Jedenfalls hoffe ich, dass ich notfalls als Selbstzahlerin einen Termin der der gynäkologischen Endokrinologin bekomme und dass das dann ohne Überweisung funktioniert. Außerdem heißt es Warten auf das Abstrich-Ergebnis. Seit der Krebs-Diagnose im April 2021 bin ich da etwas unentspannt, denn ich weiß nicht, wo sich das Biest versteckt hält. Es füllt sich ein bisschen so an, wie unter einem Damoklesschwert zu leben. Immerhin war beim Blutspenden alles okay, zeigte mein Blut keinerlei Auffälligkeiten.
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| Fly me to the moon ... Aktuell guckt der Vollmond ins Schlafzimmer, meistens bei wesentlich klarerem Himmel. |
Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 312, und die Trauer wird nicht weniger.
Zwar schaffte es die DRV auch nach vier Monaten nicht, meinen Antrag auf Witwenrente zu bescheiden, aber ich erhielt in Rekordzeit die Bewilligung für fünf Wochen Reha in der Wunschklinik, in der ich vor zwei Jahren war! Darüber freue ich mich sehr! Ostsee-Tante, Ostsee-Cousin und eine Kochfreundin sind in der Nähe, eine Kollegin hat dort ihr Wochenendhaus, ist also auch immer mal da, die Klinik ist mitten in der Natur, es ist ein Gefühl wie Nachhausekommen. Ich hoffe nur, ich bekomme keines der Zimmer zu einem Innenhof! Der Blick auf Park und Wald vor zwei Jahren tat mir sehr gut. Der Blick auf eine Steinwüste, wo noch nicht mal ein Zipfelchen Himmel zu sehen ist, täte mir nicht gut.
Bis zum Reha-Beginn wird es noch etwa 30 Wochen dauern, das heißt, ich kann den Frühling und Sommer zu Hase verbringen, muss mir keine Gedanken machen, wer Gatten und Garten gießt, kann vielleicht sogar schon etwas im Haus / auf der Baustelle weiterkommen, falls ich bis dahin einen Bescheid über die Witwenrente habe. Knapp wird's wohl mit der Ende November geplanten Dienstreise (samt anschließenden Besuch bei Tante), auf die meine Kollegin und ich uns freuten, aber das lasse ich auf mich zukommen. Die Reha ist mir wichtiger. Ich muss mir auch noch Gedanken machen, wie ich es in meiner Abwesenheit mit der Post organisiere. Ein Nachsendeauftrag scheidet aus, der gilt für sechs Monate. Vermutlich werde ich unsere Putzfrau bitten, einmal in der Woche nach dem Haus zu sehen und ihr frankierte Umschläge für die Nachsendung vorbereiten. Die hiesigen Freundinnen mag ich damit nicht behelligen, die haben so schon reichlich um die Ohren, ebenso die Nachbarn.
Heute fahre ich für eine Woche nach Kopenhagen. Ich bin gespannt, ob ich den Urlaub schaffe, bin ich doch nach wie vor am Liebsten zu Hause. Schlimmstenfalls liege ich eine Woche wimmernd im Appartement. Der Koffer ist voller als voll, Winterklamotten halt. Ich habe die Elbbrücken-Socken angenadelt und bin gespannt, ob ich die Anleitung verstehe. Eigentlich wollte ich als nächstes den Lulu-Slipover stricken, aber ein kleine Projekt wie Socken erschien mir für die Reise per Bahn praktischer. Im Auto nähme ich den halben Hausstand mit.
Schwiegermutters Demenz wird immer schlimmer, was sich gestern mal wieder zeigte, als ich mich für Kopenhagen abmelden wollte. Sie dachte, ich wäre diese Woche schon gefahren und käme jetzt Sonntag zu ihr, obwohl ich ihr die Daten klar nannte und ihr auch sagte, wann ich zu ihr zu Besuch komme, um die Vollmachten für ihre Seniorenresident zu unterzeichnen. Die Infos kamen aber einfach nicht bei ihr an. Sie beschimpfte mich und legte mitten im Gespräch auf. Schon schön. Zum Glück kann ich dank meiner Mutter damit umgehen, lasse es nicht zu sehr an mich heran. Meine Verpflichtungen gegenüber der Seniorenwohnanlage werde ich auf ein Minimum reduzieren. Ich habe keine Kraft mehr, bei Schwiegermutter die gleichen Entscheidungen zu treffen wie bei meiner Mutter oder dem Gatten.
Durch Zufall entdeckte ich, dass in der Reihe gegenüber eine Hard-Core-Nazi-Familie wohnt. Ich dachte mir schon sowas wegen eines Nummernschildes. Es passt, denn in der Reihe wohnte jahrzehntelang der ehemalige Gau-Leiter, und die lindgrüne Hölle ist ohnehin ein tiefbraunes Nest. Diesen Nachbarn hätte es aber nicht gebraucht. Mir fehlt im Umgang mit der Familie die ruhige analytische Art des Gatten. Die ruhige analytische Art des Gatten fehlt mir auch in Bezug auf den aktuellen Nahost-Krieg, zumal er als Offizier einen anderen Blick hatte.
Gestern war ich auf dem Friedhof. Auf dem Rückweg machte ich Halt in einem Eiscafé. Der Gatte liebte es, bei diesem Wetter im Eiscafé zu sitzen. Es ist einfach unfassbar, dass wir nicht mehr zusammen sind.
Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

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