Sonntag, 22. April 2018

Lange Nacht der Museen 2018 oder: Wehe, wenn er losgelassen

Gestern um 18 Uhr startete die Lange Nacht der Museen, an der 59 Museen teilnahmen. Bis 2 Uhr nachts gab's ein vielfältiges Programm, an dem 26.000 Menschen teilnahmen. Der Gatte und ich waren zwei davon. Wir nehmen Dich einfach mal mit durch die Nacht.

Ein besinnlicher Moment, bevor ich mich in den Trubel stürze: Geigenmusik im Rosengarten für die Kinder vom Bullenhuser Damm.
Zuerst ging's zum Deichtorplatz, wo es die Tickets gibt und die 11 Shuttle-Bus-Linien starten. Die Idee der Shuttle-Busse ist großartig, denn so sind auch die Museen am Stadtrand gut erreichbar (wenngleich Licht an den Haltestellen praktisch wäre, gerade so nachts mitten im Industriegebiet unweit des Straßenstrichs, aber hey, ich weiß jetzt, dass ich da als fette Frau mit Strickjacke echt 'ne Verdienstmöglichkeit fände).

Vorbereitung ist alles.
Am Deichtorplatz war die ganze Nacht was los, gab's gute Musik, lecker Essen und Trinken und Sitzmöglichkeiten zum kommoden Lümmeln. Der Gatte stürzte sich gleich ins Getümmel, während ich erst mal ein bisschen arbeiten musste.

Woher kommen nur diese ganzen Massen an Menschen?!
Die wollen doch nicht alle in einen Bus?!
Dank lieber Kolleginnen hatte ich pünktlich Feierabend und musste die schwere Arbeitstasche nicht mit durch die Nacht schleppen, sondern kann sie morgen auf dem Weg ins Büro einsammeln.

In der Gedenkstätte Bullenhuser Damm gab's Liebe, Toleranz, Freundschaft und Vielfalt zum Mitnehmen, den Hamburg ist weltoffen und bunt.
Der Gatte meldete sich wie verabredet und überraschte mich mit der Nachricht, er wäre gerade in der Kunsthalle, weil: "Die lag gerade so auf dem Weg, und da ist 'ne Gainsborough-Ausstellung, wusstest du das?" Oookaaay ... Eigentlich wollten wir jetzt ja mit der Barkasse ins Hafenmuseum, aber nun gut. Als ich dann ankam, saß er im Restaurant, und so kam ich dann auch mal zum Durchatmen.

Stärkung, flüssig und fest.
Während ich Gnocchi mit Spinat und Ziegenkäse aß, erzählte der Gatte ohne Punkt und Komma Fotos zeigend von seinen bisherigen Erlebnissen im Geologisch-Paläontologischen Museum, Mineralogischen Museum ("Goldschürfen ging gerade nicht, weil ein Kind in die Wanne fiel, die Pyrite und Malachite hätten dir gefallen, aber als ich den Vorschlag machte, den Bergkristall mit 'ner Farbwechsel-LED zu präsentieren, guckten die so komisch"), Zoologischen Museum ("Da wollte ich ja eigentlich gar nicht hin, aber dann lag das auf dem Weg, das ist echt toll, ich wusste ja gar nicht, dass es so was in Hamburg gibt, die haben da 'ne ganze Vitrine voller Hasen, und erst der Leopard, der auf dem Baum abhängt, so toll, und woher haben die nur die ganzen Wal-Skelette?!"), Völkerkundemuseum ("Das lag gerade so auf dem Weg, da dachte ich, warum nicht?") und Kunsthalle ("Guck mal hier, der Gainsborough, der sieht ja erst mal ganz unspektakulär aus, aber wenn man alle diese Linien verbindet, ergibt es eine Pyramide, und diese moderne Kunst kann doch echt weg, hier im Restaurant ist es echt schön, warum waren wir hier eigentlich noch nie?!").

"Unter dieses Bild musst du 'Endlich mal richtig abhängen!'" schreiben."
"Guck mal, das Wasserschwein, das ist so süß!"
Springhasen.
Nach einigem Hin und Her - Hafenmuseum? Energieberg? Electrum? Altonaer Museum? Museum für Hamburgische Geschichte? - entschieden wir uns für letzteres, nur kam der Gatte auf dem Weg zum Ausgang wieder mal vom Weg ab, denn "Wohin geht's denn da? Da war ich noch nicht!" Während er also durch die Galerie der Gegenwart stromerte, warf ich einen Blick in die Gainsborough-Ausstellung.

In der Galerie der Gegenwart.
Ilya Kabakov, Healing with Paintings (1996).
Mona Hatoum, Deep Throat (1996)
Thomas Gainsborough, Waldlandschaft mit Wagen (1766)
Ein Besuch im Museumsshop muss sein.
Von der Kunsthalle ging's zurück zum Deichtorplatz, wo wir in den Bus zum Museum für Hamburgische Geschichte umstiegen. Dort war zu meiner großen Freude die Modelleisenbahn geöffnet!

Nachts auf dem Deichtorplatz.
Im Museum für Hamburgische Geschichte.
Nachts im Museum.
Funktechnik im Dampfer Werner.
Modelleisenbahn (Detail).
Für mich einer der schönsten Räume im Museum für Hamburgische Geschichte (und meistens menschenleer).
Gegen halb eins war der Gatte dann erledigt und weigerte sich, auch nur noch einen Meter zu gehen. Das war leider unvermeidlich, wollten wir nicht fünf Stunden auf den nächsten Linienbus warten. Also auf zur nächsten Shuttle-Haltestelle. Eine gute Stunde später ließen wir den Abend auf dem Balkon ausklingen.

Geht grad so.
Die Eintrittskarten für die Lange Nacht der Museen gelten auch heute noch. Mal schauen, wohin es uns noch verschlägt. Herzlichen Dank an alle Beteiligten vor und hinter den Kulissen, die auch dieses Jahr die Museumsnacht ermöglichten!

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