Donnerstag, 5. April 2018

#WMDEDGT 4/18

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Sie sammelt schon seit fünf Jahren - wow! Vielen Dank dafür!

Ich schlief tatsächlich sechs Stunden tief und fest und wurde vor der Zeit vom Gatten geweckt weil: "Du musst doch heute früher los". Öhm, nö, das war gestern. Da sollte er mich wecken, weil ich zum Zahnarzt musste, vergaß das aber. Ich wurde trotzdem rechtzeitig wach. Heute drehe ich mich noch mal kurz um.

Als der Gatte aus dem Haus ist, frühstücke ich, browse ein bisschen durch's Netz und erledige eine Überweisung. Dann duschen, anziehen und ab zum Bus. Ich habe mindestens für ein halbes Jahr einen längeren Fahrweg, weil meine S-Bahn-Station aufgrund von Bauarbeiten nicht mehr angefahren wird. Das ist dann die zweite Langfrist-Baustelle auf dem Weg. Die dritte kommt im Laufe des Monats. Insgesamt sind's auf der Linie derzeit fünf Baustellen auf 12 km. 

Da die ÖPNV-Planung im Hamburger Westen auf S-Bahn-Anschluss mit Zubringerbussen beruht, ruhen die Zubringerbusse oft. Ist dann auch noch, wie meistens, auf der A7 vorm Elbtunnel was los, geht gar nichts mehr. Alternativ könnte ich 20 Minuten zur nächsten S-Bahn laufen. Früher wäre ich mit dem Auto zur S-Bahn gefahren (die Route ist baustellen- und staufrei), aber die Parkplätze sind inzwischen kostenpflichtig, und ich finde, ich zahle schon genug für die Monatskarte. Vom Radfahren in der Stadt halten mich noch immer Panikattacken und rücksichtslose Radfahrer ab.

In den letzten Tagen zeigte sich, dass ich am Besten ins Büro komme, wenn ich möglichst wenig umsteige. In der Theorie ist die Bus-Bus-S-Bahn-S-Bahn-Fußmarsch-Variante mit 45 Minuten von Tür zu Tür am schnellsten. In der Praxis klappen die Anschlusszeiten nicht, bin ich selten unter 70 Minuten unterwegs. Da kann ich mir das Umsteigen auch sparen. Für den Hinweg entschied ich mich heute für die Bus-Sprint-Bus-S-Bahn-Bus-Variante (bei Regen meide ich den Fußmarsch). Trotz Busverspätung und ausgefallener S-Bahn bin ich in unter 60 Minuten im Büro.

Im Büro bitte ich eine Kollegin, dass sie in zwei Wochen eine Stunde im Laden für mich einspringt, denn da ist der MDK bei Mudderns. Das sollte klar gehen. Dann mache ich mich an die Gestaltung meiner Internetseiten. Gestern fand ich durch Zufall heraus, wie sich Links hübscher einbinden lassen. Unser CMS ist sehr nutzerfreundlich. Ich muss also jeden Link einzeln anfassen ....

Zwischendrin komme ich auf die Idee, die Abfolge einzelner Rubriken zu verändern und lerne, dass man das am Besten macht, wenn eine Seite noch komplett leer ist, denn sämtliche Beiträge verschwinden, wenn sich die Abfolge der Rubriken verändert. Das heißt, alles händisch neu einbinden. Wie gesagt: Unser CMS ist sehr nutzerfreundlich.

Gegen Mittag verschwinden die beiden Kolleginnen, die heute im Büro mit mir die Stellung halten. Eine hat Ladendienst, die andere ist in einer Veranstaltung. Dafür kommen zwei stundenweise beschäftigte Kollegen, so dass unserer Büroflur nicht völlig verwaist ist.

Ich sichte Materialien und beschäftige mich mit Anti-Extremismus-Programmen - zur Abwechslung mal mit solchen auf europäischer Ebene. Das erweitert meine Englischkenntnisse um ungeahnte Fachbegriffe. Die deutschen sind für mich ja schon gelegentlich unverständlich. Ich spreche Tacheles besser als Akademisch, aber die Brauntöne der Exkremente, die ich nach Farben sortiere, lassen sich auf Akademisch wohlriechender beschreiben.

Auf dem Heimweg gebe ich noch eine Überweisung bei der Bank ab. Doch, ich kann Online-Banking, aber hier ist ein Überweisungsträger dabei, den ich nur unterschreiben musste. Das geht schneller als alles ins Bankprogramm zu tippen. 

Mit der Bus-Bus-Kombi brauche ich diesmal deutlich über 60 Minuten, aber ich habe einen Sitzplatz und kann lesen*. Beide Busse sind übervoll. Ich verstehe nicht, warum es nicht möglich ist, in der Rush Hour mehr Gelenkbusse einzusetzen. Die fahren stattdessen sonntags und nachts - leer.

Zuhause ist die Benachrichtigung, das meine Ausweispapiere fertig sind, in der Post. Das ist beruhigend. Angesichts der aktuellen Entwicklung will ich schnell weg können, falls die Nazis wieder an die Regierung kommen. Keine Ahnung, wohin ich dann gehe, nur weg will ich können. Ich sauge einmal durch die Wohnung, dann ist der Gatte auch schon da, genervt von den Baustellen auf seinem Arbeitsweg. Auch das Umland kann Stau.

Heute habe ich mutterfrei, also fahren der Gatte und ich zum Sport. Wir haben Glück, das Schwimmbad ist einigermaßen leer, der Gatte hat Platz zum Kraulen. Auf der Fahrt sprechen wir über die Lange Nacht der Museen. Ich habe zwei #Nachtspatz-Tickets gewonnen, darf also umsonst in die Museen und berichte im Gegenzug darüber. Mittendrin muss ich in einem der Museen zwei Stunden arbeiten, und so müssen wir uns absprechen, damit wir uns wiederfinden, denn der Gatte will unverständlicherweise nicht zwei Stunden an meiner Seite ausharren.

Wieder zu Hause hänge ich zwei Ladungen Wäsche auf, während der Gatte das Abendessen zubereitet, die Küche klar Schiff macht und mir Details der vorgestrigen Doctor-Folgen erzählt, die mir entgingen, weil ich nicht so tief in das Universum eintauche wie er.

Abendessen, stricken, Tagesthemen gucken, dann ausgiebige Zahnpflege, ins Bett und noch etwas lesen*, dann war's das auch schon mit dem 5. April 2018.

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Kommentare:

  1. Liebe Sabine,Deine Posts lese ich ja immer gerne, aber hete habe ich Gänsehaut bekommen, Du weißt sicherlich schon was ich meinen könnte.Ich hoffe doch sehr, das Du Deine Ausweispapiere nur benötigst, wenn es um schöne Reiseziele, nicht Fluchtziele geht!Oh je,ich mag gar nicht daran denken wie es meiner Familie gehen mag,sollte alles mal eskalieren.
    Nächstenliebe und Vernunft schütze unser Volk!
    Das gibt mir jetzt arg zu denken.
    Liebe Grüße Petra

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    1. Liebe Petra,

      seit drei Jahren beobachte ich die Entwicklung hier mit großer Sorge und frage mich schon, wie lange meine Heimat mir noch ein Zuhause sein wird. Ich hoffe aber auch, dass ich den Pass nur für Fernreisen brauche. Aber da es sehr wahrscheinlich ab nächstes Jahr die ersten AfD-geführten Landesregierungen geben wird, bin ich lieber vorbereitet.

      Hoffen wir, dass sich die Vernunft durchsetzt!

      Herzliche Grüße
      Sabine

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