2017

In diesem Monat war ich ein wenig lesefaul. Ich kämpfte mich durch "Nur eine böse Tat*" von Elisabeth George*, denn dieser Band aus der Reihe um den Londoner Chief Inspector Thomas Lynley und seine Kollegin Detective Sergeant Barbara Havers sprach mich so gar nicht an.

Worum geht's? Barbara Havers sorgt sich um ihren Nachbarn Taymullah Azhar: Dessen Lebensgefährtin und Mutter seiner Tochter Hadiyyah hat ihn verlassen, sich mit einem neuen Partner nach Italien abgesetzt, wo das Mädchen spurlos verschwand.

Havers kann es durch allerlei Tricks erreichen, dass Inspector Lynley schließlich die Genehmigung erhält, in die Toskana zu reisen, um die Ermittlungen in dem kleinen Ort Lucca zu begleiten. Doch bald wird Azhar selbst mit der Entführung des Kindes in Verbindung gebracht.

Barbara ist fassungslos und kämpft mit allen Mitteln darum, die Unschuld ihres Freundes zu beweisen. Um das zu erreichen, ist ihr jedes Mittel recht, setzt sie sogar ihren Job auf's Spiel, in dem sie wiet über das übliche Maß hinaus mit einem Reporter der Boulevardpresse paktiert.

Die Handlung vollführt teilweise haarsträubende Wendungen, die man nur mit sehr viel Wohlwollen als "überraschend" bezeichnen könnte. Schnell war der Punkt erreicht, an dem ich einfach nur noch wissen wollte, ob Havers am Ende noch im Polizeidienst ist oder nicht. Okay, ich bekam auch noch Lust auf einen Toskana-Urlaub, aber insgesamt war's kein Lesevergnügen.

Mit großem Vergnügen las ich im letzten Jahr "Der Teufel von New York*". Lynsay Faye* legt mit ihrem Erstling um den Helden Timothy Wilde einen packenden, atmosphärisch dichten historischen Krimi aus dem New York des Jahres 1845 vor. Die New Yorker Polizei ist noch im Aufbau. Timothy Wildes Dienstmarke hat die Nummer 107, und er verdankt seine Einstellung seinem Bruder, der geschickt mit den Demokraten packiert, dabei die Grenzen von Recht und Ordnung zum Teil sehr weit ausdehnt.

Auf einem seiner Patrouillengänge läuft Wilde ein völlig verstörtes kleines Mädchen in die Arme. Es trägt ein blutdurchtränktes Nachthemd und will oder kann nicht sagen, wer es ist – und was ihm zugestoßen ist. Kurz darauf findet Wilde auf einem entlegenen Gelände 19 vergrabene Kinderleichen. Es ist ein heikler Fall für die gerade gegründete Polizei: In der Stadt kursieren die wildesten Gerüchte und die politische Situation ist zum Zerreißen angespannt.

Ich habe das Buch damals geradezu verschlungen und mich sehr gefreut, dass Faye gleich noch zwei Bände schrieb. Jetzt habe ich sie mir endlich auf den eReader geladen. Nach dem sehr langweiligen George-Buch war "Die Entführung der Delia Wright*" eine wahre Wohltat. Manchmal bleibt es ja bei einem sehr guten Debüt, fallen die nachfolgenden Bände etwas ab. Nicht so hier.

"Die Entführung der Delia Wright*" spielt 1846, schließt unmittelbar an den ersten Band an, aber für's Verständnis ist es nicht notwendig, ihn gelesen zu haben. Wilde hat sich als sehr talentiert für die Polizeiarbeit erwiesen und glaubt sich ganz gut auszukennen mit dem Verbrechen in seiner Stadt. Dann erscheint die schöne Blumenverkäuferin Lucy Adams in seinem Amtszimmer: Ihr kleiner Sohn Jonas und ihre Schwester Delia sind entführt worden.

Wildes Ermittlungen führen ihn in ungeahnte Abgründe, denn Adams Familie ist nicht rein weißer Abstammung. Freie schwarze Bürger im Norden der USA sind Freiwild für Verbrecherbanden, die sie in ihre Gewalt bringen und als Sklaven in die Südstaaten verkaufen. Der Einzige, der Wilde jetzt helfen kann, ist sein schillernder Bruder Valentine, seines Zeichens Polizei-Captain, korrupter Politiker, Frauenheld und noch einiges mehr. Als aber in Valentines Bett eine Leiche gefunden wird, muss Wilde seinem Bruder beistehen …

Ich bedauerte, dass ich nur wenig Lesezeit hatte, abends meistens zu erschöpft war, denn "Die Entführung der Delia Wright*" war so spannend, dass ich gerne stundenlang ungestört durchgelesen hätte.

Aktuell lese ich "Das Feuer der Freiheit*" von Lindsay Faye, das an den Vorgängerband anschließt und sich ebenfalls sehr gut anlässt.

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Sonntag, 2. April 2017

Hamburgs erstes Denkmal: Die Flut-Pyramide

Manchmal kann ich ein früheres Leben, in dem ich mein Geld auf den Straßen der Stadt verdiente, nicht verleugnen. Ich streife meistens noch immer mit offenen Augen durch die Straßen, immer auf der Suche nach Hamburgensien. Früher nutzte ich sie auf Stadtführungen, heute blogge ich gelegentlich darüber.

Gedenktafel für das Deichbruch-Denkmal von 1771, 1774 aufgestellt.
Der Mittagspausenspaziergang zu den Foodtrucks auf dem Deichtorhof führt mich auch durch die Banksstraße. Am nördlichen Widerlager der Oberhafenbrücke ist über Augenhöhe eine unscheinbare Tafel angebracht. Hamburg hat ja das Talent, Gedenktafeln so zu gestalten, dass sie sich optisch gut der Umgebung anpassen. Anders gesagt: Sie fallen nicht auf. Bislang dachte ich, das gilt ausschließlich für Gedenktafeln an die NS-Zeit, aber das hat anscheinend Methode. So ist auch diese Tafel auf den ersten Blick nicht sofort zu erkennen.

Der Platz, auf dem das Denkmal stand, heute.
Die Gedenktafel erinnert an die Flut von 1771. In diesem Sommer gab's ungewöhnlich starke Regenfälle, in deren Folge am 8. Juli die Elbdeiche bei Neuengamme brachen. Das Hochwasser überflutete die Marschen und das Umland, bedrohte schließlich auch die Stadt Hamburg selbst.

Am 21. Juli erreichte die Flut ihren Höchststand am Deichtor, klopfte also sozusagen ans Stadttor. Die Deiche der Stadt hielten glücklicherweise stand, das Wasser ging kurze Zeit später zurück. Es sollte aber bis Anfang September dauern, bis sich der Wasserstand wieder normalisiert hatte.

Drei Jahre nach der Flut, also 1774, wurde im Vorland des Deichtors ein auf einem Sockel stehender steinerner Obelisk, gekrönt mit einer Urne, errichtet: Die Flut-Pyramide. Neben einer Inschrift ("Die Elbe, von den Regengüssen eines trüben Sommers angeschwollen, drang über unsre Fluren ein und stieg bis an die unten bezeichnete Linie. Den 21. Juli 1771.") erhielt die Pyramide auch eine Wasserstandsmarkierung.

Das von Johann Georg Büsch gestaltete Flut-Denkmal um 1900 an der Bullenhuser Schleuse (Quelle: Wikipedia).
Die Gestaltung entsprach den ästhetischen Vorstellungen für Trauermonumente der damaligen Zeit. Dieses Denkmal war das erste Denkmal Hamburgs und das zweite Ereignisdenkmal Europas. Einzig die Briten waren schneller und errichteten knapp 100 Jahre vorher das "Monument" in London.

Generell scheint dem Denkmal keine große Bedeutung zugemessen worden zu sein. Nicht nur, dass es rasch in Vergessenheit geriet und häufig umgesetzt wurde, es scheint auch keine Ansicht vom ursprünglichen Aufstellungsort zu existieren.

Im Feuersturm 1943 wurde es beschädigt und anschließend dem Verfall preisgegeben. Auch daran erinnert die Gedenktafel - na ja, mehr oder weniger, denn genau genommen wurde das Denkmal ja nicht 1943, sondern erst nach 1945 zerstört, weil man die Schäden nicht behob. Es gab einfach wichtigeres in der zerstörten Stadt.

Typisch Hamburg: Wenn schon das Denkmal der Zerstörung preisgegeben wurde, stellt man kurzerhand die Gedenktafel unter Denkmalschutz.

Bis heute erinnert am Neuengammer Hauptdeich / Lange Grove ein Denkmal an den Deichbruch 1771, das zum 100. Jahrestag aufgestellt wurde.

Samstag, 25. März 2017

Samstagsplausch KW 12/17: Einzug und irgendwie auch ein Auszug

Puh, war das eine Woche! Ich bin froh, dass sie vorbei ist, und freue mich auf ein Treffen morgen: Eine Kochfreundin lädt zu einem Büfett mit ungarischen Spezialitäten, vornehmlich Kuchen. Das wird fein! Und die kommende Woche ist ebenfalls mit vielen Verabredungen nach der Arbeit gefüllt - ich bin gespannt, ob ich das schaffe, so viel unter Menschen zu sein.

Diese Woche war die erste in meinem neuen Büro. Der Umzug war zwar schon vor zwei Wochen, aber ich hatte Vertretungsdienst und war nur kurz in meinem Büro, um auszupacken und zu gucken, ob PC und Telefon funktionieren.

Der Umzug verlief reibungslos. Binnen einer Stunde waren wir alle wieder arbeitsfähig - kein Vergleich zu früheren Umzügen, bei denen tagelang nichts ging. Einzig mein Rollcontainer büßte eine Rolle ein und steht jetzt auf bunten Pappen, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Wir haben uns alle kräftig beim Umzugsteam bedankt.

Mein Büro ist fein, groß und hell. Ich bin froh, dass ich vor dem Umzug zufällig den Grundriss zu sehen bekam und tauschen konnte, denn eigentlich sollte ich zum Innenhof sitzen. Die Fensterbank ist so tief, dass ich mir zwei Kissen mitnahm, um dort einen kuscheligen Mittagspausenplatz zu haben. Ich strecke dann die Beine aus und gucke auf Gründerzeitfassaden, einen langsam grün werdenden Baum samt darin wohnenden Spatzen, Himmel und eine Wand mit Urlaubsfotos.

Um das Gebäude herum gibt es wenig grüne Oasen, und wenn, dann sind sie laut durch den ständig brausenden Verkehr. Laut sind auch die Büros. Es fehlt Teppichboden, es ist hellhörig, es hallt ... Gott sei Dank habe ich ein Büro für mich alleine und kann die Tür zu machen, denn meins ist auch noch direkt gegenüber Eingang und Toiletten.

In den nächsten Wochen werde ich mir die Gegend peu à peu erobern, wenn ich denn dazu komme, Mittagspause zu machen. Bislang klappte das erst einmal. Aber meine Mittagspausenversorgung klappte gut: Ich hatte jeden Tag was zu essen mit.

Seit Montag hat auch unsere Kantine wieder geöffnet, wo es morgens Brötchen und mittags ein Salatbüfett gibt. Zuerst hieß es, es würden dort nur zwei warme Mittagessen ausgegeben werden, und da ich mittags nicht warm esse, war das uninteressant für mich.

Das Gebäude, in dem wir untergebracht sind, ist ziemlich heruntergekommen. Nach unserem Auszug im September wird es innen komplett saniert, und das ist auch mehr als notwendig. Ich fand die Vorhänge, die in allen Büros hängen, so ekelig, dass ich sie in meinem abnahm. Danach waren meine Hände grau vor Staub. Ich glaube, die hingen da seit 30 Jahren, denn so alt ist das Gebäude.

Die Wände sind ebenfalls total dreckig, teilweise löcherig, haben aber einen Vorteil: Da eh alles saniert wird, dürfen wir gestalten, wie wir wollen. Das ist normalerweise nicht gestattet.

Die Parkpaletten sind so rostig, dass ich jeden Tag befürchte, samt meines Autos einzubrechen. Sicherheitshalber habe ich mal geguckt, was mein Auto wiegt, nicht, dass wir das zulässige Höchstgewicht von 2.000 kg sprengen. Nein, ich muss mich nicht auf Diät setzen.

Die Dienstwagen dürfen nur ohne Chefs und nicht vollgetankt auf die Palette, da sie sonst zu schwer sind. Und eigentlich dürfen die Paletten generell auch nicht betreten werden, so dass unsere Fahrer schon überlegten, ob die die Wagen rein schieben und raus ziehen sollen.

Roter Tupfer im grauen Büro: Von einem Chef gab's Blümchen.
Auch wenn mein Büro hell ist: Das Gebäude an sich ist düster. Normalerweise unterliegt mein Arbeitsbereich einer Sicherheitsstufe, aber hier ist alles noch 'ne Nummer extremer. Es gibt einbetonierte, armdicke Metalltrennbügel, vergitterte Zugänge und sogenannte Verwahrgelasse, die eigentlich für die Aufbewahrung vertraulicher Dokumente gedacht sind, aber durchaus den Eindruck machen, als könnten dort auch Menschen eingesperrt worden sein (und angesichts der ehemaligen Nutzung des Gebäudes ist das durchaus wahrscheinlich).

Manche Türen lassen sich nur von innen öffnen, andere wiederum nur von außen. Viele Türen haben interessante Gucklöcher und Klappen. Die Türen zwischen den Büros sind ohne Schließzylinder, so dass man im Notfall jederzeit Zutritt ins Nachbarbüro hat.

Insgesamt erinnert mich das sehr an Schutzmaßnahmen aus einem anderen Job, und mir fiel sofort wieder das Codewort ein, das wir damals für den Fall eines Überfalls nutzten. Sollte also irgendjemand von mir ein Diktat verlangen, wähle ich vermutlich reflexartig 110.

Innerlich bin ich noch nicht richtig angekommen im neuen Büro, und es ist fraglich, ob das überhaupt geschieht. Nachdem Kollegin II aus dem Urlaub zurückkam und wieder unzufrieden mit der Vertretung durch mich war, benahm sie sich ähnlich wie Anfang des Jahres.

Ein Gespräch mit der Chefin, das Kollegin II einforderte, eskalierte so sehr, dass ich zwei Tage nur noch heulte, weil eine Stunde lang nur auf mich verbal eingedroschen wurde, ohne dass ich auch nur eine Chance hatte, etwas dazu zu sagen. Ja, die Chefin hätte eingreifen müssen. Nein, sie tat es nicht.

Ich habe meine Versetzung beantragt, denn die Vertretung im Bereich von Kollegin II ist fester Bestandteil meines Arbeitsplatzes, und anscheinend bin ich nicht in der Lage, diesen Teil zu erfüllen. Da ist es dann auch unerheblich, dass die Chefs vorgeblich mit meiner Arbeit sehr zufrieden sind - der Stellenzuschnitt ist so, wie er ist.

Normalerweise dauert es vom Antrag auf Versetzung bis zur tatsächlichen Versetzung zwischen drei und neun Monaten. Dadurch ist zwar meine geplante Andalusienreise und unsere Urlaubsplanung insgesamt in Gefahr, aber wenn dann mein Seelenfrieden wieder hergestellt ist, warte ich gerne noch etwas auf Andalusien.

Seit der Entscheidung, die Versetzung zu beantragen, bin ich sehr erleichtert und schlafe wieder gut.

Ich hoffe, Du hattest eine gute Woche und wünsche Dir ein schönes Wochenende. Dieser Betrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea.