Samstag, 2. September 2023

Samstagsplausch KW 35/23: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CLXXXI

Sonnabend waren wir im Kino und konnten tatsächlich "Rehragout-Rendezvous*" ganz sehen - der Gatte hielt durch! Es geht ihm aktuell ohnehin besser, eine Erleichterung!

Sonntag kam Schwiegermutter zum ersten Mal mit dem ÖPNV zu uns und fand es so einfach, dass sie beschloss, sie käme öfter. Yippieh. Oder so. Jedenfalls sprach sie mit dem Gatten und befand, er müsse mich entlasten. Das fand ich sehr lieb, und der Gatte nahm sich das wirklich zu Herzen. Schwiegermutter will mich auch entlasten, sich ein paar Tage im Hotel einmieten und helfen, zum Beispiel beim Zäunestreichen. Auch das ist sehr lieb, aber wir sind uns noch nicht sicher, ob es nicht mehr Belastung als Entlastung bringt. Sicher ist, dass Schwiegermutter versucht, ihre Vorstellungen   durchzusetzen, und dagegen an zu gehen, kostet einfach Kraft. So entschied sie schon die Gestaltung des Vorgartens: Die Mülltonnen brauchen einen neuen Platz, die Bank muss woanders hin, neben die Haustür müssen die beiden Terracotta-Kübel von ihrem Balkon, zudem fehlt neben der Haustür ein Griff. Ja, nee, is klaa. 

Nach der Baustellenbesichtigung waren wir im Büsenbachtal, zehn Autominuten vom alt-neuen Haus entfernt. Angesichts der Heideblüte waren Himmel und Menschen unterwegs, ging man im Pulk spazieren, waren Parkplätze und Lokalitäten total überfüllt, aber es war trotzdem nett. Überraschenderweise wäre der Gatte gerne noch länger spazierengegangen - in den letzten Wochen schaffte er ja noch nicht mal mehr den Weg ins Dorf und zurück, selbst nicht mit Pausen. Diesmal war es Schwiegermutter, die nicht viel laufen wollte, leider. Der Gatte hat inzwischen seine Wanderschuhe im alt-neuen Haus deponiert, damit wir öfter spazierengehen können. Ins Büsenbachtal kämen wir sogar problemlos mit dem Zug. 

Im Büsenbachtal auf dem Höhepunkt der Heideblüte.

In dieser Woche war ich weiterhin krankgeschrieben, und das wird auch kommende Woche noch so sein. Ich habe so heftige Verspannungen, dass phasenweise ein Herzinfarkt im Raume stand. Den Verspannungen wird jetzt mit Spritzen und Wärme zu Leibe gerückt. Dusseligerweise bleiben die Herzbeschwerden. Dazu kommt noch eine Entzündung, die auch eine Bakterieninfektion sein kann, aber das ist noch nicht so ganz klar, weswegen ich erstmal keine Antibiotika bekomme, sondern zwei Wochen abwarten soll. Es kann auch der bösartige Tumor sein, nach dem vor zwei Jahren vergeblich gesucht wurde. Yippieh. Oder so. Ich bin immer noch sehr erschöpft, schlafe nur selten eine Nacht durch und muss mich tagsüber hinlegen, wenn es geht, und die Konzentration fehlt auch sehr oft. Ich bin froh, wenn ich ein paar Maschen stricken kann, aber dafür reicht selten die Kraft.

Wegen der Entzündung, wenn es denn eine ist, musste ich außerplanmäßig zum Zahnarzt und erfuhr, dass er vor zehn Tagen verstarb! Der Gatte und ich sind noch immer fassungslos. Ich bin in der Praxis seit Eröffnung vor 35 Jahren in Behandlung, der Gatte seit fast 20 Jahren. Wir mochten den Arzt, der in unserem Alter war, sehr. Als ich im April das letzte Mal bei ihm war, sprachen wir wieder mal über meine psychosomatischen Beschwerden, die sich auch auf mein Gebiss auswirken, und er sang wie so oft, wenn wir darüber sprachen "Das ist alles nur in meinem Kopf." Da wusste er schon, dass er einen nicht operablen Hirntumor hat. Der Zahnarzt hinterlässt Frau und Kinder. Seine Praxis wird weitergeführt, aber wir überlegen noch, ob wir da bleiben oder uns in der lindgrünen Hölle einen neuen Zahnarzt suchen. Der bisherige wird schwer zu ersetzen sein.

Hier gilt seit mittlerweile 181 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. Momentan gibt es im Umfeld wieder reichlich Infektionen. Ich muss mich wohl oder über daran gewöhnen, wieder häufiger Maske zu tragen, um weder den Gatten noch Schwiegermutter oder Tante zu gefährden. Deutschland setzt ja weiterhin auf Eugenik, wenn's um vulnerable Gruppen geht, während in den Nachbarländern wieder Masken und Impfungen propagiert werden. Die Corona-Impfung ist übrigens seit April kostenpflichtig, wird nicht mehr von den Krankenkassen übernommen. Ganz großartig. Ich habe inzwischen einen Impfarzt gefunden, muss nur gucken, wann ein Termin passt. 

Auf der Baustelle beschäftigt uns vor allem der Gärtner, der einfach nicht fertig werden will. Die gesetzte Frist ließ er natürlich verstreichen. Wir werden eine neue setzen, die er auch verstreichen lassen wird. Ich werde parallel jemanden suchen, der den Schutt abfährt. Der ist inzwischen zwar nicht mehr zu sehen, weil mit Gras überwuchert, aber das ist ja keine Art. Momentan sind wir schon froh, wenn das Minimum erfüllt wird: Das Gartenhaus fertigstellen, 10 Zaun-Elemente setzen, Müll abfahren. Auf alles weitere des Auftrags werden wir verzichten, denn selbst die Kleinigkeit des Ersetzens eines tropfenden Außenwasserhahns bekam der Gärtner ja in den letzten acht Wochen nicht hin. Das Gartenhaus, an dem er seit inzwischen zwei Wochen arbeitet, ist dafür ausgelegt, dass es zu zweit binnen eines Tages aufgestellt werden kann, nur falls sich jemand fragt, welches Mammutbauwerk da errichtet werden soll. Der Gärtner wirbt genau mit dieser Dienstleistung auf seiner Homepage, hat angeblich solche Gartenhäuser schon öfter aufgebaut. Wie sehr diese Aussage stimmt, zeigte sich diese Woche, als er allen Ernstes erklärte, den Anbau könne er nicht seitlich an das Haus anbringen, sondern nur an die Rückseite, so dass er im Nachbargarten steht! Er kann also noch nicht mal den Bauplan lesen! Solche Handwerker kosten mich einfach Kraft, die ich nicht mehr habe. Ich bezweifle, dass der Gärtner in diesem Jahr noch fertig wird. Natürlich könnte ich einen Anwalt einschalten, aber dadurch werden die Arbeiten auch nicht fertig. Im Frühjahr werden wir dann für die Neuanlage des Gartens und die Terrasse einen neuen Versuch machen - mit Gärtner IVff.

Immerhin klappte der Einbau des neuen Brenners, so dass wir schon zwei Tage in Folge warmes Wasser haben.

Diese Woche brachte einen Gatten-Geburtstag - den ersten nach dem Schlaganfall, den dritten nach seiner Herzerkrankung / Schwerbehinderung. Ich bin dankbar. Schweigermutter und Tante geht's gut, auch dafür bin ich dankbar.

Die Aiwanger-Affaire beschäftigte uns natürlich auch. Unglaublich, dass Volksverhetzung, Holocaust-Leugnung,  Antisemitismus und Säure-Angriffe keine Konsequenzen haben. Es ist unglaublich, wie sehr sich der Diskurs nach rechts verschoben hat. Demokratie hat in Deutschland eindeutig keine Zukunft mehr. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse. / *Affiliate link

Freitag, 1. September 2023

Ausgelesen: Bücher im August 2023

Das Rudel liest analog.
In den ersten August-Tagen las ich die vierbändige Reihe um die Hamburger Kommissarinnen Stella Brandes und Banu Kurtoğlu von Regine Seemann* weiter. Mir gefällt besonders, dass die Reihe viel im Hamburger Süden und im südlichen Umland, meiner alt-neuen Heimat, spielt. Weniger gut gefällt mir das nachlässige Lektorat / Korrektorat. Das kenne ich vom Gmeiner-Verlag anders. Im dritten Band "Alsterschwan*" heißt eine Website mal "Gerry's Gossip", dann wieder "Gary's Gossip". Im vierten Band "Friedhofsengel*" ist eine Hochzeit ein Sakrileg - gemeint ist ein Sakrament. Davon ab, ist die Reihe durchaus lesenswert, freue ich mich auf einen fünften Band, so es einen gibt.

Für den vierten Band der Brandes-Kurtoğlu-Reihe hielt ich auf dem Weg auf die Baustelle an der Bücherhalle und nahm "Shalom Berlin*" von Michael Wallner* als Beifang mit. Auf dem Rückweg von der Baustelle hielt ich wieder in der Bücherhalle und nahm die Folgebände "Sündenbock*" und "Gelobtes Land*" mit (und gab "Friedhofsengel*" gleich wieder zurück). In Hamburg gibt es "Flexibib", damit kann man auch außerhalb der Öffnungszeiten in die Bücherhalle - sehr praktisch!

Im Mittelpunkt der "Shalom Berlin*"-Reihe stehen der Berliner Kommissar Alain Liebermann, Leiter einer Spezialeinheit, und seine große Familie. Die Politthriller sind durchweg spannend. Lese-Empfehlung, und ich wünschte mir eine Fortsetzung.

"Nordsee Braut*" ist der 15. Band der Reihe um die "Küsten-Kommissare" Thomsen und Meerkatz von Anne Amrum*. Diesmal entpuppt sich ein Mord als Unfalltod, aber praktischerweise gibt es eine Entführung, und so kommt das Husumer Team dann doch noch zum Zuge. Wieder gibt es jede Menge Krabben und Fischbrötchen - von etwas anderem ernährt sich ja kein Küstenbewohner (angesichts der verzehrten Krabbenmengen muss die Bezahlung der Husumer Polizei außergewöhnlich hoch sein), werden viele Nebensächlichkeiten erzählt. Die Geschichte zieht sich, bis sie, vermutlich weil die vereinbarte Seitenzahl erreicht ist, am Ende rasch Fahrt aufnimmt. Einmal mehr wünschte ich der Autorin Lektorat / Korrektorat. Für schlaflose Nächte ist das Buch dennoch gut geeignet.

Ich bin auch bei schlechten Büchern ziemlich hart im Nehmen und breche selten ein Buch ab, aber bei "Blutvilla*" von Stefanie Gregg und Paul Schenke konnte ich nicht anders. Der Klappentext las sich noch ganz gut: Die Millionärin Johanna Krogmann wird erschlagen in ihrer Villa aufgefunden. Feinde hatte sie mehr als genug: Die halbe Gemeinde Flintbek war der skrupellosen Fabrikbesitzerin gegenüber feindlich gesinnt. Hauptkommissar Sven Fricke, der in dem Fall ermittelt, stößt schnell an seine Grenzen. Doch nicht nur die Suche nach dem Täter gestaltet sich äußerst schwierig, auch die Zusammenarbeit mit der attraktiven Staatsanwältin Elena Karinoglous stellt die Geduld des Ermittlers auf eine harte Probe und sorgt für gewaltigen Zündstoff. Dieser "Zündstoff" steht leider so im Mittelpunkt, dass ich vor der Hälfte abbrach, denn die Flirt-Dialoge waren aus den finstersten 1950er Jahren entnommen. 

Weiter ging's mit den ersten beiden Bänden der Reihe um Kommissarin Katharina von Hagemann*, die in Lüneburg und in der Lüneburger Heide spielt, geschrieben von Kathrin Hanke und Claudia Kröger. Mudderns hatte mir von der Reihe erzählt. Sie entdeckte sie vor fast zwei Jahren, als sie sich endlich in der örtlichen Stadtbücherei anmeldete. Da bin ich inzwischen auch Mitglied, lese die Reihe aber digital. Im ersten Band "Blutheide*" zieht Hagemann aus München nach Lüneburg. Sie will ihren Ex vergessen, der sich als Mörder entpuppte, u.a. ihre beste Freundin ermordete und im Gefängnis sitzt. In Lüneburg wird sie mit einer Mordserie empfangen und muss die Entführung einer Achtjährigen aufklären. Der zweite Band "Heidegrab*" spielt zwei Jahre später. Während des Lüneburger Stadtfestes werden in Caches Fotos von Körperteilen gefunden, die darauf schließen lassen, dass jemand zu Tode gefoltert wird. Die Lösung ist überraschend.   

Ich machte eine Heide-Pause und las "Rehragout-Rendezvous*", den zehnten Eberhofer-Krimi von Rita Falk. Im Kino ging mir auf, dass ich den Band verpasste, ebenso wie "Guglhupfgeschwader*" und "Kaiserschmarrndrama*". Praktischerweise war alles in der Dorf-Bücherei vorhanden, ebenso wie "Eberhofer, zefix!*". Jetzt bin ich damit beschäftigt, einen Teil der Rezepte nachzukochen. Wir haben es im zweiten Anlauf auch geschafft,  "Rehragout-Rendezvous*" im Kino zu sehen. Beim ersten Mal mussten wir kurz nach Film-Beginn raus, weil es dem Gatten rapide schlechter ging. Der Film ist arg klamaukig, arger als die Teile davor.  

Diesen Monat las das Rudel viel
analog.
Von "Ein Garten über der Elbe*" von Marion Lagoda* schwärmte eine Kollegin, frau könne buchstäblich die Düfte der beschriebenen Garten-Anlagen riechen, und das machte mir Lust darauf, das Buch zu lesen. Die Handlung beginnt im Hamburg des Jahres 1913: Als Hedda Herzog ihre Stelle als Obergärtnerin bei der jüdischen Bankiersfamilie Clarenburg antritt, hat sie es nicht leicht. Auf dem parkähnlichen Anwesen oberhalb der Elbe ist sie die erste Frau auf diesem Posten und wird von den ausschließlich männlichen Kollegen entsprechend kritisch beäugt. Auch körperlich wird ihr viel abverlangt, denn das Anwesen über der Elbe ist riesig, und der Erste Weltkrieg fordert ihr gärtnerisches Können noch einmal besonders heraus. Trotzdem gelingt es Herzog, hier ihren gärtnerischen Traum zu verwirklichen – bis hin zum Amphitheater im römischen Stil, das zum Mittelpunkt prachtvoller Feste und Theateraufführungen wird. Doch als sich in den 1930er Jahren die Zeiten verdüstern, geraten sowohl Herzog, die jüdische Vorfahren hat, als auch die Familie Clarenburg immer mehr in Bedrängnis.

Historisches Vorbild für Hedda ist Else Hoffa, die 1913 als erste weibliche Obergärtnerin Deutschland vom Hamburger Bankier und Politiker Max Warburg eingestellt wurde. Sie schuf u.a. den Römischen Garten, dessen Werden auch im Buch dargestellt wird. 

Weiter ging's mit den Heidekrimis. Mit dem dritten Band, "Eisheide*" geht's in den September. Mitten im Weihnachtstrubel verschwindet Hauptkommissar Benjamin Rehder spurlos. Seine Kollegin Kommissarin Katharina von Hagemann ahnt, dass er sich in großer Gefahr befindet. Da bekommt sie plötzlich anonym eine Aufforderung zu einem makabren Spiel. Zwangsläufig beginnt sie in seinem Privatleben nachzuforschen und erfährt Dinge, die sie lieber nicht gewusst hätte. Wird sie es schaffen, Rehders Leben zu retten? 

Die Handlung zieht sich, und wieder mal ist ein Buch schlampig gegengelesen, wird beispielsweise aus dem Hauptkommissar ein Hautkommissar. Mal gucken, wie sich der Band und die Reihe noch entwickeln.

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Donnerstag, 31. August 2023

#pmdd2023: Der 28. August 2023

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2023 auf Twitter oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Heute ist Waschtag. Am Ende des Tages hängen drei Maschinenladungen.

Waschmaschine zwei ist fertig.

Wenngleich ich heute Nacht acht Stunden schlief, gibt's jetzt doch wieder ein Nickerchen. Und später noch eins.  

Heute ist Montag. Ich bin krank und soll mich schonen. Das ist leichter gesagt als getan. Aber immerhin haben weder der Gatte noch ich heute Arzttermine, und so kann ich ausschlafen. Schlaf brauche ich ohnehin reichlich, habe viel nachzuholen und versuche, tagsüber immer wieder kurz zu schlafen. Das tut mir gut. Also passiert hier heute nicht viel.

Während ich schlief, butscherte der Gatte rum. Während ich auf ihn warte, überlege ich schon mal, was ich morgen oder übermorgen einkaufen muss. 

Improvisierte Teezeit nach der Rückkehr des Gatten.

Der Gatte dachte daran, frisches Brot mitzubringen! Leider schneidet der Bäcker nicht, also muss ich ran. 

Vorbereitungen für's Abendessen.

Während ich koche, repariert der Gatte meinen Drucker. Zum Beweis, dass er erfolgreich war, legt er mir einen Rezept-Ausdruck hin.

Normalerweise kann ich Brunoise, aber heute nahm ich in meiner Verpeiltheit ein zu kleines Messer.

Das Essen ist quasi fertig.

Essen ist fertig. Das Rezept gibt es nächste Woche in der Kombüse.

Ein paar Maschen stricken. Das werden Abschminkpads, und Stricken strengt mich zurzeit tatsächlich sehr an, selbst, wenn es nur kraus rechts ist.

Mit freundlichen Grüßen an die Damen, die gerne ins Kommentarfeld göbeln, ich mögen "weniger fressen". [Ich tracke gerade mal wieder meine Kohlenhydrate, da Tablettenumstellung bei den Hormonpräparaten.]

Vor dem Einschlafen gemeinsam mit dem Rudel noch etwas lesen*.

Der Blick zurück in die ersten beiden Corona-Jahre: Am 28. August 2020 lebte sich Schwiegermutter gerade in der Seniorenwohnanlage ein, war der Gatte noch gesund, fuhren wir am kommenden Tag nach Dänemark. Am 28. August 2021 war der Gatte schon krank, wartete auf die Entscheidung über seine Verrentung, musste ich arbeiten, holten wir abends Tante ab, um in der kommenden Woche einen runden Gatten-Geburtstag zu feiern. Am 28. August 2022 waren wir noch so optimistisch, spätestens im kommenden Frühjahr ins alt-neue Haus zu ziehen. Inzwischen bezweifeln wir, dass wir überhaupt noch dort einziehen werden. / *Affiliate link

Samstag, 26. August 2023

Samstagsplausch KW 34/23: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CLXXX

Sonntag Mittag wollten wir eigentlich ins Kino, "Asteroid City" sehen, aber als ich vormittags abwaschen wollte, hatten wir kein Warmwasser. Der Blick auf's Heizungsdisplay zeigte eine Fehlermeldung, die wir nicht selbst beheben konnten, weil unklar war, welcher Knopf gedrückt werden musste. Also den Notdienst anrufen und auf's Kino verzichten. Es kam der gleiche Heizungstechniker, der Dienstag schon da war, reinigte ein paar Teile am Brenner, wechselte was aus und meinte, das wäre es gewesen. Durch die Wartung hätte sich was festgesetzt, das käme schon mal vor.

Als ich Montag abwaschen wollte, war wieder kein Warmwasser da. Ich trabte in den Keller, sah die gleiche Fehlermeldung, wusste, wo der Reset-Knopf ist und drückte ihn. Drei Stunden später war die Heizung wieder aus ... Also wieder bei der Haustechnik anrufen. Während ich einer Mitarbeiterin schilderte, dass wir wieder einen Techniker brauchen, rief mich ihre Kollegin auf der anderen Leitung an, um zu sagen, dass der Techniker, der gestern da war, eine Reinigung des Öltanks empfiehlt. Gut, dass der gerade frisch gefüllt ist ... Es kam ein anderer Techniker, der feststellte, dass eine Düse und ein Rohr erneuert werden müssen. Schön, dass der Techniker am Vortag das nicht sah. Ich verabschiedet mich mit "Bis morgen!" und trabte im Laufe des Tages öfter in den Keller, um zu gucken, ob die Heizung noch läuft. Seit der Wartung ist sie nämlich so leise und im Sommermodus, dass sie kaum zu hören ist, wenn der Brenner anspringt. 

Dienstag lief die Heizung noch, Donnerstag war sie wieder aus. Freitag war dann wieder der Techniker da, diesmal mit einem klaren Ergebnis: Wir brauchen einen neuen Brenner! Der kommt die Tage, und dann sollte alles wieder fein sein. Wir werden sehen. Dass der Brenner nach der Wartung kaputt geht, stimmt nicht gerade froh, ebenso wenig wie die Aussage, das käme öfter vor, umso mehr, da der Schornsteinfeger vor einem Vierteljahr noch so hervorragende Werte maß. Perspektivisch werden wir uns ohnehin von der Ölheizung verabschieden, würden das aber gerne mit Zeit und Muße tun, nicht zwischen Tür und Angel, zumal Alternativen ja aktuell ohnehin nicht zu bekommen sind, für Wärmepumpe und Photovoltaik erst das Geld da sein muss.  

Wir schieben heftigen Baustellenfrust und versuchen uns damit abzufinden, dass wir auch dieses Jahr nicht umziehen werden. Mehr als einmal waren wir diese Woche so weit, das alt-neue Haus einfach abzuschließen, um es nie wieder zu betreten. Wir haben schlichtweg keine Kraft mehr, weil kein Ende in Sicht ist, fast nichts glatt läuft. Ich darf gar nicht daran denken, mit welchem Elan wir vor einem Jahr in dieses Abenteuer starteten, wie sicher wir waren, diesen Sommer in unserem Haus zu wohnen. Jetzt zweifeln wir, dass es kommenden Sommer etwas wird.

Für Frust sorgt auch der Gärtner, der schon lange fertig sein sollte. Aber erst hatte er Wetter, dann war er krank, hatte wieder Wetter, verbummelte das bestellte Gartenhaus, musste es neu bestellen ... Die so entstandene Wartezeit wollte er nutzen, um den Müll (nicht gerade wenig) abzutransportieren und die Zäune zu setzen, tat es aber nicht. So ist der Garten seit acht Wochen eine Müllhalde, sind auch unsere Gartengeräte dem Wetter ausgeliefert. Immerhin: Seit gestern steht das halbe Haus. Fehlen noch der Anbau und zig Zäune sowie die Müllbeseitigung ... Kommende Woche regnet es wieder, kann der Gärtner nicht arbeiten, dann kommen Herbst und Winter. Okay, unter einer Schneedecke sieht man die Müllhaufen nicht. 

Eigentlich hätten wir für den Gärtner jede Menge Folgeaufträge gehabt, aber so wird das nichts. Die Folgeaufträge bekommt er von den Nachbarn, mit denen er sich gut versteht. Ist ja auch was, hilft uns nur nicht viel. Also einen neuen Gärtner suchen für die Umgestaltung des Vorgartens und der Terrasse sowie für die Anlage von Beeten und Hochbeeten. Gärtner eins wollte ja leider nicht mehr auf Rechnung arbeiten, Gärtner zwei kam zwei Stunden zu spät und wunderte sich, dass keiner mehr da war, und Gärtner drei ist unzuverlässig. Vielleicht müssen wir doch einen der großen Gartenbaubetriebe nehmen. Das erschien uns bislang überdimensioniert, zumal wir ja auch selbst etwas machen wollen, nur bei schweren Arbeiten Unterstützung brauchen, nicht alles abgeben wollen. Aber so geht's nicht weiter. 

Hier gilt seit mittlerweile 180 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. 

In der Dorf-Bücherei waren alle Titel vorrätig, die ich in Hamburg vorbestellen müsste. Besonders freue ich mich auf den untersten Titel "Ein Garten über der Elbe*". Außerdem sind die ersten Äpfel reif.

In dem ganzen Chaos gibt es auch gute Nachrichten: 

  • Das Pflegeheim hat nach einem Vierteljahr endlich die Heimkosten erstattet. 
  • Das Spenerhaus, das Hotel, in dem gefühlt das ganze Yarncamp schläft, hat wieder Zimmer frei über das Yarncamp-Wochenende! Somit bin ich also in einem mir bekannten Hotel, was mir den Aufenthalt erleichtert, sofern ich überhaupt Kraft finde, nach Frankfurt zu fahren ohne Panikattacken zu bekommen. Bislang war das Haus komplett ausgebucht, aber jetzt gab's wohl Stornierungen. 
  • Ich habe es geschafft, in der Wohnung mit dem Ausmisten anzufangen - und prompt meine alten Impf- und Blutspende-Ausweise wiedergefunden, die ich mit Beginn der Corona-Impfungen so verzweifelt suchte. 
  • Die Fliesen, die frühestens Dienstag geliefert werden sollten, wurden schon Sonnabend geliefert - weil wir da nicht zu Hause waren und die Sendung nicht in die blaue Tonne passte, ging alles zum Paketshop in der Fußgängerzone. Vor dort chopperte ich es dann per Sackkarre nach Hause ... Egal, wir haben Fliesen für den Fliesenspiegel in der Küche! Fehlt nur noch der Fliesenleger.
  • Ich habe es geschafft, damit anzufangen, den Vorgarten in Ordnung zu bringen. Schneeball und Magnolie sollte der Gärtner ja schon lange herausnehmen, aber das wird nichts mehr. Jetzt werde ich sie so weit möglich zurückschneiden und über die monatliche Grünabfall-Abfuhr entsorgen. Erfreulicherweise berappelte sich die Hortensie. Vielleicht berappeln sich auch Schneeball und Magnolie nach kräftigem Rückschnitt? 
  • Der neue Schlüsselkasten hängt! Er sieht wirklich gut aus. Ich hatte mir ein Designer-Teil  bestellt, weil mir die üblichen Schlüsselkästen aus Holz oder Metall nicht gefielen.
  • Die Badezimmertür ist endlich gekürzt. Das wäre eigentlich nicht notwendig gewesen, hätte die Baubrigade die Tür gerade eingesetzt ... 
  • Die Lamperien im Flur sind zugeschnitten und montiert. Es klappte sogar mit Montagekleber, meine Für-Faule-Lösung, weil ich keine Lust zum Schrauben hatte. Flur und Treppenhaus sehen jetzt richtig schick aus in Weiß mit anthrazitfarbenen Leisten, Geländern, Türrahmen und Treppenwangen. Kein Vergleich zu dem dunklen Holz. Die Lamperien für die Küche müssen noch zugeschnitten und montiert werden, aber damit warte ich ab, bis der Gärtner sein Geraffel wegräumte, weil er fertig ist.
  • Die Garderobe steht! Sie sieht tatsächlich so luftig-leicht aus wie gewünscht, kein Vergleich zu dem dunklen Holz-Trumm, das vorher dort stand. Allerdings sieht die Garderobe auch so luftig-leicht aus, dass ich überlege, eine weiße MDF-Platte an die Stirnseite zu schrauben, damit sie nicht wie ein Provisorium aussieht. Mal gucken. Zumindest haben Jacken, Taschen und Schuhe jetzt endlich einen Platz. Etwas Chaos weniger.
  • Ich habe einen Ausweis für die Stadtbücherei und bekam dort bis auf eines alle Bücher, die ich in Hamburg vorbestellen müsste. 
  • Meine Konzentration reichte fast für einen ganzen TV-Film. Wir guckten "Plan A - Was würdest du tun?" - der Gatte erst widerwillig, dann zunehmend begeistert. Kino fällt mir aktuell leichter, da keine Ablenkung durch's Taschentelefon.
  • Ich konnte ein paar Maschen stricken. Nicht mehr, denn Konzentration und Kraft fehlen. Deswegen habe ich angefangen, Abschminkspads aus Frottee-Garn* zu stricken - das kleinste Projekt, das mir einfiel, denn selbst Handschuhe überfordern mich aktuell.
Schwiegermutter und Tante geht's gut. Schwiegermutter besucht uns morgen zum ersten Mal mit dem ÖPNV auf der Baustelle, und wir sind gespannt, wo sie ankommt. Eigentlich habe ich ihr den Fahrplan trottellummensicher vorbereitet, aber das heißt nichts. 

Der Gatte war beim Arzt wegen seiner anhaltenden Beschwerden, hätte sich den Besuch aber sparen können, weil's keinen klaren Befund gibt außer "Ja, das kann schon mal vorkommen." Die Berg- und Tal-Fahrt seines Blutzuckers kostet ihn immens viel Kraft und ist nebenbei auch gefährlich, zumal er schon einen Schlaganfall hatte. Sein Blutzucker sinkt oft so rapide, buchstäblich binnen einer Minute, dass es nicht möglich ist, zu reagieren, dass wir öfter überlegten, einen Notarzt zu rufen. Egal, was in den letzten zwei Jahrzehnten gemacht wurde, der Blutzucker lässt sich nicht einstellen, ist unberechenbar. So muss selbst der kleinste Spaziergang akribisch vorbereitet werden, endete in den letzten Wochen nicht selten ins Cafés, wo er dann versucht, den Blutzucker wieder auf ein normales Maß zu bringen. Danach braucht er lange Ruhe, denn die Unterzuckerung ist körperlich sehr anstrengend. Der Gatte stellte den Sensor schon anders ein, so dass die Warnstufe höher ist, aber auch das ist nicht zuverlässig, denn vom Warnton bis zum gefährlichen Unterzucker ist es eben manchmal nur eine Minute - so schnell kann niemand reagieren. Er hofft auf den Diabetologen in der neuen Stadt, will dort aber vor dem Umzug keinen Termin machen. So geht die Berg- und Tal-Fahrt seines Blutzuckers also weiter.

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Samstag, 19. August 2023

Samstagsplausch KW 33/23: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CLXXIX

Die überholte Wanduhr.
Auf der Baustelle ist weiterhin Achterbahn statt Märchenbahn angesagt. Diese Woche ruckelte sich aber einiges zu recht. 

Montag rief der Juwelier an, bei dem ich vor ein paar Wochen eine Wanduhr zur Wartung gab. Die Uhr begleitete mich mein ganzes Leben, so dass ich sie behalten wollte. Sie musste aber dringend gewartet werden, zumal Mudderns die Gewichte so manipulierte, dass ich sie nicht mehr ordentlich befestigen konnte. Den Glockenschlag bekam ich auch nicht zum Laufen, weil von Mudderns manipuliert. Der Juwelier fragte, ob der Uhrmacher die Uhr persönlich vorbeibringen und anbringen solle, und das tat er gestern. Die Uhr hängt jetzt in meinem zukünftigen Arbeitszimmer. Ich darf nicht vergessen, den Glockenschlag, den man im ganzen Haus hört, abends auszustellen, denn direkt nebenan ist das Schlafzimmer ... 

Dienstag kam tatsächlich Heizungsbauer IV! Er wartete sogar gleich die Heizung! Nach nur einem Jahr können wir das also abhaken und haben endlich eine Firma gefunden, die sich um Heizung und Sanitär kümmert! Als erstes fragten wir ja vor einem Jahr bei der Firma an, bei der meine Mutter seit Jahrzehnten Kundin war, aber die hatten kein Interesse. Die inzwischen oft gehörte Begründung: Die Kernsanierung eines Mittelreihenhauses mache zu viel Arbeit, man sei nur an Neubauten interessiert. Zwei weitere Firmen folgten, und ansonsten hagelte es nur Absagen, weil man nur an Neubauten interessiert ist, keine Neukunden nimmt. Heizungsbauer IV fand es traurig, dass man sich noch nicht mal mehr um Bestandskunden kümmert, und bestätigte, was wir vermuteten: Diese Arroganz fällt vielen Firmen gerade auf die Füße, denn die Neubauvorhaben sind in diesem Jahr drastisch zurückgegangen wegen Inflation, steigenden Zinsen usw.  

Den Durchlauferhitzer legte der Heizungsbauer still, nachdem er uns erklärte, warum es sinnvoller ist, die Ölheizung durchlaufen zu lassen: Schalten wir im Sommer auf den Durchlauferhitzer um, müsste das Wasser aus der Heizung gelassen werden, um nicht zu keimen, und im Winter müsste es wieder nachgefüllt werden. Das ist uns dann doch zu viel Hickhack, zumal der Gatte gelegentlich die Heizung aufdrehen möchte, wenn er wie so oft krankheitsbedingt friert. Jetzt haben wir einen nagelneuen Durchlauferhitzer übrig ... Der kommt zu den vielen Dingen, die in die örtliche Verkaufsgruppe sollen.

Der Heizungsbauer war auch so aufmerksam, den Anschluss vom Durchlauferhitzer so vorzubereiten, dass der Gatte seine Tischkreissäge dort anschließen kann. Vorher muss aber der Kohleofen rückgebaut werden, denn der blockiert den Platz für die Säge. Nachdem er sagte, die Leitungen des Kohleofens könnten auch einfach verschweißt werden, haben wir in drei Wochen einen Termin mit Kaminbauer II. Den empfahl der Heizungsbauer, und entsprechend ist die Motivation: Man kennt sich, man arbeitet gerne zusammen. Anfang kommenden Jahres könnte dann ein Kaminofen eingebaut werden, sofern ein Modell lieferbar ist, das uns gefällt. 

Der Heizungsbauer nahm alles für die neuen Ventile und die Absperrventile für den Rückbau des Kohleofens auf und vom Heizkörpertausch ab. Ja, die Heizkörper seien überdimensioniert, da hätten der Schornsteinfeger und Heizungsbauer III, der nur zum Gucken, nicht zum Arbeiten kam, recht. Aber wenn wir in hoffentlich ferne Zukunft die Ölheizung gegen eine Wärmepumpe austauschen müssen, dann brauchen wir wieder größere Heizkörper. Also behalten wir die alten. Vom Hydraulikabgleich riet uns der Heizungsbauer auch ab. Der mache bei der alten Heizung keinen Sinn und werde eigentlich automatisch gemacht, wenn die Ventile erneuert werden. 

Gestern wollte ich die Fliesen für den Spiegel in der Küche abholen. Sie sollten Mittwoch geliefert werden. Vorgestern teilte mir der Baumarkt mit, die Fliesen wären nicht lieferbar. Sie wären aber gerne behilflich, eine Alternative zu finden. Falls da dann in zwei Wochen wieder auffällt, dass die nicht lieferbar ist, fangen wir dann wieder von vorne an - und wieder und wieder ... Die Fliesenauswahl ist hier so gering, dass die gewünschten tatsächlich die einzigen waren, auf die wir uns einigen konnten. Der Gatte ist inzwischen so zermürbt, dass es ihm egal war, welche Fliesen ich alternativ kaufe. Er wollte auch nicht mit mir in Hamburg in den Fliesenmarkt mit der großen Auswahl. Also bestellte ich in einem anderen Baumarkt welche unbesehen online. Sie sollen spätestens Mittwoch geliefert werden (und sind zudem noch um die Hälfte günstiger). Mal schauen, ob sie kommen. Da der Fliesenleger auch über den Baumarkt kommen sollte, befürchtete ich schon, den müsse ich jetzt neu suchen, aber die Firma ist auch so bereit, zu uns zu kommen. 

Der Tischler hat sich terminiert, um nochmal den Einbau von Haus- und Nebeneingangstür und des Panorama-Schwingfensters durchzusprechen, nachdem wir auswählten, was uns gefällt. Bei der Gelegenheit werden ich mal fragen, ob es möglich ist, den Türanschlag des Nebeneingangs zu verändern, so dass die Tür nach innen öffnet. Dann könnten wir die Terrasse besser nutzen und die Tür feststellen.

Im Garten geht's immer noch nicht richtig weiter. Das nervt. Immerhin stehen schon ein Zaunelement und eine Tür. Eigentlich sollten inzwischen Gartenhaus und Umzäunung stehen.

Die Dogge ein paar Häuser weiter bellt nicht mehr, wenn wir an ihrem Garten vorbeigehen. Entweder, sie akzeptierte, dass wir jetzt hierher gehören, oder sie nahm sich das genervte "Halt die Klappe!" des Gatten zu Herzen.

Hier gilt seit mittlerweile 179 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. Angesichts der aktuell wieder steigenden Zahlen aufgrund der Sommerwelle trage ich noch öfter Maske in Innenräumen und überlege, mich zum Herbst um die mittlerweile sechste Impfung zu kümmern, sobald der angepasste Impfstoff da ist. Es ist ein Kreuz, dass wir im mittlerweile vierten Corona-Jahr noch nicht weiter sind als 2020. Wieder muss sich jeder selbst um die Impfung kümmern, anstatt sie sich einfach wie die Grippe-Impfung beim Hausarzt zu bekommen. Und da Corona für beendet erklärt wurde, wird es keine Schutzmaßnahmen wie Quarantäne, Tests oder Maskenpflicht mehr geben. Für mich selbst könnte ich auf die sechste Impfung verzichten, aber der Gatte kann sich nicht mehr impfen lassen, und ich will ihn so gut wie möglich schützen.

Ansonsten ging Mittwoch auf einmal gar nichts mehr.  In den letzten Tagen war es im Büro so ruhig, dass ich zum Nachdenken kam, und das tat mir nicht gut. Ich konnte schlichtweg nicht mehr funktionieren. Ich hatte schon seit einigen Tagen Schwindel- und Panikattacken, die sich nicht mehr ignorieren ließen und auch nach einem Ruhetag nicht besser wurden. Meine Hausärztin plädierte für eine Krankschreibung bis zum Reha-Beginn im Februar! Wir einigten uns auf eine Woche plus eine Woche Urlaub, und dann gucke ich mal, ob's wieder geht. Damit meine Kollegin übernehmen kann, fuhr ich direkt aus der Arztpraxis ins Büro, um noch möglichst viel für sie vorbereiten zu können, denn kommende Woche steht einiges an. Meine Kolleginnen schoben mich dann nach zwei Stunden samt Bürostuhl vor die Tür ... 

Mit meiner Hausärztin rätselte ich beim jährlichen Check-Up mal wieder darüber, warum ich seit drei Jahren ein Diabetes-Medikament off label bekomme. Die Horror-Hormon-Tante, die es verschrieb, äußerte sich ja nicht zum Grund, auch nicht auf Nachfrage der Hausärztin, und die gynäkologische Endokrinologin, zu der ich im Januar endlich wechseln konnte, fand auch keinen Grund für die Verschreibung. Alle sind sich sicher, dass ich keinen Diabetes habe, auch keinen Prä-Diabetes. Meine Werte sind geradezu vorbildlich niedrig, weswegen auch eine Überweisung zum Diabetologen keinen Sinn macht. Aus gynäkologischer Sicht macht die Verschreibung auch keinen Sinn, weswegen die Gynäkologin das Medikament auch nicht off label verschreibt. Die Hausärztin kann es auch nicht off label verschreiben. In acht Wochen habe ich einen Termin bei einer internistischen Endokrinologin, um abzuklären, ob es aus ihrer Sicht einen Grund für die Einnahme des Medikamentes gibt. Bis dahin reichen die Tabletten nicht, und ein neues Privatrezept bekomme ich nicht, da es bislang keinen Grund für die Einnahme gibt. Es bleibt also spannend. Ich überlege noch, ob es sinnvoller ist, ein paar Wochen Tabletten vom Gatten zu mausen oder es darauf ankommen zu lassen und abzuwarten, was ohne Tabletten passiert. 

Dem Gatten geht's nicht wirklich gut, und er hat einen Arzttermin. Immerhin: Er hat den schlimmsten Teil des Nikotinentzugs hinter sich, spürt Verbesserungen und ist zuversichtlich, dass er es diesmal schafft, von den Zigaretten los zu kommen. Es ist ihm zu wünschen. Gestern wollten wir ins Kino, freuten und auf "Rehragout-Rendezvous", mussten aber nach einer halben Stunde gehen, weil es ihm akut schlecht ging. Zum Glück fuhren wir mit dem Auto ins Kino, weil er wackelig war, und so waren wir schnell zu Hause. Morgen wollen wir wieder ins Kino, "Asteroid City" gucken - wenn der Gatte durchhält. Im Kino ging mir auf, dass ich "Rehragout-Rendezvous" übersprang, obwohl ich die ganze Eberhofer-Reihe las. Ich habe den Titel jetzt in der Bücherhalle vorbestellt. 

Schwiegermutter und Tante geht's gut. Schwiegermutter ist aufgeregt, weil sie kommenden Sonntag mit dem ÖPNV zu uns in die lindgrüne Hölle fährt, und wir sind gespannt, ob sie ankommt. Obwohl sie im Nachbardorf zehn Autominuten entfernt Freunde hatte, die sie öfter besuchte, hat sie keinen Schimmer, wo unser zukünftiger Wohnort liegt ...

Für meine Mutter kommen noch immer Rechnungen von ihrem Krankenhausaufenthalt im Februar. Ich bin gespannt, wann die aus April kommen. Immerhin habe ich nach einem Vierteljahr jemanden beim Pflegeheim erreicht wegen der Rückzahlung der Heimkosten aus Mai. Sie sollen Ende des Monats endlich erstattet werden. Dann kann ich zumindest ein Konto endlich schließen und langsam etwas Ordnung in das Bankenchaos bringen. Die Bank will auch keinen Erbschein, ist sehr persönlich - paradoxerweise ist es unsere Hausbank, bei der wir keinen Baukredit bekamen ... Die Konten bei der anderen Bank, die auf den Erbschein besteht, will ich jetzt auf Onlinebanking umstellen, auch, um Kosten zu sparen. Ich bin gespannt, ob das reibungslos geht.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.