Sonntag, 18. Januar 2026

Samstagsplausch KW 03/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCV

Diese Woche brachte eine schöne Überraschung: Das neue Kochbuch* von Shermins Magischer Kessel flatterte zur Rezension ins Haus! Ich freue mich schon auf's Nachkochen!

Shermins neues Kochbuch* ist ideal für die Verpflegung an meinen Echtbüro-Tagen.

Ansonsten war die Woche ruhig und ereignislos. Ich kämpfe mit Stille, Leere. Trauer und Schlaflosigkeit. Aktuell schlafe ich bis maximal 0:30 Uhr, liege dann bis fünf Uhr wach, bevor ich so fest einschlafe, dass ich alle Wecker überhöre. Das ist kräftezehrend und trägt nicht gerade zur Arbeitsfähigkeit bei, wo ich ohnehin mit Konzentrationsproblemen kämpfe. Zum Glück ist es immer noch einigermaßen ruhig, und da wir inzwischen angewiesen sind, unsere Klapprechner jeden Tag mit nach Hause zu nehmen, konnte ich mich an einem Echtbüro-Tag krankmelden, ohne am kommenden Heimbüro-Tag außer der Reihe nach Hamburg fahren zu müssen. 

Ich sitze immer noch am Liebsten im Relax-Sessel, stricke und gucke in den Garten. Meine Depression ist also weiterhin produktiv. Ich habe ein Paar Socken für eine der beiden Sandkasten-Freundinnen fertig und einen Drachenschwanzschal. Zumindest ist mein Watte-Hirn wieder in der Lage, Strick-Anleitungen zu verstehen, sieht mein Ergebnis so aus wie das auf der jeweiligen Abbildung.

Zu allen anderen Aktivitäten muss ich mich zwingen. Da ich keine Verabredungen hatten, den einzigen Termin wetterbedingt absagte, konnte ich neben der Arbeit in den Tag hinein leben. Eigentlich wollte ich endlich zum Friedhof, mir das fertige Grab ansehen, aber ich konnte mich einfach nicht aufraffen. Bis heute konnte ich mich immerhin noch mit dem Wetter herausreden, aber seit heute gilt das nicht mehr, muss ich mir eingestehen, dass mir einfach die Kraft fehlt. Der Gatte fehlt mir einfach in jeder Minute.

Die Kraft fehlt mir auch, um mich weiter um den Nachlass des Gatten zu kümmern. Die schiere Masse überfordert mich einfach. Da ist es einfacher, nur im Sessel zu sitzen und zu stricken ... Da sehe ich wenigstens ein Ergebnis.

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 305. 

Der Kammerjäger war zum vorerst letzten Mal da. Ich überlege jetzt, ob ich die Köderboxen regelmäßig beködere, um zu verhindern, dass die Ratten wiederkommen. 

Ich sah durch Zufall, dass der überrechte Nachbar meinen Teil des Weges vor unseren Häusern fegte. Als ich mich bedankte, stellte sich heraus, dass er in den letzten Tagen immer gemeinsam mit dem rechten Nachbarn meinen Teil des Weges vom Schnee befreite, weil der Winterdienst oft erst nachmittags kam! Eigentlich soll der Winterdienst morgens gegen halb acht und abends gegen halb sechs kommen. Da morgens immer schon geräumt war und abends auch irgendwann, ging ich davon aus, dass es bi auf ein, zwei Mal klappt. Die Nachbarn schlugen mir jetzt vor, den Winterdienst zu kündigen, weil sie die paar Meter schnell mitmachen könnten. Ich bin noch nicht sicher, ob ich das möchte. Zumindest werde ich die Nachbarn im Sommer mal zum Grillen einladen. Das wollten wir schon lange machen. Ansonsten habe ich Probleme mit engen nachbarschaftlichen Kontakten, kenne das so nicht. Aber ich bin ja ohnehin ein bisschen soziophob, muss das langsam wieder ablegen. 

Die Einladung zur nächsten Mammographie ist endlich gekommen. Durch den Umzug fiel ich durch's Raster, die Einladung zum zugesagten Termin kam dann auch nicht an, weswegen ich mehrfach telefonierte. Jetzt scheint es aber wieder zu klappen. 

Die Jahresabrechnung der Stadtwerke kam, und wie erhofft, gab es eine Rückzahlung. Es machte sich bemerkbar, dass nicht mehr drölfzich PCs, Kühlschränke und Tiefkühler laufen. Mein Stromverbrauch ist zwar immer noch überdurchschnittlich hoch, vor allem für eine Person, wird sich aber hoffentlich langsam normalisieren. Und irgendwann werde ich hoffentlich auch das geplante Balkonkraftwerk haben. 

In sechs Wochen fahre ich nach Kopenhagen, zusammen mit A., die dankenswerterweise alles organisiert und plant. Ich konnte mich inzwischen immerhin aufraffen, einen Reiseführer zu lesen, um wenigstens ein bisschen was zur Ausgestaltung der Reise beitragen zu können. Das überfordert mich aber total. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.  

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1 Kommentar:

  1. Ich finde es so nachvollziehbar, wie es Dir geht. Jemanden zu verlieren, den man lieb gehabt hat und der einem alles war, tut unendlich weh. Dir das fertige Grab anzusehen, läuft Dir nicht weg. Und einen Gedenkort in diesem Sinne scheinst Du nicht zu brauchen. Du trägst Deinen Mann im Herzen, so dass er immer präsent ist.

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