Donnerstag, 28. Oktober 2021

Schal "Iva" aus Schachenmayr Impressione (Modell S10724)

Als ich diese Anleitung sah, war klar, dass ich diesen Schal stricken möchte. Ich bin zwar gerade auf Wolldiät, aber irgendwas ist ja immer.

Der Schal im Ganzen. In der Herbstsonne, die ich verpasste, leuchten die Farben richtig intensiv.

Statt der Originalfarbe* wählte ich Sunset color, weil ich das für Herbst und Winter schöner fand (und schon recht viele Schals in Blau-, Türkis- und Petroltönen habe). Praktischerweise fand ich beim Aussortieren von Kladage noch einen farblich perfekt passenden weinroten Kurzmantel, den ich völlig verdrängte, weil er irgendwann zu klein wurde. Jetzt passt er wieder.

Der Schal im Detail.

Da ich Anleitungen zwar vor dem Anfangen lese, aber nicht unbedingt verstehe, nahm ich die Maße des Schals nicht wahr. Als ich fertig war, stellte ich fest, dass er zu kurz für mich ist. Ich mag es. wenn ich Schals zwei Mal um den Hals wickeln kann. Das hieß, Wolle nachzubestellen, um den Schal länger zu stricken. 

Der Schal im Werden.

Und wo ich schon mal dabei war, bestellte ich auch noch Garn für eine Mütze und Stulpen. Die warten aber noch auf die Fertigstellung. Außerdem habe ich den Schal nicht zum Poncho zusammengenäht. Ich überlege aber noch, durchsichtige Druckknöpfe anzunähen, um ihn als Poncho tragen zu können, wenn mir danach ist.

Der Schal wandert rüber zur Linkparty Du für Dich am Donnerstag - danke für's Sammeln!   

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Mittwoch, 27. Oktober 2021

Ausgelesen: Bücher im September 2021

Während ich im letzten Urlaub noch überlegte, ob 30 Bücher für zwei Wochen reichten, und sehr viel las, las ich in diesem Urlaub kaum. Wir genossen stattdessen die Zeit zu zweit, saßen abends lange auf der Terrasse oder spielten Scrabble*

Aus dem August nahm ich "Sörensen hat Angst*" von Sven Stricker mit. In der Folge las ich gleich den zweiten Band, "Sörensen fängt Feuer*". Eigentlich wollte ich mir rechtzeitig vorm Urlaub den dritten Band, "Sörensen am Ende der Welt*" gekauft haben, aber das ging sich nicht aus. So freue ich mich auf die Stricker-Lesung im Rahmen der Hamburger Krimitage und werde das Buch dort kaufen (falls Corona das zulässt).  

Auf die Autorin Karin Joachim wurde ich durch die Flutkatastrophe im Ahrtal über Twitter aufmerksam, denn sie gehört zu den Menschen, die ihr Hab und Gut verloren. Ihre Krimireihe um die Tatortfotografin Jana Vogt und den Kommissar Clemens Wieland spielt im von der Flut zerstörten Ahrtal - also, vor der Zerstörung. Es ist schwer, die Bilder aus dem Buch mit den Bildern der zerstörten Welt in Einklang zu bringen. 

Ich las "Krähenzeit*" und "Bittertrauben*". Leider ist die Reihe so gar nicht meins. Die Handlungen entwickeln sich langsam, sehr langsam, es kommt oft zu Wiederholungen und gelegentlich zu Logikfehlern (so ist eine Person erst verdächtig, weil sie einen Land Rover fährt, um ein paar Seiten später unverdächtig zu sein, weil sie keinen Land Rover fährt). Insgesamt ist der Stil nicht meins, weswegen ich nur zwei Bände las.

Aber es gibt viel Lokalkolorit, der Lust auf einen Urlaub im Ahrtal macht, wenn das wieder möglich ist. Außerdem wird sich Mudderns über die Bücher freuen, denn zumindest die ersten beiden Bände sind komplett sexfrei (Mudderns beschwerte sich wiederholt über zu viel Sex in der Julia-Durant-Reihe von Andreas Franz* oder in der Grappa-Reihe von Gabriella Wollenhaupt*, bestand aber natürlich darauf, alle Bücher zu lesen).

Als nächstes las ich von Karin Joachim die Reihe um Karolina Offermann an, die mit "Domschattenträume*" 1926 in Köln beginnt. Die junge Frau träumt von einer Filmkarriere im fernen Berlin. Doch die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben kollidiert mit den Vorstellungen ihres Vaters. Der Fabrikant hat einen anderen Weg für sie vorgesehen. Allen Hindernissen zum Trotz nimmt sie unentdeckt von ihm Schauspielunterricht. Als er dies erfährt, eskalieren die familiären Konflikte und münden in eine Tragödie. Und der Traum vom Film rückt in immer weitere Ferne. 

Ich las das Buch nicht zu ende, denn der Stil war mir zu langatmig. Richtig ärgerlich fand ich aber das schlampige Korrektorat, das ich vom Gmeiner-Verlag bislang nicht kannte. So steht auf einem Flügel beispielsweise eine Monora - öhm, nö. Das Buch wird aber Mudderns gut gefallen, genau wie der zweite Band "Großstadtflüstern*". 

Ich wand mich dann der Steiermark-Reihe von Claudia Rossbacher* zu - quasi eine sicher Bank. "Steirertanz*" ist der aktuelle, elfte Band der Reihe und setzt dort an, wo "Steirerstern*" aufhört. Sascha Bergmann ist inzwischen genesen und ermittelt mit Sandra Mohr in seiner alten Heimat Wien. Es gibt immer wieder Verweise auf die Sarah-Pauli-Reihe von Beate Maxian* und auf die Verfilmungen der Rossbacher-Reihe - kann man mögen, ist sympathisch, ist aber nicht so meins. Aber so wurde ich immerhin darauf aufmerksam, dass mit "Die Tote im Kaffeehaus*" mittlerweile auch der elfte Band der Sarah-Pauli-Reihe erschien.

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Montag, 25. Oktober 2021

Das virtuelle Yarncamp 2021

Auch in diesem Jahr fand das Yarncamp virtuell statt, zum zweiten Mal. Im letzten Jahr entschied ich mich bewusst dagegen, zu versuchen, ein Ticket zu bekommen, denn ich befürchtete, das Technik-Gedöns würde mich überfordern. In diesem Jahr ließ ich mir auch lange Zeit, bevor ich mich dann doch vorletzten Sonnabend noch um ein Ticket bemühte und Glück hatte. 

Ich hab's allerdings auch in der 84. Pandemie-Woche noch nicht geschafft, sowohl Kamera als auch Mikrofon an PC oder Laptop zu aktivieren - es geht immer nur das eine oder andere, also blieb beides aus. Ich dachte erst daran, das Taschentelefon zu nutzen, denn da funktionieren sowohl Kamera als auch Mikrofon, aber der Desktop war dann doch die bessere Wahl, weil ich da den Sessions durch den großen Monitor viel besser folgen konnte. 

Ein Teil aus der Goodie Bag.

Absolut großartig war wieder das Orga-Team, dass es selbst beim virtuellen Veranstaltung Treffen schaffte, den besonderen Yarncamp-Spirit zu versprühen! Ganz herzlichen Dank an alle vor und hinter den Kulissen und an die Sponsoren! 

Es war schön, bekannte Gesichter wiederzusehen, und natürlich ist auch das Goodie Bag wieder großartig. Ich hatte Farbglück bei den Garnen und bekam jeweils Grautöne von Air Alpaca Degradé* von Katia und dem Kid Suri von Gedifra. Mal schauen, was ich daraus stricke. Gespannt bin ich auf das Frottee-Garn von Woolly Hugs*. Veronika Hug hat glücklicherweise das passende Buch zum Garn* geschrieben, und ich sehe mich schon Waschlappen und Gästehandtücher herstellen, wenn ich mit dem Akkordstricken der Spültücher durch bin. 

Ich vermute, die Stricknadeln von Addi bzw. Prym wandern auf den Tauschtisch des nächstens Yarncamps, denn ich fürchte, sie sind mit 15 cm Länge einfach zu kurz für meine Hände, aber das Crasy Trio* von Addi werde ich vorher auf jeden Fall ausprobieren. Ich frage mich schon lange, wie es sich damit wohl strickt. Maschenmarkierer habe ich jetzt für jede Projekttasche - großartig. Die kleinen Biester haben ein Eigenleben. Es ist unglaublich, wohin die wandern. Ich grüble immer noch, wie welche im Waschbecken landen konnten. Gefreut habe ich mich auch wieder über das Seitenstück von Reinland Seifen - ach, überhaupt über alles, was im Goodie Bag ist. Ich mag einfach Wundetrüten! 

Der zweite Teil des diesjährigen Goodie Bags.

Ich entschied mich für die Sessions "Nachhaltiges Häkeln – Häkelkette aus Omas Schatztruhe" von Daniela Maschenkunst und "Mosaik-Stricken" von Ute. Daniela hatte die Idee, aus Baumwollgarnresten und Knopffunden Ketten zu häkeln - und wenn du dich geschickt anstellst und die richtigen Druckknöpfe hast, wird aus zwei Ketten im Handumdrehen ein String ... Eine Kette aus Knöpfen bastelte ich schon mal aus Lego, aber die Häkelketten sind auch sehr schick. 

Natürlich waren zwei Sessions viel zu wenig, war das virtuelle Yarncamp viel zu kurz, aber das gilt ja auch für das analoge, genau wie der Yarncamp-Blues, der unmittelbar nach dem Ausschalten des PCs einsetzte. Für's kommende Jahr hoffe ich auf ein analoges Yarncamp mit Kollektivknuddeln, lecker Essen, Tauschtisch, Wollestreicheln, Treckern und allem, was dazu gehört.

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Sonntag, 24. Oktober 2021

Samstagsplausch KW 42/21: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten LXXXIV

Gemüse und Obst als
Herbstdeko auf dem Balkon.
Dank eines Leserinnen-Hinweises hat der Gatte einen Termin für die Booster-Impfung! Das ist eine große Erleichterung! In Schleswig-Holstein wird, anders als in Hamburg, ab 60 Jahren geimpft, und so kann der Gatte im Dezember dort in eine Praxis. In Hamburg ist werden aktuell erst Ü70 geimpft, wer weiß, wann er hier dran wäre. Ich hoffe, dass ich spätestens im kommenden Frühjahr die Booster-Impfung bekomme, denn aktuell wird nach Alter geimpft, nicht nach Risikogruppe. 

Schwiegermutter könnte schon längst drittgeimpft sein, will sich aber diesmal in der SWA impfen lassen, und da geht Hamburg wieder systematisch vor: Erst wird Ü80 in den Pflegeheimen geimpft, dann kommt man nochmal, um Ü70 zu impfen, und erst, wenn man damit durch ist, dreht man die Runde durch die Servicewohnanlagen, selbst, wenn man dort schon war, um die Pflegeabteilung zu impfen, die Impfung der Nicht-Pfleglinge ein Aufwasch wäre. Ich vermute, der Gatte wird vor seiner Mutter geimpft, und hätte ein besseres Gefühl, Schwiegermutter ließe sich bei meiner Hausarztpraxis impfen (ihre impft nicht).

Hier gilt seit mittlerweile 84 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Unsere Kontakte sind auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter. Inzwischen sind wir alle geimpft und fahren die sozialen Kontakte langsam wieder hoch. 

Angesichts der vielen Impfdurchbrüche bleibt da aber bei mir ein schlechtes Gefühl, gerade auch wegen der beiden Reisen, die wir gerade buchten. Tourismus ist schließlich einer der stärksten Infektionstreiber, und wir sind in Hotels, nicht in Ferienhäusern. Dadurch ist die Reisefreude etwas getrübt, aber wir werden uns so gut wie möglich schützen. 

Ich habe gerade 25 Tests bestellt - und FFP2-Masken mit Weihnachtsmanndekor. Eigentlich hatte ich gehofft, dass wir in diesem Winter schon mit dem Gedöns durch wären, aber das wird noch dauern (und letztes Jahr dachte ich ja auch schon, nach dem Sommer wären wir mit dem Corona-Kram durch). Ich hoffe, wir haben weiterhin Glück, und niemand infiziert sich. Immerhin haben wir inzwischen ähnlich hohe Inzidenzen wie vor einem Jahr, und da dachte man über Heimarbeit und Schließungen nach. Jetzt veranstaltet man Dom und Weihnachtsmärkte. Es ist ein Irrsinn.

Ansonsten war mir die Woche viel zu trubelig, auch, weil ich Zehn-Stunden-Tage nicht mehr gewohnt bin. Ich verstand, warum mich die Ärztin auch noch für diese Woche krankschreiben wollte, war aber auch froh, wieder arbeiten zu können. Ich war diese Woche drei Tage im Büro, wodurch ich auch mal andere Kolleginnen sah als an meinen üblichen Tagen. Die Stimmung ist gerade sehr schlecht, weil viele notwendige Entscheidungen seit Monaten auf die lange Bank geschoben werden, viele ratlos sind, wie es in ihren Aufgabenbereichen weitergeht. Eine Kollegin meint, ich hätte Glück mit meiner Nische, nur trügt der Schein: Auch ich bräuchte Entscheidungen, laviere mich so durch, wobei zwei meiner Projekte noch immer durch Corona beeinträchtigt sind, so dass die Konzeptlosigkeit nur mir auffällt. Und beim dritten, das ebenfalls beeinträchtigt ist, müsste entschieden werden, ob eine Kollegin es übernimmt oder ob wir ein sang- und klanglos einstellen. Ich vermute, letzteres, aber wie gesagt, eine Entscheidung fehlt. 

Andere Entscheidungen hingegen fallen sehr schnell: Bei uns im Team wird weiterhin Maske getragen, wenngleich wir das im nicht-öffentlichen Bereich nicht mehr müssten, da alle geimpft sind. Aber manchen gehören zu Risikogruppen oder haben entsprechende Angehörige, also tragen wir weiterhin Maske, auch nach dem Motto "Die paar Monate bis zum Frühjahr schaffen wir das auch noch."  

Des Gatten Wagen wurde angefahren, und nachdem der andere Fahrer ihn derart unter Druck setzte, er solle seine Schuld eingestehen, bestand der Gatte trotz eines einfachen Blechschadens auf die Polizei. Die kam und befand: Der Gatte kann nicht der Unfallverursacher sein. Nicht nur, dass der andere Fahrer das nicht einsah, er hatte auch weder Fahrzeug- noch Personalpapiere oder einen Führerschein dabei, und sein Wagen zeugte von etlichen Unfällen. Also ging das Auto des Gatten tatsächlich in die Werkstatt, die einen Anwalt einschaltete. 

Mudderns hat Stress mit einer Nachbarin, die, die im letzten Jahr einzog und erstmal Mudderns Apfelbaum massakrierte. Die Dame will jetzt die Originalunterlagen von Mudderns Haus haben, weil sie gerne wüsste, wo in Mudderns Haus Strom- und Wasserleitungen verlaufen. Die Begründung ist haarsträubend, erst recht, weil beide Häuser baugleich sind, sie die Unterlagen für ihr Haus mit dem Hauskauf im letzten Jahr bekam und es schlichtweg keinen Grund gibt, zu wissen, wo im Hause meiner Mutter Strom- und Wasserleitungen verlaufen. 

Gleichzeitig fängt die Familie an, sich an Mudderns ranzuwanzen, stellt ihr Kuchen vor die Tür, fegt den Weg, kümmert sich um die Mülltonnen - alles sehr suspekt, denn über ein Jahr ignorierte man Mudderns geflissentlich oder war unhöflich. Ich überlege, die Hausunterlagen mit Mudderns Einverständnis beim nächsten Besuch an mich zu nehmen, denn wer weiß, ob Mudderns nicht irgendwann einknickt. Ich habe zwar eine Generalvollmacht, aber wenn die Nachbarn die Originalunterlagen nutzen, um Hausbesitz zu fingieren, nützt die mir auch nichts.

Gestern war das virtuelle Yarncamp, und es war faszinierend, wie es das Orga-Team schaffte, den besonderen Yarncamp-Spirit virtuell rüberzubringen! Es waren wundervolle vier Stunden, es war viel zu kurz, und einzig, dass mein Wunsch nicht erhört wurde, mal vier Stunden für mich zu haben, trübte die Freude etwas. Stattdessen musste ich just in der Zeit dem Gatten bei Bürokram helfen (nichts, was nicht hätte warten können), diverse Anrufe beantworten und an die Tür, weil der Gatte nicht reagierte. Gerne wäre ich auf ein anderes Zimmer ausgewichen, aber im Schlafzimmer ist das wlan zu schwach, und im Wohnzimmer wäre ich auch nicht ungestört gewesen. Das Goodie Bag, das während einer Session kam, ist wieder großartig und wird in den kommenden Tagen in Ruhe gesichtet.

Ich versuche weiterhin vergeblich, wieder zum Sport zu kommen, denn ich merke die inzwischen vier Wochen ohne doch sehr, aber irgendwie klappt es nicht. Zum Frühschwimmen schaffe ich es nicht, weil ich verschlafe oder nicht ins kalte, nasse Dunkle möchte, und am Wochenende ist immer was. Der Gatte hat nach zweieinhalb Wochen beharrlichen Nachfragens nun endlich die Verordnung für die Herzsportgruppe von seinem Hausarzt bekommen. Jetzt muss noch die Krankenkasse der Kostenübernahme zustimmen, und dann kann's hoffentlich schon im Januar losgehen ... 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Samstag, 16. Oktober 2021

Samstagsplausch KW 41/21: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten LXXXIII

Der Maskenhase kam mit
ins Krankenhaus.
Große Erleichterung: Beide Tumore sind gutartig! Danke für eure guten Wünsche und Gedanken!

Der Tumor in der Speiseröhre könnte tendenziell bösartig werden, muss deswegen regelmäßig kontrolliert werden, aber die Wahrscheinlichkeit, dass er bösartig wird, ist laut Arzt sehr gering. Er meinte, der Befund sei so klar, dass er noch nicht mal eine Biopsie vornahm, zumal weder die Blutwerte oder die Lymphdrüsen noch das Aussehen der umliegenden Organe auf einen bösartigen Tumor hindeuten. 

Gutartige Tumore in Magen bzw. Speiseröhre sind selten, und ich bin heilfroh, dass meine dazu gehören. Sie sind zudem viel kleiner als im Befund der ersten Magen- und Darmspiegelung. Abschließend meinte der Arzt noch, er wisse zu gerne, was die Endokrinologin und der Humangenetiker damit bezweckten, den Tumorverdacht in die Welt zu setzen, zumal der gewählte Tumormarker eher auf Thrombosen und Entzündungen reagiert als auf Tumore. Das sagten neben meiner Hausärztin auch die Fachärzte, die sich mit dem Tumorverdacht auseinandersetzen mussten, nachdem die Diagnose in der Welt war.

Was Endokrinologin und Humangenetiker bezweckten, wüsste ich auch gerne, aber ich habe beschlossen, dieses Kapitel für mich abzuhaken, zumal die Endokrinologin andere ja ohnehin nicht an ihrer Weisheit teilhaben lässt. Ich sehe stattdessen die positiven Aspekte: Ich bin auf Herz und Niere durchgecheckt, habe jetzt endlich einen Organspendeausweis. Bislang dachte ich, aufgrund meines Gewichts wären meine Organe nicht zu gebrauchen, aber durch die ganzen Untersuchungen im letzten halben Jahr weiß ich, dass sie aussehen wie aus dem Lehrbuch.  

Schwiegermutter war so freundlich, mir einen Termin in ihrer Frauenarztpraxis zu besorgen, denn die sei auf Hormonstörungen spezialisiert. Ich bin gespannt, ob das tatsächlich so ist, denn die Praxis, in der ich aktuell bin, behauptete das auf der Homepage auch, verwies mich dann aber doch an die Endokrinologin. Von der möchte ich aber aus vielerlei Gründen weg, nur war bislang hamburgweit keine Alternative zu finden. Okay, ich hätte per einer einen Termin für die Videosprechstunde bekommen können, aber Blutabnahme per Videoschalte finde ich dann doch ein wenig schwierig ...  

Hier gilt seit mittlerweile 83 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Unsere Kontakte sind auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter. Inzwischen sind wir alle geimpft und fahren die sozialen Kontakte langsam wieder hoch. Angesichts der vielen Impfdurchbrüche bleibt da aber bei mir ein schlechtes Gefühl, und dem Gatten wäre wohler, wenn er für Dezember eine Perspektive für die Booster-Impfung hätte. Es heißt zwar immer wieder, Menschen mit chronischen Erkrankungen sollen sich eine Drittimpfung holen, nur macht das hier kein Arzt. Falls jemand eine Praxis in Hamburg oder umzu kennt, freue ich mich über Hinweise. 

Der Gatte hatte mich ja mit einem Wellness-Wochenende überrascht, und diese Woche buchten wir. Ich freue mich sehr, allerdings ist mir auch etwas mulmig, denn das heißt unter Menschen sein, bei Massagen dicht bei anderen Menschen sein, und das alles bei steigenden Infektionszahlen. Ich versuche, das Unbehagen zu ignorieren. 

Zukünftige Dänemark-Urlaube werden nicht mehr bei der Agentur gebucht, bei der wir seit fast zehn Jahren Stammkunde sind, denn die ist jetzt endgültig explizit pro Querdenken und ruft Ungeimpfte aktiv zur Testverweigerung auf, weil das in Dänemark eh nicht kontrolliert werde. 

Überhaupt habe ich den Eindruck, Corona wurde für beendet erklärt. Bei den Terminen in zwei Krankenhäusern diese Woche war's dann aber doch wieder recht präsent, auch, wenn weder Impfnachweis noch aktueller Test kontrolliert wurden, einfach, weil kein Sicherheitsdienst mehr da ist. Bei der Magenspiegelung gab's trotz Impfung vorher einen Test, durfte ich die Maske erst abnehmen, als die Betäubung kam, und im Aufwachraum, als ich halbwegs wieder ansprechbar war, musste ich sie sofort wieder aufsetzen. Im anderen Krankenhaus hieß es, aufgrund der Unberechenbarkeit der Delta-Variante müssen sie Patienten zurückweisen, die Erschöpfungssymptome haben, seien Mitarbeiter gehalten, bei Erschöpfungssymptomen nicht zur Arbeit zu kommen.  

Der Gatte versucht seit zwei Wochen, eine Verordnung für die Teilnahme an einer Herzsportgruppe zu bekommen, aber zwei Wochen lang war seine Hausarztpraxis telefonisch nicht erreichbar. Als er schließlich vorbei fuhr, hieß es, der Arzt habe angeordnet, das Telefon nicht abzunehmen, weil zu viel zu tun sei. Wer was habe, könne schließlich in Krankenhaus fahren. Ja, nee, is klaa. 

Mit Chance kommt die Verordnung kommende Woche per Post, und dann muss die Krankenkasse noch der Kostenübernahme zustimmen. Vielleicht kann er aber schon teilnehmen, sobald die Verordnung vorliegt, denn die Kosten trägt er ggf. selbst. Er braucht das Training so dringend! In den letzten drei Wochen hatte ich keine Kraft zum Sport, konnte ihn nicht mitziehen, aber ich muss mehr darauf achten, dass wir zumindest wieder täglich spazierengehen.

Kommenden Sonnabend ist das virtuelle Yarncamp, und ich habe heute tatsächlich noch ein Ticket ergattert! Ich freue mich total! Zwar find eich die Teilnahme per Smartphone lästig, aber die Sessions geben mir immer so viel Input, dass ich das in Kauf nehme. Im kommenden Jahr ist dann hoffentlich wieder eine analoge Teilnahme möglich.

Den Müttern und Tante geht's gut. Mudderns wird zwar zunehmend wirrer, unsere Dialoge immer absurder, und das will bei ihr schon was heißen, aber durch ihre Gesellschafterin bleibt sie in der Spur. Während der Druck der letzten drei Wochen langsam von mir abfällt, merke ich immer mehr, wie sehr es mich belastete, Muddern womöglich von einer Krebsdiagnose zu berichten. Selbst im Wegdämmern in die Narkose, war mein letzter Gedanke, wie ich ihr das wohl beibringe, ohne, dass sie einen neuen depressiven Schub bekommt. Ich muss dringend darauf achten, mich wieder mehr vor ihrer Übergriffigkeit zu schützen.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.