Montag, 31. Oktober 2022

#pmdd2022: Der 28. Oktober 2022

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2022 auf Twitter oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Zu früh aufstehen und erstmal Kaffee kochen. Draußen ist es noch dunkel. 

Die Spülmaschine arbeitete über Nacht und ist jetzt fertig. 

Die Waschmaschine füttern. 

Das Lieblingsteegeschirr ist wieder sicher im Schrank. Mit dem feinen Porzellan umzuziehen wird spannend. 

Heute ist Freitag, und ich arbeite zu Hause. Das ist mäßig spannend. Vor und nach der Arbeit steht Hausarbeit an. Auch das ist mäßig spannend. 

Dem Gatten nachwinken. Er macht sich auf den Weg ins alt-neue Haus. 

Die Waschmaschine ist fertig, die Wäsche hängt. 

Trotz der Apfelschwemme im alt-neuen Haus freue ich mich total über den einzigen Apfel, der am Baum in unserem Garten wächst. Das heißt nämlich, dass der Apfelbaum den Umzug aus Schwiegermutters Garten vor zwei Jahren verkraftete. Jetzt steht ihm wieder ein Umzug bevor. Ich hoffe, er schafft es nochmal. 

Wir renovieren ja gerade mein einstiges Elternhaus, denn meine Mutter ist seit Juli im Pflegeheim. Das heißt, wir pendeln zwischen zwei Haushalten und werden langsam irre, weil ohne Listen gar nichts mehr geht, Gesuchtes oft 80 Kilometer entfernt ist. Das wird hoffentlich besser, wenn wir im alt-neuen Haus Internet haben, ich von dort aus arbeiten und vier Tage am Stück bleiben kann. Und wenn wir erst wieder ein Bad haben, können wir schon fast einziehen. 

Die erwartete Post vom Finanzamt ist endlich da (und es sind gute Nachrichten). 

Als ich unseren Küchenkalender für 2023 bestellen wollte, musste ich feststellen, dass Illustrator und Autor Alexander Holzach bereits vor zwei Jahren starb. Er wird uns fehlen, denn wir liebten die Hasen-Biene-Abenteuer. 

Heute fährt der Gatte vor in die lindgrüne Hölle. Er will bis Dienstag bleiben. Ich werde morgen fahren und bis Montag bleiben, denn da ist hier ein Feiertag. Freitags machen wir normalerweise unseren Wocheneinkauf, aber den erledige ich heute alleine, denn der Gatte ist ja schon im alt-neuen Haus. Ich bin froh, als ich abends alles erledigt habe und die Beine hochlegen kann. 

Auf zum Wocheneinkauf, aber zuerst die Post wegbringen.

Das ist schon der Wocheneinkauf, Teil 3: Renovierungsgedöns, ein Adventskalender für Mudderns und Schnobkram, falls die Kinder in der lindgrünen Hölle zu Halloween kommen. 

Wocheneinkauf, Teil 4: Eine Thermoskanne für das alt-neue Haus, ein Adventskalender für mich, Notfall-Pizzen und ein Sortiment an BBQ-Saucen, da ich mir nicht merken konnte, welche Sorte der Gatte so gerne mochte.

Nach dem Einkaufen werden natürlich die Hände gewaschen ... 

Der Blick zurück in die ersten beiden Corona-Jahre: Am 28. Oktober 2020 wussten wir zwar schon seit zwei Wochen, dass der Gatte krank ist, ahnten aber noch nicht das ganze Ausmaß, und so arbeitete er noch. Am 28. Oktober 2021 wussten wir um das ganze Ausmaß der Erkrankung des Gatten, wartete er auf seine Verrentung, da er nicht mehr arbeitsfähig ist.

Ohne Listen läuft hier aktuell gar nichts. Beim Wegräumen der Einkäufe habe ich Inventur im Keller-Tiefkühler gemacht. 

Ein bisschen Herbstdeko gibt's hier dann doch. 

Und noch 'ne Liste: Das muss morgen ins alt-neue Haus. Darunter fing ich schon den Wochenplan für die übernächste Woche an. 

Endlich kann ich die Füße hochlegen und stricken. 

Da der Gatte im alt-neuen Haus ist, gehört die Hasenecke ganz alleine mir. 

Wie jeden Tag vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

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Samstag, 29. Oktober 2022

Samstagsplausch KW 43/22: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CXXXVII

Sonnabend Mittag kam die erfreuliche Nachricht, dass die Toilette auf der Baustelle im alt-neuen Haus wieder problemlos nutzbar ist. Prompt machte sich der Gatte auf, um seine Werkstatt weiter einzurichten. Es wäre klüger, zu warten, bis die neuen Kellerfenster eingebaut sind, aber davon will er nichts hören. Ich entschied mich, in Hamburg zu bleiben und lud die Terrassenmöbel ins Karlchen. So haben wir dann schon mal zwei Stühle für den Küchentisch. Dass ich in Hamburg blieb war gut, denn so fiel mir auf, dass der Gatte beim Ausräumen der Werkstatt versehentlich den Stecker des Keller-Tiefkühlers zog. Der war schon ordentlich abgetaut, aber ich hoffe, einige Lebensmittel waren noch zu retten. Der Tiefkühler soll ohnehin umziehen, sobald die Arbeiten an den Wasserleitungen abgeschlossen sind und wir den Vorratskeller einrichten können. 

Altländer Apfelkuchen für's Pflegeheim (und da ich es doof fand, einen Zettel mit den Zutaten für evtl. Allergiker dazu zu legen, bastelte ich schnell ein Kärtchen mit einem Filz-Apfel).

Im abendlichen Telefonat erzählte Mudderns, dass eine Nachbarin, die mit ihr gemeinsam vor 61 Jahren in die Siedlung zog, in der vergangenen Woche starb. Das war für uns beide ein Schock, denn am 9. Oktober trafen wir sie noch auf dem Weg ins Wahllokal, da war ihr nichts anzumerken. Ich mochte die Dame sehr; sie war immer so fröhlich und lebenslustig. Mudderns freute sich jeden Tag, wenn sie sich im Speisesaal trafen, denn die Dame wohnte schon lange im Betreuten Wohnen. 

Sonntag fuhr ich dann früh in die lindgrüne Hölle, in der Hoffnung, den Schuppen trotz Loch im Dach einigermaßen winterfest machen zu können, damit wir Rasenmäher und Co. unterbringen können, und die Küche provisorisch einrichten zu können. Der Gatte war so umsichtig und baute schon Metallregale auf. Die sind zwar niedriger als gedacht, aber übergangsweise geht's. Sonntag Abend, als ich wieder nach Hause fuhr, hatten wir sogar so etwas wie Wohn-(Schlaf-) und Esszimmer. Nächster Schritt ist das Bestellen für Gardinen für das Esszimmer, denn der Rollladenmotor ist defekt, und wir entschlossen uns, den Monteur erst kommen zu lassen, wenn alle anderen Arbeiten abgeschlossen sind, wir wissen, ob es evtl. noch mehr defekte Rollläden gibt. Wohn- und Esszimmer sind eine Einheit, und da wir gerade im Wohnzimmer schlafen, fehlt der Rollladen. Den Schuppen flickte ich provisorisch mit Müllbeuteln und Marmorbrettchen, die die Entrümpler übersahen. Wenn der Gatte das nächste Mal im Lager ist, bringt er die Dachabdeckung, die wir noch haben, mit.  

Sonntag versuchte ich auch, Mudderns zu besuchen, denn es war unklar, ob sie das unter Quarantäne stehende Heim verlassen darf. Sie darf nicht, was dazu führte, dass sie nicht wählen konnte. Da sie auch nicht bereit war, zum Eingang zu kommen, um mir ihre Wahlbenachrichtigung zu geben, damit ich ihr Briefwahlunterlagen holen konnte, wählte sie gar nicht. Sie beharrte darauf, dass ich ins Heim kommen solle, und die Pflegerin, die an der Tür war, klagte mir ihr Leid, dass man momentan nicht wisse, wie man mit meiner Mutter umgehen soll, weil sie sich an keine Regeln oder Absprachen hält. Das kenne ich. 

Nach Mudderns Erzählung bei unseren täglichen Telefonaten spielt sich im Pflegeheim gerade ein Krimi ab: Vor ein paar Wochen war die Polizei da, und in den letzten Tagen soll angeblich eine Polizistin undercover ermittelt haben. Grund sind wohl Diebstähle - relativ unsinnige, denn einer Mitbewohnerin wurden beispielsweise 20 Schlüpfer geklaut (wenn die Geschichte denn stimmt). 

Gestern war der erste Tag, an dem alle Bewohner wieder in den Garten durften, die negativ getestet sind, und das sind inzwischen die meisten. Mudderns ist Gott sei Dank auch weiterhin negativ. Vielleicht können wir uns am Wochenende ja sogar schon wieder treffen! Mudderns fehlen die Eindrücke außerhalb des Heimes, und da ihre Gesellschafterin auch nicht kommen darf, um mit ihr spazieren zugehen, geht es ihr nicht gut. Nachdem sie sich so lange sträubte, im Speisesaal zu essen, fehlen ihr die Gemeinschaften dort ebenso wie das tägliche Veranstaltungsprogramm. 

Hier gilt seit mittlerweile 137 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich es mir die Wesensveränderungen des Gatten seit seiner Erkrankung gerade mal wieder sehr schwer machen, es viel Streit gibt. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird. Er ist inzwischen schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter und seit der Sanierung des alt-neuen Hauses Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte. Wir sind natürlich geimpft, aber angesichts unserer Vorerkrankungen ist trotz Impfung eine Corona-Infektion wenig ratsam. Angesichts der steigenden Infektionszahlen ist sie aber unvermeidbar, und ich kann nur hoffen, dass es uns dann nicht zu hart trifft.  

Ansonsten war's eine normale, ruhige Arbeitswoche, ausnahmsweise mal wieder mit Überstunden, da ich eine vor zwei Jahren getroffene politisch falsche Entscheidung ja unbedingt rückgängig machen möchte. Da geht's langsam vorwärts, was Mehrarbeit bedeutet. Da ich weiß, es gibt auch Phasen, in denen ich die Überstunden abbummeln kann, ist das okay. Alles so zu lassen, wie es jetzt ist, hieße, Menschen bewusst ins Abseits zu drängen, und das geht nicht.  

Diese Woche bekam ich die fünfte Corona-Impfung, ganz unkompliziert im Einkaufszentrum zwischen Spielzeugladen und Maßschneiderei. Ich habe noch immer Impfarm. Müdigkeit und Erschöpfung sind ja bei mir Dauerzustand, das schiebe ich nicht auf die Impfung. Für die Impfung des Gatten versuchen wir noch den richtigen Zeitpunkt zu finden, denn erfahrungsgemäß liegt er anschließend eine Woche flach. Erstmal schauen wir, wie er die anstehende Grippeimpfung verkraftet. 

Vorgestern kam Schwiegermutter zum Tee. Aktuell sehen wir uns nur selten, da wir am Wochenende ja meist im alt-neuen Haus sind. Ihr geht's gut, und sie brachte die erfreuliche Nachricht mit, dass Tante tatsächlich über Weihnachten und Silvester zu Besuch kommt! 

Vom Grundbuchamt gibt es immer noch keine Nachricht. Dementsprechend bekommen wir keinen Baukredit. Ich rechne für dieses Jahr auch nicht mehr damit. Das örtliche Grundbuchamt ist normalerweise sehr schnell, braucht erfahrungsgemäß drei bis vier Wochen für eine Änderung, und die Zeit ist jetzt vorbei. Wenn der geänderte Grundbucheintrag irgendwann vorliegt, muss die Bank anfangen zu arbeiten, und das wird auch noch dauern. Erfahrungsgemäß wird die Bank dann auch noch Gründe finden, den Kredit hinauszuzögern. Wir brauchen also eine Zwischenfinanzierung, um die Baubrigade zu bezahlen, und kommen jetzt in die Situation, die ich immer vermeiden wollte: Wir nehmen einen Privatkredit auf, den wir dann mit dem Baukredit abzahlen werden. Ich kann nur hoffen und beten, dass das gut geht. In einem früheren Leben hatte ich zu viel mit überschuldeten Menschen zu tun, was mich immer davon abhielt, Kredite aufzunehmen. Nur geht's jetzt nicht anders.

Immerhin gab's diese Woche gute Nachrichten von Finanzamt in Form einer Rückzahlung. Wir haben also wieder so etwas wie eine Rücklage ...    
Die Baubrigade scheint gut voranzukommen. Da Gatte berichtete gestern, zwei von drei Kellerfenstern seien erneuert, das Bad wäre ins Treppenhaus hin ausgekragt (und der Gatte stößt sich dennoch nicht den Kopf, hurra!), im Bad wäre schon die bodengleiche Dusche erkennbar, wären die Armaturen befestigt, das Balkongeländer stünde halbfertig, und in allen Bädern und Küchen gäbe es wieder Wasser. Jetzt, wo der Gatte sieht, dass es vorangeht, ist er auch wieder einigermaßen gut gelaunt. 

Ich soll an diesem langen Wochenende mit dem Streichen anfangen, müsste aber erstmal die Fensternischen im Dachgeschoss tapezieren, und dazu fehlt das Material. Am Sonnabend einen langen Wochenendes in den Baumarkt - kann es Schöneres geben?! Ich hätte mehr Lust, dem Kirschlorbeer zu Leibe zu rücken, aber solange wir noch keine Esszimmergardinen haben, ist der als Sichtschutz praktisch (und ich bin nie passend zur Abholung der Grünabfälle in der lindgrünen Hölle, müsste also alles in Hamburg entsorgen, was unpraktisch ist).   

In dieser Woche bestellten wir die ersten Eintrittskarten für eine Veranstaltung in der lindgrünen Hölle - es ist eine Kaminer-Lesung. Der Gatte ist ebenso vom Programm des Veranstaltungszentrums begeistert wie ich, und das Beste ist, dass wir dorthin zu Fuß kommen. Er möchte jetzt wieder öfter weggehen, und ich hoffe, das klappt. Für mich bedeutet die Lesung, dass ich zum ersten Mal direkt von der Arbeit ins alt-neue Haus fahre, um dann an den kommenden Tagen dort im Heimbüro zu arbeiten. Hoffentlich haben wir bis dahin Bad und Internet. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Freitag, 28. Oktober 2022

#12von12 im Oktober 2022

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! 

#1: Bushaltestellenwarteblick. Dieser Oktober ist ungewöhnlich sonnig und mild.

Ich bin wieder spät dran, denn beim Entrümpeln verlegte ich meine Kamera. So komme ich erst heute zum Bloggen.

#2: Ein Schritt weiter auf dem Weg zur Übernahme des alt-neuen Hauses.

#3: Dass die Leckage beseitigt wird, werde ich wohl nicht mehr erleben.

#4: Mittagessen. Normalerweise esse ich im Oktober schon lange keine Bickbeeren mehr, aber die waren noch vom Sommer eingefroren.

#5: Mein Gemütszustand seit Mudderns Einweisung ins Pflegeheim.

#6: Heute mal ein anderer Feierabendblick, weil ich den Bus nehme.

Es ist Mittwoch, ich muss ins echte Büro. Der Gatte fährt im Laufe des Tages ins alt-neue Haus in die lindgrüne Hölle. 

#7: Wieder zu Hause, werde ich von Rehen empfangen. Das werde ich in der lindgrünen Hölle vermissen.

Der Bürotag ist ruhig. Der Heimweg ist lang, weil ich mir eine umständliche Busroute aussuchte - keine Ahnung, was mich da ritt.

#8: Äpfel für den Apfelkuchen heraussuchen.

#9: Abendessen. In letzter Zeit gibt es situationsbedingt oft Fertigfutter.

Zu Hause gibt's keine Pause: Es muss ein Apfelkuchen für die kommenden Tage gebacken werden, es muss geputzt werden (da wir an den Wochenenden meistens im alt-neuen Haus sind, komme ich sonst nicht dazu), und es muss gepackt werden. 

#10: Für die nächsten Tage im alt-neuen Haus packen.

#11: Die Spülmaschine ist fertig und muss ausgeräumt werden.

Der Blick in die ersten beiden Corona-Jahre: Am 12. Oktober 2020 bekam der Gatte eine schlechte Diagnose. Damals ahnten wir noch nicht, das es nicht die einzige bleiben wird. Damals ahnten wir auch nicht, dass Mudderns Haus und Garten mitsamt Apfelbaum heute uns gehören würden. Am 12. Oktober 2021 wartet der Gatte auf die Verrentung, bin ich malad, gibt es einen Krebsverdacht, der sich zum Glück nicht bestätigt. 

#12: Endlich ins Bett und vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

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Dienstag, 25. Oktober 2022

Handschuhe aus Wollresten, diesmal in Blau und Grau

Im Februar zeigte ich ja schon mal einiges an Socken und so aus Wollresten. Seitdem habe ich natürlich weiter gestrickt, wenngleich ich momentan eher wenig stricke. Ich überlege sogar, die Wollreste an eine Nachbarin in der lindgrünen Hölle zu geben. Sie fragte letztens erst wieder, ob ich welche für sie hätte, sie nähme selbst kleinste Knäul, um daraus bunte Socken zu stricken. Mal sehen, wie die nächsten Wochen werden. Bei meinem Stash wäre es nur sinnvoll, ihr die Wollreste zu geben.

Bei diesem Paar kam ich gerade so mit der Wolle hin. Es blieb noch nicht mal Garn zum Zusammenbinden übrig.

Fingerlose Handschuhe in Blautönen.

Handschuhe in Blautönen.

Dieser Beitrag geht rüber zu Dings vom Dienstag, Handmade on Tuesday und Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln!

Samstag, 22. Oktober 2022

Samstagsplausch KW 42/22: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CXXXVI

Dieses Jahr können wir viele
Trauben im Garten ernten. Sie
sind zuckersüß.

"Warum wurde denn bei Ihnen noch kein MRT gemacht, um die Ursache für Ihre Beschwerden herauszufinden?" Eine gute Frage, die die junge Gynäkologin da beim Krankenhaustermin diese Woche stellte. Auf die Idee kamen bislang weder meine Gynäkologinnen (ich war in den letzten beiden Jahren ja bei mehreren, bis ich in einer Praxis landete, die in der Nähe ist und in der ich mich wohl fühle) noch die aktuelle Endokrinologin. Letztere hoffte ja, dass ich beim Krankenhaustermin gleich unter das Messer komme, aber das Gegenteil war der Fall: Für die Gynäkologin gab es aktuell keinen Grund für eine OP. In Absprache mit ihrem Oberarzt entschied sie, angesichts meines Alters könne man zuwarten, zumindest bis zum Termin bei der neuen Endokrinologin im Januar, und im übrigen spräche nichts dagegen, mich notfalls auch jahrelang mit Tabletten zu behandeln. Das wäre nicht üblich, aber möglich. Und im übrigen wäre es mal interessant zu wissen, wie sich der Östrogenspiegel entwickelte, aber so etwas erfahre ich ja nicht von der bisherigen Endokrinologin. Ich hoffe wirklich, dass es sich mit der neuen besser kooperieren lässt.

Der Termin im Krankenhaus, der mir so sehr bevorstand, weil ich keine OP möchte, verlief also ausgesprochen positiv. Ich bin gespannt auf den Arztbericht. Typisch für meine bisherige Endokrinologin war, dass sie mir für den Krankenhaustermin keine Einweisung, sondern eine Überweisung mitgab. Ich verzichtete darauf, sie auf die Notwendigkeit einer Einweisung hinzuweisen, weil das nur wieder zu Geschrei und der Aussage, ich wäre dumm, geführt hätte. Inzwischen habe ich aber dem Krankenhaus die notwendige Einweisung nachgeliefert. 

Hier gilt seit mittlerweile 136 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich es mir die Wesensveränderungen des Gatten seit seiner Erkrankung gerade mal wieder sehr schwer machen, es viel Streit gibt. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird. Er ist inzwischen schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter und seit der Sanierung des alt-neuen Hauses Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte. Wir sind natürlich geimpft, aber angesichts unserer Vorerkrankungen ist trotz Impfung eine Corona-Infektion wenig ratsam. Angesichts der steigenden Infektionszahlen ist sie aber unvermeidbar, und ich kann nur hoffen, dass es uns dann nicht zu hart trifft.  

Mudderns ist im Pflegeheim weiterhin unter Quarantäne, aber Gott sei Dank bislang nicht an Corona erkrankt. Aus ihrer Vierertischgruppe ist sie die einzige, die bislang verschont blieb (und hoffentlich auch bleibt). Ihr macht zu schaffen, dass die täglichen Angebote wie Sitzgymnastik ausfallen, dass das Mittagessen im Speisesaal ausfällt, sie in ihrer Wohngruppe oder auf ihrem Zimmer essen muss, aber wenigstens ist sie nicht in Zimmerquarantäne, sondern kann sich innerhalb des Heimes bewegen. Anders als draußen kommt sie dort mit dem Rollator ganz gut zurecht. Aufgrund der Infektionen konnte Mudderns diese Woche auch nicht mit ihrer Gesellschafterin spazierengehen - letzterer war das aufgrund der Risikopersonen in ihrer Familie zu riskant, was Mudderns verstand. Die Quarantäne ist bislang für diese Woche geplant, und für kommenden Mittwoch ist ein Oktoberfest im Speisesaal geplant. Mal schauen, ob das klappt. Solange die Quarantäne andauert, können auch die Nachbarn aus dem Betreuten Wohnen nicht im Speisesaal zu Mittag essen; Kontakte, die Mudderns fehlen. 

Ich hoffe, wir können uns morgen sehen, denn wir wollen schließlich zusammen ins Wahllokal. Laut Corona-Verordnung darf sie das Heim verlassen, wenn sie nicht infiziert ist. Ob es klug ist, steht auf einem anderen Blatt, aber Mudderns möchte zur Wahl gehen, und dass ich kurzfristig Briefwahl beantrage, ist für sie keine Option. 

Im alt-neuen Haus ist es gerade alles andere als schön. Das Badezimmer ist nach wie vor ein Trümmerhaufen, und da die Baubrigade auf der Suche nach einer Verstopfung ist, wurde kurzerhand auch die Waschküche zerlegt. Eine Toilette haben wir also nicht, aber es gibt Wasser, wenngleich es gelegentlich irgendwo im Haus unerwartet aus der Decke läuft, weil da plötzlich Schläuche hängen, warum auch immer. Der Gatte ist grundgenervt, will er doch jetzt eigentlich seine Werkstatt einrichten. Er kann mit Chaos schlecht umgehen, und es macht ihn fertig, dass an allen Ecken und Enden angefangen, aber nichts abgeschlossen wird. Schwierig ist, dass es kaum Kommunikation gibt. Ein Zettel "Achtung, ihr habt gerade ein Wasser und kein Klo" wäre nett - oder eine entsprechende WhatsApp. So werden wir seit vier Wochen ständig überrascht, und das nicht unbedingt positiv. 

Immerhin: Die neuen Dachfenster wurden gestern eingesetzt, und auf der Terrasse steht ein Karton, der eine Duschtasse enthalten könnte. Auf der Terrasse steht auch etwas, das das neue Balkongeländer sein könnte. Das sollte schon seit 29. August da sein, wie überhaupt schon der Balkon seit 2. September fertig sein sollte - und der ganze Umbau seit 26. September, denn laut Aussage des Bauleiters sollten wir ja nach Rückkehr aus dem Urlaub sofort einziehen können ... Aktuell will die Brigade bis Ende des Monats fertig werden, und wir bezweifeln, dass das klappt. Wäre es nach uns gegangen, hätte der Umbau ohnehin erst diese Woche nach Räumung des Hauses angefangen, aber wir haben gelernt, dass wir uns nach den Handwerkern richten müssen.

Zwar mache ich mir wie der Gatte aufgrund des Chaos' Sorgen, dass uns das ganze Projekt um die Ohren fliegt, aber gleichzeitig bin ich froh über jeden Tag Verzögerung, denn der umgeschriebene Grundbucheintrag liegt immer noch nicht vor, und dementsprechend wurde der Baukredit noch nicht genehmigt. Jeden Tag gucke ich hoffnungsvoll in den Briefkasten, und jeden Tag ist es vergeblich. Dass coronabedingt die Post in der lindgrünen Hölle häufig ausfällt, macht die Sache nicht besser, denn Kreditzinsen und Inflation steigen jeden Tag. Bei uns in Hamburg klappt die tägliche Postzustellung zwar noch, aber die Post muss ja aus der lindgrünen Hölle zu uns. Ich hoffe, mir fällt rechtzeitig eine kreative Lösung zur Zwischenfinanzierung ein, bevor uns wirklich alles um die Ohren fliegt, weil die Baubrigade fertig ist, der Baukredit aber noch nicht bewilligt und auszahlungsreif ist. 

Beim Gatten begann diese Woche die nächste Runde der Behandlung seiner Augenerkrankung. Ein halbes Jahr lang muss er monatlich in eine kleine Klinik in der Nachbarschaft. Dass ich ihn nicht durch die ganze Stadt fahren muss, ist für uns beide eine Erleichterung, denn in die kleine Klinik kann er ohne Umsteigen mit dem Bus fahren. Gleichzeitig warf der Behandlungsbeginn die Frage auf, wie es nach dem Umzug weitergehen soll. Es ist klar, dass wir unsere Ärzte behalten, und in der lindgrünen Hölle gibt es ohnehin keine Augenklinik, müssten wir weiterhin nach Hamburg. Was aber in der Theorie machbar scheint, ist in der Praxis dann doch anders. Nun, wir werden sehen. Vor April werden wir ohnehin kaum umziehen. 

Kommende Woche soll endlich Internet ins alt-neue Haus einziehen, was bedeutet, dass ich bald von dort aus arbeiten kann - sofern wir eine Toilette haben ... Ich bin gespannt, ob das mit Internet, TV und Telefonie klappt, denn der Gatte will die Geräte selbst anschließen und das Haus entsprechend verkabeln, ist sich selbst aber gar nicht sicher, ob er das kann. 

Seit Montag ist das alt-neue Haus geräumt. Ich habe es seitdem nicht gesehen. Mir graut auch ein bisschen davor, denn das ist so endgültig. Eigentlich wollte ich dieses Woche den Schuppen mit dem kaputten Dach soweit winterfest machen, dass wir dort Rasenmäher und Co. unterstellen können, aber nach Aussage des Gatten liegt die Terrasse voller Baumaterialien, und ohne Toilette mag ich eh nicht lange im Haus sein. Wir haben schon überlegt, uns eine Chemietoilette zu kaufen, nur ist sie in keinem Baumarkt vorrätig, müsste erst bestellt werden. 

Normalerweise würden wir bei diesem schönen Herbstwetter im Volkspark spazierengehen, durch's bunte Laub rascheln, Garten und Terrasse winterfest machen, aber aktuell haben wir dafür so gar keinen Kopf. Die Gartenmöbel sollten eigentlich heute ins alt-neue Haus ziehen, damit wir dort Tisch und Stühle haben, aber da wir keine Toilette haben, bleiben wir wieder in Hamburg. Irgendwie habe ich auch weder Kopf noch Kraft dafür, unsere Wohnung gemütlich zu machen. Ich bin aktuell schon froh, wenn ich Zeit zum Putzen finde, und zwei Wochenenden nicht im alt-neuen Haus zu sein, kommen mir da sehr gelegen.

Im Büro gab's die Schock-Nachricht, dass Chef II uns verlässt. Er war ja ohnehin nur Elternzeitvertretung, aber jetzt geht er ein Vierteljahr früher als geplant in ein neues Projekt. Wir hätten ihn gerne dauerhaft im Projekt, Bedarf wäre auch da, aber keine Stelle, die seiner Entgeltgruppe entspricht. Übergangsweise kommt jemand, der in der Wiedereingliederung ist, und ab April soll die Chefin stundenweise aus der Elternzeit kommen. Mal sehen, wie das wird. Doppelt doof ist, dass wir jetzt gerade mit der Organisationsentwicklung beginnen. Es wäre schön, wenn Chef II diesen Prozess noch mit uns abgeschlossen hätte.

Die corona-erkrankte Kollegin ist wieder da und trägt plötzlich freiwillig Maske. Der Kollege, der vorsichtshalber in Quarantäne war, blieb diesmal zum Glück verschont. Er berichtete, wie schwer es für das erkrankte Familienmitglied war, Paxlovid zu bekommen - ohne Eigeninitiative läuft da gar nichts. Es gibt neue Corona-Regeln im Betrieb, die aber nichtssagend sind und weder Masken- und Testpflicht vorsehen.   

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.