Donnerstag, 9. Januar 2020

Mallorca-Schal 2019 (2): Vielgefachte in Weiß, Grau und Rot im Muster "Mühlenberger Loch"

Im letzten Mallorca-Urlaub begann ich sogar noch einen zweiten Schal, den ich aber erst in Hamburg fertigstellte.

Schal aus Weiß-, Grau- und Rottönen.
Das Muster heißt "Mühlenberger Loch" und sorgt dafür, dass der Schal wunderbar weich und geschmeidig fällt. Es ist wie geschaffen für die Vielgefachten aus dem Wollpalast. Die Frabkombination ist die Monatswicklung Mai 2019.

Alle Farben auf einen Blick.
Dieser Beitrag nimmt an der Linkparty "Du für Dich am Donnerstag" teil. Vielen Dank für's Sammeln!

Dienstag, 7. Januar 2020

Mütze aus Gründl Hot Socks Ledro 4fach und Schachenmayr Merino Extrafine 285 Lace

Mudderns wünschte sich zu Weihnachten eine Mütze für ihre Gesellschafterin. Ich ahnte, das muss schiefgehen, denn Mudderns war mit ihrer Mütze schon unzufrieden, denn sie sitzt nicht so eng wie eine zweite Haut. Die Idee, dass Mützen ein wenig Spiel haben dürfen, hat sich anscheinend noch nicht durchgesetzt.

Den Großen Dick Fetten Müffelhasen schmückt die Mütze ungemein.
Also suchte ich eine Anleitung für eine Mütze, die eng sitzt, einen Kopfumfang von 59 cm hat und nicht so dick ist. Die Wahl fiel auf diese Schachenmayr-Anleitung. Ich habe lediglich eine Änderung vorgenommen: Die 20. Runde des Umschlags habe ich glatt links gestrickt, damit sich der Umschlag leichter umklappen lässt.

Bei den Farben gab's relativ schnell Einigkeit: Rot-Beige-Töne passen. Im Stash waren 100 g Gründl Hot Socks Ledro 4fach. 100 g Wolle sollten laut Anleitung reichen.

Die Wolle reichte nicht. Etwa 16 Reihen vorm Ende der Mütze war die Wolle zu Ende. Gründl Wolle bekomme ich nicht so ohne Weiteres, und die Ledro 4fach in der gewünschten Farbe war auch bei keinem Online-Händler vorrätig, der sie mir sicher vor Heiligabend hätte liefern können.

Hase und Mütze aus der Nähe betrachtet.
Also nutzte ich die Mittagspause des letzten Arbeitstages, um auf Wollsuche in der Hamburger Innenstadt zu gehen. Am nächsten Tag hätte ich es noch bei den beiden Wollläden bei Mudderns versucht, und wenn ich dann auch nichts Passendes gefunden hätte, hätte ich die Mütze aufgeribbelt und den Umschlag mit einem weinroten Garn aus dem Stash gestrickt - ich hatte ja noch ein paar Stunden bis zur Übergabe am ersten Weihnachtstag ....

Es war gut, dass ich mit Schachenmayr Merino Extrafine 285 Lace ein passendes Garn für die letzten Reihen fand, denn wie gesagt: Dass Mützen auch Spiel haben dürfen, hat sich noch nicht durchgesetzt. Die Mütze wurde als zu lang befunden und zusätzlich zum Umschlag noch mal umgeschlagen. Hätte ich den Umschlag in Weinrot gestrickt, sähe das doof aus.

Nachdem ich nun schon das zweite Mal das Problem hatte, dass 100 g Sockenwolle nicht reichten, obwohl sie laut Anleitungen reichen sollten, machte ich mir den Spaß und wog die Sockenwolle aus dem Stash (allesamt von Schachenmayr und Gründl) mal nach. 100 g wog kein Knäuel. Die Bandbreite reichte von 93 g bis 102 g. Die in der Mütze verstrickte Wolle wog 96 g.

Vielleicht sollte ich das nächste Mal neben dem Wiegen auch noch die Lauflänge nachmessen, bevor ich ein Strickstück anfange ... Ich weiß, dass ich Ersatz bekomme, wenn ich das zu geringe Wollgewicht beim Hersteller bemängle. Das für die Mütze genutzte Knäuel war so ein Ersatz. Mich deucht, wenn ich das konsequent durchziehe, muss ich nie wieder Sockenwolle kaufen ...

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Sonntag, 5. Januar 2020

#WMDEDGT 1/20: Auf ein Neues

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Für mich beginnt der Tag nach Mitternacht: Ich lese noch ziemlich lange in "Jeder stirbt für sich allein*". Dann schlafe ich tatsächlich fast zehn Stunden - eine Wohltat nach den letzten Nächten, in denen ich manchmal kaum eine Stunde schlief. Zum Glück dachte ich daran, die Wecker auszustellen.

Beim Kaffeetrinken schreddere ich die Steuerunterlagen aus den letzten zehn Jahren - die Altpapiertonne ist gerade so schön leer. Während "Der Sonntagsspaziergang" Radio läuft, gibt's erst Frühstück und dann ein bisschen Hausarbeit.

Ansonsten ist es ein fauler Sonntag. Ich schaffe bei Farmville tatsächlich mal eine komplette Task. Zum Tee gibt's Quarktaschen, in der Kombüse köcheln Milchreis und Mandarinenkompott als Mittagessen für die kommenden Tage für den Gatten und mich.  Eine Mango wird gewürfelt, damit sie mit Joghurt im Büro gegessen werden kann. Ich kann endlich die Lunch Pots* ausprobieren, die ich zu Weihnachten bekam. 

Mudderns ruft an, erzählt vom Gottesdienst, in dem heute Sternsinger auftraten. Die Heiligen drei Könige sind drei Jungs, und damit sich die Mädchen nicht benachteiligt fühlen, dürfen sie die Könige als Engel begleiten. Es geht doch nichts über das traditionelle Rollenbild ... Im übrigen ist es eine evangelische Kirche, keine katholische. Vielleicht verteilen die Sternsinger deswegen auch Aufkleber, anstatt von Tür zu Tür zu ziehen und "Christus mansionem benedicat" mit Kreide über die Türen zu schreiben. Wieder zu Hause, bat Mudderns gleich einen Nachbarn, ihr den Segen über der Haustür anzukleben. 

Die Frühjahrstermine für die Ocean and Yarn-Strickwochenenden sind veröffentlicht, und ich bin schwer versucht. Aber solange ich nicht weiß, wann meine Termine für zwei (oder auch drei) OPs sind, kann ich nichts für Wochen im Voraus planen. Ich hadere. 

Am späten Nachmittag muss ich raus aus den Wohlfühlklamotten, denn am ersten Sonntag im Jahr laden wir traditionell Schwiegermutter und Tante zum Essen ein. Dieses Mal lädt der Gatte ins Chinarestaurant. Also Farbe ins Gesicht, Lächeln aufmalen und Dim Sum statt Tatortstricken. Dafür gibt's später "Kommissar Wisting", stricke ich an den Hüttenschuhen für den Gatten. 

Wieder zu Hause, weiß ich, warum Wolowitz Sodbrennen als jüdische Hölle bezeichnete, aber das xfach frittierte Fleisch war's wert. Während der Gatte Fencheltee kocht und die Küche aufräumt, packe ich meine Tasche für den nächsten Tag, höre im Radio portugiesische Weihnachtsmusik und warte auf den Beginn des Krimis. 

Vorm Ins-Bett-gehen feststellen, dass ich vergaß, die Tablettendose für die kommenden Tage zu füllen - muss ich eben morgen früher aufstehen. Vorm Einschlafen noch etwas lesen*, und das war's dann auch schon mit dem ersten Sonntag im neuen Jahr.

Ach ja: Keine Beschwerden über Wechseljahrsbeschwerden! Ich nehme seit einem Monat Hormone und bin begeistert. Mein Körper kann endlich zur Ruhe kommen, die Eisendepots können sich füllen. Mal schauen, ob das so bleibt.

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Donnerstag, 2. Januar 2020

Mallorca-Schal 2019 (1) in Weiß und Türkis aus den Vielgefachten

Auch im letzten Mallorca-Urlaub fertigte ich (überwiegend am Strand) einen Schal, diesmal in Weiß und Türkistönen, wieder aus den Vielgefachten aus dem Wollpalast.

Gehäkelter Schal im Lochmuster.
Die Farbkombi heißt Weiße Knospe, stammt aus einem Sonderverkauf und ist eine Tuchwicklung, was ich erst beim Verarbeiten bemerkte.


Wieder ein wunderbar harmonischer Farbverlauf.
Das Muster ist das gleiche wie bei diesem Häkelkleid, eines meiner Lieblingsstücke. Eigentlich sollte der Schal auch farblich dazu passen, aber da verguckte ich mich ein wenig. Generell passen die Farben aber gut zu meiner Sommergarderobe.

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Mittwoch, 1. Januar 2020

Ausgelesen: Bücher im Dezember 2019

"Du liest ja nur Krimis", meinte Schwiegermutter letztens zu mir. Ganz so ist es nicht, aber sie helfen mir einfach am besten beim Abschalten und brauchen bei der täglichen zweistündigen Pendelei nicht viel Konzentration. Also las ich auch in diesem Monat wieder mal "nur Krimis".

Ich begann mit der bislang dreiteiligen Reihe um die Kommissarin Hella Brandt von Rieke Husmann. "Inselruhe*" ist der erste Band. Hella Brandt, Hauptkommissarin beim LKA, lässt sich nach einer gescheiterten Beziehung in ihre alte ostfriesische Heimat versetzen.

Gleich ihr erster Fall hat es in sich: Mitten im Naturschutzgebiet auf der idyllischen Nordseeinsel Spiekeroog ist die skelettierte Leiche eines Mannes gefunden worden. Klaas Renken, schwarzes Schaf einer alteingesessenen Inselfamilie, verschwand vor sieben Jahren spurlos. Hella und ihr junger Kollege Mattes stoßen bei den Angehörigen auf eine Mauer des Schweigens. Als auch Surflehrer Leon, zu dem Hella sich hingezogen fühlt, in Verdacht gerät, beginnt sie an ihrer Objektivität zu zweifeln.

Wer Action erwartet, ist bei dieser Krimi-Reihe verkehrt: Die Handlung mäandert von Verhör zu Verhör, zwischendrin verliebt sich die Kommissarin in jemanden, der zum Glück nicht verdächtigt ist - eine große Portion Schnulze ich also auch dabei. Das passte für mich aktuell ganz gut, ich konnte mich darauf einlassen.

Der zweite Band "Inselwahn*" führt nach  Langeoog, wo die Leiche der fünfzigjährigen Maike Rosemeyer gefunden wird. Als der Inselpolizist eine verdächtige Wunde am Hinterkopf der Frau entdeckt, ruft er Hauptkommissarin Brandt und ihren Kollegen Mattes zur Hilfe.

Die Tote, um deren Ehe es nicht zum Besten stand, betrieb auf der Insel ein Maklerbüro sowie eine Ferienhausvermietung. Erst vor Kurzem hatte sie ihrem direkten Konkurrenten einen großen Auftrag weggeschnappt. Auf Langeoog gastieren zudem vier alte Schulfreunde des Opfers. Maike Rosemeyer hatte sie für ein paar Tage auf die Insel eingeladen.

Wieder reiht sich Verhör an Verhör, dann müssen Beziehungsprobleme gelöst werden und zu allem Überfluss begegnet Hella Brandt auch noch ihrem Ex samt neuer Frau und Baby. Was beime rsten Band noch passte, fand ich hier schon wesentlich anstrengender und langweiliger.

Den dritten Band, "Inselnebel*" fand ich dann schon ein wenig ärgerlich, nicht wegen des Falles rund um die verschwundene 18jährige Schülerin Antonia, der die Ermittler Brandt und Mattes nach Norderney führt, sondern wegen des "dunklen Geheimnisses" der Kommissarin: Es stellt sich heraus, dass sie einen unehelichen Sohn hat, der sich prompt als bester Freund der verschwundenen Schülerin entpuppt, sondern sie ist auch noch ungeplant / ungewollt schwanger. Aber zum Glück ist da ja Leon, der sich auf die Rolle als Vater und Hausmann freut.

Sorry, das war mir gerade zu viel Zuckerguss. Dazu kommt dann auch noch, dass entweder Autorin oder Lektorat unaufmerksam waren, denn plötzlich heißt der zuständige Staatsanwalt genauso wie Brandts Ex. Das muss doch nicht sein. Mal schauen, ob ich den vierten Band, so es ihn den gibt, lesen werde.


Ich wandte mich einer weiteren Krimireihe zu, die in Friesland spielt. Im Mittelpunkt der sechsbändigen Reihe von Stefan Wollschläger stehen das Ermittlerduo Diederike Dirks und ihr Kollege Breithammer.

Bei einer Meerbude wird die Leiche eines Malers aus Bensersiel entdeckt. Das Einzige, was er bei sich hat, ist eine Eintrittskarte der Kunsthalle in Emden. Dirks verfolgt in "Friesenkunst*" mehrere Spuren, aber je tiefer sie gräbt, desto unklarer wird das Motiv für den sehr professionell ausgeführten Mord.

Etwas Ablenkung findet sie bei ihrer alten Schulfreundin Iba Gerdes, die sich nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann eine Auszeit in Dornum nimmt. Allerdings bleibt Iba nicht lange Single. Doch ist ihr neuer Freund wirklich ein Traumprinz? Plötzlich stößt Dirks auf eine heiße Spur, und die Ereignisse überschlagen sich.

So rasant das Finale ist, so sehr nervte mich Dirks Begriffsstutzigkeit auf der Suche nach von der Täterin der entführten Iba, gab diese Dirks doch alle Hinweise für das Ziel der Irrfahrt ... Das hielt mich aber nicht davon ab, gleich den zweiten Band, "Friesenklinik*", zu lesen.

Jorina Rewerts möchte sich ihren Lebenstraum erfüllen, doch beim Besuch im Kinderwunschzentrum geschieht das Unfassbare: Ihre vor Jahren entnommene Eizellen sind ebenso verschwunden wie ihre Krankenakte - sie war nie Patientin! Gleichzeitig wird auf einem Containerplatz in Aurich die Leiche der jungen Bente Bleeker gefunden. Die Spuren weisen auf eine Überdosis K.-o.-Tropfen als Todesursache hin und der Täter scheint jemand zu sein, der in der Clubszene Ostfrieslands unterwegs ist, um junge Frauen zu vergewaltigen.

Dirks und Breithammer müssen ihn finden, bevor es weitere Opfer gibt. Oder ist der Täter jemand, der Bente näher kannte und etwas ganz anderes im Sinn hatte? Während ein Strudel albtraumhafter Ereignisse Jorina nach unten reißt, wird der Fall um Bente immer rätselhafter und auch die Kommissare beginnen an der Wirklichkeit zu zweifeln.

Wenn man ausblendet, dass die Geschichte ziemlich wirr ist und dass im Dunkeln bleibt, woher Bente ihre Informationen über die geheime Privatklinik hat, wenn man sich nicht fragt, was die litauische Mafia ausgerechnet in Ostfriesland macht, geht's.

Im dritten Band, "Friesenauge*", wird im Naturschutzgebiet Hollesand ein Kopf gefunden, dem die Augen entfernt wurden. Kurz darauf wird eine junge Frau aus Emden vermisst, die eine Fahrradtour durch Ostfriesland unternommen hat. Ist sie ebenfalls dem Mörder zum Opfer gefallen oder lebt sie noch?

Dirks und Breithammer setzen alles daran, einen weiteren Horrorfund zu verhindern und suchen unter Hochdruck nach dem Mörder. Dabei stoßen die beiden nicht nur auf den geheimnisvollen Scrimshaw-Künstler Harke Krayenborg, sondern auch auf eine außergewöhnliche Tierliebhaberin.

Bei dem Versuch, das Rätsel um die herausgenommenen Augen zu lösen, wird Dirks' Beziehung zu Jendrik auf eine harte Probe gestellt und die kühle Kommissarin muss sich dem finstersten Punkt ihrer Vergangenheit stellen.

Ich bin ja ziemlich leidensfähig, und wenn ich mir einmal vorgenommen habe, eine Krimireihe komplett zu lesen, ziehe ich das auch durch. Anspruchslose Lektüre war mir in diesem Monat auch ganz recht. Dennoch hätte ich manches mal in die Auslegeware beißen können. So ist Dirks augenscheinlich ganz glücklich in ihrer Beziehung mit Jendrik, sitzt morgens verliebt mit ihm am Frühstückstisch, um dann aber Knall auf Fall mittags in ein Hotel einzuchecken und dort tagelang zu bleiben, ohne dass Jendrick weiß, wo sie ist. Warum?!

Bei "Friesenlohn*", dem vierten Band, biss ich weiterhin in die Auslegeware. Aber wie gesagt: Ich bin sehr leidensfähig und hielt durch. Worum geht's? An einer Bushaltestelle finden die Wartenden einen Koffer mit 300.000 Euro. Sie teilen das Geld auf, jeder fährt mit 50.000 Euro nach Hause. Am nächsten Tag beginnen die Probleme.

Hauptkommissarin Diederike Dirks untersucht derweil den Tod eines jungen Mannes, der mit seinem Porsche verunglückt ist. Doch es bleibt nicht bei dieser Leiche, bald wird auch die Norderneyer Hoteldirektorin Alida Ennen tot aufgefunden. Dirks muss nicht nur ein Bild aus scheinbar unzusammenhängenden Puzzlesteinen zu einem Ganzen fügen, sondern auch noch ein schicksalhaftes Versprechen einlösen.

Spoiler-Alarm: Eine der Wartenden, Fee, versteckt ihren Anteil in einer Cornflakes-Packung, die ihr Ex-Freund mitnimmt, als er seine Sachen aus ihrer Wohnung abholt, und jagt dem Geld bis zum Festival in Manslagt hinterher. Dieser Teil der Geschichte wird immer irrer und wirrer, ich überblätterte Seite um Seite. Bei dieser Jagd begegnet ihr auch noch der Polizist Sven Holm, der privat auf dem Festival ist, ihr Verhalten aber nicht im geringsten merkwürdig findet, wird Fee eine gefeierte Saxophonistin.

Wie auch immer, die vielen losen Enden fügen sich am Ende, egal, wie unwahrscheinlich die Ent- und Verwickelungen auch sein mögen.

Beim fünften Band, "Friesennacht*", war ich froh, dass wir Laminat haben, denn Auslegeware wäre langsam durchgebissen. Worum geht's?  Eine Leiche treibt im Panoramabecken der Seehundstation Norddeich. Wer könnte ein Motiv haben, um die Tierpflegerin zu ertränken, die sich mit besonderer Hingabe um einsame Heuler kümmert?

Im zweiten Handlungsstrang kehrt Daja Neunaber hochschwanger nach Ostfriesland zurück, um am Jubiläum des Familienunternehmens teilzunehmen. Doch auf dem elterlichen Anwesen herrscht nur oberflächlich Frieden und ihre Reise gerät zur Konfrontation mit der Vergangenheit und einem verstörenden Geheimnis.

Für Hauptkommissarin Diederike Dirks beginnen die Hochzeitsplanungen mit Jendrik, ihr Assistent Oskar Breithammer dagegen leidet unter der Trennung seiner großen Liebe.

Das Buch war so voller schlechter Männerfantasien, dass es der Sau graust. So hat die hochschwangere Daja nichts besseres zu tun, als auf einen Gabelstapler zu springen und auf Verfolgungsjagd zu gehen, als ihre Wehen beginnen. Das Kind flutscht per Sturzgeburt auf den Boden einer Werkshalle, und im nächsten Moment sind Mutter und Kind nicht nur wohlauf, sondern topfit, um sich wieder ins kriminelle Getümmel zu stürzen. Wow. Einfach nur wow.

Und von davon, dass Folinde den schwerverletzten Breithammer mit Strapsen unter dem Schwesternkittel auf der Intensivstation besucht, fange ich erst gar nicht an. Wie gesagt: Männerfantasien pur. Wie die beiden Kriminalfälle zusammenhängen, war mir ziemlich schnell klar, aber für eine saubere Auflösung fehlte Wollschläger anscheinend die Zeit - der Schluss holpert etwas, die eigentlichen Motive bleiben im Dunkeln.

Mit "Friesenjagd*" habe ich glücklich den sechsten und bisher letzten Bad der Reihe um Dirks und Breithammer erreicht. Dirks ist inzwischen von ihrem Verlobten getrennt. Der Grund dafür bleibt im Dunkeln, ebenso wie im dritten Band, als Dirks plötzlich tagelang ins Hotel zieht. Männerfantasien folgend, gehe ich davon aus, dass Frauen halt wankelmütig sind oder Dirks ihre Tage hat ...

Während der Trauung stirbt der Bräutigam, ein Feuerwehrmann. Noch vor Ort ist klar, dass es eine Zyankalivergiftung ist, jemand eine seine Medikamente austauschte. Praktisch, dass man nicht erst auf Untersuchungsergebnisse warten muss, sondern das sofort merkt - wer braucht schon Kriminaltechniker?!

Mehrere Personen haben einen Grund, den Feuerwehrmann zu hassen, aber reicht das auch als Mordmotiv? Dann sind da eine Freundesgruppe, die sich immer wieder zu außergewöhnlichen Aktivitäten trifft und Ben, der ganz fasziniert ist von seiner neuen Mitschülerin Jana, auch wenn sich deren Familie darüber gar nicht freut.

Als alle losen Enden irgendwie verbunden sind, ist Dirks klar, warum sie die Beziehung zu ihrem Verlobten beendete. Es wäre schön, wenn die Leser auch die Gründe erführen (vom Vorfall im sechsten Band mal abgesehen). Alle sechs Bände sind übrigens "Bild-Bestseller". Ich weiß schon, warum ich die Bild-"Zeitung" nur lese, wenn es sich dienstlich nicht vermeiden lässt, und hätte wissen müssen, dass das keine Empfehlung sein kann.

"Die Frau auf Nordstrand*" ist der fünfte und aktuelle Fall der LKA-Kommissarin Lena Lorenzen, die in Schleswig-Holstein ermittelt. Die anderen Bände der von Anna Johannsen geschriebenen Reihe las ich ganz gerne.

Lorenzen wird kurz vor Urlaubsende von ihrem Kollegen Ole Kotten zu Hilfe gerufen: Auf Nordstrand, einer Halbinsel vor Husum, ist eine Leiche gefunden worden. Die Autopsie ergibt, dass es sich um die aus Thailand stammende Lawan Yao Yun handelt, die vor mehreren Monaten von ihrem deutschen Ehemann als vermisst gemeldet wurde.

Von Anfang an steht der Ehemann unter Verdacht. Doch selbst als immer mehr Indizien gegen ihn sprechen, ist Lena nicht davon überzeugt, dass er der Täter ist. Ihre Suche nach weiteren Ermittlungsansätzen entwickelt sich zu einem Wettlauf mit der Zeit.

Die Story ist verworren, die Verdächtigen werden quasi am Fließband in Untersuchungshaft genommen - das war alles ein bisschen viel. Außerdem scheint es in Schleswig-Holstein von surfenden Männern, die davon von einem Dasein als Hausmann und Vater träumen, zu wimmeln, denn Hella Brandt bekam ja auch so ein Exemplar ab (und während es bei ihr die alte Nachbarin ist, die die Schwangerschaft ahnt, ist es bei Lorenzen die Großmutter). Dennoch würde ich einem sechsten Band eine Chance geben.

In den Januar gehe ich mit "Kleiner Mann, was nun?*" von Hans Fallada. Wie Schwiegermutter sagt: Ich lese ja nur Krimis.

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