Dienstag, 16. Mai 2017

Ajour-Handstulpen für die Tante

Nicht nur Schwiegermutter, auch Tante hat im Mai Geburtstag. In diesem Jahr feierten die beiden Damen in Kühlungsborn. Da wir sie dort hinfuhren, war es ein leichtes, an der Rezeption ein kleines Kästchen mit dem Geburtstagsgeschenk für Tante abzugeben. Das stand dann wie von Zauberhand am Geburtstagsmorgen auf dem Frühstückstisch.

Stulpen im Ajourmuster. Bei der rechten zeigt sich mein fehlendes Häkeltalent. 
Anfang des Jahres wünschte sich Tante Stulpen für den Sommer, denn sie nutzt einen Rollator und hat da immer kalte Finger. Nun lebt Tante in Bayern, und daher war jetzt die erste Gelegenheit, ihr die Stulpen zu schenken (ursprünglich wollte ich sie ihr Ostern per Post schicken, aber dann kam so viel dazwischen, dass die Stulpen noch nicht fertig waren).

Das Muster im Detail.
Die Stulpen sind schnell gestrickt. Wolle und Strickmuster stammen von Fischer Wolle. Da die Stulpen für den Sommer sein sollen, entschied ich mich gegen das Merino-Garn des Originals und für das Garn Supersocke Cotton Stretch 2051*. Dass ich ein Stretchgarn (und eine Nadelstärke mehr) wählte, war wohl ganz gut, denn ich vermute, die Stulpen wären sonst zu eng geworden.

Was ich nicht bedachte, als ich das Muster aussuchte: Die Abschlüsse werden umhäkelt. Ich und häkeln ... Ich kann nicht häkeln. Eine Stulpe ist auch prompt oben weiter geworden als die andere. Tante gefallen sie trotzdem, sagt sie, und gute Dienste leisteten die Stulpen auch schon, denn in Kühlungsborn ist es kalt und windig.

Dieser Beitrag geht rüber zum Creadienstag, zu Handmade on Tuesday, DienstagsDinge und zur Stricklust.

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Sonntag, 14. Mai 2017

#12von12 im Mai 2017

In den letzten Tagen fällt mir immer wieder auf, wie lange es dieses Jahr mit dem Frühling dauert. Am 12. Mai des letzten Jahres hatten wir schon einige Tage die Freiluftsaison eröffnet. In diesem Jahr trage ich noch Winterjacke.

#1: Schmunzler im Büro-Fahrstuhl. Der bleibt zuverlässig im 3. Stock stehen.
Eigentlich wollte ich Dir meinen Arbeitsweg entlang der schönen Elbchaussee zeigen, aber es ist so wenig Verkehr, dass ich nicht im Stau stehe.

#2: Zeitungspflichtlektüre zu Dienstbeginn.
Im Büro ist es, anders als in den letzten Tagen, ruhig. Ich komme dazu, einiges aufzuarbeiten.

#3: Für's Wochenende verabreden.
#4: Ich arbeite tatsächlich noch mit analogen Post-its und Bleistift. 
Auch wenn's ruhig ist, kann ich mittags leider keinen Spaziergang machen. Stattdessen lege ich die Beine hoch, gucke in den blauen Himmel und machen einen Brief für eine liebe Freundin fertig.

#5: In den Himmel gucken.
#6: Brief schreiben. So richtig analog und mit der Hand.
#7: Endlich Feierabend. 
Der Feierabendverkehr ist entspannt, ich bin sogar noch vor dem Gatten zu Hause.

#8: Freitags-Gin: Siegfried* mit Elderflower Tonic*.
Ich sichte noch die private Post, mache ein paar Überweisungen und falle relativ schnell auf's Sofa. Die Woche war anstrengend.

#9: Stricken.
Der Gatte serviert mir netterweise das Abendessen auf's Sofa. Es gibt absolut unfotogenen Nudelauflauf.

#10: Fernsehen. Ich kann zwar alle Lewis-Folgen* inzwischen zweisprachig auswendig, freue mich aber trotzdem, dass die letzte Staffel* endlich im Fernsehen läuft.
Obwohl ich hundemüde bin, gehe ich zu spät ins Bett.

#11: Auch wenn morgen Sonnabend ist, muss ich den Wecker stellen.
#12: Noch etwas lesen*.
Meine 12 Momentaufnahmen vom 12. Mai gehen rüber zu Caro, die  dankenswerterweise alles sammelt.

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Samstag, 13. Mai 2017

Samstagsplausch KW 19: Alles, was geschieht, geschieht

Zurzeit sind die Wochen einfach pickepacke vollgepackt, und die Zeit vergeht im Fluge. Für uns ungewöhnlich ist, dass wir sonnabends viel vor haben. Normalerweise ist das der Tag, an dem wir außer Einkaufen nichts machen. In den letzten beiden und in den nächsten drei Wochen geht's aber gerade sonnabends rund. Zum Glück muss der Gatte wenigstens seit Ostern Anfang Mai nicht mehr an den Wochenenden arbeiten. Es sind alles schöne Verpflichtungen, die wir sonnabends vorhaben (und vorhatten), aber anstrengend ist es doch irgendwie.

Letzten Sonnabend fuhr ich mal eben so nach Kühlungsborn und zurück. Schwiegermutter, Tante und die beiden Hunde wollen dort urlauben. Nun ist Schwiegermutter seit längerer Zeit nicht mehr fahrtüchtig, sieht das aber nur selten ein (was bin ich froh, dass meine Mutter nach dem Schlaganfall gleich Konsequenzen zog und ihr Auto verkaufte!). Als der Gatte hörte, dass die Fahrt nach Kühlungsborn ansteht, bot er gleich an, alle zu fahren. Es gab dann ein ewiges Hin und Her, weil Schwiegermutter es ihrem überarbeiteten Sohn nicht zumuten und stattdessen ihre Hilfskraft engagieren wollte. Die Hilfskraft allerdings erwies sich als gelinde gesagt schwierig.

Ostern konnten wir dann endlich Schwiegermutter überzeugen, dass der Gatte chauffiert. Nun ist sein Auto zu klein für einen Rollator, zwei Damen, zwei Hunde und drei Schrankkoffer. Und Schwiegermutter wollte nicht, dass der Gatte den langen Weg von Kühlungsborn nach Hamburg alleine zurückfährt, aber für mich wäre erst recht kein Platz mehr im Wagen gewesen. Also sagte ich, ich führe mit dem Zug vorweg, nähme den dritten Schrankkoffer, der ausschließlich für die beiden Hunde ist, mit und führe dann anschließend mit dem Gatten zurück. Am Abreisetag machen wir es dann umgekehrt.

Früher, als ich noch jung und gesund war, machten mir solche Spritztouren nichts aus, aber seit sechs Jahren bin ich halt nun mal nicht ganz gesund, strengen mich solche Eskapaden durch das dusselige Burn Out, das sich immer mal wieder meldet, mehr an als einen gesunden Menschen. Ich war gespannt, wie ich den Ausflug verkrafte.

Tatsächlich wurde es ein sehr schöner Sonnabend, obgleich das dusselige Burn Out immer mal wieder aufflackerte. Die Entscheidung, in der ersten Klasse zu reservieren, war goldrichtig, denn der Zug war Zubringer für zwei AIDA-Kreuzfahrtschiffe in Rostock und Warnemünde und sehr voll. In meinem Abteil im letzten Waggon saß außer mir aber nur ein Paar, das sich auf seine erste Kreuzfahrt freute. Über mein Strickzeug kamen wir schnell ins Gespräch, denn die Frau strickt auch, allerdings mit der Strickmaschine, eine für mich bis dahin unbekannte Welt. Bei der Fahrkartenkontrolle fand es der Schaffner bei uns so kommod, dass er sich kurzerhand ein Viertelstündchen dazu setzte und mit uns über's Verreisen plauderte. Ich hatte lange schon nicht mehr eine so vergnügliche Zugfahrt!

Mein persönlicher Höhepunkt aber war die Fahrt von Bad Doberan nach Kühlungsborn mit Molli. Dazu werde ich demnächst noch mal gesondert bloggen.

In Kühlungsborn wartete dann der Gatte am Bahnhof, froh, mich zu sehen. Ich hatte definitiv den entspannteren Part. Wir waren noch mit Schwiegermutter, Tante und den beiden Hunden konditorn, dann ging's auch schon wieder nach Hamburg zurück. Die Fahrt führte durch gelbe Rapsfelder, durch Wälder und Wiesen, was wir beide sehr genossen. Wir haben momentan einfach zu wenig Zeit zu zweit.

Als mein Chef bei der obligatorischen Freitagsfrage nach den Wochenendplänen von meinem Vorhaben erfuhr, überlegte er, spontan zwei Fernsehteams zur Begleitung zu organisieren, denn: "Das ist so absurd, das toppt jede scripted reality!" Aber wir waren nicht die einzigen, die Mütter und Koffer nach Kühlungsborn kutschierten: Als ich gerade Damen, Rollator, Hunde und Gatten in die Konditorei bugsierte, klopft mir jemand auf die Schulter: Ein Kollege. Er kam gerade mit seiner Mutter, die er nach Kühlungsborn gebracht hatte, aus der Konditorei und war quasi schon wieder auf dem Rückweg nach Hamburg.

Die Woche selbst war nicht minder anstrengend. An einem Tag musste ich vormittags beide Kolleginnen vertreten und nachmittags ins Vorstellungsgespräch für die Stelle, auf die ich mich im April bewarb. Eigentlich sollte ich dazwischen auch noch ein Beratungsgespräch zu meinem Versetzungsantrag haben, aber das wurde kurz vorher verlegt.

In ein paar Wochen weiß ich, wie ich mich im Vorstellungsgespräch schlug, sprich: Die Entscheidung fällt unmittelbar vor dem geplanten Start in den Urlaub. Bei einer Zusage ist der obsolet, denn ich kann von einer Minute auf die nächste das Büro wechseln, da es der gleiche Arbeitgeber ist. Viel Chancen rechne ich mir aber nicht aus, denn die Bewerberlage auf die Stelle ist sehr gut. Nun ja, es kommt, wie es kommt.

Nach dem Vorstellungsgespräch traf ich mich mit zwei Freundinnen - ein schöner Tagesabschluss. Sollte ich die Stelle bekommen, könnten wir uns öfter sehen, denn ich würde dann in ihrer Nachbarschaft arbeiten.

Schließlich gab's ein weiteres Gespräch mit Kollegin II und der Chefin. Es verlief überraschend, allerdings weniger für mich. Ich bin inzwischen so wütend und genervt, dass ich ganz ruhig bin. Sonst neige ich dazu, vor Wut und Verletztheit zu weinen. Über dieses Stadium bin ich hinaus. Ich habe der Kollegin klar die Grenzen aufgezeigt. Das kennt sie nicht von mir, das hat sie nicht erwartet, das hat sie mir sicher auch nicht zugetraut.

Das Ergebnis des Gesprächs macht Kollegin II sichtbar zu schaffen. Sie ist mir gegenüber einsilbig, wenn sie es nicht vermeiden kann, mit mir zu sprechen, und kann mir nicht in die Augen gucken. Wir sind von einem professionellen Umgang weit entfernt. Dieses zwischenmenschliche Hickhack zusammen mit dem anstrengenden Job bringt mein dusseliges Burn Out immer wieder zum Aufmucken. So bin ich kaum versucht zu sagen, dass es auf der aktuellen Position wieder eine Perspektive für mich gibt, weil ich weiß, es bleibt anstrengend, und gucke mich weiter um.

Wie gesagt: Es kommt, wie es kommt. In diesem Sinne wünsche ich Dir ein schönes Wochenende und schaue bei Andrea und den anderen Samstagsplauscherinnen vorbei.


Dienstag, 9. Mai 2017

Maiglöckchen-Socken für die Schwiegermutter

Nachdem Tante zu Weihnachten Maiglöckchen-Socken bekam, wollte natürlich Schwiegermutter auch prompt welche haben, denn Maiglöckchen sind schließlich ihre Blumen. Beide Damen haben im Mai Geburtstag, aber Schwiegermutter legt wert darauf, dass Maiglöckchen ihre Blumen sind. Nun ja.

Maiglöckchen-Socken von oben.
Zu ihrem Geburtstag in der letzten Woche bekam Schwiegermutter also ihre höchstpersönlichen Maiglöckchen-Socken. Natürlich strickte ich, Gott bewahre, nicht die gleichen wie für Tante, sondern entschloss mich für eine Variante des Maiglöckchen-Musters.

Maiglöckchen-Socken im Detail.
Dieses Muster stammt von Kristin Benecken und wurde entworfen für das Buch "Maiglöckchen - Variationen eines traditionellen Strickmusters*" von Dorothea Fischer. Verstrickt habe ich Regia Silk im Farbton Kamel*.

Maiglöckchen-Socken von der Seite.
Dieser Beitrag geht rüber zum Creadienstag, zu Handmade on Tuesday, DienstagsDinge und zur Stricklust.

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Freitag, 5. Mai 2017

Ausgelesen: Bücher im April 2017

Im April las ich noch weniger als im März - die Auseinandersetzungen im Büro kosten mich Kraft und die Konzentration, die ich zum Lesen brauche. Deswegen stricke ich zurzeit lieber, zumal es mir leichter fällt, mich auf's Handarbeiten zu konzentrieren.

Die Gesamtsituation trübte dann auch das Lesevergnügen von "Das Feuer der Freiheit*" von Lyndsay Faye, dem letzten Band der Trilogie um Timothy Wilde, einen New Yorker Polizisten mit der Dienstnummer 107.

Das Buch knüpft an den Vorgängerband "Die Entführung der Delia Wright*" an: In den Straßen New Yorks geht im Jahr 1848 ein Feuerteufel um – oder ist es womöglich eine Teufelin? Der Unternehmer und Politiker Robert Symmes lässt Näherinnen unter unerträglichen Bedingungen arbeiten: Hat eine von ihnen Drohbriefe verfasst und seine Fabrik in Brand gesetzt? Oder war es die Frauenrechtlerin Sally Woods, die sich höchst verdächtig benimmt?

Timothy Wilde muss sich einigen Dämonen seiner Vergangenheit stellen. Dazu gehören Mercy Underhill, in die er mal sehr verliebt war, aber auch seine Angst vor Feuer und die Beziehung zu seinem Bruder Valentine und zu seiner Vermieterin Elena Boehm.

"Das Feuer der Freiheit*" ist ebenfalls ein  packender, atmosphärisch dichter historischer Krimi - Faye gelingt es tatsächlich, die Leserin in allen drei Bänden der Trilogie gleichermaßen zu fesseln. Selbst bei den zahlreichen Nebenschauplätzen - die aufkommende Frauenrechtsbewegung, die Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Demokraten und Republikanern, die Ausbeutung und Rechtlosigkeit von Einwanderen, beispielsweise - verzettelt sie sich nicht, sondern verknüpft alle Handlungsstränge zu einem harmonischen Ganzen.


Am Ende, als sich alles fügt, war ich regelrecht traurig, dass ich von den Charakteren Abscheid nehmen musste, so sehr waren sie mir ans Herz gewachsen. Und wie immer, wenn mich ein Buch so sehr gefangen nimmt, brauchte ich einige Zeit, bis ich ein neues anfangen mochte.

Also: Klare Leseempfehlung für "Der Teufel von New York*", "Die Entführung der Delia Wright*" und "Das Feuer der Freiheit*" von Lyndsay Faye! Alle drei Bücher sind in sich abgeschlossen, Du musst sie nicht chronologisch lesen, aber wenn Du einen längeren Urlaub planst und Lesestoff suchst, passt diese Trilogie.


Von New York kehrte ich nach Hamburg zurück und las "Die Toten von St. Pauli*" von Robert Brack. Der Autor schreibt auch unter dem Pseudonym Virginia Doyle. Vor vielen Jahren las ich da mal den ersten Band der St. Pauli-Trilogie um den Polizisten Heinrich Hansen, "Die rote Katze*".  Schon damals mochte der Autor mich nicht wirklich zu fesseln, sonst hätte ich die anderen beiden Bände auch gelesen.

"Die Toten von St. Pauli*" ist ebenfalls Auftakt zu einer Reihe, die ebenfalls in Hamburg nach dem Ersten Weltkrieg spielt und im Jahfre 1920 beginnt: Alfred Weber, ein Kriminaloberwachtmeister, bekommt eine Nachricht aus Magdeburg: Aus der dortigen Irrenanstalt ist eine Frau verschwunden, man vermutet sie in Hamburg. Greta Wehmann sei gefährlich, wird Weber gewarnt.

Gleichzeitig wird am Ufer der Elbe ein Koffer mit grausigem Inhalt angeschwemmt - die zerstückelte Leiche eines Kindes. Und sie bleibt nicht die einzige. Während sein Vorgesetzter die "Irre" aus Magdeburg verdächtigt, kommt Weber diese Lösung zu einfach vor. Und je mehr er sich Greta Wehmann annähert, umso weniger glaubt er an ihre Schuld. Doch die Last der Indizien scheint erdrückend ...

Hamburg-Krimis haben ja normalerweise ein leichtes Spiel bei mir, und ich genieße es, viele der Schauplätz zu kennen, aber Brack gelang es nur selten, mich zu fesseln. Die Charaktere bleiben weitgehend farblos. Sehr dicht und anschaulich hingegen sind die Schilderungen der Wohn- und Lebensverhältnisse auf St. Pauli und in Altona geschildert. Aber das langte unterm Strich nicht, um mir den Folgeband "Die Morde von St. Pauli*" schmackhaft zu machen.

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