Dienstag, 25. April 2017

Socken in Beige-Braun im Muster "Sockengerippe" nach Sprottenpaula

Im Krankenhaus trug Mudderns mit Leidenschaft die selbstgestrickten Socken, die sie im letzten Jahr von mir bekam. Sie hatte auch keine andere Wahl: Nachdem sie nur mit ihrer Handtasche in die Klinik eingeliefert wurde, packte ich ja alles, was sie für die ersten Tage brauchte, und ich packte eben auch Wollsocken und Filzpuschen ein, weil ich dachte, warme Füße wären fein.

Der Schaft im Gerippe-Muster.
Beide Socken.
Bis dahin meinte Mudderns, selbst Wollsocken helfen nicht gegen ihre kalten Füße. Aber plötzlich waren die Socken und die Filzpuschen das einzige, was die Füße wärmt, auch, weil jede Schwester, jeder Pfleger beides bewunderte. Nun ja.

Nach ein paar Tagen meinte Mudderns, es wäre fein, wenn ich ihre Socken mal waschen könnte, aber sie habe ja keine Wollsocken zum Wechseln. Also ließ ich die Nadeln klappern - im Vorrat war zum Glück genügend Wolle. Bei der Suche nach einem Muster gefiel mir das Sockengerippe von Sprottenpaula, denn ich suchte ein Muster, das eng anliegt. Mudderns hat einfach fürchterlich dünne Beine, Waden und Fesseln.

Das Muster im Detail.
Noch ein Blick auf den Schaft.
Eng anliegend sind die Socken dann auch tatsächlich geworden - fast schon ein bisschen zu eng. Ich habe das Muster zwar wie üblich über 64 Maschen gestrickt, aber der Schaft ist deutlich enger als wenn ich normal rechts gestrickt hätte. Das muss ich berücksichtigen, wenn ich die Socken für mich nacharbeite. Ich finde das Muster nämlich ausgesprochen hübsch.

Die Wolle ist übrigens ein Rest von den Dackelsocken für Tante.

Dieser Beitrag geht rüber zum Creadienstag, zu Handmade on TuesdayDienstagsDinge und zur Stricklust.

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Dienstag, 18. April 2017

#12von12 im April 2017

Am 12. April führte mich mein Weg vor der Arbeit in die alte Heimat, nach Altona-Altstadt, wo ich Anfang der 1990er Jahre lebte.

#1:Blick auf das Haus, in dem ich mal sieben Jahre wohnte. Keine schöne Ecke, aber verkehrsgünstig gelegen ...
Ich bin auf jeden Fall zwei Mal im Jahr in der Straße, weil mein Zahnarzt dort seine Praxis hat.

#2: Der Grund für den Besuch in der alten Heimat.
Auf dem Weg zurück zu meinem Parkplatz in einer Nebenstraße begegnet mir Tante Emma.

#3: Tante Emma. Als ich vor fast 30 Jahren hier wohnte, war noch erkennbar, dass dies einst der Eingang in einen Kolonialwarenladen war. 
#4: Kaum im Büro, schon bei der Arbeit. "Die Zeit" erscheint wegen Ostern einen Tag früher als sonst und ist mein Einstieg in die tägliche Zeitungslektüre.
Über Mittag regnet es so heftig, dass ich keine Lust habe, zum Imbisswagen Foodtruck zu gehen und Falafel zu essen.

#5: Blick aus dem Bürofenster.
Da ich nicht mit anhaltendem Regen gerechnet habe, kein Notfalljoghurt mehr im Kühlschrank ist und die Kantine 45 Minuten früher schließt also sonst, besteht mein Mittagessen aus einer 5-Minuten-Terrine. Vermutlich wird mein Foodblog jetzt gelöscht.

#6: Üppiges Mittagsmahl.
Ich nutze die Mittagspause auch für eine Postkarte an den inhaftierten Journalisten Deniz Yücel, stellvertretend für die anderen inhaftierten Journalisten.

#7: Postkarten an politische Gefangene sind ein bewährtes und simples Mittel, diese Menschen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.  
#8: Kein Fahrstuhlfoto wie sonst, wenn der 12. ein Arbeitstag ist, denn im provisorischen Büro sind die Fahrstühle mit Spanplatten ausgekleidet. 
Der Gatte ist nur kurz vor mir zu Hause: Unfallbedingt war die Autobahn gesperrt, so dass er drei Mal so lange wie sonst brauchte (und wenn die Autobahn dicht ist, ist es auch die Stadt, also brauchte ich auch viel länger als normalerweise).

#9: Zu Hause angekommen, fange ich gleich an zu filzen, denn für ein Ostergeschenk fehlen noch ein paar entscheidende Details.
Eigentlich wäre der Gatte mit dem Kochen dran, aber es ist schon spät, wir wollen schnell essen. Also gibt es Nudeln mit Tomaten-Hackfleisch-Sauce.

#10: Schnelles Abendessen.
Nach dem Abendessen falle ich auf's Sofa, um an den am Sonntag begonnenen Socken weiterzustricken. Sie sind schon tüchtig gewachsen.

#11: Die erste Maiglöckchensocke ist schon fast fertig.
Wie so oft, bin ich zu spät im Bett. "Das Feuer der Freiheit*" ist sehr spannend, und ich freue mich darauf, über Ostern endlich mal länger lesen zu können.

#12: Noch ein bisschen lesen*, bevor die Augen zufallen.
Jetzt schaue ich mal bei Caro vorbei und gucke, was die anderen am 12. so getrieben haben.

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Mittwoch, 12. April 2017

Sieben Sachen Sonntag KW 14/17

Kaum zu glauben, dass das erste Viertel des Jahres schon wieder vorbei ist. Die Zeit rast. Manchmal wünschte ich, ich könnte sie anhalten. Hier sind sieben Impressionen vom zweiten Aprilsonntag für die Link-Party bei Frau Grinsestern.

#1: Frühstück. Das Rezept für die Bananenpfannekuchen gibt's in der Kombüse.
Eigentlich wollte ich aus den drei überreifen Bananen, die ich Freitag aus dem Büro mit nach Hause nahm, Kuchen backen, aber nachdem der Gatte Sonnabend wieder arbeiten musste, holten wir auf dem Rückweg bei Dwenger Kuchen (und Brot). Also gab's Bananenpfannekuchen zum Frühstück.

Nach dem Frühstück war Hausarbeit angesagt. Der Gatte machte den Balkon frühlings- und sommerfein und ich kümmerte mich um die Wäsche.

#2: Ich habe gestrickt, die Waschmaschine hat gefilzt.
#3: Das erste Mal Teestunde auf dem Balkon.
#4: Den Wochenplan auf die Tafel im Flur schreiben.
#5: Den Mittagspausensalat für die kommende Woche vorbereiten.
#6: #tatortsocken stricken. Das werden Maiglöckchensocken nach einem Muster von Kristin Benecken.
#7: Noch ein bisschen lesen*, bevor die Augen zufallen.
Die Rezepte zu diesem Sonntag gibt es in der Kombüse.

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Samstag, 8. April 2017

Samstagsplausch KW 14/17: Hach, ist das alles aufregend!

Diese Woche war ziemlich anstrengend. Der Verkehr war heftig, ich stand morgens ständig im Stau und kam jeden Tag zu spät. Das sind die Momente, in denen ich überlege, doch lieber den HVV zu nutzen, aber abends ist das Auto unschlagbar, denn dann bin ich in maximal 45 Minuten zu Hause (statt in 2 Stunden). Zuspätkommen ist nicht schlimm, aber mich stört es.

Außerdem gab's in dieser Woche keine Mittagspause, was mich vor allem Mittwoch ärgerte, denn da wollte ich zum Imbisswagen Foodtruck, um Falafel zu essen. Vertretungsdienst samt Überstunden gab's auch sowie die Erkenntnis von Kollegin II, ich hätte während ihrer Vertretung doch keine Fehler gemacht. Sach bloß. Damit war diese Auseinandersetzung dann wohl ziemlich überflüssig.

Kollegin II sorgte natürlich dafür, dass es ihre Aussage keine Zeugen gab, und der Chefin sagte sie es schon gleich gar nicht. Sie erfuhr es von mir, als ich sie über eine Bewerbung unterrichtete, bevor sie durch Rückfragen davon erfährt. Außerdem erfuhr ich, dass sie dabei ist, mich aus dem Vertretungsdienst für Kollegin II herauszubekommen. Keine Vertretung für Kollegin II mehr leisten zu müssen, wäre eine Perspektive für mich, im aktuellen Team zu bleiben.

Wir beschlossen, zweigleisig zu fahren: Ich bewerbe mich, sie versucht, mich aus dem Vertretungsdienst für die II zu bekommen, und dann schauen wir mal, wer zu erst erfolgreich ist.

Die Stelle, auf die ich mich bewerben werde, war vor anderthalb Jahren schon mal ausgeschrieben. Damals bewarb ich mich nicht, weil auf meiner jetzigen Position alles in Ordnung war. Man fand keinen geeigneten Mitarbeiter, nahm eine Zeitarbeitskraft, von deren Übernahme man absah und stattdessen lieber wieder die ursprüngliche Stelleninhaberin aus dem Ruhestand holte, was aber auf Dauer auch keine Lösung ist.

Jetzt hat man die Stelle so umstrukturiert, dass ich mit dem Klammerbeutel gepudert wäre, würde ich mich nicht bewerben, denn rein vom Profil her passe ich zu hundert Prozent (und die Bezahlung ist auch besser). Natürlich ist nicht nur das Profil entscheidend, sondern auch die Menschen dahinter, aber ich denke einfach positiv. Ende der Woche soll ich meine aktuelle Beurteilung haben, versprach die Chefin, und dann machen sich meine Unterlagen auf den Weg.

Parallel kümmere ich mich um den Führerscheinumtausch, falls es doch schon im Juni mit der Andalusienreise klappt, weil's mit einer Versetzung noch nicht klappt.

Hach, ist das alles aufregend!

Ansonsten war die Woche fein und klang in einer Tapasbar aus. In der war ich seit vielen, vielen Jahren nicht mehr. Damals arbeitete ich in der Nähe und ließ dort regelmäßig den Tag mit Kollegen ausklingen.

Tapas und Cocktails im Altamira.
Besonders ein Abend blieb in Erinnerung: Nach vielen Tapas und noch mehr Mojitos schaffte ich es noch mit dem Fahrrad nach Hause. Ich schaffte es auch noch, das Fahrrad in den Keller und mich in die Wohnung im Dachgeschoss zu bringen. Als aber der Gatte die Wohnungstür öffnete und "Willste auch Vanilleeis mit Schokosauce?" fragte, war's aus. Ich umarmte die Kloschüssel, nicht den Gatten.

Der gestrige Abend eskalierte natürlich nicht, wir sind ja jetzt alle im gesetzten Alter ...

Ich hoffe, Du hattest eine gute Woche und wünsche Dir ein schönes Wochenende. Dieser Betrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea.

Montag, 3. April 2017

Ausgelesen: Bücher im März 2017

In diesem Monat war ich ein wenig lesefaul. Ich kämpfte mich durch "Nur eine böse Tat*" von Elisabeth George*, denn dieser Band aus der Reihe um den Londoner Chief Inspector Thomas Lynley und seine Kollegin Detective Sergeant Barbara Havers sprach mich so gar nicht an.

Worum geht's? Barbara Havers sorgt sich um ihren Nachbarn Taymullah Azhar: Dessen Lebensgefährtin und Mutter seiner Tochter Hadiyyah hat ihn verlassen, sich mit einem neuen Partner nach Italien abgesetzt, wo das Mädchen spurlos verschwand.

Havers kann es durch allerlei Tricks erreichen, dass Inspector Lynley schließlich die Genehmigung erhält, in die Toskana zu reisen, um die Ermittlungen in dem kleinen Ort Lucca zu begleiten. Doch bald wird Azhar selbst mit der Entführung des Kindes in Verbindung gebracht.

Barbara ist fassungslos und kämpft mit allen Mitteln darum, die Unschuld ihres Freundes zu beweisen. Um das zu erreichen, ist ihr jedes Mittel recht, setzt sie sogar ihren Job auf's Spiel, in dem sie wiet über das übliche Maß hinaus mit einem Reporter der Boulevardpresse paktiert.

Die Handlung vollführt teilweise haarsträubende Wendungen, die man nur mit sehr viel Wohlwollen als "überraschend" bezeichnen könnte. Schnell war der Punkt erreicht, an dem ich einfach nur noch wissen wollte, ob Havers am Ende noch im Polizeidienst ist oder nicht. Okay, ich bekam auch noch Lust auf einen Toskana-Urlaub, aber insgesamt war's kein Lesevergnügen.

Mit großem Vergnügen las ich im letzten Jahr "Der Teufel von New York*". Lynsay Faye* legt mit ihrem Erstling um den Helden Timothy Wilde einen packenden, atmosphärisch dichten historischen Krimi aus dem New York des Jahres 1845 vor. Die New Yorker Polizei ist noch im Aufbau. Timothy Wildes Dienstmarke hat die Nummer 107, und er verdankt seine Einstellung seinem Bruder, der geschickt mit den Demokraten packiert, dabei die Grenzen von Recht und Ordnung zum Teil sehr weit ausdehnt.

Auf einem seiner Patrouillengänge läuft Wilde ein völlig verstörtes kleines Mädchen in die Arme. Es trägt ein blutdurchtränktes Nachthemd und will oder kann nicht sagen, wer es ist – und was ihm zugestoßen ist. Kurz darauf findet Wilde auf einem entlegenen Gelände 19 vergrabene Kinderleichen. Es ist ein heikler Fall für die gerade gegründete Polizei: In der Stadt kursieren die wildesten Gerüchte und die politische Situation ist zum Zerreißen angespannt.

Ich habe das Buch damals geradezu verschlungen und mich sehr gefreut, dass Faye gleich noch zwei Bände schrieb. Jetzt habe ich sie mir endlich auf den eReader geladen. Nach dem sehr langweiligen George-Buch war "Die Entführung der Delia Wright*" eine wahre Wohltat. Manchmal bleibt es ja bei einem sehr guten Debüt, fallen die nachfolgenden Bände etwas ab. Nicht so hier.

"Die Entführung der Delia Wright*" spielt 1846, schließt unmittelbar an den ersten Band an, aber für's Verständnis ist es nicht notwendig, ihn gelesen zu haben. Wilde hat sich als sehr talentiert für die Polizeiarbeit erwiesen und glaubt sich ganz gut auszukennen mit dem Verbrechen in seiner Stadt. Dann erscheint die schöne Blumenverkäuferin Lucy Adams in seinem Amtszimmer: Ihr kleiner Sohn Jonas und ihre Schwester Delia sind entführt worden.

Wildes Ermittlungen führen ihn in ungeahnte Abgründe, denn Adams Familie ist nicht rein weißer Abstammung. Freie schwarze Bürger im Norden der USA sind Freiwild für Verbrecherbanden, die sie in ihre Gewalt bringen und als Sklaven in die Südstaaten verkaufen. Der Einzige, der Wilde jetzt helfen kann, ist sein schillernder Bruder Valentine, seines Zeichens Polizei-Captain, korrupter Politiker, Frauenheld und noch einiges mehr. Als aber in Valentines Bett eine Leiche gefunden wird, muss Wilde seinem Bruder beistehen …

Ich bedauerte, dass ich nur wenig Lesezeit hatte, abends meistens zu erschöpft war, denn "Die Entführung der Delia Wright*" war so spannend, dass ich gerne stundenlang ungestört durchgelesen hätte.

Aktuell lese ich "Das Feuer der Freiheit*" von Lindsay Faye, das an den Vorgängerband anschließt und sich ebenfalls sehr gut anlässt.

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