Freitag, 30. Januar 2026

#pmdd2026: Der 28. Januar 2026

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch, auch wenn es mich momentan traurig macht, denn ich erlebe die letzten zehn Monate mit dem Gatten gerade sehr bewusst durch die Beiträge für WMDEDGT, #12von12 und #pmdd.

Der erste Blick nach dem Aufstehen gilt dem Fahrplan. Die Anzeige stimmt selten, aber zumindest die Ausfälle werden zuverlässig angezeigt.

Gleich nach dem Aufstehen setzt sich Schnuffi in Position, um auf sein Herrchen zu warten. Er muss doch irgendwann mal wieder durch die Tür hinein kommen, durch die er Mitte Oktober hinaus ging. 

Schnell dem Gatten guten Morgen sagen, bevor ich mich auf den Weg zum Bahnhof mache.

Für Bahnverhältnisse ist der Zug pünktlich, vor allem angesichts des Wetters.

Ich habe einen Sitzplatz und kann lesen*.

Mitmachen beim pmdd ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2026 auf Bluesky, Facebook oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Schon fast im Büro. Ich muss daran denken, wie ich den Gatten oft nach Feierabend von der Arbeit abholte (oder er mich), um über die Weihnachtsmärkte zu bummeln. Er liebte die weihnachtlich beleuchtete Innenstadt.

Büro-Frühstück. In der Dose liegen ein Toastie nach einem Rezept aus Shermins neuem Kochbuch*, ein Ingwer-Shot, von dem meine Kolleginnen überzeugt sind, dass ich ihn brauche, ein Schoko-Riegel und darunter Studentenfutter, nach dem ich gerade süchtig bin.

Mittagspausen-Selfie.

Heute darf ich mal wieder basteln.

Heute ist Mittwoch, ich muss ins Echt-Büro. Das ist immer schwer, denn jedes Mal denke ich daran, wie der Gatte früher in der Tür stand, um mich zu verabschieden und mir hinterher zu winken und wie er spätnachmittags mit Tee und Kuchen (und bei diesem Wetter auch mit Kaminfeuer) auf mich wartete. Nun ist das Haus still, dunkel und leer, fehlt ihm jegliches Leben.

Endlich wieder zu Hause.

Dem Gatten guten Abend sagen.

Reicht dann auch für heute. Eine Freundin schafft jeden Tag zwischen 20.000 und 30.000 Schritte - daran werde ich nie kommen.

Ich versuche, einige Rituale, die der Gatte und ich hatten, weiterzupflegen. So gibt es erstmal eine Tasse Tee, wenn ich nach Hause komme. Kuchen fällt aus. Dafür ist es heute schon zu spät. 

Angesichts des Wetters habe ich keine Lust, mit dem Auto einkaufen zu fahren, und ändere den Wochenplan so, dass ich alles fußläufig bekomme, der Hackenporsche reicht.

Seit gestern sind endlich alle israelischen Geiseln wieder zu Hause. Die Uhr, die seit dem Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv läuft, wird abgestellt.

Das heutige Abendessen kommt über Too good to go, denn mir fehlt jegliche Kraft zum Kochen. Das Restaurant verpackte die Tortellini Formaggio sehr appetitlich. Leider bekam ich sie nicht so schön auf den Teller ... 

Schnuffi sitzt noch immer in Position und wartet auf die Rückkehr seines Herrchens. 

Vor dem Einschlafen wird noch etwas gelesen*.

Der Blick zurück in die ersten sechs Corona-Jahre: Einen Tag vorm 28. Januar 2020 war der erste deutsche Corona-Fall bekannt geworden, dachte ich noch, mein Mammutprojekt könne wie geplant analog umgesetzt werden, war der Gatte noch gesund. Die beiden Pullis, an denen ich damals strickte, sind mir beide viel zu weit und müssen neu gestrickt werden - ich habe durch Hormonersatztherapie zwischenzeitlich fast 50 Kilo abgenommen. Am 28. Januar 2021 versuchte ich, einen Impftermin für Schwiegermutter zu bekommen, hofften wir noch, dass der Gatte wieder gesund wird. Am 28. Januar 2022 waren wir mit der Schlafzimmerrenovierung beschäftigt, nicht ahnend, dass wir sechs Monate später ein ganzes Haus renovieren würden. Am 28. Januar 2023 hatte der Gatte gerade einen Schlaganfall überstanden, waren wir noch immer damit beschäftigt, das Haus zu renovieren. Am 28. Januar 2024 waren wir endlich umgezogen, wenn auch auf eine Baustelle, war ich in der dringend benötigten Reha. Am 28. Januar 2025 stand der Gatte vor der ersten von insgesamt acht OPs. Bei einem seiner vielen Krankenhausaufenthalte im Jahr 2025 steckte er sich mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seitdem versuche ich, ohne den Gatten zu leben. / *Affiliate links

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