Nachdem ich einen Tag schlichtweg nicht wach wurde, einfach nicht die Augen aufbekam und erst mittags einigermaßen funktionsfähig war, hatte ich zwei Tage, an denen ich gut funktionierte und konzentriert arbeiten konnte. Leider dauerte dieser Zustand eben nur zwei Tage an, schleppe ich mich wieder übermüdet und ohne Konzentration irgendwie durch den Tag. Aber an den beiden Tagen, an denen ich gut funktionierte, arbeitete ich sehr effektiv, schaffte im Büro einiges weg. Da beginnt jetzt die heiße Phase, und zudem wird bei meinem Projekt einiges umstrukturiert, müssen Entscheidungen getroffen werden für die kommenden Jahre. Da sollte ich bei einigermaßen klarem Verstand sein, und das genau fällt mir ja schwer.
Diese Woche hatte ich zwei sehr trubelige Tage im Echtbüro, und ich überlege, ob ich meine Bürotage tausche oder wieder öfter ins Echtbüro fahre. Vielleicht tut mir das gut. Noch kämpfe ich aber damit, dass es morgens noch dunkel ist, wenn ich aus dem Haus muss. Nachmittags merke ich inzwischen, dass es länger hell ist, musste schon öfter die Zeitschaltuhr anpassen. Ich mag ja nicht in ein dunkles, leeres, stilles Haus kommen. Die Zeitschaltuhr sorgt dafür, dass es im Esszimmer hell ist, wenn ich nach Hause komme. Gegen Stille und Leere hilft sie nicht.
Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 307.
Ich bin immer noch am liebsten für mich alleine und pflege meine Depression, auch wenn ich weiß, dass das kein Zustand ist. Manchmal kommt ein My von Aktivismus durch, aber der Moment ist meistens schnell wieder vorbei. Dementsprechend verbrachte ich das Wochenende auch wieder strickend im Relax-Sessel. Eigentlich wollte ich heute ins Kino und danach zum Gatten, aber mir fehlt jegliche Kraft.
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| Kassensturz im Wollsparglas: Im Januar erstrickte ich stolze 33 Euro! |
Heute habe ich Kassensturz im Wollsparglas gemacht und stolze 33 Euro für Januar gezählt! Meine Depression ist echt produktiv. Ich bin gespannt, wie viel es am Ende dieses Monats wird.
Ich habe mich nach langem Überlegen entschlossen, bei der Innocent-Aktion "Das große Stricken" mitzumachen. Gezögert habe ich, weil ich die Idee zwar lustig, aber wenig nachhaltig finde, denn ich vermute, nach dem Kauf werden die Mützchen einfach weggeworfen. Ich habe aber so viele kleine Wollreste, mit denen ich nichts anfangen kann, so dass ich dann doch anfing, Mützchen zu stricken. Ja, ich weiß, ich kann kleine Wollmengen als Füllwatte verwenden, aber ich habe mehr Füllwatte als ich in absehbarer Zeit brauche und will in dem übervollen Haus nicht anfangen, auch noch kleine Wollreste zu sammeln für den Fall, dass ich irgendwann mal Unmengen an Füllwatte brauche. Für ein Mützchen brauche ich übrigens knapp fünf Gramm Wolle. Inzwischen sind sieben Stück fertig. Mal gucken, ob es noch mehr werden. Mein Fokus liegt ja nach wie vor auf Mützen für die Lübecker Seemannsmission. Da sind inzwischen dreizehn fertig.
Die Mutter einer Freundin wurde beerdigt, und die einer anderen kam gerade zum Sterben nach Hause. Ich merke, dass ich mit der Trauer der anderen noch weniger umgehen kann als mit meiner eigenen. Das ist untypisch für mich. Es wird Zeit, dass die Brut der Freundinnen für Enkel sorgt, dass es wieder neues Leben gibt, aber die Brut ist enkelfaul. Bislang ist nur eine Freundin Großmutter.
Gestern war der erste Schabbat seit 2014 (sic!) ohne israelische Geiseln in Gaza. Nach 843 Tagen kehrte nun auch die letzte Geisel Ran Gvili nach Hause. Der 24jährige wurde am 7. Oktobers 2023 von der Hamas ermordet. Die Uhr am Tel Aviver Platz der Geiseln abgestellt, die die Zeit zwischen dem Hamas-Überfall und der Rückkehr aller Geiseln zählte, wurde abgestellt. Ich habe inzwischen die gelben Schleifen von meinen Seiten entfernt.
Angesichts des Winters bin ich einmal mehr froh, dass wir eine neue Haustür haben und den Windfang behielten. Ansonsten hätten wir im Hausflur nur knapp zweistellige Temperaturen. Wenn der Winter vorbei ist und ich wieder ein wenig Kraft habe, muss ich mich um die Fenster kümmern, denn es zieht wie Hechtsuppe. Ich werde es erstmal mit neuen Dichtungen versuchen.
Eigentlich hatte ich diese Woche einen Termin bei der örtlichen Rentenberaterin zur Kontenklärung, aber sie wurde krank. Ich muss kommende Woche mal nachhaken, ob sie schon wieder da ist. Ich brauche ihre Hilfe auch bei der Witwenrente, denn die Krankenkasse verschlampte ein Formular. So ist noch immer noch klar, ob ich Witwenrente bekomme und wenn ja, in welcher Höhe.
Vor einem Jahr begann es dem Gatten immer schlechter zu gehen, so dass mir aktuell jedes WMDEDGT, #12von12 und #PMDD sehr weg tut. Dem Gatten ging es ja schon seit Oktober 2020 gesundheitlich kontinuierlich schlechter, und am 12. Oktober 2020 schrieb ich hier zum ersten Mal darüber. Auch wenn die Erinnerungen schmerzen, habe ich das Gefühl, die drei Reihen helfen mir. Ansonsten habe ich ja jederzeit die Möglichkeit, damit aufzuhören.
Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.
