Montag, 10. März 2025

#WMDEDGT 03/25: Fast so was wie Alltag II

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Seitdem der Gatte die ersten Stents hat und sein Diabetes einigermaßen eingestellt ist, sind unsere Nächte wesentlich ruhiger! Vor den Stents bekam er Krämpfe, sobald er lag, und vor der Insulin-Umstellung unterzuckerte er nachts mehr oder weniger ständig. So kam ich oft erst gegen fünf Uhr früh zur Ruhe - um sechs Uhr klingelt mein Wecker. Das war extrem kräftezehrend für uns beide. Um so glücklicher bin ich, dass ich heute bis fünf Uhr früh durchschlafen konnte! Und der Gatte ist auch glücklich und erleichtert, klar. 

Noch eine Stunde liegen bleiben, bis der Wecker klingelt, dabei glücklich registrieren, dass ich morgens kaum noch mit Verspannungen aufwache, seitdem ich das Wärmeunterbett* habe. Was bleibt, sind die nächtlichen Schmerzphasen, die mich immer mal wieder aufwecken, aber ich verpeile auch immer, vor dem Einschlafen Schmerztabletten zu nehmen. 

Aufstehen, duschen, dabei daran denken, dass ich bei Manar wieder Duschseife bestellen muss, Kaffee kochen, anziehen, den Gatten wecken, frühstücken. Diese Woche fahren die Züge nach Hamburg nach Regel-Fahrplan alle 20 Minuten, was den Morgen viel entspannter macht, denn ich habe 20 Minuten mehr Zeit, wenn nichts ausfällt.

Mich freuen, dass es inzwischen hell ist, wenn ich die anderthalb Kilometer zum Bahnhof trabe, und dass gerade Frühling ist, die Vögel zwitschern.

Der Zug hat Verspätung, ist aber einigermaßen leer. Ich habe Puffer bis zum ersten Termin, so dass es nicht schlimm ist, dass ich 20 Minuten später komme. Bevor ich ins Büro gehe, hole ich beim Bäcker noch einen Salat und ein Brötchen. Mittwochs ist Präsenztag, sollten alle im Büro sein, heißt: Es gibt ein Wichtig-Meeting nach dem anderen. Ich komme erst um 15 Uhr zum Mittagessen, eine Dreiviertelstunde vor Feierabend. 

Diesmal ist der Zug einigermaßen pünktlich, bekomme ich einen Sitzplatz. Wieder anderthalb Kilometer nach Hause laufen. Ich könnte auch mit dem Bus fahren, aber das ist weder schneller noch bequemer. Ich müsste eine Viertelstunde zu Fuß gehen, um eine Station mit dem Bus zu fahren, oder einmal umsteigen, beide Busse müssten pünktlich sein, und ich müsste mich beim Umsteigen am Bahnhof sputen, um den Zug zu erreichen (bzw. umgekehrt). Einen Bus eher zu nehmen, ist keine Option, denn die Busse fahren nur alle 30 Minuten. Der Fußweg vom Haus zum Bahnhof dauert zwei Minuten länger als die Fahrt mit zwei Bussen inkl. Fußwegen, wenn ich keine Bankpause mache, um Eichhörnchen und Vögel zu beobachten.

Im Vorgarten begrüßt mich ein einsamer gelber Krokus. Mal gucken, ob auch noch andere Zwiebeln kommen. Verlass ist auf die Schneeglöckchen, die schon meine Eltern setzten, und die dieses Jahr besonders üppig blühen.

Der Gatte ist etwas durch den Wind, und ich bin froh, dass ich jetzt schon zu Hause bin und nicht wie sonst drei Stunden später wegen der Therapiegruppe. Die ist jetzt ja beendet. Jedenfalls fand der Gatte nichts zum Mittagessen, weil er vergaß, dass eine große TK-Box mit Bohnensuppe in der Küche steht, und aß deswegen nichts. Außerdem wollte er die Spülmaschine ausräumen, weil das Schild* auf Grün stand (ich hatte vergessen, es auf Rot zu schieben), aber dann war das Geschirr nicht sauber, und das warf ihn dann komplett aus der Bahn. Dann wusste er nicht, ob er was zum Abendessen vorbereiten muss, weil er vergaß, dass der Essensplan an der Tafel im Flur steht. Normalerweise schreibe ich dem Gatten einen Zettel für den Tag, aber das war länger nicht notwendig, weil er seinen Tag selbst strukturieren konnte. Als ich am Vorabend wie vor jedem Hamburg-Tag fragte, ob er einen Zettel braucht, verneinte er.

Ich kann nicht verhindern, dass seine Stimmung komplett ins Negative kippt, so dass der Nachmittag und Abend sehr angespannt werden. Diese Stimmungsschwankungen sind Folge seiner Erkrankungen und ausgesprochen anstrengend, für alle unangenehm. 

Positiv ist: Der Gatte dachte daran, seine Tabletten zu nehmen! Das ist nicht immer der Fall, wenn niemand da ist, um ihn daran zu erinnern (und die Einnahme zu kontrollieren).

Immerhin schaffe ich es, den Gatten zum Pflasterwechsel zu animieren und mit mehr oder weniger Hilfe von ihm Wochenplan und Einkaufszettel zu schreiben. Am kommenden Tag muss ich den Gatten sehr früh zu einem Arzttermin fahren und möchte auf dem Rückweg beim Autobahn- und AfD-nahen Edeka einkaufen. Den Laden vermeide ich seit dem AfD-Outing, aber am kommenden Tag spart er mir zehn Kilometer Umweg angesichts von vier Stunden Fahrtzeit / Arzttermin gefolgt von sechs Stunden Arbeit. Alternativ könnten wir am Freitag einkaufen, aber da haben wir auch Termine, und um sonnabends einzukaufen, bin ich zu fertig. Den Tag brauche ich zum Schlafen.

Hausarbeit, Abendessen, dann das versehentlich ausgeräumte und schmutzige Geschirr wieder zusammen suchen, die Spülmaschine einräumen, anstellen und diesmal nicht vergessen, das Schild* umzustellen, Tagesschau gucken, etwas stricken, dann früh ins Bett. Bevor ich ins Bett gehe, gucke ich vom Balkon aus glücklich in Mond und Sternenhimmel. Das sind die kleinen, gar nicht so seltenen Momente, in denen ich weiß, warum wir umgezogen sind. Mit verspannten Schultern auf's Wärmeunterbett* kuscheln und länger lesen*

Der Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Am 5. März 2020 stand mir eine OP bevor. Fünf Jahre später verweigere ich mich noch immer der Hysterektomie, zu der mich viele Ärzte drängen, weil das ihre einzige Therapie gegen Wechseljahrsbeschwerden ist. Am 5. März 2021 war ich noch bei der Horror-Hormon-Tante in Behandlung - zwei Jahre später gelang endlich der Wechsel zu einer vernünftigen Ärztin. Der Gatte und ich hatten Impftermine und bekamen Atteste, die uns als Angehörige der Risikogruppe 2 zur Impfung berechtigten. Wir hatten noch die Hoffnung, Corona würde sich mit der Impfung quasi erledigen. Am 5. März 2022 beschäftigte uns der Ukrainekrieg. Am 5. März 2023 hatten wir plötzlich ein Haus, bereiteten alles für die Bodenverleger vor, während meine Mutter immer mehr Abschied vom Leben nahm. Am 5. März 2024 waren wir endlich umgezogen und hatten erstmals so was wie Alltag. / *Affiliate links 

Sonntag, 9. März 2025

Samstagsplausch KW 10/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCLX

Letzten Sonntag konnte ich anderthalb Stunden ungestört im Garten arbeiten, während der Gatte seinen Mittagsschlaf nahm, und Freitag konnte ich drei Stunden zum Stricktreffen. Mich drei Stunden ungestört auf eine Sache zu konzentrieren, ist purer Luxus für mich. Das waren die Glücksmomente in einer ausgesprochen anstrengenden Woche. Gestern war's dann wieder so, als hätte jemand den Stecker gezogen: Nicht nur, dass ich mehr als neun Stunden am Stück schlief; ich brauchte auch noch zwei Stunden tiefen, festen Mittagsschlaf. Heute war es ähnlich. Dementsprechend schaffte ich natürlich kaum etwas in Haus und Garten. Ich bin einfach faul und schlecht organisiert, ich weiß. 

Die Krokusse blühen zur Freude von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen dieses Jahr ausgesprochen üppig.

Es scheint, also ginge meine Giersch-Bekämpfungsstrategie auf: Ich hatte gelesen, dass es hilft, Pflanzen zu setzen, die früher als der Giersch blühen. Bislang sprießen auf dem Apfelbaum-Beet, das von Giersch überwuchert war, hauptsächlich Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Waldmeister, Traubenhyazinthen und endlich auch die Hasenglöckchen. Die brauchten irgendwie ein Jahr Anlauf. Auf ein anderes Giersch-Beet hatte ich Blumentöpfe gestellt, so dass der Giersch kein Licht mehr bekam. Sonntag nahm ich sie weg und setzte dort Stauden, die Hummeln, Bienen und Schmetterlinge erfreuen sollen. Ich hoffe, das klappt. Außerdem beschnitte ich einige Büsche. Das schaffte ich im Herbst nicht mehr. Ich bin halt faul und schlecht organisiert.

Diese Woche musste ich drei Tage ins Echtbüro, weil Montag wegen der Bürgerschaftswahl in Hamburg sonst zu wenig Leute dagewesen wären. Drei Tage außer Haus war schön, aber halt auch anstrengend, zumal die anderen beiden Werktage nicht weniger anstrengend waren. Der Gatte hatte einen frühen Nephrologen-Termin in Hamburg, musste also gefahren werden, außerdem wurde ein Aufmaß der Küche genommen, um zu gucken, ob der neue Herd passt (warum wir einen neuen Herd bekommen, kannst du in der Kombüse lesen). Wenigstens fuhren diese Woche die Züge einigermaßen pünktlich und Richtung Hamburg sogar nach Regel-Fahrplan, so dass ich morgens zwanzig Minuten mehr Zeit hatte. Das entspannt ungemein.

Den frühen Arzttermin des Gatten nutzte ich, um kurz beim benachbarten Lungenarzt vorbeizuschauen, so dass ich im kommenden Vierteljahr wieder mit Medikamenten versorgt bin. Die Nephrologie war wieder mal schlecht organisiert; die Unterlagen des Gatten, die ich mailte, wurden ihm wieder nicht zugeordnet. So wusste die Ärztin nichts vom Nierenversagen im Krankenhaus oder von den neuen Tabletten. So was nervt! Ich gebe mir alle Mühe, alle Bälle zu jonglieren, alle Ärzte mit allen Informationen zu versorgen und werde immer wieder ausgebremst, weil irgendjemand nicht mitspielt. Der Telefontermin zur Besprechung der Laborergebnisse wurde auch wieder mal verschoben - beim letzten Mal nahm ich ja extra ein Taxi, um trotz Zugausfalls rechtzeitig da sein zu können, und da rief die Ärztin einfach früher an. Diesmal ist der Termin zum Glück an einem meiner Heimbüro-Tage, aber auch an denen habe ich Termine. Immerhin konnte der Gatte mit der Nephrologin klären, dass er Pampelmusen in Maßen essen und mein Antiallergikum nehmen darf. Das braucht er inzwischen öfter als ich, denn mir reicht meistens Calcium. Mal gucken, ob sich das mit dem Umzug ändert.

Zu den Leuten, die nicht mitspielen, gehörten diese Woche auch die beiden Hausbanken meiner Mutter. Mit der einen habe ich ja ohnehin Probleme, weil ich nicht den Nachweis erbringen kann, dass ich in Wahrheit meine Mutter bin, die den Namen ihrer Tochter annahm. Ja, das ist so absurd, wie es sich anhört. Bei der Bank liegt seit 25 Jahren eine Vollmacht meiner Mutter für mich, die über ihren Tod hinaus gilt. Seit ihrem Tod hat die Bank zudem Erbschein, Sterbeurkunde und notarielles Testament. Es gibt niemanden, der die Erbschaft anzweifelt. Dennoch wird das Konto wegen des fehlenden Nachweises, dass ich meine Mutter bin, seit fast zwei Jahren nicht auf mich übertragen. Das hat u.a. zur Folge, dass ich kein Online-Banking nutzen kann, eine Menge Gebühren zahlen muss. Ich müsste juristisch gegen die Bank vorgehen, aber dazu fehlt mir die Kraft. Ich habe beschlossen, diese Bank einfach zu ignorieren, bin in der glücklichen Lage dazu. Seit einem Jahr weigert sich die Bank zudem, wenigstens meine neue Adresse einzutragen, obwohl ihr auch hier alle Unterlagen vorliegen. So geht alles an die alte Hamburger Adresse, und diesmal klappte aus irgendwelchen Gründen der Nachsendeauftrag nicht. Also kam ein Beschwerdebrief der Bank, ich möge ihr meine neue Adresse mitteilen. Der Brief kam an die neue Adresse. Irgendwie scheinen dort nur sehr merkbefreite Leute zu arbeiten. Andererseits: Es ist eine bayerische Bank. Da sollte ich mich über nichts wundern. 

Mit der anderen Hausbank, bei der ich selbst auch seit Jahrzehnten Kundin bin, gab's bislang keine nennenswerten Probleme, alle Konten meiner Mutter sind inzwischen auf mich übertragen. Jetzt rief mich plötzlich eine mir komplett unbekannte Sachbearbeiterin einer mir ebenfalls unbekannten Filiale an, um mich telefonisch unter Druck zu setzen, ein Aktien-Depot zu verkaufen. Ich wurde sehr deutlich (doch, das kann ich), und fortan kümmert sich die Kundenberaterin um mich, bei der auch schon meine Mutter war, wird mein Konto in die hiesige Filiale "umgehängt". 

Das ist alles kein Drama, kostet mich aber Zeit, Energie und Nerven, die ich nicht habe.   

Zu denen, die nicht mitspielen, gehört auch die Stadtreinigung in Hamburg. Der Gatte hat dort noch einen Lagerraum, den wir langsam auflösen wollen. Das sollet eigentlich schon vor einem Jahr passieren, aber ich bin halt faul und unorganisiert. Jetzt telefonierte ich mit der Stadtreinigung, um zu klären, wie wir nachweisen, dass der Müll, der im Lager anfallen wird, aus Hamburg stammt, wenn wir nicht mehr in Hamburg gemeldet sind. Hamburger Müll darf nämlich in Hamburg entsorgt werden, auch, wenn man dort nicht mehr gemeldet ist. Ich hatte die Hoffnung, dass der Mietvertrag für's Lager reicht. Nein, tut er nicht. Dadurch, dass es ein Lagerraum ist, ist der Müll gewerblich, wird die Entsorgung exorbitant teuer, auch, wenn wir ihn selbst zum Recyclinghof fahren. Wir müssen den Müll also vor Ort entsorgen. Ich kam zu dem Ergebnis, dass es nervenschonender und günstiger ist, das ganze Backbeermus nach Buchholz transportieren und einlagern zu lassen. Dann kann der Gatte es in Ruhe sichten, und wir beauftragen den hiesigen Sperrmüll oder fahren zum hiesigen Müllumschlagplatz. Es gibt 500 m entfernt ein Lagerhaus, da ist hoffentlich etwas frei. Darum wollte sich der Gatte schon seit einem Jahr kümmern, schaffte es aber nicht. Nun werde ich das angehen. Wir möchten beide gerne das Kapitel Hamburg beenden, und ich habe keine Kraft, das Lager selbst zu räumen (davon ab hat der Gatte so viel Geraffel, dass er einen zusätzlichen Lagerraum braucht - oder ich habe im Haus gar keinen Raum mehr).

Zu den Glücksmomenten diese Woche gehörte auch, dass mein Antrag auf RV fit kompakt mitsamt den Wunscheinrichtungen bewilligt wurde! Jetzt müssen nur noch die Wunscheinrichtungen für mich Platz haben, aber ich denke positiv. Vor Herbst wird sich da allerdings ohnehin nicht tun. Die Klinik für Start- und Endphase hat mindestens fünf Monate Wartezeit. Bis dahin ist der Gatte hoffentlich mit allen OPs durch und kann mit Glück sogar wieder sehen. Da ist es für mich etwas leichter, ihn eine Woche alleine zu lassen. Übernächste Woche entscheidet sich, ob der Gatte zumindest auf einem Auge wieder sehen können wird, bekommt er die nächsten Stents. Wir sind beide sehr angespannt.

Heute früh rief überraschend Schwiegermutter an - überraschend, weil sie normalerweise erst am Spätnachmittag anruft. Sie war kaum zu verstehen und völlig wirr, fragte, warum ihr niemand gesagt habe, dass der Gatte im Krankenhaus ist. Der Gatte saß quietschfidel im Nebenzimmer. Schwiegermutter hat wohl eine verschleppte Bronchitis, soweit wir es verstanden, und aus irgendeinem Grund erst morgen einen Arzttermin. Es gäbe zwar auch eine Ärztin in der Wohnanlage, die sogar auf Lunge spezialisiert ist, aber Schwiegermutter lehnt eine Behandlung durch sie ab. Das Telefonat war besorgniserregend, aber ich gehe davon aus, dass die Wohnanlage ihren Zustand im Blick hat und ggf. einen Notarzt gerufen hätte / ruft. Schließlich gucken jeden Tag Pflegekräfte nach ihr. 

Hier gilt seit mittlerweile 260 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse

Dienstag, 4. März 2025

Schutzengel-Schlüsselanhänger

Im Klapsen-Klub ist es Usus, dass diejenige, die den letzten Termin hat, zum Abschied etwas mitbringt. Meistens ist es Schokolade, aber nachdem eine für jeden Sorgenwürmchen häkelte, ließ mich die Idee nicht los, auch etwas Bleibendes zu verschenken. Das Sorgenwürmchen hängt jetzt nämlich an einem Fensterschlüssel. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich es sehe, wenn das Glöckchen läutet, und sende liebe Gedanken an die Häklerin. 

Gehäkelte Schutzengel in allen Farben.

Passend zu meinem Nachnamen häkelte ich Schutzengel und machte Schlüsselanhänger daraus. Die bekam dann jeder zum Abschied zusammen mit einem Glückskeks*. Ich denke, alle haben sich gefreut. 

Schutzengel als Schlüsselanhänger.

Einmal in Schwung, häkelte ich gleich ganz viele Schutzengel aus den Resten der Wolle der Weihnachtskrippe und der Girlanden. So habe ich aktuell einen soliden Vorrat an Mitbringseln. Praktischerweise bestellte ich sicherheitshalber auch die doppelte Menge an Glückskeksen* aus Sorge, sie kämen nicht heil an. 

Ich verarbeitete Garne von Gründl, Katia, Schachenmayr und Scheepjes.

Hier geht es zur Anleitung für die Schutzengel.

Die Schutzengel mit Goldgarn bleiben in der Familie.

Dieser Beitrag geht rüber zum Dings vom Dienstag und zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln!

Schutzengel und Postkartensammlung sei Dank, habe ich aktuell einen guten Vorrat an kleinen Aufmerksamkeiten für viele Gelegenheiten.

*Affiliate links

Sonntag, 2. März 2025

Samstagsplausch KW 9/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCLIX

In dieser Woche wurde ich unerwartet zur Ruhe gezwungen. Montag fuhr ich ins Büro, wo ich quasi postwendend nach Hause geschickt wurde. Der Gatte gab mal wieder eine Erkältung an mich weiter, und meine Kolleginnen fanden, ich sähe zu krank aus, um arbeitsfähig zu sein. Dabei war ich der Meinung, ich hätte das schlimmste schon am Wochenende überstanden. Kaum zu Hause, fiel ich ins Bett und schlief quasi eine Woche durch, nachdem ich mich um eine telefonische Krankschreibung kümmerte. 

Heute merke ich, dass die Woche eigentlich nicht reichte, aber dennoch geht's morgen wieder ins Büro - zu viele Termine, um auszufallen. Selbst während der Krankschreibung nahm ich eine Videokonferenz wahr - den Termin zu verschieben, wäre schwierig geworden. So bescheuert krank zu arbeiten, war ich seit meiner Selbstständigkeit nicht mehr. Zum Glück dauerte der Termin nicht lange. 

Schweren Herzens und entgegen jeder Vernunft sagte ich meine Einzeltherapie ab. Ich guckte ziemlich verzweifelt auf meinen Kalender und fragte mich, wie ich angesichts der Arzttermine, zu denen der Gatte begleitet werden muss, und angesichts meiner Arbeit auch noch jedes Woche zwei Stunden für die Therapie unterbringen will. Ich hätte Wochenendarbeit beantragen müssen, und das wollte ich nicht. Ich brauche die Wochenenden, um mich einigermaßen zu regenerieren. Für irgendwelche Unternehmungen oder Arbeiten im Haus habe ich selbst an Wochenenden keine Kraft. Ich kann dann nur noch schlafen. Die Therapeutin war voller Verständnis. Ich soll mich melden, wenn's passt. Ich hoffe, das ist im Sommer der Fall, wenn der Gatte alle anstehenden OPs hinter sich hat. 

Hier gilt seit mittlerweile 259 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. 

Mit Schwiegermutter ist der Umgang aktuell ziemlich schwierig. Im Laufe der Woche gab's einige sehr anstrengende Telefonate, für die ich eigentlich weder Kraft noch Nerven hatte, bare Schwiegermutter ignorierte komplett unsere Bitte, uns in Ruhe krank sein zu lassen. Ich hoffe, das Abrechnungsgedöns mit der privaten Krankenversicherung ist bald geklärt, so dass ich da nichts mehr für sie ausfüllen muss. Schwiegermutter erinnert mich in ihrem Verhalten immer mehr an meine Mutter in ihrer letzten Phase. Gott sei Dank lebt sie schon im Betreuten Wohnen.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse

Samstag, 1. März 2025

Ausgelesen: Bücher im Februar 2025

Das Rudel liest.
Wie im Januar
 verbrachte ich auch im Februar viel Zeit in Krankenhäusern und Arztpraxen. So galt weiterhin: Alle Bände der Drei Fragezeichen sind prima Krankenhaus- und Wartezimmerlektüre. Arzttermine dauern beim Gatten gerne mal mehrere Stunden, und so schaffe ich da oft spielend zwei Bücher.

Die Frau Helbing-Reihe* von Eberhard Michaely* lese ich ausgesprochen gerne und mit großem Vergnügen. Ich freue mich auf jeden neuen Band. "Frau Helbing und die tödlichen Weihnachtsplätzchen*" wollte ich eigentlich während des Weihnachtsurlaubs beim München-Bummel kaufen und lesen, aber als Ketten-Buchhandlung hat Hugendubel kleine Verlage nicht im Sortiment. Das Buch war dort noch nicht mal als bestellbar gelistet! Unsere hiesige Buchhandlung ist da zum Glück besser aufgestellt.   

Im aktuellen sechsten Band erhält Frau Helbing Weihnachten überraschend besuch von ihrem in den USA lebenden Schwager Walter und seiner Familie. Er will ein Fest wie in Kindertagen feiern. Und am 25. Dezember wird Frau Helbing dann vor einem erlesenen Hamburger Publikum auf der Bühne stehen! Heide hat sie überredet, eine Rolle in dem Schwank Tratsch im Treppenhaus zu übernehmen, der zu Ehren ihres alten Freundes Dr. Rheder an seinem Geburtstag im St. Pauli Theater aufgeführt werden soll. Als der Jubilar, der selbstredend die Hauptrolle spielen will, zum ersten Mal an den Proben teilnimmt, ist für den ambitionierten Regisseur Alexander Krey der Schock groß: Nach einem Schlaganfall hat der vermeintliche Bühnenstar Mühe zu sprechen. Kurz darauf wird Krey tot in seiner Garderobe gefunden – er hat ein mit Zyankali vergiftetes Weihnachtsplätzchen gegessen. Da auch Frau Helbing Kekse gebacken hat, zählt sie zum Kreis der Verdächtigen. Ein Grund mehr für die Hobbydetektivin, den wahren Mörder zu finden.

Solide Koste wie die anderen Bände, wenngleich ich finde, Walters Besuch war überflüssig, irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. 

"Mordshexerei*" ist der neunte Band rund um die ehemalige Dorfkommissarin Mary von Marion Stadler*. Mary ist inzwischen Privatdetektiv. Seitdem das Dorf mit "Pandora" eine neue Einwohnerin hat, passieren seltsame Dinge: Auf dem Friedhof werden einige Gräber verwüstet, nachts geheimnisvolle Feuer im Wald entdeckt und über der Kirchentür rätselhafte Graffiti hingeschmiert. Sofort fällt der Verdacht auf Pandora, aber sie wird nach einer aufregenden Geisterbeschwörung tot in einem sagenumwobenen Tümpel entdeckt. Nicht nur die beiden Kommissare aus der Polizeiinspektion im nahegelegenen Kelheim beginnen zu ermitteln, sondern auch Mary. 

Spannend und solide wie die Bände davor auch.

Bei der "Miss Merkel*"-Reihe von David Safier* freue ich mich auch immer schon auf den nächsten Band. Den aktuellen vierten schenkte mir der Gatte zu Weihnachten, aber ich kam erst jetzt dazu, ihn zu lesen. Wie der Titel "Mord in der Therapie*" schon sagt, geht Merkel in Therapie. Prompt wird der Therapeut ermordet. Merkel bekommt dadurch gleich viel bessere Laune, endlich kann sie wieder ermitteln. Verdächtig sind die Mitglieder der Gruppe: Ein Wutbürger, eine Katzenfrau, eine Viren-Phobikerin, eine Klima-Aktivistin und ein Mann, dem es buchstäblich die Sprache verschlagen hat. Allerdings fällt der Verdacht der anderen erst einmal auf Merkel selbst, schließlich starb der Therapeut gleich nach ihrer ersten gemeinsamen Sitzung.

Wieder ganz großes Lese-Vergnügen!

Das genaue Gegenteil war dann wieder die Holly Holmes-Reihe* von K.E. O'Connor*. Auch der siebte Band, "Mord und Zitronenkuchen*", bleibt schlampig redigiert, und was eigentlich die Übersetzerin beruflich macht, wüsste ich immer noch gerne.  

*Affiliate links