Mittwoch, 31. Dezember 2025

#pmdd2025: Der 28. Dezember 2025

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2025 auf Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Die Nacht war ruhig, das Reiserudel freut sich auf die Rückfahrt.

Gestern ging der Koffer noch zu ...

Heute ist Tag des Rühreis, und selbstverständlich gibt es welches zum Frühstück.

Wer am Vorabend zu faul war, das Auto abzudecken, darf jetzt Eis kratzen.

Das Reiserudel ist abfahrbereit. Jeder hat seine Aufgaben: Der Großfußhase hält immer eine Pfote zum Drücken bereit, Schnuffi passt auf Portemonnaie und Taschentelefon / Navi auf, und Schlafhase zwei sieht süß aus.

Scheibenreinigung bei einer Pause. Früher übernahm das der Gatte. Er war dabei sehr viel sorgfältiger als ich.

Tee und Kekse.

Das Navi ist optimistisch, dass ich bald zu Hause bin. Leider dauert die Fahrt zwei Stunden länger als geplant.

Ab der Rhön gibt es Nebel, ab Göttingen stehe ich im Stau.

Der heutige Tag ist eine Wiederholung des 28. Dezember 2021 und des 28. Dezembers 2024. Wieder bin ich auf der Rückreise von Dachau und übernachtete in Hammelburg. Gravierender Unterschied: Ich reise alleine. Der Gatte starb vor neun Wochen. Seitdem ist nichts mehr gut.

Wieder zu Hause erwarten mich Grüße von den Nachbarn. Die fürchterlichen Fliesen will ich auch erst seit drei Jahren lackieren ... 

Und noch ein Gruß eines lieben Menschen.

Das Reiserudel kam auch gut an.

Die Spikes kaufte ich am 5. November 2024. Heute brauche ich sie zum ersten Mal, denn die Straße vorm Haus ist spiegelglatt. Irritierenderweise finde ich sie auf Anhieb.

Dem Gatten Guten Abend sagen. 

Alles ist ausgeladen. Ich ziehe meinem Mickey-Mouse-Onesie über, den der Gatte so mochte, und heize erstmal ein. Das Haus ist nicht so kalt wie befürchtet, aber warm ist es halt auch nicht.

Vitamine, flüssig und fest.

Ein paar flüssige Mitbringsel.

Dank Tante habe ich einen bunten Teller. 

Während der letzten Woche sammelte sich ein bisschen was für's Wollsparglas an. Ein Bild mit dem Kassensturz findest du hier.

Yippieh, es gibt keine Feiertagsverschiebung bei der Müllabfuhr, ich muss heute nicht noch die Tonne füllen und an die Straße schieben.

Abendessen.

Die Spülmaschine wäre fertig, wird aber erst morgen ausgeräumt.

Das Rudel ist wieder komplett und liest vor dem Einschlafen noch etwas*.

Der Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Am 28. Dezember 2020 ist der Gatte gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden und noch sehr schwach. Wir wissen noch nicht, dass noch einige Krankenhausaufenthalte bevorstehen sollen, dass er nicht wieder gesund wird, dass er sich 2025 schließlich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris anstecken und daran sterben wird. Am 28. Dezember 2021 waren wir auf dem Rückweg von Tante, mit der wir Weihnachten verbrachten. Das war eigentlich auch für den 28. Dezember 2022 geplant, aber dann kamen uns Mudderns Sturz und die Übernahme meines ehemaligen Elternhauses dazwischen. Dafür kam Tante wieder zu uns. Am 28. Dezember 2023 waren wir endlich umgezogen. Am 28. Dezember 2024 wusste der Gatte, dass er bald ins Krankenhaus soll, hoffte, nach einer OP wieder gehen zu können. Es sollten acht OPs und monatelange Krankenhausaufenthalte werden, die letztlich zu seinem Tode führten. Übrigens bekam ich vor einem Jahr doch kein Strafmandat, denn nicht ich wurde geblitzt, sondern ein anderer Wagen, der schneller fuhr als ich. / *Affiliate link

Dienstag, 30. Dezember 2025

#12von12 im Dezember 2025

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür!

#1: Dem Gatten Guten Morgen sagen.

#2: Ein letzter Blick auf den Treppenlift, der heute abgebaut wird. Am 12. September wurde dafür Maß genommen. Der Gatte konnte ihn ganze zehn Tage nutzen. Ich werde sicher nie vergessen, dass er damit selbst auf sein Sterbebett fuhr.

#3: Fundstück aus einer Zeit, als mein berufliches Leben noch spannender als heute war.

#4: Der Treppenlift ist weg. An seiner Stelle stehen jetzt Friedhofstasche und Grablichter. Die Löcher muss ich noch verspachteln.

#5: Einkauf, Teil eins. Ich hielt mich ziemlich brav an den Einkaufszettel.

#6: Einkauf, Teil zwei. Auch hier hielt ich mich wieder sehr brav an den Einkaufszettel.

Heute ist Freitag. Ich arbeite zu Hause. Es ist ein irgendwie schwerer Tag: Der Treppenlift des Gatten wird demontiert. Der Gatte wehrte sich so lange gegen einen Treppenlift, war dann aber so glücklich darüber, dass er ihm den Spitznamen "Treppen-Ferrari" gab. Er konnte ihn gerade mal zehn Tage nutzen. Ich werde wohl nie vergessen, wie der Gatte selbstständig mit dem Treppenlift auf sein Sterbebett fuhr.

#7: Tee-Zeit mit Lebkuchen-Brownie und Strickzeug.

#8: Jetzt wäre der Treppenlift doch irgendwie praktisch ... Aber ihn nur für den Wäschekorb-Transport zu behalten, wäre blödsinnig. Außerdem würde mich der Anblick traurig machen und an mein bevorstehendes Siechtum erinnern. 

#9: Das Waffeleisen ist für Sonntag wichtig. Vorsichtshalber gucke ich, ob's noch funktioniert, denn es ist schon einige Jahrzehnte alt, oder ob ich morgen noch schnell ein neues besorgen muss.

#10: Abendessen: Entenkeule in Orangensauce mit Rotkohl und Kartoffeln.

#11: Die Kalenderkerze brennt dieses Jahr sehr interessant ab. Die Tannenbaumkerze zünde ich nur an den Adventssonntagen ab.

#12: Das Kuschel-Rudel liest vor dem Einschlafen noch etwas.

Der Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Am 12. Dezember 2020 hatte ich keinen Kopf, um den Tag festzuhalten, denn der Gatte lag mit unklarer Prognose, ebenso unklarer Diagnose und Corona-Verdacht im Krankenhaus. Sechs Jahre später muss ich ohne den Gatten irgendwie weiterleben. Am 12. Dezember 2021 war der Gatte drittgeimpft und entsprechend malad. Am 12. Dezember 2022 werkelte ich an einem Weihnachtsgeschenk für meine Mutter, das sie sich wünschte, nach Erhalt aber sofort wegwarf. Am 12. Dezember 2023 stecken wir mitten im Umzug. Am 12. Dezember 2024 lebte der Gatte noch und erwartete mich mit Tee und Kuchen, wie so oft, wenn ich aus dem Echtbüro nach Hause kam. / *Affiliate link

Montag, 29. Dezember 2025

Samstagsplausch KW 52/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCII

Dreißig Minuten vom Eintreffen bei Schwiegermutter und Tante bis zum Entschluss, wieder abzureisen, sind selbst für mich Rekord. Als ich letzten Sonntag bei Schwiegermutter und Tante ankam, eskalierte Schwiegermutter sofort. Es kam zum Rotgarnelen-Gate.

Schwiegermutter und Tante kauften die falschen Garnelen: Rohe, ungeputzte Rotgarnelen. Keiner der beiden wusste, wie man sie küchenfertig macht. Sie versuchten es am Vortag und veranstalteten anscheinen ein Massaker. Tante und ich überlegten, was wir damit machen können, denn wir wollten nicht anderthalb Kilo Garnelen wegwerfen (und Foodsharing ist in Dachau schwierig). Schwiegermutter, die harthörig ist und Hörgeräte verweigert, war der Ansicht, wir reden über sie und gäben ihr die Schuld für die falschen Garnelen. Sie betonte mehrfach, nicht sie sei Schuld an den falschen Garnelen, sondern ausschließlich Tante, denn die habe ihr nicht richtig vorgelesen was auf der Packung stehe (Schwiegermutter ist auch noch halbblind). Ich bekam das Verbot, mich mit Tante zu unterhalten, damit wir uns nicht gegen Schwiegermutter verbünden. 

Das war die erste halbe Stunde. Da überlegte ich, wie ich die Rückfahrt stressfrei organisiere, saß still auf meinem Platz und strickte. I sit, I knit, und Tante hat nichts dagegen, im Gegenteil. Schwiegermutter unterhielt sich nur noch mit Tante, ich durfte nichts mehr sagen, wurde angeschrien, wie ich es denn wage, mich in die Unterhaltung von Erwachsenen einzumischen, wenn ich wagte, etwas zu sagen. Ich durfte auch nicht stricken, sondern sollte andächtig Schwiegermutters Ergüssen lauschen (und Stricken ist ordinär). Schwiegermutter ignorierte zum zweiten Mal meine sehr deutliche Ansage zu ihrem Benehmen.

Das war der Punkt, an dem ich meine Sachen packte und beschloss, im Hotel mit Internet die Rückreise zu klären (bei Tante gibt es keinen Empfang). Das brachte Schwiegermutter total aus der Fassung. Sie schrie, wenn ich jetzt ginge, wären wir geschiedene Leute. Ob ich das wolle? Sie sollte keine rhetorischen Fragen stellen. Zu ihrem Leidwesen kann sie mich anders als ihren Sohn nicht erpressen. Als Schwiegermutter merkte, dass sie mich nicht aufhalten kann, lenkte sie ein, entschuldigte sich und war den Rest der Woche handzahm. 

Ich entschied von Tag zu Tag, was besser für mich ist: Bleiben oder Abfahren. Letztlich blieb ich die ganze Woche, was mir gut tat. Ich konnte in München nochmal die vertrauten Wege gehen und war dabei nicht alleine mit meiner Trauer. Ich konnte in Dachau die Wege gehen, die wir im letzten Jahr nicht mehr gemeinsam gehen konnte, weil der Gatte schon nicht mehr schmerzfrei gehen konnte. Ich reduzierte das Zusammensein mit Schwiegermutter auf das notwendige Minimum, was leider bedeutete, dass ich auch mit Tante, die ich sehr gerne mag, nur wenig Zeit verbringen konnte. Dafür leistete ich ihr noch länger Gesellschaft, nachdem Schwiegermutter abfuhr und bevor ich selbst fuhr. Ich muss mal schauen, dass ich zukünftig öfter mit ihr telefoniere, denn wir beide möchten nicht, dass der Kontakt abreißt. 

Ich konnte etwas zur Ruhe kommen, ging viel spazieren, schlief viel (manchmal denke ich sogar, meine Augenringe sind weg) und strickte viel. Dafür lese ich aktuell kaum, was auch daran liegt, dass der Tolino mal wieder zickt.

Alphornbläser vor einem der Schleißheimer Schlösser. 

Beim Spaziergang durch die Schleißheimer Schlossanlagen musste ich besonders oft an den Gatten denken. Die Nische, in der er sich letztes Jahr ausruhte, war leer. Der Gatte war so verzweifelt darüber, dass wir nur ein paar Meter gehen konnten, weil seine Beine nicht mehr wollten. Dieses Jahr war ich länger unterwegs und hatte das Glück, ein Konzert dreier Alphornbläser zu erleben. Ich wäre gerne länger spazieren gegangen, aber der Wind war eisig, und dafür hatte ich den falschen Mantel mit. 

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 302.

Ich hänge aktuell mit den Blog-Beiträgen hinterher. Mir fehlen Ruhe und Konzentration. Beides reicht gerade mal so für's Arbeiten. Deswegen geht dieser Beitrag diesmal nicht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea, denn ich bin zu spät. Über's Kochen und Einkaufen in der Weihnachtswoche berichte ich demnächst in der Kombüse.

Samstag, 20. Dezember 2025

Samstagsplausch KW 51/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCI

Diese Woche war emotional sehr, sehr anstrengend. Ich bin absolut platt, sitze am Liebsten im Relax-Sessel des Gatten, schaue in den Garten oder stricke. So ist die Depression wenigstens produktiv. Außerdem habe ich so registriert, dass unterschiedliche Vögel zu unterschiedlichen Zeiten an die Futterstellen kommen. Ich dachte, wir hätten keine Spatzen im Garten. Doch haben wir. Sie kommen halt nur sehr früh und sehr spät, zu Zeiten, in denen ich normalerweise nicht in den Garten gucken kann. 

Der Treppenlift des Gatten ist abgebaut. Das Treppenhaus ist wieder hell und leer. Wieder ist etwas verschwunden, das dem Gatten wichtig war, im Freude bereitete. Das schmerzt. Er war so glücklich über seinen "Treppen-Ferrari"! Und dann konnte er ihn nur zehn Tage nutzen. Ich werde vermutlich nie das Bild vergessen, wie er damit auf sein Sterbebett fuhr. 

Auch das Lager ist geräumt. Auch das schmerzt. Es widerspräche aber jeglicher Vernunft, es zu behalten. Okay, ich bin die letzte, die Vernünftigsein propagiert, aber dennoch. Ich muss ja leider auch ans Geld denken. Also vernünftig sein, so doof es ist. Vom Emotionalen abgesehen, entlastet es mich, dass das Lager aufgelöst ist. Mich entlastet es auch, dass das Haus leerer wird. Aber emotional ist es halt echt schwierig, weil immer etwas verschwindet, das dem Gatten wichtig war, worüber er sich freute. Er hatte noch so viele Projekte, die er umsetzen wollte!

Mir fällt es aktuell schwer, bei den administrativen Angelegenheiten des Gatten am Ball zu bleiben. Ich müsste Versicherungen kündigen bzw. umschreiben lassen, müsste den Fahrzeugbrief suchen, um das Auto verkaufen zu können und und und. Allein: Mir fehlt einmal mehr einfach die Kraft.

Und als fehlte mir nicht ohnehin die Kraft für die täglichen Herausforderungen, stellte ich gestern auch noch einen Rattenbefall im Gartenhäuschen fest! In den letzten sechs Wochen muss sich da eine Großfamilie eingenistet haben, Kot und Geruch nach zu urteilen. Die Ratten haben sich richtig von außen durch das Holz genagt, obwohl es deutliche leichtere Wege gegeben hätte. Im Häuschen ist nichts Essbares, weswegen mich der Befall doppelt überraschte. Zum Glück hat ein Kammerjäger gleich nach Weihnachten einen Termin frei (vor Weihnachten wäre es auch noch gegangen, aber da bin ich ja weg). Ich hätte den Kammerjäger auch kostenlos über unsere Stadtwerke beauftragen können, denn da haben wir eine entsprechende Versicherung für einen Einsatz pro Jahr, aber da wäre ich tagelang mit Callcentern beschäftigt, bis ich einen Termin habe. So hatte ich mir einem Anruf einen Termin. Ich hoffe, ich bin die Ratten schnell wieder los.  

Hier galt 293 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 301.

Schwiegermutter ist schon bei Tante. Es geht ihr schlecht, sie ist einfach verwirrt und neben der Spur. Ich hoffe sehr, dass sie sich einigermaßen wieder berappelt. Zumindest wird sie über Weihnachten obenauf sein, kann sie doch zehn Tage lang auf Tante herumhacken. Anders als Tante kann ich mich zum Glück jederzeit ins Hotel zurückziehen, wenn es mir zu viel wird (wobei ich eher versuchen werde, Tante zu unterstützen). Tante hält sich wacker, was dazu führt, dass Schwiegermutter ihr vorwirft, sie trauere nicht richtig. Als ob es richtige oder falsche Trauer gäbe.

Für das kommende Jahr überlege ich, über Weihnachten nach Weißenhäuser Strand oder nach Dänemark in ein Ferienhaus zu fahren. Aber erstmal muss ich dieses Weihnachten überstehen. Ich bliebe tatsächlich lieber zu Hause, denn es gibt hier schöne Konzerte und Veranstaltungen, zu denen ich gerne ginge. Und dann steht mir Silvester sehr bevor, mehr noch als Weihnachten. Ich denke, ich werde das letzte Feuerwerk des Gatten abfeuern. Er liebte ja Feuerwerk, verdiente lange seine Brötchen u.a. mit Pyrotechnik. 

Ich habe mein Karlchen wieder und hoffe, es bringt mich heute heil nach Dachau und kommendes Wochenende wieder heil zurück. Beim Packen musste ich unwillkürlich daran denken, dass ich das letzte Mal Waschtasche und Co. brauchte, als ich im August zum Gatten ins Krankenhaus zog. Ich musste auch daran denke, wie wir letztes Weihnachten für den Besuch bei Tante packten, dass wir uns auf die Zeit freuten, dass Schwiegermutter aber einmal mehr eskalierte, zwar nicht so sehr wie im Mai auf ihrem Geburtstag, aber dennoch machte sie jede gute Stimmung zunichte. Das wird dieses Jahr kaum anders sein. Das ist ihr Naturell. Das wird sie nicht ändern. Und ich musste an die vielen Reisen denke, die der Gatte für das kommende Jahr plante, die er aber nicht mehr machen kann. Er hatte sich so gewünscht, mit mir nach Lanzarote zu fliegen, jetzt, wo seine Beine wieder in Ordnung waren, er ohne Krämpfe länger sitzen konnte! Sein Tod bleibt einfach unfassbar.

Strick-Kino-Premiere in der Kleinstadt.

Diese Woche fand zum ersten Mal in der Kleinstadt ein Strick-Kino statt. Das war ein schöner Abend! Geplant ist, dass es zukünftig alle vier bis sechs Wochen einen Strick-Film gibt. 

Ich kann mich im kommenden Jahr auf eine Woche in Kopenhagen freuen. Es gibt noch mehr Urlaubspläne für das kommende Jahr, aber die hängen davon ab, ob mein Reha-Antrag bewilligt wird und wenn ja, wann die Reha ist. Den Antrag stelle ich im Januar. Ab Januar habe ich ohnehin ohne Ende Arzttermine. Da muss einiges nachgeholt werden, denn seit Sommer 2024 war ich nur noch mit dem Gatten bei Ärzten, konnte mich um meine Gesundheit nicht mehr kümmern. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Sonntag, 14. Dezember 2025

Samstagsplausch KW 50/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCC

Diese Woche hielt jede Menge schöne Momente bereit, und solange ich ausblende, dass der Gatte niemals wieder kommen wird, kann ich sie auch genießen. Ich schaffe es momentan einfach nicht, auf den Friedhof zu gehen. Ich hoffe, das wird besser, wenn das Grab gestaltet ist, ich auf dem Grab sitzen kann. Diese Woche wurde das Grab abgeräumt. Es ist kalt und leer, und die Vorstellung, dass der Gatte dort liegt, schmerzt viel zu sehr. 

Ich schaffte es, eine Karte für die eigentlich ausverkauften Vorstellungen von "Die Stadt der Träumenden Bücher" im Schauspielhaus zu bekommen. Als ich Mittwoch guckte, war alles dicht. Donnerstag Abend wollte ich nur gucken, ob es über die Weihnachtsmärchenzeit hinaus noch Vorstellungen gibt, als plötzlich wieder eine Karte verfügbar war. Prima, mehr als eine brauche ich ja auch nicht, also kaufte ich sie flugs und freue mich auf die Vorstellung im Januar. 

Nach zwei Monaten Pause konnte ich endlich wieder zum Stricktreffen. Das tat sehr gut. Ich bin allerdings noch immer nicht in der Lage, etwas "Richtiges" zu stricken. Momentan verarbeite ich die viele Sockenwolle, die hier liegt, zu Mützen für die Seemannmissionen. Ich habe mir aber schon mal neue Stricknadeln gekauft für den Fall, dass die Konzentration wiederkommt.

Der dieswöchige Blumenstrauß.

Ich kaufte mir einen Blumenstrauß beim Lieblingsblumenladen. Der Strauß hätte dem Gatten gefallen. Der Laden hat einen Automaten im Krankenhaus, und der Gatte war immer völlig fasziniert von den Sträußen mit den großen gefüllten Chrysanthemen in wunderbaren Farben. Besonders faszinierte ihn ein Strauß mit einer tiefblauen Chrysantheme. Der Gatte wünschte sich, dass er wieder fit genug wird, um in den Laden gehen zu können und mir so einen Strauß kaufen zu können, aber soweit kam es ja nicht mehr. Als ich Dienstag an dem Laden vorbeikam, lachte mich ein Strauß mit einer Chrysantheme in Rosa-Lachs-Tönen an, der mit durfte. Ich überlege schon seit einiger Zeit, ob ich den Laden nicht mal frage, ob sie mir jede Woche einen Strauß liefern können. Als der Gatte noch gesund war, bekam ich von ihm jede Woche einen Strauß geschenkt, wenn er auf dem Wochenmarkt einkaufte. 

Hier galt 293 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 300.

Momentan ist die Trauer noch schwerer als sonst, denn FB spült mir regelmäßig Fotos aus dem Dezember 2023 in die Timeline, als wir endlich in das alt-neue Haus einziehen konnten. Wie glücklich der Gatte aussah! Wie sehr er sich freute! Es ist so tragisch, dass er nur zu kurz im alt-neuen Haus leben durfte. Der Gatte fehlt mir so unendlich.

Das Karlchen kann ich morgen aus der Werkstatt holen. Es brauchte tatsächlich nur eine neue Batterie. Um die defekte Zentralverriegelung kümmert sich die Werkstatt im kommenden Jahr, die muss erst bestellt werden. Somit kann ich mit dem Karlchen nach Dachau fahren. Mit dem Kleinstwagen fühle ich mich doch etwas wohler als mit dem großen Wagen, auch wenn der mehr PS hat und schneller fährt. Ich habe mir einen CD-Player gekauft, den ich ans Auto-Radio anschließen kann, um zukünftig auch längere Strecken fahren zu können. Ich hoffe, das passt alles. 

Im Büro habe ich unsere neue Institutsleitung kennengelernt. Sie scheint sehr nett zu sein. Sie will auch eine Lösung finden, wenn ich aus finanziellen Gründen wieder Vollzeit arbeiten muss. Das ist nett, aber ohne einen Stellenwechsel kaum machbar, denn meine Stelle ist eine Teilzeitstelle, kann nicht einfach in eine Vollzeitstelle umgewandelt werden. Mal gucken, wie es sich entwickelt. Ich würde ungern wieder Vollzeit arbeiten. 

Die Sandkasten-Freundinnen waren zum Adventstee da - ein sehr schönen Nachmittag, wenngleich für mich überschattet vom Terror-Anschlag auf die Chanukka-Feier in Bondi Beach. Daran musste ich auch denken, als ich meine Chanukkia einweihte.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.