Sonntag, 1. Juni 2025

Ausgelesen: Bücher im Mai 2025

Lesen im vollen Zug ...
In den Mai ging ich mit "Amsel, Drossel, tot und starr*" von Mona Nikolay*. Dafür, dass mir die Reihe ursprünglich nicht gefiel, fand ich sie nun ganz okay. 

Das Jugendbuch "28 Tage lang*" von David Safier* war eine Entdeckung! Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. 28 Tage lang. 

Das Buch ist unwahrscheinlich intensiv. Lese-Empfehlung!

Entspannter war da "Haus der Geister*" von Frank Goldammer*, den ich auch gerne lese. Die bislang zweibändige Reihe um den Kriminalrat Gustav Heller spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Dresden. Im heißen August 1881 werden der Kriminalrat und sein Assistent Schrumm in die alte Villa von Adele Blumfeld gerufen, um den plötzlichen Tod eines Teilnehmers der gerade stattgefundenen Séance aufzuklären. Im Gegensatz zu Schrumm glaubt Heller keine Sekunde an Geister oder die übersinnlichen Kräfte der exzentrischen Gastgeberin. Doch das morbide Haus und vor allem Hermina, das stumme und seit einem Unfall schwer entstellte Dienstmädchen, scheinen ein Geheimnis zu hüten, dem Heller auf den Grund gehen will. Und was hat es mit dem "roten Verlies" auf sich, von dem immer die Rede ist? Als es zu weiteren mysteriösen Todesfällen in der Villa kommt, nimmt Heller selbst an einer Séance teil und tappt beinahe in eine tödliche Falle.

Schade fand ich, dass das Buch teilweise schlampig redigiert ist. So ist beim ersten Mord nicht von einem "roten Verlies" die Rede, sondern von einem "roten Vlies".

"Judasbrut*" von Sabine Fink* fand ich ein wenig anstrengend. Der Krimi spielt in Franken. Gerade erst aus dem Urlaub zurück, wird Kommissarin Maria Ammon mit einer Reihe von Fällen konfrontiert: Ein ertrunkener Obdachloser, der Mordanschlag auf einen gefeierten Biochemiker – und der Fall von Marias bester Freundin Nina, die von einer verstörenden Begegnung mit einem Fremden erzählt. Kurz darauf ist Nina spurlos verschwunden. Nichts davon scheint einen Zusammenhang zu haben, doch überall stößt die Kommissarin auf ungelöste Fragen, die sie tiefer und tiefer in einen Sumpf des Verbrechens führen. Als eine weitere Leiche gefunden wird und sich der Verdacht erhärtet, dass Nina entführt wurde, weiß Maria, dass sie handeln muss. Wie viele Leben stehen wirklich auf dem Spiel?

"Funkenflieger*" von Rita Falk* wiederum ist ein unwahrscheinlich intensives Buch, dass ich nach dem Auslesen am Liebsten gleich wieder von vorne gelesen hätte! Elvira war viel zu jung, um selbst Kinder zu haben – und ihre Söhne Kevin, Robin und Marvin haben es nicht gerade leicht mit ihr. Als eines Tages herauskommt, dass Kevin seine große Liebe Aicha geschwängert hat, noch bevor beide ihren Schulabschluss in der Tasche haben, kommt es beinahe zur Katastrophe. Denn Aichas Eltern setzen alles daran, dass das Kind nicht zur Welt kommt. Was tun? Marvin hat einen irrwitzigen Plan. Und für einige Wochen wird ihrer aller Leben kräftig durcheinandergewirbelt.

Bücher mit Cliffhanger mag ich gar nicht, und so hätte ich "Die Totenärztin - Wiener Blut*" von René Anour* vermutlich gar nicht erst angefangen, hätte ich gewusst, dass es ein mehrteiliger Krimi ist. Zum Glück war der zweite Band, "Die Totenärztin - Goldene Rache*" schnell in der Onleihe verfügbar. Insgesamt besteht die Reihe um die junge Ärztin Fanny Goldmann aus vier Bändern, aber die ersten beiden langten mir vorerst. Ort der Handlung ist das Wien des beginnenden 20. Jahrhunderts. Als ein toter Obdachloser in der Gerichtsmedizin eingeliefert wird, schenkt niemand ihm einen zweiten Blick – niemand außer Fanny Goldmann. Ihr fallen Ungereimtheiten auf, aber keiner ihrer männlichen Kollegen will auf sie hören. Daher obduziert sie die Leiche nachts heimlich. Eine gefährliche Entscheidung, denn plötzlich findet sie sich mitten in einer tödlichen Verschwörung rund um einen charismatischen Dieb und Kaiserin Sissis verschwundene Diamantsterne wieder. Ihre Ermittlung führt Fanny von den mondänen Salons und prunkvollen Palais der Oberschicht bis in die schäbigen Spelunken und Bordelle der Wiener Unterwelt. Im zweiten Band steht dann das Gemälde "Der Kuss" von Gustav Klimt im Mittelpunkt.

Ich fand die Handlung gelegentlich sehr verworren und langatmig. Normalerweise hätte ich nach dem ersten Band nicht weitergelesen. Mal gucken, ich irgendwann die beiden anderen Bände lese. Momentan ist mir nicht danach.

Die Vielseitigkeit von Frank Goldammer* ist beeindruckend. "Großes Sommertheater*" ist eine spannende Familiengeschichte, ein Urlaubsroman. Der alte, kranke und steinreiche Patriarch Joseph lädt die gesamte Familie in seine Villa an der Ostsee ein. Die Sonne brennt – doch die dicke Luft ist nicht nur der Hitze geschuldet. Josephs Söhne sind seit Jahren zerstritten, die Aussicht auf das Erbe lässt sie aber mit Kind und Kegel anreisen. Da trifft der biedere CDU-Mann Erwin aus Berlin auf den halbseidenen Harald aus Dresden. Uwe, das schwarze Schaf der Familie, hat – unfassbar! – eine attraktive Frau dabei. Die Gästeliste birgt also reichlich Zündstoff, die Stimmung kocht, die Ereignisse spitzen sich zu. Bis es, im wahrsten Sinne des Wortes, knallt.

Durch einen Zeitungsartikel über den tragischen Tod von Alexandra Fröhlich* wurde ich auf die Autorin aufmerksam und las "Gestorben wird immer*", der einzige Titel, der in der Onleihe verfügbar war. Es war bestimmt nicht das letzte Buch, das ich von Fröhlich las. Zum Inhalt: Der Tod war Agnes’ Geschäft. Über Jahrzehnte hinweg führte sie den Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne in Hamburg und lenkte gebieterisch die Geschicke der Familie. Mit 91 Jahren nun hat Agnes von allem und jedem genug, sie will reinen Tisch machen und endlich das Geheimnis lüften, das sie viel zu lange schon mit sich herumträgt. Da ihre Tochter das Weite gesucht hat, beauftragt sie ihre Enkelin Birte, die Einzige, die aus demselben harten Holz geschnitzt ist wie sie, den ganzen Clan zusammenzutrommeln – kein einfaches Unterfangen, denn alle sind sich spinnefeind. Es ist Zeit für die Wahrheit.

Ebenfalls durch einen Zeitungsartikel wurde ich auf Ben Westphal* aufmerksam, einem Hamburger Drogenfahnder, der unter diesem Pseudonym Krimis schreibt. "Elbe Hafen Bulle*" ist der erste Band um den pensionierten Polizisten Gerd Sehling - mir kam es so vor, als stiege ich mitten in der dreibändigen Reihe ein. Wer die Reihe liest, muss ein Faible für langatmige Dialoge und detaillierte Schilderungen von Verfolgungsjagden haben. 

Die Reihe von Angela Lautenschläger* um die Nachlasspflegerin Friederike Sander und Kommissar Nicolas Sander lese ich ganz gerne, aber "Geheime Rache*" hat irgendwie Lücken in der Handlung und einige Logikfehler, die mich in die Auslegeware beißen ließen.

Mit "Umlaufbahnen*" von Samantha Harvey* gehe ich in den Juni.

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Samstag, 31. Mai 2025

Samstagsplausch KW 22/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCLXXII

"Ich habe mich ja damit abgefunden, dass ich nicht mehr nach Mallorca komme! Aber jetzt komme ich noch nicht mal mehr nach Dänemark!", verzweifelte der Gatte gestern, als feststand, dass wir unseren Dänemark-Urlaub absagen müssen, obwohl es letzte Woche doch noch so gut aussah. 

Dienstag wurde eine neue Wunde entdeckt, die binnen zweier Tage nekrotisch wurde. Also fuhren wir gestern ins Krankenhaus. Ergebnis: In vier Wochen steht eine weitere OP an, die vierte in diesem Jahr. Uns ist Angst. Angst, weil jede Narkose Hirn, Herz und Nieren des Gatten weiter schädigt, Spuren hinterlässt, von denen er sich nicht erholt. Angst, weil es jedes Mal sein kann, dass der Gatte nicht mehr aus der Narkose erwacht. Angst, weil es seit fünf Jahren gesundheitlich beim Gatten nur in eine Richtung geht: Bergab.

So müssen wir also zum zweiten Mal in diesem Jahr unseren Urlaub stornieren. Wir haben wieder bei Esmark gebucht, wo automatisch eine Reiserücktrittsversicherung enthalten ist, die sehr unkompliziert abgewickelt wird. Das Team von Esmark Bjerregård ist einfach großartig und hilfsbereit. Bevor klar war, dass wir wegen der OP absagen müssen, war eine Option medizinische Betreuung am Urlaubsort. Das organisierte uns das Team im Handumdrehen! Wir haben zwei Nächte darüber geschlafen, ob wir einfach kürzer fahren, nicht die vollen zwei Wochen, uns dann aber doch entschlossen, den Urlaub trotz ärztlicher Betreuung abzusagen. Der Gatte ist so schlecht beieinander, dass er nur im Ferienhaus sitzen könnte, gar nicht an den Strand kommt. Das hieße, wir pendeln zwischen Ferienhaus und Ärztehaus. Und so schnell, wie sich seine Wunden verschlechtern, ist es uns lieber, wir bleiben in der Nähe des hiesigen Krankenhauses.

Eigentlich wollten wir am Wochenende das Ferienhaus für unseren September-Urlaub auf Fanø bei Esmark buchen, aber das hat sich jetzt erledigt. Ebenfalls erledigt hat sich meine RV fit-Maßnahme, denn sie fällt in die Zeit, in der der Gatte im Krankenhaus ist. Der Gatte meinte zwar tapfer, ich solle trotzdem fahren, aber ich weiß aus der Vergangenheit, wie sehr er sich auf meine Besuche im Krankenhaus freut, und ich hätte kein gutes Gefühl, wenn er nach der Entlassung alleine zu Hause ist. Natürlich wäre eine Verhinderungspflege möglich, aber der Gatte lehnt andere Betreuungspersonen ab. Es ist ja schon ein Wunder, dass er sich auf die Wundversorgung durch den Pflegedienst einlässt. Und mit Kurzzeitpflege muss man ihm gar nicht erst kommen - bei allen Einschränkungen ist der Gatte Gott sei Dank noch zu fit für ein Pflegeheim.

Wir sind beide am Ende unserer Kräfte, mobilisieren irgendwie die letzten Kraftreserven, um uns gegenseitig Glauben zu machen, dass alles gut wird. 

Hier gilt seit mittlerweile 272 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte, und hoffe sehr, das bleibt so. 

In dieser Woche gab's wieder jeden Tag einen Arzttermine, und das wird sich in den kommenden beiden Wochen nicht ändern. In diesen Phasen überlege ich immer wieder, ob es nicht vernünftiger wäre, meinen Beruf aufzugeben, so sehr ich meine Arbeit auch mag. Meine Chefs kommen mir sehr entgegen, aber selbst, wenn ich mir frei nehme, muss ich die Stunden ja vor- oder nacharbeiten. Es gibt Tage wie kommenden Montag, da komme ich dann einfach an meine Grenzen. Ich werde drei Stunden arbeiten, dann sechs Stunden mit dem Gatten unterwegs sein für die Behandlung in der Augenklinik, dann wieder zu Hause den Gatten mit Abendessen versorgen und nochmal drei Stunden arbeiten. Ich kann nichts auf den kommenden Tag verschieben, weil einfach jeder Tag durchgeplant ist. Zwar darf ich inzwischen zwischen 20 Uhr und 6 Uhr arbeiten, aber da fehlt mir immer öfter die Konzentration. Von Zeit für Regeneration rede ich gar nicht erst. Zum Glück war's diese Woche im Büro ruhig, gab's den Feiertag, so dass ich etwas Luft holen konnte.

In dieser Woche hatten wir zum ersten Mal eine Pflegebegutachtung. Die ist ab Pflegegrad zwei halbjährlich vorgeschrieben. Uns wurde vorgeschlagen, eine Haushaltshilfe ein Anspruch zu nehmen, um mich zu entlasten (irgendwie mache ich auf Fremde anscheinend einen überlasteten Eindruck, warum auch immer). Ich finde ja schon die Beschäftigung unserer Putzfrau dekadent, aber umso öfter ich nachdenke, umso mehr finde ich, was eine Haushaltshilfe uns abnehmen könnte. Wenn wir eine finden, reicht das Geld der Pflegekasse für drei Stunden im Monat. Die Putzfrau zahlen wir ohnehin selbst. Die war schon bei uns, bevor der Gatte einen Pflegegrad bekam, und wir wollen uns an niemand anderen gewöhnen, was wir müssten, wenn wir jemanden über den Pflegedienst beschäftigen. Uns wurde außerdem eine Alltagsbetreuung für den Gatten vorgeschlagen, was hilfreich wäre an den Tagen, an denen ich in Hamburg bin. Ich schrieb die empfohlene Organisation auch schon an, aber mit der Beantwortung von eMails scheint man es dort nicht so zu haben. Mal schauen, wann ich Zeit finde, denen hinterher zu telefonieren. Die empfohlene Tagespflege lehnt der Gatte ab, was ich verstehen kann. Er möchte endlich wieder seinen Hobbies nachgehen können, keine Beschäftigung vorgeschrieben bekommen.

Schwiegermutter und Tante geht's gut. Sie freuten sich über die Post. Die Ostsee-Tante meldete sich nicht telefonisch. Ich vermute, in den nächsten Tagen wird ein Brief kommen.

Heute kam ich tatsächlich mal dazu, eine Stunde im Garten zu arbeiten, während sich der Gatte ausruhte. Ich habe den Kampf gegen den Giersch noch nicht aufgegeben. Es tat gut, sich mal wieder körperlich zu verausgaben, und ich sah tatsächlich ein Ergebnis. Aber es ist noch zu viel zu tun, und mir fehlen Zeit und Kraft. Aktuell bin ich froh, wenn ich abends eine Reihe in Ruhe stricken kann, denn der Gatte hat viel Betreuungsbedarf, da komme ich kaum dazu, in Ruhe zu sitzen. Ich würde gerne mal wieder etwas Aufwändigeres stricken als Socken, aber das ist nicht drin.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Dienstag, 27. Mai 2025

Gehäkelte Windlichter nach Tanja Steinbach aus Katia Alabama

Es gibt Projekte, die gehen so richtig daneben. 

Ein Windlicht auf dem Terrassentisch.

Im letzten Frühjahr saß ich im Garten und dachte bei mir, wie hübsch es aussähe, wenn im Apfelbaum abends bunte Lichter leuchten. Eine Anleitung für gehäkelte Windlichter war schnell gefunden, und die Gläser der Lieblingsmarmelade des Gatten eignen sich super dafür. Die Anleitung musste nur etwas angepasst werden, aber das war ein Kinderspiel (und das von mir, die nicht häkeln kann ...).

So war es eigentlich geplant: Die Häkelhülle ist maßgefertigt für das Marmeladenglas.

Vor dem Dänemark-Urlaub im letzten Juni besorgte ich schnell noch Wolle. Das einzige Baumwoll-Acryl-Mischgarn, dass es für die Winterlichter braucht und das im LYS gab, war Katia Alabama*. Ich legte los, kaum das wir angekommen waren. Grundverpeiltes Frettchen, das ich bin, vergaß ich, die Häkelschrift herunterzuladen und auszudrucken. Also las ich sie vom Taschentelefon ab - etwas, das ich tunlichst versuche zu vermeiden. Es klappte aber.

Ein Windlicht hängt in der Hemlocktanne. Die Wolle ist inzwischen verblasst. 

Kaum war das erste Windlicht fertig, dachte ich so bei mir, dass es zwar sehr hübsch aussehen wird, wenn es im Apfelbaum hängt, dass ich aber jedes Mal auf die Leiter müsste, um das Teelicht zu wechseln und dass das doch irgendwie umständlich wäre. Auf den Terrassentischen des Ferienhauses standen Solar-Windlichter. Es wäre doch praktisch, wenn es die Solardeckel einzeln zu kaufen gäbe, ich sie nur in die leeren Marmeladengläser setzen müsste, dachte ich mir so, und ja: Es gibt Solardeckel zu kaufen*. Flugs maß ich das Marmeladenglas aus und bestellte welche. Wieder zu Hause, waren vier Windlichter fertig, auf die vier Solardeckel warteten.

Ein Windlicht hängt am Engel.

Allein: Die Solardeckel passten nicht. Ich weiß nicht, wer von uns nicht messen kann, die Hersteller oder ich, aber 7 cm sind anscheinend nicht überall 7 cm. Auch die Versuche mit Solardeckeln mit 6,5 cm oder 6 cm Durchmesser scheiterte. Die einen waren immer noch zu groß, die anderen zu klein. Ich hatte keine Lust, die zu kleinen Deckel mit Sugru* an den Gläsern zu befestigen. Entnervt bestellte ich einfach vier komplette Solargläser, die allerdings kleiner sind als die Marmeladengläser, für die die Windlichter maßgefertigt waren. Solargläser eine Nummer größer wiederum hätten nicht in die Häkelhülle gepasst, und ich hatte keine Lust, die Windlichter wieder aufzuribbeln. Das hatte ich im Urlaub schon oft genug gemacht. So hängen die Solargläser etwas verloren in der Häkelhülle, was bei Dunkelheit aber kaum auffällt.

Gucken, ob's passt.

Wieder zu Hause, hätte ich die Windlichter gerne wie geplant in den Apfelbaum gehängt. Als ich aber mit der Leiter davorstand, stellte ich fest: Der Baum ist bannig hoch, aber mal so richtig bannig! Mit der langen Leiter samt Verlängerung wäre ich zwar in den Baum gekommen, aber der Gatte hätte die Leiter festhalten müssen. Der Gatte schwankt, wenn er gerade stehen soll. Schwankend eine Leiter zu halten ist keine gute Idee, jedenfalls nicht, wenn ich samt Höhenangst darauf stehe. Also hing ich die Windlichter so hoch, wie ich auf Zehenspitzen und mit ausgestrecktem Arm halt komme. Sieht auch noch hübsch aus. Der Zwei-Meter-Gatte hätte die Windlichter sicher besser und höher hängen können, aber der schwankt ja. Schwankend hängt es sich nicht gut.

Da hängt ein Glas mit Erdbeermarmelade an der Schaukel ... 

Was hingegen weniger hübsch ist, ist der Umstand, dass das Garn nicht lichtbeständig ist. Nach wenigen Wochen war es total ausgeblichen. Ich überlege aktuell, ob ich die Windlichter deswegen nochmal häkle - passend zu den Solargläsern und aus wetterbeständigem Acrylgarn.

Häkeln und Lesen im Wechsel mit Auf-das-Meer-gucken ist pure Entspannung. Doch, doch, da ist Meer im Bild. Mehr Meer sehe ich, wenn ich den Blick nach links wende.

Dieser Beitrag geht rüber zum Dings vom Dienstag und zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln!

Hier geht's zur Anleitung von Tanja Steinbach. / *Affiliate links

Sonntag, 25. Mai 2025

#pmdd2025: Der 28. April 2025

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2025 auf Twitter oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Schnuffi findet Aufstehen blöd.

Der heutige Kampf gegen die Wäscheberge beginnt.

Wäscheberge in der Waschküche.

Es ist seit Wochen sonnig und heiß, also trocknet die Wäsche auf der Terrasse.

So etwas wie ein Frühstück. Vom gestrigen Frühstück ist noch ein Hörnchen übrig, das ich trocken esse, um etwas im Magen zu haben. Dazu lese ich "Sonne über Gudjem*".

Heute ist Montag. Da wir zwei Arzttermine in zwei Städten haben, habe ich mir einen Tag freigenommen. So können wir entspannt in den Tag starten - wobei der Start in den Tag auch sonst entspannt wäre, denn Montag ist normalerweise einer meiner Heimbüro-Tage. 

Der erste #wazifubo des Tages.

Ich mag die kleinen Vergissmeinnicht überall im Garten sehr.

Mit zwei Wochen Verspätung werden die beiden Fallen für die Apfelwickler aufgehängt.

Die nächste Maschine Wäsche startet gleich, und das Waschmittelfach muss mal in die Spülmaschine.

Wieder Wäsche sortieren.

Ab nach Hamburg.

Wir kamen gut durch und haben noch etwas Zeit, durch's EEZ zu bummeln. Im Gegensatz zu mir liebt der Gatte solche Bummel.

Der nächste #wazifu. Ich fange ein neues Buch an*.

Wir mögen den riesigen Supermarkt in der alten Heimat nicht, aber es gibt dort einen Wein, den der Gatte haben möchte. Natürlich gibt es Beifang.

Die Wäsche von heute Morgen ist inzwischen trocken.

Die Wäsche von heute Nachmittag hängt und wird morgen trocken sein.

Gin Tonic mit Rhabarber, sehr verdient nach diesem Tag.

So'n Zopf ist sehr praktisch, um Stricknadeln zwischenzulagern.

Vor dem Einschlafen noch etwas mit dem Kuschelrudel lesen*.

Der obligatorische Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Am 28. April 2020 kam Tante zum letzten Mal zu Besuch in Schwiegermutters Haus, nähte ich die ersten Masken, weil zwei Tage vorher die Maskenpflicht ausgerufen wurde. Am 28. April 2021 trug der kleine Apfelbaum nach dem Umzug in unseren Wohnungsgarten die ersten Blüten. Leider wurden keine Früchte daraus. Mir war zudem völlig entfallen, dass der Gatte damals noch versuchte, wieder in den Berufsalltag zurückzukehren. Außerdem buk ich an dem Tag auch einen Eiweißkuchen. Am 28. April 2022 feierten wir das dreijährige Zusammensein von Mudderns und ihrer Gesellschafterin. Am 28. April 2023 verabschiedete ich mich von meiner Mutter. Am 28. April 2024 waren wir endlich umgezogen, hatte ich noch Kraft für Gartenarbeit. / *Affiliate links

Samstag, 24. Mai 2025

Samstagsplausch KW 21/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCLXXI

Aktuell ruckeln sich wieder ein paar Dinge zurecht, was mich aus Erfahrung misstrauisch macht, schafft so was doch immer Platz für neue Katastrophen. 

Die Ärzte sind mit der Wundheilung des Gatten zufrieden. Der Pflegedienst muss nur noch zwei Mal wöchentlich kommen, und wir dürfen in drei Wochen in den Urlaub fahren, vorausgesetzt, es passiert bis dahin nichts Blödes. Auch die drei OPs verliefen gut, die Stents tun, was sie tun sollen. Dass der Gatte so immense Schmerzen hat, kaum noch gehen kann, soll an den falschen Diabetikerschuhen liegen. Hoffen wir es mal. Bis er die neuen Schuhe bekommt, wird es noch ein paar Wochen dauern. Die Krankenkasse muss erst den Antrag bewilligen, und dann will der Gatte auf die neue Kollektion warten, weil die jetzige ihm nicht gefällt. Wenn schon Behindertenschuhe, dann wenigstens keine hässlichen, meint er. 

Die Ernährungsumstellung ist hart, und wir freuen uns beide auf die Frühstücksbrötchen heute und morgen. Dieser Brot-Ersatz aka Eiweißbrot ist einfach nichts für uns. Es gibt Toasties, die einigermaßen essbar sind, der Toast geht, und eine Sorte schmeckt getoastet ganz akzeptabel, aber der Brot-Ersatz macht einfach nicht satt. Während meiner Echtbüro-Tage schummelte ich und kaufte mir Simit. Der Gatte blieb tapfer, trabte an den Tagen nicht zum Bäcker. 

Der Gatte blieb bis zum Abend des Gemüsetags tapfer, eskalierte dann aber. So hat das natürlich keinen Sinn, also beenden wir das Experiment nach nur einem Tag. Ich muss mir nicht die ganze Arbeit machen, wenn er nicht mitzieht, schließlich mache ich das nicht für mich. Er ist derjenige, der dringend Kohlenhydrate reduzieren muss.

Es ist gelungen, in die hiesige Nephrologie-Praxis zu wechseln. Das mussten wir beantragen, und weil der Gatte schon einen Nephrologen hatte, war das Ergebnis ungewiss. Ja, es gibt eine freie Arztwahl, aber nicht für Kassenpatienten. Der Wechsel bedeutet, dass der Gatte einen Arzt hat, der ihn behandelt, nicht wie jetzt jedes Mal einen anderen, und dass wir nicht jedes Quartal mindestens zwei Mal 80 Kilometer fahren müssen. Spannend wird es kommendes Quartal mit zwei Medikamenten, die der Hausarzt nicht verschreibt, weil der Nephrologe sie verschreiben soll. Der neue sah den Gatten aber noch gar nicht, was beim Rezept für's kommende Quartal sicher für Diskussionen sorgt, denn der Termin ist erst am Quartalsende. Mal gucken, wie ich das Problem löse. Notfalls muss ich gleich am 1. Juli ohne Überweisung zum jetzigen Nephrologen gehen und Ärger mit der Krankenkasse riskieren. Erst danach kann ich den Termin für's kommende Quartal absagen. Der Hausarzt hat jedenfalls klar gemacht, dass er die beiden Medikamente nicht verschreibt, weil sie sein Budget belasten, nur einmal eine Ausnahme machte.

Hier gilt seit mittlerweile 271 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte, und hoffe sehr, das bleibt so. 

Im Büro ist es endlich mal wieder etwas ruhiger, jedenfalls, solange ich auf Entscheidungen der Chefs warten muss. 

Ich habe es geschafft, Fotos vom Geburtstagsurlaub an Schwiegermutter, Tante und Ostsee-Tante zu schicken. Alle drei bekamen auch einen Schutzengel dazu. Ich hoffe, sie freuen sich. 

Da wir tatsächlich nur einen Arzttermin hatten, kam ich viel zum Lesen und zum Stricken, konnte etwas entschleunigen. Das tat auch mal gut. Könnte ich nachts schlafen, wäre alles prima. Irgendwas ist ja immer.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.