Freitag, 5. Mai 2023

#pmdd2023: Der 28. April 2023

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2023 auf Twitter oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Früh aufstehen und vor dem Morgenkaffee erstmal die Spülmaschine ausräumen.

Die monatliche Spülmaschinenreinigung ist fällig. Damit die Maschine nicht leer läuft, dürfen Grillrost und Backblech mit in die Maschine.

Den Silberkuchen mitnahmegerecht verpacken. Aus irgendeinem Grund sieht der Kuchen etwas gerupft aus. 

Heute mal kein Bushaltestellen-Warteblick, sondern ein Parkplatzblick.

Heute ist Freitag, und wie meistens donnerstags oder freitags, fahren wir ins alt-neue Haus. Was ich am Morgen noch nicht weiß: Heute werde ich meine Mutter zum letzten Mal lebend sehen. Eigentlich soll sie nur zum Röntgen ins Krankenhaus, und da ihre Gesellschafterin sie begleitet, starte ich entspannt in den Tag. Vormittags allerdings ruft das Krankenhaus an: Röntgen reicht nicht mehr. Ich muss sofort kommen. Also hektisch ins Auto springen und los.

Auf ins Krankenhaus!

In der ersten Wartezone der Intensivstation. Hier sitze ich ausgesprochen ungern, weil es so selten einen Ansprechpartner gibt. Die sitzen alle hinter Glastüren und reagieren nur selten aufs Klingeln. Als ich endlich eine Schwester ansprechen kann, erfahre ich: Ich bin hier falsch.

In der zweiten Wartezone bin ich richtig.

Ich habe es endlich ins Behandlungszimmer geschafft!

Mudderns macht mir nur selten Komplimente. Heute sagte sie, wie hübsch der Pullover sei und wie gut er zur Tasche passe.

Nachmittags stehen dann die üblichen Alltagstätigkeiten an: Arbeiten, Einkaufen, Haushalt. Ich bin sehr erschöpft und gehe früh schlafen.

Endlich im alt-neuen Haus angekommen, muss ich noch ein paar Stunden arbeiten.

Mittlerweile ist es halb drei, und als der Gatte mitbekommt, dass ich noch nicht gefrühstückt habe, besteht er auf Tee und Schokoriegel gegen die seiner Meinung nach drohende Unterzuckerung. Keine Angst, ich esse auch noch etwas Ordentliches. 

Niemand räumte in den letzten Tagen den Abwasch vom letzten Sonntag weg ...

Während ich arbeitete, lag der Gatte im zugeschnittenen Gästebett schon mal zur Probe.

Die liegen auch Probe.

Auf zum Einkaufen!

Der Wocheneinkauf war recht übersichtlich. Das Meiste ist für den Vorrat.

Wir sind sehr glücklich, dass sich der kleine Apfelbaum in alt-neuen Garten so schnell und gut einlebte, dass er über und über blüht.

Abendessen. Das Rezept gibt es in der kommenden Woche in der Kombüse.

Pflichtprogramm. Im Hintergrund steht die Heizkörperverkleidung, die meinte Mutter selbst aus Peddigrohr flocht und die wieder vor die Heizung muss. Darüber habe ich schon mal probeweise die Paneele geweißt.

Ich bin sehr müde, versuche aber wider besseres Wissen noch etwas fernzusehen und zu stricken.

Demnächst sind wir im pandemischen Blindflug.

Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

Der obligatorische Blick zurück in die ersten drei Corona-Jahre: Am 28. April 2020 kam Tante zum letzten Mal zu Besuch in Schwiegermutters Haus, nähte ich die ersten Masken, weil zwei Tage vorher die Maskenpflicht ausgerufen wurde. Am 28. April 2021 trug der Apfelbaum auch die ersten Blüten. Leider wurden keine Früchte daraus. Mir war zudem völlig entfallen, dass der Gatte damals noch versuchte, wieder in den Berufsalltag zurückzukehren. Außerdem buk ich an dem Tag auch einen Eiweißkuchen. Am 28. April 2022 feierten wir das dreijährige Zusammensein von Mudderns und ihrer Gesellschafterin. / *Affiliate link

Samstag, 29. April 2023

Samstagsplausch KW 17/23: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CLXIII

"Nach der OP kommst du in die Reha." - "Will ich aber nicht!" - "Du hast uns doch versprochen, dass du alles machst, um wieder laufen zu können." - "Will ich aber nicht!" - "Dann bleibst du bis zum Lebensende im Bett liegen. " - "Will ich aber nicht!" - "Also Reha." - "Will ich aber nicht!"

Vielleicht sollte ich es mal mit Maoam versuchen ...

Mudderns ist seit gestern wieder im Krankenhaus. Eigentlich sollte nur ihr Fuß wegen eines unerklärlichen Schiefstandes geröntgt werden, aber dabei kam heraus, dass sich die vor neun Wochen gesetzte Oberschenkelhalskopfprothese lockerte und entzündete. Das erklärt immerhin die Schmerzen, über die sie seit Wochen klagt und bei denen unklar war, ob sie tatsächlich Schmerzen hat. Also neue OP und neue Prothese trotz eines schwachen Herzens, denn es gibt keine Alternative. Mudderns muss einfach wieder auf die Beine kommen, falls das nach neun Wochen Liegen überhaupt noch geht. Der Arzt wies darauf hin, dass die anschließende Reha dringend erforderlich sei, aber Mudderns verweigert sie jetzt schon, wie bei der ersten OP vor neun Wochen. Das wird wieder ganz großartig. 

Als ich gestern ins Krankenhaus musste, um die OP-Einwilligung zu unterschreiben, fragte ich, was passiert, wenn ich nicht "mal eben" frei nehmen und 40 bis 80 km fahren kann für eine Unterschrift. Klare Antwort: Dieser Fall ist nicht vorgesehen. Heißt, ich kann keinen Urlaub machen oder mal selbst ins Krankenhaus müssen, bin immer auf Abruf, kann nichts planen. Ich werde versuchen, jemanden zu finden, der die Betreuung in medizinischen Fragen übernimmt, denn ich weiß inzwischen, dass es möglich ist, die Vormundschaft in Teilen abzugeben. Zusammen mit Mudderns Verhalten geht das einfach über meine Kräfte. Ich kann nicht mehr. Ich hoffe, über Kirchengemeinde oder Sozialverband findet sich eine Betreuung. Ideal wäre eine Betreuung durch ihre Gesellschafterin oder das Heim. Mal schauen, ob die das machen würden. Es muss nicht ehrenamtlich sein, nur will ich die Betreuung eben nicht ganz abgeben, denn Mudderns Finanzen hätte ich gerne selbst im Blick (auch wenn ich durch das Geflecht von Anlagen und Versicherungen noch immer keinen Überblick habe). Für Mudderns wäre es nicht schön, wenn jemand anderes die Betreuung in Teilen übernimmt, aber ich muss mich einfach schützen. Und vielleicht benimmt sie sich einem Dritten gegenüber anders, kooperativer.

Gestern nahm mir Mudderns Gesellschafterin sehr viel ab. Eigentlich sollte sie Mudderns nur zum Röntgen begleiten, aber als klar war, dass es eine OP wird, übernahm sie die Aufnahme, packte einen Koffer, besorgte einen aktuellen Medikamentenplan und blieb bei Mudderns, bis ich kam. Ich habe keine Ahnung, wie ich es ohne sie hätte schaffen sollen, und für Mudderns war es eine Bruhigung, dass ihre Gesellschafterin da war. Ihr versprach sie auch, alles zu unternehmen, um wieder auf die Beine zu kommen, diesmal die Reha zu machen, aber das Versprechen war hinfällig, als ich da war. 

Diese Woche wollten wir das vierjährige Zusammensein von Mudderns und ihrer Gesellschafterin bei Mudderns Lieblingsbäcker feiern, aber es war schon Tage vorher absehbar, dass das nichts wird. Mudderns verweigert weiterhin den Rollstuhl. Sie sagt, sie wolle nicht vorgeführt werden, alle würden sie anstarren und über sie reden. Wir vermuten, sie schämt sich. So liegt sie also seit neun Wochen nur im Bett, denn selbst im Heim will sie nicht in den Rollstuhl. Dass sie sich selbst damit schadet, kann oder will sie nicht einsehen. So trafen wir uns in ihrem Zimmer, hatte ich seit Dezember zum ersten Mal wieder Gelegenheit, in Ruhe mit Mudderns Gesellschafterin zu sprechen. 

Hier gilt seit mittlerweile 163 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird. Er ist inzwischen schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter und seit der Übernahme meines früheren Elternhauses Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. Weder der Gatte noch ich haben Lust, zur Entlastung der Rentenkassen beizutragen.

Im Büro merke ich immer öfter, wie schlecht es mir geht. Immer mehr entgleitet mir. Es ist eine Frage der Zeit, bis etwas gründlich schief geht. Ich kann mich einfach nicht mehr konzentrieren. Natürlich hole ich mir Hilfe bei Kolleginnen, bekomme netterweise auch Unterstützung, aber das ist kein Dauerzustand. Ohne diese Unterstützung wäre ich aber kaum noch in der Lange, sinnvolle Texte zu schreiben. Ich habe keine Ahnung, wie ich in diesem Zustand die zum Sommer kommenden Presse-Gespräche überstehen soll. Immerhin schaffe ich es im Büro noch, Sachen richtig zu machen, anders als privat, wo ich es niemandem recht machen kann, von allen Seiten angeschrien werde. Kommende Woche habe ich den Arzttermin wegen meines Reha-Antrages. Ich bin gespannt, ob die Hausärztin mitzieht und ob der Antrag bewilligt wird. Der RV Fit-Antrag wurde ja bewilligt, aber vorgestern teilte mir die Reha-Klinik, die die DRV auswählte mit, dass sie an dem Programm gar nicht mehr teilnimmt. Somit hat sich das auch erledigt. Ich müsste mich jetzt durch die DRV-Liste mit RV-Fit-Kliniken telefonieren - wenn ich denn irgendwann mal die Kraft dazu finde. 

Auf der Baustelle geht's langsam weiter. Ich schaffe meine Aufgaben weiterhin nicht - zu erschöpft. Aber ich versuche wenigstens, zwei Haushalte in Ordnung zu halten - leidlich erfolgreich. Der Elektriker war wegen des angebohrten Kabels in der Küche da und befand, Schrumpfschlauch reiche. Der Gatte begann damit, Klick-Laminat im Eisenbahnzimmer zu verlegen und verzweifelt an dem System. Er ist sehr froh, dass ich mich durchsetzte und er nur dieses eine Zimmer auslegt. Er muss außerdem Laminat nachkaufen, denn der Bodenleger maß vier Quadratmeter weniger aus als der Gatte, was erst jetzt beim Verlegen auffiel. Zwei von drei fehlenden Türbeschlägen sind wieder aufgetaucht. Ich fürchte, der dritte wurde mit Müll entsorgt, aber ich habe den ersten Stock noch nicht wieder komplett aufgeräumt. Wir haben jetzt passende Türmatten, und vielleicht schaffe ich es am Wochenende endlich, Fenster zu putzen und die Plissees zu montieren. Es tat mir ganz gut, dass ich vier Tage am Stück auf der Baustelle sein konnte. So konnten der Gatte und ich auch etwas Zweisamkeit genießen.

Wir sind endlich in dem Stadium des Baukredits angelangt, in dem wir festgesetzte Raten zahlen. In den letzten drei Monaten zahlten wir ja "Strafzinsen", weil wir nicht verstanden hatten, dass die festgesetzten Raten erst beginnen, wenn die gesamte Kreditsumme abgerufen wurde. Jetzt können wir wieder mit einem festgelegten monatlichen Budget planen. In Hamburg kam von den Wasserwerken eine Rückzahlung, während der Stromanbieter den monatlichen Abschlag um 100 Euro erhöhte. Das muss die Strompreisbremse sein. Im alt-neuen Haus hoffen wir, genug Rücklagen für die Nachzahlungen zu haben. Ich muss beizeiten mal gucken, ob ich da die Abschläge erhöhen kann. Erfreulicherweise sind wir mit dem Öl ausgekommen. Da wir bislang keine Ölheizung hatten, fehlte uns die Erfahrung im Verbrauch. 

In den kommenden beiden Wochen wird sich auf der Baustelle nicht so viel tun. Beim Gatten stehen Untersuchungen für eine Nierenbiopsie an, und langsam kann auch er nicht mehr vor sich verbergen, dass ihn die Termine belasten. Es droht schließlich Dialyse. 

Schwiegermutter und Tante geht's gut. Tante kommt kommenden Sonnabend, und ich freue mich schon sehr.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.  

Sonntag, 23. April 2023

Samstagsplausch KW 16/23: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CLXII

Mittwoch dachte ich, langsam könnte ich bei den wöchentlichen Besprechungen auf die Maske verzichten, denn zwei bis sechs Stunden mit Maske finde ich so toll nun auch wieder nicht. Routinemäßig setzte ich die Maske dann aber doch wieder auf, als ich in den Besprechungsraum ging, und war am nächsten Tag froh darüber, denn Chefin meldete sich mit positivem Corona-Test ab. In der Folge meldeten sich dann weitere Kolleginnen mit Corona-Fällen im familiären Umfeld. Wie schön, dass Corona vorbei ist ... 

Hier gilt seit mittlerweile 162 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird. Er ist inzwischen schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter und seit der Übernahme meines früheren Elternhauses Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. Weder der Gatte noch ich haben Lust, zur Entlastung der Rentenkassen beizutragen.

Beim Zahnarzt ist Corona noch nicht so ganz vorbei. Zwar gilt schon länger keine Maskenpflicht mehr in der Praxis, aber ZFA und Arzt tragen sie weiterhin, und inzwischen muss vor der Behandlung auch wieder mit Chlorhexidin gespült werden. Das war zwischenzeitlich ausgesetzt. Mit Glück muss ich erst wieder im November zum Zahnarzt, und dann wird da schon ein neuer sein, denn meiner bereitet sich langsam auf die Rente vor und sucht einen Nachfolger. Unglaublich, dass es die Praxis schon 35 Jahre gibt, ich genau so lange da schon Patientin bin. Mal gucken, ob ich in der Praxis bleibe oder doch einen Zahnarzt in der lindgrünen Hölle suche. Die sind allerdings alle auf Implantate aus, nicht auf Zahnerhalt (sofern sie überhaupt neue Patienten nehmen).

Auf der Baustelle geht's langsam weiter. Morgen kommt der Elektriker! Damit hätten wir gar nicht gerechnet. Mal schauen, was er zum angebohrten Kabel in der Küche sagt. Der Fliesenleger ist mit dem Erdgeschoss fertig. Fünf Türen, die nach dem Verlegen von Laminat und Kork nicht mehr passten, sind angepasst. Dusseligerweise verschwanden beim Hin- und Herräumen die Türbeschläge. Noch habe ich Hoffnung, dass die irgendwo wieder auftauchen. Ansonsten müssen wir bei Gelegenheit neue kaufen. Ich hoffe, die Türen von Küche und Windfang passen nach dem Verlegen der Fliesen noch, ansonsten müssen wir da mit der Kreissäge ran. Der Gatte fing damit an, im Eisenbahnzimmer Laminat zu verlegen und kommt gut voran. Ich hänge mit meinem Anteil an den Arbeiten hoffnungslos hinterher. Der Gatte freute sich an den sonnigen Tagen darüber, dass die Markise wieder geht. Sie hatte jahrzehntelang keinen Strom und wurde nicht genutzt. Jetzt quietscht sei ein bisschen, muss geölt und gesäubert werden, aber das lässt sich ja machen. Der Heizungsbauer lässt weiter auf sich warten, und der Bauingenieur verweigert weiterhin die Rechnung, so dass uns die Gewährleistung fehlt und ihm ein Honorar. 

Gestern Abend traf ich mich mit K,, die den gleichen Bauunternehmer beauftragte wie wir, denn auch sie saniert gerade ein altes Haus. Bei ihr zog er die gleiche Masche ab wie bei uns: Ein relativ kleiner Auftrag wurde fast erledigt. Die Baubrigade machte einen ordentlichen, zuverlässigen Eindruck. Wenn etwas mal nicht sofort klappte, gab's eine schlüssige Erklärung. Während dieser Phase wurde so viel Vertrauen aufgebaut, dass ein größerer Auftrag folgte, und ab diesem Zeitpunkt wurde es chaotisch. Sobald 90% fertiggestellt waren, wurde nachverhandelt, weil Materialien durch Inflation und Ukrainekrieg angeblich plötzlich teurer wurden, Wir sind heilfroh, dass wir unseren Auftrag nicht ausweiteten und dass wir die Forderungen nach Nachzahlungen unterbanden, in dem wir klarstellten, dass wir darüber erst nach vollständiger Fertigstellung verhandeln.

Während sich bei uns die Schlampereien der Baubrigade nach und nach zeigen, sind sie bei K. offensichtlich: Es ist der Brigade nicht möglich, eine passende Duschtür einzubauen. Die erste war verzogen, die zweite ist zu groß. Ihr Haus hat ein Fenster ohne Fenster, sprich: Es wurde zwar wie gewünscht ein Fenster ins Badezimmer eingebaut, aber in das Mauerwerk dahinter kein Durchbruch gemacht, weil der Bauunternehmer nicht weiß, ob es eine tragende Wand ist. Das könnte er ja mit dem Bauingenieur klären, der uns diese Firma empfahl. Angeblich bauen die ja ganze Häuser miteinander. Aber für den Bauingenieur ist er ja nicht mehr erreichbar. Die Freundin gab im November eine Pelletheizung in Auftrag, auf die sie heute noch wartet. Zum Glück kündigte sie dem Gasversorger noch nicht, aber so kommen zu den Kosten für Hauskauf und Sanierung auch noch die für Gas. Genau wie bei uns verschwanden bei K. immer wieder Gegenstände - bei ihr sogar ein Haustürschlüssel. Sie wechselte sofort die Schlösser aus, musste dann aber feststellen, dass es einen Einbruchsversuch gab! Wie gut, dass wir sofort den Schlüssel aus dem Tresor nahmen, nachdem die Brigade fertig war, inzwischen auch den Tresorcode änderten. Wir überlegen jetzt, wie wir weiter vorgehen, ob rechtliche Schritte nicht doch sinnvoll sind oder ob wir an die Öffentlichkeit gehen, um andere zu warnen. Vermutlich werden sich dann auch noch weitere Geschädigte finden. Mal gucken, was wir machen. Zumindest ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung hat der Bauunternehmer schon am Hals, denn ein ehemaliger Mitarbeiter zeigte ihn an.

Bei allem Ungemach, für das die erst so wunderbare Baubrigade sorgt, schaffte sie es, dass sich K. und ich nach über 40 Jahren wieder trafen. Wir gingen nämlich zusammen zur Grundschule. Unsere gemeinsame Freundin E. sorgte dafür, dass wir immer mal wieder voneinander hörten, aber zum Treffen kam es erst jetzt. 

Im Büro haben wir jetzt die Organisationsentwicklung abgeschlossen und ein Organigramm erstellt. Ich habe jetzt einen hübschen Wichtig-Titel. Wenn's hilft. Ansonsten merke ich, wie sehr mich meine private Situation inzwischen auch beruflich belastet. Ich bin mehr als erschöpft, kann mich kaum konzentrieren, brauche immer öfter Hilfe von Kolleginnen. In zehn Tagen habe ich einen Termin bei meiner Hausärztin wegen des Antrags für eine mehrwöchige stationäre Reha und hoffe, sie stimmt dem Antrag zu. Mein Antrag auf die Kurzzeit-Reha RV fit wurde tatsächlich bewilligt: Drei Tage, ambulant, in Pinneberg. Ich bin mir noch nicht sicher, ob mich das nicht mehr Kraft kostet als es mir gibt.

Mudderns verweigert weiterhin das Aufstehen, jetzt schon seit acht Wochen. Körperlich und geistig baut sie immer weiter ab. Eigentlich wollten wir übermorgen das vierjährige Zusammensein mit ihrer Gesellschafterin beim Bäcker feiern, aber inzwischen sieht es auch die Gesellschafterin so, dass meine Mutter dazu nicht mehr in der Lage ist. Den aktuellen Rollstuhl will Mudderns nicht nutzen, weil sie damit vorgeführt werde. Irgendwas ist ja immer. So kann sie auch nicht an den Aktivitäten des Heims teilnehmen, sondern liegt nur im Bett und starrt wahlweise an die Decke oder aus dem Fenster. Es ist ein Elend. Der erste Rollstuhl, den wir für Mudderns kauften, ging inzwischen an den Verein für deutsch-ukrainische Zusammenarbeit Feine Ukraine. Da wird er dringend gebraucht, denn die Bewilligung von Rollstühlen und anderen Hilfsmitteln durch die Krankenkassen ist ein langwieriger Prozess. Deswegen kauften wir die Rollstühle ja auch selbst, denn das Ziel war ja, Mudderns schnell wieder auf die Beine zu bringen.

Schwiegermutter und Tante geht's gut. Ich scheiterte daran, für Tantes Geburtstag einen Blumenstrauß zu bestellen. Das klappt weder über einen örtlichen Floristen noch über das Hotel, das weder auf Anrufe noch auf eMails reagiert. Auch ein Sektfrühstück lässt sich im Hotel nicht buchen. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Die fünf Sterne bekam das Hotel jedenfalls nicht für seinen Service. Immerhin haben wir inzwischen eine Wellnessbehandlung als Geschenk für Tante buchen können. Vielleicht lassen sich Sektfrühstück und Blumenstrauß auch noch vor Ort regeln.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Dienstag, 18. April 2023

#12von12 im April 2023

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt wie jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! Hier kommen meine April-Bilder.

#1: Den Bushaltestellen-Warteblick genießen, solange es geht. Nach dem Umzug ist der Bahnhofswarteblick weniger schön.

Für mich ist wieder einmal Büro-Tag. Der Gatte wird im Laufe des Tages auf die Baustelle fahren, denn am kommenden Tag kommt der Fliesenleger.

#2: Arbeiten heißt heute viele bunte Bilder.

#3: Wir haben neuerdings zwei Mal am Tag die Gelegenheit, eine Aktivpause zu machen. Die Animation ist gewöhnungsbedürftig. 

#4: Der Gatte kam im alt-neuen Haus an und teilt erstmal mit, was er zu Hause vergaß.

Ich mache sehr pünktlich Feierabend, denn ich will zu Hause noch einiges schaffen. Abends muss ich dann noch ins große Einkaufszentrum. Insgesamt ein ruhiger Tag und ein ruhiger Abend - für unsere Verhältnisse.

#5: Das obligatorische Spülmaschinenfoto.

#6: Ich schaffe es endlich, die Möble für das zukünftige Wohn- und Esszimmer auszumessen.

#7: Ich war über Ostern fleißig. 

#8: Das Abendessen zum Mitnehmen auf die Baustelle vorbereiten. Dort habe ich aktuell keine Arbeitsfläche zum Schnibbeln. 

Wie immer in diesen Zeiten der Blick zurück: Im ersten Corona-Jahr war der Gatte noch gesund, feierten wir zum letzten Mal Ostern bei Schwiegermutter und genossen ihren traumhaften Garten. Im zweiten Corona-Jahr versuchte der inzwischen kranke Gatte gerade mal wieder zu arbeiten, machte ich den ersten Corona-Selbsttest. Die Tulpen, die ich vor zwei Jahren in den Garten setzte, strecken wieder gerade ihre Köpfchen hervor, sind aber noch nicht aufgeblüht. Bald ziehen sie ins alt-neue Haus um. Im dritten Corona-Jahr blühte die Sternmagnolie - so wie jetzt auch wieder, nur dass sie inzwischen im Vorgarten des alt-neuen Hauses steht.

#9: Im großen Einkaufszentrum.

#10: Die Hasen nehmen das Sofa ein.

#11: Füße hoch und stricken - momentan Handschuhe für den Gatten im Akkord. Da er sie auch beim Heimwerken trägt, gehen sie schneller kaputt als sonst.

#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.

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Sonntag, 16. April 2023

Samstagsplausch KW 15/23: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CLXI

Jetzt sieht's hier wieder richtig nach Baustelle aus", meinte der Gatte gestern Mittag ein bisschen frustriert, als wir in der Küche standen. Der Fliesenleger flieste nämlich nicht nur die Böden in Flur und Küche, sondern schlug auch den Fliesenspiegel über Herd und Spüle heraus, und so sieht es wirklich wüst aus. Normalerweise hätten wir jetzt jemanden gesucht, der die Wand verputzt, aber es zeigte sich, dass vor drölfzich Jahren ein Handwerker ein Kabel anbohrte und einfach überflieste - ein Glück, dass da bislang nichts passierte! So geht es also weiterhin einen Schritt vorwärts und zwei zurück.

Das vor drölfzich Jahren angebohrte Kabel, das uns jetzt um Monate zurückwirft. 

Jetzt muss erst ein Elektriker kommen, und den zu bekommen, ist ja ähnlich schwierig wie ein Termin beim Heizungsbauer. Zum Glück habe ich den Augusttermin bei der einen Firma noch nicht abgesagt, nachdem letzte Woche eine andere Firma da war, bei der wir auf der Warteliste standen. Natürlich frage ich da zuerst an, aber ich bezweifle, dass wir da zeitnah einen Termin bekommen. Küchen- und Flurboden sind jedenfalls richtig schick geworden, und wenn dann irgendwann noch der Maler zum zweiten Mal kommt und die Wände weiß sind, sind es richtig gut aus. Jetzt muss noch verfugt werden, müssen der Kellerflur und meine Werkstatt gefliest werden, dann sind wir mit den Böden durch. 

Hier gilt seit mittlerweile 161 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird. Er ist inzwischen schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter und seit der Übernahme meines früheren Elternhauses Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte und hoffe sehr, das bleibt so. Weder der Gatte noch ich haben Lust, zur Entlastung der Rentenkassen beizutragen.

Ostern hatte ich Baustellepause, was sehr gut war. Ich schaffte zwar nicht so viel in der Wohnung, wie ich gemusst hätte, aber ich konnte etwas zur Ruhe kommen, "Die Kinder des Kapitän Grant*" zu Ende lesen und endlich die Steuererklärung machen. Die wird wieder durch die Verrentung des Gatten spannend, denn ich habe keine Ahnung, was wir nachzahlen müssen. Spannend wird auch die Wasserrechnung, denn die Zähler mussten abgelesen werden. In der Wohnung wird die Nachzahlung hoffentlich nicht so hoch sein wie im Haus, wo im Herbst abgelesen wird. Da müssen wir uns für Wasser und Strom auf einiges gefasst machen, denn meine Mutter verbrauchte so gut wie nichts. 

Als ich vorgestern ins alt-neue Haus kam, stand die Sternmagnolie in voller Blüte! Sie hat den Umzug gut verkraftet, aber der Schneeball schwächelt weiterhin. Wir versuchen es jetzt mit einer gezielten Bewässerung der Wurzeln mittels Trichtern. Ich hoffe, es bringt etwas. Der kleine Apfelbaum macht sich zum Glück weiterhin gut. Der alte, beschnittene Apfelbaum hingegen scheint nach dem Schnitt zu schmollen, trägt aber ohnehin nur alle zwei Jahre.

Im Büro ist es jahreszeitlich bedingt stressig. Hinzu kommen zahlreiche Ausschreibungen. Wir dürfen nicht selbst einkaufen, sondern müssen alles für eine eigene Beschaffungsabteilung zur Ausschreibung fertig machen. Das macht jede für ihren Arbeitsbereich. Das kostet Nerven, und aktuell gibt es nur zwei, die Spezialfälle ausschreiben können. Ich bin eine davon, habe aber schon klar gemacht, dass ich nicht auf Dauer die Ausschreibungen für die Chefinnen übernehmen werde. Wieder mal zeigt sich, dass die Stelle der Verwaltungskraft nach über zwei Jahren dringend nachbesetzt werden müsste.

Wider besseres Wissen habe ich diese Woche die ersten Formulare für eine mehrwöchige stationäre Reha ausgefüllt. Für die Kurzzeit-Reha "RV Fit" bin ich ja nach Einschätzung der Rentenkasse schon zu krank, während die mehrwöchige stationäre Reha wiederholt abgelehnt wurde, da ich nicht krank genug bin. Ich müsste erst langzeiterkranken, um eine zu bekommen, obwohl ich, auch aufgrund meiner Behinderung, alle vier Jahre einen Anspruch auf eine präventive Reha hätte. Die letzte ist allerdings 11 Jahre her und wurde aufgrund einer Langzeiterkrankung bewilligt.  

Mudderns hat wieder Telefon. Morgens schließt es der Frühdienst an, abends stöpselt es der Spätdienst aus. So kann sie nicht nachts, wenn ihr langweilig ist, Polizei oder Feuerwehr anrufen. Ich bin gespannt, wie lange es gut geht. Den neuen Rollstuhl nutzt sie immer noch nicht, aber Dienstag soll endlich eine Physiotherapeutin kommen - acht Wochen nach der OP. Ich bin gespannt, ob Mudderns mitmacht. Dass wir uns ein paar Tage nicht sahen und sprachen, tat uns beiden gut. Sollte Mudderns sich entschließen, doch den Rollstuhl zu nutzen, würde ich kommenden Sonntag mit ihr in die Kirche gehen, ansonsten sehe ich sie erst in zehn Tagen, wenn sie mit ihrer Gesellschafterin ihren Jahrestag feiert. 

Schwiegermutter und Tante geht's gut. Schwiegermutter hadert mit ihren Einschränkungen und versteht nicht, dass sie trotz Grad der Behinderung keinen Pflegegrad hat. Das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun. Den Pflegegrad will sie nicht beantragen, weil sie ja den Grad der Behinderung hat ... Ich habe beschlossen, mich nicht einzumischen, auch, weil sie ihrer Seniorenwohnanlage einen stattlichen Betrag zahlt, damit die sich um so etwas kümmern. 

Ansonsten habe ich aktuell wieder mal schlaflose Nächte aufgrund der Myomatose. Ich weiß vor Schmerzen einfach nicht, wie ich liegen soll. Mir scheint, das ist schlimmer seit dem Absetzen der Hormone. Schmerztabletten helfen kaum, und die will ich auch nicht über lange Zeit nehmen, aber momentan geht's nicht anders. Ich hoffe, das ändert sich wieder. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse. / *Affiliate link