Samstag, 10. April 2021

Samstagsplausch KW 14/21: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten LIV

Diese Woche wünschte ich mir die Zeiten zurück, in denen mich Ärzte abwimmelten mit den Worten: "Sie sind einfach nur fett. Essen Sie weniger, nehmen Sie ab, und Ihre Beschwerden verschwinden." Seitdem nämlich klar ist, dass meinem Gewicht eine ernsthafte Hormonstörung zugrunde liegt, ich zudem Hormone wegen der Wechseljahrsbeschwerden nehmen muss, muss ich wegen abzuklärender Risiken zu vielen Ärzten, werde von ihnen ernstgenommen und bekomme so viele Diagnosen, dass ich mir schon gar nicht mehr alle merken kann - und sie werden nicht schöner. 

Aktuell habe ich die Vorgabe, bei bestimmten Symptomen direkt in die Notaufnahme zu fahren. Super, gerade jetzt, wo die Krankenhäuser eh überlastet sind. In den nächsten Wochen wird dann geguckt, ob die vorläufige Diagnose Bestand hat. Es kann auch sein, dass es alles nur falscher Alarm ist, die auffälligen Laborwerte einen harmlosen Grund haben. Das sei aber nicht der Normalfall, meint der Facharzt. Das macht Mut. So richtig will mir nicht in den Kopf, dass Beschwerden, die ich seit 30 Jahren habe, die seit 30 Jahren als "einfach nur fett" abgetan wurden, nun plötzlich zu einer ernsten Erkrankung gehören sollen.

Immerhin: Ich kasteie mich nicht mehr mit Low Carb oder Keto, weil's womöglich eh zu spät ist. Schließlich will ich champagnerselig und schokoladensatt ins Grab rutschen. Die Ernährungsberaterin, zu der ich Ende des Monats das erste Mal muss, bekommt wohl ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln, wenn sie mein Esstagebuch prüft.

Hier gilt seit mittlerweile 56 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Unsere Kontakte sind auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter. 

Der Gatte ist seit einem Jahr in Kurzarbeit, arbeitet jetzt drei Mal pro Woche. Die Perspektivlosigkeit ist weiterhin belastend, aber körperlich geht's ihm langsam besser. Wir konnten sogar wieder einen langen Spaziergang machen! Sein Nervenkostüm ist allerdings dünner als dünn, und die stetig steigenden Infektionszahlen samt null Reaktion der Politik machen ihm zu schaffen. 

Diese Woche machte ihm immerhin Freude, dass er in der Nähe seines Arbeitsplatzes einen Baumarkt entdeckte - in Schleswig-Holstein sind die geöffnet, anders als in Hamburg. Endlich bekam er die Sachen, die er brauchte, um an seiner Modellbahn weiterzubauen, was ihm richtig Auftrieb gab. Bevor die Baumärkte wegen zu hoher Infektionszahlen wieder schließen müssen, wird er hoffentlich auch die Übergangsprofile bekommen, die den breiten Spalt im Laminat verdecken sollen. Momentan ist unsere Wohnung nämlich sehr trocken, warum auch immer. Sonst quillt das Laminat. 

Mein Arbeitsplatz ist sicher. Ich bin einen Tag im Büro bzw. im Laden, arbeitet ansonsten zu Hause. Momentan gibt es in allen Arbeitsbereichen viele Umstrukturierungen - unsere immer noch neuen Chefs legen voll los. Mal schauen, was Neues auf mich zukommt. Aktuell habe ich reichlich Arbeit und vermisse mein Büro, denn ich bin es gewohnt, mit Mappen zu arbeiten und viel Platz zum Auslegen zu haben. Das fehlt zu Hause, und auch nach einem Jahr habe ich noch keinen Ersatz für mein Mappensystem gefunden. 

Ostern war geruhsam. Sonntag waren wir bei Mudderns zum Frühstück. Ich hatte belegte Brötchen beim Bäcker vorbestellt, die auch noch für das Frühstück am Montag reichten. Es war ein netter Vormittag. In Mudderns verwildertem Garten fand ich sogar Bärlauch, den ich ausgrub und bei uns einpflanzte. 

Am frühen Abend kam Schwiegermutter, holte ich Essen aus einem Restaurant. Das reichte ebenfalls noch für Montag, und es war ein netter Abend, der allerdings früh zu Ende war, da in Hamburg seit Karfreitag Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr gelten. Man darf zwar nach 21 Uhr noch alleine unterwegs sein, und ich vermute, es hätte auch niemand etwas gesagt, wenn ich Schwiegermutter nach Hause gefahren hätte, aber es passte auch so.

Die Ausgangsbeschränkungen brachten dem Gatten ein neues Hobby: Wenn er nach 21 Uhr rauchend auf dem Balkon sitzt, zählt er Autos, die seiner Meinung nach ja auch nicht mehr unterwegs sein dürfen ... An die Vorgabe "Ein Haushalt plus eine weitere Person" hielt sich hier in der Nachbarschaft über Ostern kaum jemand (und auch sonst nicht). Man muss das Virus doch unter die Leute bringen.

Ansonsten musste der Gatte wieder in die Augenklinik, also fuhr ich ihn und nutzte die Zeit zum Einkaufen in dem riesigen Supermarkt in der Nähe. Diesmal ging's rasend schnell, war ich beim Einladen, als der Gatte anrief, um abgeholt zu werden. Dabei wollte ich doch nur zur Bank, zur Post, Blumen kaufen ... Nächste Woche muss er wieder zu einer Voruntersuchung, und dann steht fest, wie viele Behandlungen es diesmal werden. Auch wenn mich das Fahren anstrengt, finde ich es doch schön, Zeit mit dem Gatten zu verbringen, und ich freute mich sogar auf den riesigen Supermarkt, wo es vieles gibt, was ich aus unserem Supermarkt nicht kenne. Dementsprechend üppig fiel der Einkauf aus. Ich bekam sogar einen Gürtel, um meine rutschenden Hosen zu bändigen (und der Gürtel musste viel kürzer sein als gedacht).

Im Garten ist momentan Pause, da es ja doch wieder recht frostig ist. Sonst wäre die Terrasse schon lange wieder nutzbar. Der Balkon ist auch noch nicht sauber - als ich gerade damit anfangen wollte, wurde es wieder winterlich. Überrascht stellten wir fest, dass der Laubsauger in Schwiegermutters Haus blieb - also kaufte der Gatte einen neuen. So sehr ich die Dinger auch ablehne, so sehr sind sie doch bei der Reinigung der Terrasse nützlich - und so spät, wie wir das Teil einsetzen, kommen auch weder Igel noch Mäuse zu Schaden. Im Herbst und Winter lassen wir das Laub eh liegen oder rechen nur ein wenig, damit Igel und Mäuse ein Winterquartier haben. Dieses Jahr war's den Mäusen nicht kuschelig genug: Sie zerlegten ein Sitzkissen, um Polstermaterial zu bekommen. Ich habe es noch nicht entsorgt, denn die Meisen freuen sich jetzt auch darüber. 

Die erste Lieferung aus dem Gartenmarkt kam an, der Rest kommt nächste Woche. Mal schauen, ob alles anwächst. Im Moment ist es zwar zu kalt zum Aussetzen der Pflanzen, aber ich habe keine Möglichkeit, sie zwischenzulagern. Ich habe auch Rasensaat gekauft und, nachdem der Gatte darauf bestand, dass eine Harke alleine nicht ausreicht, um das Moos zu entfernen, einen kleinen Vertikutierer. Vermutlich werde ich die Idee, das Moos gegen Rasen zu tauschen, noch verfluchen. 

Nachdem es wieder Probleme mit den Bolz-Blagen gibt, haben wir beschlossen, eine Kamera im Garten zu installieren. Es gab ein paar merkwürdige Vorfälle wie eine geöffnete Truhe - gut, den Deckel hätte mit viel Phantasie auch ein Sturm aufwehen können, aber er wurde richtig aus der Halterung gebrochen. Außerdem haben ich den Eindruck, ein paar der letztens gesetzten Bodendecker fehlen - da sind so verräterische Löcher. Und wenn ich den Bolz-Blagen Unrecht tue, haben wir zumindest hübsche Bilder von Eichhörnchen oder Meisen, Rotkehlchen und anderem Gevögel.

Den Müttern und Tante geht's gut. Tante leidet weiterhin darunter, dass ihre Freizeitaktivitäten seit über einem Jahr ausfallen; ihr fehlen Wassergymnastik, Rheumaliga und Bridge. Meine Mutter bräuchte dringend Stimulanz, aber sie verweigert alle entsprechenden Aktivitäten. Immerhin hat sie sich nach dem desolaten Jahresbeginn gefangen und meinte letztens, sie würde sich über einen Ausflug in die Heide freuen. Also fahre ich mit ihr in den Höpen, wenn das Wetter besser ist.

Schwiegermutter hat sich gut in der Seniorenwohnanlage eingelebt. Ein Nachbar, mit dem sie sich anfreundete, verstarb leider, aber sie hat einen andere nette Bekanntschaft gemacht. Ihr geht es da in der SWA noch am Besten, denn anders als Tante, die unter dem Alleinsein leidet, hat sie immer Gesellschaft und Ansprache, wenn sie möchte. Theoretisch gäbe es auch Bewegungsangebote, aber da macht Schwiegermutter nicht mit. Stattdessen geht sie sehr viel spazieren, manchmal zusammen mit dem Gatten.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Dienstag, 6. April 2021

#WMDEDGT 04/21: Ostermontag

Kaum zu glauben, dass schon April ist! Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Ich schrecke um viertel nach sieben auf und befürchte, verschlafen zu haben, aber nein, ich muss erst morgen um sieben Uhr los zu einem Termin. Heute ist frei. Umdrehen, etwas lesen* und einschlummern, bis ich den Gatten in der Küche kruschteln höre. Während der Gatte Kaffee kocht, decke ich den Frühstückstisch, was schnell erledigt ist, denn vom gestrigen Frühstück bei Mudderns blieben noch belegte Brötchen übrig. Eins mit Rührei-Patty und Bacon backe ich dem Gatten im Ofen auf. Orangensaft dazu, fertig. 

Der Gatte beschloss gestern, heute spazierengehen zu wollen, kann sich aber angesichts des ständig wechselnden Wetters nicht entscheiden. Ich sehe ihn schon die Stufen zwischen Wohnungs- und Haustür hin und her laufen, weil das Wetter schneller wechselt, als wir draußen sind. Während er überlegt, kruschtle ich in der Wohnung herum und telefoniere mit Mudderns. 

Schließlich ist der Gatte dann doch zum Spaziergang bereit und entscheidet sich unterwegs sogar für die große Runde durch die Osdorfer Feldmark. Er hat Kälte und Wind unterschätzt und flucht die meiste Zeit, hält aber durch - sogar ohne Pause, denn die Bänke bieten ihm nicht genug Windschutz. Während der Gatte zetert, erfreue ich mich am stürmischen Himmel, an den springenden Eichhörnchen, der Vogelwelt, weidenden Galloways und Pferden. 

Wir brauchen für die Runde etwas länger als sonst, erwartbar angesichts des Gesundheitszustands des Gatten. Zu Hause bekommt er zum Päppeln heißen Kakao mit Sahne und Hasenkeksen, bevor er sich in die Heizdecke einwickelt. Ich bekomme heißen Kakao mit Eierlikör und versuche, produktiv zu sein, gebe das dann aber irgendwann auf und kuschle mich zum Lesen* in die Heizdecke.

Nachmittags Tee mit den letzten Hasenkeksen, floddern auf dem Sofa, dann doch ein wenig Hausarbeit und irgendwann das Abendessen vom Vortag aufwärmen: Bratkartoffeln und Wiener Schnitzel. Die Restaurant-Portionen sind so riesig, dass wir grundsätzlich zwei Mal davon essen (wir könnten auch halbe Portionen bestellen, aber das wäre nur der halbe Spaß). 

"Tatort" gucken, dabei natürlich stricken, dann die Sachen für den kommenden Tag zusammensuchen, dabei endlich eine verschollene (und deshalb überfällige) Rechnung finden. Ins Bett, noch etwas lesen* - und den Wecker eine Stunde früher als sonst stellen. 

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Samstag, 3. April 2021

Samstagsplausch KW 13/21: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten LIII

"Ich hab' die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir uns wiedersehen!", sagte Tante, als sie anrief, um sich für das Osterpäckchen zu bedanken, und mir zerriss es fast das Herz. Normalerweise würde sie Ende des Monats für vier Wochen nach Hamburg kommen, damit Schwiegermutter und sie gemeinsam ihre Geburtstage feiern können. Jetzt haben wir uns fast ein Jahr nicht gesehen, und es ist ungewiss, wann wir uns wiedersehen werden.

Das Hasenschild muss ich neu beschreiben ...

Anfang des Jahres, als die Impftermine für Tante und Schwiegermutter standen, hatten beide die Hoffnung, über ihre Geburtstage einen Wellnessurlaub machen zu können, aber ich bezweifle, dass das im Mai schon wieder möglich sein wird, denn die Pandemie-Entwicklung wird ja seit Wochenden von der Politik ignoriert. Notwendige Maßnahmen werden nicht getroffen; wir steuern sehenden Auges in die Katastrophe.

Tante und Schwiegermutter überlegen, ihre Geburtstage trotzdem gemeinsam zu feiern, indem Schwiegermutter nach Bayern fährt, aber Tante gibt zu bedenken, dass die beiden dort ja nichts unternehmen können, weil alles geschlossen ist. Mal schauen, was sie entscheiden.

Bis Ostern werden die Blüten noch aufgehen.

Diese Woche wurde Mudderns endlich geimpft! Sie steckte die Impfung auch gut weg, nachdem sie mich wegen einer Straßensperrung kirre machte und das halbe Impfzentrum aufmischte - ich komme einfach aus einer Familie von Drama-Queens. In drei Wochen gibt's dann die zweite Impfung, und dann ist Mudderns geschützt. Die ganzen Hygienemaßnahmen sind ihr schwer begreiflich zu machen, so dass ich froh bin, dass sie ohne Infektion durch das Jahr kam. Überhaupt bin ich dankbar, dass wir fünf bislang alle einigermaßen unbeschadet durch diese Zeit kamen. 

Im Impfzentrum wurde ich heftigst angeflirtet - so was kenne ich gar nicht mehr! Das war sehr lustig, und wenn ich gewollt hätte, hätte ich für heute eine Verabredung mit einem Donaldisten - ich wusste gar nicht, dass die sogar in der lindgrünen Hölle leben. 

Hier gilt seit mittlerweile 55 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Unsere Kontakte sind auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter. 

Der Gatte ist seit einem Jahr in Kurzarbeit, arbeitet jetzt drei Mal pro Woche. Dass er nun an drei Tagen einen geregelten Tagesablauf hat, tut ihm sehr gut! Die Sorge um seinen Job macht ihm aber weiterhin sehr zu schaffen, ebenso wie seine Gesundheit. Durch die Kurzarbeit müssen wir uns finanziell ein wenig einschränken, haben es im Vergleich zu anderen aber wirklich sehr gut. Belastender ist die Perspektivlosigkeit. 

Zumindest mein Arbeitsplatz ist sicher - und ich habe wahnsinnig umsichtige, rücksichtsvolle Chefs und Kollegen. Die meisten von uns gehören entweder selbst zu einer Risikogruppe oder leben mit jemandem aus einer Risikogruppe zusammen. Das sensibilisiert. Im Kollegen-Umfeld gibt es den ersten Corona-Todesfall - jung, ohne Vorerkrankungen. Die Einschläge kommen näher.

Für mehr Sicherheit und um Risiken zu minimieren, reagieren wir pragmatisch: Die zentralen Lieferprobleme bei Masken und Selbsttest werden dadurch umgangen, dass wir beides über unseren Etat beschaffen, und wer sich angesichts der immer höheren Infektionszahlen unwohl fühlt, arbeitet selbstverständlich zu Hause. Für die, die im Büro sind, wurde eine verschärfte Maskenpflicht beschlossen, und die Chefs versuchen auch, eine Ladenschließung durchzusetzen. Solange es noch keine Selbsttests gibt, gehen Kollegen auf dem Weg ins Büro beim Testzentrum vorbei, um niemanden zu gefährden. Entgegen der Anordnung führen wir den dienstlichen Selbsttest zu Hause durch, bevor wir ins Büro fahren, nicht erst im Büro, wenn wir schon Kontakte hatten. Ins Testzentrum sollte ich auch, wenn ich übernächste Woche wieder meinen Präsenztag habe. 

Ansonsten ist es das zweite Jahr, in dem die Osterfeuer ausfallen. Genau wie die Fußballspiele ohne Fans oder Silvester ohne Böller stört mich das nicht weiter. Wir wohnen in Elbnähe, wo die Osterfeuer Touristenattraktion sind, und verrammelten jedes Jahr Türen und Fenster, um den Qualm draußen zu halten. Einmal vergaß ich die Wäsche auf dem Balkon - sie roch am nächsten Tag wie frisch aus der Räucherkammer.

Irgendwie hatte ich gehofft, dass wir inzwischen mit Corona durch wären, aber ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Im Büro merke ich, dass viele Kooperationspartner diese Saison bzw. Spielzeit schon lange komplett abgeschrieben haben, und natürlich merke ich auch, wie viele ums Überleben kämpfen. Ein wirklicher Lockdown im Januar hätte helfen können. So wird dieses Gewurstel noch monatelang weitergehen. Immerhin gibt es in Hamburg seit gestern wenigstens eine nächtliche Ausgangssperre, um die Mobilität als wesentlichen Pandemietreiber ein wenig einzudämmen. Mal schauen, ob es etwas bringt.

Ich bin heilfroh, dass der Gatte seine erste Impfung bekam, denn ab kommenden Monat muss er wieder regelmäßig in die Augenklinik, und auch so hat er jede Menge unvermeidbare Kontakte. Ein Auge ist wieder okay, aber das andere braucht noch weitere Behandlungen. Wenn möglich, werde ich meine Arbeitszeit wieder so legen, dass ich ihn fahren kann, in der Behandlungszeit Einkäufe erledige und ihn wieder einsammle. Langsam wird das Termin-Tetris aber schwierig, denn meine eigenen Arzt- bzw. Kliniktermine muss ich ja auch unterbringen - und arbeiten. Wird sich schon irgendwie einspielen. 

Ansonsten kämpfe ich gerade mit dem 20. Kilo und erwäge langsam, mir doch mal neue Kladage zuzulegen - oder Jogginghosen mit Hosenträgern zu einem neuen Trend zu machen. Rutschende Hosen nerven mich extrem, und ich habe immer noch keinen Gürtel ... Auf dem Weg zur Physio komme ich an einer Änderungsschneiderei vorbei und muss endlich mal so planen, dass ich da halten kann und Zeit zum Maßnehmen habe. Vielleicht kann ich auch einiges selbst mit der Hand ändern.

Immerhin habe ich eine passende Jeans: Beim Entsorgen zu kleiner Klamotten habe ich eine übersehen, die zwei Konfektionsgrößen zu klein war und jetzt plötzlich passt. Ich traue dem Frieden noch nicht so ganz - nicht, dass ich plötzlich wieder 20 Kilo mehr wiege. Außerdem haben sich die Zuschnitte der Konfektionsgrößen geändert, so dass neue Kladage die gleiche Größe hätte wie die alte, wenn nicht gar größer. Da improvisiere ich lieber, bis ich das Erfolgserlebnis habe, kleinere Konfektionsgrößen kaufen zu können - falls ich weiterhin abnehme. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse. Frohe Ostern euch da draußen!

Freitag, 2. April 2021

#pmdd2021: Der 28. März 2021

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2021 auf Twitter oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Frühstücksvorbereitungen.

Frühstück: Pampelmuse und Bananenbrot.

Die gestern gekauften Blumen einpflanzen.

Die vor vier Wochen gepflanzten Hornveilchen sind schon tüchtig gewachsen.

Gestern wurden auch Kräuter gekauft. Zumindest die Standards habe ich nun.

Erstmal festhalten, was gepflanzt wurde.

Lesen* und nickern.
Der Tag beginnt entspannt. Den Vormittag verbringe ich im Garten. Wir waren am Vormittag in einem Pflanzenmarkt, und das gekaufte soll in die Erde, bevor der Regen kommt. Es ist eisekalt. Ich muss immer wieder rein, um die Hände zu wärmen (ich mag nicht mit Handschuhen arbeiten). Aber rechtzeitig zum Regen ist alles in der Erde. 

Bleibt nur zu hoffen, dass die Bolz-Blagen, die ihr Spiel immer wieder durch die Hecke in unseren Garten verlagern, nicht alles zertrampeln oder rausreißen. Ihr neustes Hobby ist, den Rasen aus der Grünfläche zwischen den Häusern zu reißen, warum auch immer, und Büsche oder Sträucher rauszureißen. Eltern, die dem Einhalt gebieten, gibt es nicht, und wir sind böse Nachbarn, weil wir darauf bestehen, dass unser Eigentum in Ruhe gelassen wird. 

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir gestern beim Bäcker eskalierten, deswegen wird Backwerk eingefroren.

Bevor ich das komplette 1-Kilo-Osterbrot auffuttere, bringe ich es lieber im Tiefkühler in Sicherheit, damit Ostern noch was da ist.

Wie gesagt, der Gatte eskalierte beim Bäcker.

Das wird später das Abendessen.

Tabletten sortieren, das Hobby alter Frauen.
Nach der Gartenarbeit lese ich erst mal ein Stündchen, bevor's an die Hausarbeit geht. Dann Teezeit, floddern mit dem Gatten auf dem Sofa, Abendessen, "Tatort" als Quasi-Pflichtprogramm.

Gesichter auf die gehäkelten Osterhasen sticken.

Heute gab's zu wenig Bewegung, also noch 'ne Runde auf den Stepper. 

Wolle wickeln.

Tatort gucken.

#tatortstricken. Das wird ein Stirnband für die Wooligans.

Den Einkaufszettel für den letzten Einkauf vor Ostern aktualisieren.

Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*

Donnerstag, 1. April 2021

Ausgelesen: Bücher im März 2021

Ich lese ja gerne Krimi-Reihen in chronologischer Reihenfolge, und so ist gerade die Grappa-Reihe von Gabriella Wollenhaupt dran. So arbeitete ich mich systematisch vom ersten Band, "Grappas Versuchung*" bis zum 15. Band. "Grappa und der Tod aus Venedig*" durch. Mittelpunkt der Reihe ist die Polizeireporterin Maria Grappa aus Bierstadt, unschwer als Dortmund zu erkennen. 

Vor Jahren las ich immer schon mal einzelne Bände, jetzt die ganze Reihe, alle 30 Bände. Es macht großen Spaß, die Entwicklung der Protagonisten zu verfolgen. Ich hatte gehofft, mehr über den Beginn der Freundschaft zwischen Grappe und Bäckerin Schmitz zu erfahren, wurde hier aber enttäuscht. Frau Schmitz ist irgendwann einfach da. 

Da ich immer mal auf Lieferungen des nächsten Schwungs Bücher warten musste, las ich zwischendrin "Der Minister und das Mädchen*" von Jürgen Kehrer und "Leichentuch und Lumpengeld*" von Gabriella Wollenhaupt. In "Der Minister und das Mädchen" geht's um den Sohn von Wolfgang Schwarz, ein MdB. Gegen Sohn Christian läuft ein Strafverfahren, der Student soll eine Kommilitonin vergewaltigt haben. Und ein Prozess könnte die Karriere des Vaters beschädigen. Da Christian treuherzig versichert, unschuldig zu sein, beauftragt Schwarz den Privatdetektiv Georg Wilsberg, der anscheinend voreingenommenen Polizei auf die Sprünge zu helfen. Tatsächlich stoßen Wilsberg und seine Assistentin Franka bald auf einige Merkwürdigkeiten. Offenbar ist Christian Opfer eines Komplotts, das sich gegen den Minister in spe richtet.

Ich mag die Wilsberg-Reihe, sowohl die Bücher als auch die Verfilmungen.

"Leichentuch und Lumpengeld" ist der erste historische Kriminalroman von Wollenhaupt. Er spielt 1845, in der Zeit vor der deutschen Revolution. In der preußischen Stadt Morgenthal findet der kleine Max die Leiche des Fabrikanten Emil Hartenau - ermordet. Merkwürdigerweise steckt in der Tasche des Toten ein demagogisches Gedicht. Ist der Mord politisch motiviert?

Ein Sonderermittler aus Berlin, Justus von Kleist, wird in die Kleinstadt geschickt. Die Morgenthaler machen es ihm nicht leicht, Licht in die Angelegenheit zu bringen. Den Sohn und Erben des Toten, Moritz Hartenau, interessiert nur der Profit und sogar Gendarm Kürten sagt nicht alles, was er weiß. Fast gleichzeitig taucht der Franzose Elias Leclerc in der Stadt auf und erzählt von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Bei seiner Cousine Rachel Grünblatt rennt er offene Türen ein. Die junge Frau langweilt sich und engagiert sich mehr und mehr für die ausgebeuteten Weber und ihre Familien.

Es war das erste Buch außerhalb der Grappa-Reihe, das ich von Wollenhaupt las und entpuppte sich als wahrer Schmachtfetzen! Das war zur Abwechslung ganz schön, wenngleich die Figuren holzschnittartig bleiben. Zur Unterhaltung taugt das Buch allemal. Die Idee, einen Vorfahren von Kleist, dem Lebensgefährten Maria Grappas, zu einem der Protagonisten zu machen, ist nett. Mit "Blutiger Sommer*" gibt es eine Fortsetzung, die auf meiner Leseliste steht ebenso wie "Fräulein Wolf und die Ehrenmänner*", das im November erscheint.  

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